{"id":55839,"date":"2019-09-16T22:19:15","date_gmt":"2019-09-16T20:19:15","guid":{"rendered":"https:\/\/schillerinstitute.com\/?p=55839\/"},"modified":"2019-09-30T15:02:17","modified_gmt":"2019-09-30T13:02:17","slug":"seminar-ein-rationaler-dialog-uber-die-ausenpolitischen-absichten-chinas","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2019\/09\/16\/seminar-ein-rationaler-dialog-uber-die-ausenpolitischen-absichten-chinas\/","title":{"rendered":"Seminar: Ein rationaler Dialog \u00fcber die au\u00dfenpolitischen Absichten Chinas"},"content":{"rendered":"<p><em>Das Schiller-Institut veranstaltete am 29. August in Berlin ein Seminar mit hochrangigen Experten \u00fcber die Rolle der Neuen Seidenstra\u00dfe in Westasien und Afrika.<\/em><\/p>\n<div class=\"hr\">\n<hr \/>\n<\/div>\n<p>Die Weltgemeinschaft stehe vor gro\u00dfen strategischen und wirtschaftlichen Herausforderungen, die eine ganz neue Herangehensweise erforderten, um die gemeinsamen Ziele der Menschheit zu erreichen. Mit diesen Worten er\u00f6ffnete Moderator Stephan Ossenkopp am 29. August ein Seminar in Berlin zum Thema \u201eDie Rolle der Neuen Seidenstra\u00dfe f\u00fcr Frieden und Stabilit\u00e4t in Westasien und Afrika\u201c. Ein \u201erationaler Dialog\u201c \u00fcber Chinas wirkliche wirtschaftliche und au\u00dfenpolitische Absichten sei angesichts der hierzulande ge\u00e4u\u00dferten Verd\u00e4chtigungen und Negativpropaganda dringend geboten. Mit diesem Seminar, zu dem das Schiller-Institut und der E.I.R.-Verlag gemeinsam eingeladen hatten, wolle man zu diesem Dialog beitragen.<\/p>\n<p>Knapp 50 Teilnehmer waren an diesem Donnerstagvormittag erschienen, darunter Vertreter des Mittelstands, diplomatischer Einrichtungen und anderer Institutionen, um sich \u00fcber die Bedeutung und den Fortschritt der Belt &amp; Road-Initiative (BRI), insbesondere f\u00fcr die Entwicklung S\u00fcdwestasiens und Afrikas, zu informieren.<\/p>\n<p>Eine Delegation von Wissenschaftlern der Chinesischen Akademie der Sozialwissenschaften (CASS), einer f\u00fchrenden akademischen Organisation und Forschungseinrichtung Chinas, hielt Vortr\u00e4ge \u00fcber die Rolle der BRI bei der Stabilisierung der Region durch wirtschaftliche Entwicklung. Helga Zepp-LaRouche und Hussein Askary vom Schiller-Institut und Claudio Celani von E.I.R. gaben in ihren Beitr\u00e4gen wichtige Hinweise, wie Deutschland und Europa mit China an diesem gr\u00f6\u00dften Aufbauprojekt in der Geschichte zusammenarbeiten k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Wirtschaftliche Entwicklung als Grundlage des Friedens war dann auch das Thema, welches in fast allen Vortr\u00e4gen zur Sprache gebracht wurde. Dabei komme dem Ausbau der Infrastruktur eine vordringliche Rolle zu, aber gleichzeitig m\u00fcsse man sich auf den Fortschritt in Wissenschaft und Forschung sowie der Anwendung neuer Technologien konzentrieren.<\/p>\n<p>Die Vorsitzende des Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche, wies in der Hauptrede darauf hin, da\u00df die BRI \u201edie wichtigste strategische Politik auf der Agenda\u201c sei. Die Geschwindigkeit ihres Wachstums in den letzten sechs Jahren war erstaunlich und sei von besonderer Bedeutung f\u00fcr den Wiederaufbau der vom Krieg zerr\u00fctteten Nationen S\u00fcdwestasiens und die \u00dcberwindung der Unterdr\u00fcckung der Nationen in Afrika durch die Kolonialm\u00e4chte Europas. Anstatt zuzulassen, da\u00df die Gegner dieser Entwicklung China in einen \u201eFeind\u201c verwandelten, m\u00fcsse man sehen, da\u00df das, was China tut, f\u00fcr Frieden und Stabilit\u00e4t notwendig sei und von westlichen Regierungen, insbesondere den Vereinigten Staaten, unterst\u00fctzt werden sollte. Europa habe eine wichtige Rolle zu spielen, und dazu m\u00fc\u00dften sich die Nationen von der geopolitischen strategischen Ausrichtung befreien. Als Beispiel verwies sie auf das enorme Potential des deutschen Mittelstands und stellte fest, da\u00df die Politik der jetzigen Regierung dieses Potential sabotiere.