{"id":118697,"date":"2026-09-10T11:08:44","date_gmt":"2026-09-10T15:08:44","guid":{"rendered":"https:\/\/schillerinstitute.com\/?p=118697"},"modified":"2026-09-10T11:31:32","modified_gmt":"2026-09-10T15:31:32","slug":"politischer-erdrutsch-in-deutschland-worauf-es-jetzt-ankommt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2026\/09\/10\/politischer-erdrutsch-in-deutschland-worauf-es-jetzt-ankommt\/","title":{"rendered":"Politischer Erdrutsch in Deutschland! Worauf es jetzt ankommt!"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Helga Zepp-LaRouche, Vorsitzende des Schiller-Instituts, gab am 10. September die folgende Erkl\u00e4rung ab.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Weltweit ist bei den denkenden B\u00fcrgern aller L\u00e4nder ein erleichtertes Aufatmen zu h\u00f6ren. Der erdrutschartige Wahlerfolg der AfD in Sachsen-Anhalt signalisiert: Die deutsche Bev\u00f6lkerung ist doch intelligent genug, sich nicht vom Establishment der sogenannten Koalition der Willigen in einen Krieg gegen Ru\u00dfland hineinziehen zu lassen. Dem Kriegskurs der Merz-Regierung ist eine deutliche Absage erteilt worden. Die AfD hat mit ihrem Wahlergebnis von 43,8% ihre W\u00e4hler seit der letzten Landtagswahl mehr als verdoppelt. Und Merz hat es, wie versprochen, geschafft, eine Partei zu halbieren &#8211; nur eben nicht die AfD, sondern seine eigene, die CDU auf nur noch 17.2%.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer allerdings angenommen hat, diese beispiellose Wahlschlappe w\u00fcrde zu einem Umdenken in der Regierung f\u00fchren, mu\u00df erkennen, da\u00df Merz sich als steinharter Betonkopf qualifiziert, immer nach dem Motto: \u201eDen BlackRock-Kapitalismus in seinem Lauf h\u00e4lt weder Ochs noch Esel auf.\u201c Am Tag nach der Wahl antwortete Merz auf die Frage einer Journalistin, ob die Tatsache, da\u00df AfD und BSW zusammen \u00fcber 50% erhalten hatten, zu einer \u00c4nderung seiner Ru\u00dflandpolitik f\u00fchren werde, er werde von seinen Grund\u00fcberzeugungen keinen Millimeter abweichen. In seiner Bundestagsrede bei der nachfolgenden Generaldebatte zum Haushalt behauptete Merz sogar, die AfD werde nirgendwo in Deutschland eine Mehrheit erringen k\u00f6nnen, was angesichts des gerade erzielten Wahlergebnisses auf schallendes Gel\u00e4chter bei der AFD stie\u00df.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber auch wenn die Medienberichterstattung am Wahlabend und die Kommentare am n\u00e4chsten Tag die Best\u00fcrzung dieses Establishments \u00fcber das Wahlergebnis nicht verbergen konnten, vermieden es die Politiker und Medienvertreter in auff\u00e4lliger Weise, die wichtigsten Gr\u00fcnde f\u00fcr das den Wahlerfolg der AfD und des BSW zu thematisieren. Die W\u00e4hler von Sachsen-Anhalt haben der Kriegspolitik von Merz und seiner oft ge\u00e4u\u00dferten Absicht, Ru\u00dfland eine strategische Niederlage zuzuf\u00fchren, eine krachende Niederlage bereitet. Sie haben dieser Regierung auch die Rechnung daf\u00fcr pr\u00e4sentiert, da\u00df sich die deutsche Wirtschaft im freien Fall befindet. 43,8% der W\u00e4hler war es offensichtlich egal, da\u00df der Verfassungsschutz, der bekannterma\u00dfen nicht wenige schwarze Flecken auf seiner wei\u00dfen Weste mit sich herumtr\u00e4gt, die AfD als rechtsextrem und verfassungswidrig eingestuft hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Da\u00df Merz nicht der einzige Betonkopf in der CDU-F\u00fchrung ist, bewies dann umgehend der Ministerpr\u00e4sident von Nordrhein-Westfalen, Hendrik W\u00fcst, der selbst nach dem AfD-Erdrutschsieg noch die Einleitung eines Verbotsverfahren forderte. Aus Br\u00fcssel folgten umgehend Hinweise, die EU wolle m\u00f6glicherweise die Sachsen-Anhalt zustehenden F\u00f6rdermittel, bei denen es prim\u00e4r um Schulrenovierungen, Sanierungen von Turnhallen und Kindertagesst\u00e4tten geht, einfrieren, sollte es zu einer AfD-gef\u00fchrten Regierung kommen. Der soeben abgew\u00e4hlte CDU-Noch-Ministerpr\u00e4sident Sven Schulze k\u00fcndigte an, den turnusm\u00e4\u00dfigen Vorsitz Sachsen-Anhalts bei der Ministerpr\u00e4sidentenkonferenz der L\u00e4nder am 1. Oktober auszusetzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der vom Ehrenvorsitzenden des CDU-Wirtschaftsrats in Rheinland-Pfalz, Frank Gotthard, finanzierte Radio- und TV-Online Sender <em>NIUS<\/em> berichtete zudem \u00fcber eine merkw\u00fcrdige Diskrepanz zwischen dem offiziellen Wahlergebnis und dem Resultat