{"id":118058,"date":"2026-08-12T05:27:13","date_gmt":"2026-08-12T09:27:13","guid":{"rendered":"https:\/\/schillerinstitute.com\/?p=118058"},"modified":"2026-08-13T09:21:30","modified_gmt":"2026-08-13T13:21:30","slug":"dialog-der-kulturen-in-muenchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2026\/08\/12\/dialog-der-kulturen-in-muenchen\/","title":{"rendered":"Dialog der Kulturen in M\u00fcnchen"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Das Chinesische Generalkonsulat in M\u00fcnchen und das Schiller-Institut veranstalteten am 4. August ein Symposium \u00fcber Chinas \u201eVier Initiativen\u201c.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Eine zukunftsorientierte offene Diskussion zu den existentiellen Themen der Gegenwart wird heute in Deutschland von vielen vermi\u00dft, umso gr\u00f6\u00dfer war die Begeisterung von etwa 70 Teilnehmern eines Symposiums \u00fcber \u201eDie Umsetzung der vier gro\u00dfen globalen Initiativen und zum Aufbau einer Gemeinschaft mit geteilter Zukunft f\u00fcr die Menschheit\u201c, das am 4. August in M\u00fcnchen stattfand und das gemeinsam vom Chinesischen Generalkonsulat und dem Schiller-Institut Deutschland veranstaltet wurde.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/IMG_4345-1-1024x768.jpeg\" alt=\"pr\u00e4sentierte Generalkonsul Qiu Xuejun\" class=\"wp-image-118069\" style=\"width:569px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/IMG_4345-1-1024x768.jpeg 1024w, https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/IMG_4345-1-300x225.jpeg 300w, https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/IMG_4345-1-768x576.jpeg 768w, https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/IMG_4345-1-1536x1152.jpeg 1536w, https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/IMG_4345-1.jpeg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><em>Moderator Konsul Guo Jiaqi, Generalkonsul Qiu Xuejun,\u00a0\u00a0Helga Zepp-LaRouche und Prof. Dr. Guo Qinglin<\/em><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Eine zukunftsorientierte offene Diskussion zu den existentiellen Themen der Gegenwart wird heute in Deutschland von vielen vermi\u00dft, umso gr\u00f6\u00dfer war die Begeisterung von etwa 70 Teilnehmern eines Symposiums \u00fcber \u201eDie Umsetzung der vier gro\u00dfen globalen Initiativen und zum Aufbau einer Gemeinschaft mit geteilter Zukunft f\u00fcr die Menschheit\u201c, das am 4. August in M\u00fcnchen stattfand und das gemeinsam vom Chinesischen Generalkonsulat und dem Schiller-Institut Deutschland veranstaltet wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>In seiner Grundsatzrede<sup>1<\/sup> beschrieb Generalkonsul Qiu Xuejun die politische Perspektive der chinesischen Regierung, die mit ihren vier globalen Initiativen &#8211; der Globalen Sicherheitsinitiative, der Globalen Entwicklungsinitiative, der Globalen Zivilisationsinitiative und der Globalen Governance-Initiative &#8211; ein umfassendes Konzept f\u00fcr die Stabilisierung der internationalen Beziehungen vorgelegt hat. Die Welt erlebe derzeit Umw\u00e4lzungen wie seit \u00fcber hundert Jahren nicht mehr. Er zitierte Pr\u00e4sident Xi: \u201eDie L\u00e4nder der Welt sitzen nicht in mehr als 190 kleinen Booten, sondern in einem gro\u00dfen Schiff, auf dem sie ein gemeinsames Schicksal teilen. Kleine Boote halten Wind und Wellen nicht stand &#8211; nur ein gro\u00dfes Schiff kann den gewaltigen St\u00fcrmen trotzen.\u201c Die geteilte Zukunft der Menschheit m\u00fcsse die Richtung der Politik bestimmen, betonte der Generalkonsul.