{"id":76773,"date":"2021-07-14T10:40:01","date_gmt":"2021-07-14T14:40:01","guid":{"rendered":"https:\/\/schillerinstitute.com\/?p=76773"},"modified":"2021-09-27T17:10:28","modified_gmt":"2021-09-27T21:10:28","slug":"helga-zepp-larouche-bei-world-today-auf-china-radio-international-cri-der-neue-name-fuer-frieden-heisst-entwicklung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2021\/07\/14\/helga-zepp-larouche-bei-world-today-auf-china-radio-international-cri-der-neue-name-fuer-frieden-heisst-entwicklung\/","title":{"rendered":"Helga Zepp-LaRouche bei \u201eWorld Today\u201c auf China Radio International (CRI): \u201eDer neue Name f\u00fcr Frieden hei\u00dft Entwicklung!\u201c"},"content":{"rendered":"\n<p>Helga Zepp-LaRouche gab heute der Sendung \u201eWorld Today\u201c des Radiosenders <em>China Radio International (CRI)<\/em> auf dessen offizieller englischer Webseite China Plus das nachfolgende Interview.<\/p>\n\n\n\n<p>Das <a href=\"https:\/\/chtbl.com\/track\/9G554\/resezfm.meldingcloud.com\/ueditor\/audio\/2107\/1026180197802.mp3\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/chtbl.com\/track\/9G554\/resezfm.meldingcloud.com\/ueditor\/audio\/2107\/1026180197802.mp3\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Interview<\/a> ist das zweite Nachrichtensegment, zu h\u00f6ren ab Minute 12:55. <\/p>\n\n\n\n<p>CRI: Willkommen zur\u00fcck. Der Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen hat auf seiner 47. Sitzung die chinesische <em>Resolution \u00fcber den Beitrag der Entwicklung zur Verwirklichung aller Menschenrechte<\/em> verabschiedet, in der das Recht auf Entwicklung betont wird und da\u00df das Ziel der Entwicklung darin bestehe, das Wohlergehen aller Menschen zu verbessern. F\u00fcr weitere Informationen haben wir jetzt Helga Zepp-LaRouche in der Leitung, die Gr\u00fcnderin des Schiller-Instituts, einer wirtschaftlichen und politischen Denkfabrik mit Sitz in Deutschland. Danke, da\u00df Sie zu uns gekommen sind, Dr. LaRouche.<\/p>\n\n\n\n<p>HELGA ZEPP-LAROUCHE: Ja, hallo! Wie geht es Ihnen?<\/p>\n\n\n\n<p>CRI: Mir geht es gut, danke. Also, die Resolution betont, da\u00df Entwicklung und die Verwirklichung von Menschenrechten und Grundfreiheiten voneinander abh\u00e4ngig sind und sich gegenseitig verst\u00e4rken. Wie ist das zu verstehen?<\/p>\n\n\n\n<p>ZEPP-LAROUCHE: Zun\u00e4chst einmal m\u00f6chte ich meine Gl\u00fcckw\u00fcnsche aussprechen. Ich denke, dies ist eine ausgezeichnete Entwicklung, denn hoffentlich wird dies \u00fcberall auf der Welt eine sehr produktive Diskussion dar\u00fcber anregen, was die richtige Definition von Menschenrechten ist. Und ich denke, die Interdependenz zwischen Entwicklung und Menschenrechten und Freiheit kann man sich am besten verdeutlichen, wenn man sich den Mangel an Entwicklung ansieht. Denn dann haben Sie Armut, und Sie haben immer noch auf dem Planeten, 2 Milliarden Menschen, die keinen Zugang zu sauberem Wasser haben, mehr als 800 Millionen sind [Tonausfall, arm \u2013 <em>ed.<\/em>] und Sie haben keine Freiheit, wenn Sie den ganzen Tag versuchen m\u00fcssen, zur Lebenserhaltung ein bisschen Wasser und ein bisschen zu essen zu bekommen, also haben Sie keine Freiheit unter diesen Bedingungen. Deshalb denke ich, da\u00df Entwicklung ganz klar die Voraussetzung f\u00fcr beides ist, Menschenrechte und Freiheit.<\/p>\n\n\n\n<p>CRI: Ja, aber das ist ganz anders als die westliche Definition der Menschenrechte, die mit der Wahlurne beginnt und wo alles auf die individuelle Freiheit abzielt. Wie kommt es zu den unterschiedlichen Priorit\u00e4ten, wenn es um die Frage der Menschenrechte geht?<\/p>\n\n\n\n<p>ZEPP-LAROUCHE: Nun, zun\u00e4chst einmal, denke ich, muss man sehen, da\u00df das Etikett nicht immer mit dem Inhalt \u00fcbereinstimmt. Viele Dinge, die das Etikett \u201eDemokratie\u201c und \u201eMenschenrechte\u201c tragen, haben einen ganz anderen Inhalt, und im Falle des westlichen parlamentarischen Systems, oder leider auch des pr\u00e4sidialen Systems in einigen L\u00e4ndern, handelt es sich eher um eine Plutokratie, wo das Geld der multinationalen Konzerne und der gro\u00dfen Banken bestimmt, wer einen Sitz bekommt. Au\u00dferdem denke ich, wenn man sich die \u00dcberbetonung der individuellen Freiheit anschaut, ist sie zu einer Vorstellung verkommen, alles sei erlaubt, und das Gemeinwohl wird als eine Unterdr\u00fcckung dieser individuellen Freiheiten betrachtet.