{"id":109759,"date":"2025-05-30T16:26:22","date_gmt":"2025-05-30T20:26:22","guid":{"rendered":"https:\/\/schillerinstitute.com\/?p=109759"},"modified":"2025-05-30T16:26:25","modified_gmt":"2025-05-30T20:26:25","slug":"helga-zepp-larouche-es-gibt-kein-problem-das-die-menschliche-kreativitaet-nicht-loesen-kann","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2025\/05\/30\/helga-zepp-larouche-es-gibt-kein-problem-das-die-menschliche-kreativitaet-nicht-loesen-kann\/","title":{"rendered":"Helga Zepp-LaRouche: Es gibt kein Problem, das die menschliche Kreativit\u00e4t nicht l\u00f6sen kann!"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Am ersten Tag der internationalen <strong><a href=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2025\/05\/12\/konferenzeinladung-eine-schoene-vision-fuer-die-menschheit-in-zeiten-grosser-turbulenzen\/\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2025\/05\/12\/konferenzeinladung-eine-schoene-vision-fuer-die-menschheit-in-zeiten-grosser-turbulenzen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Konferenz des Schiller-Instituts<\/a><\/strong> am 24. Mai 2025 hielt die Gr\u00fcnderin und Vorsitzende des Instituts Helga Zepp-LaRouche die folgende Rede. Die Rede wurde aus dem Englischen \u00fcbersetzt, Zwischentitel hinzugef\u00fcgt.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Ich m\u00f6chte Sie alle, die Sie pers\u00f6nlich an der Konferenz des Schiller-Instituts teilnehmen, ebenso wie alle Online-Zuschauer weltweit mit einer optimistischen Sichtweise auf die Natur des Menschen begr\u00fc\u00dfen: Wir sind eine kreative Gattung &#8211; die einzige, die bislang im Universum bekannt ist -, und der menschliche Geist als Mikrokosmos des Makrokosmos, des Universums als Ganzem, ist nachweislich von antientropischer Natur.<\/p>\n\n\n\n<p>Unser kreativer Verstand ist f\u00e4hig, f\u00fcr jedes Problem immer eine L\u00f6sung auf einer h\u00f6heren Ebene zu finden, und deshalb bin ich mir sicher, da\u00df wir durch die Mobilisierung des besten Potentials der gesamten Menschheit ein neues Paradigma in unseren internationalen Beziehungen erreichen k\u00f6nnen, das uns in eine neue \u00c4ra der Menschheitsgeschichte katapultieren wird. Wir werden in der Lage sein, eine Weltgemeinschaft zu schaffen, die der W\u00fcrde des Menschen und der potentiellen Sch\u00f6nheit seiner Seele w\u00fcrdig ist. Man mu\u00df jeder \u201epraktischen\u201c Herangehensweise an die Politik eine Absage erteilen und von dieser Vision ausgehen!<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist offensichtlich, da\u00df die heutige Welt in einem Zustand fast v\u00f6lliger Unordnung ist. Wir sind bereits sehr weit in der Regression der Barbarei fortgeschritten, indem wir in Gaza tolerieren, was sogar der ehemalige Premierminister Olmert als \u201enahe an Kriegsverbrechen\u201c bezeichnet hat, einen seit langem andauernden V\u00f6lkermord, wie der Internationale Gerichtshof und zuletzt sogar Josef Borell best\u00e4tigten. Dies zu tolerieren, ist ein schrecklicher Schandfleck auf der ganzen Menschheit, und es k\u00f6nnte schon kurzfristig zu einem totalen Krieg in S\u00fcdwestasien f\u00fchren, der zu einem globalen Atomkrieg eskalieren kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Die j\u00fcngsten Entwicklungen rund um den Krieg in der Ukraine haben eine erstaunliche Konstellation offenbart: Die beiden gr\u00f6\u00dften Atomm\u00e4chte, die Pr\u00e4sidenten der USA und Ru\u00dflands, versuchen, ein Friedensabkommen zur Beendigung des Krieges zu finden, wor\u00fcber sich jeder vern\u00fcnftige Mensch freuen sollte, w\u00e4hrend