{"id":47440,"date":"2018-07-21T21:18:35","date_gmt":"2018-07-21T19:18:35","guid":{"rendered":"http:\/\/schillerinstitute.com\/?p=47440\/"},"modified":"2018-07-25T17:16:23","modified_gmt":"2018-07-25T15:16:23","slug":"trump-und-putin-machen-friedenspolitik-wichtige-lektionen-fur-die-ganze-welt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2018\/07\/21\/trump-und-putin-machen-friedenspolitik-wichtige-lektionen-fur-die-ganze-welt\/","title":{"rendered":"Trump und Putin machen Friedenspolitik! Wichtige Lektionen f\u00fcr die ganze Welt!"},"content":{"rendered":"<p>Es m\u00fc\u00dfte eigentlich f\u00fcr jeden denkenden Menschen offensichtlich sein, da\u00df eine Verbesserung des Verh\u00e4ltnisses USA-Russland, und damit zweier Nationen, die \u00fcber 90% der Nuklearwaffen dieser Welt besitzen, deren Einsatz die Menschheit ausl\u00f6schen w\u00fcrde, eine gute Sache ist. Von daher geb\u00fchrt den Pr\u00e4sidenten Trump und Putin absolute Anerkennung, da\u00df sie mit dem Gipfel in Helsinki den Weg gewiesen haben, wie die gegenw\u00e4rtige Krise zwischen den beiden Staaten durch Dialog und Kooperation \u00fcberwunden werden kann. Angesichts der beispiellosen Hysterie des neoliberalen Establishments in den USA und der Mainstream-Medien auf beiden Seiten des Atlantiks als Reaktion auf diesen Gipfel wird aber auch deutlich, da\u00df diese Machtelite bereit ist, eher die Vernichtung der menschlichen Zivilisation in Kauf zu nehmen, als der Kooperation mit Ru\u00dfland zuzustimmen.<\/p>\n<p>Und dieser Umstand erfordert dringend eine Neubewertung der strategischen Lage, nicht nur, aber doch besonders in europ\u00e4ischen Nationen wie Deutschland, in denen die Bev\u00f6lkerung ein Bild von Trump hat, das von z.B. 98% negativer Berichterstattung \u00fcber Trump in der ARD gepr\u00e4gt ist und in denen inzwischen die D\u00e4monisierung Putins zum \u201egroup think\u201c des hiesigen Establishments geh\u00f6rt.<\/p>\n<p>Tatsache ist, da\u00df ungef\u00e4hr die H\u00e4lfte der amerikanischen W\u00e4hler Trump zum Pr\u00e4sidenten gew\u00e4hlt haben, nicht zuletzt, weil er im Wahlkampf versprochen hatte, er wolle die Beziehung zwischen den USA und Ru\u00dfland wieder auf eine gute Basis stellen, nachdem diese durch die Administrationen von George W. Bush und vor allem Obama auf den absoluten historischen Tiefpunkt zerr\u00fcttet worden war. Trump kommentierte diese Lage mit den Worten, sie sei prim\u00e4r der Torheit Amerikas zu verdanken, wof\u00fcr der unter dem Pseudonym Publius Tacitus schreibende Autor auf dem Blog des renommierten Sicherheitsanalysten Pat Lang Sic Temper Tyrannis detaillierte Argumente liefert. Bez\u00fcglich des Vorwurfs der russischen \u201eEinmischung\u201c in die Wahl 2016 schreibt er, die USA h\u00e4tten eine lange, blutgetr\u00e4nkte Geschichte von Interventionen in anderen L\u00e4ndern und dem Sturz gew\u00e4hlter Regierungen. Bez\u00fcglich des Vorwurfs des Hackings wies er darauf hin, da\u00df die USA mit CIA, NSA und Pentagon selbst \u00fcber die gr\u00f6\u00dften und robustesten Computer-Netzwerke und Hacking-Kapazit\u00e4ten verf\u00fcgen. Man s\u00e4\u00dfe also selbst im gr\u00f6\u00dften Glashaus.<\/p>\n<p>Ein h\u00f6chst interessanter Effekt der Hysterie, mit der das US-Establishment auf Trumps Versuch, das Verh\u00e4ltnis zu Ru\u00dfland wieder zu normalisieren reagiert, ist in der Tat, da\u00df die Strukturen des sogenannten \u201eTiefen Staates\u201c transparent werden. Wenn John Brennan, CIA-Chef w\u00e4hrend der Obama-Administration, Trump nach Helsinki des Hochverrats bezichtigt, dann stellt sich selbstverst\u00e4ndlich die Frage, gegen wen oder was dieser Verrat angeblich begangen wird. Gegen das amerikanische Volk? Gegen die amerikanische Verfassung? Seit wann ist es Hochverrat, wenn der Pr\u00e4sident versucht, das physische \u00dcberleben der eigenen Bev\u00f6lkerung durch eine Politik der Diplomatie und des Dialogs zu sichern?