{"id":64773,"date":"2020-11-28T10:13:20","date_gmt":"2020-11-28T15:13:20","guid":{"rendered":"https:\/\/schillerinstitute.com\/?p=64773"},"modified":"2020-11-28T10:13:23","modified_gmt":"2020-11-28T15:13:23","slug":"die-weltordnung-nach-der-pandemie-das-menschenbild-ist-der-schluessel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2020\/11\/28\/die-weltordnung-nach-der-pandemie-das-menschenbild-ist-der-schluessel\/","title":{"rendered":"Die Weltordnung nach der Pandemie? Das Menschenbild ist der Schl\u00fcssel!"},"content":{"rendered":"\n<p><em><strong>Von Helga Zepp-LaRouche<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n<p>Auch wenn sich die Mainstream-Medien darin zu \u00fcbertreffen suchen, der Welt\u00f6ffentlichkeit Joe Biden und seine anvisierte Kabinettsmannschaft von Super-Falken als die n\u00e4chste US-Administration zu verkaufen, und Pr\u00e4sident Trump als populistisches Scheusal, das immer noch von Wahlbetrug faselt, so k\u00f6nnte eine unangenehme \u00dcberraschung auf diese Medien warten. Die eidesstattlich beschworenen Aussagen von Augenzeugen, die vielf\u00e4ltige Aspekte des Wahlbetrugs in den sogenannten Swing-Staaten dokumentieren, stellen juristisch gesehen Beweise dar. Soeben haben Abgeordnete aus beiden Kammern des Landtages in Pennsylvania angek\u00fcndigt, da\u00df sie ihr verfassungsm\u00e4\u00dfiges Recht in Anspruch nehmen wollen, die Wahlm\u00e4nner selbst zu bestimmen.<\/p>\n<p>Die M\u00f6glichkeiten, da\u00df die Belege f\u00fcr den elektronischen Wahlbetrug durch die Wahlmaschinen der Firmen Dominion und Smartmatic doch noch rechtzeitig zutage gef\u00f6rdert werden k\u00f6nnen und damit die Beweismittel ausreichen, um das Ergebnis der Wahl umzukehren, sind vielf\u00e4ltig. Falls dies geschieht, steht die Welt vor einem Dammbruch, bei dem buchst\u00e4blich kein Stein mehr auf dem anderen stehen bleiben wird und die allermeisten Annahmen der Zeitgenossen \u00fcber die politischen Realit\u00e4ten in der transatlantischen Welt \u00fcber den Haufen geworfen werden. Voraussichtlich werden die n\u00e4chsten zwei Wochen bis zur Entscheidung des Electoral College, wer als n\u00e4chster Pr\u00e4sident der USA best\u00e4tigt wird, trotz versuchter Zensur viele Aspekte des Wahlbetrugs zutage bringen.<\/p>\n<p>Mit dieser Frage zusammenh\u00e4ngend, aber die tieferliegenden Ursachen der gegenw\u00e4rtigen zivilisatorischen Krise betreffend, wies Pr\u00e4sident Putin in seiner j\u00fcngsten Rede vor der j\u00e4hrlichen Tagung des Waldai-Clubs, darauf hin, da\u00df wir in einer \u00c4ra von offensichtlichen internationalen Schocks und Krisen leben. Als Grund f\u00fcr diese Krise benannte Putin das Paradox, da\u00df die Menschheit einerseits zwar ein hohes Niveau an technologischer und sozio-\u00f6konomischer Entwicklung erreicht habe, aber gleichzeitig mit einer Erosion der moralischen Werte und Bezugspunkte konfrontiert sei &#8211; dem Gef\u00fchl, da\u00df die Existenz keinen Sinn mehr habe, bzw. da\u00df der Zweck der Menschheit auf diesem Planeten Erde abhanden gekommen zu sein scheint. Diese Krise k\u00f6nne nicht durch diplomatische Verhandlungen oder selbst eine gro\u00dfe internationale Konferenz \u00fcberwunden werden, sondern erfordere die v\u00f6llige Neudefinition der Priorit\u00e4ten und Ziele. Und dies m\u00fcsse bei jedem einzelnen beginnen, jeder Gemeinde, jedem Staat, und erst daraus k\u00f6nne dann eine globale Struktur entstehen. Der Ausgangspunkt f\u00fcr eine solche Transformation k\u00f6nne die COVID-Pandemie sein.<\/p>\n<p>In der Tat f\u00fchrt die Reaktion auf die Pandemie zum Kern des Problems. Der relative Erfolg Asiens und Mi\u00dferfolg des Westens beim Versuch, COVID-19 unter Kontrolle zu bringen, ist so offensichtlich, da\u00df selbst Mainstream-Zeitungen wie die <i>NZZ <\/i>oder die <i>Zeit <\/i>inzwischen von der Arroganz und Verbohrtheit Europas sprechen, die es daran hindern, die Lehren aus der Methode mehrerer asiatischen Staaten zu ziehen, die Pandemie auszumerzen, anstatt nur zu versuchen, sie halbherzig einzud\u00e4mmen. Resultat dieser unterschiedlichen Herangehensweise sind extrem niedrige Neuinfektions- und Todeszahlen in China, Taiwan, Vietnam und S\u00fcdkorea, w\u00e4hrend die Pandemie in mehreren Staaten Europas und den USA droht, exponentielle Wachstumsraten zu erreichen und die medizinischen Kapazit\u00e4ten zu sprengen. Worin besteht der Unterschied?