{"id":65877,"date":"2020-12-29T15:02:55","date_gmt":"2020-12-29T20:02:55","guid":{"rendered":"https:\/\/schillerinstitute.com\/?p=65877"},"modified":"2020-12-29T15:02:58","modified_gmt":"2020-12-29T20:02:58","slug":"erneuter-destabilisierungsversuch-gegen-nigeria","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2020\/12\/29\/erneuter-destabilisierungsversuch-gegen-nigeria\/","title":{"rendered":"Erneuter Destabilisierungsversuch gegen Nigeria"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\">Nigeria \u2013 Afrikas bev\u00f6lkerungsreichstes Land, das zusammen <strong><a href=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2014\/05\/13\/china-ganz-afrika-durch-hochgeschwindigkeitsbahnen-verbinden\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">mit China ein modernes Eisenbahnnetz<\/a><\/strong> aufbaut und f\u00fchrend an dem f\u00fcr ganz Afrika wichtigen <strong><a href=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/media\/italy-china-alliance-transaqua\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Transaqua-Projekt<\/a><\/strong> beteiligt ist \u2013 ist von internationale Akteuren erneut zum Destabilisierungsziel erkl\u00e4rt worden. In dieser Woche haben sich, wie auf Kommando in einem Artikel der Londoner <i>Financial Times, <\/i>weitere \u201eBeobachter\u201c zu Wort gemeldet, die in Nigeria zunehmende terroristische Aktivit\u00e4ten vorhersagen, die zu einem m\u00f6glichen Zusammenbruch der Zentralregierung und letztlich zum Zerfall des gesamten Staates f\u00fchren k\u00f6nnten.<br \/><br \/>Im Land herrschte bereits in der Weihnachtswoche gereizte Stimmung, nachdem in der Stadt Katsina am 17. Dezember 344 Sch\u00fcler einer Privatschule von mutma\u00dflichen Boko-Haram-Dschihadisten entf\u00fchrt worden waren. Katsina befindet sich in einem Gebiet im Norden Nigerias, wo sich die dschihadistische Gewalt derzeit schnell ausbreitet. Diese Tat sollte bewu\u00dft an die Entf\u00fchrung von Sch\u00fclerinnen im Jahr 2014 erinnern, die das Land monatelang in Atem hielt. In diesem Fall wurden die Sch\u00fcler innerhalb weniger Tage freigelassen, wobei die Regierung jedoch betonte, kein L\u00f6segeld gezahlt zu haben, so da\u00df der Eindruck entstanden ist, als ob das Ganze nur um des Schockeffekt willens oder m\u00f6glicherweise als Trocken\u00fcbung f\u00fcr zuk\u00fcnftige Aktionen inszeniert worden sei.<br \/><br \/>Eine Woche nach diesem Vorfall, am 22. Dezember, erschien dann in der <i>Financial Times<\/i> ein prominenter Kommentar, in dem festgestellt (nicht gefragt) wurde: \u201eNigeria l\u00e4uft Gefahr, ein gescheiterter Staat zu werden\u201c. Unter Verweis auf die Entf\u00fchrung wurde behauptet: \u201eEin gescheiterter Staat definiert sich dadurch, da\u00df die Regierung keine Kontrolle mehr hat. Nach diesem Ma\u00dfstab steht Afrikas bev\u00f6lkerungsreichstes Land am Rande des Abgrunds.\u201c Die Weigerung der nigerianischen Regierung, L\u00f6segeld zu zahlen, wird angezweifelt, gleichzeitig aber die \u201eWirkkraft\u201c von Erpressung als Machtsymbol herausgestellt. Dann wird die malthusianische Absicht der Verfasser deutlich, wenn sie feststellen, der Kern von Nigerias Problemen liege darin, da\u00df \u201edie Bev\u00f6lkerung, die bereits \u00fcber 200 Millionen betr\u00e4gt, mit halsbrecherischen 3,2 Prozent pro Jahr w\u00e4chst.\u201c Nigeria brauche einen \u201eGenerationenwechsel\u201c, hei\u00dft es, und letztlich \u201eeinen neuen, schlankeren Staat\u201c, der sich \u201eauf das Wesentliche konzentrieren\u201c m\u00fcsse. Anders gesagt: Jede Idee von Gro\u00dfprojekten mu\u00df weg!<br \/><br \/>Am n\u00e4chsten Tag behauptete John Campbell, ein ehemaliger US-Botschafter, der jetzt beim Council on Foreign Relations (CFR) arbeitet, in einem Blogbeitrag auf seiner Webseite mit der \u00dcberschrift \u201eDunkelheit in Nordnigeria\u201c, da\u00df die nationalen Sicherheitskr\u00e4fte, die \u00fcber die Jahre hinweg nicht mehr in der Lage gewesen seien, die wachsenden dschihadistischen Umtriebe zu unterdr\u00fccken, bald zur Repression nach innen greifen w\u00fcrden. In seinem Beitrag z\u00e4hlt Campbell, der gerade auch ein Buch zu diesem Thema ver\u00f6ffentlicht hat, weitere zwanzig Vorf\u00e4lle dschihadistischen Terrors innerhalb weniger Wochen auf.