{"id":108876,"date":"2025-04-12T15:01:22","date_gmt":"2025-04-12T19:01:22","guid":{"rendered":"https:\/\/schillerinstitute.com\/?p=108876"},"modified":"2025-04-12T15:01:24","modified_gmt":"2025-04-12T19:01:24","slug":"die-hoffnung-der-menschheit-haengt-vom-mut-einzelner-ab","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2025\/04\/12\/die-hoffnung-der-menschheit-haengt-vom-mut-einzelner-ab\/","title":{"rendered":"Die Hoffnung der Menschheit h\u00e4ngt vom Mut einzelner ab"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Bericht vom 97. Treffen der Internationalen Friedenskoalition<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Zu Beginn des 97. w\u00f6chentlichen Internettreffens der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 11. April erkl\u00e4rte die Moderatorin <strong>Anastasia Battle<\/strong>, zur Zeit seien bei den Treffen regelm\u00e4\u00dfig \u00fcber tausend Teilnehmer aus etwa 55 L\u00e4ndern live dabei.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Gr\u00fcnderin des Schiller-Instituts und IPC-Initiatorin <strong>Helga Zepp-LaRouche <\/strong>sagte in ihrem \u00dcberblick \u00fcber die Weltlage, Pr\u00e4sident Trumps Zollpolitik sei ein neuer gro\u00dfer Schock, der den Zusammenbruch der gesamten Weltwirtschaft ausl\u00f6sen k\u00f6nnte. Das sei aber nur der Ausl\u00f6ser, denn das Schiller-Institut betone seit Jahrzehnten, da\u00df das System bankrott ist. Wir br\u00e4uchten ein neues System, auch um die Unterentwicklung des Globalen S\u00fcdens durch gezielte Kreditvergabe und technologieintensive Investitionen zu \u00fcberwinden. Dazu sollte die neue Erkl\u00e4rung der LaRouche-Bewegung \u201eWas jedes Land jetzt tun mu\u00df\u201c (<em>siehe Seite 1<\/em>) weithin verbreitet werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei dem Handelsstreit der USA mit China sei noch offen, ob er zu Verhandlungen oder einem gro\u00dfen Handelskrieg f\u00fchrt. Zepp-LaRouche zitierte einen f\u00fchrenden chinesischen Experten, China habe Amerika zwar nie als Feind betrachtet, China sei aber heute milit\u00e4risch so stark, da\u00df die USA es nicht mehr besiegen k\u00f6nnten.<\/p>\n\n\n\n<p>Angesichts der globalen Kriegshysterie &#8211; von der Ukraine \u00fcber S\u00fcdwestasien bis hin zu der zunehmenden Zensur in Europa &#8211; sei klar, da\u00df eine neue Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur erforderlich ist, die die Interessen aller ber\u00fccksichtigt, schlo\u00df Zepp-LaRouche.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Graham Fuller<\/strong>, ehemaliger US-Diplomat, CIA-Beamter und Islamwissenschaftler, ging auf die Debatte \u00fcber den drohenden Krieg mit dem Iran ein. Derzeit w\u00fcrden im Indo-Pazifik massive US-Streitkr\u00e4fte aufgebaut, die verheerende Angriffe f\u00fchren k\u00f6nnten, wenn das entschieden wird, die aber auch der Einsch\u00fcchterung dienen. Viele Beobachter hielten einen Krieg der USA und Israels gegen den Iran f\u00fcr wahrscheinlich, weil die iranischen Verb\u00fcndeten Hisbollah und Hamas geschw\u00e4cht seien, der US-Kongre\u00df zu schwach sei, ihn zu verhindern, und weil Israels Regierungschef Netanjahu seit Jahren davon tr\u00e4ume und Trump um den Finger gewickelt habe. Das Verh\u00e4ltnis zwischen Netanjahu und Trump sei aber komplizierter, sagte Fuller, und ein Irankrieg w\u00fcrde die Ukraine-Verhandlungen zum Scheitern bringen, was Trump nicht wolle. Fuller vermutet, da\u00df die Faktoren, die gegen einen Krieg sprechen, st\u00e4rker sind, und die Diplomatie siegen wird.