{"id":117095,"date":"2026-06-17T13:31:29","date_gmt":"2026-06-17T17:31:29","guid":{"rendered":"https:\/\/schillerinstitute.com\/?p=117095"},"modified":"2026-06-17T16:12:40","modified_gmt":"2026-06-17T20:12:40","slug":"dringender-appell-von-papst-leo-xiv-haltet-ein-bereut-ehe-es-zu-spaet-ist-der-neue-name-fuer-frieden-heisst-entwicklung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2026\/06\/17\/dringender-appell-von-papst-leo-xiv-haltet-ein-bereut-ehe-es-zu-spaet-ist-der-neue-name-fuer-frieden-heisst-entwicklung\/","title":{"rendered":"Dringender Appell von Papst Leo XIV.: \u201eHaltet ein! Bereut! Ehe es zu sp\u00e4t ist!\u201c Der neue Name f\u00fcr Frieden hei\u00dft Entwicklung!"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><em>von Helga Zepp-LaRouche<\/em><\/h2>\n\n\n\n<p>Von all den wichtigen und dringenden Reden, die in der j\u00fcngsten Zeit von Politikern und Experten vieler L\u00e4nder mit der Absicht gehalten worden sind, die Eskalation der strategischen Lage zu einer gattungsvernichtenden Katastrophe zu verhindern, ist die Intervention von Papst Leo XIV. mit seiner Enzyklika <em>Magnifica Humanitas<\/em> (1) und den Ansprachen bei seiner j\u00fcngsten Reise nach Spanien (2) nach bestem Ermessen die mit Abstand wichtigste. Wenn Historiker sp\u00e4ter einmal die Frage untersuchen werden, was &#8211; hoffentlich &#8211; den entscheidenden Ausschlag gegeben hat, die westliche Zivilisation mitten in einer tiefen spirituellen und kulturellen Krise zur Umkehr zu bringen, dann werden sie auf diese Rolle des Papstes sto\u00dfen, und die Bereitschaft einer gen\u00fcgend gro\u00dfen Anzahl von Gl\u00e4ubigen und Menschen, die guten Willens waren, sich seine Worte zu Herzen zu nehmen und eine \u00c4nderung der Politik durchzusetzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ohne auch nur ein einziges Mal Namen der Schuldigen nennen zu m\u00fcssen, definiert Papst Leo mit absoluter Klarheit die Strukturen der S\u00fcnde, die heute die existentiellen Bedrohungen f\u00fcr die Menschheit darstellen, deren konkreten Bezug jeder erkennen kann und die dringend beseitigt werden m\u00fcssen. Gleichzeitig zeigte er aber auch den erreichbaren Ausweg aus der Krise auf, n\u00e4mlich da\u00df die Menschen sich an das h\u00f6chste Ideal des christlichen Menschenbildes erinnern und es verwirklichen. Gerade weil die Mainstream-Medien diese Texte des Papstes weitgehend unterdr\u00fccken, mu\u00df deshalb von Christen und friedliebenden Menschen ein politisches Klima geschaffen werden, in dem kein Politiker, der wiedergew\u00e4hlt werden will, es sich leisten kann, seine Ignoranz \u00fcber diese Schriften und Reden eingestehen zu m\u00fcssen. Dazu ist es zun\u00e4chst nat\u00fcrlich n\u00f6tig, da\u00df m\u00f6glichst jeder diese Enzyklika sowie Ansprache-Texte nicht nur liest, sondern studiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Genau zu dem Zeitpunkt, an dem sich der erste Multimilliard\u00e4r auf der Basis einer AI-Fiktion zum ersten Billion\u00e4r erkl\u00e4rt, warnt diese Enzyklika vor einem neuen Turmbau zu Babel, bei dem ein neuer G\u00f6tzendienst dem Profit huldigt und die Schwachen opfert &#8211; einer Entmenschlichung, die den anderen als Mittel benutzt, einer uralten und doch immer neuen Versuchung, die heute in einer technischen Verkleidung daherkommt. Und zeitgleich mit dem Inkrafttreten des EU-Migrationspakts am 12. Juni, der schnellere Verfahren zur Abschiebung von Fl\u00fcchtlingen an den Au\u00dfengrenzen der EU und damit eine massive Einschr\u00e4nkung des Asylrechts bewirkt, h\u00e4lt Papst Leo die christlichen Prinzipien dagegen, gem\u00e4\u00df derer die Migrationsfrage statt dessen behandelt werden m\u00fc\u00dfte.