{"id":68108,"date":"2021-02-06T09:47:14","date_gmt":"2021-02-06T14:47:14","guid":{"rendered":"https:\/\/schillerinstitute.com\/?p=68108"},"modified":"2021-02-06T09:48:43","modified_gmt":"2021-02-06T14:48:43","slug":"die-botschaft-der-biden-aministration-nuklearkrieg-ist-eine-reale-moeglichkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2021\/02\/06\/die-botschaft-der-biden-aministration-nuklearkrieg-ist-eine-reale-moeglichkeit\/","title":{"rendered":"Die Botschaft der Biden-Aministration: \u201eNuklearkrieg ist eine reale M\u00f6glichkeit\u201c"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong><em>Von <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/helga-zepp-larouche\/\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/helga-zepp-larouche\/\" target=\"_blank\">Helga Zepp-LaRouche<\/a><\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Mit Amerika wird noch eine Weile nicht gut Kirschen essen sein. Angesichts der diversen gegen Ru\u00dfland und China gerichteten Strategiepapiere und \u00c4u\u00dferungen f\u00fchrender Milit\u00e4rs klingt Pr\u00e4sident Bidens Ank\u00fcndigung in seiner ersten Rede zur Au\u00dfenpolitik &#8211; \u201eAmerika ist zur\u00fcck\u201c &#8211; wie eine unverhohlene Drohung. Unter seiner F\u00fchrung seien die Tage, in denen sich die USA angesichts Ru\u00dflands aggressiver Handlungen in die Defensive dr\u00e4ngen lie\u00dfen, vorbei, und man werde sich den aggressiven, Zwang androhenden Aktionen Chinas entgegenstellen. \u201eAmerikas Platz in der Welt\u201c, so der Titel der Rede, ist laut Biden \u00fcberall auf der Welt. Regierungen sowie verantwortungsbewu\u00dfte B\u00fcrger in der ganzen Welt m\u00fcssen sich schleunigst Gedanken machen, wie sie auf die politischen Absichtsbekundungen reagieren wollen, die im Umfeld von Bidens Amtsantritt zu h\u00f6ren sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Die schockierendste Aussage kam vom Kommandanten des US Strategic Command, Admiral Charles Richard, der in der Februar-Ausgabe der Zeitschrift <em>Proceedings<\/em> des US Naval Institute soeben schrieb:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eEs gibt die reale M\u00f6glichkeit, da\u00df eine regionale Krise mit Ru\u00dfland oder China sehr schnell zu einem Konflikt eskalieren k\u00f6nnte, bei dem Nuklearwaffen eingesetzt w\u00fcrden, wenn sie den Eindruck gew\u00f6nnen, da\u00df eine Niederlage im konventionellen Bereich das Regime oder den Staat bedrohen w\u00fcrde&#8230; Das Pentagon mu\u00df von der prinzipiellen Annahme, da\u00df der Einsatz von nuklearen Waffen fast unm\u00f6glich ist. zu der Annahme wechseln, da\u00df der Einsatz von Nuklearwaffen eine sehr reale M\u00f6glichkeit ist.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Man sollte sich klar machen, da\u00df Admiral Richard hier vom Dritten Weltkrieg redet, bei dem die Menschheit wahrscheinlich ausgel\u00f6scht w\u00fcrde. Denn wie u.a. der Kernwaffenexperte Professor Theodore Postol vom MIT mehrfach \u00fcberzeugend argumentiert hat, liegt der entscheidende Unterschied zwischen konventionellen und nuklearen Waffen darin, da\u00df der Krieg im letzteren Fall nicht begrenzt bleibt. Die utopische Fraktion in der NATO hingegen glaubt, da\u00df ein begrenzter Nuklearkrieg \u201ezu gewinnen\u201c w\u00e4re. Und welche \u201eregionalen Konflikte\u201c k\u00e4men da in Frage? Ein Konflikt an der russischen Grenze wegen der Aegis- basierten Raketenabwehrsysteme in Polen oder Rum\u00e4nien? Wegen der Ost-Ukraine, mit Europa als Kriegsschauplatz? Ein Konflikt zwischen Israel und dem Iran, eine Eskalation der Spannungen um Taiwan?