einige Europ\u00e4er, die sogenannte \u201eKoalition der Willigen\u201c, versuchen, diese Bem\u00fchungen zu sabotieren, um den Krieg zu verl\u00e4ngern. Und sie geben das Ziel nicht auf, da\u00df die Ukraine \u201eden Krieg gewinnt\u201c, selbst in einem Moment, in dem die ukrainische Armee und Bev\u00f6lkerung diesen Zerm\u00fcrbungskrieg mit mehr als einer Million Toten nicht mehr lange durchhalten kann. Zuverl\u00e4ssige Milit\u00e4rexperten warnen, da\u00df die milit\u00e4rischen F\u00e4higkeiten der L\u00e4nder der Koalition der Willigen bei weitem nicht ausreichen, um Ru\u00dfland ohne die Unterst\u00fctzung der USA zu konfrontieren, und die europ\u00e4ischen Volkswirtschaften brechen infolge einer selbstverschuldeten Krise, exorbitanter Energiepreise und gr\u00fcner Ideologie zusammen. Alles was in Deutschland aus den Tr\u00fcmmern des Zweiten Weltkriegs aufgebaut wurde, wird jetzt wieder zerst\u00f6rt!<\/p>\n\n\n\n<p>Journalisten und Analysten auf der ganzen Welt fragen ungl\u00e4ubig: \u201eWas ist los mit Deutschland? Und mit Europa im Allgemeinen? Warum ruinieren sie sich selbst?\u201c Sie lassen ihre Nord-Stream-Pipeline sprengen, sie verh\u00e4ngen Sanktionen gegen Ru\u00dfland, die die russische Wirtschaft wachsen lassen und ihre eigene Wirtschaft ruinieren, Deutschland schlie\u00dft seine Atomkraftwerke, ohne \u00fcber eine alternative Energiequelle zu verf\u00fcgen, und nur 80 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg militarisiert Deutschland seine Wirtschaft erneut mit einer Form der Kreditsch\u00f6pfung, die an Hjalmar Schachts Mefo-Wechsel erinnert, nur um die deutsche Armee an die russische Grenze zu bringen und deutsche Panzer gegen Ru\u00dfland loszuschicken. Schon wieder? Vor 20, 30 Jahren galt Europa als das beste Modell der Welt, mit einer Spitzenposition bei wissenschaftlichen und technologischen Innovationen und einer daraus resultierenden wettbewerbsf\u00e4higen Wirtschaft, einer hohen Lebensqualit\u00e4t, hohen sozialen Standards, sicheren Lebensbedingungen usw. Und jetzt? Europa steht kurz vor der v\u00f6lligen Marginalisierung, es kann seine Infrastruktur nicht reparieren, die Z\u00fcge fahren nie p\u00fcnktlich, es l\u00e4\u00dft seine \u201eHidden Champions\u201c-Unternehmen bankrott gehen oder im Ausland investieren; und ihr Sozialsystem wird zerschlagen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die vertane Chance der Wiedervereinigung<\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt keine einfache Antwort, denn es handelt sich um ein vielschichtiges, facettenreiches Problem mit vielen Ebenen, die man zu Recht als Gehirnw\u00e4sche oder \u201eNudging\u201c, wie es heute genannt wird, bezeichnen kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Ebene beginnt mit geopolitischen Man\u00f6vern zu der Zeit, als das, was man zu Recht die \u201ehistorische Chance der deutschen Wiedervereinigung\u201c nannte, durch die geopolitischen Man\u00f6ver der Neokonservativen im angels\u00e4chsischen Raum sabotiert wurde. Sie hatten von Anfang an nicht die Absicht, die Versprechen einzuhalten, die sie Gorbatschow und der sowjetischen F\u00fchrung am Ende des Kalten Krieges gegeben hatten, n\u00e4mlich da\u00df die NATO keinen Zentimeter nach Osten vorr\u00fccken w\u00fcrde, wenn Deutschland sich vereinigen und der NATO beitreten d\u00fcrfte.