{"id":118915,"date":"2026-09-26T10:33:25","date_gmt":"2026-09-26T14:33:25","guid":{"rendered":"https:\/\/schillerinstitute.com\/?p=118915"},"modified":"2026-09-26T10:33:33","modified_gmt":"2026-09-26T14:33:33","slug":"das-drama-der-gegensaetze-bei-der-un-vollversammlung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2026\/09\/26\/das-drama-der-gegensaetze-bei-der-un-vollversammlung\/","title":{"rendered":"Das Drama der Gegens\u00e4tze bei der UN-Vollversammlung"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Bericht vom 173. Treffen der Internationalen Friedenskoalition<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die 173. w\u00f6chentliche Online-Sitzung der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 25. September begann mit einer Einf\u00fchrung von <strong>Helga Zepp-LaRouche<\/strong>, der Gr\u00fcnderin des Schiller-Instituts und Initiatorin der IPC. Sie \u00e4u\u00dferte die Hoffnung, da\u00df das Treffen der Pr\u00e4sidenten Trump und Xi einen Wendepunkt in den Beziehungen zwischen den USA und China darstellen k\u00f6nnte. Xi habe richtig gesagt, da\u00df die L\u00f6sung vieler Probleme in der Welt eine Zusammenarbeit der beiden gr\u00f6\u00dften Volkswirtschaften erfordert. Die Milit\u00e4rdoktrin der USA und der anglophilen Nationen sei es, Ru\u00dfland und China einzukreisen, so Zepp-LaRouche, doch wenn es Trump gel\u00e4nge, die Beziehungen zu diesen L\u00e4ndern zu normalisieren, w\u00fcrde er sich einen positiven Platz in der Geschichte sichern. Das beherrschende Thema bei der UN-Vollversammlung in New York sei die Frage, ob die Welt k\u00fcnftig nach dem \u201eGesetz des Dschungels\u201c regiert wird oder ob wir eine zivilisierte Welt mit einer neuen Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur haben werden. Die westlichen M\u00e4chte h\u00e4tten keine Ahnung davon, da\u00df sich die Mehrheit der Welt auf ein neues Paradigma des Friedens durch Entwicklung ausrichtet. \u201eWir befinden uns in einem jener Momente, in denen alles vom Mut einzelner Menschen abh\u00e4ngt, die Fahne des Friedens hochzuhalten.\u201c<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Das Drama, das sich vor der UN-Generalversammlung abspielt - 173. Treffen der IFK \ud83d\udd4a\ud83d\udd4a\ud83d\udd4a\" width=\"960\" height=\"540\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/A95JjkYryLc?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Harley Schlanger<\/strong>, Pr\u00e4sident der LaRouche-Organisation (TLO), stellte Dr. <strong>Seyed Mohammad Marandi <\/strong>vor, einen iranisch-amerikanischen Wissenschaftler, Intellektuellen und politischen Analysten, der als Professor f\u00fcr Englische Literatur und Orientalistik an der Universit\u00e4t Teheran t\u00e4tig ist und Berater des iranischen Verhandlungsteams in der Atomfrage war. Marandi erkl\u00e4rte, das Hauptmotiv f\u00fcr den gegenw\u00e4rtigen Krieg sei vielleicht die Unabh\u00e4ngigkeit des Iran und seine Entscheidung f\u00fcr die Blockfreiheit. Der Iran habe auch die Anti-Apartheid-Bewegung in S\u00fcdafrika unterst\u00fctzt und setze sich f\u00fcr die Sache der Pal\u00e4stinenser ein, was ihn zur Zielscheibe der Anglosph\u00e4re mache. Die christliche und j\u00fcdische Auspr\u00e4gung des Zionismus sei vergleichbar mit dem IS und Al-Kaida: Alle seien radikale Sekten, die in Wahrheit nicht die Religionen widerspiegeln, die sie angeblich vertreten. So habe Israel sogar eine Synagoge im Zentrum der j\u00fcdischen Gemeinde in Teheran bombardiert.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Zepp-LaRouche<\/strong> sagte darauf hin, die eigentliche Ursache f\u00fcr die milit\u00e4rischen Konflikte in der heutigen Welt sei der verzweifelte Versuch der Anglosph\u00e4re, eine unipolare Welt aufrechtzuerhalten. Die wahre Geschichte des Iran bekannt zu machen, sei entscheidend, um die Dinge richtigzustellen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Garland Nixon<\/strong>, ein erfahrener progressiver Radio- und Fernseh-Talkshow-Moderator, wies auf den inneren Widerspruch der verbreiteten Darstellung hin, Ru\u00dfland verliere den Krieg gegen die Ukraine, gleichzeitig aber kurz davor stehe, in ganz Europa bis zum \u00c4rmelkanal einzumarschieren. In Wirklichkeit habe die westliche Elite Angst vor einem Aufstand im Inneren wegen der sich rapide verschlechternden Lebensbedingungen in ihren L\u00e4ndern. \u201eJe aggressiver die US-Au\u00dfenpolitik ist, desto mehr leiden die Leute darunter.