{"id":119017,"date":"2026-10-07T10:18:14","date_gmt":"2026-10-07T14:18:14","guid":{"rendered":"https:\/\/schillerinstitute.com\/?p=119017"},"modified":"2026-10-07T10:18:16","modified_gmt":"2026-10-07T14:18:16","slug":"die-globale-versorgungskrise-ueberwinden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2026\/10\/07\/die-globale-versorgungskrise-ueberwinden\/","title":{"rendered":"Die globale Versorgungskrise \u00fcberwinden"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Bericht vom 174. Treffen der Internationalen Friedenskoalition<\/h3>\n\n\n\n<p>Am 2. Oktober fand die 174. w\u00f6chentliche Online-Sitzung der Internationalen Friedenskoalition (IPC) statt. <strong>Helga Zepp-LaRouche<\/strong>, Gr\u00fcnderin des Schiller-Instituts und Initiatorin der IPC, er\u00f6ffnete die Sitzung mit einer Warnung vor neuen Entwicklungen, darunter die Gefahren des milit\u00e4rischen Einsatzes k\u00fcnstlicher Intelligenz (KI). US-Kriegsminister Pete Hegseth treibe die Entwicklung autonomer Waffensysteme voran, ohne f\u00fcr eine menschliche Kontrolle \u00fcber diese Systeme zu sorgen. Sie verwies auf die \u201eabsolut eskalierende Lage im Nahen Osten\u201c, da durch die Blockade der beiden wichtigen maritimen Engp\u00e4sse \u2013 Stra\u00dfe von Hormus und Bab al-Mandab \u2013 eine weltweite Depression drohe. Ein Lichtblick sei ein offener Brief der iranischen Revolutionsgarden an die amerikanische \u00d6ffentlichkeit, der den Amerikanern erstmals Zugang zur iranischen Sicht der Dinge verschaffe.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Es ist Zeit f\u00fcr eine Welt der\u201ePartner statt Rivalen\u201c \ud83d\udd4a\ud83d\udd4a\ud83d\udd4a\" width=\"960\" height=\"540\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/fpk3ZoG69vM?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p>Zepp-LaRouche zitierte \u00c4u\u00dferungen des russischen Pr\u00e4sidenten Putin auf dem 23. j\u00e4hrlichen Waldai-Forum am 1. Oktober, wo er beschrieb, wie Ru\u00dfland versuchte, sich in Europa zu integrieren, aber zur\u00fcckgewiesen worden sei. Als Beispiel daf\u00fcr, warum Menschen im Ernstfall \u00fcber Maschinen entscheiden m\u00fcssen, erinnerte sie an den sowjetischen Oberstleutnant Stanislaw Petrow, der am 26. September 1983 einen Atomkrieg verhinderte, als er sich \u00fcber den automatischen Vergeltungsmechanismus der sowjetischen Doktrin hinwegsetzte.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Landwirtschaft in der Krise<\/h3>\n\n\n\n<p><strong>Marcia Merry Baker<\/strong>, <em>EIR<\/em>-Wirtschaftsredakteurin, beschrieb die aktuelle Wirtschaftskrise als \u201eZusammenbruchsphase\u201c infolge der wirtschaftlichen Schocks vom Fr\u00fchjahr. Es werde ein Einbruch der weltweiten Getreideproduktion im Erntejahr 2026-27 um 2,5% prognostiziert: \u201eDas klingt vielleicht nicht nach viel, wird aber mit den Anbau- und Erntezyklen an Umfang und Tempo zunehmen, wenn wir nicht eingreifen, um es aufzuhalten.\u201c Und dies in einer Welt, die ohnehin mit Hunger und Nahrungsmittelmangel zu k\u00e4mpfen habe. Der weltweite Handel mit D\u00fcngemitteln sei seit Beginn des Iran-Kriegs im Februar um 20-30% zur\u00fcckgegangen. Durch die Einstellung des Schiffsverkehrs am Persischen Golf habe sich der Preis f\u00fcr wichtige Industriechemikalien wie Schwefel verdoppelt. Hinzu k\u00e4men die Preisanstiege bei Benzin, Kerosin und Heiz\u00f6l sowie insbesondere Engp\u00e4sse bei Diesel. Europa k\u00fcrze Agrarsubventionen, um Geld in die Aufr\u00fcstung umzuleiten. Positiv seien die Vereinbarungen Ru\u00dflands, Indien mit D\u00fcngemitteln zu beliefern, sowie noch bis vor kurzem die Zusage Chinas, Kraftstoff in s\u00fcdostasiatische L\u00e4nder zu exportieren. In Waldai habe Putin davon gesprochen, Ru\u00dflands weltweite Energieexporte wieder aufzunehmen, sobald die Wirtschaftssanktionen aufgehoben werden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Mike Callicrate<\/strong> ist Rinderz\u00fcchter aus Kansas, f\u00fchrender Aktivist in der Agrarpolitik sowie Gr\u00fcnder und Eigent\u00fcmer des Direktvermarkters Ranch Foods Direct in Colorado. Er schilderte den raschen Niedergang der Viehzucht in den USA durch falsche Regierungspolitik und warnte, Amerika verliere die F\u00e4higkeit, sich selbst zu ern\u00e4hren.