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn man nun eine Krise hat, wie im Fall von COVID-19, kann man sehen, welche Folgen das hat. China und einige andere asiatische Nationen haben strenge Ma\u00dfnahmen zum Wohle der Allgemeinheit ergriffen, und es hat gut funktioniert, und dann haben auch die Individuen profitiert, weil sie die Pandemie fr\u00fcher losgeworden sind; w\u00e4hrend man im Westen ein Hin und Her hatte, die Leute haben sogar dagegen protestiert, da\u00df sie Masken tragen mussten, weil sie das als einen Eingriff in ihre pers\u00f6nliche Freiheit angesehen haben, und sie mussten einen viel, viel h\u00f6heren Preis zahlen.<\/p>\n\n\n\n<p>CRI: Nun, Vertreter von L\u00e4ndern wie Venezuela, Kuba und Pakistan hielten ebenfalls Reden, in denen sie China daf\u00fcr dankten, da\u00df es diese Resolutionsentw\u00fcrfe vorgelegt hat, und betonten, da\u00df die Entwicklung im Fokus eines jeden Landes stehen sollte, insbesondere der Entwicklungsl\u00e4nder. Aber warum bekommt die Resolution Unterst\u00fctzung von diesen L\u00e4ndern?<\/p>\n\n\n\n<p>ZEPP-LAROUCHE: Nun, das ist sehr einfach: Weil in der gesamten Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg die Konditionalit\u00e4ten des IWF eine wirkliche Entwicklung im Entwicklungssektor verhindert haben. Ihnen wurde gesagt, ihr m\u00fcsst zuerst eure Schulden bezahlen, bevor ihr in Infrastruktur oder Gesundheit investieren k\u00f6nnt; und das Ergebnis war eine eklatante Unterentwicklung und unglaubliche Armut. China hat also schon vor der Belt and Road Initiative in Eisenbahnen in Afrika und andere Infrastruktur investiert, aber besonders mit der Belt and Road Initiative und der COVID-Krise wurde sehr deutlich, da\u00df diese Entwicklungsl\u00e4nder die Hilfe Chinas \u2013 die von einigen westlichen Medien als &#8222;Impfdiplomatie&#8220; gebrandmarkt wurde \u2013 als Lebensretter f\u00fcr sich ansahen. Es ist also keine \u00dcberraschung, wenn diese die Resolution unterst\u00fctzen.<\/p>\n\n\n\n<p>CRI: Und ich denke, Sie haben vorhin bereits erw\u00e4hnt, was die richtige Definition von Menschenrechten sein sollte. Eine andere Frage geht dahin, wer ausw\u00e4hlen darf, was die grundlegendsten Menschenrechte sein sollten. Haben Sie hierbei das Gef\u00fchl, da\u00df dies stark von einer kleinen Anzahl meist westlicher Nationen gesteuert wurde, was zu einer allgemeinen Voreingenommenheit zugunsten der b\u00fcrgerlichen, politischen Freiheiten gegen\u00fcber den wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechten gef\u00fchrt hat?<\/p>\n\n\n\n<p>ZEPP-LAROUCHE: Ja. Das sieht man im Moment sehr deutlich bei der sogenannten \u201eIdentit\u00e4tspolitik\u201c. Zum Beispiel gibt es momentan zwischen der EU-Kommission und L\u00e4ndern wie Ungarn, Polen und Slowenien gro\u00dfe Spannungen, weil man im Osten [Europas] den Versuch der EU-Kommission, die Werte des westlich-liberalen Systems allen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern aufzuzwingen, abgelehnt hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich denke also, was wieder in den Vordergrund ger\u00fcckt werden muss, sind die f\u00fcnf Prinzipien der friedlichen Koexistenz und die Idee der Nichteinmischung in die verschiedenen Gesellschaftssysteme, denn sie sind aufgrund von Br\u00e4uchen, Traditionen, kulturellem Erbe entstanden und m\u00fcssen respektiert werden.<\/p>\n\n\n\n<p>CRI: 2019 erkl\u00e4rte eine Studie des Center for New American Security \u2013 das ist eine Denkfabrik mit Sitz in Washington \u2013 da\u00df Chinas Aktionen in der UNO Teil seiner Bem\u00fchungen seien, die Art und Weise, wie solche Institutionen gef\u00fchrt werden sollten, neu zu definieren und sich von den westlichen Konzepten von Demokratie und Menschenrechten zu entfernen. Was ist Ihre Meinung dazu?