{"id":19589,"date":"2014-08-18T13:45:31","date_gmt":"2014-08-18T11:45:31","guid":{"rendered":"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/?p=19589"},"modified":"2014-10-09T13:47:13","modified_gmt":"2014-10-09T11:47:13","slug":"aegypten-schliesst-sich-dem-neuen-paradigma-an","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2014\/08\/18\/aegypten-schliesst-sich-dem-neuen-paradigma-an\/","title":{"rendered":"\u00c4gypten schlie\u00dft sich dem Neuen Paradigma an"},"content":{"rendered":"<p>Unter dem neuen Pr\u00e4sidenten Abdel Fattah al-Sisi hat \u00c4gypten sich entschlossen, eine wesentliche Rolle bei der Schaffung einer neuen gerechten Weltwirtschaftsordnung zu spielen, wie sie von China, Ru\u00dfland und den anderen BRICS-Staaten in den letzten Wochen in Angriff genommen wurde. Offensichtlich orientiert sich al-Sisi dabei an der antikolonialistischen Politik des ehemaligen Staatspr\u00e4sidenten Gamal Abdel Nasser (1954-1970).<\/p>\n<p>Im Mittelpunkt stehen dabei einerseits Projekte zum Aufbau des Landes wie der Bau eines zweiten Suezkanals und landwirtschaftliche Projekte im Westen des Landes. Andererseits versucht \u00c4gypten stabilisierend in der Region zu wirken, um dem permanenten Blutvergie\u00dfen ein Ende zu bereiten, und dar\u00fcber hinaus die Zusammenarbeit mit den BRICS-Staaten zu vertiefen. So besuchte al-Sisi den russischen Pr\u00e4sidenten Putin zwei Tage lang in Sotschi. Man verhandelte ausf\u00fchrlich \u00fcber Zusammenarbeit in Wirtschaft, Wissenschaft, Raumfahrt und Au\u00dfenpolitik, u.a. eine Kooperation \u00c4gyptens mit der Eurasischen Zollunion (Ru\u00dfland, Wei\u00dfru\u00dfland, Kasachstan). Ru\u00dfland liefert \u00c4gypten bereits 40% seines Getreidebedarfs und wird dies noch ausweiten, und \u00c4gypten wird seinerseits mehr frisches Obst und Gem\u00fcse nach Ru\u00dfland ausf\u00fchren, um die jetzt gestoppten europ\u00e4ischen Einfuhren zu ersetzen.<\/p>\n<p>Vom 3.-4. August besuchte Chinas Au\u00dfenminister Wang Yi Kairo und \u00fcberbrachte einer pers\u00f6nlichen Botschaft von Pr\u00e4sident Xi Jinping an al-Sisi. Xi l\u00e4dt damit \u00c4gypten ein, sich an Chinas Zukunftsstrategie der Infrastruktur- und Handelsnetze der <a class=\"layout-processed\" href=\"https:\/\/www.bueso.de\/wlb\">Neuen Seidenstra\u00dfe und Maritimen Seidenstra\u00dfe<\/a>, die er bei seinem Besuch in Zentralasien und S\u00fcdostasien 2013 dargelegt hatte, zu beteiligen. Xi schreibt, dies entspreche \u00c4gyptens Strategie der nationalen Entwicklung. Wang bot eine breite wirtschaftliche Zusammenarbeit an, u.a. beim Aufbau der Suez-Wirtschaftszone, moderner Industrie und Landwirtschaft, Energie, Verkehr, Luft- und Raumfahrt.<\/p>\n<p>Al-Sisi hat k\u00fcrzlich auch in einem Brief an die argentinische Pr\u00e4sidentin Fernandez de Kirchner die uneingeschr\u00e4nkte Solidarit\u00e4t im Kampf <a class=\"layout-processed\" href=\"https:\/\/www.bueso.de\/node\/7591\">Argentiniens gegen die Geierfonds<\/a>zum Ausdruck gebracht.<\/p>\n<h2>\u00c4gypten baut zweiten Suezkanal<\/h2>\n<p>Am 5. August k\u00fcndigte Pr\u00e4sident Al-Sisi an, da\u00df das Land wieder systematisch Gro\u00dfprojekte verwirklichen werde, darunter einen zweiten Suezkanal, der die Kapazit\u00e4t des alten Kanals verdoppelt. Schon am n\u00e4chsten Tag zeigten \u00e4gyptische Medien Bilder von riesigen Baufahrzeugen, und 7500 Arbeiter begannen mit dem Bau, der nur ein Jahr dauern soll. Unter Leitung der Armee werden bis zu 63 Firmen den 35 langen Kanal parallel zum alten, n\u00f6rdlich vom Timsahsee (bei Ismailia) und den Bitterseen, bauen. Der Kanal unterhalb der Seen wird \u00fcber 37 km L\u00e4nge verbreitert. Damit soll die Kapazit\u00e4t des Kanals von bisher 49 auf 97 Schiffe pro Tag erh\u00f6ht und gleichzeitig sowohl die Transitzeit von jetzt 18 auf 11 Stunden sowie die zus\u00e4tzlichen Wartezeiten massiv verk\u00fcrzt werden.<\/p>\n<p>Die Planung des Projekts wird von einem internationalen Konsortium ausgef\u00fchrt. Aber bei der Bauausf\u00fchrung sollen ausschlie\u00dflich einheimische Unternehmen zum Zuge kommen. Und die Finanzierung l\u00e4uft \u00fcber Anleihen, die nur \u00c4gypter \u00fcber \u00e4gyptische Banken erwerben k\u00f6nnen. Neben dem Kanal umfa\u00dft das Vorhaben neue Stra\u00dfen, Eisenbahnen sowie weitere Bauwerke zur Untertunnelung bzw. \u00dcberbr\u00fcckung des Kanals, zu Gesamtkosten von etwa 60 Mrd. \u00c4gyptischen Pfund (8,4 Mrd. Dollar). Auch sind vier neue H\u00e4fen und dazugeh\u00f6rige Industriestandorte geplant. Der Staat erhofft sich eine Steigerung der Kanaleinnahmen von heute 5 Mrd. j\u00e4hrlich auf 13,5 Mrd. Dollar im Jahr 2023.<\/p>\n<p>Ein zweites Gro\u00dfprojekt ist das Projekt Neues Tal (Toshka-Projekt) zur Begr\u00fcnung der Westlichen W\u00fcste, das schon 1997 begonnen, aber aus Geldmangel nie fertiggestellt wurde. Es sieht vor, Wasser aus dem Nassersee, dem See beim Assuan-Staudamm, \u00fcber ein Kanalnetz zur Bew\u00e4sserung von bis zu 500.000 ha Land zu verwenden.<\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unter dem neuen Pr\u00e4sidenten Abdel Fattah al-Sisi hat \u00c4gypten sich entschlossen, eine wesentliche Rolle bei der Schaffung einer neuen gerechten Weltwirtschaftsordnung zu spielen, wie sie von China, Ru\u00dfland und den anderen BRICS-Staaten in den letzten Wochen in Angriff genommen wurde. 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