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Geoffrey Roberts<\/strong>, emeritierter Geschichtsprofessor am University College Cork in Irland und Mitglied der Royal Irish Academy, er\u00f6rterte die allgemeinen strategischen Grundlagen der heutigen Beziehungen zwischen den Gro\u00dfm\u00e4chten. Er erinnerte daran, da\u00df sich die Konferenz von Jalta zum 80. Mal j\u00e4hrt, auf der nach g\u00e4ngiger Ansicht die Gro\u00dfm\u00e4chte ihre \u201eEinflu\u00dfsph\u00e4ren\u201c geltend machten, was zur Entstehung des Kalten Krieges beitrug. Tats\u00e4chlich sei es in Jalta eher um die Einheit dieser Gro\u00dfm\u00e4chte gegangen, mit der Absicht, eine neue Sicherheitsarchitektur zu schaffen, die dauerhaft Frieden schafft. Davon h\u00e4tten alle L\u00e4nder profitieren sollen, aber dieses Potential sei mit dem Kalten Krieg zusammengebrochen.<\/p>\n\n\n\n<p>Entscheidend sei auch heute der politische Wille der Gro\u00dfm\u00e4chte, einen dauerhaften Frieden zu f\u00f6rdern. Trumps Bem\u00fchungen um Entspannung mit Ru\u00dfland zeigten, da\u00df eine solche Einigkeit wieder m\u00f6glich sei. Es stehe mehr auf dem Spiel als die einzelnen Konflikte &#8211; Ukraine, S\u00fcdwestasien, Differenzen zwischen den USA und China -, es gehe um das Potential f\u00fcr eine friedliche, stabile Welt.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Finanzexperte <strong>Daisuke Kotegawa<\/strong>, ehemaliger Exekutivdirektor f\u00fcr Japan beim IWF, kritisierte in einer Videobotschaft das Mi\u00dfmanagement und die Doppelmoral des Westens in Bezug auf das Finanzsystem. In der Krise der 1980er Jahre habe der Westen Japan im Namen der Rettung des Finanzsystems \u201eL\u00f6sungen\u201c aufgezwungen, die der Realwirtschaft enorm schadeten. Aber beim Finanzkollaps 2008 h\u00e4tten dieselben Stellen ihre eigenen Regeln gebrochen und das genaue Gegenteil getan, sie retteten das System und die Spekulanten mit Staatsgeldern. Dann habe die \u201eQuantitative Lockerung\u201c begonnen, in dem Versuch, die Zahlungsunf\u00e4higkeit zu verbergen. Aber das habe nicht funktioniert, weil es im Westen keine Industrie mehr gibt, und es trieb nur die Aktienkurse in die H\u00f6he, ohne der Realwirtschaft zu helfen. Unternehmen wie BlackRock nutzten dies aus, und die Finanzwetten h\u00e4tten weiter zugenommen, was die Schere zwischen Arm und Reich vergr\u00f6\u00dfert habe.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Daniel Burke<\/strong> vom Schiller-Instituts berichtete \u00fcber die Aktivit\u00e4ten, um junge Menschen zu erreichen. Ihr Team mobilisiert Studenten an einem halben Dutzend Universit\u00e4ten im Raum New York f\u00fcr die kommende Konferenz des Schiller-Instituts am letzten Maiwochenende. Das Ziel sei, die Jugend auf die B\u00fchne der Geschichte zu holen: \u201eWerdet ihr daran mitarbeiten, ein Zeitalter der Vernunft herbeizuf\u00fchren?\u201c Sie stellen den Studenten grunds\u00e4tzliche Fragen wie: \u201eWas ist die Natur des Menschen: ewiger Krieg oder, in Harmonie zu leben?\u201c Dazu k\u00f6nne man das Konzept der Weltlandbr\u00fccke des Schiller-Instituts einbringen und zeigen, wie ein neues Zeitalter m\u00f6glich ist, wenn der Westen mit den BRICS-Staaten f\u00fcr weltweite wirtschaftliche Entwicklung zusammenarbeitet. Die Bewegung wolle eine \u201eAvantgarde der Jugend\u201c zu schaffen, die dieses Potential freisetzt, so Burke. Alle Teilnehmer sollten die j\u00fcngeren Menschen in ihrem Bekanntenkreis bewegen, sich jetzt mit uns zu engagieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Diskussion<\/p>\n\n\n\n<p>Zepp-LaRouche sagte zu den Ausf\u00fchrungen von Professor Roberts zur neuen Sicherheitsarchitektur, wir br\u00e4uchten heute etwas besseres als Jalta, n\u00e4mlich eine Welt ohne oligarchische Systeme. Man m\u00fcsse \u00fcber die Prinzipien einer solchen neuen Architektur nachdenken, um eine Grundlage in universellen Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten zu haben, nicht nur die Meinung einzelner. Roberts stimmte zu und erg\u00e4nzte, man m\u00fcsse daf\u00fcr eine institutionelle Basis schaffen.