<\/p>\n\n\n\n<p>ZEPP-LAROUCHE: Nun, China war jahrhundertelang die f\u00fchrende Nation, und nur im 18. und 19. Jahrhundert, wegen der kolonialistischen Angriffe und Opiumkriege durch die Briten, wissen Sie, wurde das geschm\u00e4lert. Aber jetzt ist China wieder die zweitgr\u00f6\u00dfte Volkswirtschaft der Welt. Die Beseitigung der Armut von 850 Millionen Menschen stellt einen enormen zivilisatorischen Beitrag dar, und deshalb, denke ich, ist es absolut richtig, da\u00df China in dieser Diskussion eine gro\u00dfe Rolle spielen sollte.<\/p>\n\n\n\n<p>CRI: OK, aber haben Sie das Gef\u00fchl, da\u00df das weit verbreitete Hin und Her um Menschenrechtsfragen auf der ganzen Welt derzeit stark politisiert wurde? Und teilweise wurde es sogar als Werkzeug f\u00fcr politische Zwecke und manchmal gar als Vorwand benutzt, um Druck auf andere L\u00e4nder auszu\u00fcben oder sogar in andere L\u00e4nder einzumarschieren?<\/p>\n\n\n\n<p>ZEPP-LAROUCHE: Ja. Die Begriffe Menschenrechte und Demokratie sind wie ein Totschlagargument geworden: man kann alles damit in den Boden stampfen. Ich denke also, da\u00df diese Doppelmoral korrigiert werden muss. Jene Leute im Westen, die unter den Bedingungen der COVID-19-Krise Sanktionen gegen L\u00e4nder wie Syrien, Jemen, Iran, Venezuela \u2013 ich glaube, insgesamt 30 L\u00e4nder \u2013 unterst\u00fctzen, ich meine, das ist <em>die<\/em> Verletzung der Menschenrechte schlechthin. Oder, wenn man sich anschaut, wie Assange behandelt wird, oder was mit Snowden passiert ist, all diese Leute haben einfach das Richtige getan, und sie wurden auf eine absolut niedertr\u00e4chtige Art behandelt. Diese Doppelmoral sollte also gestoppt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>CRI: Was sind die Konsequenzen einer solchen Doppelmoral oder der Politisierung solcher Menschenrechtsfragen? Wird damit unser Fokus von den wirklichen Menschenrechtsproblemen abgelenkt?<\/p>\n\n\n\n<p>ZEPP-LAROUCHE: Ja, es vergiftet die Atmosph\u00e4re und entleert die Idee der Menschenrechte, die ja eigentlich eine sch\u00f6ne Idee darstellen, und macht sie zum Opfer geopolitischer Motive.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun, das Schiller-Institut betont das Konzept: \u201eDer neue Name f\u00fcr Frieden ist Entwicklung\u201c. Dies stammt urspr\u00fcnglich von Papst Paul VI. aus dem Jahr 1967 in seiner Enzyklika <em>Populorum Progressio<\/em>, wo er diesen Gedanken gepr\u00e4gt hat, da\u00df der \u201eneue Name f\u00fcr Frieden Entwicklung hei\u00dft.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Und das ist gerade jetzt sehr wichtig; ganz konkret in Afghanistan. Schauen Sie, zum Beispiel hat die NATO dort 20 Jahre verbracht und absolut nichts erreicht, und jetzt ist die Frage: Was soll aus Afghanistan werden? Wird man den geopolitischen Krieg fortsetzen? Oder wird es eine Vereinbarung zwischen allen Nachbarn geben, wie Ru\u00dfland, China, Indien, Pakistan, Iran, und eine <em>echte<\/em> Entwicklung? Die wirkliche Entwicklung w\u00fcrde bedeuten, die Neue Seidenstra\u00dfe, die Belt and Road Initiative, nach Afghanistan zu verl\u00e4ngern, aber auch in den Irak, nach Syrien, in den Jemen, in die ganze Region. Dann wird es Frieden geben. Dies ist also kein abstrakter akademischer Gedanke, sondern ein sehr aktuelles Thema, die Idee n\u00e4mlich, da\u00df wirklicher Frieden Entwicklung voraussetzt, eine Voraussetzung, ohne die nichts funktionieren wird.<\/p>\n\n\n\n<p>CRI: OK, vielen Dank, Dr. Helga Zepp-LaRouche, Gr\u00fcnderin des Schiller-Instituts, einer politischen und wirtschaftlichen Denkfabrik in Deutschland.<\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Helga Zepp-LaRouche gab heute der Sendung \u201eWorld Today\u201c des Radiosenders China Radio International (CRI) auf dessen offizieller englischer Webseite China Plus das nachfolgende Interview. Das Interview ist das zweite Nachrichtensegment, zu h\u00f6ren ab Minute 12:55. CRI: Willkommen zur\u00fcck. 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