{"id":4566,"date":"2014-02-03T17:36:06","date_gmt":"2014-02-03T16:36:06","guid":{"rendered":"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/?p=4566"},"modified":"2014-02-03T17:37:10","modified_gmt":"2014-02-03T16:37:10","slug":"unsterblichkeit-im-prasidentenamt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2014\/02\/03\/unsterblichkeit-im-prasidentenamt\/","title":{"rendered":"Unsterblichkeit im Pr\u00e4sidentenamt"},"content":{"rendered":"<p><em>Das Schiller-Institut veranstaltete am 19. Januar ein Konzert zum Gedenken an US-Pr\u00e4sident John F. Kennedy in der Bostoner Heilig-Kreuz-Kathedrale.<\/em><\/p>\n<p><strong><em>Von Dennis Speed<\/em><\/strong><\/p>\n<blockquote>\n<div>\u201eIch war 23 Jahre alt, als das neue Jahrhundert anbrach. Es war eine Zeit gro\u00dfer Hoffnungen. Eine neue Epoche stehe unmittelbar bevor, so glaubten viele, die Jahrhundertwende werde sich als Wende der Menschheitsgeschichte erweisen. Man berief sich auf die j\u00fcngsten Errungenschaften der Naturwissenschaften und prophezeite, da\u00df die Zukunft auch in sozialer Hinsicht gro\u00dfe Fortschritte bringen werde. Die Zeiten, da Armut und Hunger endg\u00fcltig verschwunden w\u00e4ren, w\u00fcrden nun nicht mehr lange auf sich warten lassen. Wie die Leute sonst beim Beginn eines neuen Jahres Besserung geloben, so schien diesmal alle Welt entschlossen zu sein, auch den Weg in ein neues Jahrhundert mit guten Vors\u00e4tzen zu pflastern. Wer h\u00e4tte damals voraussehen k\u00f6nnen, da\u00df die kommenden Jahrzehnte die unvorstellbaren Schrecken zweier Weltkriege mit sich bringen w\u00fcrden mit ihren Konzentrationslagern und ihren Atombomben?\u201c<\/div>\n<div><strong><em>Pablo Casals, \u201eLicht und Schatten auf einem langen Weg\u201c<\/em><\/strong><\/div>\n<\/blockquote>\n<div><\/div>\n<div>Wer sich darin hineinversetzt, wird von diesen so wahren Beobachtungen des gro\u00dfen Musikers ergriffen sein. Wenn unsere Zivilisation \u00fcberleben soll, dann brauchen wir Voraussicht, dann ist es unsere Pflicht, die Zukunft zu gestalten, und daher auch, sie zu kennen. Frei nach den Worten von Abraham Lincoln, der wie John F. Kennedy ermordet wurde, in seiner unsterblichen Ansprache von Gettysburg: Wir f\u00fchren einen 150j\u00e4hrigen Krieg, der auf die Probe stellt, ob eine Nation wie die Vereinigten Staaten oder irgendeine andere auf den gleichen Grunds\u00e4tzen gegr\u00fcndete Nation dauerhaft Bestand haben kann. Die Ermordung von Amerikas Pr\u00e4sidenten und Staatsm\u00e4nnern war die bevorzugte kriminelle Methode der Gegner der Vereinigten Staaten, um sie als positives Vorbild zu zerst\u00f6ren. So war es bei John F. Kennedy, so war es bei dessen Bruder Robert und so war es bei Martin Luther King.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Das Schiller-Institut hat sich die Herausforderung, die F\u00e4higkeit der Vorausschau f\u00fcr das kurz- und langfristige \u00dcberleben der Zivilisation zu wecken und auszuweiten, zu seiner besonderen Aufgabe gemacht. Diese Mission f\u00fchrte am 19. Januar nach Boston. Der Chor des Schiller-Instituts, verst\u00e4rkt durch zus\u00e4tzliche S\u00e4nger und ein Orchester, das vor allem aus Freiwilligen des New England Conservatory of Music bestand, f\u00fchrte in der Bostoner Heilig-Kreuz-Kathedrale vor etwa 1200 G\u00e4sten Mozarts <em>Requiem<\/em> auf &#8211; auf den Tag genau 50 Jahre nach der feierlichen Totenmesse, die 1964 auf besonderen Wunsch der Familie John F. Kennedys zum Gedenken an den ermordeten Pr\u00e4sidenten an gleicher Stelle zelebriert worden war.