{"id":117441,"date":"2026-07-06T09:54:01","date_gmt":"2026-07-06T13:54:01","guid":{"rendered":"https:\/\/schillerinstitute.com\/?p=117441"},"modified":"2026-07-06T09:54:04","modified_gmt":"2026-07-06T13:54:04","slug":"die-botschaft-des-papstes-und-der-kampf-fuer-den-frieden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2026\/07\/06\/die-botschaft-des-papstes-und-der-kampf-fuer-den-frieden\/","title":{"rendered":"Die Botschaft des Papstes und der Kampf f\u00fcr den Frieden"},"content":{"rendered":"\n<p>Bericht vom 161. Treffen der Internationalen Friedenskoalition<\/p>\n\n\n\n<p>Die 161. w\u00f6chentliche Online-Sitzung der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 4. Juli begann eine Stunde sp\u00e4ter als \u00fcblich, damit die Teilnehmer die Videoansprache von Papst Leo XIV. verfolgen konnten, als dieser die 38. Liberty Medal (Freiheitsmedaille) vom National Constitution Center in Philadelphia entgegennahm. <strong>Helga Zepp-LaRouche<\/strong>, die Gr\u00fcnderin des Schiller-Instituts und IPC-Initiatorin, betonte: \u201eIn seiner Person und Lehre verk\u00f6rpert der Papst die Werte der Amerikanischen Revolution und der Gr\u00fcnderv\u00e4ter.\u201c Sie empfahl allen, die j\u00fcngste Enzyklika <em>Magnifica Humanitas<\/em> zu lesen, weil die US-Politik viel zu weit von diesen Werten abgewichen sei.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"On This 250th Anniversary, Bury Colonialism Once and for All\" width=\"960\" height=\"540\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/npImVQ0e2dQ?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p>Andere Teilnehmer reagierten auf die Ansprache des Papstes unterschiedlich. Der ehemalige CIA-Analyst <strong>Ray McGovern<\/strong>, Mitbegr\u00fcnder der \u201eGeheimdienstveteranen f\u00fcr Vernunft\u201c (VIPS), erkl\u00e4rte, er sei \u201eseit meiner Geburt Katholik\u201c, kritisierte jedoch, Papst Leo \u00e4u\u00dfere sich zu sehr in \u201eAbstraktionen und Allgemeinpl\u00e4tzen\u201c, ohne frei \u00fcber das \u201eblutige Gesicht der Geschichte\u201c zu sprechen. Er verglich dies mit Pius XII., der sich w\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs ebenfalls in Abstraktionen \u00e4u\u00dferte.<\/p>\n\n\n\n<p>Im weiteren Verlauf der Sitzung r\u00e4umte Zepp-LaRouche ein, der Papst h\u00e4tte sich \u201evielleicht deutlicher gegen den Krieg aussprechen k\u00f6nnen\u201c. Aber die Kriegstreiber in den USA h\u00e4tten schon auf das, was er sagte, sehr scharf reagiert: \u201eGetroffene Hunde bellen.\u201c Diese hysterischen Reaktionen seien ein Beweis daf\u00fcr, da\u00df die Worte des Papstes ihre Wirkung haben.<\/p>\n\n\n\n<p>McGovern blieb allerdings bei seiner Ansicht. Die Vereinigten Staaten seien an einem Angriffskrieg und einem V\u00f6lkermord beteiligt, und der Papst habe es nicht gewagt, dies direkt anzusprechen &#8211; im Gegensatz zu Jesus, der \u201enicht in Plattit\u00fcden sprach\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Pater Harry Bury<\/strong>, seit 70 Jahren ein bekannter katholischer Priester und lebenslanger Friedensaktivist, sagte, dies sei eine gef\u00e4hrliche Zeit, in der wir auf einen Dritten Weltkrieg zusteuern. Aber zwei Dinge machten ihm Hoffnung: der \u201eOasenplan\u201c des Schiller-Instituts und die j\u00fcngste Enzyklika des Papstes.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Diskussionsrunde wies Co-Moderator <strong>Dennis Small<\/strong> darauf hin, da\u00df die spanische Regierung eine Amnestie f\u00fcr 1,3 Millionen Migranten angek\u00fcndigt hat. Zwei Wochen zuvor sei der Papst in Spanien gewesen und habe dort erkl\u00e4rt, man brauche wirtschaftliche Entwicklung, damit Menschen in ihren Heimatl\u00e4ndern bleiben k\u00f6nnen und nicht gezwungen sind, sie zum \u00dcberleben zu verlassen. Der mexikanische Agraraktivist <strong>Alberto Vizcarra<\/strong> f\u00fcgte hinzu, da\u00df der Papst die Doktrin des \u201eGemeinwohls\u201c auf die Landwirtschaft anwende: Die Bed\u00fcrfnisse der Menschheit m\u00fc\u00dften Vorrang haben vor dem Profit von Spekulanten.