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn man die Enzyklika und die Reden des Papstes in Spanien zusammen betrachtet, dann stellen sie eine vollst\u00e4ndige Abrechnung mit der gesamten Politik des liberalen Westens dar, und dies mit einer Klarheit, die alle Politiker, die einen Amtseid auf das Gemeinwohl geschworen haben &#8211; und vor allem die, deren Parteien das Wort \u201echristlich\u201c im Namen f\u00fchren -, veranlassen m\u00fc\u00dfte, eine 180-Grad-Kehrtwende in ihrer Politik vorzunehmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nie wieder Krieg!<\/p>\n\n\n\n<p>Zu den verschiedenen Aspekten dieser Politik, die alle Bausteine des neuen Turmbaus zu Babel sind, geh\u00f6ren der G\u00f6tzendienst gegen\u00fcber dem Profit auf Kosten der \u00c4rmsten, ebenso wie die Finanzinteressen, die Spannungen und Konflikte f\u00f6rdern, weil es die Kriegsindustrie in Gang h\u00e4lt, die Unterst\u00fctzung von modernen Formen der Sklaverei, bei der Kinderarbeit Routine ist und wo die Gesundheit von Heranwachsenden dem Profit einer oberen Klasse geopfert wird, deren Konsumverhalten man fr\u00fcher Prasserei genannt h\u00e4tte, w\u00e4hrend es den Armen am n\u00f6tigsten fehlt. Dazu geh\u00f6rt ebenfalls ein neuer Kolonialismus, der nicht mehr nur die K\u00f6rper der Menschen versklavt, sondern auch Daten und Informationen \u00fcber sie, von Gesundheitsdaten bis zu epidemiologischen Profilen, genetischen Graphiken und demographischen Informationen.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Enzyklika beklagt der Papst die \u201eNormalisierung des Krieges\u201c und erinnert an die machtvolle Rede von Papst Paul VI. 1965 vor der UN-Generalversammlung: \u201eNie wieder Krieg! Nie Wieder Krieg!\u201c (3) Trotz eines tiefen Wunsches nach Frieden seien die vergangenen 60 Jahre seitdem von Konflikten gekennzeichnet gewesen, die mit erstaunlicher Brutalit\u00e4t ausgetragen wurden, mit unz\u00e4hligen zivilen und unschuldigen Opfern, Massenvertreibungen, sozialen Destabilisierungen und lang anhaltenden Wunden. Heute k\u00f6nne man einen besorgniserregenden Paradigmenwandel beobachten, bei dem Aufr\u00fcstung und Krieg als ein Instrument der internationalen Politik wieder \u00f6ffentlich propagiert w\u00fcrden, w\u00e4hrend die ethischen Prinzipen, die dem fr\u00fcher entgegen gestanden h\u00e4tten, systematisch unterminiert w\u00fcrden. Begehren nach territorialer Expansion, die man f\u00fcr \u00fcberwunden hielt, kehrten wieder, und ein best\u00fcrzender Verlust an historischer Erinnerung trete in Erscheinung, zu dem Grad, wie Zeitzeugen des Holocaust und des Zweiten Weltkrieges verschw\u00e4nden. &#8211; Nein, hier sprechen weder Wladimir Putin noch Sergej Lawrow, sondern Papst Leo XIV. &#8211; Und so werde der Krieg kulturell vorbereitet durch simplistische Narrative und ein Freund-Feind-Denken, Desinformation und die Einfl\u00f6\u00dfung von Furcht.<\/p>\n\n\n\n<p>Unter der \u00dcberschrift \u201eEntgrenzte Gewalt\u201c thematisiert der Papst das Anwachsen des Milit\u00e4risch-Industriellen Komplexes: \u201eDie R\u00fcstungsindustrie und die L\u00e4nder, die Waffen liefern, profitieren von einem Markt, der gerade dank der Konflikte gedeiht. In diesem Sinne gibt es auch eine wirtschaftliche Logik, die dazu beitr\u00e4gt, Spannungen in verschiedenen Regionen der Welt zu sch\u00fcren.