<\/p>\n<p>Was dieses Establishment samt seiner \u201ePresstitutierten\u201c (presstitutes), wie Paul Craig Roberts die Mainstream-Medienverteter nennt, so aus den Fugen geraten l\u00e4\u00dft, ist vielmehr die Tatsache, da\u00df der Wahlsieg Trumps das neoliberale anglo-amerikanische Empire ersch\u00fcttert. Trump hat im Wahlkampf versprochen, da\u00df er das Verh\u00e4ltnis zu Ru\u00dfland verbessern und die Politik der Interventionskriege beenden wolle. Mit den beiden historischen Gipfeln von Singapur und Helsinki hat er trotz der enormen Widerst\u00e4nde des Establishments demonstriert, da\u00df er diese Versprechen einh\u00e4lt. Der Herausgeber des Blogs Antiwar.com, Justin Raimondi, kommentierte unter dem Titel \u201eTrump\u2019s ,Treason\u2019: Challenging the Empire\u201c (\u201eTrumps ,Verrat\u2019: die Herausforderung des Empire\u201c): Durch ihre Reaktion auf den Helsinki-Gipfel sei die \u00e4u\u00dferste B\u00f6sartigkeit der politischen Klasse in all ihrer D\u00fcsternis dramatisiert worden. Die einfachen Amerikaner d\u00e4chten nicht so wie das Elite-Amerika, das sich als die H\u00fcter der internationalen Ordnung verstehe, eine Rolle, die man von den Briten geerbt habe. Trumps au\u00dfenpolitische Mission (ob er dies wisse oder nicht) sei darauf ausgerichtet, die veralteten Strukturen und die Vorurteile der \u00c4ra des Kalten Krieges bedeutungslos werden zu lassen und eine neue \u00c4ra in den Beziehungen mit dem Rest des Planeten einzuleiten.<\/p>\n<p>Das internationale Echo auf den Helsinki-Gipfel signalisiert, da\u00df die meisten L\u00e4nder darin die Manifestation einer neuen Ordnung sehen. Die Sprecherin des chinesischen Au\u00dfenministeriums, Hua Chunying, begr\u00fc\u00dfte das Treffen; China sei froh, eine Verbesserung der Beziehung zwischen Ru\u00dfland und den USA zu sehen, die f\u00f6rderlich f\u00fcr den Weltfrieden sei und der internationalen Gemeinschaft helfe, zusammen gemeinsame Herausforderungen zu bew\u00e4ltigen. Der israelische Premierminister Netanjahu begr\u00fc\u00dfte den Gipfel ebenso wie selbst Bundeskanzlerin Merkel, die unterstrich, diese Treffen m\u00fc\u00dften zur Normalit\u00e4t werden und es sei \u201egut f\u00fcr alle\u201c, da\u00df bereits das n\u00e4chste Gespr\u00e4ch geplant sei. Der italienische Innenminister Salvini begr\u00fc\u00dfte die Ann\u00e4herung und bezeichnete sie als gut f\u00fcr Italien und Europa.<\/p>\n<p>Ob sich die Hoffnung auf die \u00dcberwindung der Mentalit\u00e4t des Kalten Krieges, der sich blitzschnell zu einem hei\u00dfen Krieg entwickeln kann, und die Etablierung einer neuen, besseren Weltordnung erf\u00fcllen wird, h\u00e4ngt entscheidend davon ab, wie der Krieg zwischen dem US-Establishment und Trump ausgehen wird. Die letzten Episoden in dieser Auseinandersetzung bestanden in der Anklage von zw\u00f6lf Angeh\u00f6rigen des russischen Milit\u00e4rgeheimdienstes durch das US-Justizministerium, die opportunerweise buchst\u00e4blich am Vorabend von Helsinki der Einmischung beschuldigt wurden, in einem offensichtlichen Versuch, das Klima f\u00fcr den Gipfel zu vergiften. Der bekannte Harvard-Rechtsprofessor Alan Dershowitz verurteilte dieses Vorgehen als schrecklichen Fehler des Justizministeriums, dem es nicht zustehe, die Au\u00dfenpolitik zu beinflussen.<\/p>\n<p>Putin, ein Meister des Prinzips der Flanke, lud dann w\u00e4hrend der gemeinsamen Pressekonferenz mit Trump in Helsinki den Sonderermittler Mueller, Speerspitze des US-Establishments, nach Ru\u00dfland ein, damit sein Team diese 12 Milit\u00e4rgeheimdienstler dort befragen k\u00f6nne &#8211; im Gegenzug f\u00fcr das Recht russischer Ermittler, den ehemaligen Moskauer US-Botschafter McFaul, den in Ru\u00dfland in Abwesenheit wegen Steuerhinterziehung verurteilten Bill Browder &#8211; Gro\u00dfspender f\u00fcr Hillary Clintons Wahlkampagne und verantwortlich f\u00fcr die Fabrikation des Magnitzky-Acts &#8211; zu interviewen. Ebenfalls wolle Ru\u00dfland den \u201eehemaligen\u201c MI6-Agenten Christopher Steele, Gesch\u00e4ftspartner Browders und Autor des ber\u00fcchtigten Trump-Dossiers, das die Basis f\u00fcr die ganze Inszenierung des Coups gegen Trump schuf, interviewen.