\u201c Ein Beispiel seien die k\u00fcrzlich verk\u00fcndeten neuen Wirtschaftssanktionen gegen andere L\u00e4nder, die sich negativ auf den Lebensstandard in den USA auswirken werden. Die Politik und Rhetorik der herrschenden Eliten sei so extrem und schockierend geworden, da\u00df die Masse der Bev\u00f6lkerung darauf reagieren und sich weigern k\u00f6nnte, zu tun, was sie von ihnen fordern.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Donald Ramotar<\/strong> war von 2011 bis 2015 Staatspr\u00e4sident von Guyana. Er erinnerte im Gespr\u00e4ch mit Prof. Marandi daran, da\u00df die Mossadegh-Regierung im Iran 1953 von der CIA gest\u00fcrzt wurde, im selben Jahr, in dem in Guyana die Regierung seiner Partei, der PPP, durch eine \u00e4hnliche Operation von Gro\u00dfbritannien gest\u00fcrzt wurde. Seitdem habe sich eine Verbundenheit zwischen den beiden Nationen entwickelt. Ramotar warf den USA \u201eOperationen im Gangster-Stil\u201c vor, z.B., da\u00df der Iran an den Verhandlungstisch eingeladen und anschlie\u00dfend bombardiert wurde. Er beklagte, da\u00df technologische Innovationen wie k\u00fcnstliche Intelligenz f\u00fcr milit\u00e4rische Aggressionen genutzt werden, statt daf\u00fcr, die Lebensqualit\u00e4t der Bev\u00f6lkerung zu verbessern.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Qualit\u00e4t der F\u00fchrung im Westen nehme ab, weil die Macht zunehmend bei privaten Konzernen statt bei gew\u00e4hlten Regierungen liege. Ramotar kritisierte, da\u00df UN-Generalsekret\u00e4r Guterres sich weigert, die Ereignisse in Gaza als V\u00f6lkermord zu bezeichnen, und erkl\u00e4rte, die UN-Sonderberichterstatterin f\u00fcr Pal\u00e4stina, Francesca Albanese, h\u00e4tte f\u00fcr ihre Bem\u00fchungen den Nobelpreis verdient.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Marandi<\/strong> betonte, der Iran sei eine normale Nation und kein M\u00e4rtyrerkult. Der Iran unterst\u00fctze die pal\u00e4stinensische Sache, weil die Iraner die Menschenw\u00fcrde der Pal\u00e4stinenser anerkennen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Richard Black<\/strong>, UN-Vertreter des Schiller-Instituts, berichtete \u00fcber die Aktivit\u00e4ten seiner Organisation im Kontext der Vollversammlung und verlas Ausz\u00fcge aus <a href=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2026\/09\/22\/an-die-staatschefs-und-delegationen-die-an-der-un-vollversammlung-im-september-2026-teilnehmen\/\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2026\/09\/22\/an-die-staatschefs-und-delegationen-die-an-der-un-vollversammlung-im-september-2026-teilnehmen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Zepp-LaRouches offenem Brief<\/a> an die UN, in dem sie eine neue Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur \u201eim Geiste von Bandung, im Geiste von Shanghai und im Geiste von Beethovens Neunter Sinfonie\u201c fordert. Er hob die Bedeutung der unabh\u00e4ngigen Pr\u00e4sidentschaftskampagne von Diane Sare in den USA hervor, u.a. Sares Kritik an der delphischen Initiative \u201ePartners for Multilateralism\u201c (P4M) des internationalen Bankers und kanadischen Premierministers Mark Carney, deren Ziel es sei, die BRICS zu untergraben und die echte Bewegung f\u00fcr Multilateralismus zu sabotieren.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Diskussion<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Diskussionsteil begann mit einem Video eines franz\u00f6sischen Aktivisten aus Paris, wo er mit anderen anwesend war, um den Papst zu begr\u00fc\u00dfen, dessen Friedensbotschaft im Kontrast zur Kriegsrhetorik der franz\u00f6sischen Regierung steht.