{"id":105267,"date":"2024-11-05T16:16:13","date_gmt":"2024-11-05T21:16:13","guid":{"rendered":"https:\/\/schillerinstitute.com\/?p=105267"},"modified":"2025-02-09T13:27:57","modified_gmt":"2025-02-09T18:27:57","slug":"konferenz-7-8-dezember-2024","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2024\/11\/05\/konferenz-7-8-dezember-2024\/","title":{"rendered":"Konferenz: Im Geiste Schillers und Beethovens: Alle Menschen werden Br\u00fcder!"},"content":{"rendered":"\n<p><em><strong>Das 40-j\u00e4hrige Bestehen des Schiller-Instituts feiern<\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-vivid-red-color has-text-color has-link-color wp-elements-d0cf8dc69300611a41a1778b5b919ea4\">Hier k\u00f6nnen Sie sich die Konferenz im <strong><a href=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/blog\/2024\/12\/06\/conference-in-the-spirit-of-schiller-and-beethoven-all-men-become-brethren\/\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/blog\/2024\/12\/06\/conference-in-the-spirit-of-schiller-and-beethoven-all-men-become-brethren\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">englischen Original<\/a> <\/strong>ansehen. Die deutsche Simultan\u00fcbersetzung wird in K\u00fcrze unten ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\"><strong><u>Vorl\u00e4ufiges Konferenzprogramm des Schiller-Instituts<\/u><\/strong><strong><\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p><strong>Samstag, 7. Dezember<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Panel 1<\/strong> (15:00\u201318:30 Uhr): \u201e<em>Die strategische Krise: Neuer und letzter Weltkrieg oder ein neues Paradigma der einen Menschheit?\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Die strategische Krise: Neuer und letzter Weltkrieg oder ein neues Paradigma der einen Menschheit?\" width=\"960\" height=\"540\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/e8Zo09h3Xak?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p>Moderator: <strong>Dennis Speed<\/strong> (USA), Schiller-Institut: Begr\u00fc\u00dfung und Einf\u00fchrung<\/p>\n\n\n\n<p>Hauptrednerin: <strong>Helga Zepp-LaRouche<\/strong> (Deutschland), Gr\u00fcnderin des Schiller-Instituts: &#8222;<em>Die Menschheit mu\u00df an erster Stelle stehen!<\/em>&#8222;<\/p>\n\n\n<p><div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Rede im Wortlaut lesen<\/span><\/a><div class=\"toggle-content\"><\/p>\n<p class=\"vor\">Helga Zepp-LaRouche ist Gr\u00fcnderin und Vorsitzende des Schiller-Instituts und Co-Initiatorin der Internationalen Friedenskoalition.<\/p>\n<p>Wir kommen hier zu dieser internationalen Internetkonferenz zusammen, um einen dringenden Aufruf an die Welt zu senden \u2013 nicht nur, da\u00df wir Wochen, Tage oder Stunden von der m\u00f6glicherweise gr\u00f6\u00dften Katastrophe in der Geschichte der Menschheit entfernt sein k\u00f6nnten, n\u00e4mlich ihrer potentiellen Vernichtung in einem thermonuklearen Krieg, sondern auch, um nachdr\u00fccklich darauf hinzuweisen, da\u00df es eine L\u00f6sung gibt, einen Ausweg aus dieser Gefahr, wenn sich Menschen guten Willens auf der ganzen Welt zusammenschlie\u00dfen, um ihre Umsetzung durchzusetzen. Es ist mir eine gro\u00dfe Ehre, alle hochrangigen Diskussionsteilnehmer, die den globalen S\u00fcden sowie westliche Nationen vertreten, zum 40. Jahrestag der Gr\u00fcndung des Schiller-Instituts begr\u00fc\u00dfen zu d\u00fcrfen!<\/p>\n<p>Aber die n\u00e4chsten Wochen bis zum 20. Januar sind die gef\u00e4hrlichsten \u00fcberhaupt, bei weitem gef\u00e4hrlicher als die Kubakrise, denn die Atomwaffenarsenale der NATO und Ru\u00dflands, vielleicht auch anderer, sind auf \u201e<i>launch on warning<\/i>\u201c (Start auf Warnung) gesetzt. Das bedeutet, da\u00df die Vorwarnzeit je nach System zwischen 5 und 30 Minuten betr\u00e4gt \u2013 mit einer atemberaubenden Eskalation Schritt f\u00fcr Schritt bis zum potentiellen Armageddon. Und im Gegensatz zur Kubakrise gibt es keine Kommunikationswege zwischen den beiden Seiten.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend Pr\u00e4sident Biden der Ukraine bis vor kurzem die Nutzung der ATACMs-Raketen f\u00fcr Angriffe tief in das Gebiet Ru\u00dflands hinein verweigerte, ausdr\u00fccklich wegen der Bef\u00fcrchtung, da\u00df dies eine direkte milit\u00e4rische Konfrontation zwischen den USA und anderen NATO-Staaten und Ru\u00dfland bedeuten w\u00fcrde, erteilte er weniger als zwei Wochen nach dem Wahlsieg von Donald Trump am 17. November doch diese Erlaubnis, die dann prompt am 19. November von der Ukraine f\u00fcr Angriffe auf die russischen Regionen Kursk, in die die Ukraine am 3. August einmarschiert war, und Brjansk genutzt wurde.<\/p>\n<p>Dabei wurde die Tatsache v\u00f6llig ignoriert, da\u00df Putin Ende September die russische Nukleardoktrin aktualisiert hatte. In dieser Doktrin hei\u00dft es in Punkt 11: \u201eEine Aggression gegen Ru\u00dfland und\/oder seine Verb\u00fcndeten durch einen Nicht-Nuklearstaat mit Beteiligung oder Unterst\u00fctzung eines Nuklearstaates wird nun als gemeinsamer Angriff betrachtet.\u201c<\/p>\n<p>Damit befinden sich die USA und die NATO faktisch im Kriegszustand mit Ru\u00dfland. Das hinderte Admiral Thomas Buchanan vom US STRATCOM nicht daran, am 20. November in Washington bei einer Veranstaltung mit dem Titel \u201eReport Launch: Project Atom 2024\u201c des Center for Strategic and International Studies (CSIS), zu erkl\u00e4ren, da\u00df die USA zu einem nuklearen Schlagabtausch bereit w\u00e4ren, wenn die globale F\u00fchrungsrolle der USA auf dem Spiel st\u00fcnde.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Tag, am 21. November, feuerte Ru\u00dfland eine neue Hyperschall-Mittelstreckenrakete, die Oreschnik, auf die Waffenfabrik Juschmasch in der ukrainischen Stadt Dnipro ab. Pr\u00e4sident Putin sagte auf einer Konferenz der Organisation des Vertrags \u00fcber kollektive Sicherheit (OVKS) in Astana Folgendes zu diesem Angriff:<\/p>\n<p>\u201eDutzende Sprengk\u00f6pfe, selbstgesteuerte Einheiten, greifen das Ziel mit einer Geschwindigkeit von Mach 10 (zehnfache Schallgeschwindigkeit) an. Das sind etwa drei Kilometer pro Sekunde. Die Temperatur der Angriffselemente erreicht 4000 Grad. Wenn ich mich recht erinnere, betr\u00e4gt die Temperatur auf der Oberfl\u00e4che der Sonne 5500 bis 6000 Grad. Daher wird alles, was sich im Epizentrum der Explosion befindet, in Bruchst\u00fccke, in Elementarteilchen, zerlegt, alles verwandelt sich im Wesentlichen in Staub. Die Rakete ist in der Lage, selbst stark befestigte Strukturen und solche, die sich in betr\u00e4chtlicher Tiefe befinden, zu zerst\u00f6ren.\u201c<\/p>\n<p>Mit anderen Worten beschrieb Putin die Auswirkungen des gleichzeitigen Einsatzes mehrerer Oreschnik-Raketen als so stark in Bezug auf ihre Zerst\u00f6rungskraft wie eine Atomwaffe.<\/p>\n<p>Sofort beeilten sich verschiedene westliche \u201eExperten\u201c, die Zerst\u00f6rungskraft dieser neuen Waffe herunterzuspielen, indem sie sie als \u201evernachl\u00e4ssigbar\u201c und nichts Besonderes bezeichneten. Damit wird jedoch der Punkt verfehlt, auf den russische Milit\u00e4rexperten hinweisen, die darauf bestehen, da\u00df das Ergebnis mit einer Atomwaffe vergleichbar ist, wenn die Oreschnik in einem konzentrierten massiven Angriff eingesetzt wird, bei dem mehrere Oreschnik-Raketen gleichzeitig zum Einsatz kommen.<\/p>\n<p>Aber es handelt sich um eine nicht-nukleare Waffe, die mit fast Mach 11 eingesetzt werden kann und daher nicht von NATO-Streitkr\u00e4ften abgefangen werden kann. Sie trifft ihr Ziel mit kinetischer Energie mit einer so hohen Geschwindigkeit, da\u00df diese in W\u00e4rmeenergie umgewandelt wird, die eine expandierende Masse von \u00fcberhitzten D\u00e4mpfen mit einer Energiedichte \u00e4hnlich wie TNT erzeugt. Sie erzeugt Krater wie ein Meteorit mit hoher Geschwindigkeit. Die Hyperschalleigenschaften dieser neuen Waffe bedeuten, da\u00df ihre Konstrukteure die Physik hydrodynamischer Sto\u00dfwellen genutzt haben.<\/p>\n<p>Es ist typisch f\u00fcr die \u00fcbliche Realit\u00e4tsverleugnung bestimmter Kr\u00e4fte im Westen \u2013 \u201ePutin blufft\u201c, \u201ees gibt keine roten Linien\u201c usw. usw. \u2013, die entscheidenden Eigenschaften der Oreschnik auszublenden \u2013 n\u00e4mlich, da\u00df sie nicht als Massenvernichtungswaffe eingestuft werden kann; da\u00df sie eine au\u00dfergew\u00f6hnliche Pr\u00e4zision aufweist; und da\u00df sie in Kombination mit anderen neu entwickelten Waffen, die Ru\u00dfland noch nicht eingesetzt, aber angedeutet hat, eine Leistung erzielen kann, die der einer Atomwaffe nahekommt, aber im Gegensatz zu diesen keinen nuklearen Fallout erzeugt.<\/p>\n<h3>LaRouches SDI<\/h3>\n<p>Aber die Oreschnik-\u00dcberraschung deutet \u00fcber ihre unmittelbare Anwendung hinaus auf ein weiteres faszinierendes Potential hin. Als die Welt bereits einmal mit der nuklearen Ausl\u00f6schung bedroht war, w\u00e4hrend der Mittelstreckenraketenkrise Anfang der 1980er Jahre, als die Pershing II und SS20 ebenfalls eine nur Vorwarnzeit von 4-8 Minuten hatten, entwickelte Lyndon LaRouche den Vorschlag, der als SDI bekannt wurde, nachdem Pr\u00e4sident Reagan ihn in einer Fernsehansprache am 23. M\u00e4rz 1983 als offizielle strategische Politik der USA verk\u00fcndet hatte. Im Wesentlichen ging es um die Idee, da\u00df beide Superm\u00e4chte, die USA und die Sowjetunion, gemeinsam neue Technologien auf der Grundlage neuer physikalischer Prinzipien entwickeln w\u00fcrden, um Atomwaffen technologisch obsolet zu machen.<\/p>\n<p>LaRouches Vorschlag beinhaltete das Konzept, diese neuen Technologien als Wissenschaftsmotor f\u00fcr die zivilen Volkswirtschaften beider Seiten zu nutzen und einen gemeinsamen gigantischen Technologietransfer in den Entwicklungssektor zu betreiben, um die Unterentwicklung zu \u00fcberwinden. Es handelte sich um einen umfassenden Plan zur \u00dcberwindung der Blockbildung zugunsten einer Zusammenarbeit im gegenseitigen Interesse.<\/p>\n<p>Dieser Vorschlag wurde damals von Moskau mit dem Argument abgelehnt, er bringe dem Westen mehr Vorteile als der Sowjetunion.<\/p>\n<p>Aber die Idee, Atomwaffen technologisch obsolet zu machen, war offensichtlich ein Element des Ansatzes, als Putin am 1. M\u00e4rz 2018 in seiner j\u00e4hrlichen Staatsansprache eine Vielzahl neuer Waffensysteme ank\u00fcndigte. Dabei pr\u00e4sentierte er Videos und Animationen von mit nuklearem Antrieb, Hyperschall-Marschflugk\u00f6rpern und einem neuen Interkontinentalraketensystem, der RS-28 Sarmat-Rakete, die im Westen wegen ihrer enormen Zerst\u00f6rungskraft \u201eSatan\u201c genannt wird. Sie soll \u00fcber zehn unabh\u00e4ngig voneinander zielbare Wiedereintrittsraketen und bis zu 15 nukleare Sprengk\u00f6pfe verf\u00fcgen.<\/p>\n<p>Es gibt das Konzept von R\u00fcstungskontrollvertr\u00e4gen als Versuch, einen nuklearen Holocaust zu verhindern. Aber wie wir in den letzten 23 Jahren gesehen haben, funktioniert das nur, wenn beide Seiten dem Abkommen ehrlich zustimmen. Praktisch jeder einzelne Abr\u00fcstungsvertrag zwischen den Gro\u00dfm\u00e4chten wurde aufgek\u00fcndigt. LaRouches Konzept, das von Reagan bis zum Ende seiner Pr\u00e4sidentschaft unterst\u00fctzt wurde, bestand darin, Atomwaffen technologisch obsolet zu machen.<\/p>\n<p>Die Entwicklung der Oreschnik ist im Wesentlichen ein Schritt in diese Richtung, auch wenn die derzeitige Geschwindigkeit von fast Mach 11 noch nicht ausreicht, um die Wirkung einer Atomwaffe zu erreichen. Dies ist jedoch h\u00f6chstwahrscheinlich noch nicht das Ende der Forschung, die das Prinzip der Sto\u00dfwellen in Hyperschallraketen anwendet. Wenn diese Raketen mit einer h\u00f6heren Geschwindigkeit die Wirkung von Atomwaffen \u00fcbertreffen, h\u00f6chstwahrscheinlich in Kombination mit anderen Technologien, k\u00f6nnten diese Atomwaffen obsolet werden.<\/p>\n<h3>Das Vorbild des Westf\u00e4lischen Friedens<\/h3>\n<p>Als die Kriegsparteien im Europa des 17. Jahrhunderts nach 150 Jahren Religionskrieg und der Zerst\u00f6rung von einem Drittel der Bev\u00f6lkerung, D\u00f6rfern, Tieren usw. erkannten, da\u00df niemand mehr am Leben sein w\u00fcrde, um den Sieg zu genie\u00dfen, wenn sie weiterk\u00e4mpfen w\u00fcrden, setzten sie sich in M\u00fcnster und Osnabr\u00fcck an den Verhandlungstisch und einigten sich nach vier Jahren auf den Westf\u00e4lischen Frieden. Ist es angesichts der unmittelbaren Gefahr eines globalen Atomkriegs, der alles Leben auf dem Planeten ausl\u00f6schen w\u00fcrde, nicht dringend notwendig, sich auf eine neue globale Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur zu einigen, die auf der Anerkennung des Westf\u00e4lischen Friedens beruht, da\u00df jede Friedensordnung die Interessen des anderen, aller anderen ber\u00fccksichtigen mu\u00df? Und w\u00e4re es nicht \u00e4u\u00dferst dringend, da\u00df diese Verhandlungen die gemeinsame Zusammenarbeit von Milit\u00e4rwissenschaftlern aus Ru\u00dfland, China und den USA einschlie\u00dfen, um gemeinsam an der Erforschung neuer physikalischer Prinzipien zu arbeiten, die Atomwaffen \u00fcberfl\u00fcssig machen k\u00f6nnten?<\/p>\n<p>Der alternative Standpunkt wurde von STRATCOM-Admiral Thomas Buchanan auf einer Sitzung des CSIS am 20. November mit dem Titel \u201eProject Atom 2024\u201c vertreten, der argumentierte, es sei f\u00fcr die USA in Ordnung, Atomwaffen einzusetzen, um die strategische Hegemonie der USA aufrechtzuerhalten. Sein einziger Vorbehalt war, da\u00df die USA darauf achten sollten, gen\u00fcgend Atomwaffen \u00fcbrig zu behalten, um die Hegemonie der USA danach aufrechtzuerhalten.<\/p>\n<p>Leider ist diese gest\u00f6rte Denkweise eines Dr. Seltsam, die Illusion, da\u00df ein Atomkrieg gef\u00fchrt und sogar gewonnen werden kann, ein t\u00f6dliches Virus, das in j\u00fcngster Zeit die Gehirne vieler Menschen in atlantischen Kreisen infiziert hat.<\/p>\n<h3>Die L\u00f6sung des gordischen Knotens<\/h3>\n<p>Kurt Campbell, stellvertretender Au\u00dfenminister, sagte k\u00fcrzlich vor dem Ausschu\u00df f\u00fcr ausw\u00e4rtige Angelegenheiten des Repr\u00e4sentantenhauses: \u201eEhrlich gesagt verbla\u00dft der Kalte Krieg im Vergleich zu den vielf\u00e4ltigen Herausforderungen, die China darstellt\u201c, und betonte, dies sei die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung in der Geschichte der USA. \u201eEs ist nicht nur eine milit\u00e4rische Herausforderung, sondern eine Herausforderung in allen Bereichen. Sie betrifft den globalen S\u00fcden. Sie betrifft die Technologie. Wir m\u00fcssen uns in allen Bereichen verbessern.\u201c<\/p>\n<p>Dieses erstaunliche Eingest\u00e4ndnis, da\u00df es der wissenschaftliche und technologische Aufstieg Chinas und damit der Aufstieg des globalen S\u00fcdens ist, der als beispiellose Bedrohung in der Geschichte der USA gilt, verdient eine genauere Betrachtung. Tats\u00e4chlich deutet es auf die L\u00f6sung des gordischen Knotens hin.<\/p>\n<p>Als der Kalte Krieg aufgrund des wirtschaftlichen Scheiterns der sowjetischen Wirtschaftsform endete, gab es f\u00fcr eine gewisse Zeit keine strategische Bedrohung, wie bedeutende Zeitzeugen wie der US-Botschafter Jack Matlock und andere versichert haben. Es w\u00e4re absolut m\u00f6glich gewesen, eine globale Friedensordnung auf der Grundlage von LaRouches Vorschl\u00e4gen f\u00fcr das Produktive Dreieck Paris-Berlin-Wien von 1989 und die Eurasische Landbr\u00fccke von 1991 als wirtschaftliche Grundlage zu schaffen.<\/p>\n<p>Diese Vorschl\u00e4ge wurden jedoch von den Neokonservativen in Washington und London auf der Grundlage dessen, was sp\u00e4ter als Wolfowitz-Doktrin bezeichnet wurde, und des damit verbundenen Bruchs der Versprechen an Gorbatschow, die NATO nicht einen Zoll nach Osten zu verschieben und keine ausl\u00e4ndischen Truppen auf dem Gebiet der ehemaligen DDR zu stationieren, abgelehnt. Die erste NATO-Erweiterung 1999 umfa\u00dfte Polen, die Tschechische Republik und Ungarn, gefolgt von f\u00fcnf weiteren Erweiterungen \u00fcber 1000 km weiter nach Osten, sowie Farbrevolutionen, Regimewechseln, Interventionskriegen und einseitigen Sanktionen, die alle darauf abzielten, die Aussage von Fukuyama zu beweisen, die Geschichte sei mit dem Kalten Krieg zu Ende, was bedeute, da\u00df die ganze Welt schlie\u00dflich das westlich-liberale Demokratiemodell \u00fcbernehmen werde.<\/p>\n<p>Damit einher ging eine Vertiefung des Paradigmenwechsels, vor dem LaRouche in seiner historischen Prophezeiung von 1971 gewarnt hatte, als er Nixons Einf\u00fchrung flexibler Wechselkurse als System\u00fcbernahme bezeichnete. Die transatlantische Welt gab immer mehr die soliden Prinzipien der Realwirtschaft auf, zugunsten von Outsourcing auf billige Arbeitsm\u00e4rkte, Just-in-Time-Produktionsweisen, B\u00f6rseng\u00e4ngen und Gewinnmaximierung durch hochriskante Spekulationen auf den Derivatem\u00e4rkten.<\/p>\n<p>Gleichzeitig f\u00fchrte die Ansicht, Ru\u00dfland sei auf eine \u201eRegionalmacht\u201c reduziert worden, wie Obama es gefordert hatte, zu der Fehleinsch\u00e4tzung, es sei nun nicht mehr notwendig, bei Technologien im Zusammenhang mit h\u00f6heren Energiestromdichten f\u00fchrend zu bleiben, zugunsten einer stark ideologisierten Bevorzugung \u201egr\u00fcner\u201c alternativer Energiequellen mit einer sehr niedrigen Energiestromdichte.