{"id":118787,"date":"2026-09-19T10:18:25","date_gmt":"2026-09-19T14:18:25","guid":{"rendered":"https:\/\/schillerinstitute.com\/?p=118787"},"modified":"2026-09-19T10:18:28","modified_gmt":"2026-09-19T14:18:28","slug":"am-rande-eines-grossen-krieges-in-suedwestasien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2026\/09\/19\/am-rande-eines-grossen-krieges-in-suedwestasien\/","title":{"rendered":"Am Rande eines gro\u00dfen Krieges in S\u00fcdwestasien"},"content":{"rendered":"\n<p>Bericht vom 172. Treffen der Internationalen Friedenskoalition<\/p>\n\n\n\n<p>Die 172. w\u00f6chentliche Online-Sitzung der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 18. September begann mit einem Lage\u00fcberblick von <strong>Dennis Small,<\/strong> IPC-Co-Moderator und Iberoamerika-Redakteur von <em>Executive Intelligence Review<\/em>. Er betonte, US-Pr\u00e4sident Trump sei trotz seiner gro\u00dfspurigen \u00c4u\u00dferungen nicht Herr seines Schicksals. Angesichts der Sperrung der Stra\u00dfe von Hormus und der Meerenge von Bab al-Mandab steuere die Welt auf einen riesigen wirtschaftlichen Schock zu, den Trump nicht verhindern kann. Es sei Trump auch nicht gelungen, die BRICS und den Wandel hin zu einer multipolaren Welt aufzuhalten, wie man auf der j\u00fcngsten BRICS-Konferenz in Neu-Delhi sehen konnte. Trumps Regierung habe bekanntgegeben, da\u00df sie Waffen im Weltraum stationiert hat, und sie diskutiert \u00fcber einen m\u00f6glichen Einsatz taktischer Atomwaffen, weil er immer noch hofft, den Rest der Welt einzusch\u00fcchtern.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Am Rande eines umfassenden regionalen Krieges in S\u00fcdwestasien - 172. Treffen der IFK\" width=\"960\" height=\"540\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/n8I3qTy4Rdw?start=1&#038;feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Omer Bartov<\/strong>, Professor f\u00fcr Holocaust- und Genozidforschung an der renommierten Brown University im US-Staat Rhode Island, erl\u00e4uterte, V\u00f6lkermord sei \u00e4hnlich wie Krieg als \u201eFortsetzung der Politik mit anderen Mitteln\u201c eingesetzt worden, und f\u00fchrte einige historische Beispiele daf\u00fcr an. Seit mit der Konvention \u00fcber die Verh\u00fctung und Bestrafung des V\u00f6lkermordes (CPPCG) 1948 die Ablehnung von Genozid im V\u00f6lkerrecht verankert wurde, gebe es eine gewisse Abschreckung, aber die Straffreiheit, mit der Israel seinen V\u00f6lkermord im Gazastreifen ver\u00fcbt, drohe die Welt in die Zeit davor zur\u00fcckzuversetzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Sowohl die pal\u00e4stinensische Hamas als auch das israelische Regime h\u00e4tten bewu\u00dft gewaltsame Reaktionen provoziert, um bestimmte Ziele zu erreichen, und beide seien damit erfolgreich &#8211; allerdings zu einem hohen Preis. Die Hamas habe die Aufmerksamkeit der Welt auf die Notlage der Pal\u00e4stinenser gelenkt, auf Kosten von Zehntausenden Menschenleben. Das israelische Regime wolle im Westjordanland eine neue Intifada provozieren, die dort als Vorwand f\u00fcr einen weiteren V\u00f6lkermord dienen w\u00fcrde, um die ethnische S\u00e4uberung und Annexion zu beschleunigen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Harley Schlanger<\/strong>, Pr\u00e4sident der amerikanischen LaRouche-Organisation (TLO), lobte Bartovs Vortrag und dessen neues Buch <em>Israel: What Went Wrong?<\/em> (\u201eIsrael: Was ist falsch gelaufen?\u201c) Die Einf\u00fchrung einer Verfassung in Israel sei immer wieder aufgeschoben worden, statt dessen wurde 2018 ein \u201eGrundgesetz\u201c beschlossen, das Israel als \u201enationale Heimst\u00e4tte des j\u00fcdischen Volkes\u201c definiert, womit die Apartheid institutionalisiert wurde, wie Bartov in seinem Buch beschreibt. Schlanger erkl\u00e4rte, anstatt sich auf negative Anreize wie Sanktionen zu konzentrieren, um Israel zu einer Verhaltens\u00e4nderung zu zwingen, sollte die Welt positive Anreize wie Lyndon LaRouches <a href=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2024\/02\/14\/petition-unterstuetzung-des-larouche-oasenplans-fuer-frieden-und-entwicklung-in-suedwestasien\/\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2024\/02\/14\/petition-unterstuetzung-des-larouche-oasenplans-fuer-frieden-und-entwicklung-in-suedwestasien\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u201eOasenplan\u201c <\/a>f\u00fcr wirtschaftliche Entwicklung f\u00f6rdern, der beiden Konfliktparteien zugute k\u00e4me.