{"id":56263,"date":"2019-11-14T23:50:05","date_gmt":"2019-11-14T22:50:05","guid":{"rendered":"https:\/\/schillerinstitute.com\/?p=56263\/"},"modified":"2019-11-24T14:42:31","modified_gmt":"2019-11-24T13:42:31","slug":"bauernproteste-verteidigt-das-gemeinwohl-gegen-grune-eu-diktatur-und-finanzkartelle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2019\/11\/14\/bauernproteste-verteidigt-das-gemeinwohl-gegen-grune-eu-diktatur-und-finanzkartelle\/","title":{"rendered":"Bauernproteste: Verteidigt das Gemeinwohl gegen gr\u00fcne EU-Diktatur und Finanzkartelle!"},"content":{"rendered":"<p>Hier als PDF:\u00a0<a href=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Landwirteflugblatt-2019.pdf\" target=\"_blank\">Landwirteflugblatt-2019<\/a><\/p>\n<p>Am 20. M\u00e4rz 1525 verabschiedeten Bauern aus Schwaben in Memmingen die 12 Artikel der Bauernschaft, in denen sie gegen\u00fcber dem Schw\u00e4bischen Bund ihre Forderungen erhoben. Sie gelten zu Recht als erste Niederschrift der Menschen- und Freiheitsrechte in Europa. Heute erheben sich wieder Bauern gegen die Zerst\u00f6rung ihrer Existenzgrundlage durch die EU. Ihre Revolte ist nur ein Teil eines weltweiten Aufstandes gegen die neoliberale Wirtschaftspolitik, die die Realwirtschaft zerst\u00f6rt, aber die Interessen von Banken und Kartellen verteidigt.<\/p>\n<p>Die jetzige Protestwelle von Landwirten in Deutschland und in ganz Europa macht deutlich, da\u00df es um die Existenz der b\u00e4uerlichen Landwirtschaft und um die zuk\u00fcnftige Sicherung der Nahrungsmittelversorgung der Bev\u00f6lkerung geht. Mit den neuen, rein ideologischen und v\u00f6llig praxisfernen Auflagen unter dem Deckm\u00e4ntelchen des \u201eUmweltschutzes\u201c werden nicht nur die Lebensgrundlagen der Bauern, sondern auch die der Gesamtbev\u00f6lkerung zerst\u00f6rt.<\/p>\n<p>Die Politik der EU mit immer mehr B\u00fcrokratie und Umweltauflagen f\u00fcr die Familienbetriebe mu\u00df gestoppt werden, da sie nur ein Vorwand zur Zerst\u00f6rung der mittelst\u00e4ndischen Struktur unserer Wirtschaft als ganzer ist. Damit werden die einst revolution\u00e4ren Reformen des Freiherrn von Stein zunichte gemacht und Bauern wieder zu Leibeigenen der Feudalherren. Die heutigen Feudalherren sind Kapitalgesellschaften, die die Bauern zwingen, ihr Dasein weiter als Auftragsbauern zu fristen oder ihre Betriebe ganz aufzugeben.<\/p>\n<p>Die entscheidende Forderung zur Erhaltung der b\u00e4uerlichen Struktur in der Landwirtschaft ist die \u00a0<strong><em>Wiedereinf\u00fchrung des Parit\u00e4tspreissystems<\/em><\/strong>. Das gilt sowohl f\u00fcr die traditionelle Landwirtschaft als auch f\u00fcr Biobetriebe, da beide zu Opfern des Diktats der Preispolitik der Handelskonzerne geworden sind. Der Bauer braucht einen <strong><em>kostendeckenden Preis<\/em><\/strong>, um seinen Betrieb erhalten und modernisieren zu k\u00f6nnen und ihn dann auch im geordneten Zustand an seinen Nachfolger \u00fcbergeben zu k\u00f6nnen. Die b\u00e4uerliche Struktur garantiert nicht nur die Produktion von gesunden Nahrungsmitteln, sondern ist auch der beste Umweltschutz. So kann man verhindern, da\u00df die Bauern im Rahmen der aktuellen Klimahysterie gezwungen werden, zum \u201eEnergiewirt\u201c zu mutieren statt Nahrungsmittel zu produzieren. Au\u00dferdem verhindert man so den Mi\u00dfbrauch der Agrarfl\u00e4chen durch Monokulturen von Maisanbau f\u00fcr Biogasanlagen und Biosprit und auch f\u00fcr den Bau von Wind- oder Photovoltaikanlagen. Die sogenannte Energiewende erh\u00f6ht &#8211; ohne jegliche wissenschaftliche Grundlage &#8211; nicht nur die Energiekosten f\u00fcr die Volkswirtschaft und deindustrialisiert Deutschland noch weiter, sie verschandelt auch unsere sch\u00f6ne Kulturlandschaft.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wie mu\u00df eine europ\u00e4ische Agrarpolitik aussehen?<\/strong><\/p>\n<p>Die folgenden Forderungen wurden bereits Anfang Juni 1986 aufgestellt, als Landwirte und landwirtschaftliche Interessenvertreter aus Frankreich, D\u00e4nemark, Spanien, Schweden und der Bundesrepublik in Ginsheim bei Mainz die <em>Europ\u00e4ische Landwirtekommission <\/em>innerhalb des Schiller-Instituts gr\u00fcndeten. Das Schiller-Institut k\u00e4mpft seit 1984 daf\u00fcr, der Politik des Neoliberalismus die Politik einer neuen gerechten Weltwirtschaftsordnung entgegenzusetzen, in der das Gemeinwohl vor Profit mit Geldgesch\u00e4ften steht.