{"id":110771,"date":"2025-07-06T11:03:17","date_gmt":"2025-07-06T15:03:17","guid":{"rendered":"https:\/\/schillerinstitute.com\/?p=110771"},"modified":"2025-07-06T11:03:43","modified_gmt":"2025-07-06T15:03:43","slug":"was-macht-eine-schoene-seele-aus-von-helga-zepp-larouche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2025\/07\/06\/was-macht-eine-schoene-seele-aus-von-helga-zepp-larouche\/","title":{"rendered":"\u201eWas macht eine sch\u00f6ne Seele aus?\u201c &#8211; von Helga Zepp-LaRouche"},"content":{"rendered":"\n<p>Die Pr\u00e4sidentin des Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche, war am 25.6.2025 Rednerin auf dem China-Europa-Menschenrechtssymposium 2025 in Madrid. Das hochaktuelle Thema ihres Beitrags war k\u00fcnstliche Intelligenz im Gegensatz zu wahrer menschlicher Kreativit\u00e4t, und sie stellte dies anhand der Entwicklungen im Nahen Osten vor.<\/p>\n\n\n\n<p>Aufgrund aktueller Entwicklungen mu\u00dfte ich meinen Text \u00e4ndern. Die au\u00dferordentlichen Gefahren, die von einer unachtsamen oder b\u00f6swilligen Anwendung von k\u00fcnstlicher Intelligenz (KI) ausgehen, wurden gerade auf dramatischste Weise deutlich. Die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) ver\u00f6ffentlichte am 12. Juni eine Resolution, in der sie erkl\u00e4rte, sie k\u00f6nnten der erneuten Behauptung des Iran, seine Urananreicherung diene ausschlie\u00dflich friedlichen Zwecken, keinen Glauben schenken.<\/p>\n\n\n\n<p>Der ehemalige britische Diplomat und Analyst Alastair Crooke berichtete am 20. Juni im \u201eConflict Forum\u201c auf&nbsp;<em>Substack<\/em>, da\u00df diese Resolution der IAEO nicht auf von Menschen beschafften Geheimdienstinformationen beruhte, sondern aus einer von der IAEO verwendeten Software stammte, n\u00e4mlich der \u201eMosaic\u201c-Plattform von Palantir, einem KI-System, das nukleare Bedrohungen vorhersagt.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Modell wiederholte auf der Grundlage seiner Algorithmen Behauptungen, die seit Jahren immer wieder aufgestellt und immer wieder widerlegt wurden, und verwies auf \u201eAnomalien\u201c in Fordow und Lavizan-Shian. Der Algorithmus untersucht Metadaten, Verhaltensmuster und Signalverkehr und postuliert auf dieser Grundlage, was Verd\u00e4chtige denken oder planen k\u00f6nnten \u2013 keine Fakten. Dieser Bericht wurde dann von Medien und Politikern in den USA und Europa als Rechtfertigung f\u00fcr Israels umfassenden Angriff auf den Iran zwei Tage sp\u00e4ter zitiert.<\/p>\n\n\n\n<p>IAEO-Generaldirektor Rafael Grossi korrigierte die Einsch\u00e4tzung am 17. Juni in&nbsp;<em>CNN<\/em>, aber da war es zu sp\u00e4t. Die tragischen Ereignisse waren schon passiert, darunter die Zur\u00fcckweisung der Erkenntnisse von DNI Tulsi Gabbard, da\u00df der Iran keine Atomwaffen anstrebe, durch Pr\u00e4sident Trump und sein anschlie\u00dfender Befehl an die US-Streitkr\u00e4fte, Atomanlagen im Iran zu bombardieren. So k\u00f6nnten wir aufgrund des unbedachten oder b\u00f6swilligen Einsatzes von KI auf dem besten Weg in den Dritten Weltkrieg sein.<\/p>\n\n\n\n<p>K\u00fcnstliche Intelligenz hat in gewisser Weise das Fenster zu einem v\u00f6llig neuen Kapitel in der Weltgeschichte der Menschheit ge\u00f6ffnet: Zum einen ist eine disruptive Technologie, die die Wirksamkeit des menschlichen Handelns im Universum um ein Vielfaches erh\u00f6ht. Andererseits wirft sie moralische Fragen auf, die nicht ganz neu sind, n\u00e4mlich die Frage nach der Beziehung zwischen dem Menschen und den von ihm geschaffenen Objekten. In Literatur und Kunst gibt es mehrere Beispiele, die den Traum des Menschen darstellen, etwas zu schaffen, das die Merkmale seiner eigenen Kreativit\u00e4t aufweist, beispielsweise in Ovids&nbsp;<em>Metamorphosen&nbsp;<\/em>oder mit dem j\u00fcdischen \u201eGolem\u201c, einer aus Lehm geformten Figur, die durch Magie zum Leben erweckt wird, und nat\u00fcrlich Mary Shelleys&nbsp;<em>Frankensteins Monster<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Mensch unterscheidet sich von allen anderen Lebewesen durch seine sch\u00f6pferische Vernunft, die es ihm erm\u00f6glicht, immer wieder axiomatisch-revolution\u00e4re Verbesserungen im Wissen \u00fcber die physikalischen Prinzipien, die unser Universum regieren, zu entdecken. Der menschliche Verstand ist die Kapazit\u00e4t, wo die sch\u00f6pferische Hypothesenbildung stattfindet.