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Jesus Holguin Cazares<\/strong>, Pr\u00e4sident des Rinderz\u00fcchterverbands Kansas Cattlemen\u2019s Association, berichtete von Razzien der Einwanderungspolizei ICE in der vergangenen Woche in mehreren Gemeinden mit gro\u00dfen Schlachtbetrieben im S\u00fcdwesten von Kansas. ICE hatte niemanden im voraus informiert, nicht einmal die \u00f6rtliche Polizei. Mehrere Tage lang seien dort die Betriebe, die 20% der Rindfleischs in den USA liefern, zum Stillstand gekommen, f\u00fcr Tausende von Rindern habe es pl\u00f6tzlich keinen Platz gegeben. Die ICE-Razzien h\u00e4tten ein Klima der Angst geschaffen, in dem selbst US-B\u00fcrger hispanischer Herkunft mit einwandfreiem Aufenthaltsstatus z\u00f6gern, zur Arbeit zu erscheinen.<\/p>\n\n\n\n<p>Zepp-LaRouche verwies auf die \u00c4u\u00dferungen von Papst Leo XIV. zur Migration. \u201eMan l\u00f6st die Migrationsfrage nicht, indem man Menschen ausweist\u201c, sagte sie. Die L\u00f6sung bestehe darin, die Wirtschaft anderer Nationen nicht l\u00e4nger zu ruinieren, denn das sei der Ausl\u00f6ser f\u00fcr Fl\u00fcchtlingswellen. Callicrate warf den gro\u00dfen Fleischverarbeitern vor, sie \u201elieben St\u00f6rungen und Chaos\u201c, weil das die Preise dr\u00fcckt, die Viehz\u00fcchter f\u00fcr ihr Vieh verlangen k\u00f6nnen. Merry Baker stimmte zu, da\u00df die ICE-Razzien die Fleischverarbeitung in Kansas gest\u00f6rt und damit zu einer allgemeinen Krise beigetragen h\u00e4tten. Zepp-LaRouche rief alle Beteiligten dazu auf, sich nicht nur auf lokale Kontroversen zu konzentrieren, sondern sie aus der Perspektive der weltweiten Abkehr vom alten kolonialen System zu betrachten.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Internationale Aktivit\u00e4ten f\u00fcr den Frieden<\/h3>\n\n\n\n<p><strong>Pater John Heagle<\/strong>, Direktor der Friedensgruppe \u201ePriests Against Genocide\u201c (Priester gegen V\u00f6lkermord) und Mitglied der Vereinigung katholischer Priester in den USA, erinnerte an das Wort von Papst Paul VI.: \u201eWenn ihr Frieden wollt, arbeitet f\u00fcr Gerechtigkeit.\u201c Er verglich dies mit Zepp-LaRouches Aufruf zu einem Paradigmenwechsel und zitierte f\u00fchrende Vertreter der katholischen Kirche, die die Kirche dazu aufriefen, sich f\u00fcr die gesamte Menschheit einzusetzen. Paul VI. habe die Regierungen der Welt ermahnt, da\u00df \u201eEntwicklung der neue Name f\u00fcr Frieden ist\u201c. Das sei vielleicht naiv, weil s\u00e4kulare Regierungen seine Worte mi\u00dfachteten, ein \u201ev\u00f6lliges Versagen unserer heutigen Demokratie\u201c. Seine Organisation sei weltweit dort t\u00e4tig, wo Menschen aufgrund ihrer Identit\u00e4t massakriert werden, die Kirche sei dort ein \u201eFeldlazarett\u201c f\u00fcr die vielen Opfer. Er schlo\u00df mit einem eindrucksvollen Gedicht, das ein Kind in Gaza verfa\u00dft hat und beschreibt, wie die Eltern den Namen des Kindes auf sein Bein schreiben, damit man es nach einem Angriff identifizieren kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Dr. <strong>E. Martin Schotz <\/strong>ist Koordinator der Friedensorganisation JFK Peace Speech Committee aus Massachusetts und Autor eines Buches \u00fcber den Mord an Pr\u00e4sident Kennedy (<em>History Will Not Absolve Us: Orwellian Control, Public Denial, and the Murder of President Kennedy)<\/em>. Er beschrieb den inneren Wandel von Pr\u00e4sident John F. Kennedy gegen Ende seines Lebens, als er sich von der \u201ePax America\u201c und dem Krieg als politischem Instrument abwandte.