{"id":60617,"date":"2020-07-11T15:52:20","date_gmt":"2020-07-11T13:52:20","guid":{"rendered":"https:\/\/schillerinstitute.com\/?p=60617\/"},"modified":"2020-07-11T15:52:20","modified_gmt":"2020-07-11T13:52:20","slug":"helga-zepp-larouche-letzte-chance-ein-gipfeltreffen-der-funf-permanenten-mitglieder-des-un-sicherheitsrates","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2020\/07\/11\/helga-zepp-larouche-letzte-chance-ein-gipfeltreffen-der-funf-permanenten-mitglieder-des-un-sicherheitsrates\/","title":{"rendered":"Helga Zepp-LaRouche: Letzte Chance: ein Gipfeltreffen der f\u00fcnf  permanenten Mitglieder des UN-Sicherheitsrates"},"content":{"rendered":"<p><em>von Helga Zepp-LaRouche<\/em><\/p>\n<p>Die Menschheit erlebt gegenw\u00e4rtig eine beispiellose Herausforderung ihrer moralischen \u00dcberlebensf\u00e4higkeit. Die alles entscheidende Frage ist, ob sich die Hauptakteure auf der Weltb\u00fchne rechtzeitig in ihrem Denken auf eine h\u00f6here Ebene der Vernunft erheben k\u00f6nnen, oder ob sie in ihren jeweiligen Ideologien und daraus resultierenden Handlungsmustern verbleiben. Im letzteren Fall drohen die extremen Spannungen aufgrund der Kombination der Eskalation der Coronavirus-Pandemie, des Einbruchs der physischen \u00d6konomie, des systemischen Kollapses des Finanzsystems und der geopolitischen Konfrontation zwischen den Gro\u00dfm\u00e4chten auf einen Bruchpunkt zuzusteuern, der einen Absturz in das soziale Chaos und einen neuen Weltkrieg bedeuten k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Was jetzt notwendig ist, ist nicht eine Vielzahl kleiner Schritte und Ma\u00dfnahmen f\u00fcr alle diese verschiedenen Krisen, sondern ein wirkliches <i>Grand Design<\/i>: die Umsetzung einer Vision f\u00fcr die Zukunft der Menschheit, die einen umfassenden L\u00f6sungsansatz enth\u00e4lt, der die Interessen der gesamten Menschheit ber\u00fccksichtigen kann.<\/p>\n<p>Eine solche Chance bietet sich relativ kurzfristig. Seit diesem Januar hat Pr\u00e4sident Putin einen Gipfel der Staatschefs der f\u00fcnf permanenten Mitglieder des UN-Sicherheitsrates vorgeschlagen, dem die USA, China, Frankreich und Gro\u00dfbritannien bereits zugestimmt haben. Wie Putin betont hat, mu\u00df es dabei im Jahr des 75. Gedenkens an das Ende des Zweiten Weltkrieges darum gehen, eine Friedensordnung zu errichten, die sicherstellt, da\u00df es nie wieder zu einer solchen Katastrophe kommen kann. Aus der dramatischen Krise der Pandemie und dem dadurch ausgel\u00f6sten Erdrutsch der Realwirtschaft und der Gefahr eines Systemkollapses des Weltfinanzsystems kann die Chance werden, mit einem Neuen Bretton-Woods-System die Basis f\u00fcr eine neue Weltwirtschaftsordnung zu legen, die, gem\u00e4\u00df der urspr\u00fcnglichen Absicht Franklin D. Roosevelts bei der Schaffung des Bretton-Woods-Systems, die Unterentwicklung der Entwicklungsl\u00e4nder \u00fcberwindet und durch die Verbesserung des Lebensstandards aller Menschen auf diesem Planeten die Basis f\u00fcr den Frieden legt.<\/p>\n<p>Bei einem Webinar-Interview mit dem Center for the National Interest unterstrich der russische Botschafter in Washington, Anatoli Antonow, die zentrale Rolle dieses Gipfels als Alternative zu Szenarios mit unvorhersehbaren Konsequenzen:<\/p>\n<p>\u201eWir haben unsere Vorschl\u00e4ge f\u00fcr die Agenda an unsere Partner \u00fcbermittelt. Sie umfa\u00dft wesentliche Fragen, die die globale Politik, Sicherheit und Wirtschaft betreffen&#8230; Die Welt mu\u00df ein demokratisches System von Beziehungen schaffen, die das Prinzip unteilbarer Sicherheit, gleicher Entwicklungschancen und der Suche nach einem Gleichgewicht der Interessen der Teilnehmer der internationalen Kommunikation ins Auge fa\u00dft.