<\/p>\n\n\n\n<p>KI ist keine Entdeckung eines solchen revolution\u00e4ren, neuen physikalischen Prinzips, sondern ein zus\u00e4tzliches Instrument, das Daten mit quasi Lichtgeschwindigkeit sammeln kann, entweder durch Deduktion auf der Grundlage vergangener Erfahrungen, um zu einem neuen Konzept zu gelangen, oder durch \u201egenerative Intelligenz\u201c, die zu einer neuen Konzeption gelangt, aber innerhalb des Rahmens zuvor festgelegter Regeln. Die oft gestellte Frage, ob KI jemals die menschliche Kreativit\u00e4t \u00fcbertreffen wird, kann daher eindeutig verneint werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Nutzen der KI liegt darin, da\u00df sie den Menschen zunehmend von aller repetitiven Arbeit befreit und unser erweitertes Sensorium erweitert, um in Bereichen zu arbeiten, die dem Menschen derzeit noch unzug\u00e4nglich sind \u2013 wie beispielsweise Aufgaben im Zusammenhang mit der Raumfahrt \u2013, und so dem Menschen die freie Energie f\u00fcr axiomatische neue Entdeckungen erm\u00f6glicht, ohne sie selbst zu inspirieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Ob sie zum Wohle der Menschheit eingesetzt wird oder nicht, h\u00e4ngt auch hier, wie bei allen anderen Technologien, ganz von der moralischen und \u00e4sthetischen Qualit\u00e4t des Menschen ab, der sie anwendet. Der oben erw\u00e4hnte Mi\u00dfbrauch der KI, der die Menschheit an den Rand der Selbstzerst\u00f6rung gebracht hat, unterstreicht die Dringlichkeit, da\u00df wir als Gattung viel mehr Sorgfalt in die \u00e4sthetische Erziehung zur Sch\u00f6nheit des menschlichen Charakters investieren m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir sollten das Konzept der \u201esch\u00f6nen Seele\u201c, das Friedrich Schiller als h\u00f6chstes Ideal des Menschen etablierte, zum Gegenstand eines Dialogs zwischen den Zivilisationen machen, f\u00fcr den Pr\u00e4sident Xis Globale Zivilisations-Initiative einen perfekten Rahmen bieten w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine sch\u00f6ne Seele ist nach Friedrich Schiller ein Mensch, f\u00fcr den Freiheit und Notwendigkeit, Pflicht und Leidenschaft eins geworden sind und der seine Gef\u00fchle soweit zur Vernunft erzogen hat, da\u00df er ihnen blind vertrauen kann, weil sie niemals etwas von ihm verlangen w\u00fcrden, was nicht der Vernunft entspricht. Die sch\u00f6ne Seele ist offensichtlich auch ein Mensch, der das, was Schiller als wichtigste Voraussetzung seiner Zeit bezeichnet, sein&nbsp;<em>Empfindungsverm\u00f6gen<\/em>, seine allumfassende Empathie, voll entwickelt hat. Wie sehr brauchen wir heute eine leidenschaftliche oder vielleicht z\u00e4rtliche Liebe zur Menschheit! Und diese Liebe, Chinesisch&nbsp;<em>ren<\/em>, kann nach Konfuzius und Schiller durch den Willen verwirklicht werden.<\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Pr\u00e4sidentin des Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche, war am 25.6.2025 Rednerin auf dem China-Europa-Menschenrechtssymposium 2025 in Madrid. Das hochaktuelle Thema ihres Beitrags war k\u00fcnstliche Intelligenz im Gegensatz zu wahrer menschlicher Kreativit\u00e4t, und sie stellte dies anhand der Entwicklungen im Nahen Osten vor. 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