<\/p>\n\n\n\n<p>China biete der Welt sein erfolgreiches Entwicklungsmodell an, das Millionen von Menschen aus der Armut befreit hat, und China habe in die G\u00fcrtel- und Stra\u00dfen-Initiative (BRI) in den letzten Jahren 1,92 Billionen Dollar investiert. Der Handel zwischen den L\u00e4ndern habe dadurch massiv zugenommen. China habe trotz seiner Gr\u00f6\u00dfe nie nach Macht gestrebt, und er hoffe, da\u00df die beiden gr\u00f6\u00dften Volkswirtschaften in Europa und Asien &#8211; Deutschland und China &#8211; sich nicht durch einige Stimmen aus Europa von einer Zusammenarbeit abhalten lassen werden. In dieser Hinsicht k\u00f6nne das gemeinsame Symposium mit dem Schiller-Institut auch einen positiven Beitrag zur Zukunft der Menschheit leisten.<\/p>\n\n\n\n<p>Als zweit- und drittgr\u00f6\u00dfte Volkswirtschaft der Welt und gr\u00f6\u00dfte Industriel\u00e4nder auf dem eurasischen Kontinent h\u00e4tten China und Deutschland eine besondere historische Mission f\u00fcr die Zukunft der Menschheit. Die Geschichte habe immer wieder bewiesen, da\u00df die Zusammenarbeit zwischen den philosophischen Str\u00f6mungen Chinas und Deutschlands \u201e\u00fcber Berge und Meere hinweg\u201c Funken der Weisheit entz\u00fcndeten, die die Welt erleuchten.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach Generalkonsul Qiu sprach Helga Zepp-LaRouche. Die Vorsitzende des Schiller-Instituts bedankte sich f\u00fcr die Gastfreundschaft des chinesischen Generalkonsulats, in seinen R\u00e4umen dieses gemeinsame Symposium durchf\u00fchren zu k\u00f6nnen. Sie sprach die extrem kritische strategische Lage der beiden milit\u00e4rischen aktuellen Konflikte in der Ukraine und im Iran an, die beide das Potential h\u00e4tten, sich zu einem globalen Krieg auszuweiten. Sie zitierte General a.D. Harald Kujat, ehemaliger Generalinspekteur der Bundeswehr und ehemaliger Vorsitzender des NATO-Milit\u00e4rausschusses, der die heutige Lage in mehreren Ver\u00f6ffentlichungen mit der Lage im August 1914 unmittelbar vor dem Ersten Weltkrieg verglichen hat. Der Unterscheid zu damals sei, da\u00df die Welt heute \u00fcber Nuklearwaffen verf\u00fcgt, die die gesamte Menschheit ausl\u00f6schen und durch einen nachfolgenden 50j\u00e4hrigen nuklearen Winter das Leben insgesamt auf der Erde beenden k\u00f6nnten.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Globale S\u00fcden habe best\u00fcrzt erkannt, da\u00df Diplomatie als Methode der Konfliktl\u00f6sung f\u00fcr die Europ\u00e4er nicht mehr existiert. Deshalb m\u00fcsse die UN-Charta durch eine neue Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur gest\u00e4rkt werden, wie sie Chinas Globaler Governance-Initiative<sup>2<\/sup> zum Ausdruck komme. Das Schiller-Institut habe nach dem Beginn der von Ru\u00dfland so bezeichneten Milit\u00e4rischen Sonderoperation die prinzipiell gleiche Idee in einem Aufruf f\u00fcr eine neue globale Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur zum Ausdruck gebracht und dazu Zehn Prinzipien<sup>3<\/sup> formuliert, wie eine solche Architektur aussehen k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Weil die Mainstream-Medien \u00fcber Chinas vier Initiativen absolutes Stillschweigen bewahrten, gebe es in der \u00d6ffentlichkeit kein Wissen und folglich auch keine Diskussion dar\u00fcber. Durch diese Initiativen und die BRI lie\u00dfen sich die Wirtschaftsprobleme nicht nur Deutschlands, sondern ganz Europas l\u00f6sen. Auch das Fl\u00fcchtlingsproblem k\u00f6nne nur durch wirtschaftliche Entwicklung der Heimatl\u00e4nder der Menschen gel\u00f6st werden, die vor Hunger, Armut und Krieg fl\u00fcchten. Papst Leo XIV. habe dies in seinen Reden auf einer Reise nach Spanien Anfang Juni leidenschaftlich zum Thema gemacht: Jeder Fl\u00fcchtling habe das Recht, in seiner Heimat eine sichere Zukunft zu haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Dies lasse sich durch den Aufbau dieser L\u00e4nder durch eine Zusammenarbeit des Westens mit China und den BRICS-Staaten erreichen. Das Schiller-Institut habe seit Jahrzehnten Entwicklungsprogramme f\u00fcr den Globalen S\u00fcden ausgearbeitet, die jetzt durch diese Kooperation umgesetzt werden m\u00fc\u00dften, um Frieden und Wohlstand f\u00fcr die gesamte Menschheit zu sichern. Deshalb m\u00fcsse die Globale Governance-Initiative im September bei der UN-Vollversammlung auf die Tagesordnung gesetzt werden. Zepp-LaRouche betonte, die Ideen des deutschen Kardinals Nikolaus von Kues aus dem 15. Jahrhundert, der in dem Einen eine h\u00f6here M\u00e4chtigkeit als dem Vielen erkannt habe, seien sehr verwandt mit der Auffassung von Pr\u00e4sident Xi Jinping, der die Aufgabe der Menschheit darin sehe, eine gemeinsame Zukunft f\u00fcr die gesamte Menschheit zu schaffen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/IMG_4336-1024x768.