{"id":19571,"date":"2014-09-12T13:25:53","date_gmt":"2014-09-12T11:25:53","guid":{"rendered":"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/?p=19571"},"modified":"2014-10-09T13:26:40","modified_gmt":"2014-10-09T11:26:40","slug":"russland-und-china-schaffen-alternative-zum-swift-system","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2014\/09\/12\/russland-und-china-schaffen-alternative-zum-swift-system\/","title":{"rendered":"Ru\u00dfland und China schaffen Alternative zum SWIFT-System"},"content":{"rendered":"<p>Die BRICS-Nationen ergreifen weitere Ma\u00dfnahmen, um die Versuche des Westens abzuwehren, Ru\u00dfland durch die Wirtschafts- und Finanzsanktionen in die Knie zu zwingen. W\u00e4hrend andere ru\u00dflandfeindliche Sanktionen insbesondere auf die Volkswirtschaften der EU-Staaten zur\u00fcckgeschlagen sind, hatten Experten der britischen und amerikanischen Finanzwelt stets damit geprahlt, sie h\u00e4tten die \u201eAtomwaffe der Finanzkriegsf\u00fchrung\u201c, denn sie k\u00f6nnten das russische Bankensystem von dem globalen SWIFT-System ausschlie\u00dfen. Die<em>Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication<\/em> dient dem sicheren internationalen Nachrichtenverkehr zwischen Banken, Brokerh\u00e4usern und B\u00f6rsen.<\/p>\n<p>Im Rahmen eines Besuchs des stellvertretenden russischen Premierministers Schuwalow in Beijing haben China und Ru\u00dfland nun eine Alternative zum SWIFT-System geschaffen, wie<em>Reuters<\/em>, <em>ITAR-TASS<\/em> und andere Medien meldeten. Vorl\u00e4ufig nutzen die russischen Banken das chinesische <em>UnionPay<\/em>-System f\u00fcr Transfers zwischen den Banken.<\/p>\n<p>Schon im April hatte <a class=\"layout-processed\" href=\"https:\/\/www.bueso.de\/node\/7276\">Sergei Glasjew<\/a>, f\u00fchrender russischer \u00d6konom und Berater Pr\u00e4sident Putins, in einem 15-Punkte-Programm zur Verteidigung Ru\u00dflands gegen den Wirtschaftskrieg des Westens als Punkte 6 und 7 die Schaffung eigener russischer Einrichtungen zur Abwicklung von Interbank- und Kreditkartenzahlungen aufgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Seither wurden diese Schritte von Ru\u00dfland und China vorbereitet, parallel zu anderen wichtigen Ma\u00dfnahmen innerhalb der BRICS-Gruppe und zusammen mit anderen L\u00e4ndern, die insbesondere von den wirtschaftlichen Erfolgen Chinas angezogen werden. So wurden beispielsweise Devisenswap-Vereinbarungen zwischen den Zentralbanken vereinbart, um die Zahlungsabwicklung in eigener W\u00e4hrung &#8211; sprich russischem Rubel, chinesischem Yuan und indischer Rupie &#8211; zu erm\u00f6glichen. Dies entspricht Punkt 5 der von Glasjew geforderten Ma\u00dfnahmen. Ende Juni unterrichtete dann die Leiterin der russischen Zentralbank, Nadia Nabiullina, Pr\u00e4sident Putin, da\u00df die Zentralbanken Ru\u00dflands und Chinas solche Swaps ausarbeiten. Und Anfang Juli war sie bereits in China, um diese Vereinbarungen abzuschlie\u00dfen, die dann beim Gipfeltreffen der BRICS-Gruppe Mitte Juli in Brasilien zusammen mit der Gr\u00fcndung der <em>Neuen Entwicklungsbank<\/em> (NDB) und der W\u00e4hrungsreserve-Vereinbarung bekanntgegeben wurden.<\/p>\n<p>Beim Treffen des <em>Rhodos-Forums<\/em> 2013 unterschied Glasjew Ma\u00dfnahmen, die die eigene wirtschaftliche Entwicklung sch\u00fctzen von jenen, die der Schaffung eines \u201eAnti-Dollar-Systems\u201c alternativer Reservew\u00e4hrungen dienten. Er sagte, regionale W\u00e4hrungen seien sch\u00f6n und gut, aber sie dienten nicht der wirtschaftlichen Entwicklung, solange sie von Finanzoligarchien beherrscht w\u00fcrden. Angesichts des Umfangs der notwendigen Investitionen sei die Rolle des Staates entscheidend. Wer werde die Modernisierung und den Ausbau der Infrastruktur finanzieren? Das Geld m\u00fcsse von denen kommen, die das Geld in Umlauf bringen.<\/p>\n<p>Nun haben Schuwalow und Chinas Vizepremier Zheng Gaoli eine Vereinbarung geschlossen, um beide Ziele &#8211; die Abwicklung des Handels in Yuan und Rubel und das alternative Zahlungssystem &#8211; zu f\u00f6rdern. Schuwalow sagte, Chinas UnionPay-System sei \u201ebereit f\u00fcr eine umfassende Zusammenarbeit und bietet alle infrastrukturellen Voraussetzungen\u201c. Da Ru\u00dflands nationales Interbank-Zahlungssystem seine Arbeit noch nicht aufgenommen habe, werden die russischen Banken vorl\u00e4ufig Konten bei den chinesischen Staatsbanken er\u00f6ffnen, und chinesische Unternehmen werden in der Lage sein, Kredite direkt an russische Firmen zu vergeben, womit das chinesische Zahlungssystem faktisch f\u00fcr das russische Bankensystem ge\u00f6ffnet wird.<\/p>\n<p>Im Gegenzug erlaubt Ru\u00dfland erstmals chinesischen Firmen Direktinvestitionen in seine \u00d6l- und Gasvorkommen. So war Chinas <em>Nationale Petroleum-Gesellschaft<\/em> CNPC in der Lage, 1 Mrd. Dollar in eines der bedeutendsten \u00d6lfelder des russischen <em>Rosneft<\/em>-Konzerns, das Vancor-Feld, zu investieren. Auf diese Art und Weise kann sich Rosneft, das bereits seit mehr als 90 Tagen von Krediten des transatlantischen Kapitalmarkts abgeschnitten ist, mit frischem Kapital ausstatten.<\/p>\n<p>Wie zu vermuten war, ist also auch die finanzielle \u201eAtombombe\u201c der Londoner City und der Wall Street nichts als ein Rohrkrepierer. Es wird Zeit, da\u00df die unsinnigen Sanktionen beendet werden und Deutschland sich der realwirtschaftlichen Aufbauperspektive Ru\u00dflands und der anderen BRICS-Nationen anschlie\u00dft.<\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die BRICS-Nationen ergreifen weitere Ma\u00dfnahmen, um die Versuche des Westens abzuwehren, Ru\u00dfland durch die Wirtschafts- und Finanzsanktionen in die Knie zu zwingen. 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