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Neocons waren \u00fcberschwenglich in ihrem Triumphalismus, sie h\u00e4tten \u201eden Kalten Krieg gewonnen\u201c, und ignorierten arrogant die Warnung von Papst Johannes Paul II., der sagte, da\u00df die \u201eStrukturen der S\u00fcnde\u201c im Osten und im Westen gleicherma\u00dfen existierten und man nur auf die Unterentwicklung der sogenannten Dritten Welt als Folge der Fortsetzung des Neokolonialismus zu schauen brauche, um den Beweis daf\u00fcr zu finden, da\u00df die \u201eStrukturen der S\u00fcnde\u201c auch im Westen existierten.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch sie machten weiter mit der Wolfowitz-Doktrin, dem Entwurf f\u00fcr eine unipolare Welt, und stellten sich vor, dies sei das \u201eEnde der Geschichte\u201c, vielleicht die kurzlebigste tausendj\u00e4hrige Phantasie aller Zeiten. Ich warnte damals: Wenn die Finanzm\u00e4chte den Bankrott des Comecon nutzen, um der Welt das ebenso bankrotte neoliberale System vollst\u00e4ndig aufzuzwingen, dann k\u00f6nnte das zwar den Zusammenbruch hinausz\u00f6gern, aber er w\u00fcrde doch mit aller Wucht und in einem viel gr\u00f6\u00dferen Ma\u00dfstab eintreten als der Zusammenbruch der Sowjetunion.<\/p>\n\n\n\n<p>In den Archiven und Bibliotheken der USA, Deutschlands, Gro\u00dfbritanniens und Frankreichs wurden k\u00fcrzlich Dutzende von Dokumenten ver\u00f6ffentlicht, die die unz\u00e4hligen Sicherheitsgarantien gegen eine Osterweiterung der NATO belegen, die Gorbatschow und Schewardnadse von Baker, Bush senior, Genscher, Kohl, Gates, Mitterrand, Thatcher, Hurd, Major und W\u00f6rner gegeben wurden. Sie zeigen auch, da\u00df viele f\u00fchrende Politiker eine NATO-Mitgliedschaft der mittel- und osteurop\u00e4ischen Staaten ablehnten.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Grundsatzrede von Au\u00dfenminister Genscher in der Evangelischen Akademie Tutzing am 31. Januar 1990, die sogenannte \u201eTutzinger Formel\u201c, beeinflu\u00dfte eine ganze Reihe von Spitzentreffen in den folgenden Tagen, in denen Gorbatschow der deutschen Wiedervereinigung zustimmte, unter der Voraussetzung, da\u00df die NATO nicht nach Osten erweitert w\u00fcrde. Genscher erkl\u00e4rte: \u201eWir wollen keine Einheit auf Kosten Dritter&#8230; Es ist Sache der NATO, unmi\u00dfverst\u00e4ndlich zu erkl\u00e4ren: Was auch immer im Warschauer Pakt geschieht, eine Ausdehnung des NATO-Gebiets nach Osten, also n\u00e4her an die Grenzen der Sowjetunion, wird es nicht geben.\u201c Diese Rede ist aus dem Internet verschwunden und l\u00e4\u00dft sich nur noch mit Spezialfunktionen finden.<\/p>\n\n\n\n<p>In einem Memorandum vom 9. Februar \u00fcber die Gespr\u00e4che zwischen US-Au\u00dfenminister James Baker und Eduard Schewardnadse wird Baker klar zitiert: \u201eEs m\u00fc\u00dfte nat\u00fcrlich eiserne Garantien geben, da\u00df die Zust\u00e4ndigkeit oder die Streitkr\u00e4fte der NATO nicht nach Osten verlegt werden.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die Chancen f\u00fcr die Schaffung einer neuen internationalen Friedensordnung oder eines \u201egemeinsamen europ\u00e4ischen Hauses\u201c, wie Gorbatschow es nannte &#8211; f\u00fcr das Lyndon LaRouche erst mit dem \u201eProduktiven Dreieck Paris-Berlin-Wien\u201c und nach dem Zerfall der Sowjetunion mit der \u201eEurasischen Landbr\u00fccke\u201c die wirtschaftliche Grundlage vorschlug -, wurden vertan. Das war die Urs\u00fcnde der Nachkriegsordnung, und sogar George Kennan, mehr als jeder andere der \u201eVater\u201c der Eind\u00e4mmungspolitik, kritisierte die NATO-Osterweiterung in einem Interview mit der <em>New York Times <\/em>am 5. Februar 1997 scharf und bezeichnete sie als tragischen Fehler, f\u00fcr den es keinerlei Grund gab.