\u201c<\/p>\n<p>Antonow zitierte auch die Rede von Pr\u00e4sident Putin bei der Parade zur Feier des Siegestages am 24. Juni: \u201eWir verstehen, wie wichtig es ist, die Freundschaft und das Vertrauen zwischen den Nationen zu st\u00e4rken, und sind offen f\u00fcr Dialog und Kooperation in den dringendsten Fragen auf der internationalen Tagesordnung. Dazu geh\u00f6rt auch die Schaffung eines gemeinsamen, verl\u00e4\u00dflichen Sicherheitssystems, etwas, was die komplexe und sich schnell \u00e4ndernde moderne Welt braucht. Nur gemeinsam k\u00f6nnen wir die Welt vor neuen, gef\u00e4hrlichen Bedrohungen sch\u00fctzen.\u201c<\/p>\n<p>Die unerwartete Ank\u00fcndigung Boris Johnsons, da\u00df er ein Investitionsprogramm in der Tradition Roosevelts &#8211; einen \u201eNew Deal\u201c &#8211; verwirklichen will, wenn auch die genannte Summe von f\u00fcnf Milliarden Pfund nur als erster Schritt in die richtige Richtung gewertet werden kann, bietet den anderen vier Staatschefs, die sich alle in der Vergangenheit positiv auf Roosevelt bezogen haben, den Ankn\u00fcpfungspunkt: Was heute notwendig ist, ist exakt das gleiche volle Programm Roosevelts: Glass-Steagall-Bankentrennung, ein diesmal globales Industrie-Aufbauprogramm &#8211; einen New Deal f\u00fcr die Welt-, und ein Kreditsystem, ein Neues Bretton Woods. Einer der ersten Schritte mu\u00df die internationale Kooperation beim Aufbau eines Weltgesundheitssystems sein, d.h. eines modernen Gesundheitssystems in jedem einzelnen Land dieser Erde auf mindestens dem Standard, den China in Wuhan bei der Bek\u00e4mpfung des Pandemie-Ausbruchs demonstriert hat.<\/p>\n<p>Dieser Gipfel, der sp\u00e4testens im September stattfinden mu\u00df, ist aller Voraussicht nach die wahrscheinlich letzte Chance, die strategische Ausrichtung und die internationalen Beziehungen zwischen den Nuklearm\u00e4chten auf eine vertrauensvolle Basis zu stellen und die Weichen f\u00fcr die \u00dcberwindung der Weltwirtschaftskrise zu stellen. Wird diese Gelegenheit verpa\u00dft, droht nicht nur der vergiftete Ton, der insbesondere zwischen den USA und China angestimmt worden ist, zu einem irreparablen Konflikt zu eskalieren, sondern die sich abzeichnende Gefahr einer zweiten Welle der Pandemie mit nachfolgendem erneuten Lockdown der Wirtschaft k\u00f6nnte den sozialen Frieden in vielen betroffenen L\u00e4ndern vollends zerst\u00f6ren. Das Leibniz-Institut f\u00fcr Wirtschaftsforschung Halle (IWH) warnt f\u00fcr Deutschland, da\u00df schon die Auswirkungen des ersten Lockdowns zu einer Welle von Firmenpleiten f\u00fchren werden, die wiederum zahlreiche Sparkassen und Banken mit Au\u00dfenst\u00e4nden von dreistelligen Milliardenbetr\u00e4gen in die Schieflage bringen werde. Einer neuen Bankenkrise drohe dann eine noch tiefere Rezession zu folgen. Dabei ist Deutschland noch in einer vergleichbar starken Position.