<\/p>\n\n\n\n<p>In ihren abschlie\u00dfenden Bemerkungen sagte Zepp-LaRouche, die Enzyklika sei \u201eeine sehr machtvolle Intervention\u201c. Was Leo \u00fcber die Amerikanische Revolution gesagt habe, sei scharfsichtiger als alle anderen Kommentare au\u00dfer denen von Lyndon LaRouche und dessen Mitarbeitern. \u201eWir m\u00fcssen den Amerikanern ihre Seele zur\u00fcckgeben\u201c, sagte sie.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein anderer Teilnehmer merkte an, da\u00df Palantir-Chef Peter Thiel dem Papst vorwirft, ein \u201eAgent des Kommunismus\u201c zu sein, nur weil er eine Regulierung der k\u00fcnstlichen Intelligenz fordert.<\/p>\n\n\n\n<p>Die aktuelle strategische Lage<\/p>\n\n\n\n<p>Zepp-LaRouche konstatierte, es sei schwer zu sagen, welcher Kriegsschauplatz jetzt gef\u00e4hrlicher ist &#8211; der Nahe Osten oder die Ukraine. Wahrscheinlich sei es die Ukraine, weil es sich dort um einen direkten Konflikt zwischen der NATO und Ru\u00dfland handelt. Der russische Au\u00dfenminister Lawrow habe \u00f6ffentlich die Frage gestellt, ob die US-Seite bei dem Treffen der Pr\u00e4sidenten Trump und Putin im August 2025 in Alaska ehrlich war. Anfangs habe es so ausgesehen, als k\u00f6nne dieser Gipfel einen Weg zur L\u00f6sung des Konflikts bieten, aber nun fragten sich f\u00fchrende russische Politiker, ob es sich dabei um eine strategische T\u00e4uschung des Westens handelte, \u00e4hnlich wie bei den Minsker Abkommen 2014-15.<\/p>\n\n\n\n<p>In S\u00fcdwestasien liege die Absichtserkl\u00e4rung der USA und des Iran vom 17. Juni nun in Tr\u00fcmmern. \u201eT\u00e4glich und st\u00fcndlich versch\u00e4rft sich die Energie- und D\u00fcngemittelkrise weltweit\u201c, sagte Zepp-LaRouche. Die Strategie der USA und Israels, gem\u00e4\u00dfigte iranische F\u00fchrungspers\u00f6nlichkeiten zu ermorden, sei eine Dummheit gewesen, denn nun h\u00e4tten die Hardliner die Kontrolle.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Prof. Richard A. Falk<\/strong> ist emeritierter Professor f\u00fcr V\u00f6lkerrecht an der Universit\u00e4t Princeton, Vorsitzender des Kuratoriums des Euro-Mediterranean Human Rights Monitor und war 2008-14 UN-Sonderberichterstatter zur Lage der Menschenrechte in den pal\u00e4stinensischen Gebieten. Er sagte, es sei eine Ironie, da\u00df die aktuelle Krise sich mit den \u201eScheinfeierlichkeiten\u201c zum 250. Jahrestag der Amerikanischen Revolution \u00fcberschneidet. Regierungen seien einer gef\u00e4hrlichen Ideologie verfallen, die \u201ein militaristischer Geopolitik wurzelt\u201c. Weil sie die Realit\u00e4t nicht akzeptieren k\u00f6nnen, da\u00df milit\u00e4rische \u00dcberlegenheit zur politischen Niederlage f\u00fchrt, w\u00fcrden sie uns immer n\u00e4her an den nuklearen Abgrund treiben. Sie weigerten sich, aus den Grenzen milit\u00e4rischer Macht Lehren zu ziehen. Hinzu komme das verh\u00e4ngnisvolle Problem des Militarismus in der Privatwirtschaft: \u201eKriege sind profitabel, egal ob sie gewonnen oder verloren werden.\u201c Die Gr\u00fcnderv\u00e4ter der Vereinigten Staaten h\u00e4tten verstanden, da\u00df eine demokratische Republik Militarismus in Friedenszeiten nicht vertr\u00e4gt.<\/p>\n\n\n\n<p>McGovern erg\u00e4nzte, es gebe einen weiteren gef\u00e4hrlichen Faktor in der Konfrontation zwischen der NATO und Ru\u00dfland: Finnland und Litauen h\u00e4tten angek\u00fcndigt, Atomwaffen auf ihrem Territorium zu stationieren, und es sei wahrscheinlich, da\u00df die anderen baltischen Staaten Estland und Lettland diesem Beispiel folgen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Bassam el Hachem<\/strong>, Professor f\u00fcr Politische Soziologie an der Universit\u00e4t des Libanon, sagte, der Libanon sei mehr denn je gegen die amerikanisch-israelische Aggression mobilisiert. Die Hisbollah werde nur deshalb als \u201eterroristisch\u201c bezeichnet, weil sie Widerstand gegen Israel leistet. Israel gebe sich mit der Besetzung Pal\u00e4stinas nicht zufrieden, sondern wolle mit Pl\u00e4nen f\u00fcr ein \u201eGro\u00df-Israel\u201c noch weiter gehen. Der Angriff auf den Iran inmitten von Verhandlungen sei ein \u201eschmutziger Dolchsto\u00df in den R\u00fccken der Iraner\u201c gewesen.