\u201c Und weiter unter Abschnitt 194: \u201eIn der Vergangenheit hatte die Erkenntnis der Bedrohung durch Waffen, die die gesamte Menschheit vernichten k\u00f6nnen, Bem\u00fchungen um Entspannung und Abr\u00fcstungsverhandlungen beg\u00fcnstigt. Leider haben wir diesen Horizont hinter uns gelassen, und die Entwicklung der Atomwaffenarsenale &#8211; einschlie\u00dflich der Aussicht auf eine ,taktische\u2018 Verwendung &#8211; l\u00e4\u00dft den Einsatz solcher Waffen als eine immer weniger entlegene M\u00f6glichkeit erscheinen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die Enzyklika konstatiert, da\u00df wir in einer Zeit bemerkenswerter geistiger und kultureller Blindheit leben, und eine Form des historischen Nihilismus bef\u00f6rdere die Illusion, \u201eda\u00df sich die Gr\u00e4ueltaten des 20. Jahrhunderts nicht mehr wiederholen k\u00f6nnen. In Wirklichkeit tauchen dieselben Dynamiken unter neuen Formen wieder auf&#8230; In vielen L\u00e4ndern, auch im Globalen S\u00fcden, werden erh\u00f6hte Milit\u00e4rausgaben als einzige Antwort auf eine ungewisse Zukunft oder auf vermeintliche Bedrohungen dargestellt, w\u00e4hrend die tats\u00e4chlichen Kosten auf die Armen abgew\u00e4lzt werden, die zusehen m\u00fcssen, wie die Mittel f\u00fcr Gesundheitsversorgung, Bildung und soziale Dienste schwinden.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Leo zitiert die Enzyklika <em>Quadragesimo Anno<\/em> von Papst Pius XI., die die Konzentration der Wirtschaftsmacht in den H\u00e4nden weniger verurteilt, und er bezieht sich auf Papst Paul VI., indem er vor den Gefahren au\u00dferordentlichen wissenschaftlichen, technologischen und \u00f6konomischen Fortschritts warnt, wenn dieser nicht mit einem entsprechenden ethischen und sozialen Fortschritt einhergeht.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Mi\u00dfverst\u00e4ndnis der KI<\/p>\n\n\n\n<p>Ganz besonders gilt dies f\u00fcr die KI, deren Beurteilung und Kritik der Hauptfokus der Enzyklika gewidmet ist. Zun\u00e4chst erkl\u00e4rt Leo, ausgehend von der seit vielen Jahrzehnten gef\u00fchrten Debatte, ob Computer die Kreativit\u00e4t des Menschen irgendwann einmal \u00fcberholen k\u00f6nnten, zu der Neuauflage dieser Diskussion bez\u00fcglich der KI:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201e99. Es ist nicht m\u00f6glich, eine eindeutige und umfassende Definition von K\u00fcnstlicher Intelligenz zu geben. Fest steht jedoch, da\u00df das Mi\u00dfverst\u00e4ndnis zu vermeiden ist, diese ,Intelligenz\u2018 mit der menschlichen gleichzusetzen. Diese Systeme ahmen bestimmte Funktionen der menschlichen Intelligenz nach. Dabei \u00fcbertreffen sie sie oft an Geschwindigkeit und Rechenleistung und bieten somit in zahlreichen Bereichen konkrete Vorteile. Diese Leistungsf\u00e4higkeit hat jedoch ausschlie\u00dflich mit der Datenverarbeitung zu tun: Sogenannte K\u00fcnstliche Intelligenzen machen keine Erfahrungen, besitzen keinen Leib, empfinden weder Freude noch Schmerz, reifen nicht in Beziehungen, wissen nicht von ihrem Inneren her, was Liebe, Arbeit, Freundschaft und Verantwortung bedeutet. Sie haben auch kein moralisches Gewissen: Sie unterscheiden nicht zwischen Gut und B\u00f6se, sie erkennen nicht den eigentlichen Sinn von Situationen und sie nehmen die Last der Konsequenzen nicht auf sich. Sie k\u00f6nnen Sprache, Verhalten und Beurteilungen imitieren, sie k\u00f6nnen Empathie oder Verst\u00e4ndnis simulieren, aber sie verstehen nicht, was sie damit bewirken, denn sie bewegen sich nicht in jenem affektiven, relationalen und geistigen Horizont, in dem der Mensch zur Weisheit gelangt. Auch wenn diese Werkzeuge als ,lernf\u00e4hig\u2018 dargestellt werden, unterscheidet sich ihre Art des Lernens von der einer menschlichen Person. Es handelt sich nicht um die Erfahrung eines Menschen, der sich vom Leben formen l\u00e4\u00dft und im Laufe der Zeit durch Entscheidungen, Fehler, Vergebung und Treue w\u00e4chst; vielmehr ist es eine statistische Anpassung auf der Grundlage von Daten und R\u00fcckmeldungen, die zwar sehr effektiv sein kann, aber kein inneres Wachstum impliziert.