{"id":37437,"date":"2016-10-27T18:31:41","date_gmt":"2016-10-27T16:31:41","guid":{"rendered":"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/de\/?p=37437"},"modified":"2016-10-27T18:32:30","modified_gmt":"2016-10-27T16:32:30","slug":"deutschlands-potential-beim-ausbau-der-weltlandbrucke","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2016\/10\/27\/deutschlands-potential-beim-ausbau-der-weltlandbrucke\/","title":{"rendered":"Deutschlands Potential beim Ausbau der Weltlandbr\u00fccke"},"content":{"rendered":"<p><em>Helga Zepp-LaRouche, die Vorsitzende des Schiller-Instituts, er\u00f6ffnete am 21. Oktober mit dem folgenden Vortrag die Essener Konferenz \u201eDeutschlands Chancen mit der Neuen Seidenstra\u00dfe\u201c.<\/em><\/p>\n<div class=\"hr\">\n<hr \/>\n<\/div>\n<p>Sehr verehrte Damen und Herren, sehr geehrte G\u00e4ste, sehr geehrter Herr Gesandter,<\/p>\n<p>ich bin sehr froh, da\u00df die Veranstaltung mit dieser wunderbaren Darbietung chinesischer Kunst angefangen hat, weil ich glaube, da\u00df die Kunst am besten geeignet ist, um die Herzen der Menschen zu \u00f6ffnen f\u00fcr neue Ideen.<\/p>\n<p>Wir veranstalten diese Konferenz hier in Essen und haben gerade vor zwei Tagen eine \u00e4hnliche Konferenz in Lyon stattfinden lassen, zusammen mit dem \u201eClub Chine EM Lyon FOREVER\u201c &#8211; die EM ist eine der gr\u00f6\u00dften Managerschulen Frankreichs -, und wir haben damit die Absicht ausgedr\u00fcckt, da\u00df vor allem die Zusammenarbeit von Deutschland und Frankreich f\u00fcr die Neue Seidenstra\u00dfe eine neue Perspektive f\u00fcr Europa auf die Tagesordnung setzen kann. Wir wollen durch das Veranstalten von vielen Konferenzen in vieler Hinsicht das politische, wirtschaftliche und kulturelle Potential bekannter machen, das in der Politik der neuen Seidenstra\u00dfe liegt, denn die Neue Seidenstra\u00dfe, die sich schon jetzt in sehr gro\u00dfem Tempo praktisch entwickelt, ist mit gro\u00dfen Schritten dabei, ein Projekt der V\u00f6lkerverst\u00e4ndigung zu werden und sich zur Weltlandbr\u00fccke zu entwickeln.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich geht es bei der Neuen Seidenstra\u00dfe um ein enormes Potential an gesch\u00e4ftlichen \u201e<em>opportunities<\/em>\u201c, also gesch\u00e4ftlichen Beziehungen, aber es geht eigentlich noch um etwas viel wichtigeres. Es geht hier nicht nur um die Verbindung der Kontinente der Welt durch Infrastruktur und Entwicklungskorridore, und um Innovationen als Wissenschaftsmotor f\u00fcr die Weltwirtschaft, mit dem Ziel der Anhebung der Produktivit\u00e4t. Sehr viel tiefer gehend und grunds\u00e4tzlicher geht es darum: Kann sich die Menschheit angesichts all der Krisen, mit denen wir im Augenblick konfrontiert sind, eine Ordnung auf dieser Welt geben, in der die Menschen friedlich zusammenleben k\u00f6nnen? Ist es der Menschheit m\u00f6glich, die h\u00f6here Ebene der Vernunft zu definieren, oder sind wir gezwungen, auf den jetzt betretenen Pfaden gegen die Wand zu knallen und die Zivilisation vielleicht nicht f\u00fcr immer zu haben?<\/p>\n<p>Ich glaube, da\u00df es m\u00f6glich ist, diese Ebene der Vernunft zu finden und auch wirksam werden zu lassen. Genauso wie die alte Seidenstra\u00dfe w\u00e4hrend der Han-Dynastie vor etwa 2000 Jahren ein Austausch war nicht nur von G\u00fctern, sondern eben auch Technologien, Kultur, Philosophie, und damals zu einer enormen Verbesserung des Lebensstandards gef\u00fchrt hat von allen Nationen und Regionen, die mit der alten Seidenstra\u00dfe kooperiert haben, genauso, denke ich, wird es m\u00f6glich sein, eine neue Seidenstra\u00dfe, eine neue v\u00f6lkerverbindende Politik auf die Tagesordnung zu setzen.<\/p>\n<h3>Existentielle Gefahren<\/h3>\n<p>Aber ich kann \u00fcber die Vorz\u00fcge dieses neuen Paradigmas nicht sprechen, ohne nicht wenigstens ganz kurz zu identifizieren, wie gro\u00df die Gefahren sind, mit denen die Welt im Augenblick konfrontiert ist, und warum meiner Meinung nach die Neue Seidenstra\u00dfe nicht eine Option ist, sondern eine Notwendigkeit, wenn wir nicht wirklich in einer Katastrophe enden wollen.