<\/p>\n<p>In der Grundsatzerkl\u00e4rung wurden damals folgende <strong>6 Punkte f\u00fcr die europ\u00e4ische Agrarpolitik <\/strong>formuliert:<\/p>\n<ol>\n<li>Sofortige Preiserh\u00f6hungen nach dem Parit\u00e4tspreissystem f\u00fcr alle landwirtschaftlichen Produkte, um den st\u00e4ndigen Einkommensverlust der Familienbetriebe aufzuhalten.<\/li>\n<li>Reorganisation des EG-Finanzhaushalts im Rahmen der europ\u00e4ischen Beteiligung an einem neuen Weltw\u00e4hrungssystem, das die Voraussetzungen f\u00fcr eine gemeinsame Entwicklung und erweiterte Handelsbeziehungen der Partner sowohl innerhalb als au\u00dferhalb der Gemeinschaft schafft.<\/li>\n<li>Nationale Notprogramme, um auf Grund der falschen Politik in Not geratene Familienbetrieb zu retten, unter Ber\u00fccksichtigung regionaler landwirtschaftlicher Strukturen.<\/li>\n<li>Schutz des Eigentums, wie es in der Verfassung eines jeden freien Landes verankert ist, vor den Machenschaften zahlreicher Banken. Zwangsversteigerungen und Pf\u00e4ndungen sind bei Betrieben, die unverschuldet in Not geraten sind, f\u00fcr unzul\u00e4ssig zu erkl\u00e4ren und auszusetzen, damit sie vor dem Zugriff auf Kartellierung ausgerichteter malthusianischer Interessengruppen und Wirtschaftsgiganten bewahrt werden k\u00f6nnen.<\/li>\n<li>R\u00fccknahme jener \u00fcberzogenen Umweltschutz- und Hygienebestimmungen, die auf eine Enteignung der landwirtschaftlichen Betriebe hinauslaufen.<\/li>\n<li>Entflechtung der landwirtschaftlichen Genossenschaften von unkontrollierten internationalen Finanzinteressen und Reform des Genossenschaftswesens im Sinne Raiffeisens;<\/li>\n<\/ol>\n<p>&#8211; kompromi\u00dflose Anwendung der Kartellgesetze und der Gesetze, die den Besitz landwirtschaftlicher Fl\u00e4che regeln;<\/p>\n<p>&#8211; gesetzliche und steuerliche Regelungen, um die fl\u00e4chenunabh\u00e4ngige, industrielle Erzeugung landwirtschaftliche Produkte zu verhindern.<\/p>\n<p>Diese Forderungen von 1986 sind ganz offensichtlich auch heute noch immer aktuell. Vor allem Punkt 2 stellt den Dreh- und Angelpunkt dar, denn wir haben es nicht nur mit einer Krise der Agrarpolitik zu tun. Das gesamte neoliberale Paradigma der Politik der letzten 40 Jahre hat die Welt an den Rand der n\u00e4chsten gro\u00dfen Finanzkrise gebracht, die eine weltweite Depression wie nach 1929 ausl\u00f6sen wird, wenn wir nicht das alte Spekulationsparadigma durch ein neues Paradigma von globalem wirtschaftlichem Wohlstand ersetzen. Daf\u00fcr ist ein neues Weltkreditsystem (\u201eNeues Bretton Woods\u201c) mit festen Wechselkursen und fairen Handelsbeziehungen zur F\u00f6rderung der Realwirtschaft n\u00f6tig, wie es der US-\u00d6konom Lyndon LaRouche mit seinen \u201eVier Gesetzen\u201c ausgearbeitet hat.<\/p>\n<p>Die Chance f\u00fcr eine produktive Kehrtwende ist gegeben, da China seit 2013 mit seiner Politik der Neuen Seidenstra\u00dfe eine andere Alternative der Zusammenarbeit der Nationen f\u00fcr die gemeinsamen Ziel der Menschheit und der Armutsbek\u00e4mpfung eingeleitet hat, woran sich bereits \u00fcber 150 Staaten beteiligen. Dieses neue Paradigma wurde 1996 von der Vorsitzenden des Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche, auf einer Konferenz in Peking vorgestellt. Jetzt gilt es, auch Deutschland f\u00fcr eine Beteiligung an der Neuen Seidenstra\u00dfe zu gewinnen und dieses Land wieder zu einem produktiven Partner der Welt wie im ber\u00fchmten Wirtschaftswunder der Nachkriegszeit zu machen. China wendet heute nur die Methoden an, die Deutschland selbst im Wirtschaftswunder genutzt hat, als der Staat die Realwirtschaft und nicht die Spekulation f\u00f6rderte.<\/p>\n<p><strong>Die Bauern k\u00f6nnen heute wieder wie 1525 zu einer Kraft werden, die das Gemeinwohl verteidigt, wenn sie ihre Forderungen in den Kontext des Kampfes f\u00fcr eine gerechte neue Weltwirtschaftsordnung stellen. Kontaktieren Sie uns! <\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>F\u00fcr weitere Informationen wenden Sie sich bitte an Werner Zuse, Schiller-Institut, Tel. 089-7254219\u00a0 oder per mail an info@schiller-institut.de<\/em><\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier als PDF:\u00a0Landwirteflugblatt-2019 Am 20. 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