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Ein Jahr, nachdem er sich im Oktober 1962 in der Kubakrise gegen die finsteren M\u00e4chte wie Lord Bertrand Russell durchgesetzt hatte, die einen Atomkrieg gegen die Sowjetunion f\u00fchren und \u201egewinnen\u201c wollten, wurde John F. Kennedy in Dallas ermordet. Dieser Mord, zusammen mit denen an seinem Bruder Robert und an Martin Luther King, wirkt noch heute wie ein b\u00f6ser Geist auf Amerika. Vier Generationen ist es nicht gelungen, die Folgen dieser Morde zu \u00fcberwinden. Denn dazu gibt es nur einen einzigen verl\u00e4\u00dflichen Weg: Man mu\u00df die Menschen \u00fcber ihre vorgefa\u00dften und beschr\u00e4nkenden Erwartungen erheben. Die Menschen brauchen keine \u201eFakten\u201c \u00fcber das, \u201ewas geschehen ist\u201c, sie brauchen das Feuer der Erkenntnis, nur das kann Amerikas Trauma heilen. Keine Predigten, Slogans und Verw\u00fcnschungen werden einem verschreckten Volk Mut geben. Nur wenn es seine eigene Stimme im Spiegel in einer gro\u00dfen k\u00fcnstlerischen Auff\u00fchrung erlebt, k\u00f6nnen die Verzweifelnden auf eine h\u00f6here Ebene aufsteigen, wo sie zur eigenen \u00dcberraschung ihre Seele finden.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>John Sigerson, der Dirigent und Musikdirektor des Schiller-Instituts, wurde in einem Interview mit der Zeitschrift der Bostoner Di\u00f6zese <em>The Pilot<\/em> gefragt, ob er glaube, da\u00df \u201eklassische Musik eine \u00c4nderung unserer Kultur bewirken kann?\u201c Sigersons Antwort lautete: Nein, es sei vielmehr die Gegen\u00fcberstellung des \u201eMusikalischen\u201c mit dem \u201eNichtmusikalischen\u201c &#8211; in diesem Falle die Ausz\u00fcge aus Reden Kennedys, die an ausgew\u00e4hlten Stellen zwischen den S\u00e4tzen des <em>Requiem<\/em> vorgef\u00fchrt wurden, die den Zuh\u00f6rer provozieren, sein Denken zu ver\u00e4ndern und die Musik dann anders zu erleben.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Nach der Auff\u00fchrung in Virginia am 22. November, dem Jahrestag der Ermordung des Pr\u00e4sidenten, nutzte das Schiller-Institut damit zum zweiten Male die geistige und therapeutische Kraft von Mozarts <em>Requiem<\/em>, um den Amerikanern ihre Erkenntnisf\u00e4higkeit zur\u00fcckzugeben. Die Gr\u00fcnderin des Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche, sagte dazu in ihren Bemerkungen, eine solche Wiederbelebung der Klassik sei notwendig, um die Amerikaner zu inspirieren, Kennedys Mission wiederaufzugreifen, in einer Situation, in der die Welt wieder am Rande eines thermonuklearen Krieges steht.