<\/p>\n\n\n\n<p>Zepp-LaRouche lobte Pater Heagle als Vorbild f\u00fcr authentischen Katholizismus, im Gegensatz zu all jenen, die die Lehre vom \u201egerechten Krieg\u201c des Heiligen Augustinus verdrehen, um Kriege zu rechtfertigen, die alles andere als gerecht sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Co-Moderator <strong>Dennis Speed<\/strong> stellte wieder den regelm\u00e4\u00dfigen Gast <strong>Larry Johnson<\/strong> vor, ehemaliger CIA-Beamter und Mitglied der Veteran Intelligence Professionals for Sanity (VIPS). Johnson berichtete, er sei gerade aus Ru\u00dfland zur\u00fcckgekehrt, wo er sich mit etlichen Milit\u00e4rf\u00fchrern getroffen habe. Einer von ihnen habe aus den \u00c4u\u00dferungen der NATO-F\u00fchrung schon den Schlu\u00df gezogen, da\u00df Ru\u00dfland bald im Krieg mit Europa stehen wird. Johnson warnte vor der Schwere der Versorgungsengp\u00e4sse im Zuge des Iran-Kriegs: \u201eDiesel ist f\u00fcr die Weltwirtschaft das, was Blut f\u00fcr den menschlichen K\u00f6rper ist.\u201c US-Pr\u00e4sident Trump leide an einer Form von Geisteskrankheit und habe \u201ejeden sozialen Filter verloren\u201c. Johnson bezog sich auf Trumps Rede vor der UNO, in der er von der v\u00f6lligen Vernichtung des Iran sprach: \u201eWenn Trumps Rhetorik noch schlimmer ist als die von Adolf Hitler, dann sind wir in einer sehr gef\u00e4hrlichen Situation.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Jacques Cheminade<\/strong>, Vorsitzender der franz\u00f6sischen Partei Solidarit\u00e9 et Progr\u00e8s (S&amp;P), beschrieb die bedeutenden Auswirkungen des Besuchs von Papst Leo in Paris, bei dem sich am 26. September bis zu 800.000 Menschen zu einer Messe auf der Place de la Concorde versammelten, um die Friedensbotschaft des Papstes zu h\u00f6ren. Cheminade berichtete \u00fcber das Engagement seiner Organisation im Rahmen der Veranstaltungen zum Papstbesuch; sie habe 12.000 Flugbl\u00e4tter mit dem Offenen Brief von Peter Kuznik an Papst Leo verteilt, an dessen Verbreitung die IPC mitwirkt.<sup>1<\/sup><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Diskussion<\/h3>\n\n\n\n<p>Als Antwort auf Fragen aus Deutschland, Afrika und Mexiko berichtete Merry Baker, es gebe eine wichtige Initiative zur F\u00f6rderung der Zusammenarbeit zwischen f\u00fchrenden Landwirtschaftsaktivisten in den USA und Mexiko, was man auf andere L\u00e4nder ausweiten k\u00f6nne. Co-Moderator <strong>Dennis Small<\/strong>, Leiter des Iberoamerika-Ressorts von <em>EIR<\/em>, stellte fest, die Zerst\u00f6rung der Landwirtschaft in den USA wie auch in Mexiko sei die Ursache der Migrationswellen in die USA. Mexiko und andere L\u00e4nder in aller Welt seien gezwungen, die Selbstversorgung mit Nahrungsmitteln zugunsten von Exportkulturen aufzugeben, um den Schuldendienst bei den Banken zu leisten. 75% der US-Amerikaner seien in Umfragen gegen die Politik, die die Einwanderung verursacht, deshalb sollte sich ihre Wut gegen diese Politik richten statt gegen die Migranten. Callicrate forderte eine R\u00fcckkehr zu einer Landwirtschaft, deren Sinn und Zweck es ist, Menschen zu ern\u00e4hren, anstatt ein Spielfeld f\u00fcr Spekulanten zu sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Pater Heagle schlo\u00df sich in seinen abschlie\u00dfenden Bemerkungen Zepp-LaRouches Anklage gegen diejenigen an, die Augustinus\u2019 Lehre vom gerechten Krieg mi\u00dfbrauchen, um Angriffskriege zu rechtfertigen, und betonte die Bedeutung des offenen Briefes an Papst Leo. Zepp-LaRouche kam auf Pr\u00e4sident Putins Warnung in Waldai zur\u00fcck, die Krise eines neuen Weltkriegs k\u00f6nne viel schneller ausbrechen, als die Menschen glauben. Die Menschheit stehe einerseits kurz vor dem Untergang, aber andererseits auch kurz vor dem neuen Paradigma, das wir uns w\u00fcnschen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><strong>Anmerkung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>1. <a href=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2026\/08\/20\/aufruf-an-papst-leo-xiv-einen-weltgipfel-zu-organisieren-um-die-fragen-des-friedens-und-der-nuklearen-abruestung-anzugehen\/\">\u201eAufruf an Papst Leo XIV., einen Weltgipfel zu organisieren,<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;um die Fragen des Friedens und der nuklearen Abr\u00fcstung anzugehen\u201c<\/a>,<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;Internetseite des Schiller-Instituts.<\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bericht vom 174. Treffen der Internationalen Friedenskoalition Am 2. 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