{"id":66231,"date":"2021-01-02T13:44:38","date_gmt":"2021-01-02T18:44:38","guid":{"rendered":"https:\/\/schillerinstitute.com\/blog\/2021\/01\/02\/helga-zepp-larouche-briefs-china-radio-on-eu-china-investment-accord\/"},"modified":"2021-02-04T13:55:59","modified_gmt":"2021-02-04T18:55:59","slug":"helga-zepp-larouche-briefs-china-radio-on-eu-china-investment-accord","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2021\/01\/02\/helga-zepp-larouche-briefs-china-radio-on-eu-china-investment-accord\/","title":{"rendered":"Helga Zepp-LaRouche spricht mit China Radio International (CRI) \u00fcber das China-EU- Investitionsabkommen"},"content":{"rendered":"\n<p><strong><em>Helga Zepp-LaRouche, die Vorsitzende des Schiller-Instituts, hat sich am 31. Dezember in der Sendung World Today von China Radio International \u00fcber das \u201eComprehensive Agreement on Investment\u201c (CAI) zwischen der EU und China ge\u00e4u\u00dfert. Das vollst\u00e4ndige Interview finden Sie auf <a href=\"http:\/\/chinaplus.cri.cn\/podcast\/detail\/1\/2689962\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">http:\/\/chinaplus.cri.cn\/podcast\/detail\/1\/2689962<\/a> ab Minute 29.47. An dem Dialog war auch Dr. Qiao Hai [ph] von der Chinesischen Akademie der Sozialwissenschaften beteiligt.<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Es folgt der Austausch zwischen der Moderatorin von CRI und Helga Zepp-LaRouche:<\/em><br><br>CRI: Beginnen wir die zweite H\u00e4lfte des Gespr\u00e4chs mit dem gro\u00dfen Investitionsabkommen zwischen China und der Europ\u00e4ischen Union. Die Verhandlungen dar\u00fcber begannen kurz vor dem Jahreswechsel 2014\/2015. Jetzt hei\u00dft es von beiden Seiten, da\u00df die Verhandlungen abgeschlossen sind. Die Bekanntgabe erfolgte auf einer Videokonferenz, nachdem ein Treffen zwischen dem chinesischen Pr\u00e4sidenten Xi Jinping, seinem franz\u00f6sischen Amtskollegen Emmanuel Macron, der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Chefs des Europ\u00e4ischen Rates [Charles Michel] und der Europ\u00e4ischen Kommission [Ursula von der Leyen] stattgefunden hatte. Pr\u00e4sident Xi Jinping sagte, das Abkommen zeige Chinas Entschlossenheit und Zuversicht, seine Wirtschaft weiter f\u00fcr den Rest der Welt zu \u00f6ffnen. Er sagte, es w\u00fcrde den beiden gro\u00dfen Volkswirtschaften der Welt helfen, einen wichtigen Beitrag zur Erholung der Weltwirtschaft in der Zeit nach der Pandemie zu leisten.<br><br>Um weiter dar\u00fcber zu sprechen, ist uns Helga Zepp-LaRouche aus Deutschland zugeschaltet. Sie ist die Gr\u00fcnderin des Schiller-Instituts, einer politischen und wirtschaftlichen Denkfabrik. Auch dabei ist Dr. Qiao Hai von der Chinesischen Akademie der Sozialwissenschaften. Danke, da\u00df Sie sich die Zeit genommen haben.<br><br>HELGA ZEPP-LAROUCHE: Hallo.<br><br>CRI: Helga, wie sehen Sie die Bedeutung dieses Abkommens f\u00fcr beide Seiten?<br><br>ZEPP-LAROUCHE: Ich denke, es ist extrem n\u00fctzlich. Allerdings sind darin bisher die gr\u00f6\u00dferen Firmen bevorzugt, und ich denke, da\u00df es auch auf kleinere und mittelgro\u00dfe Unternehmen ausgeweitet werden mu\u00df. Aber ich denke die Tatsache, da\u00df Pr\u00e4sident Macron aus Frankreich an der Unterzeichnungszeremonie teilgenommen hat, ist extrem wichtig. Da er keine offizielle Position in der EU-F\u00fchrung hat, signalisiert seine Anwesenheit, da\u00df es zwischen Deutschland und Frankreich eine v\u00f6llige \u00dcbereinstimmung gibt.<br><br>Ich denke, es ist auch sehr wichtig, da\u00df kein einziger EU-Botschafter dagegen war. Das ist deswegen wichtig, weil das Abkommen noch von allen nationalen Parlamenten und dem EU-Parlament ratifiziert werden mu\u00df. Da\u00df dies jetzt reibungslos geschieht, sieht eigentlich sehr gut aus. Ich denke, das ist ein gro\u00dfer Durchbruch f\u00fcr die ganze Welt.