{"id":114294,"date":"2026-01-25T11:23:32","date_gmt":"2026-01-25T16:23:32","guid":{"rendered":"https:\/\/schillerinstitute.com\/?p=114294"},"modified":"2026-01-25T11:23:35","modified_gmt":"2026-01-25T16:23:35","slug":"das-glas-ist-halb-voll-vielleicht-mehr-als-halb-voll","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2026\/01\/25\/das-glas-ist-halb-voll-vielleicht-mehr-als-halb-voll\/","title":{"rendered":"\u201eDas Glas ist halb voll \u2013 vielleicht mehr als halb voll\u201c"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Bericht vom 138. Treffen der Internationalen Friedenskoalition<\/h3>\n\n\n\n<p>Die 138. w\u00f6chentliche Onlinesitzung der Internationalen Friedenskoalition (IPD) am 23. Januar begann mit einem Vortrag der Gr\u00fcnderin des Schiller-Instituts und IPC-Initiatorin&nbsp;<strong>Helga Zepp-LaRouche<\/strong>. Sie warnte vor den Folgen der Rede von US-Pr\u00e4sident Trump in Davos, in der er seine Verachtung f\u00fcr das V\u00f6lkerrecht deutlich zum Ausdruck gebracht habe. Sie bedauerte besonders seine \u201etypisch mafi\u00f6sen\u201c Drohungen gegen\u00fcber dem Iran.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Will the Law of the Jungle Prevail?\u2014 IPC Meeting #138\" width=\"960\" height=\"540\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/Sna35MUBMT0?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p>Angesichts des Treffens von Trumps Gesandten Jared Kushner und Steve Witkoff mit Pr\u00e4sident Putin in Moskau am 22. Januar \u00fcber einen von den USA unterst\u00fctzten Friedensplan zur Beendigung des Krieges in der Ukraine sei das metaphorische Glas jedoch halb voll, \u201evielleicht sogar mehr als halb voll\u201c. Der Kreml habe dieses Treffen als \u201en\u00fctzlich und konstruktiv\u201c bezeichnet. Wichtig sei nun, da\u00df der Dialog weitergeht und der \u201eGeist von Anchorage\u201c nicht auf der Strecke geblieben ist. \u201eWenn das fortgesetzt wird, kann es wirklich zu einer Verschiebung des Gleichgewichts kommen\u201c, sagte Zepp-LaRouche.<\/p>\n\n\n\n<p>Ru\u00dfland sei bereit, eine Milliarde Dollar f\u00fcr den Wiederaufbau des Gazastreifens bereitzustellen. Putin habe auf Trumps Einladung, dessen \u201eFriedensrat\u201d f\u00fcr eine Milliarde Dollar Mitgliedsgeb\u00fchr beizutreten, verschmitzt geantwortet, sie d\u00fcrften die Milliarde aus den eingefrorenen russischen Verm\u00f6genswerten nehmen. Putin habe angeboten, den letzten noch geltenden R\u00fcstungskontrollvertrag START, der in wenigen Wochen ausl\u00e4uft, zu verl\u00e4ngern, doch von Trump gebe es noch keine Antwort.<\/p>\n\n\n\n<p>Zepp-LaRouche erw\u00e4hnte einige positive Initiativen und lobte insbesondere einen neuen Vorschlag einer Gruppe aus Frankreich f\u00fcr eine Petition zur R\u00fcckbesinnung auf die Gr\u00fcndungscharta der Vereinten Nationen, die von den IPC-Teilnehmern gepr\u00fcft und \u00fcberarbeitet und n\u00e4chste Woche zur Abstimmung vorgelegt werden soll.<\/p>\n\n\n\n<p>Der n\u00e4chste Hauptredner war&nbsp;<strong>Dr. Ted Postol<\/strong>, emeritierter Professor am MIT und einer der weltweit f\u00fchrenden Kernwaffenexperten. Er analysierte den von Trump gro\u00df angek\u00fcndigten Plan f\u00fcr eine Raketenabwehr, \u201edie mythische Idee vom Goldenen Dom\u201c. Satelliten in der Umlaufbahn mit Abfangraketen sollen dabei Interkontinentalraketen in der Startphase abfangen. \u201eDieser Idee liegt die Erkenntnis zugrunde, da\u00df die bestehenden, bodengest\u00fctzten Abwehrsysteme kaum oder gar keine Wirkung haben\u201c, weil sie zwischen den echten Sprengk\u00f6pfen und den Hunderten von Attrappen, die w\u00e4hrend der Absinkphase eingesetzt werden, nicht unterscheiden k\u00f6nnen. Satelliten im Orbit h\u00e4tten weniger als drei Minuten Zeit, um Raketen in der Startphase abzufangen, wenn ihre Geschwindigkeit noch relativ langsam ist und noch keine Attrappen abgeworfen wurden. Um dieses Zeitfenster zu maximieren, m\u00fcsse die Umlaufbahn der Satelliten niedrig sein, wobei es Luftwiderstand gibt und ihre Lebensdauer auf nur etwa sechs Jahre begrenzt ist, bevor sie auf die Erde fallen.