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-118079\" style=\"width:675px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/IMG_4336-1024x768.jpeg 1024w, https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/IMG_4336-300x225.jpeg 300w, https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/IMG_4336-768x576.jpeg 768w, https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/IMG_4336-1536x1152.jpeg 1536w, https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/IMG_4336.jpeg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><em>Proffessor Zhang Wei via Zoom<\/em><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Nicht Feinde, sondern potentielle Freunde<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nach Helga Zepp-LaRouche sprach online Prof. Zhang Weiwei, Direktor des China-Instituts der Fudan-Universit\u00e4t in Shanghai. Er stellte auf seine anschauliche Weise die vier globalen Initiativen von Pr\u00e4sident Xi Jinping vor. Die globale Entwicklungs-Initiative solle die Lebensgrundlage f\u00fcr alle V\u00f6lker der Welt legen. Die Sicherheits-Initiative solle eine friedliche Umgebung schaffen, in der erst globale Entwicklung m\u00f6glich sei. Die zivilisatorische Initiative bedeute, da\u00df jede Kultur von der anderen Kultur lernen m\u00fcsse, statt einem Kampf der Kulturen zu folgen. Die Governance-Initiative schaffe die Grundlage f\u00fcr eine friedliche Entwicklung zwischen den Staaten der Welt. Er ging dann auf den Unterschied im Menschenbild und in der Arbeitsweise Chinas und der L\u00e4nder des Westens ein. In China seien Wissen und Aktion eins, w\u00e4hrend sie im Westen getrennt seien. Deshalb gebe es in Europa zu viel B\u00fcrokratie, die das Handeln behindere. In den USA und Europa w\u00fcrde man dauernd \u00fcber die westlichen Werte reden, w\u00e4hrend f\u00fcr China die Frage des Friedens die wichtigste Aufgabe sei. Man m\u00fcsse zusammen diskutieren und zusammen profitieren. Der wichtigste Unterschied sei aber das Menschenbild. Bei der M\u00fcnchner Sicherheitskonferenz 2025 sei das Thema Lose-Lose gewesen, also alle seien Verlierer. So teile man im Westen die Welt in Freunde und Feinde ein, w\u00e4hrend es f\u00fcr China nur Freunde oder potentielle Freunde gebe.<\/p>\n\n\n\n<p>Der n\u00e4chste Redner war der Pr\u00e4sident der Dunhuang-Akademie aus China, Guo Qinglin, der mit einer Delegation seine Reise in Deutschland mit der Teilnahme am Seminar begann. Er pr\u00e4sentierte die Arbeit der Akademie bei der Restaurierung und Erhaltung der \u00fcber 700 buddhistischen H\u00f6hlentempel in Dunhuang, die zum UNESCO-Welterbe geh\u00f6ren und eines der gro\u00dfartigsten Beispiele f\u00fcr die Integration chinesischer und buddhistischer Tradition entlang der alten Seidenstra\u00dfe darstellen. Vor allem durch die Digitalisierung wolle man das historische Erbe auch der gesamten Menschheit zur Verf\u00fcgung stellen. Auch er betonte, dass jedes Land die Souver\u00e4nit\u00e4t aller Staaten akzeptieren m\u00fcsse und die Sicherheitsinteressen aller Staaten zu ber\u00fccksichtigen habe. Durch die Zusammenarbeit mit Freunden k\u00f6nne man alle Krisen der Welt l\u00f6sen. Die \u00e4u\u00dferst anregende Pr\u00e4sentation, bei der viele Bilder der Grotten gezeigt wurden, stie\u00df auf gro\u00dfe Begeisterung beim Publikum, das auf diese Weise einen seltenen Einblick in eine der bedeutendsten Schnittstellen verschiedener alter Kulturen erhielt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/IMG_4341-1024x768.