{"id":47568,"date":"2018-07-31T11:06:38","date_gmt":"2018-07-31T09:06:38","guid":{"rendered":"http:\/\/schillerinstitute.com\/blog\/2018\/07\/31\/brics-staaten-im-zentrum-einer-neuen-gerechten-weltwirtschaftsordnung-beispiellos-in-der-geschichte-wie-china-die-welt-verandert\/"},"modified":"2018-07-31T11:06:38","modified_gmt":"2018-07-31T09:06:38","slug":"brics-staaten-im-zentrum-einer-neuen-gerechten-weltwirtschaftsordnung-beispiellos-in-der-geschichte-wie-china-die-welt-verandert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2018\/07\/31\/brics-staaten-im-zentrum-einer-neuen-gerechten-weltwirtschaftsordnung-beispiellos-in-der-geschichte-wie-china-die-welt-verandert\/","title":{"rendered":"BRICS-Staaten im Zentrum einer neuen gerechten Weltwirtschaftsordnung!  Beispiellos in der Geschichte: Wie China die Welt ver\u00e4ndert!"},"content":{"rendered":"<p>Von Helga Zepp-LaRouche<\/p>\n<p>Inspiriert vom sagenhaften Aufstieg Chinas findet derzeit eine strategische Neuausrichtung der Schwellen- und Entwicklungsl\u00e4nder statt, bei der Schritt f\u00fcr Schritt eine auf v\u00f6llig anderen Prinzipien basierende Weltwirtschaftsordnung entsteht. W\u00e4hrend der Westen vergebens versucht, das alte Paradigma des neoliberalen Wirtschaftssystems aufrecht zu erhalten, arbeiten mehr und mehr Nationen mit den BRICS-Staaten, der Shanghai Cooperation Organization (SCO) und weiteren regionalen Organisationen im Rahmen der Neuen Seidenstra\u00dfen-Initiative auf der Basis einer Win-Win-Kooperation zusammen und demonstrieren, da\u00df die Welt viel menschlicher gestaltet werden kann, als es die EU mit ihrer barbarischen Fl\u00fcchtlingspolitik vorexerziert.<\/p>\n<p>\u201eIch will das chinesische Modell. Weil das, was China erreicht hat, unglaublich ist. Die Art und Weise, wie sie die Armut \u00fcberwunden haben, hat es noch nie in der Geschichte gegeben!\u201c &#8211; dies sind die Worte des soeben neu gew\u00e4hlten Premierministers Pakistans, Imran Khan, der gleichzeitig ank\u00fcndigte, er werde jeden positiven Schritt Indiens hinsichtlich der Verbesserung des Verh\u00e4ltnisses zu Pakistan mit zwei Schritten seinerseits beantworten. Genau dies war auch die Stimmung beim soeben beendeten zehnten Jahresgipfel der BRICS &#8211; also Brasilien, Ru\u00dfland, Indien, China und S\u00fcdafrika &#8211; in Johannesburg, der vollkommen vom Geist der Neuen Seidenstra\u00dfe gepr\u00e4gt war, der nichts weniger besagt, als da\u00df alle Nationen dieser Welt das Recht auf Entwicklung auf der Basis des wissenschaftlichen und technologischen Fortschritts haben und da\u00df eine neue \u00c4ra der Menschheit angebrochen ist.<\/p>\n<p>Der chinesische Pr\u00e4sident Xi Jinping betonte in seiner Rede vor der Konferenz, an der auch Indonesien, die T\u00fcrkei, Argentinien und sehr viele Staatschefs afrikanischer Staaten teilnahmen, die internationale Gemeinschaft befinde sich an einem Scheideweg und m\u00fcsse eine v\u00f6llig neue Art der internationalen Beziehungen aufbauen. Mit einem begeisternden Kulturoptimismus, der in Europa v\u00f6llig abhanden gekommen ist, betonte Xi die entscheidende Rolle des wissenschaftlichen Fortschritts als Motor des wirtschaftlichen Aufbaus: \u201eWissenschaft und Technik als die prim\u00e4ren Produktivkr\u00e4fte generieren eine unersch\u00f6pfliche Kraft, die den Fortschritt der menschlichen Zivilisation vorantreibt.\u201c Die Menschheit habe riesige Spr\u00fcnge von einer landwirtschaftlichen zur industriellen Zivilisation gemacht und st\u00fcnde nun erneut vor neuen wissenschaftlichen und technologischen Revolutionen und industriellen Transformationen, und wenn die Staaten die Chancen ergriffen, die sich f\u00fcr sie b\u00f6ten, k\u00f6nnten sie ein dynamisches Wirtschaftswachstum und damit ein besseres Leben f\u00fcr ihre Menschen erreichen.