{"id":106200,"date":"2024-12-28T12:37:10","date_gmt":"2024-12-28T17:37:10","guid":{"rendered":"https:\/\/schillerinstitute.com\/?p=106200"},"modified":"2024-12-28T12:37:12","modified_gmt":"2024-12-28T17:37:12","slug":"geopolitik-ist-eine-geisteskrankheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2024\/12\/28\/geopolitik-ist-eine-geisteskrankheit\/","title":{"rendered":"\u201eGeopolitik ist eine Geisteskrankheit\u201c"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Bericht vom 82. Treffen der Internationalen Friedenskoalition<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Gr\u00fcnderin des Schiller-Instituts,&nbsp;<strong>Helga Zepp-LaRouche<\/strong>, w\u00fcnschte zu Beginn des 82. w\u00f6chentlichen Treffens der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 27. Dezember allen ein gutes neues Jahr \u2013 mit der Hoffnung, da\u00df wir das ganze Jahr heil \u00fcberleben, \u201edenn das ist noch nicht sicher\u201c. Sie ging dann auf die verschiedenen milit\u00e4rischen Konfliktzonen der Welt ein und erw\u00e4hnte u.a., da\u00df die USA eine neue Milit\u00e4rbasis in Damaskus errichten. Der russische Au\u00dfenminister Lawrow habe k\u00fcrzlich gesagt, Ru\u00dfland habe ermutigende Signale von der k\u00fcnftigen Trump-Regierung erhalten, aber man m\u00fcsse abwarten, ob darauf auch Taten folgen. Die Nominierungen des Personals der neuen Trump-Regierung seien tats\u00e4chlich \u201esehr, sehr gemischt\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Immerhin gebe es zwei hoffnungsvolle strategische Signale: Der japanische Au\u00dfenminister besuchte Peking, wo die beiden L\u00e4nder konstruktive Vereinbarungen trafen, u.a. zur gegenseitigen F\u00f6rderung ihrer klassischen kulturellen Tradition. Zweitens stimmte Ru\u00dflands Pr\u00e4sident Putin nach einem Treffen mit dem slowakischen Ministerpr\u00e4sidenten Robert Fico zu, Friedensgespr\u00e4che mit der Ukraine in der Slowakei abzuhalten.<\/p>\n\n\n\n<p>In S\u00fcdwestasien seien die neuen Staatsf\u00fchrer in Syrien von der Gruppe HTS allesamt Gr\u00fcndungsmitglieder von al-Nusra und verwandten Terrororganisationen. Dieser Teil der Welt sei ein Pulverfa\u00df, wo verschiedene Fraktionen und Staaten um die Macht wetteifern. Die Gefahr sei jetzt, da\u00df Israels Ministerpr\u00e4sident Netanjahu \u201eR\u00fcckenwind versp\u00fcrt\u201c und sich zu immer provokanteren Aktionen ermutigt f\u00fchlt, auch gegen den Iran. Israel setze seinen ungeheuerlichen V\u00f6lkermord an den Kindern von Gaza fort und habe jetzt auch den internationalen Flughafen von Sanaa im Jemen bombardiert, wobei der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, beinahe get\u00f6tet wurde. Zepp-LaRouche schlo\u00df mit den Worten: \u201eGeopolitik ist eine Geisteskrankheit, die ausgerottet werden sollte.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Der ehemalige CIA-Analyst&nbsp;<strong>Ray McGovern<\/strong>, Mitbegr\u00fcnder der \u201eGeheimdienstveteranen f\u00fcr Vernunft\u201c (Veteran Intelligence Professionals for Sanity, VIPS), lobte Zepp-LaRouche und w\u00fcnschte, sie w\u00e4re die Person, die dem neuen amerikanischen Pr\u00e4sidenten die aktuellen Briefings gibt. Um zu zeigen, in was f\u00fcr einer Fantasiewelt Washington lebt, erw\u00e4hnte er Putins j\u00fcngste Enth\u00fcllungen \u00fcber sein Treffen mit US-Pr\u00e4sident Joe Biden im Jahr 2021, bei dem Biden Putin ernsthaft davon \u00fcberzeugen wollte, da\u00df China eine Gefahr f\u00fcr Ru\u00dflands Sicherheit sei. \u201eDiese Typen haben wirklich nichts begriffen\u201c, sagte McGovern. Ihm falle dazu nur noch das deutsche Wort \u201eWahnsinn\u201c ein\u201a das sei noch st\u00e4rker als das englische \u201e<em>crazy<\/em>\u201c und beschreibe die Wahnvorstellungen der NATO sehr treffend. Die NATO sei eine Kombination aus Wahnsinn und Soziopathie, ohne jedes Mitleid. Er erinnerte an US-Au\u00dfenministerin Madeleine Albright, die im Fernsehen darauf angesprochen wurde,da\u00df durch ihre Sanktionen eine halbe Million Kinder im Irak sterben mu\u00dften, und antwortete: \u201eIch denke, da\u00df es eine sehr schwere Entscheidung ist, aber der Preis, glauben wir, ist es wert.