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Papst Leo XIV. argumentiert vom Standpunkt der augustinischen Tradition, von dem aus es keinen Widerspruch zwischen Glauben und Wissen zu geben braucht, und zitiert Papst Franziskus, der \u201eanerkennt, da\u00df es wichtig ist, der wissenschaftlichen Forschung Geh\u00f6r zu schenken und einen ernsthaften und aufrichtigen Austausch unter Wissenschaftlern zu f\u00f6rdern, und dabei die Vielfalt der Meinungen zu ber\u00fccksichtigen\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt das Recht, nicht auswandern zu m\u00fcssen<\/p>\n\n\n\n<p>Weniger aufrichtig hingegen waren laut der italienischen Zeitung <em>La Verit\u00e1<\/em> und des franz\u00f6sischen <em>Figaro<\/em> die liberalen Medien, die die Ansprachen des Papstes in Spanien recht unvollst\u00e4ndig wiedergegeben h\u00e4tten, indem sie nur \u00fcber seine Aufrufe zur Aufnahme von Fl\u00fcchtlingen und deren Integration berichteten, w\u00e4hrend sie den Teil der Ansprachen ausgeblendet h\u00e4tten, in denen der Papst das Recht der Menschen verteidigte, nicht auswandern zu m\u00fcssen und die Notwendigkeit betonte, die Fluchtursachen zu bek\u00e4mpfen.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Tat war die sechst\u00e4gige Reise von Papst Leo nach Spanien, die ihn nach Madrid, Barcelona, Gran Canaria und Teneriffa f\u00fchrte, eine Intervention von au\u00dfergew\u00f6hnlicher historischer Bedeutung. Denn die politische Debatte in Spanien ist auch heute noch, 87 Jahre nach Ende des B\u00fcrgerkriegs, extrem polarisiert, und Themen wie die Rolle der Kirche und Migration sind weiterhin mit gro\u00dfen Emotionen besetzt. Vor diesem Hintergrund war die Art und Weise, wie der Papst die Migrationsfrage auf eine hohe Ebene setzte, bez\u00fcglich der internen Lage in Spanien sehr wichtig, und dar\u00fcber hinaus wegweisend f\u00fcr ganz Europa. Vergleicht man den erw\u00e4hnten Migrationspakt der EU, der just am letzten Tag der Papstreise in Kraft trat, mit der angemahnten Migrationspolitik von Leo XIV., so k\u00f6nnte es keinen gr\u00f6\u00dferen Gegensatz geben. W\u00e4hrend die EU die Menschen so schnell wie m\u00f6glich abzuwimmeln versucht und in sogenannte \u201eAuffanglager\u201c, die Papst Franziskus als \u201eKonzentrationslager\u201c zu bezeichnen pflegte, einsperren will, die auf jeden Fall Gef\u00e4ngnissen gleichen, hat der Papst eine ganz andere, humane Sicht des Problems. In seiner Ansprache vor dem spanischen Parlament betonte er:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDie Rede von der Menschenw\u00fcrde darf nicht abstrakt bleiben, wenn so viele Menschen dazu gezwungen sind, f\u00fcr Frieden, Sicherheit und eine Zukunft alles zu verlassen. Auch die tragische Migrationskrise stellt heute eine Anfrage an das Gewissen der Nationen und an die ethischen Grundlagen der internationalen Ordnung dar. Zahlreiche M\u00e4nner, Frauen und Kinder sind aufgrund oft dramatischer Umst\u00e4nde gezwungen, aus ihren Gemeinschaften wegzugehen und ihre Angeh\u00f6rigen, ihre Geschichte und ihre Bindungen dort zur\u00fcckzulassen. Dies ist weit mehr als eine rein demografische oder wirtschaftliche Frage: Es handelt sich um eine vorrangig moralische und rechtliche Angelegenheit. Wo immer ein Mensch aufgrund seiner nationalen, ethnischen, religi\u00f6sen oder sprachlichen Herkunft oder aufgrund seiner wirtschaftlichen oder sozialen Lage diskriminiert wird, wird der universale Grundsatz der gleichen W\u00fcrde aller Menschen ernsthaft verletzt.