{"id":116867,"date":"2026-06-05T10:23:26","date_gmt":"2026-06-05T14:23:26","guid":{"rendered":"https:\/\/schillerinstitute.com\/?p=116867"},"modified":"2026-06-05T10:23:28","modified_gmt":"2026-06-05T14:23:28","slug":"un-niederlage-eine-chance-zur-neuausrichtung-deutschland-muss-mit-dem-globalen-sueden-kooperieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2026\/06\/05\/un-niederlage-eine-chance-zur-neuausrichtung-deutschland-muss-mit-dem-globalen-sueden-kooperieren\/","title":{"rendered":"UN-Niederlage: eine Chance zur Neuausrichtung &#8211; Deutschland muss mit dem Globalen S\u00fcden kooperieren!"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\">Presseerkl\u00e4rung von Helga Zepp-LaRouche<\/h2>\n\n\n<div style=\"gap: 20px;\" class=\"align-button-center ub-buttons orientation-button-row ub-flex-wrap wp-block-ub-button\" id=\"ub-button-3e1a011a-aa0d-4831-9c7b-a2988b9d4f4d\"><div class=\"ub-button-container\">\n\t\t\t<a href=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2026\/06\/HZL_UN_Sicherheitsrat.pdf?x67618\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\" class=\"ub-button-block-main   ub-button-flex\" role=\"button\" style=\"--ub-button-background-color: #0693e3; --ub-button-color: #ffffff; --ub-button-border: none; --ub-button-hover-background-color: #313131; --ub-button-hover-color: #ffffff; --ub-button-hover-border: none; padding-top: 10px; padding-right: 10px; padding-bottom: 10px; padding-left: 10px; border-radius: 10px; \">\n\t\t\t\t<div class=\"ub-button-content-holder\" style=\"flex-direction: row\">\n\t\t\t\t\t<span class=\"ub-button-block-btn\"><strong>PDF<\/strong><\/span>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/a>\n\t\t<\/div><\/div>\n\n\n<p>Von einem tiefergehenden historischen Standpunkt aus betrachtet, ist die Abstimmungsniederlage Deutschlands bei der Bewerbung um einen Sitz im UN-Sicherheitsrat eine dringend notwendige Chance f\u00fcr die Neuausrichtung der deutschen Politik. Die Verfasserin fordert seit Langem, dass der Globale S\u00fcden angesichts der festgefahrenen&nbsp; geopolitischen Konfrontation zwischen der NATO und Russland und China seine Stimme lauter und energischer in die internationale Debatte einbringen m\u00fcsse &#8211; und genau dies haben diese Staaten mit ihrer Abwahl Deutschlands getan. Die deutschen Institutionen sollten dieses Ergebnis nutzen zu einer ehrlichen Analyse einer offensichtlich vollkommen gescheiterten Au\u00dfenpolitik und eine Neudefinition im wirklichen Interesse Deutschlands.<\/p>\n\n\n\n<p>Der erste Reflex von Au\u00dfenminister Wadephul und den meisten Medienkommentaren geht allerdings noch in die seit langem gepflegte Richtung des sich in die Tasche L\u00fcgens: nat\u00fcrlich war wieder Russland schuld, dann noch die B\u00fcrokratie, man habe zu sp\u00e4t damit angefangen, sich zu bewerben, etc. etc. Andere, wie die <em>FAZ<\/em>, kommentierten, die UN sei ohnehin nicht so wichtig, und der hessische Minister f\u00fcr Bundes-, Europa- und Internationale Angelegenheiten, Manfred Pentz von der CDU, forderte sogar eine K\u00fcrzung der deutschen Finanzbeitr\u00e4ge f\u00fcr die UN als Konsequenz.<\/p>\n\n\n\n<p>Das einzige, was Deutschland wirklich helfen wird, ist ein n\u00fcchterner Blick auf die Ursachen f\u00fcr die \u201eherbe Entt\u00e4uschung\u201c, die nur f\u00fcr diejenigen als \u00dcberraschung kommen konnte, die bisher hoch auf ihrem eurozentrischen Ross gesessen haben. Denn der Stimmungsumschwung in der internationalen Perzeption gegen\u00fcber der deutschen Politik ist seit einigen Jahren in vollem Gang. Ein durchaus positives Deutschland-Bild, das in so gut wie der ganzen Welt fr\u00fcher einmal herrschte und bei dem Deutschland als das Volk von Bach und Beethoven, Goethe, Schiller und den von Humboldts, als Volk der Ingenieurskunst und Erfinder gesehen wurde, ist seit geraumer Zeit abhandengekommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die faktisch bedingungslose Unterst\u00fctzung des israelischen Vorgehens in Gaza, das den Internationalen Strafgerichtshof veranlasste, Haftbefehle gegen den israelischen Premierminister Netanjahu und den ehemaligen israelischen Verteidigungsminister Joaw Gallant auszustellen, hat dem Ansehen Deutschlands einen Schaden zugef\u00fcgt, der so lange zunehmen wird, wie die Regierungen in Berlin bei ihrer Haltung bleiben.