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn man bedenkt, da\u00df zu diesem Zeitpunkt erst 45 Jahre seit dem Zweiten Weltkrieg vergangen waren, in dem die Sowjetunion 27 Millionen B\u00fcrger im Krieg gegen die Nationalsozialisten verloren hatte, bewiesen die Russen enorme Gro\u00dfz\u00fcgigkeit, indem sie die deutsche Wiedervereinigung zulie\u00dfen und sogar zustimmten, da\u00df das vereinte Deutschland Teil der NATO sein sollte. Angesichts all dieser Versprechen war der Vertrauensbruch um so schwerwiegender.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn man dann noch bedenkt, da\u00df es auch die einseitige Aufk\u00fcndigung aller R\u00fcstungskontrollabkommen durch den Westen gab &#8211; die ABM-, INF-, Open-Sky- und KSE-Vertr\u00e4ge -, das Eingest\u00e4ndnis von Merkel und Hollande, da\u00df sie dem Minsk-II-Vertrag nur zugestimmt hatten, um Zeit zu gewinnen, damit die Ukraine auf NATO-Niveau aufger\u00fcstet werden konnte, dann wird deutlich, da\u00df die Verpflichtung zur Erf\u00fcllung auf Seiten des Westens liegt.<\/p>\n\n\n\n<p>Hinzu kommt der Artikel der <em>New York Times <\/em>vom 29. M\u00e4rz dieses Jahres, der auf 300 Interviews im Rahmen einer einj\u00e4hrigen Untersuchung basiert und enth\u00fcllte, da\u00df das Hauptquartier der US-Armee in Wiesbaden ab Fr\u00fchjahr 2022 das Kommandozentrum f\u00fcr den Krieg in der Ukraine war &#8211; zu einem Zeitpunkt, als Boris Johnson nach Kiew flog, um das sogenannte Istanbul-Abkommen zwischen Putin und Selenskyj zu sabotieren, und damit den endg\u00fcltigen Beweis lieferte, da\u00df es in diesem Krieg nicht um die Ukraine ging, sondern um einen Stellvertreterkrieg zwischen den USA und der NATO auf der einen Seite und Ru\u00dfland auf der anderen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Koalition der Willigen scheitert<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist jetzt an der Zeit, eine n\u00fcchterne Bilanz der letzten 35 Jahre zu ziehen, wenn wir einen Ausweg finden wollen. Wir erinnern uns noch gut daran, da\u00df zu Beginn des Krieges in der Ukraine das Mantra im Westen, von Biden, Scholz, Macron, von der Leyen, lautete: \u201eDie Ukraine mu\u00df gewinnen\u201c, \u201eRu\u00dfland mu\u00df ruiniert werden\u201c (Baerbock). Jetzt, etwas mehr als drei Jahre sp\u00e4ter, ist offensichtlich, da\u00df die Ukraine und damit die NATO den Krieg verloren haben. Und diese Niederlage reiht sich ein in eine ganze Reihe anderer: Vietnam, Afghanistan, Irak, Libyen. (Sollte man Syrien hinzuf\u00fcgen, wo jetzt ein \u201ereformierter\u201c Al-Qaida-F\u00fchrer Pr\u00e4sident ist?) Und das trotz mehr als 800 Milit\u00e4rst\u00fctzpunkten, die die USA unterhielten, um die unipolare Ordnung und ihre dominante Position in der Welt aufrechtzuerhalten. Pr\u00e4sident Trump hat die Wahl zum zweiten Mal gewonnen, weil er versprochen hat, diese Kriege zu beenden und keine neuen zu beginnen. Es mu\u00df klar werden, da\u00df das Modell, die unipolare Welt durch ein System von \u00fcber 800 Milit\u00e4rst\u00fctzpunkten aufrechtzuerhalten, v\u00f6llig gescheitert ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Warum h\u00e4lt die europ\u00e4ische Koalition der Willigen dann an einer gescheiterten Politik fest? Es ist offensichtlich, da\u00df sie sich nicht in einer Wertegemeinschaft mit den USA als Nation als solcher f\u00fchlen, sondern mit einem neoliberalen System &#8211; eigentlich nicht mit Amerika als Republik, sondern mit einem Amerika, das vom Britischen Empire unterwandert ist und auf den anglo-amerikanischen Sonderbeziehungen basiert. Nachdem Trump diese Beziehungen aufgek\u00fcndigt hat, bleibt nur noch die Loyalit\u00e4t gegen\u00fcber dem Britischen Empire, und dieses System erweist sich als \u00fcberhaupt nicht liberal.