<\/p>\n<h3>Chinas technologische Revolution<\/h3>\n<p>China hingegen, das bereits begonnen hatte, die wissenschaftsfeindliche Ausrichtung der Kulturrevolution mit Deng Xiaopings Politik der Reform und \u00d6ffnung umzukehren, machte mit der Wirtschaftstheorie von Pr\u00e4sident Xi Jinping weitere qualitative Fortschritte. Nachdem China 850 Millionen (!) seiner eigenen Bev\u00f6lkerung aus der Armut befreit hatte, begann es, das chinesische Entwicklungsmodell auch den L\u00e4ndern des globalen S\u00fcdens zug\u00e4nglich zu machen, als es 2013 in Kasachstan die Politik der Neuen Seidenstra\u00dfe einleitete.<\/p>\n<p>In den elf Jahren, die seitdem vergangen sind, hat sich das gr\u00f6\u00dfte Infrastrukturentwicklungsprojekt der Geschichte entfaltet, an dem mittlerweile 150 L\u00e4nder teilnehmen, die darin eine Win-Win-Situation f\u00fcr sich selbst sehen, um ihre eigene Armut und Unterentwicklung zu \u00fcberwinden.<\/p>\n<p>In China wurde der Fokus auf eine schnelle Entwicklung mehr und mehr durch den Fokus auf eine qualitativ hochwertige Entwicklung ersetzt, die auf den Aufbau von Eigenst\u00e4ndigkeit und St\u00e4rke in Wissenschaft und Technologie abzielt.<\/p>\n<p>Laut dem Critical Technology Tracker des Australian Strategic Policy Institute ist China nun in 37 von 44 Technologien f\u00fchrend, die das ASPI beobachtet, darunter in den entscheidenden Bereichen Verteidigung, Raumfahrt, Robotik, Energie, Umwelt, Biotechnologie, k\u00fcnstliche Intelligenz, fortschrittliche Materialien und Schl\u00fcsselbereiche der Quantentechnologie. Es zeigt auch, da\u00df bei einigen Technologien alle zehn weltweit f\u00fchrenden Forschungseinrichtungen in China ans\u00e4ssig sind und zusammen neunmal mehr hochkar\u00e4tige Forschungsarbeiten hervorbringen als das zweitplatzierte Land.<\/p>\n<p>Diese Schwerpunktsetzung wurde seit etwa Mitte 2023 von Xi Jinping beschleunigt, als er das Konzept der \u201eProduktivkr\u00e4fte neuer Qualit\u00e4t\u201c vorstellte, die \u201evon neuen Theorien der Produktivkr\u00e4fte geleitet\u201c werden sollten. Er fordert, da\u00df \u201erevolution\u00e4re technologische Durchbr\u00fcche\u201c die Entstehung neuer Produktivkr\u00e4fte von hoher Qualit\u00e4t beschleunigen sollten, die neue Industrien, neue Gesch\u00e4ftsmodelle und neue Wachstumstreiber hervorbringen, was alles zu einer \u201eExplosion origineller und disruptiver Innovationen in Wissenschaft und Technologie\u201c f\u00fchren wird.<\/p>\n<p>Xi Jinping nennt es nicht so, aber wenn man sich das Ergebnis der \u201eExplosion disruptiver Technologien\u201c ansieht, ist es sehr offensichtlich, da\u00df er im Wesentlichen zu derselben Wirtschaftstheorie gelangt ist wie mein verstorbener Ehemann Lyndon LaRouche. LaRouches gesamte Methode basierte auf dem Verst\u00e4ndnis, da\u00df die Gesetze des physischen Universums anti-entropischer Natur sind und da\u00df jeder qualitative Fortschritt bei der Entdeckung neuer universeller physikalischer Prinzipien notwendigerweise disruptiver Natur sein w\u00fcrde, was zu einer nichtlinearen Zunahme der Freiheitsgrade in den Auswirkungen der neuen Entdeckung f\u00fchren w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Der Ma\u00dfstab, ob eine solche neue Entdeckung f\u00fcr das langfristige \u00dcberleben der Menschheit n\u00fctzlich w\u00e4re, war seine Vorstellung, da\u00df sie zu einer h\u00f6heren relativen potentiellen Bev\u00f6lkerungsdichte f\u00fchren m\u00fcsse.<\/p>\n<p>In seinem 1982 ver\u00f6ffentlichten Aufsatz \u201eWas ist eine wirtschaftliche Sto\u00dfwelle\u201c schrieb er:<\/p>\n<p>\u201eVon diesem Standpunkt aus verachten wir die Behauptung, menschliches Wissen sei durch die Perfektionierung einer bestehenden technologischen Methode wiederholter, unver\u00e4nderlicher Praxis gekennzeichnet. In dem Ma\u00dfe, in dem wir dieselbe Technologie lediglich rigoroser wiederholen, stirbt die Menschheit. Eine Null-Wachstumspolitik mit zunft\u00e4hnlicher Praxis ist die Praxis einer Gesellschaft, der es an moralischer \u00dcberlebensf\u00e4higkeit mangelt. Wir m\u00fcssen Vorstellungen \u00fcber Wissen verachten, die sich auf die Messung wiederholbarer Handlungen beziehen.\u201c<\/p>\n<p>LaRouches gesamte wissenschaftliche Wirtschaftsmethode basierte auf der Tatsache, da\u00df er die lineare, auf Euklid basierende Informationstheorie und Systemanalyse von John von Neumann und Norbert Wiener ablehnte und statt dessen die Riemannsche Geometrie, die in der Arbeit des gro\u00dfen Bernhard Riemann von 1859 \u201e\u00dcber die Ausbreitung ebener Wellen endlicher Amplitude\u201c und anderen Schriften Riemanns vorgestellt wurde, auf die Analyse wirtschaftlicher Prozesse anwendete. Er betonte nachdr\u00fccklich, da\u00df wir nicht in einem Universum leben, wie es von Theoretikern in der Tradition von Isaac Newton beschrieben wird, sondern in einem Universum, das nach hydrodynamischen Prinzipien organisiert ist.<\/p>\n<p>Es ist eine Ironie der Geschichte, wenn man so will, da\u00df in den beiden existentiellen Bereichen der Milit\u00e4rwissenschaft und der Wirtschaft jene Nationen, die die von LaRouche hervorgehobenen Prinzipien anwenden, sich als \u00fcberlegen erweisen, w\u00e4hrend diejenigen, die an den Axiomen der euklidischen, aristotelischen und Newtonschen Anschauung festhalten, scheitern. W\u00e4re es nicht an der Zeit, die erkenntnistheoretischen Gr\u00fcnde daf\u00fcr zu untersuchen?<\/p>\n<h3>Wir stehen an einer Wegscheide<\/h3>\n<p>Wir stehen an einer Wegscheide f\u00fcr die Existenz der Menschheit. In der Ukraine geht es entweder um sofortige Friedensverhandlungen oder um die Eskalation zu einem nuklearen Fl\u00e4chenbrand. In Gaza wird die Menschheit vor einem Weltgericht beurteilt, und das Urteil ist verheerend. Wir lassen zu, da\u00df ein V\u00f6lkermord vor den Augen der Welt weitergeht! Der gesamte s\u00fcdwestliche Teil Asiens steht kurz davor, in Flammen aufzugehen. S\u00fcdkorea, Georgien, Rum\u00e4nien \u2013 sie alle sind Schauplatz des Kampfes der Weltm\u00e4chte.<\/p>\n<p>Wir stehen vor der moralischen Bew\u00e4hrungsprobe der Menschheit, um zu \u00fcberleben. Entweder setzen wir ein neues Paradigma auf die Tagesordnung, das das Konzept der einen Menschheit in den Vordergrund stellt und nationale Interessen nur im Einklang mit den Interessen dieser einen Menschheit zul\u00e4\u00dft, oder wir schaffen es als Gattung nicht.<\/p>\n<p>Wir sollten die barbarischen Vorstellungen von Carl Schmitt ablehnen, der behauptete, das Wesen der Politik sei die Einteilung in Freunde und Feinde, und der t\u00f6richterweise die politische Souver\u00e4nit\u00e4t als die Macht ansah, \u201e\u00fcber die Ausnahme zu entscheiden\u201c, wenn der Ausnahmezustand ausgerufen wird. Wir sollten die Vorstellung ablehnen, da\u00df die Beziehungen zwischen den Nationen ein Nullsummenspiel sind, bei dem einer gewinnt und der andere verliert. Wir sind Menschen und keine wilden Tiere!<\/p>\n<p>Der Ausweg aus dieser existentiellen Krise ist eigentlich ganz einfach: Wir m\u00fcssen die Nationen des kollektiven Westens davon \u00fcberzeugen, ihre eurozentrische Arroganz aufzugeben und statt dessen mit den Nationen des globalen S\u00fcdens, die mit 85 % der Weltbev\u00f6lkerung die globale Mehrheit darstellen, zusammenzuarbeiten, um eine gerechte neue Weltwirtschaftsordnung aufzubauen, die auf den f\u00fcnf Prinzipien der friedlichen Koexistenz und der UN-Charta basiert.<\/p>\n<p>Um dies zu erreichen, m\u00fcssen wir endlich alle oligarchischen Axiome in unserem Denken aufgeben und sie durch die Philosophie der\u00a0<i>Coincidentia oppositorum<\/i>, des Zusammentreffens der Gegens\u00e4tze von Nikolaus von Kues, ersetzen, die es uns erm\u00f6glicht, die Menschheit als das H\u00f6here, das eine h\u00f6here Macht als die Vielen darstellt, zu betrachten.<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen uns vom Geist von Beethovens 9. Symphonie leiten lassen, in der er die Ode an die Freude von Friedrich Schiller vertonte. \u201eAlle Menschen werden Br\u00fcder\u201c, denn das bedeutet es, Mensch zu sein.<\/p>\n<p><\/div><\/div><\/p>\n\n\n<p><strong>Dmitri Trenin<\/strong> (Russland), Professor, Akademischer Leiter des Instituts f\u00fcr Weltmilit\u00e4rwirtschaft und -strategie an der Hochschule f\u00fcr Wirtschaft (Moskau):<em> \u201eDie Abschreckung, die den Kalten Krieg ,kalt\u2018 hielt, funktioniert nicht mehr\u201c<\/em><\/p>\n\n\n<p><div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Rede im Wortlaut lesen<\/span><\/a><div class=\"toggle-content\"><\/p>\n<p class=\"vor\">Dmitrij Trenin ist Akademischer Leiter des Instituts f\u00fcr Weltmilit\u00e4rwirtschaft und -strategie an der Hochschule f\u00fcr Wirtschaft (Moskau).<\/p>\n<p>Vielen Dank f\u00fcr die Einladung. Ich f\u00fchle mich sehr geehrt, zur Konferenz des Schiller-Instituts eingeladen zu sein. Ich m\u00f6chte die Gelegenheit nutzen, dem Institut und den dort t\u00e4tigen Menschen zu ihrem 40-j\u00e4hrigen Jubil\u00e4um zu gratulieren.<\/p>\n<p>Dr. Helga Zepp-LaRouche hat in ihrer brillanten Analyse der heutigen Lage eine sehr umfassende und detaillierte Analyse der aktuellen Entwicklungen in der Welt und der Gefahren, denen die Menschheit ausgesetzt ist, vorgelegt. Ich stimme ihrer Analyse voll und ganz zu und unterst\u00fctze ihren Aufruf, die drohende nukleare Katastrophe abzuwenden. In meinen eigenen Ausf\u00fchrungen werde ich versuchen, einige Elemente des allgemeineren Kontextes der Weltkrise zu liefern, wie ich sie von meinem Standort in Moskau aus sehe.<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen verstehen, an welchem Punkt wir uns befinden. Die vom Westen betriebene Globalisierung ist vorbei; das Weltsystem ist global geworden, aber es tendiert nicht mehr zur Vereinheitlichung nach westlichem Vorbild, statt dessen ist der Regionalismus auf dem Vormarsch. Wir befinden uns in einer Epoche des \u00dcbergangs, und \u00dcberg\u00e4nge sind normalerweise von starken Turbulenzen, Krisen und Kriegen gepr\u00e4gt.<\/p>\n<p>Wir befinden uns jedoch nicht im \u201eKalten Krieg II\u201c, wie einige behaupten. Das ist eine falsche Bezeichnung. Die Analogie ist falsch, weil die Welt heute ganz anders ist als in der zweiten H\u00e4lfte des 20. Jahrhunderts. Es gibt mehr und vor allem neue Gefahren. Die Abschreckung im Stil des Kalten Krieges, die den Kalten Krieg kalt hielt, funktioniert nicht mehr, um gr\u00f6\u00dfere Machtkonflikte, die zu einem direkten Zusammensto\u00df f\u00fchren, zu verhindern. Die heilsame Angst vor Atomwaffen hat sich gr\u00f6\u00dftenteils verfl\u00fcchtigt. Das Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnis, eine weitere S\u00e4ule der strategischen Stabilit\u00e4t, hat sich verschoben und ist unausgewogen geworden.<\/p>\n<p>Unkontrollierte und uneingeschr\u00e4nkte Macht, die f\u00fcr sich selbst keine Grenzen anerkennt, hat zur ersten globalen Hegemonie eines einzelnen Landes gef\u00fchrt. Innerhalb einer Generation hat diese Hegemonie &#8211; wie es kommen mu\u00df &#8211; begonnen, zu br\u00f6ckeln und zu zerfallen. Versuche, sie jetzt zu retten, sind so gef\u00e4hrlich wie vergeblich.<\/p>\n<p>Wir erleben es gerade in der Ukraine: Die verzweifelten Bem\u00fchungen der derzeitigen US-Regierung, einer gleichrangigen nuklearen Supermacht eine strategische Niederlage zuzuf\u00fcgen, sind ein typisches Beispiel. Da das Wei\u00dfe Haus unter Biden das Ziel nicht erreichen kann, erh\u00f6ht es in diesem Konflikt immer weiter den Einsatz, damit die Hegemonie der USA nicht als unvollst\u00e4ndig und keineswegs unbesiegbar entlarvt wird.<\/p>\n<p>Die Ukraine ist weder ein Einzelfall noch einzigartig, wie Dr. Zepp-LaRouche bereits erw\u00e4hnt hat. Eine Konfrontation zwischen den USA und China, angeblich wegen Taiwan und\/oder des S\u00fcdchinesischen Meeres, droht immer mehr an Bedeutung zu gewinnen. Im Nahen Osten gibt es begr\u00fcndete Bef\u00fcrchtungen, da\u00df die Biden-Regierung den gegenw\u00e4rtigen Moment als Gelegenheit nutzen k\u00f6nnte, um zu versuchen, die nukleare Infrastruktur des Iran zu zerst\u00f6ren. Es gibt also mindestens drei gro\u00dfe Konfliktherde, alle unter Beteiligung von Atomm\u00e4chten, die zu einem Weltkrieg f\u00fchren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ich mache mir wenig Illusionen dar\u00fcber, da\u00df sich dieser Trend vollst\u00e4ndig und kurzfristig umkehren l\u00e4\u00dft. Ver\u00e4nderungen der Weltordnung sind von Natur aus chaotisch und in der Regel blutig. Es gibt jedoch M\u00f6glichkeiten, die Auswirkungen der aktuellen Weltkrise auf die Menschheit zu mildern. Das wichtigste w\u00e4re, da\u00df die Vereinigten Staaten die Gefahren einer imperialen \u00dcberdehnung erkennen und anstelle der Sicherheitshegemonie des US-gef\u00fchrten globalen Systems die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten als oberste Priorit\u00e4t setzen.<\/p>\n<p>Es ist sehr interessant und aufschlu\u00dfreich, da\u00df die derzeitige russische F\u00fchrung trotz der lauten Rufe im Land, alle Ressourcen f\u00fcr den Krieg in der Ukraine zu mobilisieren, der als Verteidigung gegen die geopolitische Aggression der USA\/NATO angesehen wird, der souver\u00e4nen wirtschaftlichen, sozialen, technologischen und intellektuellen Entwicklung Vorrang einr\u00e4umt und den Krieg als wichtigen Motor f\u00fcr dieses Ziel nutzt. Die russische F\u00fchrung erinnert sich noch gut an die Lehren aus ihrer sowjetischen Vergangenheit, als sie so viel Geld f\u00fcr ihr weitverzweigtes Imperium und dessen milit\u00e4rischen, ideologischen und sicherheitspolitischen Apparat ausgab, da\u00df sie die wachsenden innenpolitischen Probleme vernachl\u00e4ssigte und die riesigen, aber begrenzten Ressourcen fehlleitete. Das ist eine Lektion, die sich andere heute zu Herzen nehmen sollten.<\/p>\n<p>Lassen Sie mich abschlie\u00dfend noch einmal dem Institut f\u00fcr die Einladung zu diesem Vortrag danken. Vielen Dank.<\/p>\n<p><\/div><\/div><\/p>\n\n\n<p><strong>S.E. Donald Ramotar<\/strong> (Guyana), ehemaliger Pr\u00e4sident von Guyana: <em>\u201eDas Bewu\u00dftsein f\u00fcr die Atomkriegsgefahr hinkt weit hinter der tats\u00e4chlichen Gefahr her\u201c<\/em><\/p>\n\n\n<p><div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Rede im Wortlaut lesen<\/span><\/a><div class=\"toggle-content\"><\/p>\n<p class=\"vor\">Donald Ramotar war Pr\u00e4sident von Guyana (2011-2015).<\/p>\n<p>Genossen, unser Treffen findet in einer sehr komplexen Phase des Weltgeschehens statt. Es ist zweifellos eine der gef\u00e4hrlichsten Zeiten f\u00fcr die gesamte Menschheit. W\u00e4hrend wir sprechen, werden in vielen Teilen der Welt Tausende in Kriegen get\u00f6tet.<\/p>\n<p>Es ist herzzerrei\u00dfend, das offene Massaker am pal\u00e4stinensischen Volk in Gaza und im Westjordanland mitanzusehen. Es wird wahllos ein V\u00f6lkermord begangen, bei dem Pal\u00e4stinenser get\u00f6tet werden. Dies geschieht ungestraft. Die Opfer sind Kinder und Frauen im geb\u00e4rf\u00e4higen Alter, etwa 70% der Get\u00f6teten fallen in diese Kategorie. Hunger ist zu einer Kriegswaffe geworden, und zivile Einrichtungen wie Schulen, Krankenh\u00e4user, Wohnh\u00e4user und alle anderen sozialen Infrastrukturen werden systematisch zerst\u00f6rt.<\/p>\n<p>Ich f\u00fchle mich heute besonders geehrt, das Podium mit Naledi Pandor, der ehemaligen Au\u00dfenministerin S\u00fcdafrikas, zu teilen, die die Anklage ihres Landes gegen das rassistische Apartheid-Regime Israels vor dem Internationalen Gerichtshof leitete. Die Bem\u00fchungen von Genossin Pandor und die ihres Landes haben dazu beigetragen, die Seele unserer Menschlichkeit zu retten, und sie haben die Hoffnung auf eine bessere Zukunft geweckt.<\/p>\n<p>Aber nicht nur die Pal\u00e4stinenser k\u00e4mpfen um ihr \u00dcberleben. Das russische Volk und der russische Staat wurden in einen Kampf um seine Sicherheit und sein Recht auf ein Leben in Sicherheit und Frieden gezwungen. Seit 2014 versuchen die USA und ihre NATO-Verb\u00fcndeten, sich \u00fcber Ru\u00dfland herzumachen, Ru\u00dfland zu beherrschen und seinen sozio\u00f6konomischen Fortschritt zu verhindern. Seit Anfang der 1990er Jahre war es ihr Ziel, Ru\u00dfland schwach und machtlos zu machen.<\/p>\n<p>Dieser Kampf hat zu einer \u00e4u\u00dferst be\u00e4ngstigenden Situation gef\u00fchrt. Dies liegt daran, da\u00df an dem milit\u00e4rischen Konflikt zwischen Ru\u00dfland und der Ukraine mindestens vier L\u00e4nder beteiligt sind, die im Besitz von Atomwaffen sind, deren Einsatz das Leben auf der Erde sehr wohl beenden kann.<\/p>\n<p>Leider sind sich die meisten Menschen auf der Welt dieser gro\u00dfen Gefahr nicht wirklich bewu\u00dft. Tats\u00e4chlich hinkt das Bewu\u00dftsein f\u00fcr eine solche Katastrophe weit hinter der tats\u00e4chlichen Gefahr her.<\/p>\n<p>Das liegt daran, da\u00df die imperialistischen M\u00e4chte aus fr\u00fcheren Kriegen, an denen sie beteiligt waren, ihre Lehren gezogen haben, insbesondere aus dem Vietnamkrieg. Heute haben sie es geschafft, die Medien und damit die Verbreitung von Informationen zu kontrollieren. Nachrichten werden entweder vor den Menschen der Welt verborgen oder verdreht und verzerrt, um ein falsches Bewu\u00dftsein zu schaffen. In den gro\u00dfen Nachrichtenredaktionen werden Bilder von \u201eB\u00f6sen und Guten\u201c hergestellt. Daher werden \u00fcberall Menschen mit den Ansichten der Banker und der Hersteller von Massenvernichtungswaffen infiziert. Diese Leute machen mit Kriegen gigantische Gewinne.