<\/p>\n\n\n\n<p>Co-Moderator Dennis Speed verlas eine Botschaft des ehemaligen US-Kongre\u00dfabgeordneten und Pr\u00e4sidentschaftskandidaten <strong>Dennis Kucinich<\/strong>, der nicht pers\u00f6nlich teilnehmen konnte. Kucinich konzentrierte sich auf Abschnitt 219 des Gesetzentwurfs zum n\u00e4chsten Verteidigungsbudget (NDAA), der die Verteidigungs- und Geheimdienstkapazit\u00e4ten der USA mit denen Israels zusammenf\u00fchren soll. Speed berichtete, Kucinich und er seien in einem Telefonat \u00fcbereingekommen, da\u00df man diese Initiative nach dem in den USA geborenen israelischen Spion Jonathan Pollard benennen sollte, der 1987 in den USA wegen Spionage f\u00fcr Israel zu lebenslanger Haft verurteilt wurde, 2015 freigelassen wurde, heute in Israel lebt und dazu aufgerufen hat, da\u00df Israel Atomwaffen gegen den Iran einsetzt. Der Kongre\u00df sollte nicht \u00fcber das 901 Milliarden Dollar teure NDAA abzustimmen, bevor es eine Debatte \u00fcber \u00c4nderungsantr\u00e4ge gibt. Kucinich forderte alle auf, einen Artikel von ihn vom 2. Juli zu lesen, der Titel lautet \u201eMilit\u00e4rische Fusion zwischen den USA und Israel verz\u00f6gert: Hier sind die Gr\u00fcnde und wie Sie sie verhindern k\u00f6nnen\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Berichte aus Mexiko und aus Philadelphia<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Baltazar Valdez Arment\u00eda<\/strong>, Vorsitzender eines Bauernverbands aus dem mexikanischen Bundesstaat Sinaloa und Vorstandsmitglied der Nationalen Front zur Rettung des L\u00e4ndlichen Mexiko, erkl\u00e4rte, die mexikanische Landwirtschaft sei durch drei Faktoren bedroht: die geopolitische Krise &#8211; u.a. mit dem Irankrieg, der zu Engp\u00e4ssen bei Energie und D\u00fcngemitteln f\u00fchrt -, den \u00f6kologischen Kollaps sowie r\u00e4uberische Finanziers, die aus Hunger ein Gesch\u00e4ft machen. Die Landwirte erhielten f\u00fcr ihre Ernte nur einen Hungerlohn, w\u00e4hrend Spekulanten den Handel manipulieren, um ihre Gewinne zu maximieren. Seine Bewegung fordert Mexikos Regierung auf, gegen die transnationalen Agrar- und Finanzkonzerne vorzugehen; sie fordern Parit\u00e4tspreise und Schutzz\u00f6lle, ein hartes Vorgehen gegen Spekulation und den Aufbau einer angemessenen Infrastruktur.<\/p>\n\n\n\n<p>Der unabh\u00e4ngige US-Kongre\u00dfkandidat <strong>Jose Vega <\/strong>aus New York berichtete, er befinde sich an \u201eeinem geheimen Ort in Philadelphia\u201c. Die \u00f6ffentliche \u00dcbertragung der Ansprache des Papstes sei wegen einer Hitzewelle abgesagt worden, also nutze er die Gelegenheit, um die Menschen zu organisieren, die diese Rede h\u00f6ren wollten. Er erw\u00e4hnte die j\u00fcngsten Wahlsiege von Anti-Establishment-Kandidaten in der Demokratischen Partei und stellte fest, man k\u00f6nne denselben Proze\u00df in Maine, Michigan, New York und Colorado beobachten. Man d\u00fcrfe aber nicht darauf warten, bis neue Kongre\u00dfabgeordnete vereidigt werden. Amerika m\u00fcsse \u201edar\u00fcber nachdenken, wie wir die Teile der Welt, die wir zerst\u00f6rt haben, wiederaufbauen k\u00f6nnen\u201c, insbesondere mit dem Oasenplan. \u201eMan darf sich nicht nur dar\u00fcber definieren, wogegen man ist.\u201c\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/p>\n\n\n\n<p><em>eir<\/em><\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bericht vom 161. Treffen der Internationalen Friedenskoalition Die 161. w\u00f6chentliche Online-Sitzung der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 4. Juli begann eine Stunde sp\u00e4ter als \u00fcblich, damit die Teilnehmer die Videoansprache von Papst Leo XIV. verfolgen konnten, als dieser die 38. 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