<br><br>CRI: Helga, laut der Mitschrift eines Online-Treffens zwischen den Staats- und Regierungschefs der EU und dem chinesischen Pr\u00e4sidenten Xi Jinping hat der franz\u00f6sische Pr\u00e4sident Emmanuel Macron angeboten, China in den kommenden Monaten zusammen mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel zu besuchen, um noch \u00fcber andere Bereiche der Zusammenarbeit zu sprechen, wie zum Beispiel das Gesundheitswesen und die Umwelt. Werden wir eine st\u00e4rkere Verbindung zwischen China und der EU und st\u00e4rkere Beziehungen zwischen China und den europ\u00e4ischen Nationen sehen?<br><br>ZEPP-LAROUCHE: Das hoffe ich auf jeden Fall. Wir befinden uns definitiv in einer Welt mit gro\u00dfen Herausforderungen; die Pandemie ist noch nicht vorbei, [Audioverlust] und deshalb w\u00e4re meine Hoffnung, da\u00df sich die europ\u00e4ischen Staatschefs an Leibniz orientieren, der schon im 17. Jahrhundert sagte, da\u00df nun einmal die fortschrittlichsten Kulturen an den entferntesten Enden des eurasischen Kontinents liegen und sich die H\u00e4nde reichen sollten, um die dazwischen liegende Region zu entwickeln. Nun w\u00fcrde ich hoffen, da\u00df, nachdem China bei diesem Abkommen gro\u00dfe Zugest\u00e4ndnisse gemacht hat, Europa auf der anderen Seite auch offener f\u00fcr eine Zusammenarbeit mit der Belt and Road Initiative ist. Denn das b\u00f6te den wirklichen Rahmen, um all die vielen Herausforderungen anzugehen, wie zum Beispiel die Unterentwicklung des Entwicklungssektors. Um die Pandemie zu \u00fcberwinden, reicht es nicht aus, in der akuten Krise nur Geld zu verteilen, sondern ich denke, da\u00df China und die EU zusammenarbeiten sollten, um Afrika, S\u00fcdwestasien und andere Regionen zu industrialisieren, weil sonst immer die Gefahr neuer Pandemien bestehen wird.<br><br>Ich w\u00fcrde mir w\u00fcnschen, da\u00df sich die Europ\u00e4er in ihrem Ansatz an Leibniz orientieren, denn Leibniz war ein absoluter Bewunderer der chinesischen Kultur. Und ich denke, da\u00df die Europ\u00e4er so viel zu entdecken haben, wenn sie sich mit chinesischer Geschichte, Kultur, Philosophie, Poesie und Malerei besch\u00e4ftigen &#8211; es gibt so viele Dinge zu entdecken, und ich w\u00fcrde hoffen, da\u00df dieses Abkommen den Weg f\u00fcr eine neue Renaissance in den Beziehungen zwischen beiden \u00f6ffnet.<br><br>CRI: Helga, was ist Ihre Meinung? Sind die Bedenken, die in den USA zum Ausdruck kommen, berechtigt?<br><br>ZEPP-LAROUCHE: Ich meine, diese sogenannten \u201eBedenken\u201c sind rein ideologisch und durch geopolitisches Denken motiviert. In der letzten Zeit hat es in den USA eine beispiellose Anti-China-Kampagne gegeben, China wurde und wird f\u00fcr jedes Problem auf dem Planeten verantwortlich gemacht. Das ist vollkommen hysterisch. Das eigentliche Motiv dahinter ist, den Aufstieg Chinas zu stoppen. Aber der kann nicht aufgehalten werden! China ist ein Land mit 1,4 Milliarden Menschen und einer Politik, die auf Innovation basiert. China ist seit vielen Jahrhunderten f\u00fchrend in der technologischen Entwicklung. Wenn sich also China jetzt als eine der vier wichtigsten Nationen der Welt zur\u00fcckmeldet, sollten die Menschen dar\u00fcber gl\u00fccklich sein. Nach allem, was ich studiert und gesehen habe, ist China ein positiver Faktor und tut nichts von dem, was die USA ihnen vorwerfen.<br><br>Ich meine deswegen, da\u00df es f\u00fcr US-Firmen von Vorteil sein wird, wie Herr Qiao gerade sagte. Im \u00fcbrigen wird die Anti-China-Stimmung von vielen US-Firmen, vielen Gouverneuren und vielen anderen gew\u00e4hlten Vertretern nicht geteilt. Es ist also zu hoffen, da\u00df das Beispiel, das China und die EU jetzt setzten, auch die Situation in den Vereinigten Staaten beeinflussen wird.