{"id":112386,"date":"2025-10-02T11:17:07","date_gmt":"2025-10-02T15:17:07","guid":{"rendered":"https:\/\/schillerinstitute.com\/?p=112386"},"modified":"2025-10-02T11:17:10","modified_gmt":"2025-10-02T15:17:10","slug":"die-notwendigkeit-der-vision-der-weltgemeinschaft-von-helga-zepp-larouche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2025\/10\/02\/die-notwendigkeit-der-vision-der-weltgemeinschaft-von-helga-zepp-larouche\/","title":{"rendered":"Die Notwendigkeit der Vision der Weltgemeinschaft, von Helga Zepp-LaRouche"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Rede von Helga Zepp-LaRouche beim Kulturforum in Beijing<\/em><br><br>Die Weltgeschichte hat im Sinne der Dramentheorie Friedrich Schillers einen \u201e<em>punctum saliens<\/em>\u201c erreicht, an dem gewisserma\u00dfen alle bisherigen Tendenzen an einen Punkt der Entscheidung gekommen sind: Hat die Menschheit, die dank thermonuklearer Waffen zum ersten Mal das Potential hat, sich und alles Leben auf der Welt auszul\u00f6schen, und die dank Internet zum ersten Mal einen nun seit 22 Monaten andauernden Genozid jeden Tag live miterleben kann, die moralische F\u00e4higkeit zu \u00fcberleben?<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist jedenfalls offensichtlich, da\u00df die alte Weltordnung, so wie sie sich nach dem Zweiten Weltkrieg und vor allem nach dem Ende des Kalten Krieges herausgebildet hat, und mit ihr das V\u00f6lkerrecht zerbrochen ist. Selbst die UN, deren Charta das wichtigste Dokument der V\u00f6lkergemeinschaft ist und bleibt, ist dringend reformbed\u00fcrftig, weil sie sich in ihrer gegenw\u00e4rtigen Konstitution als unf\u00e4hig erwiesen hat, auf Kriegsgefahr und Genozid ad\u00e4quat zu reagieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun hat Pr\u00e4sident Xi Jinping mit seiner Idee der Zukunftsgemeinschaft der Menschheit und den vier Globalen Initiativen &#8211; die Globale Entwicklungsinitiative (GDI), die Globale Sicherheitsinitiative (GSI), die Globale Zivilisationsinitiative (GCI) und nun die Globale Governanz-Initiative (GGI) &#8211; ein Konzept vorgelegt, das ganz eindeutig die n\u00e4chste Phase der menschheitsgeschichtlichen Evolution definiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieses Konzept hat mit dem Entstehen einer neuen Weltordnung durch die BRICS, die BRI und vor allem auf der Konferenz der SCO in Tianjin Gestalt angenommen und f\u00fcr die Globale Mehrheit der Menschheit eine ungeheuer optimistische Perspektive er\u00f6ffnet, die 500j\u00e4hrige Epoche des Kolonialismus endg\u00fcltig zu \u00fcberwinden. Die chinesisch-russische Partnerschaft ist der Felsen, auf den die neue Weltordnung gebaut ist. Die \u00dcberwindung von Spannungen zwischen China und Indien, zwei Wiegen der Menschheit, die zusammen bereits 35% der Weltbev\u00f6lkerung repr\u00e4sentieren, ist der Wegweiser f\u00fcr den positiven Wandel zwischen allen Nationen, deren Beziehung durch Manipulationen aus der Kolonialzeit belastet sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Der tektonische Umbruch, der mit der Herausbildung einer neuen Weltordnung stattfindet, die auf der Tradition der f\u00fcnf Prinzipien der friedlichen Koexistenz und der Blockfreien Bewegung gegr\u00fcndet ist und jetzt mit den vier Initiativen Xi Jinpings fortgesetzt wird, schafft offensichtlich die Voraussetzungen f\u00fcr einen dauerhaften Frieden in der Welt. Die Attraktivit\u00e4t dieses Modells, das allen Nationen wirtschaftlichen Fortschritt und kulturelle Entfaltungsm\u00f6glichkeiten bietet, reflektiert sich in der wachsenden Anzahl von Nationen des Globalen S\u00fcdens, die sich als aktive und gleichberechtigte Teilnehmer verstehen. Wenn es nur diese Dynamik g\u00e4be, st\u00fcnde die Menschheit vor einer gl\u00e4nzenden, ungetr\u00fcbten Zukunft.