<\/div>\n<div><\/div>\n<h3>Die Vorbereitung des Publikums<\/h3>\n<div><\/div>\n<div>Matthew Ogden bereitete das Publikum als Moderator auf die Musik vor, verschiedene Kurzbeitr\u00e4ge von Rednern, Gru\u00dfbotschaften und Zitate dienten dazu, das Publikum auf die tiefere Bedeutung dieser Auff\u00fchrung vorzubereiten &#8211; \u201enicht in der Zeit, sondern in der Idee\u201c, wie der Philosoph Nikolaus von Kues sagte. Zweieinhalb Stunden lang wurde die virtuelle Realit\u00e4t der \u00fcblichen Gehirnw\u00e4sche durch eine Popkultur, in der im Sinne Nietzsches \u201ealles erlaubt\u201c ist, durchbrochen. Wieder einmal wurden jene widerlegt, die gegen das Programm eingewendet hatten, das Publikum k\u00f6nne sich nicht so lange konzentrieren. Es mu\u00dfte erst auf das H\u00f6rerlebnis vorbereitet werden. Aber warum?<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Wie der gro\u00dfe Dirigent Wilhelm Furtw\u00e4ngler sagte: Um ein richtiges Urteil f\u00e4llen zu k\u00f6nnen, braucht man vor allem genug Zeit. Diese notwendige Voraussetzung war erf\u00fcllt, bevor der erste Ton erklang, und deshalb konnte das Publikum auf einer h\u00f6heren Ebene reagieren, als es sonst selbst bei der besten Auff\u00fchrung m\u00f6glich gewesen w\u00e4re.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Zur Vorbereitung des Publikums sollte man aber noch mehr sagen. Sie war insgesamt eine gr\u00fcndliche und konsequente politische Intervention, sogar ein politischer Kampf. In den sechs Wochen vor der Auff\u00fchrung wurde in der gesamten Region Boston intensiv daf\u00fcr mobilisiert. Ein Teil des Publikums war durch Anzeigen im <em>Boston Globe<\/em> und anderen Medien aufmerksam geworden. Viele hatten auch durch die Zeitung der katholischen Di\u00f6zese, <em>The Pilot<\/em>, von dem Konzert erfahren. Mehrere Bostoner Schulen und Hochschulen waren vertreten, ebenso verschiedene Seniorenzentren und B\u00fcrgerorganisationen. Flugbl\u00e4tter und Plakate in chinesischer, vietnamesischer, spanischer, portugiesischer, englischer und franz\u00f6sischer Sprache hatten f\u00fcr das Konzert geworben. Mehrere Konsulate waren unter den G\u00e4sten vertreten, ebenso mehrere Landtagsabgeordnete aus Maine und Rhode Island. Gru\u00dfbotschaften \u00fcbersandten der irische Staatspr\u00e4sident Michael D. Higgins, der Bostoner Stadtrat Steven Murphy und der Tenor Nicholas Di Virgilio, der einzige noch lebende Solist der <em>Requiem<\/em>-Auff\u00fchrung vor 50 Jahren.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Etliche Zuh\u00f6rer konnten sich noch an diese Auff\u00fchrung erinnern &#8211; die Heiligkreuz-Kathedrale ist im mehrheitlich katholischen Boston f\u00fcr viele Menschen \u201eihre\u201c Kirche. Der fr\u00fchere Bostoner B\u00fcrgermeister Ray Flynn, der auch zeitweise amerikanischer Botschafter beim Vatikan war und ebenfalls bei der Auff\u00fchrung von 1964 im Publikum gewesen war, brachte in einem Gru\u00dfwort seine Freude und Dankbarkeit als Bostoner B\u00fcrger zum Ausdruck, da\u00df diese Auff\u00fchrung an jenes historische Ereignis erinnerte.