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Friedensaktivist <strong>Jonathan Kuttab<\/strong> ist ein pal\u00e4stinensisch-amerikanischer Christ, Leiter der \u201eFriends of Sabeel North America\u201c und Mitbegr\u00fcnder von \u201eNonviolence International\u201c. Er brachte zun\u00e4chst seine Wertsch\u00e4tzung f\u00fcr die IPC-Treffen zum Ausdruck und lobte besonders deren globalen Charakter und die Vielfalt der Teilnehmer. Dann befa\u00dfte er sich mit der verbreiteten Leugnung des V\u00f6lkermords in Gaza. Gew\u00f6hnlich sei es in Gerichtsverfahren wegen V\u00f6lkermords das schwierigste, Vorsatz nachzuweisen, aber im Falle Israels sei es sehr leicht, den Vorsatz zu dokumentieren. Menschen und Regierungen im Westen, die den Genozid leugnen, wollten damit ihre Mitschuld verbergen. Durch die Straffreiheit f\u00fcr Israel drohe die Gefahr, da\u00df V\u00f6lkermord wieder Normalit\u00e4t wird, wie Bartov warnte, eine R\u00fcckkehr zur Welt vor der V\u00f6lkermordkonvention. In dem Zusammenhang seien die Angriffe auf die internationalen Gerichte und auf das V\u00f6lkerrecht an sich besonders schockierend.<\/p>\n\n\n\n<p>Bartov meldete sich zu Wort und wandte sich gegen die Idee der Zweistaatenl\u00f6sung: \u201eDie Vorstellung von zwei getrennten Staaten mit einer Mauer dazwischen ist eine Fantasie.\u201c Er lobte die Organisation <a href=\"https:\/\/www.2s1h.org\/en?d=ltr\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.2s1h.org\/en?d=ltr\">\u201eA Land for All\u201c<\/a>, die sich f\u00fcr einen Plan einsetzt, der zwei souver\u00e4ne Staaten, Israel und Pal\u00e4stina, innerhalb einer einzigen gemeinsamen Heimat vorsieht, mit offenen Grenzen und gemeinsamen Institutionen statt einer strikten Trennung. Er sagte, vielen Menschen falle es schwer, sich mit der Tatsache abzufinden, da\u00df ausgerechnet Israel, das sich der Welt als Zufluchtsort f\u00fcr Opfer des Holocaust pr\u00e4sentierte, nun selbst einen Holocaust begehen k\u00f6nnte. Aber nun habe Israel den Bogen \u00fcberspannt und sei in seiner Straffreiheit zu weit gegangen, was den Menschen weltweit die Augen \u00f6ffne.<\/p>\n\n\n\n<p>Small ging ebenfalls auf das Thema Verleugnung ein und erkl\u00e4rte, die Menschen wollten sich der Wahrheit nicht stellen, weil sie keine L\u00f6sung sehen und die Realit\u00e4t deshalb f\u00fcr sie zu schmerzhaft ist. Den gr\u00f6\u00dften Schaden h\u00e4tten diejenigen, die offenen Auges den V\u00f6lkermord tolerieren, mehr noch als die Opfer selbst. Small stellte das humane Menschenbild des chinesischen Konfuzianismus dem barbarischen Menschenbild von Thomas Hobbes mit seinem \u201eKrieg aller gegen alle\u201c gegen\u00fcber. Er erinnerte auch daran, da\u00df der Zionismus weitgehend ein Projekt des Britischen Empire war.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Beatriz Bissio <\/strong>ist au\u00dferordentliche Professorin f\u00fcr Vergleichende Geschichte an der Bundesuniversit\u00e4t von Rio de Janeiro in Brasilien. Sie beschrieb zun\u00e4chst ihre langj\u00e4hrige T\u00e4tigkeit beim <em>Third World Journal<\/em>, in deren Rahmen sie ausf\u00fchrlich \u00fcber Pal\u00e4stina berichtete und den Vorsitzenden der Pal\u00e4stinensischen Befreiungsorganisation (PLO) Jassir Arafat interviewte. Anschlie\u00dfend befa\u00dfte sie sich ausf\u00fchrlich mit der j\u00fcngsten BRICS-Konferenz in Indien. Der Erfolg des Gipfels sei alles andere als garantiert gewesen, nicht zuletzt wegen der freundschaftlichen Beziehungen des indischen Premierministers Modi zu Israel, tats\u00e4chlich sei das Treffen aber ein gro\u00dfer Erfolg geworden. Besonders wichtig sei das Treffen zwischen Modi und dem chinesischen Pr\u00e4sidenten Xi Jinping am Rande gewesen, mit der denkw\u00fcrdigen Formel: \u201eWir sind Partner und keine Rivalen.