<\/p>\n<p>71 Jahre nach Kriegsende in Europa ist das, was eigentlich undenkbar erschien &#8211; die M\u00f6glichkeit eines gro\u00dfen Krieges &#8211; in greifbarer N\u00e4he, wenn der deutsche Au\u00dfenminister Steinmeier k\u00fcrzlich sagte, er kann eine direkte milit\u00e4rische Konfrontation zwischen den USA und Ru\u00dfland nicht mehr ausschlie\u00dfen; wenn der amerikanische Vizepr\u00e4sident Biden sagt, die USA w\u00fcrden eine Cyberattacke auf Ru\u00dfland planen, zum \u201ebestm\u00f6glichen Zeitpunkt\u201c, wegen angeblicher russischer Manipulationen des amerikanischen Wahlkampfs, was von Konstantin Kosatschew, dem Vorsitzenden des Ausw\u00e4rtigen Ausschusses des F\u00f6derationsrates in Ru\u00dfland, als die gr\u00f6\u00dfte Bedrohung seit der Kubakrise bezeichnet wurde; wenn die Sprecherin des russischen Au\u00dfenministeriums Maria Sacharowa sagt, da\u00df die Obama-Administration eine \u201ePolitik der verbrannten Erde\u201c gegen\u00fcber Ru\u00dfland und den USA betreibt; und wenn auf dem 7. Xiangshan-Forum in Beijing vor einer Woche russische und chinesische Milit\u00e4rs warnten, da\u00df die Obama-Administration sehr weit fortgeschritten sei bei der Vorbereitung eines Erstschlages gegen diese beiden L\u00e4nder auf der Basis der \u201ePrompt Global Strike\u201c-Doktrin!<\/p>\n<p>Niemand kann behaupten, da\u00df Europa nicht noch weitere Krisen hat. Europa, die EU nach dem Brexit: die Zukunft ist etwas unklar. Die Fl\u00fcchtlingskrise hat die Fundamente Europas ersch\u00fcttert, das Ansehen der EU in der Behandlung der Fl\u00fcchtlingskrise ist weltweit absolut gesunken, wie ich mich selber vielf\u00e4ltig \u00fcberzeugen mu\u00dfte. Wir stehen vor einem neuen Finanzkrach wie 2008, nur diesmal potentiell viel gravierender, wobei die Krise der Deutschen Bank nur die Speerspitze ist. Und jeder wei\u00df, da\u00df wenn die Deutsche Bank mit ihren 42 Billionen ausstehender Derivatkontrakte bankrott gehen w\u00fcrde, da\u00df dann alle die Banken, die angeblich zu gro\u00df sind zum Untergehen, die \u201etoo-big-to-fail\u201c-Banken, mit involviert w\u00e4ren. Und wie ein Ex-Vorstandsmitglied einer gro\u00dfen europ\u00e4ischen Bank mir vor wenigen Tagen sagte: Wenn der Sturm losbricht und die Regierungen es nicht schaffen, die Sache unter Kontrolle zu bringen, dann werden die gro\u00dfen Verlierer diejenigen sein, die durch ehrliche Arbeit ihre Lebensersparnisse erarbeitet haben. Wir werden ein anderes Europa haben, voll von Unregierbarkeit &#8211; und Chaos und Revolution steht an.<\/p>\n<p>Ich will das nur als das Szenario andeuten, da\u00df wenn wir den Kurs nicht \u00e4ndern, die Gefahr besteht, da\u00df wir wirklich in eine nicht dagewesene Krise hineinkommen.<\/p>\n<h3>Chinas Fortschritt<\/h3>\n<p>Nun, da alle diese Krisen das Resultat von menschengemachter Politik sind, k\u00f6nnen wir auch optimistisch sein, da\u00df wir, wenn wir diese Politik \u00e4ndern, diese Krisen \u00fcberwinden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Von den westlichen Medien wurde kaum berichtet, welch dramatische Ver\u00e4nderung sich in den letzten drei Jahren entwickelt hat, seit der chinesische Pr\u00e4sident Xi Jinping die Neue Seidenstra\u00dfe auf die Tagesordnung gesetzt hat. Es hat sich damit eine vollkommen neue Perspektive ergeben, die sich mit einer enormen Dynamik entwickelt, wo bereits \u00fcber 70 Nationen kooperieren.<\/p>\n<p>China selbst &#8211; und das werden die meisten von Ihnen wissen, entweder durch direkte Reisen oder Berichte &#8211; hat seit den Wirtschaftsreformen von Deng Xiaoping eine unglaubliche Entwicklung vollzogen, von einem vollkommen unterentwickelten Land zu einem Land, das im Grunde schon teilweise eine Industrienation ist.<\/p>\n<p>Und interessanterweise geschah das chinesische Wirtschaftswunder nach denselben Prinzipien wie das deutsche Wirtschaftswunder beim Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg, n\u00e4mlich die Prinzipien, die damals von der Kreditanstalt f\u00fcr Wiederaufbau (KfW) angewandt wurden und den Ideen des deutschen \u00d6konomen Friedrich List nahestehen, der interessanterweise in China der bekannteste und beliebteste deutsche \u00d6konom ist.