<\/div>\n<div><\/div>\n<h3>Die Frage der Stimmung<\/h3>\n<div><\/div>\n<div>Der Chor des Schiller-Instituts, die Solisten Nataly Wickham (Sopran), Heather Gallagher (Mezzosopran), William Ferguson (Tenor), Ron Williams (Bariton) sowie das vor allem aus Freiwilligen vom New England Conservatory of Music bestehende Orchester meisterten ihre Aufgabe bravour\u00f6s und pr\u00e4sentierten Mozarts <em>Requiem<\/em> als eine einheitliche Gesamtidee. Dank dieser einheitlichen Gesamtwirkung der Auff\u00fchrung flossen die Worte Pr\u00e4sident Kennedys mit Mozarts Idee von Unsterblichkeit, in die sie eingef\u00fcgt waren, zu einem Dialog \u00fcber den Triumph dieser Unsterblichkeit \u00fcber den Tod zusammen, in den auch das Publikum mit einbezogen war.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Das Werk wurde in der bei den Auff\u00fchrungen des Schiller-Instituts \u00fcblichen wissenschaftlichen Stimmung (c\u2019=256 Hz bzw. a\u2019=427-432 Hz) aufgef\u00fchrt. Das ist fast ein Viertelton tiefer ist als die heute verbreitete Stimmung (440-448 Hz). Manche nennen das die \u201etiefe\u201c Stimmung, das ist jedoch nicht ganz richtig, denn die heute verwendete, h\u00f6here Stimmung ist schlicht falsch. Mozarts <em>Requiem<\/em> wurde in der niedrigeren Stimmung und f\u00fcr sie komponiert.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Der Dirigent Anthony Morss, ein Unterst\u00fctzer des Schiller-Instituts, der bei verschiedenen Experimenten zur Demonstration der notwendigen R\u00fcckkehr zu dieser sog. \u201eVerdi-Stimmung\u201c mitgewirkt und dirigiert hat, verfa\u00dfte f\u00fcr das Programmheft der Auff\u00fchrung einen Aufsatz zu diesem Thema.<\/div>\n<div><\/div>\n<h3>Kunst als Notwendigkeit<\/h3>\n<div><\/div>\n<div>Die Frage, warum der Mensch die Kunst braucht &#8211; nicht nur moralisch, sondern auch ganz real -, stand im Mittelpunkt der kurzen Bemerkungen von Helga Zepp-LaRouche an das Publikum: \u201eEs ist dringend notwendig, heute der Auff\u00fchrung von Mozarts <em>Requiem<\/em> f\u00fcr John F. Kennedy vor 50 Jahren in dieser Kathedrale zu gedenken. Wir m\u00fcssen dringend den Geist der g\u00f6ttlichen Sch\u00f6nheit von Mozarts Werk wieder hervorrufen, damit wir wieder den Zugang zu der besseren Welt finden, die Kennedy und Mozart verk\u00f6rpern.\u201c<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Wie Mozart, Beethoven und Beethoven verk\u00f6rpere der \u201eDichter der Freiheit\u201c Friedrich Schiller, nach dem das von ihr vor 30 Jahren gegr\u00fcndete Institut benannt ist, den Sieg der Unsterblichkeit \u00fcber den Tod, genauso wie Kennedys Apollo-Projekt. Dank Kennedys Optimismus konnten alle Amerikaner und mit der erfolgreichen Mondlandung alle Menschen auf der Welt wissen, da\u00df der menschliche Geist &#8211; anders als der K\u00f6rper, in dem er eingeschlossen ist &#8211; keine Grenzen kennt.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Es war gesetzm\u00e4\u00dfig, da\u00df diese Auff\u00fchrung den \u201eZugang zur besseren Welt\u201c \u00f6ffnete, von dem Helga Zepp-LaRouche sprach. Es konnte nicht anders sein, schlie\u00dflich geh\u00f6rte f\u00fcr John F. Kennedy die Wertsch\u00e4tzung und F\u00f6rderung der klassischen Kunst und K\u00fcnstler zu den Grundlagen seiner Pr\u00e4sidentschaft, auch wenn man das in den seither vergangenen Jahrzehnten oft \u00fcbersehen hat. Wer kennt beispielsweise die folgenden Worte Kennedys, mit denen er am 26. Oktober 1963, knapp einen Monat vor seinem Tod, an den in jenem Jahr verstorbenen Dichter Robert Frost erinnerte?