{"id":45090,"date":"2018-01-21T15:47:09","date_gmt":"2018-01-21T14:47:09","guid":{"rendered":"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/blog\/2018\/01\/21\/u-s-must-join-chinas-belt-road-developing-caribbean-central-america\/"},"modified":"2018-01-22T11:30:41","modified_gmt":"2018-01-22T10:30:41","slug":"u-s-must-join-chinas-belt-road-developing-caribbean-central-america","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2018\/01\/21\/u-s-must-join-chinas-belt-road-developing-caribbean-central-america\/","title":{"rendered":"Die Welt braucht keine \u201eDrecksloch\u201c-Debatte, sondern Entwicklung!"},"content":{"rendered":"<p>Helga Zepp-LaRouche nutzte ihr w\u00f6chentliches Internetforum am 17. Januar, um \u00fcber die Politik zu sprechen, die die westlichen L\u00e4nder bisher gegen\u00fcber unterentwickelten L\u00e4ndern wie Haiti verfolgt haben und zum gro\u00dfen Teil noch immer verfolgen &#8211; und im Kontrast dazu, anhand des chinesischen Beispiels, auch \u00fcber die Politik, die der Westen gegen\u00fcber diesen L\u00e4ndern verfolgen sollte.<\/p>\n<p>Den Anla\u00df dazu lieferte die sog. \u201eDrecksloch\u201c-Aff\u00e4re: Der demokratische Senator Dick Durbin (der daf\u00fcr bekannt ist, auch schon in anderen Zusammenh\u00e4ngen Gespr\u00e4chspartnern Worte in den Mund gelegt zu haben, die diese nicht verwendet hatten) hatte k\u00fcrzlich behauptet, US-Pr\u00e4sident Donald Trump habe Haiti und andere unterentwickelte L\u00e4nder als \u201eDrecksl\u00f6cher\u201c (\u201eshitholes\u201c) bezeichnet, was von den Trump-feindlichen Medien und Politikern in aller Welt mit gro\u00dfer Emp\u00f6rung aufgenommen wurde. Trump selbst bestreitet, sich so ge\u00e4u\u00dfert zu haben, und auch zwei republikanische Senatoren, die bei dem Gespr\u00e4ch dabei waren, erkl\u00e4rten, sie h\u00e4tten keine solche \u00c4u\u00dferung Trumps geh\u00f6rt.<\/p>\n<p>Die eigentliche Frage sei aber nicht, ob Trump dies oder jenes gesagt hat oder nicht, betonte Frau Zepp-LaRouche, sondern vielmehr: \u201eWarum ist Haiti und warum sind viele andere L\u00e4nder in solchem Zustand? Und da ist es doch ganz angebracht, sich einmal anzusehen, was tats\u00e4chlich in Haiti los ist.\u201c In Haiti gebe es \u00fcberhaupt keine Kanalisation, die Menschen m\u00fc\u00dften jeden Tag ihre Exkremente quasi in Eimern aus der Stadt heraustragen, \u201e80% der Bev\u00f6lkerung leben in Armut, 47% aller Kinder leiden st\u00e4ndig Hunger\u201c.<\/p>\n<p>Das zeige, da\u00df nach dem gro\u00dfen Erdbeben 2010 \u201eabsolut nichts getan wurde, auch nicht im Rahmen des Hilfsplans, an dem auch Hillary Clinton und die Clinton Foundation beteiligt waren. Da ist nichts passiert, um etwa Infrastruktur aufzubauen.\u201c Es seien nur f\u00fcnf Luxushotels gebaut worden sowie eine Textilfabrik, \u201ewo die Menschen zu Hungerl\u00f6hnen arbeiten m\u00fcssen. Und die USA haben durchgesetzt, da\u00df Haiti den billigen Reis aus Amerika importiert, was nat\u00fcrlich die Reisproduktion in Haiti selber noch weiter kaputtgemacht hat. Mit anderen Worten: Da sollte sich niemand aufs hohe Ro\u00df setzen. Da\u00df solche Zust\u00e4nde in der unmittelbaren Umgebung der USA \u00fcberhaupt existieren, ist vor allem das Resultat der vorherigen Administration.