<\/p>\n<p>China hat in 40 Jahren das an Entwicklung nachvollziehen k\u00f6nnen, wof\u00fcr die Industrienationen bis zu 200 Jahre gebraucht haben. China hat l\u00e4ngst aufgeh\u00f6rt, auf Billigproduktion zu setzen, sondern ist bereits Weltmarktf\u00fchrer in vielen Bereichen, z.B. bei Schnellbahnsystemen. China hat bis Ende 2015 20.000 km Schnellbahn entwickelt, es wird bis 2025 38.000 km Schnellbahnen haben und jede gro\u00dfe Stadt in China auf diese Weise verbunden haben. Es hat in der Digitalisierung der Industrie viele westliche Staaten \u00fcberholt und ist marktf\u00fchrend in weiteren Bereichen.<\/p>\n<p>China hat in dieser Zeit 700 Millionen Menschen aus der Armut befreit, und ich behaupte, da\u00df es kein Land gibt, das soviel f\u00fcr die Menschenrechte getan hat, wie eben China, denn die Armut ist die gr\u00f6\u00dfte Menschenrechtsverletzung, und demzufolge ist das ein gro\u00dfer Beitrag f\u00fcr die menschliche Zivilisation, das getan zu haben. China hat soeben ein Wei\u00dfbuch dazu ver\u00f6ffentlicht, da\u00df es die extreme Armut auf der ganzen Welt \u00fcberwinden will, China selbst hat nur noch drei Prozent extreme Armut und ist fest entschlossen, das bis 2020 zu \u00fcberwinden.<\/p>\n<p>Auf dem gerade stattgefundenen G-20-Gipfel in Hangzhou, der von China ausgerichtet wurde, hat China angek\u00fcndigt, die globale Wirtschaft auf Innovation zu basieren, auf eine \u201eWin-Win\u201c-Kooperation, und China hat die Ambition, bis 2020 eine innovative Nation zu werden &#8211; meiner Meinung nach ist es das schon -, eine international f\u00fchrende innovative Nation, bis 2030 und ein \u201eworld powerhouse\u201c bis 2050. Die Innovation sei die prim\u00e4re Antriebskraft der Wirtschaft, und China ist entschlossen, den Vorteil von wissenschaftlichem und technologischem Fortschritt in allen Bereichen zu eskalieren, in der modernen Landwirtschaft, in der Informationstechnologie, beim Umweltschutz, bei der Ozean- und Raumfahrtindustrie, im Bereich der Gesundheit und Dienstleistungen.<\/p>\n<p>Pr\u00e4sident Xi Jinping hat den chinesischen Wissenschaftlern aufgetragen, in vier Bereichen fundamentale Durchbr\u00fcche zu erzielen. Erstens die Frage, was ist die Struktur der Materie? Zweitens die Frage, was ist die Evolution des Universums? Drittens, was ist der Ursprung des Lebens, und viertens, was ist die Natur des Bewu\u00dftseins?<\/p>\n<p>Es \u00fcberrascht vielleicht einige, aber diese chinesische Wirtschaftstheorie ist ganz nah an dem, was wir die physikalische Wirtschaft nennen, wie sie sich von Leibniz her entwickelt hat und wie sie weiterentwickelt wurde von Friedrich List, von Matthew und Henry C. Carey &#8211; die Wirtschaftsberater von Lincoln &#8211; und Wilhelm von Kardorff, der der Hauptwirtschaftsberater von Bismarck war und dem es zu verdanken ist, da\u00df Bismarck sich von einem Anh\u00e4nger der feudalen Freihandelstheorie zu einem Vertreter der physikalischen Theorie verwandelt hat und Deutschland zur Industrienation hat werden lassen.<\/p>\n<p>Die Quelle des gesellschaftlichen Reichtums nach dieser Theorie, die von (Lyndon) LaRouche, den wir hier auch bei uns haben, meinem Ehemann, weiterentwickelt wurde, besagt, da\u00df die Quelle des gesellschaftlichen Reichtums weder die Kontrolle der Handelsbeziehungen ist &#8211; also etwa TPP oder TTIP -, und auch nicht \u201ebillig kaufen, teuer verkaufen\u201c, und auch nicht der Besitz an Rohstoffen, und schon gar nicht der Handel mit Derivaten und anderen spekulativen Produkten, sondern ausschlie\u00dflich das kreative Potential des menschlichen Geistes und die Anwendung des wissenschaftlichen und technologischen Fortschritts im Produktionsproze\u00df, der die Produktivit\u00e4t anhebt und damit zur Quelle der Verbesserung des Lebensstandards, der Lebenserwartung wird.<\/p>\n<p>China hat mit den Staaten entlang der Seidenstra\u00dfe einen umfassenden Plan entwickelt f\u00fcr die wissenschaftliche und technologische Kooperation, und wird gemeinsame Forschungslabors und -zentren einrichten, Technologietransfer organisieren, den Austausch von 150.000 wissenschaftlichem Personal, 5000 junge Wissenschaftler, und das Ziel ist explizit, die Produktivit\u00e4t in den kooperierenden L\u00e4ndern anzuheben.