<\/div>\n<div><\/div>\n<div>\u201eUnsere nationale St\u00e4rke ist wichtig, aber der Geist, der unsere St\u00e4rke inspiriert und lenkt, ist genauso wichtig. Darin liegt die besondere Bedeutung von Robert Frost&#8230; Es ist kein Zufall, da\u00df Robert Frost Dichtung und Macht miteinander in Verbindung brachte, denn er sah in der Dichtung das Mittel, die Macht vor sich selbst zu sch\u00fctzen. Wenn Macht den Menschen zur Arroganz f\u00fchrt, erinnert ihn die Dichtkunst an seine Grenzen. Wenn Macht die Grenzen seiner R\u00fccksichten einschr\u00e4nkt, erinnert ihn die Dichtkunst an den Reichtum und die Vielfalt seiner Existenz. Wenn Macht korrumpiert, l\u00e4utert die Dichtkunst. Denn die Kunst formuliert die grundlegenden menschlichen Wahrheiten, die als Pr\u00fcfstein unseres Urteils dienen m\u00fcssen.\u201c<\/div>\n<div><\/div>\n<h3>Heute und damals<\/h3>\n<div><\/div>\n<div>Es gab ein paar wichtige Unterschiede zwischen der Auff\u00fchrung 1964 und der von heute. Eine Besonderheit war, da\u00df Mozarts <em>Requiem<\/em> 1964 in den Vereinigten Staaten zum ersten Mal \u00fcberhaupt im Rahmen eines katholischen Hochamtes aufgef\u00fchrt wurde.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Und ein weiterer wichtiger Unterschied: Das Ged\u00e4chtniskonzert 2014 stellte besonders hohe Anspr\u00fcche an die Musiker, das Werk einsichtsvoll dazustellen, weil das Denkverm\u00f6gen der Bev\u00f6lkerung in diesen letzten 50 Jahren immer mehr unterh\u00f6hlt wurde &#8211; insbesondere durch die obsz\u00f6nen Kakophonien der \u201eUnterhaltungskultur\u201c (die letzten Regierungen eingeschlossen).<\/div>\n<div><\/div>\n<div>In dem Zusammenhang mu\u00df man darauf hinweisen, da\u00df der Chor aus Laienmusikern des Schiller-Instituts bestand, deren t\u00e4gliche Arbeit meistens im Einsatz f\u00fcr die politischen Ziele der LaRouche-Bewegung besteht. Zun\u00e4chst hatten auch etliche halbprofessionelle und professionelle S\u00e4nger aus Boston ihre freiwillige Mitwirkung zugesagt, viele lie\u00dfen sich davon jedoch durch eine Verleumdungskampagne einiger \u00f6rtlicher Politiker gegen das Schiller-Institut wieder abbringen. Aber andere lie\u00dfen sich davon nicht beeindrucken und sangen trotzdem mit.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Dabei verhehlten die Organisatoren bei den Vorbreitungen zu der Auff\u00fchrung keineswegs, \u201ewer sie sind\u201c, sondern betonten immer wieder ausdr\u00fccklich, warum gerade das Schiller-Institut und Lyndon und Helga LaRouche dieses Ged\u00e4chtniskonzert unbedingt veranstalten wollten &#8211; und warum kein anderer im heutigen Amerika auf diese Idee kommt.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Um diese Frage zu beantworten, mu\u00df man eine zweite stellen, die auf den ersten Blick gar nichts damit zu tun hat, die aber im Grunde dieselbe ist: Warum haben viele scharfe, manchmal sogar gnadenlose Beobachter des menschlichen Charakters wie Charles de Gaulle, Douglas MacArthur und Eleanor Roosevelt in Kennedy trotz seiner Schw\u00e4chen einen so au\u00dfergew\u00f6hnlichen Menschen erkannt? Warum sahen solche anspruchsvollen Kritiker des menschlichen Charakters, aber genauso auch unz\u00e4hlige \u201eeinfache\u201c Amerikaner in Kennedy einen amerikanischen Pr\u00e4sidenten, der in hervorragender Weise geeignet war, den Fortschritt nicht nur der Vereinigten Staaten, sondern der ganzen Menschheit zu f\u00f6rdern?