<\/p>\n<p>Die Diskussion im transatlantischen neoliberalen Establishment wird von der Annahme und Absicht bestimmt, da\u00df unter diesen Umst\u00e4nden ein Einbruch bei den internationalen B\u00f6rsen um mindestens 20-30% und der Anstieg der Todesraten einer zweiten Pandemie-Welle Pr\u00e4sident Trump angelastet und damit seine Niederlage bei den November-Wahlen besiegeln werden. Angesichts der unerbittlichen Kampagne, die die Kr\u00e4fte des Britischen Empire seit dreieinhalb Jahren mit ihrem Putschversuch, von dem Schwindel des \u201eRussiagate\u201c bis zu Amtsenthebungsverfahren und gewaltt\u00e4tiger Bilderst\u00fcrmerei, in Gang gesetzt haben, ist die Vorstellung, da\u00df die Londoner City und die Wall Street einen solchen B\u00f6rseneinbruch geschehen lassen, eher wahrscheinlich als nicht.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend Pr\u00e4sident Trump in der ersten Zeit nach dem Ausbruch der Coronavirus-Pandemie noch das energische Vorgehen der chinesischen Regierung in Wuhan und in der Provinz Hubei lobte und seine Freundschaft mit Pr\u00e4sident Xi Jinping unterstrich, schwenkte er seit dem 18. April vorl\u00e4ufig und ab dem 30. April definitiv auf die Linie um, China sei daf\u00fcr verantwortlich, da\u00df sich das Virus weltweit ausgebreitet hat. Diese These wurde zuerst von den ehemaligen MI6-Chefs Sir John Sawers und Sir Richard Dearlove und der in London ans\u00e4ssigen Henry Jackson Society aufgebracht, die in einer eklatanten Provokation China zur Zahlung von neun Billionen (!) Dollar Reparationen aufforderte, und wird selbst von amerikanischen medizinischen Experten als unbegr\u00fcndet zur\u00fcckgewiesen. Eine Delegation des WHO ist derzeit in Wuhan, um die Urspr\u00fcnge des Virus und die Chronologie des Pandemie-Verlaufs zu untersuchen.<\/p>\n<p>Die gleichen Kr\u00e4fte des Britischen Empire, die hinter dem Coup gegen Pr\u00e4sident Trump stehen, weil sie dessen Absicht, die Beziehung zu Ru\u00dfland auf eine gute Basis zu stellen, und seine anf\u00e4nglich gute Beziehung zu Pr\u00e4sident Xi als eine t\u00f6dliche Bedrohung f\u00fcr ihre geopolitischen Interessen betrachten, verst\u00e4rken seit Jahren ihre Anstrengungen, den Aufstieg Chinas einzud\u00e4mmen. Diese Absicht inspirierte die <i>National Defense Strategy <\/i>des Pentagon von 2018, die China und Ru\u00dfland als die strategischen Konkurrenten in der \u201eKonkurrenz der Gro\u00dfm\u00e4chte\u201c definiert. Verteidigungsminister Esper unterstrich diese politische Orientierung k\u00fcrzlich in einer \u201eBotschaft an die Truppen\u201c, da\u00df China als die prim\u00e4re (<i>pacing<\/i>) Bedrohung in allen Schulungen, Programmen und Trainingskursen thematisiert werde.<\/p>\n<p>Die Politik des Britischen Empire besteht &#8211; seit den Zeiten der British East India Company und der Kolonialpolitik \u00fcber die Opiumkriege gegen China und Prinz Phillips World Wild Life Fund bis zum heutigen Green New Deal Mark Carneys &#8211; in malthusianischer Bev\u00f6lkerungsreduktion. Von diesem Standpunkt war und ist Chinas Politik der Neuen Seidenstra\u00dfe, die den Entwicklungsl\u00e4ndern zum ersten Mal die Chance der \u00dcberwindung ihrer Unterentwicklung bietet, nat\u00fcrlich der \u201estrategische Konkurrent\u201c, und nat\u00fcrlich gibt es da einen Konkurrenzkampf der Systeme.<\/p>\n<p>Wenn man die Welt von oben betrachtet, ist offensichtlich, da\u00df die Kooperation der beiden gr\u00f6\u00dften \u00d6konomien der Welt, der USA und Chinas, unerl\u00e4\u00dflich ist, wenn die Menschheit diese Pandemie und weitere drohende Pandemien, Hunger, Armut und Unterentwicklung in der sogenannten Dritten Welt \u00fcberwinden will. Vom Standpunkt des Britischen Empires, also der oligarchischen Finanzinteressen, die seit Malthus auf die Profitmaximierung ihrer Kaste und auf Bev\u00f6lkerungskontrolle setzen, ist deshalb die Vergiftung des amerikanisch-chinesischen Verh\u00e4ltnisses oberste Priorit\u00e4t.