<\/p>\n\n\n\n<p>Co-Moderator <strong>Dennis Speed <\/strong>\u00e4u\u00dferte die These: \u201eWir erleben das Ende der Doktrin der Dominanz\u201c, und bat die Sprecher um ihre Kommentare dazu. Garland Nixon merkte an, in Ru\u00dfland werde Geschichte und Kultur mehr Aufmerksamkeit geschenkt als im Westen, aber es gebe auch im Westen ein wiedererwachtes Interesse an diesen Themen, das die Weltsicht der Menschen ver\u00e4ndere.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Zepp-LaRouche<\/strong> erinnerte daran, da\u00df die CIA den \u201eKongre\u00df f\u00fcr kulturelle Freiheit\u201c als eine Operation gr\u00fcndete, um die klassische Kultur im Westen zu zerst\u00f6ren. Und die Briten verbreiteten eine verk\u00fcrzte Version der Geschichte, die Beitr\u00e4ge von weit \u00e4lteren Kulturen systematisch ausblende.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Richard Black<\/strong> beschrieb einen Besuch in einem historischen Museum in China, wo er sehr viele chinesische Familien sah, die sich leidenschaftlich darum bem\u00fchen, ihren Kindern die lange Geschichte ihres Landes zu vermitteln.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Teilnehmer warnte davor, da\u00df die USA die Kandidatur von Rafael Mariano Grossi zum neuen UN-Generalsekret\u00e4r unterst\u00fctzen, und erinnerte an Grossis korrupte Rolle als Leiter der IAEO, u.a., wie er den Iran besuchte und wahrscheinlich von dort Geheimdienstinformationen an Israel weitergab, die zur Ermordung iranischer Wissenschaftler benutzt wurden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Zepp-LaRouche<\/strong> erinnerte an die Beteiligung von Palantir an der Verbreitung von Desinformation \u00fcber das iranische Atomprogramm, um Zustimmung f\u00fcr den Krieg zu erzeugen, und fragte, ob Grossi daran mitschuldig sei. Wenn Grossi Generalsekret\u00e4r werden wolle, \u201edarf er keine solchen Flecken auf der wei\u00dfen Weste haben\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ramotar<\/strong> sagte, Venezuela sei jetzt \u201evoll und ganz eine Kolonie der Vereinigten Staaten\u201c, dies sei beispielhaft f\u00fcr die kolonialistische US-Politik, im Gegensatz zu Chinas freundschaftlichem Ansatz. Er kritisierte auch das neue Abkommen, das den USA erhebliche Kontrolle \u00fcber Gr\u00f6nland einr\u00e4umt.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Co-Moderator <strong>Dennis Small <\/strong>definierte \u201eNeokolonialismus\u201c als ein System, in dem L\u00e4ndern zwar nominelle politische Unabh\u00e4ngigkeit gew\u00e4hrt wird, aber ihre Wirtschaft vollst\u00e4ndig unter externer Kontrolle bleibt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Zepp-LaRouche<\/strong> bekr\u00e4ftigte in ihrer Antwort auf eine Frage ihre Ansicht, da\u00df Trump sich einen positiven Platz in der Geschichte sichern w\u00fcrde, wenn er wieder normale Beziehungen zu Ru\u00dfland und China herstellt. Die Vorstellung, da\u00df Sicherheit aus milit\u00e4rischer St\u00e4rke resultiere, sei die Ansicht einer schrumpfenden Minderheit &#8211; der \u201eGeist der Zeit\u201c hingegen sei, da\u00df der Weg zum Frieden \u00fcber Entwicklung f\u00fchrt. Diese Ansicht sei mittlerweile bei der globalen Mehrheit verbreitet, wie die BRICS und die SCO zeigten. Sie kam zu dem Schlu\u00df, da\u00df wir an einem Scheideweg stehen: auf der einen Seite die Tendenz zu Neokolonialismus oder Neofeudalismus, wo sich die Macht auf private Unternehmen oder Personen verlagert, und auf der anderen Seite die Zukunftsperspektive, f\u00fcr die sich die Friedenskoalition einsetzt.\u00a0                              <em>eir<\/em><\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bericht vom 173. Treffen der Internationalen Friedenskoalition Die 173. w\u00f6chentliche Online-Sitzung der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 25. September begann mit einer Einf\u00fchrung von Helga Zepp-LaRouche, der Gr\u00fcnderin des Schiller-Instituts und Initiatorin der IPC. 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