<\/p>\n<p>Diese Kontrolle der Medien ist f\u00fcr die imperiale Vorherrschaft \u00fcber unsere Welt von entscheidender Bedeutung.<\/p>\n<h3>Wie und warum sind wir an diesen Punkt gekommen?<\/h3>\n<p>Man k\u00f6nnte fragen: Wie und warum sind wir an diesen Punkt gekommen? Ich m\u00f6chte hiermit versuchen, eine Antwort zu geben.<\/p>\n<p>Wir leben in einer Zeit des \u00dcbergangs von einer unipolaren zu einer multipolaren Welt. Die Zeit, in der die USA die einzige milit\u00e4rische, wirtschaftliche und politische Supermacht waren, ist vorbei. Andere L\u00e4nder, insbesondere L\u00e4nder des S\u00fcdens, beginnen sich zu r\u00fchren und sich aufzurichten.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus hat Ru\u00dfland, das Teil der m\u00e4chtigen Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken war und sich Ende der 1980er und 1990er Jahre in gro\u00dfen Schwierigkeiten befand, einen Gro\u00dfteil seiner Probleme \u00fcberwunden. Auch wenn sich sein sozio\u00f6konomisches System ge\u00e4ndert hat, hat es einige der besten Prinzipien der UdSSR \u00fcbernommen. Ich spreche hier von internationaler Solidarit\u00e4t und Freundschaft mit unterdr\u00fcckten V\u00f6lkern im globalen S\u00fcden.<\/p>\n<p>Dies ist einer der Gr\u00fcnde, warum die USA versuchen, sein Wachstum zu verhindern, und warum so viel in diesem Teil unserer Welt darauf ausgerichtet ist, Ru\u00dfland maximale Probleme zu bereiten. Dies ist einer der Gr\u00fcnde f\u00fcr die Ausweitung der NATO an ihre Grenzen.<\/p>\n<p>Der andere Grund hat mit der ausbeuterischen Natur imperialistischer M\u00e4chte zu tun. Wie bereits erw\u00e4hnt, erzielen sie durch Kriege enorme Gewinne. Die Aktienkurse der Waffenhersteller sind auf einem Allzeithoch. Das ist kein Geheimnis. Sie haben das rassistische israelische Regime und die Marionettenregierung in der Ukraine mit so vielen Waffen beliefert, da\u00df der milit\u00e4risch-industrielle Komplex Schwierigkeiten hat, die Lieferungen aufrechtzuerhalten. Dies f\u00fchrt zu sagenhaften Supergewinnen f\u00fcr die H\u00e4ndler des Todes.<\/p>\n<p>Der andere Grund ist, die Ressourcen im S\u00fcden und in Osteuropa in die Finger zu bekommen. Der ultrarechte US-Senator Lindsey Graham hat sich zu diesem Thema klar ge\u00e4u\u00dfert. Im Fall der Ukraine erw\u00e4hnte er die Bodensch\u00e4tze des Landes, zu denen auch seltene Erden geh\u00f6ren, die f\u00fcr die Elektronikindustrie und nat\u00fcrlich f\u00fcr das Milit\u00e4r von gro\u00dfer Bedeutung sind und in der Ukraine in gro\u00dfen Mengen vorkommen.<\/p>\n<p>Ein weiterer K\u00f6der in der Ukraine ist der fruchtbare Ackerboden, der die Ukraine zu einem wichtigen Land in der Lebensmittelindustrie macht. Wie Sie wissen, handelt es sich hierbei um eine \u00fcberaus strategische Branche. Wie bekannt, hat der multinationale Konzern \u201eBlack Rock\u201c gro\u00dfe Landstriche in der Ukraine aufgekauft.<\/p>\n<p>Die USA und andere imperialistische Staaten wollen weiterhin wertvolle nat\u00fcrliche Ressourcen abbauen und billige Arbeitskr\u00e4fte ausbeuten, um ihre Gewinne zu maximieren. F\u00fcr sie ist es wichtig, den globalen S\u00fcden in unterentwickeltem Zustand zu halten, in neokolonialen Beziehungen.<\/p>\n<h3>Neue Art von Beziehungen<\/h3>\n<p>Diese imperialistische Denkweise erkl\u00e4rt einen Gro\u00dfteil der Haltung der USA gegen\u00fcber der Volksrepublik China.<\/p>\n<p>Die Feindseligkeit gegen\u00fcber China nahm nach 2008 besonders stark zu, als die VR China eine wichtige Rolle dabei spielte, der internationalen Wirtschaft aus einer der schlimmsten Krisen der j\u00fcngeren Zeit herauszuhelfen. Chinas Ansehen in der Welt ist stetig gewachsen. An diesem Punkt scheinen die USA die Entscheidung getroffen zu haben, Chinas Entwicklung zu bremsen.<\/p>\n<p>Im globalen S\u00fcden haben Chinas Beziehungen dazu gef\u00fchrt, da\u00df es hoch angesehen ist, Vertrauen genie\u00dft und ein bevorzugter Partner f\u00fcr Gesch\u00e4fte ist. Dies liegt daran, da\u00df Chinas Politik gegen\u00fcber dem globalen S\u00fcden auf gegenseitigem Respekt, Solidarit\u00e4t und Freundschaft beruht.<\/p>\n<p>Es ist erw\u00e4hnenswert, da\u00df China, als es selbst wohlhabend wurde, begann, den \u00e4rmsten L\u00e4ndern im S\u00fcden zu helfen, jenen L\u00e4ndern, die als bankrott und aus wirtschaftlicher Sicht als risikoreich galten. Viele dieser L\u00e4nder mu\u00dften die dem\u00fctigende Erfahrung machen, die Bedingungen des IWF und der Weltbank akzeptieren zu m\u00fcssen, die ihren Status als Rohstoffquellen und billige Arbeitskr\u00e4fte f\u00fcr den Norden reduzierten und festigten.<\/p>\n<p>An dieser Stelle ist es wichtig zu erw\u00e4hnen, da\u00df der globale S\u00fcden immer noch ein Nettoexporteur von Kapital in den globalen Norden ist. Die Politik der Weltbank und des IWF besteht darin, sie in dauerhafter Armut zu halten, damit sie leicht ausgebeutet werden k\u00f6nnen. Die Sch\u00e4tzungen des Nettokapitaltransfers von den Entwicklungsl\u00e4ndern in den Westen variieren, belaufen sich aber seit den 1960er Jahren auf mindestens zehn Billionen Dollar pro Jahrzehnt.<\/p>\n<p>Chinas Zusammenarbeit mit dem globalen S\u00fcden ist das genaue Gegenteil. Sie basiert auf gegenseitigem Nutzen oder, wie die Chinesen es nennen, auf einer \u201eWin-Win\u201c-Beziehung.<\/p>\n<p>Wichtige Infrastrukturen wie Stra\u00dfen, Schienen, Br\u00fccken, See- und Flugh\u00e4fen entstehen nun im S\u00fcden. Das Fehlen einer solchen lebenswichtigen Infrastruktur war einer der Gr\u00fcnde f\u00fcr die anhaltende Armut in den ehemaligen Kolonien.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus tr\u00e4gt die VR China auch zum Aufbau von Humankapital bei. Neben der Erh\u00f6hung der Stipendien f\u00fcr Studierende in \u00e4rmeren L\u00e4ndern unterst\u00fctzt China den Aufbau sozialer Infrastrukturen wie Krankenh\u00e4user, Schulen, Universit\u00e4ten und Kulturh\u00e4user in vielen Entwicklungsl\u00e4ndern.<\/p>\n<p>Diese Projekte erm\u00f6glichen es den Entwicklungsl\u00e4ndern des S\u00fcdens zum ersten Mal seit der Unabh\u00e4ngigkeit in den 1950er und 1960er Jahren, eine gewisse wirtschaftliche Souver\u00e4nit\u00e4t zu genie\u00dfen. Die meisten Projekte, mit deren Bau China beauftragt wird, sind sehr transformativ. Dies ist mehr als alles andere die Ursache f\u00fcr die Feindseligkeit der USA gegen\u00fcber China.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich wird hier ein Gegensatz von Philosophie und Ideologie deutlich.<\/p>\n<p>Einerseits will der Imperialismus auf Kosten des globalen S\u00fcdens weiter expandieren und wachsen. Ich m\u00f6chte an dieser Stelle anmerken, da\u00df die starke imperialistische Macht nicht nur den schw\u00e4cheren S\u00fcden ausbeutet, sondern auch ihre Juniorpartner. Wie sonst k\u00f6nnen wir erkl\u00e4ren, was in Europa passiert, wo die Industrie immer weiter in die Vereinigten Staaten abwandert. Es herrscht eine Ellbogenmentalit\u00e4t.<\/p>\n<p>Die Beziehungen Chinas basieren auf seinen eigenen traditionellen Prinzipien und seiner marxistischen Herangehensweise an die Welt. So steht beispielsweise das chinesische Sprichwort \u201eDie steigende Flut hebt alle Boote an\u201c im Einklang mit dem marxistischen Prinzip der \u201einternationalen Solidarit\u00e4t\u201c.<\/p>\n<p>Chinas Herangehensweise besteht darin, zu einer gerechteren und wohlhabenderen Welt beizutragen. Der Win-Win-Ansatz untermauert die neu entstandene Allianz BRICS. Sie gewinnt zunehmend an Attraktivit\u00e4t, da sie eine humanere Welt verspricht.<\/p>\n<p>Gleichzeitig hat sie, wie ich bereits angemerkt habe, die Schattenseiten des imperialistischen Systems ans Licht gebracht, das in vielen Teilen der Welt zu Kriegen und Zerst\u00f6rung gef\u00fchrt hat.<\/p>\n<p>Die gro\u00dfe Sorge heute ist, da\u00df der Imperialismus zwar als System \u00fcberholt ist, was sich an seinen Bem\u00fchungen zeigt, wissenschaftliche Entdeckungen zu unterdr\u00fccken, z. B. beim Streit um die Chip-Technologie, aber dennoch sehr stark und r\u00fccksichtslos ist, wie sich in Gaza und der Ukraine zeigt.<\/p>\n<h3>Wie k\u00f6nnen wir die Kriege stoppen?<\/h3>\n<p>Ich m\u00f6chte daher vorschlagen, da\u00df wir als progressive Kr\u00e4fte in der Welt zun\u00e4chst einmal \u00fcberlegen, wie wir Kriege stoppen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ich glaube, der erste Schritt besteht darin, eine starke Bewegung zur Abschaffung von Atomwaffen aufzubauen. Diese Waffen bedrohen die gesamte Menschheit. Ein Gro\u00dfteil dieser Waffen befindet sich in den H\u00e4nden einer imperialen F\u00fchrung, die im Laufe der Jahre viel an Qualit\u00e4t verloren hat und im Grunde zur Handlangerin der feindlichsten Kr\u00e4fte der Welt geworden ist.<\/p>\n<p>Gleichzeitig m\u00fcssen wir unsere Anstrengungen verdoppeln, um das wirtschaftliche Wohlergehen aller V\u00f6lker zu verbessern. In diesem Zusammenhang sollten wir den Westen dazu aufrufen, sich mit den BRICS-Staaten zusammenzuschlie\u00dfen, um gemeinsam der Armut und Ungleichheit in allen Teilen der Welt ein Ende zu setzen. Wenn der Westen sich einigen Initiativen wie der Neuen Seidenstra\u00dfe anschlie\u00dft, k\u00f6nnten wir das Ende der Armut noch zu unseren Lebzeiten erleben. Wir brauchen mehr Zusammenarbeit und weniger Konfrontationen.<\/p>\n<p>Abschlie\u00dfend m\u00f6chte ich sagen, da\u00df wir, obwohl wir im Schatten schrecklicher Kriege leben, immer noch Hoffnung sch\u00f6pfen k\u00f6nnen, da\u00df ein neuer Tag m\u00f6glich ist. Die enormen Fortschritte in allen Lebensbereichen, die China und andere BRICS-Staaten vorweisen, geben uns die Inspiration, unseren Kampf fortzusetzen. Wir m\u00fcssen daran glauben, da\u00df die Kriegstreiber aufgehalten werden k\u00f6nnen. Vielleicht sind das, was wir gerade erleben, nicht nur Tod und Zerst\u00f6rung, sondern m\u00f6glicherweise die Geburtswehen eines neuen Systems internationaler Beziehungen, das auf den Grunds\u00e4tzen von Solidarit\u00e4t und Freundschaft beruht.<\/p>\n<p><\/div><\/div><\/p>\n\n\n<p><strong>S.E. J\u00e1n \u010carnogursk\u00fd<\/strong> (Slowakei), ehemaliger Premierminister der Slowakei: <em>Ein neuer und letzter Krieg \u2013 oder ein neues Paradigma der vereinten Menschheit?<\/em><\/p>\n\n\n<p><div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Rede im Wortlaut lesen<\/span><\/a><div class=\"toggle-content\"><\/p>\n<p class=\"autor\">Von J\u00e1n \u010carnogursk\u00fd,<br \/>ehemaliger Ministerpr\u00e4sident der Slowakei (1991\u20131992)<\/p>\n<p>Als der (erste) Kalte Krieg 1990 endete, traten der Osten und der Westen, genauer gesagt Ru\u00dfland und die Vereinigten Staaten, mit gegens\u00e4tzlichen Vorstellungen in ein neues Zeitalter ein.<\/p>\n<p>Die vorherrschende Meinung unter der russischen Intelligenz war, da\u00df nur der Kommunismus Ru\u00dfland und den Westen trennte, und wenn der Kommunismus in Ru\u00dfland fiele, w\u00fcrden sich beide Subzivilisationen in die Arme fallen und in Freundschaft und Zusammenarbeit leben.<\/p>\n<p>Im Westen, insbesondere in den Vereinigten Staaten, herrschte eine andere Meinung vor. Sie betrachteten sich als Sieger des Kalten Krieges, als Weltmacht, die Globalisierung hatte begonnen und die NATO-Osterweiterung hatte begonnen. Im November 1990 unterzeichneten die ehemaligen Gegner des Warschauer Pakts und der NATO die Charta von Paris, in der sie Freundschaft und Zusammenarbeit versprachen, aber die ersten \u00f6stlichen Staaten wurden bald in die NATO aufgenommen, obwohl die USA und Deutschland Gorbatschow 1990 versprochen hatten, da\u00df die NATO nicht nach Osten expandieren w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Die Bombardierung Jugoslawiens ohne Zustimmung des UN-Sicherheitsrats im M\u00e4rz 1999 f\u00fchrte zur Wahl von Wladimir Putin zum Pr\u00e4sidenten Ru\u00dflands, der sich nicht f\u00fcr eine sanfte Politik gegen\u00fcber dem Westen einsetzt. In den Vereinigten Staaten unterzeichnete Pr\u00e4sident George Bush sen. die Direktive Nr. 10, die besagt, da\u00df die Vereinigten Staaten eine Politik verfolgen w\u00fcrden, die sicherstellt, da\u00df in Zukunft kein Gegner entsteht, der der Macht der Vereinigten Staaten ebenb\u00fcrtig ist. Das letzte freundliche Signal aus Ru\u00dfland war Wladimir Putins Zustimmung im Oktober 2001, da\u00df die Vereinigten Staaten f\u00fcr den Krieg, der gerade begann, um Osama bin Laden habhaft zu werden, Truppen und Waffen durch russisches Gebiet nach Afghanistan transportieren k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Dann folgte Wladimir Putins Rede auf der M\u00fcnchner Sicherheitskonferenz im Februar 2007, in der er erkl\u00e4rte, da\u00df Ru\u00dfland \u00e4hnliche Sicherheitsma\u00dfnahmen gegen den Westen ergreifen werde, wie der Westen gegen Ru\u00dfland. Der Westen schuf die politischen und milit\u00e4rischen Voraussetzungen f\u00fcr die Abspaltung des Kosovo von Serbien, obwohl die Resolution 1244 des UN-Sicherheitsrats zum Ende des Krieges in Jugoslawien dies nicht zulie\u00df.<\/p>\n<p>Die Vereinigten Staaten gaben 2014 f\u00fcnf Milliarden Dollar f\u00fcr einen Regimewechsel in der Ukraine aus. Ru\u00dfland schuf im selben Jahr die politischen und machtpolitischen Voraussetzungen f\u00fcr die Abspaltung der Krim von der Ukraine und die Verteidigung eines Teils der Republiken Donezk und Luhansk gegen die Ukraine. Die Ukraine unterbrach die Trinkwasserzufuhr zur Halbinsel, und die USA begannen mit dem Bau ihrer Milit\u00e4rbasis in Otschakowo am Schwarzen Meer. Diese Entwicklungen f\u00fchrten zu Ru\u00dflands aktueller Milit\u00e4roperation gegen die Ukraine.<\/p>\n<p>Zu Beginn der Operation erkl\u00e4rte der EU-Kommissar f\u00fcr Au\u00dfenbeziehungen, Joseph Borrell, das Ergebnis der Operation werde auf dem Schlachtfeld entschieden. Jetzt, da die russische Armee die ukrainische Armee zur\u00fcckdr\u00e4ngt, die vom gesamten NATO-Block bewaffnet und unterst\u00fctzt wird, werden im Westen Stimmen laut, da\u00df der Krieg zumindest am Verhandlungstisch gestoppt werden sollte. Die Bedingungen solcher Verhandlungen, die in westlichen Medien erw\u00e4hnt werden, sind jedoch v\u00f6llig unrealistisch. Die Verhandlungen \u00fcber Frieden oder zumindest einen Waffenstillstand in der Ukraine sto\u00dfen auf mehrere Hindernisse, die ich benennen m\u00f6chte.<\/p>\n<p>Ru\u00dfland hegt tiefes Mi\u00dftrauen gegen\u00fcber dem Westen, insbesondere gegen\u00fcber den Vereinigten Staaten und Gro\u00dfbritannien, weil diese Ru\u00dfland mehr als einmal betrogen haben. Sie versprachen Gorbatschow, da\u00df die NATO sich nicht nach Osten ausdehnen w\u00fcrde, doch sie hat sich ausgedehnt. Deutschland, Polen und Frankreich garantierten die Minsker Abkommen von 2015, aber Angela Merkel gab offen zu, da\u00df die Minsker Abkommen nur dazu dienten, der Ukraine Zeit zu verschaffen, sich zu bewaffnen.<\/p>\n<p>Ebenso garantierten sie im Februar 2014 die Einhaltung des Abkommens zwischen den Demonstranten in Kiew und der Regierung Janukowitsch. Als die Demonstranten das Abkommen buchst\u00e4blich wenige Stunden, nachdem Janukowitsch es eingehalten hatte, brachen, besa\u00dfen die westlichen Garanten nicht einmal den moralischen Anstand, zumindest zuzugeben, da\u00df die Demonstranten das Abkommen verletzt hatten. Ich pers\u00f6nlich war am meisten entt\u00e4uscht, da\u00df selbst der derzeitige deutsche Bundespr\u00e4sident Frank-Walter Steinmeier, der auch einer der B\u00fcrgen war, nicht den Mut hatte, zuzugeben, da\u00df das Abkommen verletzt worden war.<\/p>\n<p>Im M\u00e4rz 2022 paraphierten Ru\u00dfland und die Ukraine in Istanbul ein Abkommen zur Beendigung des Krieges. Der britische Premierminister Boris Johnson flog sofort nach Kiew und \u00fcbte Druck auf Pr\u00e4sident Selenskyj aus, das Abkommen aufzuk\u00fcndigen. Der schwache Selenskyj tat dies und machte es von Anfang an unm\u00f6glich, den Krieg zu beenden. Vor kurzem gab Boris Johnson in London \u00f6ffentlich zu, da\u00df der Krieg gegen die Ukraine ein Stellvertreterkrieg des Westens gegen Ru\u00dfland ist.<\/p>\n<p>Seitdem sind etwa eine halbe Million ukrainische Soldaten gestorben. Ich m\u00f6chte nicht, da\u00df Nationen im Osten f\u00fcr die egoistischen Interessen der Angelsachsen sterben.<\/p>\n<p>Bis in das heutige Jahr reden die westlichen Medien ihren Lesern ein, die Ukraine werde den Krieg gegen Ru\u00dfland gewinnen, weil der gesamte Westen sie unterst\u00fctzt. Es stellte sich heraus, da\u00df dies reine Propaganda war, schlie\u00dflich war von Anfang an klar, da\u00df die Ukraine keine Chance gegen ein dreimal so gro\u00dfes Ru\u00dfland hatte. Wenn die NATO beschl\u00f6sse, eigene Soldaten in die Ukraine zu schicken, w\u00fcrde die Slowakei ihre Soldaten nicht schicken. Die Mehrheit der Slowaken betrachtet Ru\u00dfland nicht als ihren Feind, wie Meinungsumfragen amerikanischer Agenturen belegen.