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-118089\" srcset=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/IMG_4341-1024x768.jpeg 1024w, https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/IMG_4341-300x225.jpeg 300w, https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/IMG_4341-768x576.jpeg 768w, https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/IMG_4341-1536x1152.jpeg 1536w, https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/IMG_4341.jpeg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><em>Beispiele der Dunhuang-Grotten, vorgestellt von Prof. Dr. Guo Qinglin, dem Pr\u00e4sidenten der Dunhuang-Akademie aus China.<\/em><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Eine gemeinsame Zukunft der Menschheit aufbauen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der folgende Redner, der s\u00e4chsische Landtagsabgeordnete Eric Recke (BSW), mu\u00dfte ebenfalls online sprechen, da er durch die bekannte Unzuverl\u00e4ssigkeit der Deutschen Bahn an einer Teilnahme vor Ort in M\u00fcnchen gehindert wurde. Recke hat seit 2024 \u00f6fters Shenzhen und Nanjing besucht und sagte, er habe dort den Erfolg der vier globalen Initiativen sehen k\u00f6nnen. BSW setze sich daf\u00fcr ein, da\u00df Regierungen aus Experten aller Parteien gebildet werden, die im Gegensatz zu der Praxis in Deutschland eine Fachkompetenz aufweisen m\u00fc\u00dften. Deutschland habe sich durch seine Praxis von den Entwicklungen der Welt abgekoppelt. Durch den beschlossenen Ausstieg aus der Kernenergie, Gas, \u00d6l und dem Verbrennungsmotor h\u00e4tten wir unsere Wirtschaft gro\u00dfen Schaden zugef\u00fcgt. In der Zukunft sei unsere Energieversorgung nicht mehr sichergestellt. Unser Bahnnetzwerk werde immer unzuverl\u00e4ssiger und auch bei den Flugh\u00e4fen falle man zur\u00fcck. Als Folge stiegen die Preise, und der Staat m\u00fcsse zunehmend die Verluste der B\u00fcrger und Firmen durch immer mehr Schulden kompensieren, die dann nicht mehr f\u00fcr Investitionen zur Verf\u00fcgung stehen. Daraus folge dann Armut und h\u00f6here Arbeitslosigkeit. Deshalb fordere BSW einen Ausstieg aus der NATO und die Zusammenarbeit mit den BRICS, um Deutschland wiederzubeleben.<\/p>\n\n\n\n<p>BSW will das Bahnnetzwerk in Sachsen mit der Neuen Seidenstra\u00dfe (BRI) verbinden und hofft, da\u00df chinesische Investitionen in Sachsen die angeschlagenen Firmen retten k\u00f6nnen. Am 1. Juli wurde ein Antrag von ihm im Stadtrat von Leipzig f\u00fcr eine Zusammenarbeit mit China in Kultur und Sport von allen im Bundestag vertretenen Parteien unterst\u00fctzt. Im Februar 2027 werde er f\u00fcr das Amt des Leipziger Oberb\u00fcrgermeisters kandidieren, und bei einem Erfolg k\u00f6nne er dann dies auch direkt umsetzen. Die Deutschen wollten wie die Chinesen im Wohlstand leben. F\u00fcr das Wohl aller Menschen m\u00fc\u00dften wir deshalb alle f\u00fcr den Aufbau einer gemeinsamen Zukunft der Menschheit arbeiten. Er selber habe dieser Aufgabe sein Leben gewidmet.<\/p>\n\n\n\n<p>Als N\u00e4chster sprach der Sinologe Werner M\u00fcller. Er betonte, dass China bereits seit den 50er Jahren die Globale Governance-Initiative verfolge. 1955 beim Treffen der Blockfreien in Bandung in Indonesien h\u00e4tten Zhou Enlai und andere Vertreter des Globalen S\u00fcdens die Forderungen nach Einhaltung der nationalen Souver\u00e4nit\u00e4t, der territorialen Integrit\u00e4t, der Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten und der friedlichen Koexistenz vertreten. China habe diesen Weg stetig verfolgt und sei ohne Kriege und koloniale Abenteuer zur gr\u00f6\u00dften Wirtschaftsmacht und zweitgr\u00f6\u00dften Macht der Erde aufgestiegen. Mit den vier globalen Initiativen habe China neue au\u00dfenpolitische Akzente gesetzt. Dahinter k\u00f6nnten sich alle Staaten versammeln. Warum