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Vizepr\u00e4sident J.D. Vance auf der M\u00fcnchner Sicherheitskonferenz den Europ\u00e4ern einen degenerierten Sinn f\u00fcr Demokratie vorwarf und sagte, in der EU w\u00fcrden viele Begriffe verwendet, die ihn an die Sowjetunion erinnerten &#8211; wie \u201eDesinformation\u201c, um alternative Meinungen zu diskreditieren -, war der Aufschrei ohrenbet\u00e4ubend. Der Fall Rum\u00e4nien zeigt jedoch, da\u00df die EU L\u00e4nder so oft abstimmen l\u00e4\u00dft, wie es n\u00f6tig ist, um das \u201egew\u00fcnschte\u201c Ergebnis zu erzielen.<\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt immer mehr Gesetze auf EU- und nationaler Ebene, die \u201eDesinformation\u201c unter Strafe stellen, was viele Menschen zu der Annahme veranla\u00dft, da\u00df auch in Europa ein \u201etiefer Staat\u201c aktiv ist, der jede Meinung verfolgt, die von der offiziellen NATO-Linie abweicht. Der j\u00fcngste Fall, in dem zwei in Ru\u00dfland t\u00e4tigen deutschen Journalisten, Thomas R\u00f6per und Alina Lipp, de facto ihre Staatsb\u00fcrgerschaft entzogen wurde, wurde mit dem Edikt von Worms von 1521 und der \u00c4chtung Martin Luthers verglichen, dem ebenfalls alle B\u00fcrgerrechte entzogen wurden. Bibliotheken in Deutschland kennzeichnen B\u00fccher nun mit einem Vermerk, der die philosophische und politische Einstellung des Autors angibt, als w\u00e4ren die Bibliotheksbenutzer zu dumm, um selbst zu urteilen, und um anzugeben, was politisch korrekt ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Am beunruhigendsten sind jedoch die kriegerische russophobe Haltung des neuen Kanzlers Friedrich Merz und seine Bem\u00fchungen um eine vollst\u00e4ndige Militarisierung der deutschen Wirtschaft, die bei den europ\u00e4ischen Nachbarn bereits alte \u00c4ngste vor dem deutschen Militarismus wecken.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Globale Mehrheit<\/p>\n\n\n\n<p>Aber es gibt auch die v\u00f6llig andere Realit\u00e4t der L\u00e4nder des Globalen S\u00fcdens, die bei weitem die Globale Mehrheit der Menschheit ausmachen. Sie haben sich nicht nur geweigert, die NATO-Darstellung der Gr\u00fcnde f\u00fcr den Ukraine-Krieg zu akzeptieren, sie lassen sich auch vom gr\u00f6\u00dften Wirtschaftswunder der Geschichte inspirieren, das China in den letzten 40 Jahren vollbracht hat, indem es 850 Millionen seiner B\u00fcrger aus der Armut befreit und mit der BRI [G\u00fcrtel- und Stra\u00dfen-Initiative] eine Transmissionsriemen geschaffen hat, um die Errungenschaften Chinas in die L\u00e4nder Afrikas, Asiens und Lateinamerikas zu tragen.<\/p>\n\n\n\n<p>Laut dem Critical Technology Tracker des Australian Strategic Policy Institute (ASPI) ist China derzeit in 57 von 64 fortschrittlichen Technologien f\u00fchrend. Es gibt buchst\u00e4blich hunderte chinesische St\u00e4dte mit jeweils mehreren Millionen Einwohnern, mit enormen modernen Bauwerken, die durch ein Netz von mehr als 42.000 km Schnellbahnverbindungen (Stand 2024) verbunden sind, das gr\u00f6\u00dfer ist als das aller anderen L\u00e4nder zusammen. Und diese Z\u00fcge sind p\u00fcnktlich! Es w\u00fcrde einen eigenen Vortrag erfordern, um dem atemberaubenden Erfolg des chinesischen Wirtschaftsmodells gerecht zu werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn die USA und die EU China zum \u201esystemischen Rivalen\u201c erkl\u00e4rt haben, hat der kollektive Westen diesen Wettlauf bereits verloren. Aber anstatt die Gr\u00fcnde f\u00fcr den Erfolg des chinesischen Wirtschaftsmodells zu untersuchen, das auf kontinuierlicher Innovation der Wirtschaft basiert und eine chinesische Version des von Alexander Hamilton entwickelten Amerikanischen Wirtschaftssystems ist, scheinen sowohl die USA als auch die EU bisher entschlossen, einen neuen Wettr\u00fcstungswettlauf zu beginnen, zu Lande, zu Wasser, in der Luft und im Weltraum.