<\/p>\n<p>Ich halte die Behauptung, Ru\u00dfland w\u00fcrde im Falle einer Niederlage der Ukraine weiter nach Westen vordringen, f\u00fcr Propaganda. Ru\u00dfland hat nicht die Kraft, weiter nach Westen vorzur\u00fccken. Au\u00dferdem hat es auch historische Erfahrungen. W\u00e4hrend des Kalten Krieges reichte die Sowjetunion bis nach Mitteleuropa, aber es kam zu Aufst\u00e4nden in Ostdeutschland, Polen, Ungarn und der Tschechoslowakei. Am Ende beschlo\u00df Gorbatschow, Mitteleuropa aufzugeben. Ru\u00dfland m\u00fc\u00dfte Mitteleuropa nicht mit Gewalt kontrollieren. Es mu\u00df nur sicherstellen, da\u00df es dort keine Milit\u00e4rst\u00fctzpunkte gegen Ru\u00dfland gibt. Die mitteleurop\u00e4ischen Staaten w\u00fcrden auch nicht als Schlachtfeld zwischen dem Westen und Ru\u00dfland dienen wollen.<\/p>\n<p>Die Vereinigten Staaten scheinen die Situation um Ru\u00dfland am Ende der Amtszeit von Joe Biden absichtlich eskaliert zu haben. Aber Biden ist mental nicht mehr in der Lage, selbst auf der Grundlage der Analysen seiner Mitarbeiter \u00fcber so ernste Fragen zu entscheiden, die auf dem Spiel stehen und die einen gro\u00dfen Weltkrieg ausl\u00f6sen k\u00f6nnten. Die derzeitige US-Politik scheint zu best\u00e4tigen, da\u00df die Vereinigten Staaten nicht von einem gew\u00e4hlten Pr\u00e4sidenten regiert werden, sondern von einer Art Schattenregierung.<\/p>\n<p>Die Vereinigten Staaten unterst\u00fctzten 2014 den Sturz des ordnungsgem\u00e4\u00df gew\u00e4hlten Pr\u00e4sidenten in der Ukraine, jetzt unterst\u00fctzen sie Pr\u00e4sidentin Salome Surabischwili in Georgien, die nicht zugunsten eines ordnungsgem\u00e4\u00df gew\u00e4hlten Pr\u00e4sidenten zur\u00fccktreten will. Es gibt zu viele Hinweise darauf, da\u00df die Vereinigten Staaten an der Zerst\u00f6rung der Nord-Stream-Gaspipeline in der Ostsee beteiligt waren. Die Vereinigten Staaten, unterst\u00fctzt von Gro\u00dfbritannien und der gesamten NATO, sind derzeit der gr\u00f6\u00dfte Zerst\u00f6rer der demokratischen Ordnung in der Welt.<\/p>\n<p>Die russischen Medien sind seit langem der Meinung, da\u00df die westlichen Eliten intellektuell und moralisch verkommen sind. Es ist schwierig, mit solchen Eliten ernsthafte Verhandlungen zu f\u00fchren und sich vor allem darauf zu verlassen, da\u00df sie die getroffenen Vereinbarungen einhalten. Wie kann man Respekt vor westlichen Politikern haben, die intellektuell nicht in der Lage waren, die strategische Lage auf dem ukrainischen Schlachtfeld richtig einzusch\u00e4tzen? Die nicht den politischen Mut haben, die Ergebnisse der Untersuchung der Explosionen auf der Nord-Stream-Gaspipeline zu ver\u00f6ffentlichen? Die Gesetze verabschieden, die die Redefreiheit in L\u00e4ndern der Europ\u00e4ischen Union einschr\u00e4nken? Die sich nicht trauen, den Anweisungen der Schattenregierung zu trotzen?<\/p>\n<p>Im Vergleich dazu f\u00e4llt mir ein, da\u00df Henry Kissinger als US-Au\u00dfenminister unter Pr\u00e4sident Richard Nixon dem sowjetischen Gesandten einen bevorzugten Parkplatz im Au\u00dfenministerium sicherte, weil Parkpl\u00e4tze schon damals ein Problem waren.<\/p>\n<p>Wenn die Bewohner Mitteleuropas die Nachrichten \u00fcber den Krieg in der Ukraine h\u00f6ren, fragen sie sich, warum der Westen, insbesondere die Vereinigten Staaten, bereit sind, so viel in den Krieg auf ukrainischer Seite zu investieren. 1938 waren Frankreich und Gro\u00dfbritannien \u00fcberhaupt nicht bereit, sich an der Seite der Tschechoslowakei gegen Hitler zu stellen, und zwangen die Tschechoslowakei, Hitlers Bedingungen zu akzeptieren, obwohl wir B\u00fcndnisvertr\u00e4ge mit Frankreich und Gro\u00dfbritannien hatten. Im September 1939 genauso gegen\u00fcber Polen: Man war nur bereit, einen \u201eSitzkrieg\u201c gegen Deutschland zu beginnen.<\/p>\n<p>Eine Erkl\u00e4rung wurde vom US-Senator Lindsey Graham gegeben. Er berechnete, wieviel Reichtum der Westen aus den Bodensch\u00e4tzen der Ukraine gewinnen k\u00f6nnte. Die zweite Erkl\u00e4rung ist geopolitischer Natur. Der Westen mu\u00df zuerst Ru\u00dfland besiegen, um dann China angreifen zu k\u00f6nnen. Aber sowohl Ru\u00dfland als auch China wissen das.<\/p>\n<p>Noch eine Randbemerkung. Die gesamte milit\u00e4rische und finanzielle Hilfe des Westens f\u00fcr die Ukraine wird in Form von Darlehen gew\u00e4hrt. Die Ukraine w\u00e4re nicht in hundert Jahren in der Lage, die Darlehen zur\u00fcckzuzahlen. Wenn die Ukraine jedoch den Krieg verliert und dann ein Nachfolgestaat in einer anderen Rechtsform fortbestehen w\u00fcrde, w\u00e4ren alle Darlehen an die derzeitige Ukraine nur noch ein St\u00fcck Papier.<\/p>\n<p>Alle genannten Probleme w\u00fcrden sich vereinfachen, wenn der Westen den Krieg in der Ukraine verlieren w\u00fcrde.<\/p>\n<p><\/div><\/div><\/p>\n\n\n<p><strong>Prof. Zhang Weiwei <\/strong>(China), Professor f\u00fcr Internationale Beziehungen, Fudan Universit\u00e4t, China: <em>Drei Strukturen und ein Schl\u00fcsselfaktor<\/em><\/p>\n\n\n<p><div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Rede im Wortlaut lesen<\/span><\/a><div class=\"toggle-content\"><\/p>\n<p class=\"vor\">Zhang Weiwei ist Professor f\u00fcr Internationale Beziehungen an der Fudan Universit\u00e4t in China.<\/p>\n<p>Vielen Dank, Frau Helga Zepp-LaRouche, f\u00fcr Ihre freundliche Einladung, auf dieser wichtigen Konferenz zum 40-j\u00e4hrigen Jubil\u00e4um des Schiller-Instituts zu sprechen. Sie haben in den letzten Jahrzehnten so viel f\u00fcr die F\u00f6rderung des Friedens durch Entwicklung und den Dialog zwischen den Zivilisationen getan.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich ist die Welt mit vielen Krisen und Herausforderungen konfrontiert. Nichts beschreibt die allgemeine Stimmung heute besser als der Bericht der M\u00fcnchner Sicherheitskonferenz f\u00fcr das Jahr 2024 mit dem Titel \u201eLose-Lose\u201c, der darauf hindeutet, da\u00df der Optimismus nach dem Kalten Krieg in Bezug auf Sicherheit und Entwicklung verflogen ist und ein Gro\u00dfteil der Welt mit einer Situation konfrontiert ist, in der alle verlieren. Gibt es eine M\u00f6glichkeit, eine Win-Win-Situation f\u00fcr alle zu erreichen, statt einer Lose-Lose-Situation f\u00fcr alle? Ich m\u00f6chte mit dieser kurzen Pr\u00e4sentation einen Vergleich zwischen Europas \u201eLose-Lose-Wegen\u201c und aus meiner Sicht Asiens \u201eWin-Win-Wegen\u201c ziehen, um hoffentlich etwas Licht in dieses \u00e4u\u00dferst wichtige Thema zu bringen, mit dem die Menschheit heute konfrontiert ist.<\/p>\n<p>Was Europa betrifft, so hat die Ukraine-Krise so viel menschliches Leid und Zerst\u00f6rung sowie tiefe \u00c4ngste in ganz Europa verursacht; von Inflation bis hin zu Migration, von Energiekrisen bis hin zu wirtschaftlichen Rezessionen und mehr. Und vor allem der Verlust des Friedens f\u00fcr Europa; selbst die Aussicht auf einen Atomkrieg ist f\u00fcr viele Menschen in Europa heute eine realistische und beunruhigende Sorge.<\/p>\n<p>Im Gegensatz dazu, was Asien betrifft \u2013 insbesondere den von mir so genannten China-ASEAN-Raum mit 2 Milliarden Menschen, was der dreifachen Bev\u00f6lkerung Europas entspricht: Dieser Raum genie\u00dft seit fast f\u00fcnf Jahrzehnten Frieden, Entwicklung und Wohlstand. Eine bemerkenswerte Win-Win-Situation in der heutigen Weltgeschichte.<\/p>\n<p>Angesichts der Lose-Lose-Szenarien, mit denen ein Gro\u00dfteil Europas heute konfrontiert ist, kann man zumindest aus chinesischer Sicht nur eine einfache, ehrliche Frage stellen: Ob China und der China-ASEAN-Raum richtig gehandelt haben und, wenn man dies auf Europa \u00fcbertr\u00e4gt, wo es m\u00f6glicherweise falsch gelaufen ist, und daraus einige Lehren f\u00fcr die Welt als Ganzes zu ziehen?<\/p>\n<p>Meiner Meinung nach ist dieser China-ASEAN-Raum, ihr Win-Win-Ergebnis, auf das zur\u00fcckzuf\u00fchren, was ich 3 + 1 nenne, oder drei Strukturen plus einen Schl\u00fcsselfaktor. N\u00e4mlich eine Entwicklungsstruktur, eine politische Sicherheitsstruktur und eine kulturelle zivilisatorische Struktur; und einen Faktor, den China-Faktor.<\/p>\n<h3>Drei Strukturen<\/h3>\n<p>Lassen Sie mich mit der\u00a0<b>Entwicklungsstruktur\u00a0<\/b>beginnen. Anders als in Europa, dessen Wirtschaftsstruktur stark politisiert ist, hat die Entwicklung an sich im China-ASEAN-Raum oberste Priorit\u00e4t, da sie als unabdingbare Voraussetzung f\u00fcr Stabilit\u00e4t, Sicherheit und Entwicklung angesehen wird. Zu dieser Entwicklungsstruktur geh\u00f6ren die gut institutionalisierte China-ASEAN-Freihandelszone und RCEP (Regional Comprehensive Economic Partnership), die weltweit gr\u00f6\u00dfte Freihandelszone im Rahmen der von China gef\u00fchrten Belt and Road Initiative (BRI) und vieles mehr. Dieser Raum ist mittlerweile zu einem Epizentrum des Weltwirtschaftswachstums geworden. China allein tr\u00e4gt seit fast einem Jahrzehnt mehr als 30% zum Weltwirtschaftswachstum bei. Europa ist das erste Land der Welt, das mit viel Get\u00f6se einen Green Deal verk\u00fcndet hat; doch wie viele Menschen erinnern sich noch daran, da\u00df China seinen Green Deal im Gegensatz dazu innerhalb eines Jahrzehnts durch seine eigene bodenst\u00e4ndige Entwicklungsmethode abgeschlossen hat. Und ASEAN ist sein wichtigster externer Nutznie\u00dfer. Bill Clinton k\u00f6nnte also Recht haben, wenn er sagt: \u201eEs geht um die Wirtschaft, Dummkopf!\u201c<\/p>\n<p>Zweitens die\u00a0<b>politische Sicherheitsstruktur<\/b>. ASEAN hat das ber\u00fchmte ASEAN-Zentralit\u00e4tsprinzip etabliert, das eine b\u00fcndnisfreie Haltung beibeh\u00e4lt, sich nicht auf eine Seite schl\u00e4gt, die regionale Integration aktiv f\u00f6rdert und eine Reihe von Dialogmechanismen f\u00fcr Gro\u00dfm\u00e4chte wie 10+1, 10+3, 10+8 und mehr schafft. Ebenso unterst\u00fctzt China, das selbst \u00e4u\u00dferst unabh\u00e4ngig ist, nachdr\u00fccklich das Prinzip der zentralen Bedeutung der ASEAN. China war das erste Land, das dem Vertrag \u00fcber Freundschaft und Zusammenarbeit in S\u00fcdostasien beitrat, um eine strategische Partnerschaft zu begr\u00fcnden, und das das Protokoll des Vertrags \u00fcber die kernwaffenfreie Zone S\u00fcdostasiens unterzeichnete.<\/p>\n<p>Drittens die\u00a0<b>kulturelle Zivilisationsstruktur<\/b>. China und ASEAN sind beide der Sch\u00f6nheit verpflichtet; die China-ASEAN-Gemeinschaft des gemeinsamen Schicksals mit Schwerpunkt auf kulturellem und zivilisatorischem Austausch \u00fcber das, was als ASEAN- oder asiatische Weisheit bezeichnet wird, einschlie\u00dflich strategischer Geduld, Verhandlungsl\u00f6sungen f\u00fcr territoriale und andere Streitigkeiten, das Gesetz der informellen Diplomatie, zwei Schritte vorw\u00e4rts, einen zur\u00fcck, unter Einhaltung der f\u00fcnf Prinzipien der friedlichen Koexistenz \u2013 gegenseitiger Respekt f\u00fcr territoriale Integrit\u00e4t und Souver\u00e4nit\u00e4t und Nichtangriff, Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten des jeweils anderen, Gleichheit und gegenseitiger Nutzen und friedliche Koexistenz. Diese Region \u2013 Asien plus ASEAN, China plus ASEAN \u2013 lehnt die sogenannte liberale Hegemonie oder die Expansion der NATO nach Asien in jeglicher Form kategorisch ab.<\/p>\n<p>Dank der drei Strukturen hat sich S\u00fcdostasien, das oft als Balkan Asiens bezeichnet wird, mit all seiner Vielfalt in Bezug auf Rasse, Ethnizit\u00e4t, Ideologie und politische Systeme und mit dem sogenannten Fluch der Geographie, zu einem Segen der Geographie entwickelt. Dieser positive Trend weitet sich nun auch auf Zentralasien aus, und auch hier wird der sogenannte Fluch der Geographie dank der BRI in einen Segen der Geographie verwandelt, da diese Binnenregion nun an das Festland angebunden ist und zu einer unverzichtbaren Br\u00fccke zwischen Asien und Europa wird.<\/p>\n<p>Infolgedessen verwandelt sich das geopolitische Dilemma, das in diesem Raum seit Jahrhunderten besteht, nun in eine Art neue Geo-Zivilisation. Anstatt sich gegenseitig auszuspielen, teilen die Menschen hier mehr von der chinesischen BRI-Philosophie, d. h. gemeinsam diskutieren, gemeinsam aufbauen und gemeinsam profitieren.<\/p>\n<p>In diesem Zusammenhang kann man die drei globalen Initiativen des chinesischen Staatschefs Xi Jinping f\u00fcr Entwicklung, Sicherheit und Zivilisation besser verstehen, die auf den erfolgreichen Erfahrungen Chinas, der ASEAN und anderer basieren und viele andere L\u00e4nder und V\u00f6lker inspirieren werden.<\/p>\n<h3>Der Schl\u00fcsselfaktor: China<\/h3>\n<p>Was den einen\u00a0<b>Schl\u00fcsselfaktor<\/b>\u00a0betrifft, den wir in Anlehnung an die NATO als \u201eentscheidenden Erm\u00f6glicher\u201c bezeichnen, so ist dies nicht im Sinne der NATO zu verstehen, die China beschuldigt, der entscheidende Erm\u00f6glicher der Ukraine-Krise zu sein, was l\u00e4cherlich und unsinnig ist. Sondern im Sinne von China als entscheidendem Erm\u00f6glicher einer Win-Win-Situation f\u00fcr den China-ASEAN-Raum und dar\u00fcber hinaus.<\/p>\n<p>Hier m\u00f6chte ich einen kurzen Vergleich zwischen China und den Vereinigten Staaten anstellen und ihre unterschiedlichen Denk- und Verhaltensweisen als Gro\u00dfm\u00e4chte aufzeigen.<\/p>\n<p>Erstens behandeln die USA andere L\u00e4nder entweder als Freund oder als Feind, w\u00e4hrend China, das schon viel l\u00e4nger ein zivilisierter Staat ist, andere als Freund oder potentiellen Freund betrachtet.<\/p>\n<p>Zweitens hat China nicht die messianische Tradition, andere zu bekehren, oder eine militaristische Tradition der Eroberung, wie die Vereinigten Staaten oder die fr\u00fcheren europ\u00e4ischen M\u00e4chte. Das Fehlen von Religionskriegen in der langen Geschichte Chinas war eine Inspirationsquelle f\u00fcr viele europ\u00e4ische Aufkl\u00e4rer wie Voltaire, Leibniz und Spinoza.<\/p>\n<p>Es erinnerte mich an meine Debatte mit Professor Fukuyama, dem Autor der These vom Ende der Geschichte. Die Debatte fand im Arabischen Fr\u00fchling 2011 auf Haiti statt. Er sagte voraus, da\u00df China seine eigene Version des Arabischen Fr\u00fchlings erleben w\u00fcrde. Ich sagte: \u201eKeine Chance; und der Arabische Fr\u00fchling wird bald zum Arabischen Winter werden.\u201c Tats\u00e4chlich wurde er bald zum Arabischen Winter, und wenn Europa das Konzept chinesischer Gelehrter wie mich beherzigt h\u00e4tte, h\u00e4tte Europa vielleicht diese tragische Fl\u00fcchtlingskrise, die Krise der menschlichen Migration, vermeiden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Drittens hat China von allen Gro\u00dfm\u00e4chten die h\u00f6chste Schwelle f\u00fcr den Einsatz von Gewalt. Dies ist eine gro\u00dfe Tradition aus der Antike Chinas, aus der Zeit von Sun vor 2500 Jahren. Als China 1964 seinen ersten Nuklearsprengsatz testete, erkl\u00e4rte China, da\u00df es niemals als erstes Land Atomwaffen einsetzen werde; ebensowenig w\u00fcrde es Atomwaffen gegen Nicht-Atomwaffenstaaten einsetzen. Wenn alle Nuklearm\u00e4chte China nacheifern, besteht keine Gefahr eines Atomkriegs auf der Welt.<\/p>\n<p>Ein zivilisierter Staat ist jedoch in erster Linie ein moderner Staat mit starken Verteidigungsf\u00e4higkeiten. China hat sehr klare rote Linien, die kein anderes Land \u00fcberschreiten darf. W\u00e4hrend des Kalten Krieges gab es keine hei\u00dfen Kriege zwischen den Vereinigten Staaten und der UdSSR. Leider gab es jedoch zwei hei\u00dfe Kriege zwischen China und den Vereinigten Staaten \u2013 den Koreakrieg in den 1950er Jahren und den Vietnamkrieg in den 1960er und 1970er Jahren. Vor nicht allzu langer Zeit hat China seine Interkontinentalrakete getestet, um diesen schie\u00dfw\u00fctigen Kriegstreibern eine deutliche Warnung zu senden.<\/p>\n<p>Ich selbst habe vor langer Zeit ein Konzept namens \u201eMutually Assured Prosperity\u201c (gegenseitig zugesicherte Prosperit\u00e4t, MAP) f\u00fcr die chinesisch-amerikanischen Beziehungen entwickelt, um das veraltete Konzept des Kalten Krieges der \u201eMutually Assured Destruction\u201c (gegenseitig zugesicherte Zerst\u00f6rung, MAD) zu ersetzen. Jetzt haben wir alle Voraussetzungen daf\u00fcr.<\/p>\n<p>Viertens hat China eine globale Vision f\u00fcr die Welt, die sich stark von der der Vereinigten Staaten unterscheidet. China steht f\u00fcr \u201evereinen und gedeihen\u201c und nicht f\u00fcr \u201eteilen und zerst\u00f6ren\u201c. China steht f\u00fcr eine menschliche Gemeinschaft und lehnt die amerikanische Philosophie \u201eEntweder am Tisch oder auf der Speisekarte\u201c kategorisch ab.<\/p>\n<p>Das Schiller-Institut hat viele gro\u00dfartige Projekte wie den Oasen-Plan f\u00fcr den Nahen Osten ins Leben gerufen, um unter anderem viele Krisen wie die der illegalen Fl\u00fcchtlinge zu \u00fcberwinden. Technologisch gesehen beherrscht China heute eine ganze Reihe gr\u00fcner Technologien, um W\u00fcsten f\u00fcr die Erzeugung erneuerbarer Energien zum Nutzen der Menschheit zu nutzen.<\/p>\n<p>Aber es ist notwendig, da\u00df die betroffenen Regionen gen\u00fcgend politischen Willen entwickeln, um einen sinnvollen Frieden und eine sinnvolle Entwicklung zu erreichen. Oder noch besser, um Mechanismen zu entwickeln, die den drei Entwicklungsstrukturen \u00e4hneln, die ich gerade f\u00fcr China-ASEAN f\u00fcr Entwicklung, politische Sicherheit und kulturelle zivilisatorische Dialoge beschrieben habe. Und f\u00fcr diesen einen entscheidenden Faktor, n\u00e4mlich die Vision und Unterst\u00fctzung durch eine oder zwei Gro\u00dfm\u00e4chte, ist es von entscheidender Bedeutung, da\u00df diese Art von Projekten erfolgreich ist.