<br \/><br \/>Das Amt von Pr\u00e4sident Buhari reagierte darauf mit einer seltenen, direkten Erkl\u00e4rung durch seinen Medien-Sonderberater Femi Adesina, in der es hie\u00df, da\u00df \u201ever\u00e4rgerte politische Elemente im Land\u201c eine Destabilisierung planten. \u201eDer Plan ist es, da\u00df die Anstifter in den kommenden Tagen eine orchestrierte Schm\u00e4hkampagne starten, wonach Pr\u00e4sident Muhammadu Buhari die Kontrolle \u00fcber das Land verloren h\u00e4tte <i>(eine Narrative, die bereits von einem ausl\u00e4ndischen Medium verbreitet wird)<\/i>.\u201c Adesina h\u00e4tte \u201ebritisch\u201c in seine Beschreibung einf\u00fcgen k\u00f6nnen. In seiner Erkl\u00e4rung hei\u00dft es auch: \u201eGeld und andere attraktive Anreize werden den Online-Medien unter die Nase gehalten, &#8230; um Zwietracht und Unzufriedenheit im Land zu s\u00e4en.\u201c<br \/><br \/>Die NGO<i> Save Humanity Advocacy Center <\/i>warf Campbell und den CFR inzwischen vor, \u201eden Aufstieg des Terrorismus auf dem afrikanischen Kontinent zu f\u00f6rdern, um die Vereinigten Staaten dazu zu bringen, Milit\u00e4r- und Drohnenbasen zu errichten, die dann benutzt werden, um L\u00e4nder zu kontrollieren\u201c.<\/span><\/p>\n\n<p>Lesen Sie auch:<\/p>\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed-wordpress wp-block-embed is-type-wp-embed is-provider-schiller-institut\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"m0NvCwlGqO\"><a href=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2018\/03\/09\/tschadsee-konferenz-unterstutzt-transaquaprojekt\/\">Tschadsee-Konferenz unterst\u00fctzt Transaquaprojekt<\/a><\/blockquote><iframe loading=\"lazy\" class=\"wp-embedded-content\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; clip: rect(1px, 1px, 1px, 1px);\" title=\"&#8222;Tschadsee-Konferenz unterst\u00fctzt Transaquaprojekt&#8220; &#8212; Schiller-Institut\" src=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2018\/03\/09\/tschadsee-konferenz-unterstutzt-transaquaprojekt\/embed\/#?secret=m0NvCwlGqO\" data-secret=\"m0NvCwlGqO\" width=\"600\" height=\"338\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nigeria \u2013 Afrikas bev\u00f6lkerungsreichstes Land, das zusammen mit China ein modernes Eisenbahnnetz aufbaut und f\u00fchrend an dem f\u00fcr ganz Afrika wichtigen Transaqua-Projekt beteiligt ist \u2013 ist von internationale Akteuren erneut zum Destabilisierungsziel erkl\u00e4rt worden. In dieser Woche haben sich, wie auf Kommando in einem Artikel&hellip;<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on get_the_excerpt --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on get_the_excerpt --><\/p>\n","protected":false},"author":34,"featured_media":65878,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_lmt_disableupdate":"","_lmt_disable":"","footnotes":""},"categories":[37],"tags":[],"class_list":["post-65877","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein-de"],"featured_image_src":"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2020\/12\/Nigeria.jpg","author_info":{"display_name":"madeleine","author_link":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/author\/madeleine\/"},"modified_by":"madeleine","cc_featured_image_caption":{"caption_text":"","source_text":"","source_url":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65877","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/34"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=65877"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65877\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":65893,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65877\/revisions\/65893"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/65878"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=65877"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=65877"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=65877"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}