\u201c (4)<\/p>\n\n\n\n<p>Im weiteren zitierte er dann aus seiner Enzyklika <em>Magnifica Humanitas<\/em>:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201e81. Ein entscheidender Pr\u00fcfstein f\u00fcr soziale Gerechtigkeit ist heute die Situation der Migranten, der Fl\u00fcchtlinge und all jener, die aufgrund von Armut, Gewalt, Klimawandel und Umweltkatastrophen zur Flucht gezwungen sind. Die Weise, wie eine Gesellschaft mit ihnen umgeht, zeigt, ob ihr Gerechtigkeitsbegriff von Angst oder von Geschwisterlichkeit geleitet ist. Papst Franziskus forderte dazu auf, in den Migranten nicht einfach ein zu bew\u00e4ltigendes Problem zu sehen, sondern ,ein lebendiges Abbild des Gottesvolkes auf dem Weg\u2018;&nbsp;Menschen mit W\u00fcrde, Ressourcen und Tr\u00e4umen, die ein Recht darauf haben, mit Respekt behandelt zu werden, und die darum bitten, ein aktiver Teil der Gesellschaften zu werden, die sie aufnehmen. Soziale Gerechtigkeit beinhaltet in diesem Bereich mindestens zwei sich erg\u00e4nzende Verpflichtungen. Einerseits gilt es, das Recht auf Hoffnung derer zu wahren, die zur Flucht gezwungen sind, indem sichere und legale Wege, w\u00fcrdige Aufnahmebedingungen und echte Integrationsm\u00f6glichkeiten gew\u00e4hrleistet werden. Andererseits gilt es auch das Recht zu f\u00f6rdern, in Frieden und Sicherheit in der eigenen Heimat zu bleiben, indem die tiefgreifenden Ursachen angegangen werden, die zur Migration zwingen, einschlie\u00dflich jener, die mit wirtschaftlichen Ungerechtigkeiten und der Klimakrise zusammenh\u00e4ngen. Wenn diese Rechte geachtet werden, kann Migration zu einer Gelegenheit der Begegnung und der gegenseitigen Bereicherung zwischen den V\u00f6lkern werden.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Aufforderung zum Handeln<\/p>\n\n\n\n<p>Die westlichen Regierungen sind hiermit aufgefordert, den dringenden Appell von Papst Leo XIV. zum Anla\u00df zu nehmen, die unmenschliche und vom wirtschaftlichen Standpunkt vollkommen inkompetente Migrationspolitik, wie sie im EU-Migrationspakt zum Ausdruck kommt, sofort zur\u00fcckzunehmen. Statt dessen mu\u00df eine auf Augenh\u00f6he basierende Kooperation mit den Nationen des Globalen S\u00fcdens auf die Tagesordnung gesetzt werden, die ernsthaft daran geht, die Fluchtursachen zu beseitigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Recht, \u201ein Frieden und Sicherheit in der eigenen Heimat zu bleiben, indem die tiefgreifenden Ursachen angegangen werden, die zur Migration zwingen\u201c, ist relativ einfach zu verwirklichen, wenn der politische Wille dazu aufgebracht wird. Was die Nationen Afrikas, Asiens und Lateinamerikas brauchen, ist eine wirkliche industrielle und landwirtschaftliche Entwicklungspolitik, die zum Ziel hat, das volle Potential dieser L\u00e4nder zum Wohl ihrer eigenen Bev\u00f6lkerung zu entwickeln. Der Globale S\u00fcden, der in Wirklichkeit die Globale Mehrheit von rund 85 Prozent der Menschheit repr\u00e4sentiert, ist derzeit ohnehin dabei, die Periode von 500 Jahren Kolonialzeit hinter sich zu lassen und vor allem in Kooperation mit China die Infrastrukturprojekte und Investitionen in Schl\u00fcsseltechnologien zu verwirklichen, die es diesen Staaten erm\u00f6glichen werden, die Wertsch\u00f6pfungsketten vollst\u00e4ndig im eigenen Land zu verwirklichen. Anstatt an einem inhumanen neokolonialistischen Denken festzuhalten, sind die Regierungen Europas und der USA aufgerufen, sich umgehend f\u00fcr eine internationale Kooperation bereit zu erkl\u00e4ren, die die vollst\u00e4ndige \u00dcberwindung von Armut und Unterentwicklung aller Staaten auf dieser Erde zum Ziel hat.