<\/p>\n<p>Ich wei\u00df, da\u00df dies alles andere als einfach ist, aber ich bin zuversichtlich, da\u00df diese gro\u00dfartige Vision, die f\u00fcr die Menschheit besser ist, eines Tages Wirklichkeit wird. Mit diesem optimistischen Gedanken beende ich meine heutige Rede. Nochmals vielen Dank f\u00fcr Ihre Geduld. Vielen Dank.<\/p>\n<p><\/div><\/div><\/p>\n\n\n<p><strong>Botschafter Chas W. Freeman, Jr. <\/strong>(USA), ehemaliger stellvertretender US-Verteidigungsminister f\u00fcr internationale Sicherheitsangelegenheiten, 1993\u20131994: <em>\u201eEs gibt keine von der Diplomatie unterst\u00fctzte Vision f\u00fcr den Frieden\u201c<\/em><\/p>\n\n\n<p><div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Rede im Wortlaut lesen<\/span><\/a><div class=\"toggle-content\"><\/p>\n<p class=\"vor\">Chas W. Freeman war stellvertretender US-Verteidigungsminister f\u00fcr internationale Sicherheitsangelegenheiten (1993\u20131994).<\/p>\n<p>Ich stehe als Amerikaner vor Ihnen. Mir ist sehr bewu\u00dft, da\u00df das j\u00fcngste Verhalten meines Landes es seine moralische Autorit\u00e4t gekostet und einen Gro\u00dfteil der Welt gegen es aufgebracht hat. Einige amerikanische Reisende geben sich bereits als Kanadier aus, um der Schmach zu entgehen. Zu Hause in Amerika sucht die Mehrheit Trost und Sicherheit in der Verleugnung oder im vorsichtigen Schweigen. Wir leben in einer Welt, in der es wichtiger zu sein scheint, wer etwas sagt, als was gesagt wird. Aber jede Aussage, die nicht mit der offiziellen Darstellung \u00fcbereinstimmt, wird sofort als \u201eDesinformation\u201c gebrandmarkt \u2013 ihr wird keine Beachtung geschenkt und sie wird aus den \u00f6ffentlichen Aufzeichnungen gel\u00f6scht.<\/p>\n<p>Unter diesen Umst\u00e4nden gibt es eindeutig Anla\u00df zu Selbstt\u00e4uschung und politischer Feigheit \u2013 was man als \u201eVogel-Strau\u00df-Politik\u201c bezeichnen k\u00f6nnte. Aber die Realit\u00e4t ist unver\u00e4nderlich da drau\u00dfen, ob wir sie anerkennen oder nicht. Nichts zu sagen und nichts zu tun, kann und wird die Risiken der gegenw\u00e4rtigen globalen Krisen nicht mindern. Aber die Initiative zu ergreifen, ist unerl\u00e4\u00dflich, wenn wir und unsere Gattung in Frieden \u00fcberleben und gedeihen wollen.<\/p>\n<p>Die menschliche Gattung hat sich noch nie einer so gro\u00dfen Gefahr ausgesetzt wie jetzt. Wenn der Klimawandel unseren Planeten nicht unbewohnbar macht, k\u00f6nnten mehrere drohende Atomkriege genau das erreichen.<\/p>\n<p>In der bipolaren Weltordnung des Kalten Krieges erinnerte die Kubakrise alle an die Risiken, die ein nuklearer Schlagabtausch f\u00fcr die menschliche Existenz mit sich bringen w\u00fcrde. Danach beschlossen die Staats- und Regierungschefs in Moskau und Washington, einen Krieg zu vermeiden, der auf nuklearer Ebene eskalieren k\u00f6nnte. In den letzten Phasen des Kalten Krieges schlossen kooperative Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und China jeden Gedanken an einen nuklearen Schlagabtausch zwischen den beiden aus. Indien und Pakistan \u2013 ein weiteres nukleares Zweigespann \u2013 zeigten, da\u00df Atomm\u00e4chte gegeneinander k\u00e4mpfen k\u00f6nnen, ohne unbedingt auf nuklearer Ebene zu eskalieren. Aber die Welt hat sich ver\u00e4ndert und die \u201enukleare Allergie\u201c, die zur Vorsicht veranla\u00dfte, ist nicht mehr das, was sie einmal war.<\/p>\n<p>Die humane Weltordnung, die die Sieger des Zweiten Weltkriegs anstrebten, ist nicht mehr aktuell. Schwerwiegende Verst\u00f6\u00dfe gegen das V\u00f6lkerrecht \u2013 Invasionen, V\u00f6lkermorde, Gebietserweiterungen, grobe Menschenrechtsverletzungen \u2013 finden nun ungestraft statt. In der einseitig festgelegten \u201eregelbasierten Ordnung\u201c, die das V\u00f6lkerrecht und den Respekt abl\u00f6sen, tun die Starken wieder, was sie k\u00f6nnen, w\u00e4hrend die Schwachen leiden. Die Aussage, da\u00df ein Atomkrieg nicht zu gewinnen ist und niemals gef\u00fchrt werden darf, wurde beiseite geschoben, da alle neun Atomm\u00e4chte neue Sprengk\u00f6pfe und Tr\u00e4gersysteme einf\u00fchren und ihre gegenseitigen Drohungen eskalieren.<\/p>\n<p>Die Gefahr eines Atomkriegs zwischen der Russischen F\u00f6deration und dem gesamten Westen ist aufgrund von Unachtsamkeit zu einer drohenden M\u00f6glichkeit geworden. China und die Vereinigten Staaten bereiten sich jeweils auf einen Krieg um Taiwan vor, von dem beide L\u00e4nder wissen, da\u00df er nuklear werden k\u00f6nnte. Nordkorea verspricht, auf einen versuchten Regimewechsel mit einem Atomangriff auf die Vereinigten Staaten zu reagieren. Israel strebt einen Krieg an, um den Iran als Gegenma\u00dfnahme zu seiner v\u00f6lkerm\u00f6rderischen Politik und territorialen Expansion zu eliminieren, und schlie\u00dft den Einsatz seines nuklearen Arsenals nicht aus, um dies zu erreichen.<\/p>\n<p>Das Fehlen wirksamer Kommunikationsmittel zwischen den Atomm\u00e4chten erh\u00f6ht das Risiko. Wichtige R\u00fcstungskontrollabkommen sind ausgelaufen oder wurden aufgegeben. Niemand versucht, sie zu ersetzen. Es gibt derzeit keine funktionierenden Mechanismen zur Eskalationskontrolle zwischen atomar bewaffneten Kriegsparteien. Ein diplomatischer Dialog zwischen den gro\u00dfen Atomm\u00e4chten findet nur selten oder gar nicht statt.<\/p>\n<p>In seinen vier Jahren als Au\u00dfenminister hat Antony Blinken Moskau kein einziges Mal besucht. Der russische Au\u00dfenminister Lawrow wurde zuletzt vor f\u00fcnf Jahren in Washington empfangen. Anstatt einander zuzuh\u00f6ren, tauschen Washington und Peking unn\u00fctze k\u00e4mpferische Standpunkte aus. Israel und der Iran haben Washington, Moskau und Peking bei der gegenseitigen D\u00e4monisierung und \u00c4chtung \u00fcbertroffen. Da es keine von der Diplomatie unterst\u00fctzte Vision f\u00fcr den Frieden gibt, schreitet die weitere Eskalation in der Ukraine, in Westasien, in der Taiwanstra\u00dfe und in Korea unvermindert voran.<\/p>\n<p>Die Ukraine hat sich tapfer gegen eine Invasion durch Ru\u00dfland gewehrt, aber jetzt den Krieg eindeutig verloren. Sie ist milit\u00e4risch ersch\u00f6pft. Der Krieg hat ihre Infrastruktur verw\u00fcstet und ihre Wirtschaft ruiniert. Ru\u00dfland nimmt immer mehr von ihrem Territorium ein. Die Ukraine ist entv\u00f6lkert. Der Westen besteht weiterhin darauf, da\u00df sie Ru\u00dfland bis zum letzten Ukrainer bek\u00e4mpft. Aber die verbliebenen Ukrainer brauchen Frieden, keinen Krieg.<\/p>\n<p>Um den Krieg ohne weitere Verluste zu beenden, mu\u00df die Ukraine zu den \u201eunannehmbaren\u201c russischen Bedingungen zur\u00fcckkehren, denen sie vor zweieinhalb Jahren in Istanbul zugestimmt hat. Weder der Westen noch die Ukraine haben realistische Alternativen vorgeschlagen. Statt dessen haben beide Ru\u00dfland Ziele unterstellt, die es nie vertreten hat und die es auch nicht erreichen kann \u2013 n\u00e4mlich die Eroberung der gesamten Ukraine als ersten Schritt zur Eroberung ganz Europas. Dies ist Propaganda, die die europ\u00e4ische Unterst\u00fctzung f\u00fcr die \u201eSchw\u00e4chung und Isolierung Ru\u00dflands\u201c st\u00e4rken soll \u2013 eine Panikmache, die auf unbegr\u00fcndeten Vermutungen beruht, die durch die Paranoia des Kalten Krieges angeheizt wurden.<\/p>\n<p>Die Bedingungen Moskaus f\u00fcr Frieden in der Ukraine und in Europa sind kein Geheimnis. Sie wurden in der Forderung nach Verhandlungen vom Dezember 2021 klar dargelegt. Die russische Position war keine \u00dcberraschung. Moskau hatte sie erstmals 1994 ge\u00e4u\u00dfert. Aber die Weigerung des Westens, angesichts eines klaren Ultimatums zu verhandeln, \u00fcberraschte Moskau. Dies l\u00f6ste zwei Monate sp\u00e4ter die sogenannte \u201ebesondere Milit\u00e4roperation\u201c in der Ukraine aus.<\/p>\n<p>Die erkl\u00e4rten Ziele Ru\u00dflands in der Ukraine sind:<\/p>\n<ul>\n<li>\u201eEntnazifizierung\u201c und \u201eEntmilitarisierung\u201c \u2013 ein Ende der Verfolgung von Russen und anderen Minderheiten in der Ukraine und ein Ende der Sicherheitsbedrohungen f\u00fcr Ru\u00dfland, die von der Ukraine ausgehen.<\/li>\n<li>Die Wiederherstellung des neutralen, blockfreien Status, in dem die Ukraine entstanden ist.<\/li>\n<li>Verhandlungen mit den USA und anderen L\u00e4ndern \u00fcber die Schaffung einer europ\u00e4ischen Sicherheitsarchitektur, die die Interessen sowohl Ru\u00dflands als auch des Westens ber\u00fccksichtigt.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die ersten beiden Ziele entsprechen den Bestimmungen des \u00f6sterreichischen Staatsvertrags von 1955. Dieser beendete die Besetzung dieses Teils des ehemaligen Dritten Reiches durch britische, franz\u00f6sische, sowjetische und US-amerikanische Streitkr\u00e4fte. Er schuf einen unabh\u00e4ngigen, neutralen \u00f6sterreichischen Staat, in dem die sprachlichen und kulturellen Rechte von Minderheiten international garantiert wurden. Es wurde eine solide Grundlage f\u00fcr die heutige prosperierende \u00f6sterreichische Demokratie geschaffen. Es wurde ein Pr\u00e4zedenzfall geschaffen, auf dem eine neutrale, unabh\u00e4ngige und demokratische Ukraine aufgebaut werden k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Eine solche Ukraine w\u00e4re sowohl ein Puffer als auch eine Br\u00fccke zwischen Ru\u00dfland und dem Rest Europas. Der EU-Beitrittsproze\u00df k\u00f6nnte viele der aktuellen Mi\u00dfst\u00e4nde der Ukraine heilen \u2013 darunter auch die notorische Korruption. Bemerkenswert ist, da\u00df Ru\u00dfland nie Einw\u00e4nde gegen die Idee eines Beitritts der Ukraine zur Europ\u00e4ischen Union erhoben hat.<\/p>\n<p>Die Partnerschaft f\u00fcr den Frieden, der Ru\u00dfland im Juni 1994 beitrat, hat das Potential, ein kooperatives Sicherheitssystem f\u00fcr Europa zu werden, das von der NATO unterst\u00fctzt wird. Die europ\u00e4ische Geschichte vor dem Kalten Krieg zeigt, da\u00df Europa ohne die Beteiligung Ru\u00dflands an der Verwaltung von Frieden und Sicherheit nicht stabil sein kann.<\/p>\n<p>Angesichts der Ablehnung der Minsker Abkommen durch Kiew und des Blutes, das Ru\u00dfland vergossen hat, um die russischsprachige Bev\u00f6lkerung in den offiziell annektierten Gebieten zu sch\u00fctzen, erwartet Moskau, diese Gebiete zu behalten. Es besteht kaum Zweifel daran, da\u00df dies dem Willen der Einwohner entspricht. Ru\u00dfland mu\u00df jedoch die Bedenken des Westens hinsichtlich seiner strategischen Absichten zerstreuen. Dies ist eine Voraussetzung f\u00fcr die Erreichung eines stabilen Friedens in Europa. Ru\u00dfland sollte, so widerwillig es auch sein mag, in Erw\u00e4gung ziehen, international \u00fcberwachte Referenden in den von ihm besetzten Teilen der Ukraine zuzulassen.<\/p>\n<p>In der Ukraine wie auch im Koreakonflikt werden die Verhandlungen wahrscheinlich erst nach einem Ende der K\u00e4mpfe stattfinden. Ein Waffenstillstand nach koreanischem Vorbild w\u00fcrde die Spannungen und Feindseligkeiten aufrechterhalten, anstatt einen ukrainischen Frieden zu schaffen, auf dem ein umfassenderer europ\u00e4ischer Frieden aufbauen kann. Ukrainer und Russen m\u00fcssen Grenzen festlegen, die ihnen in Zukunft ein friedliches Zusammenleben erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>Wie im Westf\u00e4lischen Frieden werden die Verhandlungen komplex sein, Zeit in Anspruch nehmen und Gespr\u00e4che in verschiedenen Foren mit unterschiedlichen Teilnehmern beinhalten. Doch so schwierig sie auch sein m\u00f6gen, Verhandlungsl\u00f6sungen f\u00fcr die Ukraine und ein neues europ\u00e4isches Sicherheitssystem sind \u00fcberf\u00e4llig und dringend erforderlich.<\/p>\n<p>Ich h\u00e4tte noch mehr zu sagen, aber meine Zeit ist um.<\/p>\n<p>Vielen Dank.<\/p>\n<p><\/div><\/div><\/p>\n\n\n<p><strong>Scott Ritter<\/strong> (U.S.), ehemaliger UN-Waffeninspektor im Irak:<em> \u201eDie Atomwaffen liegen jetzt auf dem Tisch\u201c<\/em><\/p>\n\n\n<p><div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Rede im Wortlaut lesen<\/span><\/a><div class=\"toggle-content\"><\/p>\n<p class=\"vor\">Scott Ritter war Offizier der US-Marines und Waffeninspekteur der Vereinten Nationen.<\/p>\n<p>Hallo, mein Name ist Scott Ritter. Helga Zepp-LaRouche hat mich um ein Video-Statement gebeten, weil ich nicht direkt an dieser sehr wichtigen Konferenz \u00fcber internationale Sicherheit teilnehmen kann.<\/p>\n<p>Mein Thema heute ist ein m\u00f6glicher Atomkonflikt zwischen Ru\u00dfland und den Vereinigten Staaten. Ich sage schon seit einiger Zeit, da\u00df ich das nicht nur f\u00fcr m\u00f6glich halte, sondern angesichts der Verschlechterung der Beziehungen zwischen den USA und Ru\u00dfland, insbesondere im Zusammenhang mit der Ukraine, zunehmend f\u00fcr wahrscheinlich halte.<\/p>\n<p>Ich glaube auch, die Lage rechtfertigt es, von einer existentiellen Bedrohung f\u00fcr das \u00dcberleben nicht nur der Vereinigten Staaten und Ru\u00dflands, sondern der ganzen Welt zu sprechen, im Gegensatz zu \u00f6ffentlichen Spekulationen oder \u00c4u\u00dferungen amerikanischer Offizieller \u2013 insbesondere Konteradmiral Thomas Buchanan, Planungsdirektor des Strategischen Kommandos, das f\u00fcr die Atomwaffenarsenale der USA und die Vorbereitung ihres Einsatzes im Kriegsfall verantwortlich ist \u2013, da\u00df es einen begrenzten Atomkrieg geben k\u00f6nnte, da\u00df man die Zerst\u00f6rung und die geopolitischen und anderen Folgen eines Atomkriegs irgendwie begrenzen kann. Ich bin \u00fcberzeugt, da\u00df ein Atomkrieg das Ende der Menschheit, wie wir sie heute kennen, zur Folge h\u00e4tte und im Endeffekt die Existenz moderner Nationalstaaten wie der Vereinigten Staaten und Ru\u00dflands unm\u00f6glich machen w\u00fcrde. Daher kann man mit Fug und Recht behaupten, da\u00df die Lage, in der wir heute sind, vielleicht die gef\u00e4hrlichste ist, die die Welt im Atomzeitalter erlebt hat.<\/p>\n<p>Nun m\u00f6gen einige sagen: \u201eMoment mal! Wir sind doch nicht in der Kubakrise.\u201c Dazu m\u00f6chte ich auf ein paar Dinge hinweisen. Erstens war die Kubakrise eine sehr gef\u00e4hrliche Situation, die Geschichte beurteilt sie mit Recht so. Aber die Gr\u00f6\u00dfe der Atomwaffenarsenale der USA und der damaligen Sowjetunion verbla\u00dft im Vergleich zu den Arsenalen heute. Die Zerst\u00f6rungskraft ist heute viel gr\u00f6\u00dfer; mehr als je zuvor l\u00e4\u00dft sich diese Zerst\u00f6rungskraft mit gro\u00dfer Pr\u00e4zision auf Ziele in der ganzen Welt richten.<\/p>\n<h3>Kommunikationskan\u00e4le fehlen<\/h3>\n<p>Au\u00dferdem gab es damals direkte Kommunikation zwischen den USA und der Sowjetunion. Pr\u00e4sident John F. Kennedy konnte direkt und indirekt mit Nikita Chruschtschow kommunizieren, dem Ersten Generalsekret\u00e4r der Kommunistischen Partei der Sowjetunion. Au\u00dferdem trafen sich sowjetische Botschafter mit der amerikanischen F\u00fchrung und US-Botschafter mit der sowjetischen F\u00fchrung. Es gab einen wichtigen, funktionsf\u00e4higen Hintergrundkanal, der viel zur Erleichterung der Kommunikation betrug. Durch diese Kommunikation fand man eine Kompromi\u00dfl\u00f6sung, die die Atomkriegsgefahr beendete.<\/p>\n<p>Heute gibt es keine sinnvolle Kommunikation zwischen der Regierung Biden und der Regierung von Pr\u00e4sident Wladimir Putin in Ru\u00dfland. Nicht etwa, weil Ru\u00dfland keine Kommunikation w\u00fcnscht. US-Au\u00dfenminister Antony Blinken hat das Au\u00dfenministerium angewiesen, keine Kommunikation mit seinen russischen Kollegen zu f\u00fchren. Das Verteidigungsministerium erteilte \u00e4hnliche Anweisungen f\u00fcr seine Verteidigungsattach\u00e9s und Milit\u00e4rexperten.<\/p>\n<p>Es gibt eine Handvoll Ausnahmen: Kan\u00e4le zur Konfliktvermeidung in Syrien und gelegentliche direkte Gespr\u00e4che zwischen hochrangigen amerikanischen Milit\u00e4rs mit ihren russischen Kollegen. Aber nichts davon reicht auch nur im Entferntesten an das Niveau der Koordination w\u00e4hrend der Kubakrise heran.<\/p>\n<p>Ohne eine solche Verbindung, ohne Kommunikation, ohne M\u00f6glichkeit einer Kompromi\u00dfl\u00f6sung \u2013 was bedeutet das f\u00fcr die Wahrscheinlichkeit von Mi\u00dfverst\u00e4ndnissen, Fehlern und Fehleinsch\u00e4tzungen? F\u00fcr das eine ist sie geringer \u2013 eine L\u00f6sung \u2013 und f\u00fcr das andere exponentiell gr\u00f6\u00dfer \u2013 n\u00e4mlich f\u00fcr einen Fehler, eine Fehlkalkulation. Bei einem Irrtum im Zusammenhang mit einem Atomkrieg geht es um das Ende der Welt.<\/p>\n<p>Wir haben heute eine Situation, in der das erkl\u00e4rte strategische Ziel, Ru\u00dfland eine strategische Niederlage zuzuf\u00fcgen, das offizielle politische Ziel der Vereinigten Staaten gegen\u00fcber Ru\u00dfland bleibt, insbesondere was die Ukraine betrifft. \u201eStrategische Niederlage\u201c \u2013 Worte haben eine Bedeutung: Das bedeutet den Zusammenbruch der russischen Regierung, den Zusammenbruch der russischen Wirtschaft, den Zusammenbruch der russischen Gesellschaft. Es bedeutet die Zerst\u00fcckelung Ru\u00dflands. Es bedeutet, da\u00df Ru\u00dfland nicht mehr als einheitlicher Staat existiert, wie er sich derzeit in Form der Russischen F\u00f6deration manifestiert.