\u201c McGovern schlo\u00df: \u201eWir befinden uns gerade an einem Scheideweg.\u201c Hoffentlich k\u00f6nne man in drei Wochen wieder aufatmen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Larry Johnson<\/strong>, ebenfalls pensionierter CIA-Beamter und Mitbegr\u00fcnder der VIPS, sprach \u00fcber die Lage in Syrien, \u201edas reine Chaos\u201c. Am ehesten w\u00fcrde dort wohl die T\u00fcrkei die Macht \u00fcbernehmen, Pr\u00e4sident Erdo\u011fan sei \u201emit Israel ins Bett gestiegen\u201c. Der HTS-Anf\u00fchrer und langj\u00e4hrige Halsabschneider al-Jolani werde im Westen als eine Art \u201eMahatma Gandhi mit Bart\u201c geh\u00e4tschelt. Aber HTS habe die Lage nicht unter Kontrolle und sei unf\u00e4hig, den Staat f\u00fcr seine Bewohner funktionsf\u00e4hig zu machen. Jetzt herrsche dort ein B\u00fcrgerkrieg. Israel k\u00e4mpfe seit 14 Monaten gegen die Hamas, eine leichtbewaffnete Guerillagruppe, ohne sie zu besiegen \u2013 trotzdem wolle es jetzt auch noch \u00fcber Teile Syriens herrschen? Je mehr es sich ausdehne, desto schneller werde es sich selbst schw\u00e4chen.<\/p>\n\n\n\n<p>Zepp-LaRouche stimmte McGoverns Kommentar zum \u201eWahnsinn\u201c der NATO zu, ebenso wie Johnsons Aussage, da\u00df eine Str\u00f6mung in der T\u00fcrkei ein Imperium anstrebe. Als sie und ihr Ehemann Lyndon LaRouche in den 1980er Jahren den t\u00fcrkischen Pr\u00e4sidenten Turgut \u00d6zal trafen, sei sie erstaunt dar\u00fcber gewesen, wie sehr dieser von der Idee einer \u201eGro\u00dft\u00fcrkei\u201c besessen war. Johnson antwortete: \u201eErdogans Eitelkeit tr\u00fcbt sein Urteilsverm\u00f6gen\u201c, er sei allen Ernstes \u00fcberzeugt, da\u00df er das Osmanische Reich wiederherstellen k\u00f6nne.<\/p>\n\n\n\n<p>McGovern sagte, es f\u00fchre immer zu Wahnvorstellungen, wenn eine Gruppe von Menschen sich f\u00fcr au\u00dfergew\u00f6hnlich h\u00e4lt. So habe w\u00e4hrend der Obama-Regierung US-Au\u00dfenminister John Kerry davon getr\u00e4umt, \u201edie Kr\u00e4fte in Syrien zu justieren\u201c. Zepp-LaRouche stimmte zu und erkl\u00e4rte, Exzeptionalismus f\u00fchre zu Geopolitik, \u201ewie in Deutschland vor 80 Jahren\u201c. McGovern erg\u00e4nzte trocken: \u201eAuserw\u00e4hltes Volk, unentbehrliches Volk&#8230;, das f\u00fchrt in allen F\u00e4llen in eine Katastrophe.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Co-Moderator&nbsp;<strong>Dennis Speed<\/strong>&nbsp;berichtete \u00fcber einen Podcast in den USA, in dem ein fr\u00fcherer Berater und heutiger Kritiker des ukrainischen Pr\u00e4sidenten Selenskyj der offiziellen Darstellung vom b\u00f6sen Putin, der einen Angriffskrieg gegen die Ukraine beginnt, seine eigene, inoffizielle Ansicht gegen\u00fcberstellte: Putin sei tats\u00e4chlich der prowestlichste russische Spitzenpolitiker, soweit man sich erinnern kann. So habe Putin angeboten, der NATO beizutreten und eine gemeinsame Raketenabwehr zu schaffen, und in der Anfangsphase des Krieges gegen Afghanistan eine Basis f\u00fcr die US-Streitkr\u00e4fte zur Verf\u00fcgung gestellt. Zepp-LaRouche sagte, diese inoffizielle Ansicht \u201estimmt voll und ganz mit dem \u00fcberein, was ich \u00fcber die Jahre beobachtet habe\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dr. Nidal Jboor<\/strong>\u00a0von der Organisation \u201e\u00c4rzte gegen V\u00f6lkermord\u201c gab bekannt, da\u00df das letzte verbliebene Krankenhaus im Norden von Gaza, Kamal Adwan, niedergebrannt und alle \u00c4rzte verhaftet worden seien. Er lud alle IPC-Teilnehmer ein, an einem <a href=\"https:\/\/us06web.zoom.us\/webinar\/register\/WN_L-PfeDasSOWR2BHcAwTV2A#\/registration\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/us06web.zoom.us\/webinar\/register\/WN_L-PfeDasSOWR2BHcAwTV2A#\/registration\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Live-Stream seiner Organisation<\/a> mit Kollegen in Gaza teilzunehmen (Sonntag, 29.12., 18.00).