{"id":107329,"date":"2025-03-02T10:45:09","date_gmt":"2025-03-02T15:45:09","guid":{"rendered":"https:\/\/schillerinstitute.com\/?p=107329"},"modified":"2025-03-02T14:28:28","modified_gmt":"2025-03-02T19:28:28","slug":"eine-philosophische-diskussion-fuer-den-frieden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2025\/03\/02\/eine-philosophische-diskussion-fuer-den-frieden\/","title":{"rendered":"Eine philosophische Diskussion f\u00fcr den Frieden"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><em>Bericht vom 91. Treffen der Internationalen Friedenskoalition<\/em><\/h3>\n\n\n\n<p>Das 91. w\u00f6chentliche Internettreffen der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 28. Februar entwickelte sich zu einer tiefgreifenden philosophischen Diskussion \u00fcber die wahre Bedeutung von Politik und Diplomatie, und wie diese gestaltet werden m\u00fcssen, um das Abrutschen in einen Weltkrieg zu verhindern und die h\u00f6chst dynamischen Ver\u00e4nderungen im Zuge der Wahl Donald Trumps und seiner energischen Intervention zur Beendigung des Stellvertreterkriegs gegen Ru\u00dfland in der Ukraine mitzugestalten.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Cultivate a Higher Level of Statecraft \u2014 International Peace Coalition #91\" width=\"960\" height=\"540\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/KAd3kMCPu9s?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p>Die Gr\u00fcnderin des Schiller-Instituts und IPC-Gastgeberin&nbsp;<strong>Helga Zepp-LaRouche<\/strong>&nbsp;sprach zur Er\u00f6ffnung \u00fcber die gegenw\u00e4rtigen tektonischen Verschiebungen, da der kollektive Westen, der seit dem Ende der Sowjetunion die \u201eunipolare Welt\u201c regierte, jetzt zusammenbricht, was \u201esich nie wieder repariert l\u00e4\u00dft\u201c. Der Krieg in der Ukraine sei verloren, aber die Europ\u00e4er wollten nicht aufh\u00f6ren und bereiteten sich auf einen Krieg vor, den sie nicht gewinnen k\u00f6nnen und den sie sich nicht leisten k\u00f6nnen. In ihrem Zustand der Realit\u00e4tsverweigerung h\u00e4tten sie Macron, Starmer, Kallas und Selenskyj nach Washington geschickt, um Trump zur Fortsetzung des Krieges zu dr\u00e4ngen, seien aber rundum gescheitert.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Arroganz der Macht der europ\u00e4ischen F\u00fchrung habe mit dem Lissaboner Vertrag angefangen, der der EU auch das Recht zuspricht, Kriege zu f\u00fchren. Nachdem die sogenannte europ\u00e4ische Verfassung f\u00fcr eine solche Regel\u00e4nderung 2005 an Referenden in Frankreich und den Niederlanden gescheitert war, sei sie mit minimalen \u00c4nderungen in einen \u201eVertrag\u201c umbenannt worden, \u00fcber den nicht abgestimmt werden mu\u00dfte.<\/p>\n\n\n\n<p>Pr\u00e4sident Putin habe gerade erkl\u00e4rt, da\u00df die Gespr\u00e4che mit der Trump-Regierung gut laufen und da\u00df die Absicht dabei sei, globale Sicherheit f\u00fcr alle L\u00e4nder zu schaffen. Das sei ganz im Sinne der Absicht des IPC und des Schiller-Instituts, eine neue Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur f\u00fcr alle L\u00e4nder zu schaffen, sagte Zepp-LaRouche. Sie warnte allerdings, die Lage im Nahen Osten sei immer noch t\u00fcckisch, und unsere Aufgabe, Frieden zu schaffen, sei erst erf\u00fcllt, wenn alle solche Gefahren beseitigt sind.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ray McGovern<\/strong>, Mitbegr\u00fcnder der \u201eGeheimdienstveteranen f\u00fcr Vernunft\u201c (VIPS), befa\u00dfte sich mit der Frage, ob die Europ\u00e4er Trumps Friedensbem\u00fchungen stoppen k\u00f6nnen. Er warnte, die Medien seien eine wichtige Waffe gegen den Frieden, und \u201eFrieden ist schlecht f\u00fcrs Gesch\u00e4ft\u201c. So h\u00e4tten der fr\u00fchere US-Pr\u00e4sidentschaftskandidat Dennis Kucinich und seine Frau in einem neuen Artikel darauf hingewiesen, da\u00df mit dem Beginn der Friedensgespr\u00e4che die Aktienkurse der R\u00fcstungsindustrie in den USA stark fielen, w\u00e4hrend sie in Europa, wo die Regierungen ihre L\u00e4nder aufr\u00fcsten wollen, nach oben schnellen. McGovern machte sich \u00fcber die antirussische Hysterie lustig und fragte: \u201eSind Rachmaninow und Tschaikowsky nur Tankstellenw\u00e4rter an einer russischen Tankstelle?