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich w\u00e4re eine solche gemeinschaftliche Untersuchung die einzige Methode, wie man aus dem Bereich der gegenseitigen Anschuldigungen heraus und zu einer wahrheitsfindenden, juristischen Aufkl\u00e4rung kommen k\u00f6nnte. Und dann w\u00fcrde man unweigerlich auf die Rolle des britischen Geheimdienstes bei dem Coup-Versuch gegen Trump sto\u00dfen, die geheimen Memos des britischen \u00dcberwachungsapparates GCHQ an Obama mit der Aufforderung zur \u00dcberwachung des Trump Tower, die gesamte extrem professionell aufgezogene Operation des Christopher Steele zur Manipulation des Wahlkampfes 2016. Was sich herausstellen w\u00fcrde, w\u00e4ren die Beweise f\u00fcr die Kollusion der Geheimdienstchefs der Obama-Administration mit dem britischen Geheimdienst MI6 in einem Coup-Versuch gegen den gew\u00e4hlten Pr\u00e4sidenten der USA.<\/p>\n<p>Nur vier Tage nach Putins Vorschlag stimmte der US-Senat in einem v\u00f6llig hysterisch aufgeheizten Klima \u00fcber den angeblichen Verrat Trumps mit einem \u00fcberw\u00e4ltigenden Ergebnis von 98:0 dagegen, da\u00df solche reziproken Untersuchungen stattfinden k\u00f6nnten. McFaul, dem nicht nur enge Beziehungen zu Browder nachgesagt werden, sondern auch aktive Involvierung in eine Politik des Regimewechsels gegen Putin, stilisierte sich zum M\u00e4rtyrer russischer Angriffe hoch, vor dem ihn dann die 98 Senatoren in einem Fieberanfall von Patriotismus meinten besch\u00fctzen zu m\u00fcssen. Doch das ist nicht aller Tage Ende. Die Rolle des britischen Geheimdienstes und zahlreicher Mitarbeiter des FBI und des Justizministeriums ist weiterhin Gegenstand von Untersuchungen im Kongre\u00df, von Trumps Anw\u00e4lten und von namentlich beschuldigten Russen, und einzelne Richter haben bereits Gef\u00e4ngnisstrafen f\u00fcr diese Leute gefordert.<\/p>\n<p>Und dann ist da die in Amerika so wichtige Frage: \u201eWie wird das alles in Peoria gesehen?\u201c &#8211; eine Metapher f\u00fcr die \u201ePampas\u201c, die mittleren Bundesstaaten der USA, die ein ganz anderes politisches Spektrum haben als die beiden K\u00fcsten oder Washington innerhalb des sogenannten \u201eBeltway\u201c. Die Mehrheit der B\u00fcrger dieser Staaten hat Trump gew\u00e4hlt, weil sie die Opfer der Politik des US-Establishments waren, und nicht zuletzt, weil sie ein besseres Verh\u00e4ltnis zu Ru\u00dfland wollen. Die Kongre\u00dfwahlen im November werden es ans Licht bringen.<\/p>\n<p>Diese innerpolitische Auseinandersetzung in den USA hat die direktesten Implikationen f\u00fcr die ganze Welt. Sollte Trump sich durchsetzen, dann besteht trotz der derzeitigen Spannungen mit China wegen des US-Handelsdefizits die Chance auf eine v\u00f6llig neue internationale Politik zwischen den Nationen dieser Welt, die auf Anerkennung, Souver\u00e4nit\u00e4t, Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten, Dialog und gegenseitigen Vorteil gegr\u00fcndet ist. Sollten sich Trumps Gegner durchsetzen, dann sind wir vermutlich nicht weit vom dritten Weltkrieg entfernt. Es ist also an der Zeit, da\u00df sich die Anh\u00e4nger einer \u201eprogressiven\u201c, \u201elinken\u201c und \u201eliberalen\u201c Politik, die sich seit der Wahl Trumps im selben Boot mit CIA, FBI und MI6 befinden, einmal Gedanken dar\u00fcber machen, ob die Mainstream-Medien sie nicht in eine falsche Ecke manipuliert haben.<\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es m\u00fc\u00dfte eigentlich f\u00fcr jeden denkenden Menschen offensichtlich sein, da\u00df eine Verbesserung des Verh\u00e4ltnisses USA-Russland, und damit zweier Nationen, die \u00fcber 90% der Nuklearwaffen dieser Welt besitzen, deren Einsatz die Menschheit ausl\u00f6schen w\u00fcrde, eine gute Sache ist. 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