<\/p>\n\n\n\n<p>Um an das Abfangen einer Interkontinentalrakete (ICBM) \u00fcberhaupt zu denken, br\u00e4uchte man 1100-1200 Satelliten in der Umlaufbahn. Das System skaliere 1000:1, d.h. bei einem Start von hundert Raketen w\u00e4ren zur Abwehr 120.000 Satelliten erforderlich. Aber die andere Seite k\u00f6nnte Abfangraketen starten, die ein Loch in die Satellitenkonstellation des Goldenen Doms schlagen \u2013 \u201edann verl\u00e4uft Ihr Raketenstart ungehindert\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Postol \u00e4u\u00dferte seine Besorgnis, da\u00df Donald Trump \u201ein den letzten Monaten irgendwie anders ist, irgendwie extremer\u201c. Einige Experten vermuteten, er habe m\u00f6glicherweise einen leichten Schlaganfall gehabt. Gegenw\u00e4rtig seien die Vereinigten Staaten \u201eunter der Kontrolle einer kriminellen Regierung\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem Postol den Plan f\u00fcr den Goldenen Dom derma\u00dfen zerpfl\u00fcckt hatte, fragte Zepp-LaRouche ihn, warum niemand in Trumps Team dem Pr\u00e4sidenten sagt, da\u00df das Ganze nicht funktionieren kann. Postol antwortete: \u201eDiese Leute folgen Befehlen, ohne Fragen zu stellen.\u201c Es folgte noch ein Austausch \u00fcber den Unterschied zwischen Lyndon LaRouches Entwurf der Strategischen Verteidigungsinitiative (SDI) auf der Grundlage von \u201eneuen physikalischen Prinzipien\u201c ab Ende der 70er Jahre und dem, was aus Pr\u00e4sident Reagans SDI-Programm unter dem Einflu\u00df von LaRouches Gegnern wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Dann sprach&nbsp;<strong>Jens J\u00f8rgen Nielsen<\/strong>, ehemaliger Moskau-Korrespondent der d\u00e4nischen Tageszeitung&nbsp;<em>Politiken<\/em>, Autor mehrerer B\u00fccher \u00fcber Ru\u00dfland und die Ukraine sowie Direktor des Russisch-D\u00e4nischen Dialogs und Assistenzprofessor f\u00fcr Kommunikation und kulturelle Vielfalt. Nielsen besch\u00e4ftigte sich mit der von Pr\u00e4sident Trump angestrebten Annexion Gr\u00f6nlands. Er betonte, Gr\u00f6nland habe eine eigene Regierung, und die Gr\u00f6nl\u00e4nder seien sehr besorgt \u00fcber die M\u00f6glichkeit einer amerikanischen Besetzung. Einige Fraktionen dort forderten die sofortige Unabh\u00e4ngigkeit von D\u00e4nemark, was w\u00fcrde Trump unter diesen Umst\u00e4nden tun? F\u00fcr die meisten D\u00e4nen und Gr\u00f6nl\u00e4nder sei es keine Erleichterung, da\u00df Trump und NATO-Generalsekret\u00e4r Rutte auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos eine Vereinbarung \u00fcber Gr\u00f6nland trafen, ohne sie zu fragen.<\/p>\n\n\n\n<p>Anschlie\u00dfend wurde ein Ausschnitt aus einem Videointerview mit&nbsp;<strong>Alberto Vizcarra<\/strong>&nbsp;eingespielt, einem f\u00fchrenden Mitglied der Nationalen Front zur Rettung der Mexikanischen Landwirtschaft. Vizcarra beschrieb die desolate Lage der mexikanischen Landwirtschaft, deren Exporte aufgrund neoliberaler Wirtschaftspolitik zusammengebrochen sind. Er beschrieb fr\u00fchere Vorschl\u00e4ge Lyndon LaRouches f\u00fcr Projekte im gemeinsamen Interesse Mexikos und der USA.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Daniel Burke<\/strong>&nbsp;vom Schiller-Institut k\u00fcndigte eine neue Online-Vortragsreihe f\u00fcr junge Menschen in aller Welt an.<sup>1<\/sup>&nbsp;Die Jugendbewegung sei \u201eunsere entscheidende strategische Flanke\u201c.