{"id":71866,"date":"2021-04-09T06:16:23","date_gmt":"2021-04-09T10:16:23","guid":{"rendered":"https:\/\/schillerinstitute.com\/?p=71866"},"modified":"2021-04-09T06:16:26","modified_gmt":"2021-04-09T10:16:26","slug":"indischer-energieminister-afrika-darf-nicht-von-seiner-entwicklung-abgehalten-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2021\/04\/09\/indischer-energieminister-afrika-darf-nicht-von-seiner-entwicklung-abgehalten-werden\/","title":{"rendered":"Indischer Energieminister: Afrika darf nicht von seiner Entwicklung abgehalten werden"},"content":{"rendered":"\n<p>Eine Pressemitteilung der Internationalen Energieagentur (IEA), wonach auf dem IEA-COP26-Gipfel am 31. M\u00e4rz ein Konsens zum &#8222;beschleunigten \u00dcbergang zu sauberer Energie&#8220; erzielt worden sei, ist irref\u00fchrend. <a href=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2021\/04\/08\/indien-stellt-sich-gegen-den-great-reset-und-den-green-new-deal\/\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2021\/04\/08\/indien-stellt-sich-gegen-den-great-reset-und-den-green-new-deal\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Einige Medien haben zwar die warnenden Worte des indischen Energieministers Raj Kumar Singh zur Kenntnis genommen<\/a>, doch verfolgt man Singhs Vortrag selbst, wird die sich in den Entwicklungsl\u00e4ndern aufbauende Emp\u00f6rung dar\u00fcber sichtbar, da\u00df ihnen das Recht auf Entwicklung abgesprochen werden soll.<br><br>Singh sprach vor allem auch f\u00fcr den afrikanischen Kontinent, und er tat dies mit einer solchen Eindringlichkeit, da\u00df der Exekutivdirektor der IEA, Fatih Birol, ihn h\u00f6flich, aber nachdr\u00fccklich mitten in seinen Ausf\u00fchrungen zu unterbrechen versuchte.<br><br>Anfangs berichtete Singh noch mit ruhiger Stimme von den gro\u00dfen Fortschritten, die Indien beim Ausbau des Anteils erneuerbarer Energien an seinem Energiemix mache, und da\u00df seine Regierung durchaus verstehe, da\u00df die Klimabedrohung real sei. Aber was folgte, war eine vehemente Emp\u00f6rung dar\u00fcber, da\u00df die entwickelte Welt, die &#8222;bereits fast 80 Prozent des Kohlenstoffbudgets besetzt hat&#8220;, nun &#8222;leere Versprechungen\u201c \u00fcber eine eigene Null-Emission in einigen Jahrzehnten mache, w\u00e4hrend sie von den Entwicklungsl\u00e4ndern verlange, ihre Kohlenstoffemissionen zu reduzieren. Sein Ton wurde deutlich sch\u00e4rfer:<br><br>&#8222;Um anderen Raum zu geben, sich zu entwickeln, m\u00fcssen Sie an den ganzen Kontinent Afrika denken! Dort haben 800 Millionen Menschen keinen Zugang zu Elektrizit\u00e4t. Es geht nicht um uns. Wir werden erreichen, was auch immer erreicht werden mu\u00df, weil wir Investitionen bekommen. Aber es geht um diese L\u00e4nder&#8230; Sie m\u00fcssen sich entwickeln! F\u00fcr diese Entwicklung wird mehr Stahl ben\u00f6tigt, und das in riesigen Mengen; f\u00fcr diese Entwicklung wird mehr Zement ben\u00f6tigt, und das in riesigen Mengen. Sie wollen auch Wolkenkratzer bauen. Sie wollen auch einen hohen Lebensstandard f\u00fcr ihre Leute. Und man kann sie nicht aufhalten&#8230;<br><br>Man mu\u00df diesen L\u00e4ndern, deren derzeitiger Pro-Kopf-Verbrauch weniger als ein F\u00fcnftel des Weltverbrauchs betr\u00e4gt, deren derzeitige Emissionen ein Sechstel der Weltemissionen betragen, Raum geben. Man mu\u00df ihnen Raum geben, sich zu entwickeln. Sie m\u00fcssen verstehen [hier schlug er zur Betonung auf den Tisch], da\u00df, wenn sie mehr Stahl verbrauchen, sie <em>mehr<\/em> Stahl herstellen werden; wenn sie mehr Zement verbrauchen, werden sie <em>mehr <\/em>Zement herstellen; wenn sie mehr Kunststoffe verbrauchen, werden sie <em>mehr<\/em> Kunststoffe herstellen \u2013 und all das wird mit Kohlenstoff produziert.&#8220;<br><br>Trotz Birols Unterbrechungsversuchen bestand Singh darauf, einen letzten Punkt zu machen: &#8222;<em>Sie<\/em> wollen, da\u00df wir auf Kohlenstoffabscheidung und -speicherung setzen; aber sind diese Technologien bew\u00e4hrt? Und sie sind sehr teuer!\u201c<br><br>Indien hat auch nicht die Absicht, seine eigene Energieversorgung auf dem Umweltaltar zu opfern. Noch am gleichen Tag erlie\u00df das indische Umweltministerium eine Verf\u00fcgung, die die Frist f\u00fcr die Einhaltung strengerer Emissionsrichtlinien f\u00fcr indische Kohlekraftwerke um bis zu zwei weitere Jahre verl\u00e4ngert. Die Ma\u00dfnahme hat die Unterst\u00fctzung des Energieministeriums, da die Kosten f\u00fcr die Nachr\u00fcstung von Emissionsw\u00e4schern f\u00fcr bestehende Kohlekraftwerke unerschwinglich sind.<\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Pressemitteilung der Internationalen Energieagentur (IEA), wonach auf dem IEA-COP26-Gipfel am 31. M\u00e4rz ein Konsens zum &#8222;beschleunigten \u00dcbergang zu sauberer Energie&#8220; erzielt worden sei, ist irref\u00fchrend. 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