<\/p>\n<p>Beim G-20-Gipfel hat Pr\u00e4sident Xi Jinping angek\u00fcndigt, die Durchbr\u00fcche beim wissenschaftlichen und technologischen Fortschritt sofort an die Entwicklungsl\u00e4nder weiterzugeben, um deren Entwicklung nicht aufzuhalten.<\/p>\n<p>Dieses Ideal wurde meines Wissens zum ersten Mal im 15. Jahrhundert von Nikolaus von Kues vorgestellt, der ebenfalls sagte, die menschlichen Erfindungen sind f\u00fcr die menschliche Gattung so wichtig, da\u00df man sie sofort in einen internationalen Pool stellen sollte, an dem dann alle teilnehmen k\u00f6nnen, damit ihre Entwicklung nicht aufgehalten wird.<\/p>\n<h3>Das gr\u00f6\u00dfte Aufbauprogramm der Geschichte<\/h3>\n<p>Die chinesische Seidenstra\u00dfen-Konzeption ist das gr\u00f6\u00dfte Infrastruktur- und Industrieprogramm, das jemals auf der Erde existiert hat. Schon jetzt gibt es 30 Staatsvertr\u00e4ge zwischen China und anderen Nationen, 70 Nationen kooperieren, insgesamt betrifft es bereits 4,4 Milliarden Menschen. Die Gesamtsumme der Investitionen betr\u00e4gt 1,4 Billionen $, das ist zw\u00f6lf Mal soviel wie der Marshallplan nach dem Zweiten Weltkrieg, nach heutiger Kaufkraft bemessen.<\/p>\n<p>Es ist eine Perspektive f\u00fcr die wirtschaftliche Transformation der Erde f\u00fcr die n\u00e4chsten 30-40 Jahre und betrifft keineswegs nur die Handelsrouten nach Europa und Afrika. Zwar ist der Name \u201eSeidenstra\u00dfe\u201c von dem deutschen Geologen Ferdinand von Richthofen 1877 so gepr\u00e4gt worden, aber tats\u00e4chlich ist Seidenstra\u00dfe ein Synonym f\u00fcr die Integration der Regionen und Routen f\u00fcr einen Austausch von Wissenschaft und Technologie, und was damals Seidentechnologie war &#8211; wie produziert man Seide, wie produziert man Porzellan -, das sind heute die modernsten Technologien, etwa die Frage der Kernfusion oder der Raumfahrttechnologie.<\/p>\n<p>Es ist offensichtlich, da\u00df die Zukunft f\u00fcr Deutschland in der Kooperation mit diesem Projekt liegt, denn Deutschland hat etwas, was in der ganzen Welt hochgesch\u00e4tzt wird, und das ist der deutsche Mittelstand, der im Grunde am meisten beitr\u00e4gt f\u00fcr Innovationen. Die Entwicklung Deutschlands, das ja bekannterma\u00dfen kaum Rohstoffe hat, hat nur deshalb eine hohe Produktivit\u00e4t und hohen Lebensstandard erreichen k\u00f6nnen, weil wir immer eine sehr hohe Rate von wissenschaftlichem und technologischem Fortschritt hatten, und eine sehr hohe Exportrate. Es ist der deutsche Mittelstand, wo die meisten Erfindungen und Patente gemacht werden, woher 85% der Ausgaben f\u00fcr das Gemeinwohl kommen, und es ist der deutsche Mittelstand, der am meisten profitieren w\u00fcrde bei der Kooperation mit China &#8211; nicht nur Direktinvestitionen Deutschlands in China und Chinas in Deutschland, sondern vor allen Dingen bei Joint Ventures in den verschiedenen Projekten in Drittl\u00e4ndern.<\/p>\n<h3>Rasante Ver\u00e4nderungen<\/h3>\n<p>In den letzten sechs Wochen hat diese Ver\u00e4nderung ein enormes Tempo erreicht, und wir haben es mit einer vollkommen neuen Ausrichtung zu tun.<\/p>\n<p>Anfang September war in Wladiwostok das Wirtschaftsforum, das die Neue Seidenstra\u00dfe Chinas mit der Eurasischen Wirtschaftsunion (EAWU) unter der F\u00fchrung Ru\u00dflands integriert hat. Es waren Ministerpr\u00e4sident Abe von Japan da, (S\u00fcdkoreas) Pr\u00e4sidentin Park, mit gro\u00dfen Wirtschaftsdelegationen.<\/p>\n<p>Das ging sofort weiter unmittelbar danach in Hangzhou beim G-20-Gipfel, wo China ein neues Modell f\u00fcr die Wirtschaftsbeziehungen zwischen den Nationen pr\u00e4sentiert hat, fokussierend auf die UN-Charta, mit der Betonung von Souver\u00e4nit\u00e4t und Respekt f\u00fcr andere wirtschaftliche und soziale Modelle. Pr\u00e4sident Xi sagte bei dieser Gelegenheit, das alte Modell ist nicht l\u00e4nger tragf\u00e4hig, wir brauchen jetzt eine innovationsgelenkte Strategie. Wir werden die Spitze in Wissenschaft und Technologie bilden, und Grundlagenforschung betreiben, um die wissenschaftlichen und technologischen Probleme, die die wirtschaftliche und industrielle Entwicklung hemmen, zu l\u00f6sen. Wir werden die Vermarktung von Forschung und Entwicklung beschleunigen, und die strategisch aufsteigenden Branchen f\u00f6rdern, und die Industrie auf ein mittleres bis hohes Niveau der Wertsch\u00f6pfungskette anheben.