{"id":109054,"date":"2025-04-27T09:47:06","date_gmt":"2025-04-27T13:47:06","guid":{"rendered":"https:\/\/schillerinstitute.com\/?p=109054"},"modified":"2025-04-29T14:21:19","modified_gmt":"2025-04-29T18:21:19","slug":"gerechtigkeit-ist-nicht-rache","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2025\/04\/27\/gerechtigkeit-ist-nicht-rache\/","title":{"rendered":"Gerechtigkeit ist nicht Rache"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Bericht vom 99. Treffen der Internationalen Friedenskoalition<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Am 25. April fand die 99. w\u00f6chentliche Internetsitzung der Internationalen Friedenskoalition (IPC, IFK) mit Teilnehmern aus \u00fcber 50 L\u00e4ndern statt. Da die IPC-Initiatorin Helga Zepp-LaRouche nicht pers\u00f6nlich teilnehmen konnte, begann die Veranstaltung mit Vortr\u00e4gen von Dennis Speed und Dennis Small vom amerikanischen Schiller-Institut, weitere Redner waren u.a. der Pax-Christi-Aktivist Pater Harry Bury, der ehemalige CIA-Analyst Ray McGovern und der ehemalige Kongre\u00dfabgeordnete Dennis Kucinich. (Es gab einige humorvolle Bemerkungen dar\u00fcber, da\u00df so viele Sprecher denselben Vornamen Dennis hatten.)<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"What Bends the Arc of Moral History Toward Justice? \u2014 International Peace Coalition #99\" width=\"960\" height=\"540\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/1QyEBT1VC6Y?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p>Wiederkehrende Themen waren der Tod von Papst Franziskus zu Ostern und das sich rasch wandelnde Umfeld der Weltpolitik.&nbsp;<strong>Dennis Speed<\/strong>&nbsp;zitierte den russischen Pr\u00e4sidenten Wladimir Putin, bei den orthodoxen Christen gebe es die \u00dcberzeugung, wenn ein Mensch in der Karwoche stirbt, best\u00e4tige Gott damit, da\u00df er sein Leben gut gelebt hat. Man k\u00f6nne zwar gewisse Ideen und Ma\u00dfnahmen von Franziskus kritisieren, aber zweifellos sei er ein ausgesprochener Verfechter des Friedens gewesen. Dabei gehe es nicht nur um Franziskus als Person, sondern um das Papsttum als Institution. Beispielhaft daf\u00fcr sei die Enzyklika&nbsp;<em>Pacem in Terris<\/em>&nbsp;von Papst Johannes XXIII., in der alle Menschen aufgerufen werden, sich f\u00fcr den Weltfrieden einzusetzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Speed wies darauf hin, da\u00df nicht nur die Verhandlungen zwischen den USA und Ru\u00dfland, sondern auch die Gespr\u00e4che mit dem Iran vorankommen. Irans Au\u00dfenminister Araghchi habe die USA aufgerufen, sich am Ausbau des friedlichen Atomprogramms seines Landes zu beteiligen, das einst im Rahmen von Pr\u00e4sident Eisenhowers Programm \u201eAtome f\u00fcr den Frieden\u201c begonnen hat.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dennis Small<\/strong>&nbsp;erinnerte daran, da\u00df das erste IPC-Treffen vor 98 Wochen die Fortsetzung eines Offenen Briefs f\u00fchrender IPC-Mitglieder an Papst Franziskus war, in dem sie dessen Aufruf zu einer internationalen Konferenz zur Beendigung aller Kriege unterst\u00fctzten. Die Verhandlungen zum Ukrainekrieg seien wegen des Widerstands der Europ\u00e4er und des Pr\u00e4sidenten Selenskyj ins Stocken geraten, aber die noch wichtigere Wiederherstellung der Beziehungen zwischen den Atomm\u00e4chten USA und Ru\u00dfland schreite voran. Small warnte, die Feinde des Dialogs zwischen Trump und Putin seien zu allem bereit und k\u00f6nnten einen Vorfall in der Art des Reichstagsbrands oder des 11. September 2001 inszenieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Des weiteren befa\u00dfte er sich mit den weltweiten Turbulenzen durch Pr\u00e4sident Trumps Zollpolitik. \u00dcber hundert \u00d6konomen \u2013 darunter zwei Nobelpreistr\u00e4ger und der Ex-Kongre\u00dfabgeordnete Phil Gramm \u2013 h\u00e4tten in einem Offenen Brief zwar zutreffende Kritik an der Zollpolitik ge\u00fcbt, aber ihre Behauptung, die Z\u00f6lle seien schuld an der gegenw\u00e4rtigen globalen Finanzkrise, sei v\u00f6llig falsch. Man d\u00fcrfe nicht \u201edie Z\u00fcndschnur mit der Bombe verwechseln\u201c. Die Z\u00f6lle seien nur einer von vielen m\u00f6glichen Ausl\u00f6sern f\u00fcr ein Platzen der gigantischen Schuldenblase, darunter zwei Billiarden Dollar Derivatschulden, die das westliche Finanzsystem zum Einsturz bringt. Gramm sei bekannt als Autor des Gramm-Leach-Bliley-Gesetzes, mit dem die Glass-Steagall-Bankentrennung beendet wurde, und das sei f\u00fcr die Schuldenblase verantwortlich. Pr\u00e4sident Clinton habe eigentlich eine andere Finanzreform vorgehabt, habe aber unter dem Druck des Lewinsky-Skandals dieses Gesetz unterzeichnet.