werde hier in Deutschland dar\u00fcber im Bundestag nicht diskutiert? Das Problem f\u00fcr Deutschland liege vielleicht darin, dass die vier globalen Initiativen eine Reform der internationalen Institutionen n\u00f6tig machten, was auch notwendig sei. Die Interessen der Mehrheit der Menschheit m\u00fcssten endlich ber\u00fccksichtigt werden. Sie bedeuten auch eine Abkehr vom Prinzip des Rechts des St\u00e4rkeren. Dieses Recht des St\u00e4rkeren habe man in der Sprengung von Nord Stream 2, in der Bombardierung des Iran, im Gaza-\u00dcberfall und in der Zerst\u00f6rung der pal\u00e4stinensischen Siedlungen im Westjordanland gesehen. Nach den vier globalen Initiativen sollten alle Staaten, ob gro\u00df oder klein, gleiche Rechte haben, um solche Taten zu verhindern. Dies hei\u00dfe internationale Demokratie. Man m\u00fcsse sich daf\u00fcr sch\u00e4men, dass in Deutschland dar\u00fcber nicht diskutiert werde. Stattdessen werde in Deutschland nur \u00fcber die Kritik der USA an den Initiativen berichtet. Die USA bef\u00fcrchteten, China wolle damit die globale Balance ver\u00e4ndern, was auch notwendig sei. Die Interessen des Globalen S\u00fcdens m\u00fcssten endlich ebenfalls ber\u00fccksichtigt werden. Es sei n\u00f6tig, dass Deutschland und Europa nicht l\u00e4nger die Interessengehilfen der USA seien, sondern endlich eine eigenst\u00e4ndige Politik verfolgten. Deshalb m\u00fcsse die Globale Governance-Initiative mehr bekannt gemacht werden, und daf\u00fcr sei das heutige Symposium ein guter Anfang gewesen.<\/p>\n\n\n\n<p>Als letzte Rednerin sprach Alexandra Motschmann, Schriftstellerin aus Starnberg. Sie betonte, da\u00df es im 5. Jahrhundert vor Christus an verschiedenen Orten der Welt wichtige Philosophen mit \u00e4hnlichen Ideen gegeben habe. Sie nannte Konfuzius und Laotse aus China, Buddha aus Indien sowie Sokrates und Plato in Griechenland. Die NATO befinde sich noch in einer Zeit vor diesen gro\u00dfen Philosophen und stehe f\u00fcr Krieg. Dann zitierte sie ein von ihr verfasstes Gedicht \u201eKrieg und Frieden\u201c, das bereits in einer fr\u00fcheren Ausgabe der NS abgedruckt wurde. Die Welt sei mehr denn je verbunden, trotzdem gebe es ein falsches Verst\u00e4ndnis zwischen den Kulturen. Der Amerikaner Marshall Rosenberg habe gefordert: \u201eDas Wichtigste sei friedliche Kommunikation.\u201c Freundschaft zwischen Staaten hei\u00dfe nicht, da\u00df man in allem \u00fcbereinstimme, sondern da\u00df man dem anderen mit Respekt begegne, auf den anderen h\u00f6re und den Willen habe, den anderen zu verstehen. Jede Kultur sei einzigartig. Sie wolle keine Weltregierung, sondern ein Weltverst\u00e4ndnis von allen f\u00fcr alle. Alle Politiker m\u00fcssten f\u00fcr ihre Taten zur Verantwortung gezogen werden. So habe Herr Merz den ersten Angriff auf den Iran verteidigt, aber der habe die UN-Charta verletzt. Frieden sei das Wichtigste.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach den Vortr\u00e4gen gab es eine lebhafte Diskussion, in der viele G\u00e4ste die Politik der Bundesregierung kritisierten und die Frage stellten, wie diese zu ver\u00e4ndern sei. Ein Biolandwirt aus dem Kreis Rosenheim betonte, da\u00df die EU-Politik ihn gezwungen habe, seine Produktion von Biomilch einzustellen. Das Problem in Deutschland sei, da\u00df ein Beruf keine Berufung mehr sei, sondern ein Job. Eine buddhistische Chinesin, die in der Krankenpflege t\u00e4tig ist, wies auch darauf hin, da\u00df man nicht mehr den Menschen sehe, sondern nur noch seine Arbeit mache, um Geld zu verdienen. Die meisten Teilnehmer an der Veranstaltung dr\u00fcckten nach der Veranstaltung ihre Begeisterung \u00fcber den freien Dialog auf h\u00f6chstem Niveau aus, den man leider derzeit in Deutschland sehr vermissen m\u00fcsse. Sie dr\u00fcckten ihre Hoffnung auf weitere solche M\u00f6glichkeiten der Diskussion zwischen den Kulturen der Welt in der Zukunft aus.