<\/p>\n\n\n\n<p>Admiral Richards ungeheuerliche \u00c4u\u00dferungen m\u00fcssen vor dem Hintergrund mehrerer strategischer Papiere und Doktrinen gesehen werden, deren perfidestes das Dokument eines anonymen Autors &#8211; \u201eeinem ehemaligen Regierungsmitglied mit tiefer Kenntnis und Erfahrung im Umgang mit China\u201c, wie Frederick Kempe, der Chef des Atlantic Council, in der Einleitung des Dokuments schreibt -, das am 28. Januar vom Atlantic Council ver\u00f6ffentlicht wurde. Das 85 Seiten lange Papier, das als eines der wichtigsten bezeichnet wird, das der Council je ver\u00f6ffentlicht habe, hat den Titel <a href=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2021\/02\/01\/atlantic-council-puts-out-anonymous-document-calling-for-overthrow-of-xi\/\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2021\/02\/01\/atlantic-council-puts-out-anonymous-document-calling-for-overthrow-of-xi\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><strong>\u201eDas l\u00e4ngere Telegramm &#8211; auf dem Weg zu einer neuen amerikanischen Chinapolitik\u201c<\/strong><\/a> und lehnt sich damit ausdr\u00fccklich an das seinerzeit ebenfalls anonym ver\u00f6ffentlichte Papier \u201eLong Telegram\u201c, mit dem George Kennans 1946 zu einer Politik der Eind\u00e4mmung gegen die Sowjetunion aufrief. Der anonyme Autor ruft ganz offen zu einem Putsch gegen President Xi Jinping und dessen \u201einneren Kreis\u201c auf, um ihn durch oppositionelle F\u00fchrungsmitglieder der Kommunistischen Partei Chinas zu ersetzen. Da es wenig erfolgversprechend sei, die gesamte Kommunistische Partei mit ihren 91 Millionen Mitgliedern zu st\u00fcrzen, m\u00fcsse man sich mit Laserpr\u00e4zision auf Xi Jinping fokussieren und auf die Spaltung der F\u00fchrung der KPC zielen, in der dienst\u00e4ltere Mitglieder mit der politischen Richtung Xis und seinem endlosen Bestehen auf absoluter Loyalit\u00e4t ihm gegen\u00fcber nicht einverstanden seien. Man m\u00fcsse Kreisen in der F\u00fchrung der KPC zur Macht verhelfen, die nicht, wie Xi Jinping, ein eigenes chinesisches Modell einer internationalen Ordnung verwirklichen, sondern sich der US-dominierten Weltordnung unterwerfen wollen. Xi wolle das autorit\u00e4re System Chinas in die ganze Welt projizieren und stelle nicht nur ein Problem f\u00fcr die von den USA gef\u00fchrte liberale internationale Ordnung und den Vorrang der USA dar, ein ernstes Problem f\u00fcr die gesamte demokratische Welt.<\/p>\n\n\n\n<p>Nur einmal als geistige \u00dcbung: Was w\u00e4re die Reaktion in Berlin, wenn eine f\u00fchrende Denkfabrik in Ru\u00dfland eine Studie ver\u00f6ffentlichte, in der dazu aufgerufen w\u00fcrde, Bundeskanzlerin Merkel und ihren inneren Kreise mit laserartiger Pr\u00e4zision zu st\u00fcrzen, um damit einer Tendenz in der CDU zur Macht zu verhelfen, die sich den Interessen Moskaus unterordnet, w\u00e4hrend gleichzeitig der Kommandant \u00fcber die strategischen Waffen davon spricht, da\u00df ein Atomkrieg wahrscheinlich sei? Ganz Deutschland geriete in nie dagewesenen Aufruhr! Es sollte niemanden \u00fcberraschen, das der Chefredakteur der <em>Global Times<\/em>, Hu Xijin, auf den Artikel Admiral Richards mit der Forderung reagierte, da\u00df China ein nukleares Arsenal von 1000 Atomwaffen aufbauen m\u00fcsse, um Chinas Zweitschlags-Kapazit\u00e4t sehr \u00fcberzeugend zu machen.<\/p>\n\n\n\n<p>Sowohl in dem Papier des Atlantic Council, als auch in einem offiziellen Papier des Politischen Planungsstabes des US-Au\u00dfenministeriums mit dem Titel \u201eDie Elemente der Chinesischen Herausforderung\u201c wird deutlich, da\u00df es der Erfolg des chinesischen Wirtschaftsmodells und die Geschwindigkeit der technologischen Innovation sind, die als Bedrohung f\u00fcr die amerikanische Dominanz in der Welt betrachtet werden. Nicht nur habe sich die Kalkulation, da\u00df die Integration Chinas in den Weltmarkt durch den Beitritt zur WTO automatisch dazu f\u00fchren w\u00fcrde, da\u00df China damit auch das westliche neoliberale Demokratie- Modell \u00fcbernehmen w\u00fcrde, nicht erf\u00fcllt, sondern China habe sein eigenes \u201emarxistisch- leninistisches\u201c Modell zu einem autoritativem Staat ausgebaut, in dem eine \u201eextreme Interpretation des chinesischen Nationalismus durch die Partei\u201c herrsche. China erstrebe zudem eine \u201enationale Verj\u00fcngung\u201c, die in der Transformation der internationalen Ordnung kulminiere.