<\/p>\n<p>Von Anfang hat Pr\u00e4sident Xi Jingping klargestellt, da\u00df es die absolute Priorit\u00e4t der chinesischen Regierung sei, jedes einzelne Leben zu retten, und es besonders wichtig sei, die \u00e4lteren und deshalb am meisten gef\u00e4hrdeten Menschen zu sch\u00fctzen. Nach anf\u00e4nglich rigorosen Ma\u00dfnahmen, wie Massentests, Kontaktverfolgung, Isolierung und Quarant\u00e4ne in Wuhan und der Provinz Hubei gelang es, die Pandemie unter Kontrolle zu bringen und bei jedem Neuausbruch, wie in Beijing und Tsingtao, die infizierten Personen durch Massentests und effiziente digitale Kontaktverfolgung zu finden und zu isolieren, und so die Verbreitung des Virus zu stoppen.<\/p>\n<p>Bei Asiaten generell, die bereits die Erfahrung der Bek\u00e4mpfung von Sars- und Mers-Virus-Ausbr\u00fcchen hatten, gab es die irrationale Ablehnung der Gesichtsmasken ebenso wenig wie das westliche Mi\u00dftrauen gegen\u00fcber der App auf dem Handy, obwohl man dort geflissentlich die Totalaussp\u00e4hung durch NSA und GCHQ verdr\u00e4ngt hat. Inzwischen betrug das Wirtschaftswachstum in China im 4. Quartal wieder 4,9 Prozent, und die Menschen sind zu ihrem normalen sozialen Leben zur\u00fcckgekehrt.<\/p>\n<p>In \u00e4hnlicher Weise setzte Ru\u00dfland die Priorit\u00e4t auf die Erhaltung des Lebens als Schl\u00fcsselwert der russischen Kultur und spirituellen Tradition. Putin unterstrich in seiner Waldai-Rede, angesichts der Erinnerung an die dramatischen demographischen Verluste, die Ru\u00dfland im 20. Jahrhundert erlitten habe, sei es unerl\u00e4\u00dflich gewesen, um jeden einzelnen Menschen und die Zukunft jeder russischen Familie zu k\u00e4mpfen. Putin betonte auch, da\u00df es zum Wesen der russischen Tradition geh\u00f6re, den Schutz des menschlichen Lebens als h\u00f6chste Priorit\u00e4t zu sehen.<\/p>\n<p>Genau hier liegt die Crux der Sache: Der vermeintliche Widerspruch zwischen der Rettung von Menschenleben und den \u201eInteressen der Wirtschaft\u201c hat l\u00e4ngst zu einer Erosion der Werte gef\u00fchrt, die zumindest in der Vergangenheit nicht zuletzt mit dem Christentum, das von der Heiligkeit des menschlichen Lebens ausging, verbunden waren. Schon einige Jahrzehnte vor Corona verschob sich die Werteskala bei der Privatisierung des Gesundheitswesens zugunsten des Profits, worin der wesentliche Grund daf\u00fcr lag, da\u00df Europa und die USA vom Ausbruch der Pandemie so katastrophal auf dem falschen Fu\u00df erwischt wurden. Nicht vorhandene Masken, Schutzkleidung, Unterversorgung mit Intensivpflege-Betten am Anfang der Pandemie und der bis heute andauernde dramatische Mangel an Pflegekr\u00e4ften sind Ausdruck dieser falschen Priorit\u00e4tensetzung. Inzwischen kommt immer mehr zutage, da\u00df das von manchen so gepriesene schwedische Modell, das auf die sogenannte Herden-Immunit\u00e4t gesetzt hatte, viele alte Menschen in Heimen das Leben gekostet hat. Statt sie noch kostenintensiv zu behandeln, hat man sie einfach palliativ versorgt und sterben lassen. Karl Lauterbach dazu: \u201eGrob gesprochen werden dort sehr viele \u00e4ltere Menschen geopfert, damit man die Caf\u00e9s nicht zumachen mu\u00df.\u201c<\/p>\n<p>Nicht minder skandal\u00f6s ist es, wenn in der Schweiz, einem der reichsten Staaten dieser Erde, nach vorhersehbaren Engp\u00e4ssen bei der medizinischen Versorgung nun offen von Triage die Rede ist. In Italien haben offensichtlich auch die Schreckensbilder aus Bergamo, wo im Fr\u00fchjahr sich die S\u00e4rge in den Stra\u00dfen stapelten und schlie\u00dflich von der Armee abtransportiert werden mu\u00dften, nicht ausgereicht, um angemessene Vorbereitungen auf die absolut vorhersehbare zweite Welle zu treffen, so da\u00df sich die \u00c4rzte in Mailand nun beschweren, da\u00df sie Entscheidungen treffen m\u00fcssen, die sie weder klinisch noch ethisch vertreten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Am 26. Februar hat das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe ein Grundsatzurteil gef\u00e4llt, da\u00df das 2015 eingef\u00fchrte Verbot der gesch\u00e4ftsm\u00e4\u00dfigen Sterbehilfe gegen das Grundgesetz versto\u00dfe, weil es ein Recht auf selbstbestimmtes Sterben gebe und dabei Angebote von Dritten in Anspruch genommen werden d\u00fcrften. Ganz in diesem Geiste brachte die <i>ARD<\/i> am 23. November den Spielfilm <i>Gott <\/i>als interaktiven TV-Event auf der Basis des Theaterst\u00fccks