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Governance-Initiative folgt der Tradition von Bandung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Als n\u00e4chster sprach der Sinologe Werner M\u00fcller. Er betonte, China verfolge die Globale Governance-Initiative bereits seit den 50er Jahren. 1955 beim Treffen der Blockfreien in Bandung in Indonesien h\u00e4tten Zhou Enlai und andere Vertreter des Globalen S\u00fcdens die Forderungen nach Einhaltung der nationalen Souver\u00e4nit\u00e4t, der territorialen Integrit\u00e4t, Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten der anderen Staaten und die friedliche Koexistenz vertreten. China habe diesen Weg stetig verfolgt und sei ohne Kriege und koloniale Abenteuer zur gr\u00f6\u00dften Wirtschaftsmacht und zweitgr\u00f6\u00dften Macht der Erde aufgestiegen. Mit den vier globalen Initiativen habe China neue au\u00dfenpolitische Akzente gesetzt. Dahinter k\u00f6nnten sich alle Staaten versammeln.<\/p>\n\n\n\n<p>Warum werde hier in Deutschland dar\u00fcber im Bundestag nicht diskutiert? Das Problem f\u00fcr Deutschland liege vielleicht darin, da\u00df die vier globalen Initiativen eine Reform der internationalen Institutionen n\u00f6tig mache &#8211; was auch notwendig sei, denn die Interessen der Mehrheit der Menschheit m\u00fc\u00dften endlich ber\u00fccksichtigt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Initiativen bedeuteten auch eine Abkehr vom Prinzip des \u201eRechts des St\u00e4rkeren\u201c. Dieses Recht des St\u00e4rkeren habe man in der Sprengung von NordStream 2, der Bombardierung des Iran, dem \u00dcberfall auf Gaza und der Zerst\u00f6rung der pal\u00e4stinensischen Siedlungen im Westjordanland gesehen. Gem\u00e4\u00df den vier globalen Initiativen sollten alle Staaten, ob gro\u00df oder klein, gleiche Rechte haben, um solche Taten zu verhindern. Dies hei\u00dfe \u201einternationale Demokratie\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Man m\u00fcsse sich daf\u00fcr sch\u00e4men, da\u00df in Deutschland dar\u00fcber nicht diskutiert werde, stattdessen werde in Deutschland nur \u00fcber die Kritik der USA an den Initiativen berichtet. Die USA bef\u00fcrchteten, China wolle damit die Balance ver\u00e4ndern. Deutschland und Europa d\u00fcrften nicht l\u00e4nger die Interessengehilfen der USA seien, sondern m\u00fc\u00dften endlich eine eigenst\u00e4ndige Politik verfolgten. Deshalb m\u00fcsse die Globale Governance-Initiative mehr bekannt gemacht werden, und daf\u00fcr sei das heutige Symposium ein guter Anfang.<\/p>\n\n\n\n<p>Als letzte Rednerin sprach Alexandra Motschmann, Schriftstellerin aus Starnberg. Sie betonte, im 5. Jahrhundert vor Christus habe es an verschiedenen Orten der Welt wichtige Philosophen mit \u00e4hnlichen Ideen gegeben: Konfuzius und Laotse aus China, Buddha aus Indien und Sokrates und Plato aus Griechenland. Die NATO lebe noch in einer Zeit vor diesen gro\u00dfen Philosophen und stehe f\u00fcr Krieg. Dann rezitierte sie ein von ihr verfa\u00dftes Gedicht \u201eKrieg und Frieden\u201c. Die Welt sei mehr denn je verbunden, trotzdem gebe es ein falsches Verst\u00e4ndnis zwischen den Kulturen. Der Amerikaner Marshall Rosenberg habe gefordert: \u201eDas wichtigste ist friedliche Kommunikation.\u201c Freundschaft zwischen Staaten hei\u00dfe nicht, da\u00df man in allem \u00fcbereinstimmt, sondern den anderen mit Respekt begegnet, auf den anderen h\u00f6rt und gewillt ist, ihn zu verstehen. Jede Kultur sei einzigartig. Sie wolle keine Weltregierung, sondern ein \u201eWeltverst\u00e4ndnis von Allen f\u00fcr Alle\u201c. Politiker m\u00fc\u00dften f\u00fcr ihre Taten zur Verantwortung gezogen werden. So habe Herr Merz den ersten Angriff auf den Iran verteidigt, obwohl der die UN-Charta verletzte. Frieden sei das wichtigste Gut.