<\/p>\n<p>W\u00fcrden die Russen den Spie\u00df umdrehen und sagen, sie streben die strategische Niederlage der Vereinigten Staaten an, und wir w\u00fcrden feststellen, da\u00df diese Begriffe in Bezug auf die Vereinigten Staaten verwendet werden, dann w\u00fcrden die amerikanische \u00d6ffentlichkeit und Politik nicht nur dagegen protestieren, sondern wir w\u00fcrden es als eine existentielle Bedrohung betrachten und entsprechend reagieren, zu Recht. Genauso sagt Ru\u00dfland, da\u00df das nicht akzeptabel ist.<\/p>\n<p>Hinzu kommt, da\u00df die USA in direkte Kampfhandlungen gegen Ru\u00dfland verwickelt sind. Wir tun das indirekt, mit der Ukraine als Stellvertreter, aber das ATACMS-Artillerieraketensystem ist eine Waffe, die von der Ukraine nicht eingesetzt werden kann ohne a) die Erlaubnis der USA und b) eine umfassende Interaktion zwischen US-Milit\u00e4rexperten und dem Waffensystem, bevor es von der Ukraine eingesetzt wird, um Ziele auf russischem Boden zu beschie\u00dfen \u2013 insbesondere Ziele, die durch die Grenzen zwischen Ru\u00dfland und der Ukraine vor 2014 definiert sind.<\/p>\n<p>Ru\u00dfland sieht darin einen direkten Angriff, buchst\u00e4blich eine Kriegserkl\u00e4rung. Nun hat Au\u00dfenminister Sergej Lawrow diese Rhetorik im Interview mit Tucker Carlson abgemildert. Er sagte, da\u00df die Russen es nicht als direkten Krieg zwischen Ru\u00dfland und den USA betrachten, sondern eher als Stellvertreterkonflikt. Zuvor jedoch hatten der russische Pr\u00e4sident und andere davon gesprochen, da\u00df die USA eine direkte Partei im Konflikt zwischen Ru\u00dfland und der Ukraine geworden sind.<\/p>\n<p>Nimmt man das zusammen mit der Politik der \u201estrategischen Niederlage\u201c Ru\u00dflands und den \u00c4u\u00dferungen von Konteradmiral Thomas Buchanan, dem Planungsdirektor des Strategischen Kommandos, der vor kurzem in einer Rede vor dem Internationalen Institut f\u00fcr Strategische Studien in Washington zum Ausdruck brachte, die Regierung Biden bereite einen Atomkonflikt mit Ru\u00dfland vor, in dem die USA die Oberhand behalten, den Krieg gewinnen w\u00fcrden \u2013 dann kann man verstehen, da\u00df die Russen so reagieren m\u00fcssen, da\u00df ihre strategische Abschreckung ins Spiel kommt. Das bedeutet, da\u00df ihre Atomwaffen jetzt auf dem Tisch liegen.<\/p>\n<p>In der Tat hat Ru\u00dfland vor kurzem seine Nukleardoktrin ge\u00e4ndert, um die Schwelle f\u00fcr den Atomwaffeneinsatz zu senken. Eine der Bedingungen f\u00fcr gr\u00fcnes Licht f\u00fcr den Einsatz russischer Atomwaffen ist ein Szenario, wo eine Atommacht einer nicht-nuklearen Macht die M\u00f6glichkeit verschafft, Ru\u00dfland konventionell so zu treffen, da\u00df es sein \u00dcberleben bedroht. Viele sind \u00fcberzeugt, da\u00df die derzeitige US-Politik, die es der Ukraine erlaubt, ATACMS-Raketen gegen Ru\u00dfland einzusetzen, in diese Kategorie f\u00e4llt. Der Kreml ist jedenfalls dieser Meinung, Kreml-Sprecher Dmitri Peskow hat sich in dem Sinn ge\u00e4u\u00dfert.<\/p>\n<p>Wir sind also in einer sehr gef\u00e4hrlichen Lage, in der das Verhalten der USA in der Ukraine gegen\u00fcber Ru\u00dfland die Wahrscheinlichkeit eines nuklearen Konflikts erh\u00f6ht hat.<\/p>\n<p>Die gute Nachricht ist, da\u00df wir wissen, was das Problem ist und wie es zu l\u00f6sen ist. Das Problem ist nat\u00fcrlich der Einsatz von ATACMS-Raketen durch die Ukraine gegen Ru\u00dfland. Wenn wir das vom Tisch nehmen, beseitigen wir die eskalierenden Aspekte des Engagements in der Ukraine, die Ru\u00dflands Atomwaffen hineinziehen k\u00f6nnten. Wir h\u00e4tten den Konflikt deeskaliert. Statt dessen haben wir durch den weiteren Einsatz von ATACMS Bedingungen geschaffen, wo eskalierende Faktoren im Spiel sind.<\/p>\n<p>So hat Ru\u00dfland die Entscheidung getroffen, die Mittelstreckenrakete Oreschnik einzusetzen, das erste Mal in der Weltgeschichte, da\u00df ein solches strategisches Waffensystem im Kampf eingesetzt wurde. Gl\u00fccklicherweise war es keine nukleare Nutzlast, aber unter dem Strich wurde eine weitere Schwelle \u00fcberschritten, nachdem Ru\u00dfland angedeutet hatte, da\u00df sie \u00fcberschritten w\u00fcrde, wenn es auf weitere Angriffe der Ukraine mit von den USA bereitgestellten und bedienten ATACMS reagieren m\u00fc\u00dfte.<\/p>\n<h3>\u201eHilf mir, dir zu helfen.\u201c<\/h3>\n<p>W\u00e4hrend wir hier sprechen, laufen im US-Kongre\u00df, im Repr\u00e4sentantenhaus, mehrere Initiativen, um Druck auf die Regierung Biden auszu\u00fcben, diese Entscheidung r\u00fcckg\u00e4ngig zu machen. Ich begr\u00fc\u00dfe diese Schritte, aber da wir schon im Dezember sind, nur noch zwei Wochen der Legislaturperiode verbleiben und Anfang Januar ein neuer Kongre\u00df zusammentritt, ist es unwahrscheinlich, da\u00df mehr erreicht wird als eine Sensibilisierung f\u00fcr diese Lage.<\/p>\n<p>Aber das ist an und f\u00fcr sich schon sehr wertvoll. Denn nicht die R\u00fccknahme der ATACMS-Entscheidung durch die Regierung Biden wird die Situation retten, das werden Ma\u00dfnahmen der neuen Trump-Regierung tun. Wenn die Atomkriegsgefahr und die vorhandene realistische L\u00f6sung f\u00fcr das Problem \u2013 n\u00e4mlich die R\u00fccknahme der Erlaubnis, da\u00df die Ukraine ATACMS gegen russisches Territorium einsetzt \u2013 ins Rampenlicht r\u00fccken, dann kann man hoffen, da\u00df die Trump-Administration entsprechende Erkl\u00e4rungen abgibt, da\u00df diese Politik nicht fortgesetzt wird. Dann haben wir eine Situation, in der wir hoffen k\u00f6nnen, da\u00df die Vertreter der Russischen F\u00f6deration zuh\u00f6ren und verstehen, da\u00df etwas in dem Rahmen oder besser in der Absicht geschieht, die der ber\u00fchmten Szene in \u201eJerry Maguire\u201c entspricht, wo Tom Cruise und Cuban Gooding \u00fcber Zusammenarbeit sprechen und Cruise sagt: \u201eHilf mir, dir zu helfen.\u201c<\/p>\n<p>Das ist im Grunde der Punkt, an dem wir heute sind. Indem wir uns daf\u00fcr einsetzen, die ATACMS-Entscheidung r\u00fcckg\u00e4ngig zu machen, sagen wir den Russen, da\u00df sie \u201euns helfen sollen, ihnen zu helfen\u201c, indem sie von der Schwelle zu Atomwaffen abr\u00fccken und so dem Frieden eine Chance geben, indem sie der neuen Trump-Regierung ein Handeln erm\u00f6glichen, das diese hochgef\u00e4hrliche Politik der Biden-Regierung, das gr\u00fcne Licht f\u00fcr den Einsatz von ATACMS gegen die Russen, r\u00fcckg\u00e4ngig macht. Vielen Dank, da\u00df Sie mir Gelegenheit zur Teilnahme geben, und viel Erfolg bei Ihrer Konferenz.<\/p>\n<p><\/div><\/div><\/p>\n\n\n<p><strong>Oberst (a.D.) Larry Wilkerson,<\/strong> (USA) ehemaliger Stabschef des US-Au\u00dfenministers:<em> \u201eUnser Bluff ist aufgeflogen\u201c<\/em><\/p>\n\n\n<p><div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Rede im Wortlaut lesen<\/span><\/a><div class=\"toggle-content\"><\/p>\n<p class=\"vor\"><strong>Larry Wilkerson war Stabschef von US-Au\u00dfenminister Colin Powell.<\/strong><\/p>\n<p>Es ist sch\u00f6n, bei Ihnen zu sein, und besonders sch\u00f6n, drei Menschen geh\u00f6rt zu haben, von denen ich zwei als gute Freunde betrachte und eine dritte, Professor Zhang Weiwei, mich sehr an meine Gespr\u00e4che vor 22 Jahren mit dem Herren erinnert hat, der jetzt der bevollm\u00e4chtigte Au\u00dfenminister Chinas ist, Wang Yi.<\/p>\n<p>Chas [Freeman] hielt uns eine eloquente Abhandlung in wunderbar diplomatischen Worten \u2013 manchmal etwas harsch, aber auch das m\u00fcssen Diplomaten tun \u2013 \u00fcber die Perfidie des Imperiums; \u00fcber die Verbrechen der Lakaien des, wie ich k\u00fcrzlich in einem anderen Podcast sagte, \u201eschlechtesten Au\u00dfenministers seit Thomas Jefferson\u201c. Und da die Person, der ich das sagte, ein wenig \u00fcber unsere Geschichte wu\u00dfte, sagte sie: \u201eAlso alle!\u201c Absolut, es sind alle. Tony Blinken ist ein verabscheuungsw\u00fcrdiger, verwerflicher Vertreter eines bereits untergehenden, verabscheuungsw\u00fcrdigen und in vielen seiner Handlungen verwerflichen Imperiums. Und der Rest der Biden-Regierung steht ihm in nichts nach.<\/p>\n<p>Ich habe mir auch angeh\u00f6rt, was der chinesische Redner, Professor Zhang Weiwei, gesagt hat, und ich stimme ihm gr\u00f6\u00dftenteils zu. Ich stimme ihm zu in einem sehr \u201egeopolitischen\u201c Sinn \u2013 wenn man ein noch allumfassenderes Wort daf\u00fcr erfinden k\u00f6nnte, w\u00fcrde ich es verwenden. \u201eHistorischer Sinn\u201c ist nicht allumfassend. Aber was wir gerade erleben, ist eine weitere kolossale Verschiebung des Fokus, des Zentrums der Wirtschaftsmacht und der Finanzgesch\u00e4fte \u2013 nennen Sie es das Zentrum des menschlichen Lebens auf dieser Erde \u2013 zur\u00fcck dorthin, wo es vor 2-3000 Jahren oder auch vor 1500 Jahren war: Zentralasien mit einem Lebensborn in China, der diese Lebendigkeit, diesen Handel, diese Gesch\u00e4fte usw. speist.<\/p>\n<p>Und auf der anderen Seite [im Westen] sehen wir \u2013 ohne da\u00df sie es wissen, weil sie historisch zu ungebildet sind, um es zu verstehen \u2013 ihre intuitive Wahrnehmung dieser kolossalen Machtverschiebung in all ihren Dimensionen, quasi zur\u00fcck in den Osten und weg vom Westen: Sie k\u00e4mpfen mit H\u00e4nden und F\u00fc\u00dfen dagegen an!<\/p>\n<p>Ich bin zutiefst besorgt \u00fcber einen solchen katastrophalen, globalen Kampf, denn nichts weniger ist es. Wir [die USA] sind, wie ich bereits an vielen anderen Orten und bei vielen anderen Gelegenheiten gesagt habe, das einzige Imperium in der Geschichte der Menschheit \u2013 ganz gleich, ob man 50.000 Jahre, 5000 Jahre oder 3000 Jahre nimmt, das ist unerheblich \u2013, das die technischen Mittel erfunden hat, um uns buchst\u00e4blich \u00fcber Nacht zu vernichten. Und das Land, das uns heute am ehesten an diese Schwelle der Zerst\u00f6rung bringen kann, ist Amerika.<\/p>\n<p>Es k\u00e4mpft gegen diesen, wenn man so sagen will, unvermeidlichen Trend des menschlichen Lebens an. Lebhaftigkeit, Handel, all diese Adjektive und Substantive, die Macht beschreiben, verlagern sich zur\u00fcck in den Osten. Das ist unvermeidlich, es ist unaufhaltsam, es passiert und wird weitergehen. Die G\u00fcrtel- und Stra\u00dfen-Initiative ist eine Ader, die quasi in diesem pochenden Herzen liegt. Wir sprechen in dieser Hinsicht \u2013 ich liebe diesen Begriff \u2013 von der China-ASEAN-Gemeinschaft, wahrscheinlich 35% der Welt. Und wir sprechen von einem unglaublichen, kombinierten BIP, insgesamt wahrscheinlich \u00fcber 100 Billionen Dollar.<\/p>\n<p>Das ist eine gewaltige Kraft, gegen die wir ank\u00e4mpfen. Und wir sollten nicht dagegen ank\u00e4mpfen!<\/p>\n<p>Aber warum k\u00e4mpfen wir [die USA] dagegen? Wie gesagt, es gef\u00e4llt uns \u00fcberhaupt nicht, und wir haben keine Leute, die genug \u00fcber die Menschheitsgeschichte wissen, nicht einmal \u00fcber die j\u00fcngste Geschichte ihres eigenen Landes und das daf\u00fcr entwickelte Verfassungsgef\u00fcge, um etwas anderes zu tun, als dagegen anzuk\u00e4mpfen, und das auf jede erdenkliche Weise. Wir bringen gerade einen Pr\u00e4sidenten wieder ins Amt, der der Inbegriff eines Menschen ist, der keine Ahnung hat, und der offenbar ein ganzes Kabinett voller Menschen zusammenstellt, die diese kolossale Machtverschiebung auf der Welt genauso ablehnen, wie es die derzeitige Regierung tut, wenn nicht noch mehr.<\/p>\n<p>Was bedeutet das, nach meiner Erfahrung, der ich 31 Jahre in der US-Armee war? Es bedeutet, da\u00df wir uns mit allen verf\u00fcgbaren Mitteln dagegen str\u00e4uben werden.<\/p>\n<p>Lassen Sie mich dazu nur ein oder zwei Szenarien skizzieren. Es k\u00f6nnte in der Ukraine beginnen oder, wie viele bereits mehrfach erw\u00e4hnt haben, im S\u00fcdchinesischen Meer. Was w\u00fcrden wir an diesen beiden Orten tun, wenn unser Bluff auffliegt? Denn es ist wirklich ein Bluff, und die NATO macht bei diesem Bluff mit, weil sie derzeit in jeder Hinsicht unser Pudel ist, mit Ausnahme von Ungarn, der Slowakei und einigen anderen, die wenigstens ein bi\u00dfchen nachdenken, wie Deutschland und Frankreich. Schauen Sie sich deren politische Situation im Moment an: Ich habe das vor sechs Monaten vorhergesagt. Ich sagte, sie w\u00fcrden zerbr\u00f6seln, und sie zerbr\u00f6seln, und die sind, neben der T\u00fcrkei, die zentralen M\u00e4chte in der NATO. An alledem ist unser Wunsch schuld, unsere Macht in der Welt zu erhalten, nein, sie sogar noch auszuweiten!<\/p>\n<p>Was passiert, wenn eines dieser Szenarien danach aussieht, da\u00df es vorbei ist mit dem Bluff, und wir beschlie\u00dfen dann, da\u00df wir \u201etun m\u00fcssen, was wir tun m\u00fcssen\u201c? Das wird wahrscheinlich im S\u00fcdchinesischen Meer sein, wenn wir Taiwan konventionell verteidigen, oder wenn wir in Europa mit unserer Beteiligung am Ukraine-Konflikt noch weiter gehen, als wir es bereits tun. Unser Bluff fliegt auf.<\/p>\n<p>Ich glaube nicht, da\u00df Putin oder Xi dazu neigen, Atomwaffen einzusetzen. Aber wenn wir [die USA] in einen konventionellen Konflikt geraten \u2013 und das bereitet mir gro\u00dfe Sorgen \u2013, dann sind wir derzeit konventionell sehr schwach aufgestellt. Mit dem ersten Golfkrieg 1990-91 hatten wir unseren H\u00f6hepunkt erreicht. Wir waren auf dem H\u00f6hepunkt in technologischer Hinsicht, in Bezug auf Munitionsvorr\u00e4te, in Bezug auf Wartung, in Bezug auf Ausr\u00fcstung und in Bezug auf Personal. Wir waren auf dem H\u00f6hepunkt in allen Bereichen.<\/p>\n<p>Das ist viele Jahre her. Seitdem geht es bergab, und unser Milit\u00e4r k\u00f6nnte den Iran heute konventionell nicht besiegen, geschweige denn das kampferprobte Ru\u00dfland oder gar Ru\u00dfland und China zusammen.<\/p>\n<p>Nehmen wir nur das Szenario im S\u00fcdchinesischen Meer. Nehmen wir an, wir w\u00fcrden uns aus irgendeinem Grund daf\u00fcr entscheiden, etwa weil China gewaltsam in Taiwan einmarschiert oder so etwas. \u2013 Ich glaube nicht einmal, da\u00df das unter bestimmten Umst\u00e4nden notwendig w\u00e4re, um Taiwan zu \u00fcberzeugen, da\u00df es jetzt ein Teil Chinas ist, vielleicht w\u00fcrde ein Telefonanruf ausreichen. \u2013 Wir protestieren dagegen und es kommt tats\u00e4chlich zu einem Krieg im S\u00fcdchinesischen Meer. Dann w\u00fcrde sich das entwickeln, was meine Marinesoldaten den \u201eKampf zwischen dem Hai und dem Wal\u201c nannten, oder zwischen dem Hai und dem Elefanten. Sie hatten da verschiedene Analogien, Hai und Elefant war meiner Meinung nach die treffendste. Und damit meinten sie, da\u00df wir den Krieg so f\u00fchren w\u00fcrden, da\u00df wir die Luftwaffe und die Marine des jeweils anderen um 35-40% schw\u00e4chen w\u00fcrden. Das bedeutet ein paar hunderttausend Opfer auf beiden Seiten. Die Amerikaner haben in ihrem Leben noch nie solche Verluste erlebt.<\/p>\n<p>Was w\u00fcrde dann passieren? Wenn die Flotte und die Luftwaffe aufgerieben w\u00e4ren und niemand im US-Milit\u00e4r an eine Landung in China denken k\u00f6nnte, um in den Bauch des Elefanten zu gelangen? Dort st\u00fcnden zwei, vier, sechs Millionen Soldaten auf Abruf bereit. Und China w\u00fcrde nicht auf See kommen wollen, um gegen den Hai zu k\u00e4mpfen. Also w\u00fcrden wir den Einsatz von Atomwaffen in Betracht ziehen.<\/p>\n<p>Jede Kriegssimulation, an der ich jemals teilgenommen habe, hat sich so entwickelt, wenn der Ausgangspunkt das S\u00fcdchinesische Meer oder Taiwan oder die Philippinen oder irgendein anderer Ort war, an dem China beteiligt war. Wir w\u00e4ren die ersten, die Atomwaffen einsetzen w\u00fcrden. Meiner Meinung nach w\u00fcrden wir das auch unter rein konventionellen Bedingungen tun, etwa im Iran, weil wir sonst verlieren w\u00fcrden. Wir w\u00fcrden schreckliche Verluste erleiden; Verluste, wie sie das amerikanische Volk noch nie gesehen hat. Es w\u00fcrde im wesentlichen bedeuten, da\u00df wir auf Atomwaffen zur\u00fcckgreifen.<\/p>\n<p>Und wie Scott [Ritter] bereits angedeutet hat und wie ich heute Nachmittag im Nationalen Presseclub noch einmal sagen werde \u2013 und ich bin sicher, da\u00df Scott und die anderen Sprecher es dort ebenfalls tun werden: Das w\u00e4re das Ende der Menschheit. Vielen Dank.<\/p>\n<p><\/div><\/div><\/p>\n\n\n<p><strong>Botschafter Hossein Mousavian<\/strong> (Iran), ehemaliger Botschafter des Iran in Deutschland: <em>Atomfragen im Iran und die zweite Trump-Administration<\/em><\/p>\n\n\n<p><div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Rede im Wortlaut lesen<\/span><\/a><div class=\"toggle-content\"><\/p>\n<p>Von Hossein Mousavian,<br \/>ehemaliger Botschafter des Iran in der Bundesrepublik Deutschland<\/p>\n<p>W\u00e4hrend des Pr\u00e4sidentschaftswahlkampfs sagte Pr\u00e4sident Trump: \u201eIch w\u00fcrde mir w\u00fcnschen, da\u00df der Iran sehr erfolgreich ist. Das Einzige ist, da\u00df sie keine Atomwaffen haben d\u00fcrfen. Ich m\u00f6chte mich nicht in einen Regierungswechsel im Land einmischen.\u201c Andere Streitigkeiten mit dem Iran, wie z. B. regionale Fragen, erw\u00e4hnte er w\u00e4hrend seines Wahlkampfs nicht.<\/p>\n<p>Unter Pr\u00e4sident Trump k\u00f6nnten wir jedoch mit einem der folgenden vier Szenarien konfrontiert werden:<\/p>\n<p><b>Szenario A<\/b>: Wenn sein einziges Anliegen ein neues Atomabkommen ist, das dem Iran den Zugang zu Atomwaffen verwehrt, k\u00f6nnte eine Einigung m\u00f6glich werden, und zwar auf der Grundlage von zwei Prinzipien:<\/p>\n<ul>\n<li>Der Iran akzeptiert maximale Verifizierungs- und Inspektionsmechanismen sowie die Aufrechterhaltung eines offenen und transparenten Atomprogramms, um sicherzustellen, da\u00df keine Atomwaffen entwickelt werden.