\u201c (Eine Anspielung auf Politiker, die Ru\u00dfland als \u201eTankstelle mit Atomwaffen\u201c bezeichnen.) Trump sage nicht nur \u201eSchlu\u00df mit dem Krieg in der Ukraine\u201c, sondern auch \u201eSchlu\u00df mit der NATO\u201c. Europa k\u00f6nne sich jetzt nicht mehr auf die USA verlassen, so McGovern. Aber die Gefahr im Nahen Osten sei weiterhin gro\u00df, und wir sollten uns daran erinnern, was sein Freund, der Friedensaktivist Daniel Barigan, gesagt hat: \u201eDer Unterschied zwischen etwas tun und nichts tun ist alles.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dr. Jerome Ravenet<\/strong>, Professor f\u00fcr Philosophie in Frankreich, Sinologe und Autor einer Dissertation \u00fcber Pr\u00e4sident Xi Jinping, erinnerte zun\u00e4chst an die b\u00f6sartige Rede des britischen Premierministers Tony Blair in Chicago 1999, in der er offen f\u00fcr imperiale Interventionen in anderen L\u00e4ndern warb. Diese Rede sei zur Grundlage und Rechtfertigung f\u00fcr die vielen Regimewechselkriege geworden, die Gro\u00dfbritannien und die USA in den folgenden Jahren f\u00fchrten. Sanktionen und Milit\u00e4rinterventionen w\u00fcrden Konflikte aber nicht l\u00f6sen, sondern nur eskalieren, so Ravenet. Er fragte: \u201eSind die verr\u00fcckt, oder glauben sie wirklich, da\u00df eine milit\u00e4rische Intervention gegen ein vermeintliches \u00dcbel n\u00f6tig ist?\u201c Der Westen habe seine Macht mit Farbrevolutionen und Hybris aufgebraucht.<\/p>\n\n\n\n<p>Anschlie\u00dfend sprach Ravenet \u00fcber die gro\u00dfen Philosophen der westlichen Zivilisation und ihre Gedanken zur Gerechtigkeit. Spinoza habe zwischen Macht und Inklusivit\u00e4t unterschieden und gezeigt, da\u00df Macht sich am Ende als ohnm\u00e4chtig erweist (wie beim Scheitern von Sanktionen und Regimewechselkriegen, die nur Chaos verursachen), w\u00e4hrend Chinas Neue Seidenstra\u00dfe die Vorteile der Inklusivit\u00e4t beweise. China werde im Westen verteufelt, und es werde geleugnet, da\u00df eine sozialistische Demokratie \u00fcberhaupt m\u00f6glich ist. Im Gegensatz zur Wolfowitz-Doktrin der westlichen \u00dcberlegenheit und Hegemonie betonten die gro\u00dfen Philosophen den gesunden Menschenverstand und eine multipolare Welt, in der Widerspr\u00fcche nicht bedeuten, andere zu Feinden zu erkl\u00e4ren. In der Hinsicht verwies er auf das Konzept des \u201eZusammenfalls der Gegens\u00e4tze\u201c des Nikolaus von Kues, und er lobte Chinas Idee einer \u201eWin-Win\u201c-Politik und De Gaulles Vorstellung eines dritten Weges zwischen Kommunismus und Kapitalismus.<\/p>\n\n\n\n<p>Zepp-LaRouche freute sich \u00fcber Dr. Ravenets \u201eaufgekl\u00e4rten\u201c Vortrag und stimmte zu, da\u00df das chinesische Konzept der \u201esozialistischen Demokratie\u201c ein besserer Ansatz sei als der westliche. \u201eDie Demokratie in Europa ist tot\u201c, das sehe man daran, da\u00df die Wahl in Rum\u00e4nien annulliert wurde, deren Sieger gegen den Ukrainekrieg war und jetzt sogar verhaftet wurde, damit er nicht wieder kandidieren kann. Europa sei eng mit dem \u201eTiefen Staat\u201c in den USA verbunden. Sie brachte auch den Begriff der \u201eSynarchie\u201c ins Spiel \u2013 die Vorstellung, da\u00df die Oligarchie und die Bankeninteressen die Macht \u00fcber den Willen der Massen haben m\u00fcssen. Ein Beispiel daf\u00fcr sei Hillary Clintons Aussage, die