<\/p>\n<p>Diese Philosophie wurde dann weiter diskutiert bei dem direkt danach stattfindenden Gipfel der ASEAN-Staaten in Laos, die wirklich eine strategische Orientierung auf China vollzogen und z.B. die chinesische Position beim Konflikt im S\u00fcdchinesischen Meer \u00fcbernommen haben, und die in einer gemeinsamen Erkl\u00e4rung sagten, die Entwicklung Chinas sei eine Chance f\u00fcr die gesamte Region. (Der philippinische) Pr\u00e4sident Duterte hat gerade bei seinem Besuch in China gesagt, da\u00df er jetzt die Beziehung zu China priorisieren wird.<\/p>\n<p>Bei der ebenfalls kurz sp\u00e4ter stattfindenden Konferenz der BRICS-Staaten in Goa, die das Kernst\u00fcck der eurasischen Integration sind, wurden die gemeinsamen Interessen betont, und die bestehenden Spannungen wurden kleingeredet. Und damit ist im Grunde klar: Die asiatische Dynamik nimmt weiter zu.<\/p>\n<p>Das Tempo dieser strategischen Neuausrichtung zeigt ganz klar, da\u00df das Zentrum der Weltpolitik sich nach Asien verschoben hat. Als der erste Pilotzug vor f\u00fcnf Jahren aus China kam, war das noch eine gro\u00dfe \u00dcberraschung, inzwischen kommen pro Woche 20 Z\u00fcge aus den verschiedenen Wirtschaftsregionen, von Zhenjiang, Lianyungang, Harbin, Yiwu, Wuhan, Chengdou, Chongqing, nach Duisburg, Hamburg, Rotterdam, Lyon, Madrid. Die ost- und zentraleurop\u00e4ischen L\u00e4nder haben l\u00e4ngst die Vorz\u00fcge davon erkannt, mit China zusammenzuarbeiten, denn China hat jetzt in die Transportkorridore investiert, die zwar 1994 von der EU auf ihrer Konferenz in Kreta beschlossen wurden, die aber aufgrund der Austerit\u00e4tspolitik der Troika nie verwirklicht wurden. China hat den Hafen von Pir\u00e4us ausgebaut oder ist dabei, ihn auszubauen, es baut die Eisenbahnlinie von Serbien nach Ungarn, es verbindet den Oder-Elbe-Donau-Kanal mit den europ\u00e4ischen Wasserwegen. Die Regierungen Griechenlands, Serbiens, Ungarns, der Tschechischen Republik, Italiens, der Schweiz und Portugals haben ausgedr\u00fcckt, da\u00df sie den Weg in die Zukunft in der Kooperation mit der chinesischen Seidenstra\u00dfe sehen.<\/p>\n<p>Gleichzeitig hat sich ein paralleles Bankensystem entwickelt, die Asian Infrastructure Investment Bank (AIIB), der sofort 70 Nationen als Gr\u00fcndungsmitglieder beigetreten sind, obwohl die USA enormen Druck gemacht haben, das nicht zu tun, darunter so enge Verb\u00fcndete wir Gro\u00dfbritannien, Deutschland, Frankreich, Japan, Australien und Kanada.<\/p>\n<p>Gleichzeitig hat sich die New Development Bank (NDB) der BRICS entwickelt, die ihre T\u00e4tigkeit aufgenommen hat, der Seidenstra\u00dfenfonds, der Maritime Seidenstra\u00dfenfonds, die Bank der Shanghai Cooperation Organization, das Contingent Reserve Arrangement (CRA), das gegr\u00fcndet wurde, um spekulative Attacken abzuwehren. Und allen St\u00e4dten und Regionen, die mit diesen Projekten zusammenarbeiten, ist vollkommen klar, da\u00df es ihnen Vorteile bringt. Z.B. ist Duisburg, das ja einmal eine Stahlstadt war und eine gro\u00dfe Wirtschaftsflaute erlebt hat, jetzt wieder im Aufschwung, weil Duisburg als gr\u00f6\u00dfter Binnenhafen Europas eben enorm von der Seidenstra\u00dfe profitiert.<\/p>\n<p>China hat Europa das Angebot gemacht, voll bei der Industrialisierung Afrikas zu kooperieren. Und was sollte uns eigentlich daran hindern, gemeinsam mit dieser Dynamik Asiens den Balkan zu entwickeln, S\u00fcdeuropa, das durch die Troika-Politik in gro\u00dfe wirtschaftliche Schwierigkeiten gekommen ist? Die Industrie von Griechenland z.B. hat sich mit der Politik der Troika um ein Drittel reduziert. Mit China und der Seidenstra\u00dfe k\u00f6nnte das alles aufgebaut werden. Gleichzeitig mu\u00df auch der Nahe Osten dringend wiederaufgebaut werden, und nat\u00fcrlich Afrika.