<br><br>CRI: Helga, viele glauben, der Abschlu\u00df des Abkommens zeige auch, da\u00df die EU ihre Beziehung zu den Vereinigten Staaten zwar respektiert, aber nicht l\u00e4nger auf die Vereinigten Staaten warten wird. Erkennen Sie eine Ver\u00e4nderung in den Beziehungen zwischen der EU und den USA, wenn es um den Handel geht?<br><br>ZEPP-LAROUCHE: Nun, die Lage ist gemischt, denn trotz der Tatsache, da\u00df die Vereinbarung unterzeichnet wurde, nannte [Charles] Michel vom Europ\u00e4ischen Rat China weiterhin einen \u201estrategischen Rivalen\u201c. Aber ich denke, es gibt eine allgemeine Tendenz in Europa, mehr Souver\u00e4nit\u00e4t zu behaupten. Auch innerhalb der verschiedenen europ\u00e4ischen Nationen gibt es ein wachsendes Gef\u00fchl daf\u00fcr, da\u00df nationale Souver\u00e4nit\u00e4t wichtig ist. <em>Ich hoffe, da\u00df dies zu einem neuen Paradigma f\u00fchren wird, denn ich denke, wir brauchen ein v\u00f6llig neues Paradigma in den internationalen Beziehungen, mit dem die Geopolitik \u00fcberwunden werden mu\u00df. Die Geopolitik hat im 20. Jahrhundert zweimal zu einem Weltkrieg gef\u00fchrt, und der Vorschlag von Pr\u00e4sident Xi Jinping f\u00fcr eine \u201egemeinsame Zukunft der Menschheit\u201c ist, so meine ich, ein sehr wichtiger Ausdruck dieses neuen Paradigmas. Wenn die Menschen sich damit zu besch\u00e4ftigen anfangen, werden sie verstehen, da\u00df wir in einer postpandemischen Welt entweder neue Wege finden, miteinander umzugehen, oder gemeinsam untergehen. Dies ist ein Wendepunkt in der Geschichte, an dem die Menschen hoffentlich offen f\u00fcr neue Visionen \u00fcber die Zukunft der Menschheit sein werden.<\/em><br><br>CRI: Helga, denken Sie, da\u00df dieses Abkommen ein Sprungbrett f\u00fcr ein Freihandelsabkommen zwischen der EU und China sein wird?<br><br>ZEPP-LAROUCHE: Ich denke, es wird hoffentlich ein Sprungbrett f\u00fcr ein noch gr\u00f6\u00dferes Konzept sein, denn tats\u00e4chlich brauchen wir eine neue Weltwirtschaftsordnung. Ich denke, da\u00df die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung die Entwicklung der Entwicklungsl\u00e4nder ist. Wir haben eine Hungersnot, die laut dem Weltern\u00e4hrungsprogramm im Jahr 2021 270 Millionen Menschen den Hungertod bringen wird. Es mu\u00df ein Sofortprogramm geben, um das zu \u00fcberwinden. Die wichtigsten Wirtschaftsm\u00e4chte m\u00fcssen dabei zusammenarbeiten. Ich denke wirklich, da\u00df die Kombination aus Pandemie und der Gefahr einer Welthungersnot eine Motivation sein sollte, ein v\u00f6llig anderes Vorgehen anzustreben, bei dem das Gemeinwohl der Menschen an erster Stelle steht und nicht die Profitmaximierung. Es ist eine sehr wichtige Aufgabe f\u00fcr die Menschheit, da\u00df wir diesen Schritt machen und von dem bisherigen Finanzsystem wegkommen, in dem nur die Gewinnmaximierung der Spekulanten z\u00e4hlt. Dies ist eine Herausforderung f\u00fcr die souver\u00e4nen Regierungen der Welt. Sie m\u00fcssen auf das Gemeinwohl ihrer Bev\u00f6lkerungen zu reagieren. Das ist es, wor\u00fcber wir alle nachdenken sollten.<\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Helga Zepp-LaRouche, die Vorsitzende des Schiller-Instituts, hat sich am 31. Dezember in der Sendung World Today von China Radio International \u00fcber das \u201eComprehensive Agreement on Investment\u201c (CAI) zwischen der EU und China ge\u00e4u\u00dfert. Das vollst\u00e4ndige Interview finden Sie auf http:\/\/chinaplus.cri.cn\/podcast\/detail\/1\/2689962 ab Minute 29.47. 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