<\/p>\n<p>Xi fuhr fort, in Afrika l\u00e4gen mehr Entwicklungsl\u00e4nder als in irgendeinem anderen Kontinent, und deshalb habe es ein gr\u00f6\u00dferes Entwicklungspotential als irgendeine andere Region der Welt. Die BRICS w\u00fcrden deshalb die Kooperation mit Afrika verst\u00e4rken und diese Zusammenarbeit zum Modell f\u00fcr den Ausbau der S\u00fcd-S\u00fcd-Beziehungen werden lassen. Diese Intensivierung werde beim bevorstehenden Forum f\u00fcr China-Afrika-Kooperation im September in Beijing noch eine Steigerung erfahren und die Integration mit der Wirtschaftsg\u00fcrtel-Initiative weiterf\u00fchren. Auch der indische Premierminister Modi f\u00fchrte aus, f\u00fcr seine Regierung habe die Erhaltung des Friedens und die Entwicklung Afrikas die h\u00f6chste Priorit\u00e4t. Es wurde auch die Er\u00f6ffnung eines Mahatma Gandhi-Nelson Mandela-Zentrums bekanntgemacht. Pr\u00e4sident Putin k\u00fcndigte in seiner Rede an, Ru\u00dfland werde auf dem afrikanischen Kontinent \u201edas Licht anmachen\u201c und ihn mit Energie versorgen, vor allem im Bereich der Kernenergie, wo Ru\u00dfland inzwischen der technologische F\u00fchrer in der Welt sei.<\/p>\n<p>Die Steigerung des Handels zwischen China und Afrika in den letzten 40 Jahren ist enorm: von 765 Millionen $ im Jahre 1978 hat der Warenaustausch 2017 bereits 170 Milliarden $ erreicht und wird demn\u00e4chst bei 400 Milliarden $ pro Jahre liegen. Insgesamt steigt die wirtschaftliche Bedeutung der BRICS-Staaten rasant an, im vergangenen Jahr betrug das gesamte Bruttoinlandsprodukt dieser Staaten mehr als 17 Billionen $ und damit mehr als das der EU. Pr\u00e4sident Xi hatte vor dem Gipfel neben den Vereinigten Arabischen Emiraten auch Senegal, Ruanda und S\u00fcdafrika Staatsbesuche abgestattet, gefolgt von Mauritius im Anschlu\u00df an den Gipfel. Modi seinerseits besuchte Uganda, Ruanda und S\u00fcdafrika. Die Regierungen Chinas und Indiens haben auch gemeinsame Investitionen in Afrika im Kontext der Neuen Seidenstra\u00dfen-Initiative beschlossen.<\/p>\n<p>Ein weiterer Baustein der neuen Wirtschaftsordnung ist das Konzept \u201eBRICS-Plus\u201c, womit eine Plattform f\u00fcr die wirtschaftliche Assoziation weiterer Staaten und Regionen und die Verst\u00e4rkung der Kooperation in wirtschaftlicher, aber auch strategischer Hinsicht ausgebaut wird. Es ist u.a. die Absicht der teilnehmenden L\u00e4nder, durch eine immer gr\u00f6\u00dfere Anzahl von Mitgliedsstaaten die Stimmrechte dieses Blocks beim IWF zu st\u00e4rken und damit Schl\u00fcsselentscheidungen zu beeinflussen.<br \/>\nKooperation oder Konfrontation<\/p>\n<p>Xi Jinping vertrat im Rahmen des Gipfels auch emphatisch die Ansicht, mit einem deutlichen Hinweis auf Donald Trumps Androhungen von Z\u00f6llen auf Importe, da\u00df es in einem Handelskrieg keinen Gewinner geben k\u00f6nne. Man st\u00fcnde vor der Wahl zwischen Kooperation und Konfrontation, zwischen gegenseitigem Vorteil und der M\u00f6glichkeit, seinen Nachbarn zum Bettler zu machen, aber diejenigen, die diesen Kurs verfolgten, w\u00fcrden sich am Ende nur selber schaden.<\/p>\n<p>Ebendieser Effekt ist bereits seit den Sanktionen gegen Ru\u00dfland zu beobachten, die viele Experten in diesem Land f\u00fcr ein Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck halten, da sie Ru\u00dfland gezwungen haben, viele Bereiche der Produktion, die w\u00e4hrend der Schocktherapie der Jelzin-Jahre abgebaut worden waren, wieder aufzubauen und gleichzeitig die Beziehung zu China und Asien insgesamt zu vertiefen. Ebenso wie die (vom US-Kongre\u00df erzwungenen) Sanktionen der USA und der EU gegen Ru\u00dfland hat Trumps Drohgeb\u00e4rde bez\u00fcglich der Importz\u00f6lle gegen China den offensichtlich von ihren Autoren in ihrer Arroganz \u00fcbersehenen Effekt, da\u00df sie das Zusammenr\u00fccken der BRICS-Plus-Staaten und ihren Wunsch nach einer gerechteren und ausgewogeneren Wirtschaftsordnung noch beschleunigen.<\/p>\n<p>Bei einem Seminar des Chongyang Financial Institute an der Renmin-Universit\u00e4t in Beijing wies Putins Wirtschaftsberater Sergej Glasjew darauf hin, da\u00df es angesichts des schlechten Zustands der westlichen \u00d6konomien, die immer noch einen starken Fokus auf die Spekulation statt der Realwirtschaft setzten, zu einer immer engeren Kooperation zwischen der Neuen Seidenstra\u00dfen-Initiative, den BRICS, der SCO und weiteren Organisationen k\u00e4me. Wenn der Druck auf diese Staaten weiter anwachse, w\u00fcrde dies die Tendenz, den Handel nicht mehr in Dollar, sondern in den jeweiligen W\u00e4hrungen abzuwickeln, nur beschleunigen.