<\/p>\n<h3>Falsche Ideologie<\/h3>\n<p>Was sollte uns also hindern, auf diese Angebote einzugehen? Die Antwort ist klar, da\u00df einige L\u00e4nder &#8211; die USA und Gro\u00dfbritannien &#8211; auf einer unipolaren Welt bestehen, obwohl diese unipolare Welt schon l\u00e4ngst nicht mehr existiert. Die Gefahr besteht, da\u00df die transatlantische Welt in die sogenannte \u201eThukydides-Falle\u201c hineinf\u00e4llt, d.h., im Aufstieg Asiens eine geopolitische Bedrohung zu sehen, anstatt die Chance zu erkennen, da\u00df bei einer \u201eWin-Win\u201c-Kooperation alle zusammenarbeiten.<\/p>\n<p>Die Propaganda gegen die Neue Seidenstra\u00dfe ist enorm. So hat am 12. September das Said-Zentrum (Said Business School) der Oxford-Universit\u00e4t einen Bericht ver\u00f6ffentlicht, der behauptet, da\u00df die immensen Investitionen Chinas in Infrastruktur &#8211; vor allem in der letzten Dekade von 10,8 Billionen Dollar-\u00c4quivalent &#8211; der Grund seien f\u00fcr den baldigen Kollaps Chinas und der Weltwirtschaft. Es handelt sich da offensichtlich um einen desperaten Versuch, die Seidenstra\u00dfe zu verleumden, und die Argumentation ist die der typischen Investmentbanker, zu sagen, da\u00df Investitionen in die Infrastruktur nicht gen\u00fcgend Profit abwerfen.<\/p>\n<p>Chinesische Offizielle haben dieses Argument schon widerlegt und gesagt, da\u00df China eben eine andere Risikobeurteilung hat als westliche Ratingagenturen, und da\u00df sie das Potential eines Landes in der Zukunft betrachten, w\u00e4hrend die Banker die Vergangenheit betrachten.<\/p>\n<p>In der Geschichte der Industrialisierung eines jeden Landes, ganz egal, ob es sich um Deutschland, USA, Ru\u00dfland oder irgendein anderes Land dreht, war die Entwicklung der Infrastruktur immer die conditio sine qua non f\u00fcr die Transformation in eine moderne \u00d6konomie.<\/p>\n<p>Die Idee, da\u00df man den Ertrag von Infrastrukturinvestitionen an dem direkten Ertrag mi\u00dft, wie z.B. der Mautgeb\u00fchr bei privatisierten Autobahnen, ist offensichtlich absurd. Es geht dabei um den Anstieg der Produktivit\u00e4t der ganzen Nation, und je h\u00f6her der Grad der Entwicklung ist, desto dichter mu\u00df das Infrastruktur-Netzwerk sein.<\/p>\n<p>Wenn man also Infrastruktur mitz\u00e4hlt &#8211; Energie, Wasser, Kommunikation, Erziehung, die Gesundheitsversorgung der Bev\u00f6lkerung -, dann ist vollkommen klar: je h\u00f6her die Infrastrukturdichte, desto h\u00f6her ist die Produktivit\u00e4t, der Lebensstandard der Bev\u00f6lkerung, die Lebenserwartung. Und je fortschrittlicher die Industrie ist, um so mehr ist der Zeitfaktor relevant, weshalb wir absolut der Meinung sind, da\u00df die Transrapid-Technologie eine Technologie der Zukunft bleibt, und wir werden heute nachmittag einen Vortrag zu diesem Thema h\u00f6ren.<\/p>\n<p>Die Researcher der Oxford-Universit\u00e4t haben dann die Katze aus dem Sack gelassen, warum sie so einen l\u00e4cherlichen Bericht ver\u00f6ffentlichen: Sie sagen n\u00e4mlich, da\u00df auf keinen Fall das chinesische Modell das Modell werden soll f\u00fcr andere Entwicklungsl\u00e4nder, schon gar nicht f\u00fcr Pakistan, Nigeria oder Brasilien. Das d\u00fcrfte kein Vorbild werden.<\/p>\n<p>Aber alle Prognosen, da\u00df China (wirtschaftlich) kollabiert, sind vollkommen absurd, die gerade ver\u00f6ffentlichten Wachstumszahlen &#8211; Bruttoinlandsprodukt 6,7%, was genau der Vorhersage entspricht, Industrieproduktion 6,1% &#8211; welches Land in Europa w\u00fcrde sich \u00fcber 6,1% nicht freuen? &#8211; Konsumanstieg 10%, Elektrizit\u00e4tsverbrauch 4,8%, was nicht zuletzt der fortlaufenden Elektrifizierung der westlichen Gebiete Chinas zu verdanken ist.<\/p>\n<p>Die Haltung dieser Investmentbanker gegen Infrastruktur ist einer der Gr\u00fcnde, warum wir in Deutschland einen Investitions-R\u00fcckstau haben von etwa 2 Billionen, und marode Br\u00fccken, schlechte Stra\u00dfen usw. Das ist auch der Grund, warum die IWF-Konditionalit\u00e4ten der letzten 50 Jahre die Infrastrukturentwicklung der Dritten Welt verhindert haben, und warum wir heute so gro\u00dfe Fl\u00fcchtlingsstr\u00f6me etwa aus Afrika haben, die nach Europa kommen wollen.