<\/li>\n<li>Im Gegenzug werden die USA die nuklearbezogenen Sanktionen gegen den Iran aufheben.\n<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p><b>Szenario B<\/b>: F\u00fcr Israel und andere Gegner des JCPOA in den USA und der Region ging es um die \u201eVerfallsklauseln\u201c. Sie argumentierten, da\u00df die Verfallsklauseln nach einer bestimmten Zeit auslaufen w\u00fcrden, soda\u00df der Iran die Entwicklung von Atomwaffen ungehindert fortsetzen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Wenn die Verfallsklauseln im JCPOA in dauerhafte umgewandelt w\u00fcrden, k\u00e4me dies einer eklatanten Diskriminierung im Hinblick auf den (nuklearen) Nicht-Verbreitungs-Vertrag (NVV, bzw. NPT) gleich. F\u00fcr einen bestimmten Zeitraum k\u00f6nnte der Iran freiwillig einige Ma\u00dfnahmen ergreifen, die sogar \u00fcber den NVV hinausgehen, um Vertrauen aufzubauen, aber er wird nicht akzeptieren, da\u00df er im Vergleich zu anderen NVV-Mitgliedern einer permanenten eklatanten Diskriminierung ausgesetzt ist.<\/p>\n<p>Um dieses Problem anzugehen, k\u00f6nnten die Kernprinzipien des JCPOA regionalisiert werden, indem wichtige Verfallsklauseln, wie die Urananreicherung unter 5% und das Verbot der Wiederaufbereitung, dauerhaft gemacht werden.<\/p>\n<p>Da auch Saudi-Arabien mit den USA \u00fcber einen vollst\u00e4ndigen Brennstoffkreislauf und eine Anreicherung verhandelt, w\u00fcrde eine Regionalisierung der JCPOA-Prinzipien Folgendes sicherstellen:<\/p>\n<ul>\n<li>maximale Verifizierung der gesamten Nuklearprogramme der Region.<\/li>\n<li>Dar\u00fcber hinaus w\u00fcrden Beschr\u00e4nkungen wie eine Anreicherung unter 5% oder \u201ekeine Wiederaufbereitung\u201c als Garantie gegen die Entwicklung von Atomwaffen in der gesamten Region dienen.\n<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p><b>Szenario C<\/b>: K\u00fcrzlich h\u00f6rte ich von einem bekannten ehemaligen republikanischen Beamten, der mit der Atomfrage des Iran vertraut ist, da\u00df Trump und Netanjahu meinen, der Iran solle seine Anreicherungsaktivit\u00e4ten ganz einstellen. Wenn ein solches Szenario vorgeschlagen wird, w\u00e4re dies im Wesentlichen eine R\u00fcckkehr zum Ausgangspunkt, und keine Verhandlung w\u00fcrde zu Ergebnissen f\u00fchren.<\/p>\n<p>F\u00fcr dieses Szenario gibt es jedoch eine L\u00f6sung: die Idee eines multilateralen Anreicherungskonsortiums, \u00e4hnlich wie das europ\u00e4ische URENCO, aber innerhalb des Nahen Ostens oder der Region am Persischen Golf.<\/p>\n<p>Als ich 2005 Mitglied des iranischen Verhandlungsteams f\u00fcr das Atomprogramm war, habe ich diese Idee in einem Interview mit der russischen Nachrichtenagentur\u00a0<i>Itar-TASS<\/i>\u00a0vorgeschlagen und wurde daraufhin von hochrangigen iranischen Beh\u00f6rden kritisiert.<\/p>\n<p>Nach dem JCPOA-Abkommen ver\u00f6ffentlichten Nuklearwissenschaftler der Princeton University einen Artikel, in dem sie diese Initiative zur Rettung des JCPOA vorschlugen, und auch in meinem Buch \u201eEin Naher Osten ohne Massenvernichtungswaffen\u201c habe ich diese Idee vorgestellt.<\/p>\n<p><b>Szenario D<\/b>: Trump k\u00f6nnte nicht nur die Atomfrage, sondern auch die regionalen Probleme zur Sprache bringen. Massad Boulos, Trumps Nahost-Berater, sagte einer franz\u00f6sischen Zeitung, Trump habe drei Probleme mit dem Iran: Atomwaffen, Raketen und die Achse des Widerstands in der Region. In diesem Fall br\u00e4uchten die beiden L\u00e4nder einen umfassenden und integrativen Dialog, bei dem es \u00e4u\u00dferst schwierig und komplex w\u00fcrde, eine Einigung zu erzielen.<\/p>\n<p>Der Nahe Osten ist aufgrund jahrzehntelanger Kriege in den Sumpf von Armut und Instabilit\u00e4t versunken und steht kurz vor dem Zusammenbruch. Um die Region zu retten, sind gro\u00dfe Initiativen erforderlich, wie die Beendigung der Kriege, die Ausrottung des Terrorismus, der Nahe Osten frei von Massenvernichtungswaffen, Nichtangriffspakte zwischen den L\u00e4ndern und konstruktive Entwicklungsinitiativen wie der \u201eOasenplan\u201c des Schiller-Instituts.<\/p>\n<p><\/div><\/div><\/p>\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><em>Diskussion<\/em><strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Panel 2<\/strong> (19:00-22:00 Uhr): \u201e<em>Die gro\u00dfen Projekte zur \u00dcberwindung der Migrantenkrise; Die neuen, hochwertigen Produktivkr\u00e4fte; Eine neue gerechte Weltwirtschaftsordnung\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Die gro\u00dfen Projekte zur \u00dcberwindung der Migrantenkrise\" width=\"960\" height=\"540\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/YM7-WTBJxz0?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p>Moderator: <strong>Stephan Ossenkopp<\/strong> (Deutschland), Schiller-Institut: Begr\u00fc\u00dfung und Einf\u00fchrung<\/p>\n\n\n\n<p>Grundsatzrede: <strong>Dennis Small<\/strong> (USA), Leiter des Ibero-Amerika-Referats, Schiller-Institut<\/p>\n\n\n<p><div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Im Wortlaut lesen<\/span><\/a><div class=\"toggle-content\"><\/p>\n<h2>\u201eWenn China es kann, warum nicht auch wir?\u201c<\/h2>\n<p class=\"autor\">Von Dennis Small<\/p>\n<p class=\"vor\">Dennis Small ist Iberoamerika-Redakteur des Magazins\u00a0<i>Executive Intelligence Review (EIR)<\/i>.<\/p>\n<p>Guten Tag, mein Name ist Dennis Small, und mein heutiges Thema lautet: \u201eHaben Sie in letzter Zeit von guten Investitionen geh\u00f6rt?\u201c Haben Sie sich jemals gefragt, was Sie mit einer Billion Dollar kaufen k\u00f6nnten? Das ist ein interessantes Gedankenexperiment, eine interessante \u00dcbung. Lassen Sie uns das kurz durchgehen.<\/p>\n<p>Mit einer Billion Dollar k\u00f6nnte man zum Beispiel den gesamten Stra\u00dfenwert des internationalen Drogenhandels auf der Welt kaufen, der ungef\u00e4hr soviel wert ist. Das w\u00fcrde die Wall Street sehr gl\u00fccklich machen; und auch die Londoner City, denn sie sind es, die den Drogenhandel von oben steuern.<\/p>\n<p>Oder man k\u00f6nnte mit einer Billion Dollar auch alles kaufen, was aus dem Verteidigungshaushalt der Vereinigten Staaten in einem Jahr gekauft wird. Man k\u00f6nnte Raytheon und Lockheed Martin bezahlen, die wiederum ihre Gro\u00dfaktion\u00e4re State Street, BlackRock usw. auszahlen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Oder man k\u00f6nnte mit einer Billion Dollar die j\u00e4hrlichen Zinsen f\u00fcr den US-Bundeshaushalt bezahlen, der sich derzeit auf 36 Billionen Dollar bel\u00e4uft, Tendenz steigend. Auch das w\u00fcrde die Wall Street und die City gl\u00fccklich machen. Sie w\u00fcrden das als eine gute Investition bezeichnen, weil sie zu den gr\u00f6\u00dften Inhabern dieser Finanzinstrumente geh\u00f6ren.<\/p>\n<p>Auf der anderen Seite k\u00f6nnte man eine Billion Dollar in den Bau von 46.000 Kilometern Hochgeschwindigkeits-Eisenbahnkorridore investieren, wie es China in den letzten 15 Jahren getan hat. In China kostet das etwa 17-21 Millionen Dollar pro Kilometer. In Europa liegen die Kosten daf\u00fcr etwa 50% h\u00f6her, und es ist klar, da\u00df es in China bei solchen Bauprojekten Gr\u00f6\u00dfenvorteile gibt. Die Kosten in den Vereinigten Staaten sind unbekannt, aus dem einfachen Grund, da\u00df es dort keine Hochgeschwindigkeitsbahn gibt.<\/p>\n<p>Die Frage ist also: Sind das gute Investitionen? Was ist eine gute Investition: in den Schienenverkehr oder in den Drogenhandel? Das h\u00e4ngt tats\u00e4chlich davon ab, was man unter \u201egut\u201c versteht. Lyndon LaRouche hat sich als der weltweit f\u00fchrende Wirtschaftswissenschaftler 50 Jahre lang mit dieser Frage besch\u00e4ftigt. Und damit m\u00f6chte ich beginnen. In seiner 1984 erschienenen Schrift\u00a0<i>The Science of the Human Mind<\/i>\u00a0(\u201eDie Wissenschaft des menschlichen Geistes\u201c) sagte LaRouche folgendes:<\/p>\n<p>\u201eEin Mensch, der dazu beitr\u00e4gt, die Gesellschaft gut zu machen, ist tausendmal mehr wert als einer, der durchs Leben geht und nur einzelne gute Taten ausstreut. Denn eine schlechte Gesellschaft wird das Gute, das ihre einzelnen Mitglieder beitragen, zunichtemachen&#8230; Wer die Gesellschaft gut macht, bewahrt also die G\u00fcter, die von Tausenden und Millionen von Individuen beigetragen werden.\u201c<\/p>\n<p>Mit anderen Worten: Gutes tun ist auch wissenschaftlich gesehen die beste wirtschaftliche Investition.<\/p>\n<p>Die Welt befindet sich heute in einer systemischen Zusammenbruchskrise, die an vielen verschiedenen Fronten die Gefahr eines Atomkrieges mit sich bringt. Sie hat auch die physische Wirtschaft und das Finanzsystem der Welt an den Punkt der Implosion gebracht und bedroht auf diese Weise auch Menschenleben.<\/p>\n<p>Das hat unter anderem dazu gef\u00fchrt, da\u00df eine Fl\u00fcchtlingskrise in Europa und den Vereinigten Staaten entstanden ist, deren Ursachen in den wirtschaftlichen Verh\u00e4ltnissen und den Kriegen liegen, die dieses sterbende System verursacht. Es war die Verw\u00fcstung der L\u00e4nder des Globalen S\u00fcdens, die die erzwungene Migration von Millionen Menschen nach Europa und in die USA ausgel\u00f6st hat.<\/p>\n<p>Die L\u00f6sung f\u00fcr alle diese Krisen liegt auf der Hand: Sie besteht in einer Zusammenarbeit der Vereinigten Staaten und Europas mit China im besonderen und mit den BRICS im allgemeinen, sowie mit der G\u00fcrtel- und Stra\u00dfen-Initiative (BRI), der sich bisher 151 L\u00e4nder angeschlossen haben, um dem S\u00fcden beim Aufbau seiner Volkswirtschaften zu helfen und eine kooperative Grundlage daf\u00fcr zu schaffen, anstatt sich gegen diese L\u00e4nder zu stellen oder ihnen den Krieg zu erkl\u00e4ren. Wenn wir das tun, wird das zu einem massiven Aufschwung der amerikanischen und europ\u00e4ischen Exporte von Investitionsg\u00fctern in diese Gebiete f\u00fchren, was wiederum f\u00fcr die Reaktivierung unserer eigenen Wirtschaft von zentraler Bedeutung sein wird.<\/p>\n<div class=\"box fr w600 mt10 mb20 ml20 p16\">\n<div class=\"boxa w200 p11 n l\">\u00a9 EIR<\/div>\n<div class=\"box fr w600 mt10\"><img decoding=\"async\" class=\"fr w400 b1\" src=\"https:\/\/www.solidaritaet.com\/images28\/small-armut.jpg\" vspace=\"3\" \/><\/p>\n<div class=\"boxa w180 ml10 i p16\">\n<hr \/><em>Abb. 1: In den letzten 25 Jahren ist die Zahl der Armen auf der Welt von 3,1 Milliarden auf 1,1 Milliarden gefallen, die H\u00e4lfte dieses R\u00fcckgangs ist China und seinen Erfolgen zu verdanken.<\/em><\/p>\n<p><em>Abb. 2: Illegale Grenz\u00ad\u00fcbertritte nach Europa: Herkunftsl\u00e4nder der Migranten [unten]<\/em><\/div>\n<\/div>\n<div class=\"box fr w600 mt20 bo\">\n<div class=\"boxa w200 p11 n l\"><em>\u00a9 Frontex<\/em><\/div>\n<div class=\"fr bfff n r nobr bo\"><em><span id=\"zoomxyz\"><img decoding=\"async\" class=\"boxa\" src=\"https:\/\/www.solidaritaet.com\/images26\/plus.png\" \/><\/span><\/em><\/div>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"fr w600 b1\" src=\"https:\/\/www.solidaritaet.com\/images28\/small-migration.jpg\" vspace=\"3\" \/><\/div>\n<\/div>\n<p>Beginnen wir also mit der Frage der Armut\u00a0und der erzwungenen Migration, betrachten wir einige Einzelheiten. Schauen Sie auf\u00a0<i>Abbildung 1,<\/i>\u00a0die Subsahara-Afrika und China vergleicht, und Sie werden feststellen: Im Jahr 2000\u00a0lebten weltweit 3,164 Milliarden Menschen in Armut. Ich m\u00f6chte klarstellen, da\u00df ich damit nicht die extreme Armut meine, die von der UNO mit einem Einkommen unter 2,15 Dollar pro Tag definiert ist. Es geht um den allgemeinen UN-Parameter von 3,65 Dollar pro Tag, den sie als Armutsgrenze f\u00fcr L\u00e4nder mit mittlerem und niedrigerem Einkommen ansehen. Damals gab es also\u00a0\u00fcber 3 Milliarden Arme auf der Welt, davon 497 Millionen in Afrika und 926 Millionen in China.<\/p>\n<p>Heute, eine Generation sp\u00e4ter im Jahr 2024, ist die Zahl der Armen in Afrika auf 718 Millionen Menschen angewachsen, 58% der Gesamtbev\u00f6lkerung. Im gleichen Zeitraum hat China die Zahl der Armen von 926 Millionen auf Null reduziert. Die Gesamtarmut in der Welt ist von 3,1 Milliarden auf 1,1 Milliarden gesunken, wobei etwa die H\u00e4lfte dieses R\u00fcckgangs auf China und seine Erfolge zur\u00fcckzu\u00adf\u00fchren ist.<\/p>\n<p>Wenn wir nun die Fl\u00fcchtlingssituation betrachten, f\u00e4llt bei den Armutszahlen als erstes auf, da\u00df es kein Wunder ist, wenn keine Fl\u00fcchtlingswelle aus China nach Europa oder in die USA kommt. Wenn wir uns eine Karte der illegalen Grenz\u00fcber\u00adtritte nach Europa im Jahr 2022 ansehen \u2013 die offizielle Karte von Frontex (<i>Abbildung 2<\/i>) \u2013, k\u00f6nnen wir sehen: Die drei L\u00e4nder, aus denen es die meisten illegalen Grenz\u00fcbertritte gab, sind Syrien \u2013 wegen des Krieges \u2013, Afghanistan \u2013 ebenfalls Krieg \u2013 und Guinea-Bissau \u2013 erdr\u00fcckende Armut. Wenn man sich also mit der Frage der Migration befassen will, mu\u00df man sich mit den zugrundeliegenden Problemen befassen.<\/p>\n<p>Im Falle Amerikas ist das Problem recht \u00e4hnlich gelagert, denn in Mexiko und Mittelamerika ist die F\u00e4higkeit der Wirtschaft, die Bev\u00f6lkerung zu versorgen \u2013 d.h. die potentielle relative Bev\u00f6lkerungsdichte dieser L\u00e4nder \u2013, faktisch niedriger als die bestehende Bev\u00f6lkerung. Es \u00fcberrascht nicht, wenn infolge dieses wirtschaftlichen Zusammenbruchs Millionen von Migranten auswandern, um am Leben zu bleiben und ihren Familien Geld schicken zu k\u00f6nnen, die sie ebenfalls am Leben erhalten. Die Proportionen sind ersch\u00fctternd. Im Falle Mexikos leben fast 9% der Bev\u00f6lkerung als Einwanderer der ersten Generation in den Vereinigten Staaten. In einem Land wie El Salvador liegt der Anteil eher bei 23%.<\/p>\n<div class=\"box fr w600 mb20 ml20\">\n<div class=\"boxa w200 p11 n l\">\u00a9 EIR<\/div>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"fr w400 b1\" src=\"https:\/\/www.solidaritaet.com\/images28\/small-mexiko.jpg\" vspace=\"3\" \/><\/p>\n<div class=\"boxa w170 ml20 i p16\">\n<hr \/><em>Abb. 3: Mexiko: Nah\u00adrungsmittelproduktion pro Kopf, Vergleich 1981\u00a0und 2022<\/p>\n<p><\/em><\/div>\n<\/div>\n<div id=\"A1\" class=\"box\">\n<div id=\"B1\" class=\"boxa w500\">\n<p class=\"mt3\">Wenn Sie wissen wollen, warum das so ist, werfen Sie einfach einen Blick auf\u00a0<i>Abbildung 3\u00a0<\/i>zur Nahrungsmittelproduktion pro Kopf in Mexiko. Ich habe hier, unter Verwendung des Jahres 1981 als Index, die physischen Einheiten pro Kopf genommen, Kilogramm oder Tonnen pro Kopf. Der Rest der physischen Wirtschaft in Mexiko zeigt eine \u00e4hnliche Tendenz, und das erkl\u00e4rt meiner Meinung nach genau, was die Hauptursache f\u00fcr die Migrationskrise ist, und weist in die Richtung der L\u00f6sungen.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p class=\"mt3\">Was k\u00f6nnen wir nun gegen diese Verh\u00e4ltnisse tun? Wenn wir mit den BRICS und mit China und der Neuen Seidenstra\u00dfe zusammenarbeiten, dann k\u00f6nnen wir mit ihnen im S\u00fcden investieren, um die Armut und die Arbeitslosigkeit auf der Welt drastisch zu senken. Laut einer detaillierten Studie, die wir 2020 durchgef\u00fchrt haben, lag die reale Arbeitslosigkeit 2019 weltweit bei 46%! Dabei handelt es sich gr\u00f6\u00dftenteils um die sogenannte \u201einformelle Wirtschaft\u201c, wo die Menschen nichts N\u00fctzliches produzieren, sondern ihren Lebensunterhalt irgendwie durch Drogenproduktion, Prostitution, Betteln usw. bestreiten.<\/p>\n<p>Allein um diesen Teil der Bev\u00f6lkerung produktiv zu besch\u00e4ftigen, br\u00e4uchte man heute also 1,7 Milliarden Arbeitspl\u00e4tze. Und wenn wir bedenken, wie stark die Bev\u00f6lkerung von heute bis zum Jahr 2050 wachsen wird \u2013 eine weitere Generation, also 25 Jahre in die Zukunft \u2013, dann wird die Bev\u00f6lkerung von heute etwa 8,1 Milliarden auf knapp 10 Milliarden ansteigen. \u00dcbrigens wird 50% dieses Bev\u00f6lkerungswachstums in Afrika stattfinden. Das bedeutet also, da\u00df die Gesamtzahl der Arbeitspl\u00e4tze, die von jetzt bis 2050 geschaffen werden m\u00fcssen, sich auf etwa 2,5 Milliarden neue Arbeitspl\u00e4tze bel\u00e4uft.<\/p>\n<p>K\u00f6nnen wir die Weltwirtschaft wirklich derma\u00dfen umkrempeln? L\u00e4\u00dft sich das in einer Generation schaffen? Nun, wenn China es kann, warum nicht auch wir? Dies gilt umso mehr, wenn wir das wirtschaftliche Potential der unterschiedlichen, aber komplement\u00e4ren physischen Volkswirtschaften Chinas und Ru\u00dflands sowie der L\u00e4nder des Ostens und des Westens, einschlie\u00dflich der USA und Europas, kombinieren.<\/p>\n<div class=\"box fr w670 mt10 mb20 ml20 p16 i\">\n<div class=\"boxa w200 p11 n l\">\u00a9 EIR<\/div>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"fr w670 b1\" src=\"https:\/\/www.solidaritaet.com\/images28\/small-chancay.jpg\" vspace=\"3\" \/><\/div>\n<div class=\"box fr w670 mt10 mb20 ml20 p16 i\"><em>Abb. 4: Der neue Tiefseehafen Chancay in Peru verk\u00fcrzt den Seeweg nach Shanghai in China von 35 auf 23 Tage; mit einer Hochgeschwindigkeitsbahn w\u00fcrde der Transport nur noch drei Tage dauern.