<\/p>\n\n\n\n<p>So wird z.B. Afrika bis zum Jahre 2050 eine Bev\u00f6lkerung von circa 2,5 Milliarden Menschen, also eine Milliarde mehr als heute haben. Dies bedeutet, da\u00df es im ureigensten Interesse Afrikas ebenso wie Europas ist, in den n\u00e4chsten 25 Jahren eine Milliarde produktiver Arbeitspl\u00e4tze auf dem afrikanischen Kontinent zu schaffen. Auch wenn die meisten anderen Regionen der Welt negative demographische Prognosen haben, sind \u00fcberall effektive Programme zur Armuts\u00fcberwindung notwendig, wenn soziale Explosionen zwischen der Klasse der Milliard\u00e4re und verarmten Milliarden von Menschen verhindert werden sollen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Schiller-Institut hat dazu konkrete Entwicklungsprogramme ausgearbeitet, wie durch klar definierte Investitionsprogramme in grundlegende Infrastruktur, Energieproduktion und -verteilung und Kommunikation die Voraussetzungen daf\u00fcr geschaffen werden k\u00f6nnen, die Nationen des Globalen S\u00fcdens zu industrialisieren, und wie durch die Kooperation zwischen den BRICS-Staaten, Industriestaaten des Nordens und den Entwicklungsl\u00e4ndern im Rahmen von Joint Ventures das Ziel der Fluchtursachenbek\u00e4mpfung effektiv erreicht werden kann. (5) (6)<\/p>\n\n\n\n<p>Damit kann die Forderung der Enzyklika <em>Populorum Progressio<\/em> erf\u00fcllt werden, da\u00df wahrer Frieden nur durch soziale Gerechtigkeit und die \u00dcberwindung weltweiter Ungleichheit, \u201ederen Ungerechtigkeit zum Himmel schreit\u201c, erreicht werden kann. Die Forderung von Papst Paul VI., dem Autor dieser Enzyklika: \u201eEntwicklung ist der neue Name f\u00fcr Frieden\u201c ist das dringende Gebot der Stunde!<\/p>\n\n\n\n<p>In seiner Ansprache vor dem spanischen Parlament forderte Papst Leo XIV. genau diese Form der internationalen Kooperation:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eKeine Nation kann eine Herausforderung dieser Gr\u00f6\u00dfenordnung alleine bew\u00e4ltigen. Daher ist eine koordinierte, solidarische und wirksame Reaktion unerl\u00e4\u00dflich, die den Migranten Schutz, Aufnahme und echte Integrationschancen gew\u00e4hrleisten kann. Wenn die institutionelle Reaktion nahbar, gerecht und koordiniert ausf\u00e4llt, sind Grenzen nicht l\u00e4nger Orte der Verlassenheit, sondern k\u00f6nnen zu R\u00e4umen werden, in denen die Menschenw\u00fcrde verantwortungsvoll gesch\u00fctzt wird.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>In seiner Enzyklika, die den durchaus programmatisch aufzufassenden Namen <em>Magnifica Humanitas <\/em>&#8211; \u201eDie gro\u00dfartige Menschheit\u201c &#8211; tr\u00e4gt, bezieht sich der Papst ganz konkret auf das h\u00f6chste Ideal der griechischen Klassik und folgt damit der augustinischen Idee, da\u00df deren \u00dcbereinstimmung mit der christlichen Offenbarung bedeutet, da\u00df es keinen Widerspruch zwischen Glauben und Wissen zu geben braucht. \u201e23. Die Kirche betrachtet all jene, die aufrichtig nach ,Wahrheit, G\u00fcte und Sch\u00f6nheit\u2018 suchen, als Weggef\u00e4hrten und als ,wertvolle Verb\u00fcndete\u2018&nbsp;bei der Verteidigung der W\u00fcrde jedes Menschen und bei der Bewahrung der Sch\u00f6pfung\u201c, hei\u00dft es weiter. In \u00dcbereinstimmung mit diesem Ideal des \u201eWahren, Guten und Sch\u00f6nen\u201c definiert die Enzyklika Kunst und Kultur, wenn sie authentisch sind, als eine Schutzmauer gegen die \u201eNormalisierung des B\u00f6sen\u201c. Und wie n\u00f6tig hat dies die gegenw\u00e4rtige