\u201c Die Konferenz sei insgesamt von \u201eDiplomatie, Dialog und dem geduldigen Aufbau von Konsens\u201c gepr\u00e4gt gewesen, auch wenn nicht bei allen Themen Einstimmigkeit herrschte. Bissio sieht in dem Gipfel Grund zum Optimismus, trotz all der grausamen Realit\u00e4ten, mit denen sich die IPC befa\u00dft. Die BRICS h\u00e4tten auch auf die Bandung-Konferenz von 1955 verwiesen, ein wegweisendes Treffen von 29 asiatischen und afrikanischen Staaten; es sei ein Grundstein f\u00fcr die BRICS gewesen, die heute als die \u201eErben von Bandung\u201c gelten k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Diskussion<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Auf die Frage eines Teilnehmers, warum die arabischen Staaten den Pal\u00e4stinensern nicht helfen, antwortete Kuttab, die arabischen Staaten seien keine Demokratien und ignorierten die W\u00fcnsche ihrer Bev\u00f6lkerung, au\u00dferdem h\u00e4tten sie Angst vor den Israelis. Schlanger warf ein, der Iran sei dabei eine Ausnahme, und das sei auch der Grund f\u00fcr den Krieg gegen das Land.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine deutsche Teilnehmerin sagte, Deutschland habe eine besondere Verantwortung, sich gegen den V\u00f6lkermord im Gazastreifen zu stellen, weil es sich unter den Nazis selbst des V\u00f6lkermords schuldig machte. Sie dankte Schlanger daf\u00fcr, da\u00df er die Rolle Gro\u00dfbritanniens beim Zionismus ansprach. Sie wies auch auf die Bedeutung der Kontroverse um den amerikanischen Rap-Star Macklemore hin, der hart angegriffen wurde, weil er Pal\u00e4stina auf offener B\u00fchne unterst\u00fctzte. Seine Worte dabei seien wundersch\u00f6n gewesen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ulf Sandmark<\/strong>, Leiter des Schiller-Instituts in Schweden, berichtete \u00fcber die Lage in seinem Land, wo gerade Wahlen stattfanden, und \u00fcber die Aktivit\u00e4ten seiner Organisation, die dazu beitragen, eine Antikriegskoalition unter Oppositionsparteien aufzubauen.<\/p>\n\n\n\n<p>Small kam noch einmal auf die Verzweiflung der anglo-amerikanischen Eliten zur\u00fcck, die um jeden Preis ihre unipolare Welt bewahren wollen, bis hin zu Pl\u00e4nen, Atomwaffen einzusetzen. Israel sei wie ein \u201ePaket Dynamit\u201c, das im Dienste dieses unipolaren Wunschtraums jederzeit gez\u00fcndet und dabei selbst zerst\u00f6rt werden k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Journalist fragte Kuttab nach der \u201esklavischen Ergebenheit\u201c US-amerikanischer Politiker gegen\u00fcber dem israelischen Regime. Er antwortete, dahinter steckten noch umfassendere Interessen; dieselben Politiker w\u00fcrden Israel den W\u00f6lfen zum Fra\u00df vorwerfen, wenn es vorteilhaft erscheine. Unterdessen gebe es aber einen wichtigen Wandel in den USA, insbesondere unter jungen Menschen und vielen Juden, die \u00fcber Israels Handeln entsetzt sind. Er prognostizierte, letztendlich w\u00fcrden die USA ihre sch\u00fctzende Hand \u00fcber Israel zur\u00fcckziehen, damit werde es sich abfinden m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p>Zum Abschlu\u00df kam Schlanger noch einmal auf die Bedeutung der Arbeit der IPC zur\u00fcck. Sie solle den Menschen dabei helfen, \u201eaus der axiomatischen Struktur ihres Denkens auszubrechen\u201c und die Gehirnw\u00e4sche durch die traditionellen Medien zu \u00fcberwinden. Das heutige Treffen sei eine tiefgehende Diskussion gewesen, die \u201esolche Fragen an der Wurzel packt\u201c.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <em>eir<\/em><\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bericht vom 172. Treffen der Internationalen Friedenskoalition Die 172. w\u00f6chentliche Online-Sitzung der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 18. September begann mit einem Lage\u00fcberblick von Dennis Small, IPC-Co-Moderator und Iberoamerika-Redakteur von Executive Intelligence Review. 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