<\/p>\n<p>Der Schl\u00fcssel zur Schaffung von Ver\u00e4nderungen in der transatlantischen Region bestehe darin, Optimismus zu wecken, indem man insbesondere das Potential hervorhebt, das durch die neuen Initiativen in der Weltraumforschung freigesetzt wird. \u201eWir m\u00fcssen mindestens 50 Jahre in die Zukunft denken\u201c, sagte sie, \u201eund den Pessimismus zur\u00fcckweisen, der von den Gr\u00fcnen und den Finanziers, die sie unterst\u00fctzen, verbreitet wird.\u201c<\/p>\n<p>Es folgten die Vertreter der CASS: Prof. Tang Zhichao, der Leiter der Delegation, gab einen umfassenden \u00dcberblick \u00fcber den Ansatz der BRI und sprach \u00fcber \u201eChinas Konzept f\u00fcr Sicherheit und Sicherheit im Nahen Osten\u201c. Prof. Yu Guoqing sprach \u00fcber die \u201eBRI und den Frieden zwischen Pal\u00e4stina und Israel\u201c und hob die Bedeutung der wirtschaftlichen Entwicklung f\u00fcr Pal\u00e4stina hervor, die f\u00fcr die Realisierung der Zwei-Staaten-L\u00f6sung f\u00fcr die anhaltende Krise unerl\u00e4\u00dflich ist. Prof. Wang Qiong sprach \u00fcber die Rolle der \u201eBRI in der Sicherheit des GCC und des Golfs\u201c, Dr. Wei Liang \u00fcber den \u201eWiederaufbau des Irak und Chinas Rolle\u201c, wobei er die Schwierigkeiten beim Wiederaufbau einer Nation hervorhob, die einem Krieg ausgesetzt war, der einen Gro\u00dfteil ihrer Infrastruktur zerst\u00f6rte. Dr. Zhu Quangang pr\u00e4sentierte in seinem Vortrag \u00fcber die \u201eBRI in \u00c4gypten und die Kooperation China-\u00c4gypten\u201c eine optimistische Bewertung der Frage, wie die Zusammenarbeit zwischen den beiden Staaten konkrete Vorteile gebracht hat.<\/p>\n<p>Im Gegensatz zu den hierzulande \u00fcblichen, ideologisch befrachteten Diskussionen, die fast immer auf ein Parteiergreifen f\u00fcr die eine oder andere Seite hinauslaufen, empfand der Autor die n\u00fcchterne Betrachtungsweise, die in den Vortr\u00e4gen der chinesischen G\u00e4ste zum Ausdruck kam, als sehr wohltuend. In China schaut man auf die Probleme und Konflikte, findet heraus, was sich relativ schnell l\u00f6sen l\u00e4\u00dft und was mehr Zeit braucht, um dann den jeweiligen Staaten z.B. wirtschaftliche Angebote zu unterbreiten, die eine positive Ver\u00e4nderung bewirken k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Hussein Askary, Koautor der Studie \u201eExtending the New Silk Road to West Asia and Africa\u201d, gab einen leidenschaftlichen Bericht \u00fcber die Fortschritte der BRI in den beiden Regionen und ging auf den gro\u00dfen Unterschied ein, wie Europa und China insbesondere den afrikanischen Kontinent betrachteten: F\u00fcr Europa sei alles in Afrika ein Problem, w\u00e4hrend China den Kontinent als gro\u00dfe Chance betrachte. Vor allem stelle der gro\u00dfe Anteil von jungen Menschen an der Gesamtbev\u00f6lkerung ein riesiges Potential f\u00fcr den Aufbau der Nationen dar.<\/p>\n<p>Claudio Celani zeigte in seinem Beitrag \u00fcber die Abuja-Konferenz zum Thema \u201eTransaqua\u201c ein konkretes Bild davon, was mit internationaler Zusammenarbeit m\u00f6glich sei, ging aber auch auf die Hindernisse ein, die von internationalen Finanzinstitutionen und ihren geopolitischen Strategien geschaffen wurden und \u00fcberwunden werden m\u00fcssen. Bei Transaqua handelt es sich um ein Jahrhundertprojekt, bei dem ein kleiner Prozentsatz der Wassermenge aus den Zufl\u00fcssen des Kongo eingesammelt und durch einen etwa 2400 km langen Kanal in den Chari River, dem nat\u00fcrlichen Zuflu\u00df des Tschadsees, umgeleitet werden soll. Die italienische Ingenieursfirma <em>Bonifica<\/em> arbeitet bei diesem Projekt mit der chinesischen <em>Power China<\/em> (Erbauer des Dreischluchtendammes) zusammen.