<\/p>\n\n\n\n<p>Nat\u00fcrlich k\u00f6nnen alle die in extrem feindseligem Ton ausgedr\u00fcckten Vorw\u00fcrfe in den beiden Papieren, von denen auch das des Au\u00dfenministeriums 72 Seiten umfa\u00dft, hier nicht alle kommentiert werden. Zusammenfassend kann man feststellen, da\u00df so gut wie alle Unterstellungen, die man der chinesischen Politik gegen\u00fcber macht, eine Projektion der eigenen Politik und Absichten sind. Es wird nicht einmal im Ansatz versucht, China aus seiner 5000j\u00e4hringen Geschichte und Kultur zu verstehen, noch die enorme zivilisatorische Leistung gew\u00fcrdigt, mit der in den letzten Jahrzehnten 850 Millionen Menschen aus extremer Armut befreit wurden. Selbstredend wird von dieser Perspektive die Seidenstra\u00dfeninitiative nicht als eine Wirtschaftspolitik gesehen, die es den Entwicklungsl\u00e4ndern erlaubt, zum ersten Mal ihre Unterentwicklung zu \u00fcberwinden, sondern als der Beweis f\u00fcr die hegemonialen Absichten Chinas.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach der Totalaussp\u00e4hung nicht nur der eigenen, sondern der Weltbev\u00f6lkerung durch die NSA seit dem 11. September und der Zensur sogar des amtierenden US-Pr\u00e4sidenten Trump durch die Fernsehsender und die IT-Giganten des Silicon Valley bedarf es schon einer sehr speziellen Optik, um China vorzuwerfen, da\u00df es seine B\u00fcrger aussp\u00e4he und \u00fcberwache. Die Realit\u00e4t besteht darin, da\u00df die Digitalisierung in China die Kontaktnachverfolgung in der Coronavirus-Pandemie sehr effizient gemacht hat, und da\u00df das Sozialkreditsystem in der Bev\u00f6lkerung eine \u00fcberw\u00e4ltigende Zustimmung findet, weil die Belohnung eines f\u00fcr die Gesellschaft positiven Verhaltens auch jedem einzelnen zugute kommt.<\/p>\n\n\n\n<p>Beiden Papieren ist gemeinsam, da\u00df ihre Autoren umfassend alles, was aus der chinesischen Kultur, die seit Tausenden von Jahren das Interesse des Gemeinwohls \u00fcber das des Individuums stellt, und was aus einem tiefliegenden Bed\u00fcrfnis nach einer harmonischen Entwicklung aller flie\u00dft, uminterpretieren und zum Feindbild f\u00fcr die westliche Ordnung aufbauen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht die Kommunistische Partei Chinas strebt die eine Vormachtstellung in der Welt an, sondern es ist das neoliberale Establishment der unipolaren Weltordnung, das f\u00fcrchtet, diese Vormachtstellung zu verlieren, und das sich meilenwert von den universellen Prinzipien entfernt hat, auf denen Amerika gegr\u00fcndet wurde und auf die es sich jetzt beruft. Und wieviel diese Administration von dem Respekt vor der Souver\u00e4nit\u00e4t anderer L\u00e4nder h\u00e4lt, sehen wir bei Nord Stream II.<\/p>\n\n\n\n<p>Im \u00dcbrigen hat der Rummel um die angebliche Vergiftung des von westlichen Geheimdiensten unterst\u00fctzten Nawalny durch Putin den gleichen Zweck: es soll eine Farbrevolution in Gang gesetzt und dadurch eine Opposition in Putins innerem Kreis erzeugt werden, die dazu genutzt werden kann, ihn aus dem Amt zu entfernen.<\/p>\n\n\n\n<p>Alle verantwortungsbewu\u00dften und denkenden Menschen sind dazu aufgerufen, durch eine Mobilisierung dazu beizutragen, da\u00df sich die Regierungen Europas nicht weiter in den annoncierten Feldzug gegen China und Ru\u00dfland einspannen zu lassen. Bundeskanzlerin Merkel hat in ihrer Rede vor dem virtuellen Treffen des Weltwirtschaftsforums richtigerweise betont, da\u00df sie eine Blockbildung zwischen den USA und China, bei der Europa dann die Seite w\u00e4hlen m\u00fcsse, ablehne, und da\u00df die Stunde des Multilateralismus gekommen sei.<\/p>\n\n\n\n<p>Angesichts der gef\u00e4hrlichen \u00c4u\u00dferungen von Admiral Richard m\u00fcssen sich die europ\u00e4ischen Staaten nicht nur ausdr\u00fccklich von dieser Politik distanzieren, sondern aus der NATO austreten und eine Sicherheitsarchitektur anstreben, die den Interessen ihrer Bev\u00f6lkerung entspricht. Es geht hier um das \u00dcberleben Europas.<\/p>\n\n\n\n<p><em>zepp-larouche@eir<\/em><\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Helga Zepp-LaRouche Mit Amerika wird noch eine Weile nicht gut Kirschen essen sein. 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