<\/p>\n\n\n\n<p>Johnson sagte, die letzten zehn Jahre h\u00e4tten selbst die prowestlichsten Menschen in Ru\u00dfland davon \u00fcberzeugt, da\u00df man dem Westen nicht trauen kann \u2013 der sei \u201ewie eine gefr\u00e4\u00dfige Heuschrecke, die alles vertilgen will\u201c. McGovern erkl\u00e4rte, Putin habe sehr lange immer wieder versucht, \u201eauf die Tauben und Stummen zuzugehen und mit ihnen zu reden\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Fr\u00fcher sei das Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnis zwischen der Sowjetunion und dem Westen mehr oder weniger ausgeglichen gewesen, aber heute arbeiteten Ru\u00dfland und China zusammen und Ru\u00dfland verf\u00fcge \u00fcber technische Vorspr\u00fcnge, die es noch nie hatte. Johnson f\u00fcgte hinzu, dank der sozialen Medien h\u00e4tten wir Videoaufnahmen von neuer Raketentechnologie in Aktion; auch Angriffsdrohnen seien ein entscheidender neuer Faktor.<\/p>\n\n\n\n<p>Zepp-LaRouche wiederholte, sie sehe nur eine einzige Hoffnung, n\u00e4mlich da\u00df der Westen sagt: \u201eMachen wir Schlu\u00df mit der Geopolitik und setzen wir auf Zusammenarbeit statt Konfrontation.\u201c In den USA etwa seien riesige Landstriche unterbev\u00f6lkert, es sei h\u00f6chste Zeit, sich statt auf Hegemoniestreben auf die Entwicklung der ramponierten Wirtschaft zu konzentrieren. Dies sei der Weg, um das Migrationsproblem zu l\u00f6sen und um Frieden zu schaffen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Pr\u00e4sident von Solidarit\u00e9 et Progr\u00e8s aus Frankreich,&nbsp;<strong>Jacques Cheminade<\/strong>, gab zu bedenken, die Interessen Israels und der T\u00fcrkei w\u00fcrden sich bald nicht mehr decken. Dies werfe die Frage auf, was mit dem Iran geschehen wird, und ob Ru\u00dfland seine Milit\u00e4rst\u00fctzpunkte in Syrien beh\u00e4lt.<\/p>\n\n\n\n<p>Schlie\u00dflich wurde \u00fcber die Rolle der Kirchen und den j\u00fcngsten Friedensappell des Papstes diskutiert. Joe Biden, der sich als Katholik bezeichnet, will in K\u00fcrze den Papst besuchen. McGoverns Gedanke dazu war: \u201eIch wei\u00df nicht, wie ein praktizierender Katholik einen V\u00f6lkermord [in Gaza] erm\u00f6glichen kann, das ist mir ein R\u00e4tsel.\u201c Er sagte ironisch, Biden habe \u201eviel zu beichten\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Johnson kommentierte Donald Trumps j\u00fcngste \u00c4u\u00dferungen, die USA sollten sich Panama, Kanada und Gr\u00f6nland einverleiben: \u201eDas sind die bizarrsten Aussagen, die mir je untergekommen sind.\u201c Tats\u00e4chlich f\u00fchren kaum US-Schiffe durch den Panamakanal. \u201eTrump hat Spa\u00df daran, Trudeau zu qu\u00e4len&#8230; Ich mu\u00df allerdings sagen, ich kann ihm das nicht ver\u00fcbeln.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Zepp-LaRouche sagte abschlie\u00dfend, auch in Deutschland nehme der Wahnsinn zu. Es hei\u00dfe jetzt, die Bundeswehr solle sich sofort auf einen Krieg einstellen, das sei v\u00f6llig verr\u00fcckt. In den alternativen Medien werde eine Flut von Stimmen laut, die sagen: \u201eZwischen Europa und den Vereinigten Staaten gibt es keine gemeinsamen Interessen mehr.\u201c Man m\u00fcsse sich jetzt an den H\u00f6hepunkten der Kultur orientieren, wie sie Schiller und Beethoven verk\u00f6rpern. Die Diskussion \u00fcber ein humanistisches Menschenbild sollte uns die Kraft geben, positiv in das Weltgeschehen zu intervenieren.<\/p>\n\n\n\n<p>eir<\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bericht vom 82. Treffen der Internationalen Friedenskoalition Die Gr\u00fcnderin des Schiller-Instituts,&nbsp;Helga Zepp-LaRouche, w\u00fcnschte zu Beginn des 82. w\u00f6chentlichen Treffens der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 27. 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