\u201c<\/p>\n<p>Die USA h\u00e4tten selbst ein Riesenproblem mit einer nie dagewesenen Drogenepidemie, und sie h\u00e4tten ein gro\u00dfes Problem mit Migranten. Beide Probleme seien aber nur zu l\u00f6sen, wenn nicht nur Haiti, sondern die karibischen und mittelamerikanischen Staaten insgesamt wirklich wirtschaftlich entwickelt werden.<\/p>\n<p>Im Gegensatz zur US-Regierung habe China Haiti tatkr\u00e4ftige Hilfe angeboten und angek\u00fcndigt, \u201eda\u00df sie ein F\u00fcnf-Milliarden-Programm f\u00fcr die Hauptstadt von Haiti, Port-au-Prince, auflegen\u201c. Dieses Programm, in dessen Rahmen Port-au-Prince u.a. ein modernes Stra\u00dfennetz mit Kanalisation, Strom- und Kommunikationsleitungen erhalten soll, werde derzeit umgesetzt. China sei auch schon dabei, \u201eEisenbahnen zu bauen zwischen Panama und Costa Rica. In Chile, in Uruguay, in Ekuador sind gr\u00f6\u00dfere Projekte in Gang\u201c.<\/p>\n<p><strong>Aufbauvorschl\u00e4ge f\u00fcr Lateinamerika&#8230;<\/strong><\/p>\n<p>Sie selbst und ihre internationale Bewegung h\u00e4tten sogar noch viel weitergehende Pl\u00e4ne: \u201eWir haben die umfassende Idee, da\u00df man durch den ganzen amerikanischen Kontinent, von der s\u00fcdlichsten Spitze Argentiniens und Chiles durch die sog. ,Darien-L\u00fccke\u2019 [im Grenzgebiet zwischen Kolumbien und Panama], wo im Augenblick noch gar keine Infrastruktur existiert, und durch Amerika bis zur Beringstra\u00dfe ein gesamtamerikanisches Verkehrsnetz entwickelt, was dann \u00fcber die Beringstra\u00dfe mit dem eurasischen Verkehrsnetz verbunden w\u00fcrde.\u201c<\/p>\n<p>Das w\u00fcrde bedeuten, da\u00df man die karibischen Staaten, Mittel- und S\u00fcdamerika wirklich \u00f6konomisch integriert und entwickelt &#8211; und genau das stehe jetzt bei einem Treffen der Gemeinschaft der karibischen und lateinamerikanischen Staaten (CELAC) mit dem chinesischen Au\u00dfenminister Wang Yi auf der Tagesordnung.<\/p>\n<p>Der Bau einer Verkehrsverbindung durch den ganzen amerikanischen Kontinent, die durch die Agrarstaaten im Mittleren Westen der USA f\u00fchren w\u00fcrde, erm\u00f6gliche es, auch dort die Infrastruktur zu entwickeln, neue St\u00e4dte zu bauen und so auch die dringenden Probleme der USA anzupacken.<\/p>\n<p>Wichtig bei einem solchen Aufbauprogramm sei auch, nicht einfach die wirtschaftliche Entwicklung anderer Nationen Schritt f\u00fcr Schritt langsam nachzuvollziehen, sondern dort, wo dies m\u00f6glich sei, technologische Spr\u00fcnge zu machen und gleich zur entwickeltsten Technologie \u00fcberzugehen. So gebe es in S\u00fcdamerika sowohl in Franz\u00f6sisch-Guyana als auch in Brasilien in der N\u00e4he des \u00c4quators Weltraumzentren, von denen aus Raketenstarts durchgef\u00fchrt werden und die bei einer integrierten Entwicklung eine katalysierende Rolle spielen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem gebe es die