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Diskussion<\/h3>\n\n\n\n<p>Es gab einen weiteren Austausch zwischen Nielsen und Zepp-LaRouche \u00fcber eine \u201erechtsbasierte\u201d im Gegensatz zu einer \u201eregelbasierten Ordnung\u201d, wie Nielsen es formulierte. Zepp-LaRouche meinte, \u201eregelbasierte Ordnung\u201d klinge wie etwas Willk\u00fcrliches. Beide waren sich einig, da\u00df die Aufk\u00fcndigung von R\u00fcstungskontrollvertr\u00e4gen in Kombination mit der m\u00f6glichen Stationierung von Mittelstreckenraketen in Europa die ganze Welt in Alarmbereitschaft versetzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Teilnehmer fragte, was man gegen die \u00dcbergriffe der Einwanderungsbeh\u00f6rde ICE in den USA tun k\u00f6nne; darauf gab es mehrere Antworten. Co-Moderator&nbsp;<strong>Dennis Speed<\/strong>&nbsp;bemerkte, Amerika sei seit langem ein Spielball der Geheimdienste, insbesondere der britischen, und die Vorg\u00e4nge in Minnesota hingen eng mit den katastrophalen Fehlern der US-Au\u00dfenpolitik zusammen. Um aus diesem Teufelskreis auszubrechen, br\u00e4uchten wir nicht nur gewaltfreie Aktionen, sondern m\u00fc\u00dften auch L\u00f6sungen bieten. Der andere Co-Moderator&nbsp;<strong>Dennis Small<\/strong>&nbsp;erkl\u00e4rte, Einwanderung sei nur deshalb ein so gro\u00dfes Thema, weil die Au\u00dfenpolitik der USA die Wirtschaft der s\u00fcdlichen Nachbarl\u00e4nder ruiniert und damit Fl\u00fcchtlingswellen ausgel\u00f6st hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Der regelm\u00e4\u00dfige IPC-Teilnehmer John Steinbach merkte an, Atomwaffen seien niemals defensiver Natur, und die Raketenabwehr (ABM-Systeme) diene nur dazu, Vergeltung nach einem Erstschlag zu verhindern.<\/p>\n\n\n\n<p>Zu Gr\u00f6nland sagte Small, die Arktis sei viel mehr als eine milit\u00e4rische Angelegenheit, sie b\u00f6te eine einmalige Chance f\u00fcr internationale Zusammenarbeit bei der wirtschaftlichen Entwicklung.<\/p>\n\n\n\n<p>Zepp-LaRouche merkte an, die Rede des kanadischen Premierministers Mark Carney in Davos habe viel Lob erhalten, sei aber nur eine verschleierte Wiedergabe der Linie des imperialen Chatham House in London. Immerhin habe er \u201eetwas Offensichtliches gesagt, n\u00e4mlich da\u00df eine regelbasierte Ordnung ein Betrug ist\u201c. Diejenigen, die ihn loben, h\u00e4tten jedoch keine Ahnung von Wirtschaft, denn Carney sei der Urheber des \u201eGreat Reset\u201c (\u201eDer Gro\u00dfe Neustart\u201c), einem Plan f\u00fcr eine gr\u00fcne Diktatur der Zentralbanken.<\/p>\n\n\n\n<p>In ihren abschlie\u00dfenden Bemerkungen berichtete Zepp-LaRouche \u00fcber die Arbeit im Anschlu\u00df an das j\u00fcngste&nbsp;<em>EIR<\/em>-Seminar \u201eEs ist schlimmer als Sie denken: die strategischen Auswirkungen des Angriffs auf Venezuela und wie man die Welt vor dem Abgrund rettet\u201c<sup>2<\/sup>. Die Teilnehmer h\u00e4tten ein Komitee gebildet, das die Verantwortung f\u00fcr die weltweite Organisation eines neuen Paradigmas \u00fcbernimmt. Es werde unter dem Motto \u201eWeltb\u00fcrger, vereinigt euch!\u201c arbeiten.<\/p>\n\n\n\n<p>eir<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><strong>Anmerkungen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>1.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=KXG2FwLwH9w\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=KXG2FwLwH9w\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">2026 International Youth Class Series<\/a>, Internetseite des Schiller-Instituts (englisch).<\/p>\n\n\n\n<p>2.&nbsp;<a href=\"https:\/\/eir.news\/2026\/01\/news\/eir-emergency-roundtable-mobilizes-global-response-to-bring-the-world-back-from-the-brink\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">EIR Emergency Roundtable Mobilizes Global Response To &#8218;Bring the World Back from the Brink&#8216;<\/a>,<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Internetseite der&nbsp;<em>EIR<\/em>&nbsp;(englisch).<\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bericht vom 138. Treffen der Internationalen Friedenskoalition Die 138. w\u00f6chentliche Onlinesitzung der Internationalen Friedenskoalition (IPD) am 23. Januar begann mit einem Vortrag der Gr\u00fcnderin des Schiller-Instituts und IPC-Initiatorin&nbsp;Helga Zepp-LaRouche. 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