Menschen, die sie nicht w\u00e4hlen, seien \u201eerb\u00e4rmlich\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>McGovern dankte Dr. Ravenet und sagte, er f\u00fchle sich \u201ewie damals in der Schule, als ich mitschrieb\u201c. Er erg\u00e4nzte, man m\u00fcsse auch die Rolle des Rassismus im Denken der Oligarchie ber\u00fccksichtigen. Er habe die Klassiker studiert und gelernt, da\u00df es im Griechischen zwei W\u00f6rter f\u00fcr \u201eMacht\u201c gibt: eines bedeute Hegemonie, das andere beschreibe ein Verh\u00e4ltnis, bei dem die Interessen des Anderen ernst genommen werden. Jesus habe den letzteren Begriff verwendet.<\/p>\n\n\n\n<p>Ravenet f\u00fcgte hinzu, Montesquieu habe den Begriff des \u201eorientalischen Despotismus\u201c eingef\u00fchrt, obwohl er gar nichts \u00fcber China wu\u00dfte. Das habe sich gegen Leibniz gerichtet, der mit den in China t\u00e4tigen Jesuiten zusammenarbeitete. Ravenet stimmte McGovern zu, da\u00df Jesus das Konzept von Macht als Hegemonie ablehnte.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Mubarack Awad<\/strong>, der pal\u00e4stinensisch-amerikanische Leiter der Friedensgruppe Non-Violence International, unterst\u00fctzte in einem Videogespr\u00e4ch mit Gerald Belsky vom Schiller-Institut besonders LaRouches Oasenplan. Die Pal\u00e4stinenser seien \u201eweniger daran interessiert, ob es einen oder zwei Staaten gibt, aber ohne Wasser k\u00f6nnen die Menschen nicht leben\u201c. Israel nutze Wasser als Waffe und habe im Gazakrieg die Wasserversorgung unterbrochen. Die Pal\u00e4stinenser k\u00f6nnten dem Westen nicht trauen, weil zwar immer wieder von \u201eFrieden\u201c und \u201eZweistaatenl\u00f6sung\u201c die Rede ist, aber kein einziger US-Pr\u00e4sident das durchgesetzt hat, sondern alles nur Israel \u00fcberl\u00e4\u00dft. Andere L\u00e4nder m\u00fc\u00dften in die Planungen einbezogen werden, wie die T\u00fcrkei, Indien und afrikanische L\u00e4nder, nicht nur die Europ\u00e4er, die fr\u00fcheren Kolonialherren der Region.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Diskussion antwortete Zepp-LaRouche auf eine Frage, welche F\u00fchrung Europa jetzt braucht: \u201eNicht die Leute, die gegen das Gemeinwohl sind.\u201c Sie verwies auf Chinas Konzept der \u201eMenschheitsgemeinschaft\u201c. F\u00fchrungspers\u00f6nlichkeiten m\u00fc\u00dften die Menschen inspirieren, und das setze auch eine Liebe zur Poesie und Musik voraus. Als historische Beispiele nannte sie de Gaulle, Schiller, Humboldt und die preu\u00dfischen Reformer, die Anf\u00fchrer der Bandung-Konferenz 1955, Konfuzius und Jeanne d&#8217;Arc. \u201eWir brauchen Diskussionen \u00fcber diese Ideen\u201c statt der \u00fcblichen Slogans und Textnachrichten.<\/p>\n\n\n\n<p>Dr. Ravenet brachte seine Freude dar\u00fcber zum Ausdruck, da\u00df es das Schiller-Institut gibt, um \u00fcber solche Themen zu diskutieren. Er habe jahrelang Chinesisch unterrichtet, aber heute werde in Frankreich versucht, Unterricht in Chinesisch und anderen Sprachen abzuschaffen. Zepp-LaRouche sagte, es sei unverzichtbar, andere Sprachen und Kulturen zu kennen, wenn wir eine Welt schaffen wollen, die allen Nationen und V\u00f6lkern w\u00fcrdig ist.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Jacques Cheminade<\/strong>, der Vorsitzende der franz\u00f6sischen Partei Solidarit\u00e9 et Progr\u00e8s (SP), betonte, echte F\u00fchrungspers\u00f6nlichkeiten m\u00fc\u00dften sich von den \u201efixen Regeln des Diskurses\u201c l\u00f6sen, um die Wahrheit zu suchen.<\/p>\n\n\n\n<p><em>eir<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bericht vom 91. Treffen der Internationalen Friedenskoalition Das 91. w\u00f6chentliche Internettreffen der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 28. 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