<\/p>\n<p>Aus dem Jahresbericht der chinesischen Regierung, den Premierminister Li Keqiang k\u00fcrzlich bei einem F\u00fchrungstreffen des Staatsrats pr\u00e4sentierte, wird deutlich, da\u00df China binnenwirtschaftlich alles tut, um das Land gegen die Auswirkungen eines neuen Crashs des transatlantischen Finanzsystems zu sch\u00fctzen. Angesichts gro\u00dfer internationaler Herausforderungen werde China ein ganzes Paket von Ma\u00dfnahmen f\u00fcr die St\u00e4rkung der Realwirtschaft umsetzen, darunter Steuererleichterungen f\u00fcr Investitionen in die Grundlagenforschung, 200 Milliarden $ f\u00fcr Infrastruktur, eine F\u00f6rderung der Kreditvergabe an kleine und mittelst\u00e4ndische Firmen sowie ein eindeutiges Vorgehen gegen \u201eZombie-Firmen\u201c und jegliche Form der Spekulation.<\/p>\n<p>Die Dynamik, die sich jetzt um das chinesische Modell und die BRICS als Zentrum eines neuen globalen Wirtschaftssystems entwickelt, ist das Resultat einer jahrzehntelangen Politik von IWF und Weltbank, die mit ihren Forderungen nach sogenannten Strukturanpassungen und Konditionalit\u00e4ten in den Entwicklungsl\u00e4ndern nicht nur deren Entwicklung verhindert, sondern dar\u00fcber hinaus einen gigantischen Kapitaltransfer dieser Staaten an die Banken des neoliberalen Finanzsystems organisiert haben. Aus dieser Politik, der wir unter anderem einen gro\u00dfen Teil der Fl\u00fcchtlingskrise zu verdanken haben &#8211; neben den auf L\u00fcgen aufgebauten Kriegen in S\u00fcdwestasien und Nordafrika -, haben die BRICS und viele Entwicklungsl\u00e4nder ebenso die Lehren gezogen wie aus der Asienkrise von 1997, in der Megaspekulanten wie George Soros die W\u00e4hrungen vieler asiatischer Staaten innerhalb von Tagen um bis zu 80% herunterspekulierten.<\/p>\n<p>Wir im Westen haben genau die Wahl, die Xi Jinping identifiziert hat. Wir k\u00f6nnen die vielf\u00e4ltigen Angebote Chinas annehmen und gemeinsam mit den BRICS und anderen Staaten Afrika, S\u00fcdwestasien, Lateinamerika industriell aufbauen helfen, und damit gleichzeitig eine Zukunftsperspektive f\u00fcr uns selbst verwirklichen. Das w\u00fcrde allerdings einen Abschied von der Kasinowirtschaft bedeuten und die Einf\u00fchrung eines Glass-Steagall-Trennbankensystems sowie die Schaffung von Nationalbanken und einem Neuen Bretton Woods-Kreditsystem erfordern.<\/p>\n<p>Oder wir k\u00f6nnen versuchen, an dem gegenw\u00e4rtigen hoffnungslos bankrotten, neoliberalen Finanzsystem festzuhalten, das auf die Profitmaximierung f\u00fcr das Establishment auf Kosten eines gro\u00dfen Teils der Bev\u00f6lkerung und der Entwicklungsl\u00e4nder ausgerichtet ist. Dann haben wir die Wahl zwischen einem neuen Crash, diesmal weit schlimmer als 2008, und einem durch einen Dollarkollaps ausgel\u00f6sten Finanzkrach, falls sich die Staaten des neuen entstehenden Wirtschaftsblocks gegen die Konfrontation seitens der USA gemeinsam wehren.<\/p>\n<p>Wir haben die Wahl: entweder wir erinnern uns in den USA und Europa an unsere besten Traditionen, d.h. das Amerikanische System der \u00d6konomie von Alexander Hamilton und die Prinzipien des Wirtschaftswunders in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg und die Tradition unserer klassischen Kultur &#8211; und dann arbeiten wir mit China und den BRICS zusammen an der Entwicklung der Welt, &#8211; oder wir sind selbst schuld, wenn unsere Kulturen sehr bald in den Museen Afrikas und Asiens ausgestellt werden, als Beispiele f\u00fcr Gesellschaften, die in moralischer Hinsicht nicht \u00fcberlebensf\u00e4hig waren.<\/p>\n<p>zepp-larouche@eir.de<\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Helga Zepp-LaRouche Inspiriert vom sagenhaften Aufstieg Chinas findet derzeit eine strategische Neuausrichtung der Schwellen- und Entwicklungsl\u00e4nder statt, bei der Schritt f\u00fcr Schritt eine auf v\u00f6llig anderen Prinzipien basierende Weltwirtschaftsordnung entsteht. 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