<\/p>\n<p>Der russische Au\u00dfenminister Lawrow warnte soeben, da\u00df das Risiko einer globalen nuklearen Konfrontation sich mit dem Ausstieg der USA aus den Abr\u00fcstungsvertr\u00e4gen erheblich gesteigert habe, und gab der Hoffnung Ausdruck, da\u00df diese Eskalation nicht den Punkt ohne Wiederkehr erreichen werde. Der chinesische Au\u00dfenminister Wang Yi beklagte seinerseits, da\u00df das amerikanisch-chinesische Verh\u00e4ltnis den Tiefpunkt seit der Aufnahme der Beziehungen zwischen beiden Nationen erreicht habe.<\/p>\n<p>Aus all den hier skizzierten Gr\u00fcnden ist der von Pr\u00e4sident Putin vorgeschlagene Gipfel der f\u00fcnf Permanenten Mitglieder des UN- Sicherheitsrats deshalb wahrscheinlich die letzte Gelegenheit, eine v\u00f6llig andere Agenda auf die Tagesordnung zu setzen, wenn verhindert werden soll, da\u00df die Entwicklungen um die Pandemie, Hungerkatastrophe, Wirtschaftskollaps und Finanzkrach ihren Lauf nehmen, und aus dem dann bald folgenden Chaos die Kriegsgefahr unaufhaltsam wird.<\/p>\n<p>Alle Menschen, die guten Willens sind, und alle Staaten weltweit, sollten es als ihr ureigenstes Interesse betrachten, den Erfolg dieses Gipfels nach allen Kr\u00e4ften zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Helga Zepp-LaRouche Die Menschheit erlebt gegenw\u00e4rtig eine beispiellose Herausforderung ihrer moralischen \u00dcberlebensf\u00e4higkeit. Die alles entscheidende Frage ist, ob sich die Hauptakteure auf der Weltb\u00fchne rechtzeitig in ihrem Denken auf eine h\u00f6here Ebene der Vernunft erheben k\u00f6nnen, oder ob sie in ihren jeweiligen Ideologien und&hellip;<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on get_the_excerpt --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on get_the_excerpt --><\/p>\n","protected":false},"author":34,"featured_media":60485,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_lmt_disableupdate":"","_lmt_disable":"","footnotes":""},"categories":[542,438],"tags":[],"class_list":["post-60617","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-hzl-text-de","category-helga-zepp-larouche-de"],"featured_image_src":"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/hzl-nyc-conf-pic.jpg","author_info":{"display_name":"madeleine","author_link":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/author\/madeleine\/"},"modified_by":"madeleine","cc_featured_image_caption":{"caption_text":"","source_text":"","source_url":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/60617","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/34"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=60617"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/60617\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":60618,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/60617\/revisions\/60618"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/60485"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=60617"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=60617"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=60617"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}