<\/p>\n<p>Das Publikum beteiligte sich lebhaft an den sich anschlie\u00dfenden Diskussionen.<\/p>\n<h5>\n<div class=\"small-title\">\n<h3>Pr\u00e4sentationen (Englisch)<\/h3>\n<div class=\"long-bar\"><\/div>\n<\/div>\n<\/h5>\n<p><iframe loading=\"lazy\" width=\"960\" height=\"540\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/9pRjqB_o1ag?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p class=\"title style-scope ytd-video-primary-info-renderer\"><strong>Helga Zepp-LaRouche: &#8222;The Strategic Implication of the New Silk Road&#8220;<\/strong><\/p>\n<div class=\"hr\">\n<hr \/>\n<\/div>\n<p><iframe loading=\"lazy\" width=\"960\" height=\"540\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/Ms_eanj_5SU?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p class=\"title style-scope ytd-video-primary-info-renderer\"><strong>Tang Zhichao: &#8222;China&#8217;s Concept on Security and Middle East Security&#8220;<\/strong><\/p>\n<div class=\"hr\">\n<hr \/>\n<\/div>\n<p><iframe loading=\"lazy\" width=\"960\" height=\"540\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/2vrt1seg5mw?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p class=\"title style-scope ytd-video-primary-info-renderer\"><strong>Hussein Askary: \u201cThe Belt and Road to Peace and Prosperity in West Asia and Africa\u201d<\/strong><\/p>\n<p class=\"title style-scope ytd-video-primary-info-renderer\">\n<div class=\"hr\">\n<hr \/>\n<\/div>\n<p><iframe loading=\"lazy\" width=\"960\" height=\"540\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/TPyii7MuZhE?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p class=\"title style-scope ytd-video-primary-info-renderer\"><strong>Yu Guoqing: &#8222;BRI and the peace between Palestine and Israel&#8220;<\/strong><\/p>\n<div class=\"hr\">\n<hr \/>\n<\/div>\n<p><iframe loading=\"lazy\" width=\"960\" height=\"540\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/d5xaJsJFbiw?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p class=\"title style-scope ytd-video-primary-info-renderer\"><strong>Wang Qiong: &#8222;BRI in the GCC and Gulf Security&#8220;<\/strong><\/p>\n<p class=\"title style-scope ytd-video-primary-info-renderer\">\n<div class=\"hr\">\n<hr \/>\n<\/div>\n<p><iframe loading=\"lazy\" width=\"960\" height=\"540\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/bNw22dx2CHI?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p class=\"title style-scope ytd-video-primary-info-renderer\"><strong>Claudio Celani: \u201cWhy the Transaqua Solution for Lake Chad is a Test of Morality for Europe\u201d<\/strong><\/p>\n<p class=\"title style-scope ytd-video-primary-info-renderer\">\n<div class=\"hr\">\n<hr \/>\n<\/div>\n<p><iframe loading=\"lazy\" width=\"960\" height=\"540\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/FowWPQHtU14?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p class=\"title style-scope ytd-video-primary-info-renderer\"><strong>Wei Liang: &#8222;Iraq&#8217;s Reconstruction and China&#8217;s Role&#8220;<\/strong><\/p>\n<p class=\"title style-scope ytd-video-primary-info-renderer\">\n<div class=\"hr\">\n<hr \/>\n<\/div>\n<p><iframe loading=\"lazy\" width=\"960\" height=\"540\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/uUvTDRcpV3c?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p class=\"title style-scope ytd-video-primary-info-renderer\"><strong>Zhu Quangang: &#8222;BRI in Egypt and China-Egypt Cooperation&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Schiller-Institut veranstaltete am 29. 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