<\/p>\n\n\n\n<p>Der ehemalige Abgeordnete und Pr\u00e4sidentschaftskandidat&nbsp;<strong>Dennis Kucinich<\/strong>&nbsp;gr\u00fc\u00dfte die IPC und bekundete seine volle Unterst\u00fctzung f\u00fcr ihre Bem\u00fchungen um den Aufbau einer Weltbewegung f\u00fcr Frieden und Gerechtigkeit. Weil Politiker und Medien in den USA gekauft seien, sei die Bev\u00f6lkerung wie taub gegen\u00fcber den Greueltaten auf der ganzen Welt. Man brauche heute dringend wieder Massenaktionen auf der Stra\u00dfe wie die, die dazu beitrugen, den Vietnamkrieg zu beenden, aber auch einen allgemeinen Bewu\u00dftseinswandel in der Bev\u00f6lkerung.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ray McGovern<\/strong>, ein Freund von Kucinich, dankte den \u201edrei Dennissen\u201c, die gesprochen hatten, kritisierte jedoch, da\u00df Papst Franziskus nur \u201efromme Erkl\u00e4rungen\u201c gegen den Gazakrieg abgegeben, aber nicht genug gegen den V\u00f6lkermord getan habe, \u00e4hnlich wie Papst Pius XII. im Zweiten Weltkrieg nicht genug getan habe, um die Nazis zu stoppen. Im Endergebnis m\u00fc\u00dften wir erkennen: \u201eEs liegt an jedem von uns.\u201c Er zitierte Kains Wort in der Bibel: \u201eBin ich der H\u00fcter meines Bruders?\u201c als negatives Beispiel, und f\u00fcr das Gegenteil den Friedensaktivisten Rabbi Abraham Heschel: \u201eWir sind nicht alle schuld am B\u00f6sen auf der Welt, aber wir sind alle verantwortlich.\u201c Der Prophet Jesaja sei nackt herumgezogen mit dem Argument, er habe nur die Kleider ausgezogen, aber die Menschen h\u00e4tten ihre Gerechtigkeit und ihren \u201eSchalom\u201c (Frieden) ausgezogen. McGovern betonte, wir m\u00fc\u00dften bei unseren Aktivit\u00e4ten auch den Sinn f\u00fcr Humor bewahren und Spa\u00df haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Zum Schlu\u00df k\u00fcndigte er an, da\u00df er jetzt zusammen mit dem Filmemacher Oliver Stone nach Ru\u00dfland reist, um dort den 80. Jahrestag des Sieges \u00fcber den Faschismus im Zweiten Weltkrieg mitzufeiern.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Pater Harry Bury<\/strong>, ein lebenslanger Friedensaktivist und f\u00fchrender Vertreter von Pax Christi, lobte Helga Zepp-LaRouches Prinzip, da\u00df \u201eder Mensch von seinem Wesen her gut ist\u201c. Daran habe auch Franziskus geglaubt. Man schaffe Gerechtigkeit nicht durch Rache, sondern Gewalt erzeuge Rache. Der Oasenplan des Schiller-Instituts sei die notwendige Antwort auf die Ungerechtigkeit in Pal\u00e4stina. Bury berichtete \u00fcber einen Besuch in einem Gef\u00e4ngnis in Brasilien, in dem die R\u00fcckfallquote nur 7,5% betr\u00e4gt, w\u00e4hrend sie gew\u00f6hnlich bei \u00fcber 80% liegt. Auf seine Frage nach dem Grund daf\u00fcr antwortete man ihm, die Gefangenen w\u00fcrden dort mit Respekt behandelt \u2013 z.B. tragen alle Gefangenen und W\u00e4rter gew\u00f6hnliche zivile Kleidung \u2013 und man biete ihnen Musik und Bildung an.<\/p>\n\n\n\n<p>Speed berichtete, da\u00df Pater Bury w\u00e4hrend des Vietnamkriegs Kriegsdienstverweigerer unterst\u00fctzte, sich an den Zaun der US-Botschaft in Saigon kettete und sp\u00e4ter in Gaza an einem menschlichen Schutzschild gegen Massaker der israelischen Armee mitwirkte.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Berichte \u00fcber Aktivit\u00e4ten<\/h3>\n\n\n\n<p><strong>Carolina Dominguez<\/strong>&nbsp;beschrieb die Kampagne in Mexiko und ganz Iberoamerika, junge Menschen f\u00fcr die LaRouche-Bewegung zu gewinnen. Man m\u00fcsse die jungen Leute \u00fcber die richtige Wirtschaftspolitik informieren, und sie m\u00fc\u00dften lernen, da\u00df man eine gewisse Spannung schaffen mu\u00df, um die Dringlichkeit gewaltfreier Aktionen verst\u00e4ndlich zu machen. Dazu w\u00fcrden sie Martin Luther Kings Buch&nbsp;<em>Warum wir nicht warten k\u00f6nnen<\/em>&nbsp;als Leitfaden verwenden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Temer Mansour<\/strong>&nbsp;aus \u00c4gypten ver\u00f6ffentlicht derzeit eine Artikelserie \u00fcber das Leben und das \u00f6konomische Werk von Lyndon LaRouche. Er erinnerte an die Suezkrise 1956 als Beweis daf\u00fcr, da\u00df selbst auf dem H\u00f6hepunkt des Kalten Krieges die USA und die UdSSR zusammenarbeiten konnten, um die Besetzung des Suezkanals durch Gro\u00dfbritannien, Frankreich und Israel, nachdem \u00c4gypten ihn verstaatlicht hatte, zu beenden. Er verwies auf die Goldene Regel \u2013 behandle andere so, wie Du von ihnen behandelt werden willst \u2013 in ihrer christlichen wie auch in ihrer islamischen Form. Small dankte Mansour f\u00fcr seine Studien und Schriften \u00fcber LaRouche. Diese seien besonders wichtig, weil LaRouche und mehrere seiner Mitarbeiter, darunter Small selbst, unschuldig ins Gef\u00e4ngnis geworfen wurden von Menschen, die nie ein Wort von LaRouche gelesen hatten.