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach den Vortr\u00e4gen gab es eine lebhafte Diskussion, in der viele G\u00e4ste die Politik der Bundesregierung kritisierten und die Frage stellten, wie man sie ver\u00e4ndern kann. Ein Biolandwirt aus dem Kreis Rosenheim betonte, die EU-Politik habe ihn gezwungen, seine Produktion von Biomilch einzustellen. Das Problem in Deutschland sei, da\u00df ein Beruf keine Berufung mehr sei, sondern nur ein \u201eJob\u201c. Eine buddhistische Chinesin, die im der Krankenpflege t\u00e4tig ist, wies auch darauf hin, da\u00df man nicht mehr den Menschen sehe, sondern nur noch arbeitet, um Geld zu verdienen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die meisten Teilnehmer dr\u00fcckten nach der Veranstaltung ihre Begeisterung \u00fcber diesen freien Dialog auf h\u00f6chstem Niveau aus, den man leider derzeit in Deutschland sehr vermisse. Sie \u00e4u\u00dferten ihre Hoffnung auf weitere solche M\u00f6glichkeiten der Diskussion zwischen den Kulturen der Welt in der Zukunft.<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <em>wz\/hzl<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Anmerkungen:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>1. <a href=\"https:\/\/munich.china-consulate.gov.cn\/ger\/lszl\/202608\/t20260811_12002389.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/munich.china-consulate.gov.cn\/ger\/lszl\/202608\/t20260811_12002389.htm<\/a><\/em><br><em>2. <a href=\"http:\/\/english.scio.gov.cn\/whitepapers\/2026-06\/17\/content_118552858.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">http:\/\/english.scio.gov.cn\/whitepapers\/2026-06\/17\/content_118552858.html<\/a><\/em><br><em>3. <a href=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2022\/11\/30\/zehn-prinzipien-fuer-eine-neue-internationale-sicherheits-und-entwicklungsarchitektur\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2022\/11\/30\/zehn-prinzipien-fuer-eine-neue-internationale-sicherheits-und-entwicklungsarchitektur\/<\/a><\/em><br><em>4. <a href=\"https:\/\/idp.bl.uk\/discover\/collection-categories\/dunhuang-academy\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/idp.bl.uk\/discover\/collection-categories\/dunhuang-academy\/<\/a><\/em><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Chinesische Generalkonsulat in M\u00fcnchen und das Schiller-Institut veranstalteten am 4. August ein Symposium \u00fcber Chinas \u201eVier Initiativen\u201c. Eine zukunftsorientierte offene Diskussion zu den existentiellen Themen der Gegenwart wird heute in Deutschland von vielen vermi\u00dft, umso gr\u00f6\u00dfer war die Begeisterung von etwa 70 Teilnehmern eines&hellip;<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on get_the_excerpt --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on get_the_excerpt --><\/p>\n","protected":false},"author":33,"featured_media":118099,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_lmt_disableupdate":"","_lmt_disable":"","footnotes":""},"categories":[37],"tags":[],"class_list":["post-118058","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein-de"],"featured_image_src":"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/144606g85t4zchl8y7chnt.jpg","author_info":{"display_name":"tobi","author_link":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/author\/tobi\/"},"modified_by":"tobi","cc_featured_image_caption":{"caption_text":"","source_text":"","source_url":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/118058","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/33"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=118058"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/118058\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":118125,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/118058\/revisions\/118125"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/118099"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=118058"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=118058"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=118058"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}