Idee, verschiedene Tiefseeh\u00e4fen zu bauen, beispielsweise in Puerto Rico und Kuba, um die Karibik und Amerika an die eurasisch-afrikanische \u201eMaritime Seidenstra\u00dfe f\u00fcr das 21. Jahrhundert\u201c anzuschlie\u00dfen. So k\u00f6nne der Rahmen geschaffen werden, um die gesamte Region zu entwickeln. Dazu seien neue Studien in Arbeit, die in K\u00fcrze ver\u00f6ffentlicht w\u00fcrden. \u201eDas w\u00e4re eine vern\u00fcnftige Herangehensweise, denn ein Zustand, wo die H\u00e4lfte der Kinder permanent hungert, ist ja wirklich mit der westlichen Werteskala nicht zu vereinbaren.\u201c<br \/>\n<strong><br \/>\n&#8230; und Afrika<\/strong><\/p>\n<p>Aber nicht nur Lateinamerika und die Karibik brauchen wirtschaftliche Entwicklung, sondern auch Afrika &#8211; und auch dort geht China mit gutem Beispiel voran. China sei dabei, 6200 km Eisenbahn in Afrika zu bauen, die Strecke von Dschibuti nach Addis Abeba sei schon im kommerziellen Betrieb, weitere Trassen seien in Bau oder in Planung. Au\u00dfenminister Wang Yi habe bei seinem gerade abgeschlossenen Afrikabesuch gesagt, es bestehe die Absicht, \u201edie strategische Partnerschaft und Kooperation zwischen China und dem afrikanischen Kontinent auf eine v\u00f6llig neue, h\u00f6here Stufe zu heben\u201c. Die vielen Projekte, an denen China beteiligt ist, h\u00e4tten zu einem v\u00f6llig neuen Selbstverst\u00e4ndnis vieler Afrikaner gef\u00fchrt und ihnen Hoffnung gegeben.<\/p>\n<p>Sie betonte: \u201eDas steht in einem totalen Kontrast etwa zu der deutschen Politik, die im Rahmen der EU versucht, mit allen m\u00f6glichen Regimes in Afrika Auffanglager f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge zu organisieren oder irgendwelche Deals, da\u00df die Fl\u00fcchtlinge wieder zur\u00fcckkehren. Aber was v\u00f6llig fehlt, ist ein Plan der Industrialisierung, der Entwicklung von Industrie und Landwirtschaft in Afrika, wie China das macht. Die deutsche Politik besteht explizit immer nur in dem gebetsm\u00fchlenartigen Wiederholen, da\u00df die Entwicklung ,nachhaltig\u2019 sein m\u00fcsse, und nat\u00fcrlich macht die Regierung nichts, um etwa von deutscher Seite oder EU-Seite her staatliche Garantien f\u00fcr private Investoren zu geben.<\/p>\n<p>Vielmehr ist die Linie, die Investoren sollen aus den afrikanischen Staaten selbst kommen &#8211; was nat\u00fcrlich eine Absurdit\u00e4t ist angesichts der Tatsache, da\u00df es gerade das ist, was da fehlt.\u201c Die deutsche Afrikapolitik sei eine \u201etotale Bankrotterkl\u00e4rung\u201c.<\/p>\n<p>Im Gegensatz dazu lobte sie die Erkl\u00e4rungen des franz\u00f6sischen Pr\u00e4sidenten Macron, der Anfang Januar bei seinem Besuch im chinesischen Xian erkl\u00e4rt hatte, er wolle, da\u00df China Frankreich hilft, bei der Entwicklung Afrikas \u201enicht dieselben Fehler des unilateralen Imperialismus zu wiederholen, derer sich Frankreich in der Vergangenheit, in der Kolonialzeit, schuldig gemacht hat\u201c.