<\/p>\n\n\n\n<p>Mansour f\u00fcgte hinzu, wenn ein Land immer wieder als \u201eb\u00f6se\u201c verleumdet wird (wie der Iran), m\u00fcsse man mit einem entsprechenden Ergebnis rechnen. \u00c4gypten, der Iran, die T\u00fcrkei und Afghanistan seien allesamt alte Nationen, die zu einem Dialog der Kulturen beitragen k\u00f6nnten.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Unterst\u00fctzer, der an mehreren IPC-Treffen teilgenommen und betont hatte, da\u00df er die Kernenergie ablehnt, sagte, er habe inzwischen mehrere Mitglieder des Schiller-Instituts getroffen und viel diskutiert und er sei \u201ezu Ver\u00e4nderung f\u00e4hig\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Es gab einen Vorschlag, ein Geschichtsbuch f\u00fcr Kinder zu schreiben, besonders \u00fcber den Kampf f\u00fcr Gerechtigkeit. Speed sagte, man k\u00f6nne ein Team zusammenstellen, das an einem solchen Projekt arbeitet. Ein weiterer Vorschlag war ein Projekt zu der Schwierigkeit, Menschen dazu zu bringen, sich mit Fragen von Krieg und Frieden auseinanderzusetzen, obwohl sie nicht dar\u00fcber nachdenken wollen. Ein Vorbild k\u00f6nnten Pr\u00e4sident Roosevelts CCC-Lager (Civilian Conservation Corps) sein. In solchen Einrichtungen k\u00f6nnte man Jugendliche, Gefangene und andere in konstruktive Arbeit einbinden und ihnen Bildung vermitteln.<\/p>\n\n\n\n<p>Schlie\u00dflich lautete eine Frage, ob es angemessen ist, \u201eSpa\u00df zu haben\u201c, wenn es in Kriegen schreckliches Morden gibt. Small ging auf die Rolle von Humor und Kreativit\u00e4t ein und riet u.a.,&nbsp;<em>Don Quichotte&nbsp;<\/em>zu lesen. Scholem Aleichem habe Humor benutzt, um die brutale Unterdr\u00fcckung der Juden anzusprechen. Lyndon LaRouche habe oft betont, da\u00df Humor notwendig sei, um ernste, kreative Probleme zu l\u00f6sen. Und die britische Geopolitik k\u00f6nne man im Gegenteil in dem Satz zusammenfassen: \u201eNiemand soll Spa\u00df haben.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>eir<\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bericht vom 99. Treffen der Internationalen Friedenskoalition Am 25. April fand die 99. w\u00f6chentliche Internetsitzung der Internationalen Friedenskoalition (IPC, IFK) mit Teilnehmern aus \u00fcber 50 L\u00e4ndern statt. Da die IPC-Initiatorin Helga Zepp-LaRouche nicht pers\u00f6nlich teilnehmen konnte, begann die Veranstaltung mit Vortr\u00e4gen von Dennis Speed und&hellip;<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on get_the_excerpt --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on get_the_excerpt --><\/p>\n","protected":false},"author":33,"featured_media":24386,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_lmt_disableupdate":"","_lmt_disable":"","footnotes":""},"categories":[37,801],"tags":[],"class_list":["post-109054","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein-de","category-internationale-friedenskoalition"],"featured_image_src":"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/MLK-conf-NP-02.png","author_info":{"display_name":"tobi","author_link":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/author\/tobi\/"},"modified_by":"tobi","cc_featured_image_caption":{"caption_text":"","source_text":"","source_url":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/109054","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/33"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=109054"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/109054\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":109075,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/109054\/revisions\/109075"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/24386"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=109054"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=109054"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=109054"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}