<\/p>\n\n\n\n<p>Es wird aber alles darauf ankommen, einen Weg zu finden, wie die Nationen des vormals \u201ekollektiven Westens\u201c, der seit des Beginns der 2. Amtszeit Pr\u00e4sident Trumps, nicht mehr kollektiv ist, f\u00fcr die Kooperation mit der neuen entstehenden Weltordnung gewonnen werden k\u00f6nnen. Die Tatsache, da\u00df es einer \u201eKoalition der Willigen\u201c bedarf, die die Entscheidung im Konflikt um die Ukraine auf dem Schlachtfeld erzwingen wollen, zeigt, da sie selbst in Europa eine Minderheit darstellen, und selbst in dieser Koalition sind die Zustimmungsraten der jeweiligen Regierungen \u00e4u\u00dferst d\u00fcrftig.<\/p>\n\n\n\n<p>Die entstellende oder vollkommen abwesende Berichterstattung in den westlichen Mainstream-Medien \u00fcber die entstehende neue Weltordnung, wie sie bei dem j\u00fcngsten SCO-Gipfel sichtbar wurde, hat zur Folge, da\u00df die Bev\u00f6lkerungen in den USA und Europa keinen Schimmer davon haben k\u00f6nnen. Statt dessen wird versucht, die Bev\u00f6lkerung auf einen neuen Militarismus einzustimmen, mit Appellen wie \u201eDeutschland mu\u00df kriegst\u00fcchtig werden\u201c (Pistorius), Deutschland mu\u00df die \u201ekonventionell st\u00e4rkste Armee Europas\u201c aufbauen (Merz), und Ru\u00dfland und China k\u00f6nnten \u201ebis 2027 soweit erstarken, da\u00df sie eine Konfrontation mit NATO und USA suchen\u201c (NATO-Oberbefehlshaber Alexus Grynkewich).<\/p>\n\n\n\n<p>Es w\u00e4re daher dringend, Wege zu finden, der Bev\u00f6lkerung der europ\u00e4ischen Nationen die Gefahren eines neuen Militarismus und das Potential aufzuzeigen, das in der Kooperation mit der neuen Weltordnung liegt.<\/p>\n\n\n\n<p>Sehr geeignet dazu w\u00e4re gerade angesichts der j\u00fcngsten Ann\u00e4herung zwischen China und Indien der Ansatz, den Pr\u00e4sident Xi im Jahre 2014 in einer Rede in New Delhi w\u00e4hlte:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eSchon in antiken Zeiten kam man in China zu der Einsicht, da\u00df ein kriegerischer Staat, so gro\u00df er auch sein mag, letztlich scheitern mu\u00df. Frieden ist von \u00fcberragender Bedeutung. Harmonie ohne Gleichf\u00f6rmigkeit und universellen Frieden gilt es zu erringen. Die chinesischen Konzepte vom ,universellen Frieden\u2018 und ,universeller Liebe\u2018 sind den indischen Konzepten von ,<em>Vasudhaiva Kutumbakum<\/em>\u2019 (die Welt als eine Familie) und ,<em>Ahimsa<\/em>\u2019 (keine Verletzung zuf\u00fcgen) sehr \u00e4hnlich.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Pr\u00e4sident Xis GCI bietet einen hervorragenden Ansatz, auch mit den Kulturen des Westens einen \u00e4hnlichen Dialog auf der Basis der entwickeltsten Konzepte und Ideen zu intensivieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Neben Gottfried Wilhelm Leibniz, der ein gro\u00dfer Bewunderer der chinesischen Kultur und Philosophie war, hatte Friedrich Schiller die sch\u00f6nste Idee einer vision\u00e4ren Idee einer vereinten Menschheit, die durch die \u00e4sthetische Erziehung und Selbstkultivierung zum h\u00f6chsten Ideal der Menschheit mit einander verbunden ist. Schillers Erkenntnis, da\u00df dieses Ideal durch die \u00e4sthetische Erziehung zu erreichen ist, hatte einen gro\u00dfen Einflu\u00df in China dank der Intervention des Gelehrten Cai Yuanpei, dem ersten Erziehungsminister der provisorischen Republik Chinas und sp\u00e4teren Pr\u00e4sidenten der Beijing Universit\u00e4t. Cai Yuanpei f\u00fchrte das Konzept der \u00e4sthetischen Erziehung Schillers in das chinesische Bildungswesen ein und schuf daf\u00fcr eigens ein neues Wort: \u201e<em>meiju<\/em>\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Gleichfalls inspiriert durch Schiller Idee, die in seiner <em>Ode an die Freude<\/em>&#8211; \u201eAlle Menschen werden Br\u00fcder&#8220;-, zum Ausdruck kommt, entwarf er die Vision einer \u201egro\u00dfen Gemeinschaft\u201c der gesamten Welt, \u201e<em>datong shijie<\/em>\u201c, die friedlich und harmonisch, ohne Armee und Krieg, zusammenlebt. Cai sah im Dialog der Kulturen den Weg zur Erreichung dieses Ziels, da\u00df eine Nation die Kulturen anderer V\u00f6lker unbedingt aufnehmen m\u00fc\u00dfte: \u201eWirft man einen Blick auf die Entwicklung der Geschichte, so sieht man, da\u00df die Auseinandersetzung unterschiedlicher Kulturen immer zur Entstehung einer neuen f\u00fchrt.