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich sei die franz\u00f6sische Politik in Afrika in der Vergangenheit zum Teil \u201eganz horrende\u201c gewesen, so Zepp-LaRouche, aber gerade deshalb seien Macrons \u00c4u\u00dferungen sehr wichtig. Es sei ein Armutszeugnis f\u00fcr Deutschland, da\u00df hier \u00fcber diese Fragen nicht einmal diskutiert wird &#8211; oder eben nur \u00fcber die Verst\u00e4rkung der Au\u00dfengrenzen Europas und Frontex-Eins\u00e4tze im Mittelmeer. \u201eDas sind alles ganz \u00fcble Ausdr\u00fccke einer Politik, die nicht an den wirklichen Wurzeln angreift, n\u00e4mlich dem unglaublichen Mangel an Entwicklung in Afrika.\u201c<\/p>\n<p>Sie betonte: \u201eWichtig ist, von meinem Standpunkt, da\u00df mit dieser Macron-Reise \u00fcberhaupt die Neue Seidenstra\u00dfe in einer Weise auf die Tagesordnung gekommen ist, wie es vorher nicht der Fall war. Und man kann auch davon ausgehen, da\u00df die neue \u00f6sterreichische Regierung in dieselbe Richtung marschiert, die Schweiz sowieso. Wichtig ist das Momentum. Denn es ist ja v\u00f6llig klar, da\u00df die Opposition gegen die chinesische Politik massiv ist.\u201c<\/p>\n<p><strong>Geopolitische Projektionen<\/strong><\/p>\n<p>Sie fuhr fort: \u201eWenn man sieht, auf welchem Weg sich China befindet und wie die Fraktion der Geopolitiker im Westen versucht, das zu blockieren, dann kann man nur sagen, es gibt keinen gr\u00f6\u00dferen Gegensatz. Und die Leute, die China beschuldigen, die machen eigentlich nur eine Projektion ihres eigenen, imperialistischen Weltbildes und behaupten, das sei auch die Absicht Chinas. Das ist es aber nicht. China ist auf einem v\u00f6llig anderen Weg, um wirklich eine andere Gesellschaft zu bauen.\u201c<\/p>\n<p>Sie verwies in diesem Zusammenhang auf einen Artikel der englischsprachigen chinesischen Global Times, dessen Autor die Ansicht vertrete, da\u00df sich China eine unglaubliche historische Chance biete, nicht nur wegen seiner enormen wirtschaftlichen Entwicklung, sondern auch, weil das Ansehen der chinesischen Kultur und der chinesischen Weisheit in der Welt so gestiegen sei, da\u00df es Chinas F\u00e4higkeit, zur Stabilit\u00e4t in der Welt beizutragen, enorm gest\u00e4rkt habe.<\/p>\n<p>Sie schlo\u00df ihre Ausf\u00fchrungen: \u201eChina hat eine Vision. Die haben eine ganz klare Idee, wie China 2050 aussehen soll, und auch gro\u00dfe Teile der restlichen Welt, n\u00e4mlich, da\u00df die V\u00f6lker ein gl\u00fccklicheres Leben haben und da\u00df sie ihre Potentiale verwirklichen k\u00f6nnen. Und das ist das Hauptproblem, was wir ja im Westen haben. Gerade in Deutschland sehen wir das ja mit absolut peinlicher Ausdauer, da\u00df eben keine Vision da ist &#8211; mindestens von den Parteien, die jetzt versuchen, eine Regierung zu drechseln.\u201c Da h\u00f6re man kein einziges Wort, wie die Welt aussehen soll, sondern es gehe wirklich nur um ihre Posten und ihre Ministersitze, \u201eaber eine wirkliche Debatte, wo die Welt hinsoll, die ist absolut nicht vorhanden\u201c.<\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Helga Zepp-LaRouche nutzte ihr w\u00f6chentliches Internetforum am 17. 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