menschliche Gesellschaft, in der letztlich nur als satanisch zu bezeichnende Ph\u00e4nomene beinah die gesamte sogenannte Unterhaltungsumwelt dominieren zu scheinen. Papst Leo spricht einigen Kunstwerken, wie Beethovens Neunter Symphonie, einen \u201efast prophetischen Wert\u201c zu, als \u201eSehnsucht nach Einheit\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Der vielleicht wichtigste Gedanke besteht darin, da\u00df Papst Leo in Erinnerung an Papst Paul VI. dazu aufruft, eine \u201eZivilisation der Liebe\u201c zu schaffen:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eHeute m\u00fcssen wir diese Vision mit Nachdruck wiederbeleben: Die Zivilisation der Liebe ist keine naive Utopie, sondern ein anspruchsvolles Projekt. Sie besteht darin, N\u00e4chstenliebe in Strukturen der Gerechtigkeit zu verwandeln, Geschwisterlichkeit institutionelle Formen annehmen zu lassen und den anderen &#8211; sei es eine Person oder ein Volk &#8211; als einen notwendigen Verb\u00fcndeten f\u00fcr den Aufbau des Gemeinwohls zu betrachten. Wie uns die Enzyklika&nbsp;<em>Fratelli tutti<\/em> in Erinnerung ruft, kann nur diese soziale Liebe, die f\u00e4hig ist, zu einer Kultur und zur Norm zu werden, eine stabile internationale Ordnung hervorbringen und das Zusammenleben von einer blo\u00dfen bewaffneten Koexistenz in eine Schicksalsgemeinschaft verwandeln.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Es sollte allen Menschen in den Staaten des sogenannten Kollektiven Westens &#8211; also Menschen, die in einem von liberalen Werten dominierten System leben, das sowohl die amerikanische Beh\u00f6rde ICE wie den EU-Migrationspakt als Antwort auf die Fl\u00fcchtlingskrise hervorgebracht hat -, zu denken geben, da\u00df sowohl das Oberhaupt der katholischen Kirche als auch die Regierung Chinas zur prinzipiell gleichen Schlu\u00dffolgerung gelangen, da\u00df nur eine die Menschheit als Schicksalsgemeinschaft begreifende Einheit die Basis f\u00fcr den Frieden sein kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Enzyklika <em>Magnifica Humanitas<\/em> ist der dringende Appell von Papst Leo XIV. zur Umkehr. Die Entwicklungsprogramme des Schiller-Instituts zeigen den konkreten Weg, wie die Fl\u00fcchtlingskrise \u00fcberwunden werden kann. Was die Menschheit jetzt braucht, ist eine Bewegung f\u00fcr die Idee: \u201eEntwicklung ist der neue Name f\u00fcr Frieden\u201c!<\/p>\n\n\n\n<p>Anmerkungen<\/p>\n\n\n\n<p>1. <a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/leo-xiv\/de\/encyclicals\/documents\/20260515-magnifica-humanitas.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.vatican.va\/content\/leo- XIV.\/de\/encyclicals\/documents\/20260515-magnifica-humanitas.html<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>2. <a href=\"https:\/\/www.vaticannews.va\/de\/papst\/news\/2026-06\/wortlaut-papstpredigt-in-las-palmas-de-gran-canaria.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.vaticannews.va\/de\/papst\/news\/2026-06\/wortlaut-papstpredigt-in-las-palmas-de-gran-canaria.html<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>3. <a href=\"https:\/\/zeitschrift-vereinte-nationen.de\/publications\/PDFs\/Zeitschrift_VN\/VN_1965\/Heft_6_1965\/05_Rede_Papst_Paul_VI._6-1965.