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Es gilt also, in allen Kulturen und Zivilisationen jene Ideen und Entw\u00fcrfe aufzusp\u00fcren, bei denen deren beste Geister, ihre gr\u00f6\u00dften Dichter und Denker Vorstellungen von der gemeinsamen Zukunft der einen Menschheit entwickelt haben. Diese Ideen sind n\u00e4mlich heute im Westen fast vergessen, wenigstens bei den kriegstreiberischen Kreisen, die trotz der permanenten Beschw\u00f6rung der \u201ewestlichen Werte\u201c keine Ahnung von den wirklich gro\u00dfen Ideen mehr haben. Ein Austausch \u00fcber die sch\u00f6nsten Werke der verschiedenen Kulturen auf der Ebene der V\u00f6lker wird nicht nur das Verst\u00e4ndnis, sondern zugleich die Liebe zu ihnen erwecken.<\/p>\n\n\n\n<p>Die chinesischen Initiativen haben bereits bewiesen, da\u00df das Prinzip \u201eFrieden durch Entwicklung\u201c wirklich tiefe Konflikte \u00fcberwinden kann, wie man an der chinesischen Vermittlerrolle zwischen dem Iran und Saudi Arabien, oder k\u00fcrzlich zwischen Pakistan und Afghanistan sehen kann. Es besteht also die berechtigte Hoffnung, da\u00df es mit der Kombination von gemeinsamer wirtschaftlicher Entwicklung und dem Dialog der besten Traditionen der jeweiligen Kulturen auch gelingen wird, die europ\u00e4ischen Nationen und sogar Amerika in diese Weltgemeinschaft einzubeziehen! Auf jeden Fall ist dies ein Ziel, dem wir uns mit der ganzen Leidenschaft der Liebe zur Menschheit widmen sollten!<\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rede von Helga Zepp-LaRouche beim Kulturforum in Beijing Die Weltgeschichte hat im Sinne der Dramentheorie Friedrich Schillers einen \u201epunctum saliens\u201c erreicht, an dem gewisserma\u00dfen alle bisherigen Tendenzen an einen Punkt der Entscheidung gekommen sind: Hat die Menschheit, die dank thermonuklearer Waffen zum ersten Mal das&hellip;<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on get_the_excerpt --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on get_the_excerpt --><\/p>\n","protected":false},"author":33,"featured_media":112387,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_lmt_disableupdate":"","_lmt_disable":"","footnotes":""},"categories":[542],"tags":[],"class_list":["post-112386","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-hzl-text-de"],"featured_image_src":"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/HZL-Rede-China.jpg","author_info":{"display_name":"tobi","author_link":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/author\/tobi\/"},"modified_by":"tobi","cc_featured_image_caption":{"caption_text":"","source_text":"","source_url":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/112386","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/33"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=112386"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/112386\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":112397,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/112386\/revisions\/112397"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/112387"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=112386"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=112386"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=112386"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}