<\/p>\n<h3>Kulturelle Renaissance<\/h3>\n<p>Es gibt ein weiteres falsches Argument, da\u00df China eigentlich nur den anglo-amerikanischen Imperialismus ersetzen wolle durch einen chinesischen Imperialismus. Ich denke, das sind Projektionen der Leute, die diese Argumente machen, die sich einfach nicht vorstellen k\u00f6nnen, da\u00df es heute ein Land gibt, das ein positives Modell f\u00fcr die Organisation der Verh\u00e4ltnisse auf dieser Erde hat.<\/p>\n<p>Dazu mu\u00df man aber wissen, da\u00df China nicht nur eine 2500 Jahre alte konfuzianische Tradition hat, sondern im Augenblick eine gewaltige Renaissance von konfuzianischem Denken in China auf allen Ebenen der Gesellschaft stattfindet. Dazu geh\u00f6rt z.B. das Ideal der lebenslangen Selbstvervollkommnung, die Idee, da\u00df jeder Mensch eine <em>Shuntse<\/em> werden soll, ein Gelehrter. Dazu geh\u00f6rt die Idee der harmonischen Entwicklung aller Nationen, und das entspricht exakt der \u201eWin-Win\u201c-Idee von Xi Jinping, und es entspricht auch, wenn wir in Europa etwas weiter in der Geschichte zur\u00fcckgehen, den Ideen von Nikolaus von Kues, der im 15. Jahrhundert bereits sagte, da\u00df es eine Harmonie im Makrokosmos nur geben kann, wenn sich alle Mikrokosmen harmonisch und im gegenteiligen Vorteil zueinander entwickeln. Es gibt eine tiefere Affinit\u00e4t zwischen Konfuzianismus und Humanismus in Europa, als die meisten Menschen realisieren.<\/p>\n<p>Das Problem ist nicht China, sondern das Problem ist, da\u00df wir in Europa diese Traditionen vergessen haben oder beiseite geschoben haben: das Menschheitsideal, das assoziiert war mit der italienischen Renaissance, mit der \u00c9cole Polytechnique in Frankreich oder der deutschen Klassik. Wer hat heute noch das optimistische Menschenbild von Wilhelm von Humboldt, der sagte, da\u00df das Ziel der Ausbildung der sch\u00f6ne Charakter sein soll? Wer hat noch die Ideen von Friedrich Schiller, der sagte: Jeder Mensch hat das Potential, eine sch\u00f6ne Seele zu werden, f\u00fcr den Leidenschaft und Pflicht, Freiheit und Notwendigkeit das gleiche ist? Und der einzige Mensch, auf den das zutrifft, ist das Genie, aber Schiller meinte, alle Menschen haben das Potential zum Genie.<\/p>\n<p>Das hei\u00dft, wir haben uns von diesen humanistischen Idealen entfernt, bzw. es betrifft nur noch einen sehr kleinen Teil der deutschen Bev\u00f6lkerung. Und wenn wir unsere Jugendkultur betrachten, kann niemand bezweifeln, da\u00df die einem sehr weit fortgeschrittenen Grad der Verrohung unterliegt; H\u00e4\u00dflichkeit ist \u00fcberall zu sehen, Gewaltverherrlichung, Lehrer haben Angst vor ihren Sch\u00fclern, der BDI hat vor einigen Jahren ver\u00f6ffentlicht, da\u00df 25% der 15j\u00e4hrigen nicht anstellbar sind, weil sie keinerlei Interesse haben.<\/p>\n<p>Es ist zum ersten Mal in der Geschichte in Europa und Amerika so, da\u00df wir anscheinend akzeptieren, da\u00df die n\u00e4chste Generation schlechter dastehen wird als die jetzige. F\u00fcr Jugendliche bedeutet das, da\u00df sie keine Zukunft haben, keinen Grund, zu lernen und zu studieren.<\/p>\n<p>Und das ist ganz anders in China. Die junge Generation in China hat die Erfahrung des chinesischen Wirtschaftswunders gemacht, und die meisten &#8211; nicht alle nat\u00fcrlich, aber die meisten &#8211; haben ein enorm optimistisches Selbstbild von sich selbst und ihrem Land.<\/p>\n<p>Das hei\u00dft, auch in dieser Hinsicht k\u00f6nnten Europa und Deutschland mit der Seidenstra\u00dfe kooperieren, damit unsere Jugendlichen wieder eine Perspektive bekommen. Deutschland ist die wichtigste \u00d6konomie in Europa, und ich denke, wenn wir es schaffen, da\u00df Deutschland ganz bewu\u00dft Ja sagen w\u00fcrde, offiziell, zur Kooperation mit der Neuen Seidenstra\u00dfe, da\u00df das vielleicht der entscheidende Schritt w\u00e4re, den Deutschland tun k\u00f6nnte f\u00fcr die Erhaltung des Weltfriedens.