<\/p>\n\n\n\n<p>Denn w\u00e4hrend die Verbrechen der Nationalsozialisten erst nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs der allgemeinen Bev\u00f6lkerung voll bekannt und bewusst wurden, fanden und finden die Verbrechen Israels in Gaza und zunehmend auch im Westjordanland und Libanon im grellen Scheinwerferlicht der Welt\u00f6ffentlichkeit statt. Dass Deutschland auf Druck Israels selbst der Verl\u00e4ngerung des Mandats f\u00fcr das Pal\u00e4stinenserhilfswerk UNWRA im Dezember 2025 nicht zugestimmt hat und mit brutaler Repression gegen pro-pal\u00e4stinensische Proteste in Deutschland selbst vorgegangen ist, hat das Deutschland-Bild weiter verdunkelt.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcberall wird \u00fcber die Doppelmoral gesprochen, die hierzulande herrscht. Berlin betont andauernd, Verfechter des V\u00f6lkerrechts zu sein, aber Merz findet die Entf\u00fchrung eines gew\u00e4hlten Staatsoberhauptes in Venezuela als \u201ezu komplex\u201c, um dazu Stellung zu beziehen, er brauche \u201eZeit\u201c, um es beurteilen zu k\u00f6nnen. Inzwischen sind es f\u00fcnf Monate, ohne dass er zu einem Ergebnis gekommen w\u00e4re. Beim ersten unprovozierten Angriffskrieg Israels und der USA gegen den Iran im Juni 2025 fand Merz die uns\u00e4glichen Worte, Israel mache \u201edie Drecksarbeit f\u00fcr uns alle\u201c, beim zweiten derartigen Angriff der USA und Israels, dessen Folgen die Weltwirtschaft in den Abgrund zu rei\u00dfen drohen, bleibt er zur\u00fcckhaltend und meint nur, dass sei nicht unser Krieg.<\/p>\n\n\n\n<p>So gut wie niemand in den Staaten des Globalen S\u00fcdens stimmt dagegen in das endlos wiederholte Mantra ein, Russland habe die Ukraine in einem unprovozierten Krieg angegriffen. Zu sehr erkannten diese L\u00e4ndern im Vorgehen der NATO die Parallele zu ihrer eigenen Unterdr\u00fcckung durch die Kolonialm\u00e4chte, und&nbsp; sie haben dar\u00fcber hinaus eine sehr wache Erinnerung daran, wer ihnen in ihrem Unabh\u00e4ngigkeitsstreben damals zur Hilfe kam &#8211; n\u00e4mlich die Sowjetunion und China<\/p>\n\n\n\n<p>Wof\u00fcr aber in Berlin ganz offensichtlich bisher jegliche Antennen fehlen, ist ein Gesp\u00fcr f\u00fcr den tektonischen Epochenwandel, der sich derzeit weltweit vollzieht. In der Zeit der deutschen Wiedervereinigung und am Ende des Kalten Krieges hatte Deutschland durchaus die Sympathie der vormals so genannten Entwicklungsl\u00e4nder. Diese ging Schritt f\u00fcr Schritt verloren, zu dem Grade wie Deutschland und die Staaten des kollektiven Westens versuchten, die unipolare Weltordnung mit Farbrevolutionen, Regimewechseln, unilateralen Sanktionen und Interventionskriegen durchzusetzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Kombination aller Aspekte dieser imperialen und neokolonialistischen Politik hat eine gewaltige Gegenreaktion ausgel\u00f6st, in deren Verlauf sich diese L\u00e4nder zunehmend dem Einfluss des kollektiven Westens zu entziehen suchen. Der in der Geschichte beispiellose wirtschaftliche Aufstieg Chinas und seine auf Win-Win-Kooperation angelegte Politik bietet den Staaten des Globalen S\u00fcdens die Chance, die Periode von 500 Jahren Kolonialismus endg\u00fcltig zu \u00fcberwinden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Abstimmungsniederlage in der UN ist der \u00fcberf\u00e4llige Weckruf an Deutschland, sich endlich aus seinem bejammernswerten Zustand als Kolonie der Anglosph\u00e4re zu befreien &#8211; die ganze Welt lacht \u00fcber unsere Nicht-Reaktion auf die von Biden angek\u00fcndigte Sabotage der Nordstream-Pipelines &#8211; &nbsp;und sich dauerhaft auf die richtige Seite der Geschichte zu stellen. Dies kann nur die Kooperation mit den Staaten der Globalen Mehrheit &#8211; das sind 85% der Menschheit &#8211; auf Augenh\u00f6he, als gleichberechtigte Partner, bedeuten. Anstatt rassistische Chim\u00e4ren zu verbreiten, wie Joseph Borrells Fiktion vom europ\u00e4ischen Garten, der vom Dschungel umgeben sei, sollten wir Afrika, Asien und Lateinamerika dabei helfen, ebenfalls sch\u00f6ne G\u00e4rten zu schaffen. Dann k\u00f6nnten wir \u00fcbrigens ganz nebenbei daf\u00fcr sorgen, dass unsere Br\u00fccken rechtzeitig instandgesetzt werden, die Industrie wieder den Anschluss findet und unsere Sch\u00fcler wieder etwas lernen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann h\u00e4tte, wenn auch unabsichtlich, Annalena Baerbock durch ihren erschlichenen Vorsitz bei der UN-Vollversammlung, durch den sie die Niederlage bei der Abstimmung verk\u00fcnden musste, doch noch etwas Positives zur deutschen Politik beigetragen.<\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Presseerkl\u00e4rung von Helga Zepp-LaRouche Von einem tiefergehenden historischen Standpunkt aus betrachtet, ist die Abstimmungsniederlage Deutschlands bei der Bewerbung um einen Sitz im UN-Sicherheitsrat eine dringend notwendige Chance f\u00fcr die Neuausrichtung der deutschen Politik. 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