<\/p>\n\n\n\n<p>Sp\u00e4testens seit dem historischen Memorandum zwischen den Pr\u00e4sidenten Xi und Putin vom 4. Februar 2022, das eine \u201euneingeschr\u00e4nkte strategische Partnerschaft\u201c festigte, sollte jedem Strategen jedes Landes klar sein, da\u00df der \u00dcbergang zu einer multipolaren Welt konsolidiert ist. Ein weiterer eindrucksvoller Beweis f\u00fcr diese Partnerschaft war die gemeinsame Teilnahme von Xi und Putin an der Milit\u00e4rparade in Moskau am 9. Mai zur Feier des 80. Jahrestags des Sieges \u00fcber den Nationalsozialismus in Moskau.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Weltgemeinschaft steht nun im wesentlichen vor zwei Alternativen. Entweder wir setzen die geopolitische Konfrontation fort und riskieren letztendlich einen globalen Atomkrieg, der das Ende der Zivilisation bedeuten w\u00fcrde. Oder wir mobilisieren die Weisheit der Autoren des Westf\u00e4lischen Friedens, die nach 150 Jahren Religionskriegen in Europa erkannt hatten, da\u00df es keinen Sieger geben w\u00fcrde, weil eine Fortsetzung des Krieges den Tod f\u00fcr alle bedeuten w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<p>Im ersten Fall k\u00f6nnten wir einen beispiellosen R\u00fcstungswettlauf erleben, einschlie\u00dflich des von Pr\u00e4sident Trump geplanten Raketenabwehrsystems \u201eGolden Dome\u201c, das in drei Jahren fertiggestellt sein soll und ein globales, mehrstufiges, bereichs\u00fcbergreifendes Raketenabwehrsystem vorsieht, mit einer erheblichen Ausweitung der weltraumgest\u00fctzten Kampff\u00e4higkeiten einschlie\u00dflich der Entwicklung und des Einsatzes von Abfangsystemen im Orbit. Es verst\u00f6\u00dft gegen den Grundsatz des Vertrags \u00fcber die friedliche Nutzung des Weltraums, einem weiteren R\u00fcstungskontrollvertrag. Es wird mit Sicherheit eine Reaktion Ru\u00dflands, Chinas und aller anderen wichtigen Akteure geben.<\/p>\n\n\n\n<p>In dieser Konstellation wird auch Europa eine vollst\u00e4ndige Militarisierung durchlaufen und versuchen, einen europ\u00e4ischen Atomschutzschild aufzubauen. Deutschland wird versuchen, die \u201est\u00e4rkste Armee\u201c Europas aufzubauen, enorme physische Kapazit\u00e4ten werden verschwendet, w\u00e4hrend die Realwirtschaft und das Sozialsystem zerst\u00f6rt werden. Wahrscheinlich wird keiner dieser Pl\u00e4ne verwirklicht, weil in der Zwischenzeit das v\u00f6llig \u00fcberlastete Finanzsystem zusammenbrechen, die US-Schuldenkrise explodieren und die NATO und die EU zerfallen werden. Ganz Europa wird eine Explosion ziviler Unruhen erleben &#8211; wenn Deutschland nicht vorher zum Kriegsschauplatz wird, falls Merz heimlich weitermacht und den Taurus und bald auch die neue deutsch-britische Langstreckenrakete mit einer Reichweite von 2000 km in der Ukraine oder anderen L\u00e4ndern stationiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Europa w\u00fcrde bald nur noch als Fossil einer Zivilisation, die nicht \u00fcberlebt hat, in Museen in aller Welt zu sehen sein. So oder so w\u00fcrde es kein gutes Ende nehmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Blick auf die Zukunft<\/p>\n\n\n\n<p>Wir schlagen einen v\u00f6llig anderen Ansatz vor, und darum geht es in dieser Konferenz. Wir erkennen, da\u00df wir einen Punkt in der Weltgeschichte erreicht haben, an