{"id":72133,"date":"2021-04-12T11:11:56","date_gmt":"2021-04-12T15:11:56","guid":{"rendered":"https:\/\/schillerinstitute.com\/?p=72133"},"modified":"2021-04-12T11:11:59","modified_gmt":"2021-04-12T15:11:59","slug":"fuehrende-portugiesen-erklaeren-impfstoffe-zum-oeffentlichen-gut-und-fordern-die-eu-auf-krisenbefugnisse-geltend-zu-machen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2021\/04\/12\/fuehrende-portugiesen-erklaeren-impfstoffe-zum-oeffentlichen-gut-und-fordern-die-eu-auf-krisenbefugnisse-geltend-zu-machen\/","title":{"rendered":"F\u00fchrende Portugiesen erkl\u00e4ren Impfstoffe zum \u00f6ffentlichen Gut und fordern die EU auf, Krisenbefugnisse geltend zu machen"},"content":{"rendered":"\n<p>Neunzig f\u00fchrende portugiesische B\u00fcrger haben am 8. April einen \u00f6ffentlichen Appell an die Europ\u00e4ische Union gerichtet, sich auf Krisenbefugnisse zu berufen, um sich \u00fcber Marktinteressen hinwegzusetzen und anzuordnen, da\u00df die Produktion von COVID-19-Impfstoffen in jeder geeigneten Produktionseinrichtung durchgef\u00fchrt wird, auch wenn diese nicht den Patentinhabern des Impfstoffs geh\u00f6rt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Pandemie habe eine \u201eKatastrophe\u201c \u00fcber die Welt gebracht, und \u201eImpfstoffe, die ein unverzichtbares Instrument im globalen Kampf gegen die Pandemie darstellen, sind zu einem \u00f6ffentlichen Gut geworden. Als solches k\u00f6nnen sie nicht den Gesetzen von Angebot und Nachfrage des Marktes unterworfen werden\u201c, erkl\u00e4ren sie.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie unterstreichen, da\u00df es in Europa rund 80 Impfstofffabriken gebe, die laut der von verschiedenen Impfstoffherstellern betriebenen Webseite vaccineseurope.eu im Jahr 2019 76% der Impfstoffe des Weltmarktes produzierten. \u201eDer gegenw\u00e4rtige Mangel an Impfstoffen in Portugal und Europa [insgesamt], der die europ\u00e4ischen B\u00fcrger den Impfstoffherstellern unterordnet, ist nicht nachvollziehbar. Die von der Europ\u00e4ischen Kommission vorgebrachten Argumente bez\u00fcglich der Art der Vertr\u00e4ge, der vorhandenen Produktionskapazit\u00e4ten und der vereinbarten Preise sind nicht akzeptabel.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Der Aufruf erh\u00e4lt zus\u00e4tzliches Gewicht, wenn man bedenkt, dass Portugal derzeit den rotierenden Vorsitz der Europ\u00e4ischen Union innehat. Zudem ist der Initiator des Aufrufs, Jose Aranda da Silva, kein Leichtgewicht: er war der erste Leiter von Infarmed, Portugals nationaler Beh\u00f6rde f\u00fcr Arzneimittel und Gesundheitsprodukte (1993-2000), und hat die Europ\u00e4ische Arzneimittelagentur (EMA) mitbegr\u00fcndet. Zu den \u00fcbrigen Unterzeichnern geh\u00f6ren andere ehemalige hochrangige Beamte des Gesundheitswesens, (ehemalige) Mitglieder des portugiesischen und europ\u00e4ischen Parlaments, zahlreiche Professoren, Mediziner, Gewerkschafter, Journalisten, ein Bischof, ein Admiral, ein Luftwaffengeneral und andere. Und \u00fcber die Initiative wurde in den wichtigsten portugiesischen Medien ausf\u00fchrlich berichtet.<\/p>\n\n\n\n<p>Fast drei Millionen Menschen sind an COVID-19 gestorben, hei\u00dft es in dem Aufruf. Die Europ\u00e4ische Kommission mu\u00df \u201esich \u00fcber finanzielle und industrielle Interessen hinwegsetzen&#8230; In F\u00e4llen, die als &#8218;katastrophal&#8216; eingestuft werden, erlauben es europ\u00e4ische und nationale Gesetzgebungen den Mitgliedsstaaten, sich auf &#8218;Gr\u00fcnde des \u00f6ffentlichen Interesses&#8216; und &#8218;die \u00fcberragende Bedeutung der \u00f6ffentlichen Gesundheit oder der nationalen Verteidigung&#8216; zu berufen, um Ma\u00dfnahmen zu ergreifen, die die Impfstoffproduktion an Standorten erzwingen, die nicht im Besitz der Patentinhaber sind.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Das Manifest bezieht sich dabei auf einen fr\u00fcheren Aufruf des Generaldirektors der Weltgesundheitsorganisation, alle Instrumente zu nutzen, einschlie\u00dflich Technologietransfer und Aufhebung von Patentrechten, um Impfstoffe zu sichern.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eAngesichts der Katastrophe, die wir durchleben, angesichts des tragischen Mangels europ\u00e4ischen Handelns, fordern die B\u00fcrger, da\u00df sofort Ma\u00dfnahmen ergriffen werden, die geeignet sind, die Gesundheit der Bev\u00f6lkerung zu sch\u00fctzen. Diese Ma\u00dfnahmen erfordern eine transparente Weitergabe von Informationen, die Anwendung der f\u00fcr Katastrophensituationen vorgesehenen Gesetze und eine Mobilisierung der produktiven Ressourcen und Kapazit\u00e4ten.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Das Manifest werde international verbreitet und den Vereinten Nationen und der Weltgesundheitsorganisation vorgelegt, sagte Dr. Aranda da Silva am 8. April gegen\u00fcber der portugiesischen Presseagentur Lusa. Er f\u00fchrte weiter aus:<\/p>\n\n\n\n<p>Die Wissenschaft stellte sich mit finanzieller Unterst\u00fctzung durch Regierungen der Herausforderung der Pandemie, aber \u201eals die Impfstoffe auf den Markt kamen, begann das kommerzielle Spiel, anstatt sie als \u00f6ffentliches Gut zu behandeln. Wenn es einen Krieg gibt, gibt es eine totale Mobilisierung. Und in diesem Krieg (gegen die Pandemie) verwenden wir nicht die angemessenen Waffen.\u201c Er betonte: Dies sei \u201ekeine ideologische Frage. Es ist eine pragmatische Frage. Wenn bis zum Sommer nicht alle geimpft sind, werden wir eine weitere Welle und eine gro\u00dfe wirtschaftliche und soziale Krise bekommen.\u201c<\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Neunzig f\u00fchrende portugiesische B\u00fcrger haben am 8. 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