von Ferdinand von Schirach, bei dem es um den Wunsch eines gesunden 78j\u00e4hrigen geht, der nach dem Tod seiner Ehefrau nicht mehr leben will und um \u00e4rztlich assistierten Suizid bittet. Der als gro\u00dfes Spektakel inszenierte Versuch, historische Bedenken auszur\u00e4umen, da\u00df die Nazis \u201elebensunwerte\u201c Menschen systematisch ausgerottet haben, mu\u00df angesichts der Pandemie und damit der ernsthaften Gef\u00e4hrdung alter und vorerkrankter Menschen als beispiellosen Zynismus und als Propagandaveranstaltung gewertet werden, die auch Erfolg hatte: 70,8 Prozent des Fernsehpublikums sprach sich bei der anschlie\u00dfenden Abstimmung f\u00fcr das Recht auf assistierten Suizid aus.<\/p>\n<p>Zur Erinnerung: Bei den N\u00fcrnberger Prozessen warnte der medizinische Berater der Ankl\u00e4ger, Dr. Leo Alexander, vor dem utilitaristischen Denken, das der Euthanasie zugrunde gelegen hatte, und da\u00df am Anfang nur ganz subtile Ver\u00e4nderungen in der Einstellung der \u00c4rzte bez\u00fcglich der Kosten f\u00fcr die Behandlung der Menschen standen, die dann sehr bald als \u201elebensunwert\u201c kategorisiert wurden. Diese schiefe Ebene unter den Bedingungen einer sich massiv zuspitzenden Wirtschafts- und Finanzkrise noch einmal zu betreten, kann in Deutschland nur als historische Amnesie bezeichnet werden.<\/p>\n<p>Wir befinden uns in einer Epoche tektonischer Ver\u00e4nderungen in der strategischen Lage, einer Zeit, in der es tats\u00e4chlich um Krieg oder Frieden geht und in der man vor allem die dramatischen Entwicklungen in den USA nicht verstehen kann, wenn man darin nicht den Ausdruck eines existentiellen Kampfes zwischen dem alten, untergehenden Paradigma der unipolaren Welt und einem neuen Paradigma sieht, bei dem es um die Etablierung einer neuen Weltordnung geht, die das langfristige \u00dcberleben der menschlichen Gattung erm\u00f6glicht. Die von Putin angesprochene Neudefinition der Priorit\u00e4ten und Ziele der Gesellschaft, die dieser Weltordnung zugrunde liegen soll, mu\u00df dabei mit dem Menschenbild beginnen, das das Menschenleben als unantastbar auffa\u00dft. Wenn man hier einen \u201eSystemwettbewerb\u201c zwischen den Werten Chinas und Ru\u00dflands auf der einen Seite und dem Westen auf der anderen sehen will, dann t\u00e4ten wir im Westen gut daran, uns an unsere christliche und humanistische Tradition zu erinnern, wenn wir diesen Wettbewerb nicht erb\u00e4rmlich verlieren wollen.<\/p>\n\n\n<p><\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Helga Zepp-LaRouche Auch wenn sich die Mainstream-Medien darin zu \u00fcbertreffen suchen, der Welt\u00f6ffentlichkeit Joe Biden und seine anvisierte Kabinettsmannschaft von Super-Falken als die n\u00e4chste US-Administration zu verkaufen, und Pr\u00e4sident Trump als populistisches Scheusal, das immer noch von Wahlbetrug faselt, so k\u00f6nnte eine unangenehme \u00dcberraschung&hellip;<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on get_the_excerpt --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on get_the_excerpt --><\/p>\n","protected":false},"author":34,"featured_media":63279,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_lmt_disableupdate":"","_lmt_disable":"","footnotes":""},"categories":[37,542],"tags":[],"class_list":["post-64773","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein-de","category-hzl-text-de"],"featured_image_src":"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/D7-HZL-profile-bueso-new.jpg","author_info":{"display_name":"madeleine","author_link":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/author\/madeleine\/"},"modified_by":"madeleine","cc_featured_image_caption":{"caption_text":"","source_text":"","source_url":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/64773","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/34"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=64773"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/64773\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":64776,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/64773\/revisions\/64776"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/63279"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=64773"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=64773"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=64773"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}