bei der Briefwahl: landesweit erreichte die AfD an der Wahlurne 51,2 Prozent und damit die absolute Mehrheit, bei den Briefw\u00e4hlern jedoch nur 24.3 Prozent. Es bleibt abzuwarten, wie die W\u00e4hler von Mecklenburg-Vorpommern und Berlin, die am 20. September zur Landtagswahl gehen, diese Haltung honorieren werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Wer am Wahlsonntag die Mainstream-Medien verfolgte, h\u00e4tte vermuten k\u00f6nne, die russischen&nbsp; Panzer st\u00fcnden schon vor Berlin, so sehr wurde der angeblichen russischen Bedrohung durch hybride Kriegsf\u00fchrung im Zusammenhang mit dem Drohnenvorfall auf dem Flughafen Leipzig\/Halle das Wort geredet, der termingerecht einige Tage vor der Wahl stattgefunden hatte. Man h\u00e4tte durchaus auf die Idee kommen k\u00f6nnen, da\u00df die medial gesch\u00fcrte Angst vor der scheinbaren russischen Bedrohung Teil einer kognitiven Kriegsf\u00fchrung war, die das Wahlvolk davon abhalten sollte, Parteien zu w\u00e4hlen, die als russlandfreundlicher gelten, wie die AfD und das BSW.<\/p>\n\n\n\n<p>Inzwischen hat der ukrainische Blogger Anatolij Scharij eine von der offiziellen Berichterstattung erheblich abweichende Version des Vorfalls ver\u00f6ffentlicht, und der ehemalige Generalinspekteur der Bundeswehr Haral Kujat unterst\u00fctzt die Forderung des ehemaligen CSU-Bundestagsabgeordneten Peter Gauweiler, die Bundesrepublik sei v\u00f6lkerrechtlich verpflichtet, den Vorfall durch eine unabh\u00e4ngige Kommission untersuchen zu lassen. Gauweiler bezieht sich dabei auf den bis heute g\u00fcltigen \u201eVertrag \u00fcber gute Nachbarschaft, Partnerschaft und Zusammenarbeit zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Union der sozialistischen Sowjetrepubliken\u201c, der Teil des Gesamtpakets des Zwei-plus-vier-Vertrags sei, eine der Voraussetzungen f\u00fcr die Zustimmung der Sowjetunion zur deutschen Wiedervereinigung. Wie man sieht, wird die Politik wieder interessanter in Deutschland.<\/p>\n\n\n\n<p>Ob die AfD aber die Hoffnungen der W\u00e4hler auf Frieden und eine bessere Zukunft erf\u00fcllen wird, wird ma\u00dfgeblich davon abh\u00e4ngen, welche Tendenzen in ihr die Oberhand gewinnen. Sind es die Anh\u00e4nger der libert\u00e4ren Hayek-Gesellschaft und des argentinischen Kettens\u00e4gemanns Javier Milei, dann kommen die deutschen W\u00e4hler vom BlackRock-Regen in die Milei-Traufe. Und die sogenannte \u201eRemigration\u201c von Fl\u00fcchtlingen hat dieselbe extrem chauvinistische und potentiell barbarische Ausrichtung, die auch Pr\u00e4sident Trumps \u201eICE\u201c-Politik in den USA an den Tag gelegt hat. Eine Migrationspolitik, die nicht die wirklichen Fluchtursachen, die in Krieg und Unterentwicklung in den betroffenen L\u00e4ndern liegen, durch wirkliche industrielle Entwicklung \u00fcberwindet, ist weder moralisch zu akzeptieren, noch von wirtschaftlichem Sachverstand gekennzeichnet.<\/p>\n\n\n\n<p>Die wirklich entscheidende Frage aber wird sein, wie sich die AfD in Bezug auf den epochalen Wandel verhalten wird, der sich derzeit auf der Welt vollzieht: Der Globale S\u00fcden ist dabei, 500 Jahre europ\u00e4ischer Kolonialpolitik ein f\u00fcr allemal zu \u00fcberwinden und sein Recht auf vollst\u00e4ndige Entwicklung zu realisieren. Die Globale Mehrheit von 85% der Weltbev\u00f6lkerung ist dabei, machtvolle neue Institutionen zu schaffen, die die internationalen Beziehungen auf die Basis von Souver\u00e4nit\u00e4t, Nichteinmischung und gegenseitiger Kooperation stellen. Organisationen wie die BRICS, die Shanghaier Organisation f\u00fcr Zusammenarbeit (SCO\/SOZ) und ASEAN sind dabei federf\u00fchrend. Die Zukunftsf\u00e4higkeit der AfD wird sich daran erweisen, ob sie bereit ist, mit diesen Organisationen partnerschaftlich zu kooperieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Unterdessen lautet die gute Nachricht aus Deutschland: Dem antirussischen Selbstmordkurs von Friedrich Merz ist erst einmal ein Stoppschild aufgestellt. Jetzt gilt es, an wirklichen Optionen f\u00fcr die Zukunft Deutschlands zu arbeiten.<\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Helga Zepp-LaRouche<\/strong><\/em><\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Helga Zepp-LaRouche, Vorsitzende des Schiller-Instituts, gab am 10. September die folgende Erkl\u00e4rung ab. Weltweit ist bei den denkenden B\u00fcrgern aller L\u00e4nder ein erleichtertes Aufatmen zu h\u00f6ren. 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