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/zeitschrift-vereinte-nationen.de\/publications\/PDFs\/Zeitschrift_VN\/VN_1965\/Heft_6_1965\/05_Rede_Papst_Paul_VI._6-1965.pdf<\/a>; <a href=\"https:\/\/www.domradio.de\/artikel\/als-erster-papst-sprach-paul-vi-1965-vor-den-vereinten-nationen\">https:\/\/www.domradio.de\/artikel\/als-erster-papst-sprach-paul-vi-1965<\/a><a href=\"https:\/\/www.domradio.de\/artikel\/als-erster-papst-sprach-paul-vi-1965-vor-den-vereinten-nationen\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">&#8211;<\/a><a href=\"https:\/\/www.domradio.de\/artikel\/als-erster-papst-sprach-paul-vi-1965-vor-den-vereinten-nationen\">vor-den-vereinten-nationen<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>4. <a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/leo-xiv\/de\/speeches\/2026\/giugno\/documents\/20260608-spagna-parlamento.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.vatican.va\/content\/leo-xiv\/de\/speeches\/2026\/giugno\/documents\/20260608-spagna-parlamento.html<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>5. <a href=\"https:\/\/cloud.schillermeet.de\/s\/BQZXjgHWf78MJW5?dir=\/&amp;editing=false&amp;openfile=true\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/cloud.schillermeet.de\/s\/BQZXjgHWf78MJW5?dir=\/&amp;editing=false&amp;openfile=true<\/a>; Sonderbericht auf Deutsch hier erh\u00e4ltlich: <a href=\"https:\/\/www.eir.de\/produkt\/e-book-pdf-china-europa\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.eir.de\/produkt\/e-book-pdf-china-europa\/<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>6. \u201eDie Welt braucht 1,5 Milliarden neue, produktive Arbeitspl\u00e4tze &#8211; Der LaRouche-Plan zur Wiederbelebung der US- und Weltwirtschaft\u201c, in <em>Neue Solidarit\u00e4t<\/em> Nr. 23-28\/2020; Sonderdruck \u201eEntwicklungsoffensive bedeutet: Milliarden neue Arbeitspl\u00e4tze, keine Fl\u00fcchtlinge, kein Krieg\u201c,<a href=\"https:\/\/www.eir.de\/produkt\/e-book-pdf-entwicklungsoffensive-bedeutet\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.eir.de\/produkt\/e-book-pdf-entwicklungsoffensive-bedeutet\/<\/a><\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Helga Zepp-LaRouche Von all den wichtigen und dringenden Reden, die in der j\u00fcngsten Zeit von Politikern und Experten vieler L\u00e4nder mit der Absicht gehalten worden sind, die Eskalation der strategischen Lage zu einer gattungsvernichtenden Katastrophe zu verhindern, ist die Intervention von Papst Leo XIV.&hellip;<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on get_the_excerpt --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on get_the_excerpt --><\/p>\n","protected":false},"author":33,"featured_media":117097,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":true,"template":"","format":"standard","meta":{"_lmt_disableupdate":"","_lmt_disable":"","footnotes":""},"categories":[37,542],"tags":[],"class_list":["post-117095","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein-de","category-hzl-text-de"],"featured_image_src":"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/Apell-von-Papst-Leo.jpg","author_info":{"display_name":"tobi","author_link":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/author\/tobi\/"},"modified_by":"tobi","cc_featured_image_caption":{"caption_text":"","source_text":"","source_url":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/117095","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/33"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=117095"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/117095\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":117109,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/117095\/revisions\/117109"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/117097"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=117095"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=117095"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=117095"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}