<\/p>\n<h3>Gemeinsame Ziele der Menschheit<\/h3>\n<p>Es geht um ein vollkommen neues Paradigma, um eine vollkommen neue \u00c4ra in der Geschichte der Menschheit. Es geht um die Idee, da\u00df die Menschheit als ganze eine h\u00f6here Ordnung repr\u00e4sentiert als alle Nationen. Wenn wir auf die gemeinsamen Ziele der Menschheit fokussieren, das, was Xi Jinping \u201eSchicksalsgemeinschaft\u201c nennt oder \u201eGemeinschaft einer gemeinsamen Zukunft der Menschheit\u201c, dann, denke ich, ist alles m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Was sind diese gemeinsamen Ziele?<\/p>\n<p>Zum Beispiel die Industrialisierung Afrikas. Wenn Deutschland und Europa mit China kooperieren w\u00fcrden, mit Japan und Indien, die sich auch bereits in Afrika engagieren, k\u00f6nnen wir es schaffen, da\u00df nicht mehr Zehntausende von Menschen entweder in der Sahara verdursten oder im Mittelmeer ertrinken, weil sie vor Krieg und Hunger weglaufen.<\/p>\n<p>Wir k\u00f6nnten den Nahen Osten und den Mittleren Osten wieder aufbauen, was unsere moralische Verpflichtung ist, denn wir haben Kriege erlaubt, von denen jeder wei\u00df, da\u00df sie auf L\u00fcgen aufgebaut waren.<\/p>\n<p>Wir k\u00f6nnten im Grunde allen Kindern den Zugang zur universellen Bildung geben und damit das wirkliche kreative Potential der Menschheit freisetzen.<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen uns auf neue wissenschaftliche Revolutionen konzentrieren: das Prinzip des Lebens, die kreative F\u00e4higkeit des menschlichen Geistes als physische Kraft im Universum. Wir m\u00fcssen die Prozesse im Sonnensystem besser verstehen lernen, in der Galaxie, im Universum als ganzem.<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen uns auf den Standpunkt von Astronauten, Kosmonauten, Taikonauten stellen, die alle berichten, da\u00df wenn man auf die Erde vom Weltraum herabschaut, die Erde nur ein kleiner blauer Planet ist, der keine Grenzen hat, der aber auch unendlich verletzbar ist.<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen uns auf den Standpunkt von Krafft Ehricke stellen, dem deutschen Raketenforscher und Weltraumforscher, der die drei Gesetze der Astronautik genannt hat:<\/p>\n<p>Das erste Gesetz: da\u00df unter dem Naturrecht dieses Universums nichts und niemand dem Menschen irgendwelche Beschr\u00e4nkungen auferlegt, au\u00dfer er selbst.<\/p>\n<p>Zweitens: Das rechtm\u00e4\u00dfige Bet\u00e4tigungsfeld des Menschen ist nicht nur die Erde, sondern das ganze Sonnensystem und soviel vom Universum, wie er unter den Naturgesetzen erreichen kann.<\/p>\n<p>Und drittens: Indem er sich im Universum ausbreitet, erf\u00fcllt der Mensch seine Bestimmung als Element des Lebens, ausgestattet mit der Macht der Vernunft und der Weisheit des Moralgesetzes in sich.<\/p>\n<p>Die Infrastrukturentwicklung der Neuen Seidenstra\u00dfe bedeutet deshalb nicht nur die Erschlie\u00dfung der landeingeschlossenen Regionen der Erde, sondern auch die Erschlie\u00dfung der n\u00e4heren Umgebung des Weltraums. Das chinesische Mondprogramm plant mit Chang\u2019e 4 und 5 die Landung von Raumfahrzeugen auf der erdabgewandten Seite des Mondes in zwei Jahren, mit der Absicht, sp\u00e4ter dort Helium-3 abzubauen f\u00fcr eine zuk\u00fcnftige Fusions\u00f6konomie auf der Erde, was letztendlich der Menschheit Energie- und Rohstoffsicherheit bringen wird.<\/p>\n<p>Gerade gab es das erfolgreiche Andocken des Raumfahrzeugs Shenzhou-11 an der Tiangong-Raumstation, wo jetzt zwei chinesische Taikonauten 30 Tage lang experimentieren werden. China wird in wenigen Jahren eine permanente Raumstation haben, schon 2020 oder 2022.<\/p>\n<p>D.h. die Zusammenarbeit bei der Raumfahrt ist einer der wichtigsten Bereiche der gemeinsamen Ziele der Menschheit, weil sie den Menschen praktisch an allen Fronten seiner physischen und geistigen Existenz herausfordert und im h\u00f6chsten Grade die Unabh\u00e4ngigkeit es menschlichen Geistes widerspiegelt und die Philosophie seiner Existenz \u00fcberhaupt ber\u00fchrt.<\/p>\n<p>Ich denke, da\u00df wir nur in dieser Zukunftsorientierung und auf dieser Ebene der Vernunft die Herausforderungen, mit denen wir jetzt auf der Erde konfrontiert sind, bestehen k\u00f6nnen. Aber ich denke, wir k\u00f6nnen es.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Helga Zepp-LaRouche, die Vorsitzende des Schiller-Instituts, er\u00f6ffnete am 21. 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