dem wir einen Paradigmenwechsel brauchen, der grundlegender ist als der Wechsel von den Axiomen des Mittelalters in Europa zur Neuzeit, als das Menschenbild und die Vorstellung vom physikalischen Universum aus einem finsteren Zeitalter des Aberglaubens durch die moderne Idee von der Rolle der Wissenschaft und Technologie und der Perfektibilit\u00e4t des Menschen abgel\u00f6st wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Heute m\u00fcssen wir geopolitische Ambitionen hinter uns lassen und als erstes von der Vorstellung der \u201eEinen Menschheit\u201c ausgehen, um dann alle nationalen Interessen mit diesem \u00fcbergeordneten Konzept in Einklang zu bringen. Wir m\u00fcssen die Idee des Nikolaus von Kues anwenden, da\u00df Harmonie im Makrokosmos nur m\u00f6glich ist, wenn sich alle Mikrokosmen bestm\u00f6glich entwickeln und jeder Mikrokosmos die Entwicklung aller anderen Mikrokosmen als sein grundlegendes Interesse betrachtet und umgekehrt.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist kein Zufall, da\u00df die konfuzianische Idee der harmonischen Entwicklung aller Mitglieder einer Familie, einer Nation oder der Gemeinschaft der Nationen im wesentlichen mit der Idee des Nikolaus von Kues \u00fcbereinstimmt. Diese liegt Xi Jinpings Konzept der gemeinsamen Zukunft der Menschheit und seinen drei Prinzipien GSI (Globale Sicherheitsinitiative), GDI (Globale Entwicklungsinitiative) und GCI (Globale Kulturinitiative) zugrunde. Wir m\u00fcssen die Urs\u00fcnde der NATO-Osterweiterung r\u00fcckg\u00e4ngig machen und durch ein Konzept der \u201eunteilbaren Sicherheit\u201c ersetzen &#8211; ein System, das die Sicherheitsinteressen jedes einzelnen Landes auf dem Planeten ber\u00fccksichtigt.<\/p>\n\n\n\n<p>Lassen Sie uns daher alle mobilisieren und einen leidenschaftlichen Appell f\u00fcr den friedlichen \u00dcbergang zu einer neuen Epoche der Menschheitsgeschichte ver\u00f6ffentlichen, in der wir unsere Gattung aus der Perspektive von hundert Jahren in der Zukunft betrachten, wenn wir aufgeh\u00f6rt haben, wie ein Haufen zankender Kleinkinder zu sein, die sich gegenseitig vors Schienbein treten. Wenn wir eine erwachsene Menschheit sind, in der Kernfusionsenergie f\u00fcr alle L\u00e4nder kommerziell verf\u00fcgbar ist, dann gibt es keine Kriege mehr um Energieressourcen! Pyrolyse, chemisches Recycling, biotechnische Verfahren, Vergasung, Plasma-Lichtbogenverfahren oder in Zukunft das Fusionsbrennerverfahren werden uns Zugang zu unbegrenzten Rohstoffen verschaffen &#8211; keine Kriege mehr um deren Kontrolle!<\/p>\n\n\n\n<p>Wir werden Infrastruktur im nahen Weltraum, D\u00f6rfer auf dem Mond und St\u00e4dte auf dem Mars gebaut haben und unsere Identit\u00e4t als eine Menschheitsfamilie gest\u00e4rkt haben, wie es der deutsch-amerikanische Weltraumforscher Krafft Ehricke in seinem \u201eextraterrestrischen Imperativ\u201c vorausgesehen hat!<\/p>\n\n\n\n<p>KI und Technologien, zu denen wir noch nicht einmal die richtigen wissenschaftlichen Fragen gestellt haben, werden uns von der Last repetitiver Arbeit befreien und jedem Kind die Voraussetzungen f\u00fcr lebenslanges Lernen bieten, wodurch das Ideal von Konfuzius und Wilhelm von Humboldt vom vollkommen harmonisch entwickelten Charakter oder, wie Friedrich Schiller es nannte, einer \u201esch\u00f6nen Seele\u201c und einem Genie, verwirklicht wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Lassen Sie uns daher einen Dialogproze\u00df initiieren, in dem wir die Idee einer neuen internationalen Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur in der Tradition des Westf\u00e4lischen Friedens auf die Tagesordnung setzen, in dem wir uns auf die UN-Charta als Ausgangspunkt des V\u00f6lkerrechts einigen, zun\u00e4chst auf Grunds\u00e4tze, wie wir die besonderen Herausforderungen, Probleme und Aufgaben angehen wollen, und es dann wohlmeinenden Verhandlungsf\u00fchrern \u00fcberlassen, die L\u00f6sung aller Streitigkeiten konkret auszuarbeiten.