<\/p>\n\n\n\n<p>Co-Moderator <strong>Dennis Small <\/strong>verwies zur Finanzkrise auf einen Artikel im Londoner <em>Economist<\/em>, in dem zugegeben wurde, da\u00df am Dienstag, dem 8. April, das gesamte System wegen Trumps Zollschock kurz vor dem Zusammenbruch stand. W\u00e4re es so weit gekommen, h\u00e4tte die Federal Reserve eingegriffen und Milliarden oder mehr an Rettungsgeldern ausgegeben. Auch die enormen Ausgaben f\u00fcr die Aufr\u00fcstung dienten der Rettung des Systems. Jeder kleine Ausl\u00f6ser k\u00f6nne das System zum Einsturz bringen, nicht wegen Trump, sondern weil das ganze Finanzsystem ein Pulverfa\u00df sei. Das habe Lyndon LaRouche schon vor Jahren vorhergesagt, und darum gehe es in Zepp-LaRouches \u201eZehn Prinzipien\u201c. Die einzige L\u00f6sung bestehe in einer Konkurssanierung des Systems und einer realwirtschaftlichen Erholung mit Gro\u00dfprojekten zur Steigerung der physischen Produktivit\u00e4t aller L\u00e4nder. Dies sei dann auch eine Grundlage f\u00fcr internationale Beziehungen auf einer neuen Ebene.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf eine Frage, ob Trumps Zollpolitik dem Amerikanischen System von Lincoln und Franklin Roosevelt \u00e4hnelt und die Produktivit\u00e4t der USA steigern wird, antwortete Small, Z\u00f6lle seien ein Element des Hamiltonischen Amerikanischen Systems, aber nur als Teil einer \u00fcbergeordneten Absicht, die Produktivkr\u00e4fte zu erh\u00f6hen, um die Macht des Menschen \u00fcber die Natur zu vergr\u00f6\u00dfern. Dazu brauche man auch eine gezielte nationale Kreditvergabe. Trump m\u00fcsse etwas gegen die 2 Billiarden Dollar schwere Blase der Finanzderivate tun, die das System dominieren, sonst w\u00e4re alles andere zwecklos.<\/p>\n\n\n\n<p>Zepp-LaRouche wies darauf hin, da\u00df es heute sehr wohl gro\u00dfe Mengen an Krediten gibt, die aber nur in einen beispiellosen R\u00fcstungswettlauf flie\u00dfen. Trump wolle jetzt ein Verteidigungsbudget von einer Billion Dollar und eine \u00fcberlegene Weltraum-Streitmacht, aber all das sei v\u00f6llig unproduktiv und habe mit einer Volkswirtschaft im Sinne Hamiltons nichts zu tun. Zum Abschlu\u00df ermutigte sie alle, die neuen Erkl\u00e4rungen der LaRouche-Bewegung zu verbreiten, denn sie k\u00f6nnten viel bewirken, wenn entschlossen gehandelt wird. Dazu seien besonders auch die Osterm\u00e4rsche an vielen Orten geeignet. Wir seien an einem Punkt angelangt, an dem die Hoffnungen der Menschheit vom Mut einzelner abh\u00e4ngen, die aus ihrem gewohnten Leben ausbrechen und Verantwortung f\u00fcr die Zukunft \u00fcbernehmen. \u201eDarum geht es bei der IPC, und darum bitte ich Sie\u201c, sagte Zepp-LaRouche. Wir m\u00fc\u00dften in diese kritische Lage eingreifen, in dem Bewu\u00dftsein, da\u00df wir wissen, was zu tun ist, und das sei eine enorme Verantwortung.<\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bericht vom 97. Treffen der Internationalen Friedenskoalition Zu Beginn des 97. w\u00f6chentlichen Internettreffens der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 11. April erkl\u00e4rte die Moderatorin Anastasia Battle, zur Zeit seien bei den Treffen regelm\u00e4\u00dfig \u00fcber tausend Teilnehmer aus etwa 55 L\u00e4ndern live dabei. 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