<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Kennedy hat in seiner Rede zu seiner Amtseinf\u00fchrung am 20. Januar 1961 diese Frage praktisch selbst beantwortet. Man erkennt an ihr, was ihn von allen Pr\u00e4sidenten unterscheidet, die nach ihm kamen. Er beschreibt die Aufgaben, die er mit seiner Regierung bew\u00e4ltigen will, so \u201edie B\u00fcrde eines langen Kampfes in der D\u00e4mmerung, Jahr f\u00fcr Jahr, fr\u00f6hlich in der Hoffnung, geduldig in Bedr\u00e4ngnis&#8230;, gegen die gemeinsamen Feinde aller Menschen: Tyrannei, Armut, Krankheit und der Krieg an sich\u201c. Dann sagt er:<\/div>\n<div><\/div>\n<blockquote>\n<div>\u201eAll das wird nicht in den ersten hundert Tagen vollendet werden. Es wird auch nicht in den ersten tausend Tagen vollendet werden, auch nicht in der Amtszeit dieser Regierung, vielleicht auch nicht zu unserer aller Lebenszeit. Aber la\u00dft uns anfangen.\u201c<\/div>\n<\/blockquote>\n<div><\/div>\n<div>Kennedy sah dem Schicksal ins Auge und handelte danach. Auch wenn es so vieles gab, dessen Verwirklichung er nicht mehr selbst erleben konnte, konnte Kennedy in den tausend Tagen seiner Regierung die Welt vor der atomaren Vernichtung retten und die Menschheit zum Mond f\u00fchren. Diese F\u00e4higkeit, aus den revolution\u00e4ren Prinzipien der Amerikanischen Verfassung und Unabh\u00e4ngigkeitserkl\u00e4rung die richtigen Ziele und Beitr\u00e4ge f\u00fcr den Fortschritt des Landes abzuleiten, wie es Lincoln und Kennedy mit ihren Regierungen taten, war bei den Nachfolgern seit Kennedys Ermordung einfach nicht vorhanden, und die Vision fehlte.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Die Regierung Obama betreibt heute, genauso wie die Regierung Bush vor ihr, sogar genau das Gegenteil. Die Amerikaner m\u00fcssen daf\u00fcr sorgen, da\u00df ihr Land zu diesen Prinzipien zur\u00fcckkehrt, und man mu\u00df die Bev\u00f6lkerung kulturell dazu in die Lage versetzen.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Das ist der Grund, warum das Schiller-Institut ganz besonders dazu berufen war, diese Konzerte vom 22. November 2013 und vom 19. Januar 2014 zur Erinnerung an Pr\u00e4sident John F. Kennedy vorzuschlagen, zu organisieren und aufzuf\u00fchren. Sein Vorbild darf nicht verschwinden. Mut und Intelligenz h\u00e4ngen miteinander zusammen. Kennedy wurde seinem eigenen Ma\u00dfstab des Mutes in der Not gerecht \u2013 streben wir ihm nach!<\/div>\n<div><\/div>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Schiller-Institut veranstaltete am 19. Januar ein Konzert zum Gedenken an US-Pr\u00e4sident John F. Kennedy in der Bostoner Heilig-Kreuz-Kathedrale. Von Dennis Speed \u201eIch war 23 Jahre alt, als das neue Jahrhundert anbrach. Es war eine Zeit gro\u00dfer Hoffnungen. 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