{"id":48955,"date":"2018-10-25T06:32:46","date_gmt":"2018-10-25T04:32:46","guid":{"rendered":"https:\/\/schillerinstitute.com\/?p=48955\/"},"modified":"2018-10-25T06:32:46","modified_gmt":"2018-10-25T04:32:46","slug":"lausitzer-wollen-teil-der-neuen-seidenstrase-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2018\/10\/25\/lausitzer-wollen-teil-der-neuen-seidenstrase-werden\/","title":{"rendered":"Lausitzer wollen Teil der Neuen Seidenstra\u00dfe werden"},"content":{"rendered":"<p>24\/10\/2018 &#8211;<br \/>\n\u201eIch h\u00f6re immer nur Infrastruktur und wieder Infrastruktur. Wo bleiben denn die konkreten Vorschl\u00e4ge, die die gro\u00dfen Investitionen in die Infrastruktur in der Lausitz rechtfertigen sollen\u201c, meckerte Bahnchef Ronald Pofalla am Donnerstag voriger Woche bei der Sitzung der Kommission \u201eWachstum, Strukturwandel und Besch\u00e4ftigung\u201c in Gro\u00dfr\u00e4schener Seehotel. Forderungen von Vertretern der Region nach einem Ausbau der regionalen Infrastruktur gingen Pofalla sichtlich auf die Nerven\u2014die Forderungen sind aber mehr als berechtigt.<\/p>\n<p>Da geht Anfang Dezember endlich die Niederschlesische Magistrale erstmals seit 70 Jahren als zweigleisige grenz\u00fcberschreitende Bahnverbindung nach Polen und weiter in Richtung Ukraine in Betrieb, aber wie es mit vielen solcher Europa-Projekte geht, werden sie ohne das Konzept des \u201cEntwicklungskorridors\u201d realisiert. Es fehlt die logische Anbindung der entlang der Trasse liegenden Regionen \u00fcber weitere Bahntrassen, und es fehlt die Ansiedlung produktiver Betriebe, f\u00fcr die das Vorhandensein regionaler Infrastruktur unabdingbar ist. F\u00fcr eine vom Beschlu\u00df der Politik zum Ausstieg aus der Braunkohle besonders betroffene Region wie die Lausitz w\u00e4re solch ein Konzept besonders wichtig, gehen doch 8000 Arbeitspl\u00e4tze im Braunkohletagebau und weitere 12-15 000 in nachgelagerten Betrieben wie Transport, Bau, Handwerk durch den Ausstiegsbeschlu\u00df verloren. Die Region verliert \u00fcberdies eine Jahrhunderte alte Geschichte des Kohleabbaus.<\/p>\n<p>Die von gr\u00fcnen Argumenten motivierte Politik im Bund und den beiden betroffenen L\u00e4ndern Brandenburg und Sachsen haben bereits eine scharf formulierte <a href=\"http:\/\/openpetition.de\/petition\/online\/fuer-demokratie-und-rechtsstaat-fuer-faire-medien-fuer-die-rodung-des-hambacher-forstes\">Lausitzer Petition <\/a>gegen die \u201c\u00d6kodiktatur\u201d provoziert, die Mitte Oktober bereits 8000 Unterzeichner auch au\u00dferhalb der Region gefunden hatte und \u00fcber das Internet weiter zirkuliert.<\/p>\n<p>Des weiteren hat die Gewerkschaft ICBE mehr als 11 000 Unterschriften einer Protestresolution von Lausitzern gesammelt. Au\u00dferdem haben sich Logistiker und Spediteure der Lausitz hinter einen Vorschlag gestellt, der die Region nach einem Ausbau der regionalen Infrastruktur als Drehscheibe f\u00fcr den Bahntransport entlang der Neuen Seidenstra\u00dfe zwischen China und Europa sieht. Hierzu ist es aber dringlich, da\u00df endlich der zweigleisige Ausbau der bisher eingleisigen Strecke zwischen Cottbus und L\u00fcbbenau und der Verbindung Richtung Berlin stattfindet, sowie die immer noch fehlende Strecken-Elektrifizierung von Cottbus nach Forst oder G\u00f6rlitz, also den Anschlu\u00df an das l\u00e4ngst elektrifizierte Netz der polnischen Bahn. Forderungen hierzu sind wiederholt in Berlin, in Potsdam und Dresden der Politik pr\u00e4sentiert worden, wenn Ronald Pofalla nach konkreten Vorschl\u00e4gen fragt, so liegen die l\u00e4ngst vor und sollten eigentlich f\u00fcr solche Treffen wie das in Gro\u00dfr\u00e4schen in seiner Aktentasche liegen.<\/p>\n<p>Gr\u00fcne Tr\u00e4ume von einem touristischen M\u00e4rchenland Lausitz treffen in der Region nicht erst jetzt auf starken Widerstand. Nancy Nadebor, Chefin des gleichnamigen Mittelstandsunternehmens, das 250 Mitarbeiter f\u00fcr Auftr\u00e4ge im Lausitzer Tagebau besch\u00e4ftigt und seit 2010 18 Millionen Euro in der Region investiert hat, spricht f\u00fcr alle diejenigen, f\u00fcr die der ersatzlose Kohleausstieg keine Option ist: \u201eWir setzen auf R\u00fcckkehrer, wollen den Altersdurchschnitt der Besch\u00e4ftigten senken. Dazu aber braucht es eine Perspektive&#8230; Ausschlie\u00dflich auf Tourismus zu setzen, greift zu kurz. Vielmehr m\u00fcssen Industriearbeitspl\u00e4tze geschaffen und (es mu\u00df) in die Infrastruktur investiert werden.\u201d Das ist absolut richtig: wenn etwas in der Lausitzer Region produziert wird, kann es per Bahn nach Polen und die Ukraine in s\u00e4mtliche an der Neuen Seidenstra\u00dfe liegenden L\u00e4nder bis nach China transportiert werden. So erhalten die Lausitzer eine wirtschaftliche Zukunftsperspektive, die ins 22. Jahrhundert hineinreicht.<\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>24\/10\/2018 &#8211; \u201eIch h\u00f6re immer nur Infrastruktur und wieder Infrastruktur. 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