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir haben bereits Pl\u00e4ne, um Armut und Unterentwicklung mit dem Programm der Weltlandbr\u00fccke zu \u00fcberwinden, wir haben den Oasenplan zur Umgestaltung S\u00fcdwestasiens, der die W\u00fcste in \u00fcppige Felder, W\u00e4lder und Obstg\u00e4rten verwandeln wird! Wir haben die wirtschaftlichen Blaupausen, um drei Milliarden neue produktive Arbeitspl\u00e4tze in Afrika, Asien und Lateinamerika zu schaffen und die Migrationskrise durch wirtschaftliche Entwicklung zu \u00fcberwinden!<\/p>\n\n\n\n<p>M\u00f6gen die Amerikaner zu der sch\u00f6nen Vision des internationalen Projekts zur\u00fcckkehren, eine neue Republik an den K\u00fcsten Amerikas zu schaffen, von der Lyndon LaRouche in dem kurzen Videoclip am Anfang gesprochen hat &#8211; ein Projekt, das erste seiner Art, eine Republik zu gr\u00fcnden, die sich dem Gemeinwohl nicht nur der heutigen, sondern aller zuk\u00fcnftigen Generationen verschrieben hat, wie es in der Pr\u00e4ambel der Verfassung steht, eine Republik, die das absolute Gegenmodell zu allen Formen von Oligarchie, Imperialismus und Tyrannei war und die den ersten antikolonialen Krieg gegen das Britische Empire gef\u00fchrt hat, um dies zu erreichen!<\/p>\n\n\n\n<p>La\u00dft Amerika zur Au\u00dfenpolitik von John Quincy Adams aus dem Jahr 1821 zur\u00fcckkehren und Amerika wieder zu einem Verfechter der Freiheit machen, statt sich in Kriege in \u00dcbersee verwickeln zu lassen, um dort die \u201eDemokratie\u201c zu f\u00f6rdern. \u201eAmerika geht nicht ins Ausland, um Monster zu suchen, die es vernichten kann. Es ist der Freund der Freiheit und Unabh\u00e4ngigkeit aller. Es ist nur der Verfechter und Verteidiger seiner eigenen.\u201c (John Quincy Adams)<\/p>\n\n\n\n<p>La\u00dft die Europ\u00e4er alle Formen des Neokolonialismus und der Arroganz aufgeben, die den Rest der Welt als \u201eDschungel\u201c behandeln! La\u00dft uns die hohen Ideale der gro\u00dfen Renaissance und der klassischen Epochen wiederbeleben, in denen der edle Charakter des Menschen in Philosophie, Poesie, Malerei, Bildhauerei und Musik gefeiert wurde und die die Weltgeschichte f\u00fcr immer bereichert haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Setzen wir statt auf geopolitische Konfrontation auf Zusammenarbeit, insbesondere mit den L\u00e4ndern der Globalen Mehrheit, und alle Probleme lassen sich leicht l\u00f6sen! Wir m\u00fcssen unverz\u00fcglich sehr konkrete Schritte in der UN-Vollversammlung, den BRICS oder jedem anderen geeigneten Forum unternehmen, um die neue internationale Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur auf den Tisch zu bringen und uns auf Projekte zu einigen, die den gemeinsamen Zielen der Menschheit entsprechen!<\/p>\n\n\n\n<p>Alles, was wir dazu brauchen, ist, selbst wahrhaft menschlich zu werden und eine fast z\u00e4rtliche Liebe zur Menschheit zu entwickeln!<\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am ersten Tag der internationalen Konferenz des Schiller-Instituts am 24. Mai 2025 hielt die Gr\u00fcnderin und Vorsitzende des Instituts Helga Zepp-LaRouche die folgende Rede. Die Rede wurde aus dem Englischen \u00fcbersetzt, Zwischentitel hinzugef\u00fcgt. 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