<\/p>\n<p><\/em><\/div>\n<p>Schauen wir uns einige Bei\u00adspiele an. Am 14. November wurde in Peru der Hafen von Chancay als gemeinsame Investition von Peru und China eingeweiht. Es handelt sich um einen Tiefseehafen, der etwa 3,4 Milliarden Dollar gekostet hat. Er ist voll automatisiert und kann die gr\u00f6\u00dften Container\u00adschiffe der Welt mit 24.000 Einheiten abfertigen. Das sind eine Menge Container. Nicht jeder Hafen kann das bew\u00e4lti\u00adgen, tats\u00e4chlich k\u00f6nnen es nur sehr wenige.<\/p>\n<p>Wenn man von Chancay nach Shanghai auf der anderen Seite der Welt exportiert, konnte man bisher keine Schiffe direkt fahren lassen, weil in Chancay keine Schiffe daf\u00fcr gro\u00df genug waren. Jetzt kann man es. Vorher mu\u00dfte man z.B. den Umweg \u00fcber Long Beach in Kalifornien machen. Die ungef\u00e4hre Fahrzeit betrug unter den alten Bedingungen 35 Tage. Mit dem neuen Hafen von Chancay werden es nur noch 23 Tage sein. Das ist eine Einsparung von 30% bei der Effizienz und Produktivit\u00e4t, was angesichts des Umfangs der Weltschiffahrt enorm ist.<\/p>\n<p>Baut man eine Hochgeschwindigkeitsstrecke durch ganz S\u00fcdamerika, Mittelamerika und Mexiko und mit einer Verbindung zu den Vereinigten Staaten (die selbst viel mehr Schienenverbindungen ben\u00f6tigen) und weiter durch den Beringstra\u00dfen-Tunnel mit einer Verbindung zur Eurasischen Landbr\u00fccke (die bereits existiert und aufgebaut wird), betr\u00e4gt die tats\u00e4chliche Reisezeit mit der Hochgeschwindigkeitsbahn, die in diesem Gebiet gebaut werden k\u00f6nnte, etwa drei Tage oder weniger. Drei Tage statt 23 \u2013 das ist eine enorme Produktivit\u00e4tssteigerung.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem kann man um Landkorridore herum etwas aufbauen, anders als bei Meereskorridoren. Man kann einen ganzen Industriekorridor bauen, 100 Kilometer auf jeder Seite dieser Bahnstrecken; das ist auf dem Meer heutzutage nicht so einfach m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Wenn man es dann in S\u00fcdamerika noch so macht wie die Chinesen in ihrem Land und eine Eisenbahnlinie baut, die den Pazifikhafen Chancay mit dem Atlantikhafen Santos in Brasilien verbindet \u2013 das ist eine Strecke von etwa 5000 km \u2013, dann l\u00e4\u00dft sich der gesamte Kontinent f\u00fcr industrielle Entwicklung und Austausch und Beteiligung an der BRI erschlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Die Gesamtkosten hierf\u00fcr belaufen sich grob gesch\u00e4tzt auf etwas \u00fcber 500 Milliarden US-Dollar, da wir von insgesamt etwa 25.000 Kilometern Schienenstrecke sprechen; also etwa eine halbe Billion Dollar. Das ist eine gute Investition. Warum sollte China das einzige Land sein, das von solchen Projekten profitiert? Warum sollten nicht auch Amerikaner und Europ\u00e4er an der Planung und dem Bau dieser Projekte sowie am Export von Investitionsg\u00fctern, Werkzeugmaschinen usw. beteiligt sein, um ihre Durchf\u00fchrung sicherzustellen?<\/p>\n<p>Das gleiche gilt f\u00fcr die Gro\u00dfprojekte in Afrika, von denen ich nur ein oder zwei nennen m\u00f6chte.<\/p>\n<p>In Afrika haben heute nach Angaben internationaler Beh\u00f6rden etwa 580 Millionen Menschen keinen Stromanschlu\u00df. Die installierte Leistung betr\u00e4gt nur 246 Gigawatt. Um Afrika auf den europ\u00e4ischen Pro-Kopf-Standard zu bringen, ist eine Steigerung dieser installierten Leistung um das Zehnfache erforderlich.<\/p>\n<p>Was k\u00f6nnen wir also tun? Zum einen ist das der Bau von Gaskraftwerken und Kohlekraftwerken, eine sehr gute Idee, und nat\u00fcrlich Kernenergie, die f\u00fcr den gesamten Kontinent von entscheidender Bedeutung ist, um auf h\u00f6here technologische Plattformen zu springen.<\/p>\n<p>Zum anderen ist Wasserkraft eine sehr gute Idee. Der Grand-Inga-Staudamm ist ein Projekt in der Demokratischen Republik Kongo, etwa 150 Kilometer flu\u00dfaufw\u00e4rts von der Stelle, wo der Kongo in den Atlantik m\u00fcndet. Dieser Damm wird letztlich ein Wasserkraftpotential von mindestens 40 Gigawatt haben, vielleicht sogar bis zu 70, und das wird ihn zum gr\u00f6\u00dften Kraftwerk der Welt machen. Allein durch dieses Projekt wird sich die installierte Kapazit\u00e4t Afrikas um etwa 25% erh\u00f6hen.<\/p>\n<p>Die Leiterin der Neuen Entwicklungsbank (NDB) der BRICS, Dilma Rousseff, sagte letztes Jahr \u00fcber den Grand-Inga-Damm: \u201eEr hat die dreifache Kapazit\u00e4t des Itaipu-Damms in Brasilien und die doppelte Kapazit\u00e4t des Drei-Schluchten-Damms in China. Der Grand-Inga-Damm kann als Energiequelle f\u00fcr einen ganzen Kontinent dienen.\u201c<\/p>\n<p>In geographischer N\u00e4he befindet sich das ber\u00fchmte und wirklich gro\u00dfartige Transaqua-Projekt f\u00fcr den Bau von Staud\u00e4mmen an den rechten Nebenfl\u00fcssen des Kongo und dazu etwa 2400 Kilometer Wasserstra\u00dfen, die dazu beitragen w\u00fcrden, den Tschadsee wieder aufzuf\u00fcllen, der derzeit austrocknet, und das gesamte Gebiet neu zu gestalten, um eine g\u00fcnstige Umgebung f\u00fcr die Entwicklung f\u00fcr etwa 50 Millionen Menschen zu schaffen.<\/p>\n<p>All dies \u2013 Iberoamerika, Afrika, Asien, aber auch die Vereinigten Staaten und Europa \u2013 schafft einen boomenden Markt f\u00fcr Investitionsg\u00fcter und Technologieexporte aus den Vereinigten Staaten und Europa, der neue Auftr\u00e4ge in Billionenh\u00f6he umfa\u00dft. Das w\u00fcrde in den USA etwa 50 Millionen neue Arbeitspl\u00e4tze in der Fertigung schaffen, die dringend ben\u00f6tigt werden, weil es in unserem Land einen Zusammenbruch der Industriearbeitspl\u00e4tze gab. Die Vereinigten Staaten k\u00f6nnen den Mangel an industriellen Kapazit\u00e4ten, den sie derzeit haben, selbst \u00fcberwinden, indem sie f\u00fcr den Export produzieren und ihre eigene industrielle Basis wieder aufbauen. Wir sch\u00e4tzen, da\u00df die Exporte von Maschinen und Anlagen aus den USA im Jahr 2022 insgesamt nur 240 Milliarden Dollar betrugen. Das lie\u00dfe sich innerhalb von vier oder f\u00fcnf Jahren auf etwa eine Billion pro Jahr vervierfachen, und sp\u00e4ter noch mehr.<\/p>\n<p>Die L\u00f6sung des Migrantenproblems durch die wirtschaftliche Entwicklung der L\u00e4nder, in denen die Bev\u00f6lkerung jetzt gezwungen ist, zum \u00dcberleben nach Europa und in die Vereinigten Staaten zu gehen, ist gleichzeitig die Grundlage f\u00fcr die L\u00f6sung des Problems des wirtschaftlichen Zusammenbruchs bei uns im Westen.<\/p>\n<p>An diesem Punkt der Diskussion fragen die Leute oft: \u201eGut, aber wo soll das Geld f\u00fcr all das herkommen?\u201c<\/p>\n<p>Im Grunde genommen ist es ganz einfach, denn man braucht kein Geld. Was man braucht, ist Kredit; und das sind zwei sehr verschiedene Dinge. Souver\u00e4ne Regierungen schaffen Kredit, dem sie Wert verleihen, indem sie Investitionen mit diesem Kredit in Aktivit\u00e4ten lenken, die die Produktivkr\u00e4fte der Arbeit erh\u00f6hen, indem sie Gutes tun. Nicht in Kriege investieren, nicht in den Schuldendienst der 2 Billiarden Dollar-Spekulationsblase investieren und nicht in den Drogenhandel; sondern in gute Dinge, wie wir sie gerade beschrieben haben.<\/p>\n<p>Im Laufe eines halben Jahrhunderts schrieb Lyndon LaRouche viele Studien dar\u00fcber, wie ein solches neues System funktionieren k\u00f6nnte, und betonte dabei vor allem, wie man zwischen guten und schlechten Investitionen unterscheiden kann. In seiner Schrift \u201eWarenkorb statt W\u00e4hrungskorb: Handel unabh\u00e4ngig vom Wechselkurs\u201c vom Juli 2000 fa\u00dfte er dies wie folgt zusammen:<\/p>\n<p>\u201eEinen G\u00fcter-Warenkorb, wie ich ihn hier umrissen habe, mu\u00df man also als gemeinsame Verpflichtung verstehen, Gutes zu tun.\u00a0<i>Es geht demnach bei der Wirtschaft nicht darum, welchen Preis man einer Ware im einzelnen gibt, sondern um den guten Willen, der sich in der Methode ausdr\u00fcckt, sich auf einen vern\u00fcnftig gesch\u00e4tzten fairen Preis zu einigen.<\/i>\u00a0Mit dieser Grundlage wird ein vern\u00fcnftiger Preis f\u00fcr eine Einheit des G\u00fcter-Warenkorbes auch in der Praxis der richtige Preis sein.\u201c<\/p>\n<p>Das Konzept des Guten erinnert Sie vielleicht an das Zitat von LaRouche, das ich ganz am Anfang gelesen habe, in dem er erkl\u00e4rte: \u201eWer die Gesellschaft gut macht, bewahrt so das Gute, das Tausende und Millionen von Menschen beigetragen haben.\u201c Gottfried Leibniz, den LaRouche als Begr\u00fcnder der wissenschaftlichen physischen \u00d6konomie bezeichnete, schrieb 1694:<\/p>\n<p>\u201eSie k\u00f6nnen so viel f\u00fcr ihr Gl\u00fcck tun, als h\u00e4tten sie tausend H\u00e4nde und tausend Leben; ja, als w\u00fcrden sie tausendmal so lange leben wie jetzt. Denn so viel ist unser Leben wert, wenn wir es als wahres Leben betrachten, wenn wir in ihm Gutes tun. Wer jetzt in kurzer Zeit viel Gutes tut, ist dem gleich, der tausendmal l\u00e4nger lebt; dies geschieht bei denen, die Tausende und Abertausende von H\u00e4nden mitarbeiten lassen k\u00f6nnen, durch die in wenigen Jahren mehr Gutes zu ihrer h\u00f6chsten Ehre und Freude geschehen kann, als es sonst viele hundert Jahre bringen k\u00f6nnten.\u201c<\/p>\n<p>Gibt es eine bessere Definition von Produktivit\u00e4t als diese?<\/p>\n<p>Dies bringt mich zu meiner Schlu\u00dffolgerung, die auch der Ausgangspunkt f\u00fcr den Aufruf des Schiller-Instituts zu einer breiten Diskussion \u00fcber die Prinzipien war, die dem vorgeschlagenen Neuen Paradigma zugrunde liegen sollen. Das war Helga Zepp-LaRouches Diskussionspapier vom 22. November 2022,\u00a0<i>Zehn Prinzipien f\u00fcr eine neue internationale Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur<\/i>; einschlie\u00dflich ihres h\u00f6chst umstrittenen zehnten Prinzips:<\/p>\n<p>\u201e<i>Zehntens:<\/i>\u00a0Die Grundannahme des neuen Paradigmas ist, da\u00df der Mensch grunds\u00e4tzlich gut ist und f\u00e4hig, die Kreativit\u00e4t seines Geistes und die Sch\u00f6nheit seiner Seele unendlich zu vervollkommnen, und da\u00df er die am weitesten entwickelte geologische Kraft im Universum ist, was beweist, da\u00df die Gesetzm\u00e4\u00dfigkeit des Geistes und die des physischen Universums in \u00dcbereinstimmung und Koh\u00e4sion stehen und da\u00df alles B\u00f6se das Ergebnis eines Mangels an Entwicklung ist und daher \u00fcberwunden werden kann.\u201c<\/p>\n<p>Vielen Dank.<\/p>\n<div id=\"unterstuetzung\" class=\"box fl mt20 mb20 bfff frameblue2 pad l\">\u00a0<\/div>\n<p><\/div><\/div><\/p>\n\n\n<p><strong>Dr. Alexander K. Bobrov<\/strong> (Russland), au\u00dferordentlicher Professor am Fachbereich f\u00fcr Diplomatie, MGIMO-Universit\u00e4t, Moskau<\/p>\n\n\n<p><div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Im Wortlaut lesen<\/span><\/a><div class=\"toggle-content\"><\/p>\n<h2>Die Krise der Diplomatie<\/h2>\n<p class=\"autor\">Von Dr. Alexander Bobrow<\/p>\n<p class=\"vor\">Dr. Alexander K. Bobrow ist au\u00dferordentlicher Professor am Fachbereich f\u00fcr Diplomatie,\u00a0MGIMO-Universit\u00e4t, Moskau.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst einmal m\u00f6chte ich mich daf\u00fcr bedanken, da\u00df Sie mir das Wort erteilen, um vor einem so angesehenen Publikum zu sprechen, und vor all jenen, die wirklich \u00fcber die Zukunft der Menschheit und die Zukunft der internationalen Beziehungen nachdenken. Mein Name ist Dr. Alexander Kyrillowich Bobrow. Ich bin au\u00dferordentlicher Professor am Lehrstuhl f\u00fcr Diplomatie am Moskauer Staatlichen Institut f\u00fcr Internationale Beziehungen (MGIMO), und wie Sie sich vorstellen k\u00f6nnen, besch\u00e4ftige ich mich mit Diplomatie. Diplomatie ist meiner Meinung nach ein Instrument der Staatskunst, das darauf abzielt, verschiedene politische Konflikte mit friedlichen Mitteln zu l\u00f6sen. Und was wir jetzt sehen, ist im allgemeinen die Krise der Diplomatie. Und das ist etwas, das ich f\u00fcr sehr wichtig halte, und es ist die Wurzel allen \u00dcbels, das es jetzt in den zeitgen\u00f6ssischen internationalen Beziehungen gibt.<\/p>\n<p>Im Grunde wird sich meine Rede also mit der Krise der Diplomatie befassen, mit den charakteristischen Merkmalen dieser Krise und was dagegen zu tun ist.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst m\u00f6chte ich sagen, da\u00df die Krise der Diplomatie nicht in der ganzen Welt zu beobachten ist. Sie ist nur zu erkennen, wenn wir uns auf das konzentrieren, was derzeit in den bilateralen Beziehungen zwischen dem Westen und Ru\u00dfland im Allgemeinen und den Beziehungen zwischen den USA und Ru\u00dfland im besonderen vor sich geht. Wir sehen, da\u00df es keinerlei Verhandlungen zwischen den Staats- und Regierungschefs dieser L\u00e4nder gibt, zwischen Pr\u00e4sident Wladimir Putin und seinen amerikanischen oder europ\u00e4ischen Amtskollegen. Wir sehen, da\u00df es absolut keinen Dialog zwischen den Au\u00dfenministern gibt, zwischen dem US-Au\u00dfenministerium und dem russischen Au\u00dfenministerium; dasselbe k\u00f6nnte f\u00fcr den Dialog zwischen unserem Au\u00dfenministerium und denen der europ\u00e4ischen L\u00e4nder gelten und ich glaube, dies ist ein vernichtendes Beispiel daf\u00fcr, wie Diplomatie im allgemeinen\u00a0<i>nicht<\/i>\u00a0funktionieren sollte.<\/p>\n<p>Wir sehen auch die Wellen verschiedener Ausweisungen russischer Diplomaten aus verschiedenen westlichen L\u00e4ndern, die jede Form des offiziellen Dialogs zwischen unseren L\u00e4ndern verhindern, und wie Sie verstehen, geht dies mit verschiedenen Wellen von Sanktionen einher, die gegen Ru\u00dfland, gegen unsere Wirtschaft verh\u00e4ngt werden. Das schafft eine Situation, in der wir in einem Teufelskreis von Feindseligkeiten und einem Teufelskreis von politischen Aktivit\u00e4ten stecken, die uns daran hindern, einen Konsens zu finden.<\/p>\n<p>Wie Sie wissen, zielen viele westliche Strategien auf eine Politik des \u201eWie du mir, so ich dir\u201c ab, was bedeutet, da\u00df auf jede einzelne Ma\u00dfnahme, die beispielsweise von Ru\u00dfland ergriffen wird, Vergeltungsma\u00dfnahmen folgen sollten. Dies f\u00fchrt uns in eine diplomatische Sackgasse, in der es keine Diplomatie mehr gibt oder diese in unseren bilateralen Beziehungen nicht mehr funktioniert.<\/p>\n<p>Ich glaube, da\u00df der einzige Weg, um aus diesem Teufelskreis herauszukommen, darin besteht, miteinander zu kommunizieren. Diplomatie bedeutet, miteinander zu reden, einander zuzuh\u00f6ren und einander zu verstehen. Und ich mu\u00df sagen, da\u00df die offizielle Position der russischen Regierung auch sehr offen war, sie war offen f\u00fcr jede Form des Dialogs, auch wenn wir anderer Meinung sind. Das bedeutet nicht unbedingt, da\u00df wir in allen Fragen, die die Welt, unsere bilateralen Beziehungen oder beispielsweise Eurasien betreffen, einer Meinung sein m\u00fcssen, aber es bedeutet, da\u00df wir in der Lage sein m\u00fcssen, Botschaften zu vermitteln, zu verstehen, welche Auswirkungen die ergriffenen Ma\u00dfnahmen tats\u00e4chlich haben, und nat\u00fcrlich, was wir tun k\u00f6nnen, um unsere Zivilisationen, unsere L\u00e4nder zusammenzubringen.<\/p>\n<p>In meiner Rede m\u00f6chte ich kurz auf einige zentrale Themen eingehen, die mit der gro\u00dfen Strategie Ru\u00dflands zu tun haben, denn das ist etwas von gro\u00dfer Bedeutung und von gro\u00dfem Interesse f\u00fcr mich als Spezialist, der tats\u00e4chlich ausf\u00fchrlich auf Englisch und Russisch \u00fcber die gro\u00dfe Strategie Ru\u00dflands, \u00fcber die Au\u00dfenpolitik meines Landes und \u00fcber Diplomatie im allgemeinen schreibt.<\/p>\n<p>Ich glaube, da\u00df der einzige Weg darin besteht, die Grunds\u00e4tze des V\u00f6lkerrechts und internationale Abkommen zu diskutieren, durch die man tats\u00e4chlich mehrere Bedingungen schaffen kann, damit ein Land eine Politik verfolgen kann, die mehr oder weniger mit den nationalen Interessen des Landes \u00fcbereinstimmt. Und nur durch Diplomatie k\u00f6nnen solche Verhandlungen besiegelt werden.<\/p>\n<p>Gleichzeitig glaube ich, da\u00df die aktuellen Entwicklungen in den Beziehungen zwischen den USA und Ru\u00dfland auch sehr schlimme Folgen haben k\u00f6nnen, insbesondere wenn man bedenkt, da\u00df die USA und Ru\u00dfland 90% aller Atomwaffen besitzen und wir Gefahr laufen, einen umfassenden Atomkrieg zu f\u00fchren, wenn nichts unternommen wird.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst einmal sollte man, so w\u00fcrde ich sagen, einen neuen Weg finden, um den verschiedenen Meinungen in Bezug auf die R\u00fcstungskontrolle neues Leben einzuhauchen: Fr\u00fcher hatten wir so viele verschiedene Abkommen, die darauf abzielten, Atomwaffen zu reduzieren und jede Form des direkten Einsatzes dieser Atomwaffen zu verhindern. Und auch das wurde ignoriert und dann vollst\u00e4ndig \u2013 es wurde vom Westen ignoriert, insbesondere als die US-Regierung beschlo\u00df, sich aus mehreren Vertr\u00e4gen zur\u00fcckzuziehen, die w\u00e4hrend des Kalten Krieges zwischen den USA und der UdSSR oder zwischen den USA und Ru\u00dfland in den 1990er Jahren und zu Beginn des 21. Jahrhunderts unterzeichnet wurden.<\/p>\n<p>Ich glaube, da\u00df alles, was derzeit in der Ukraine vor sich geht, auch ein vernichtendes Beispiel daf\u00fcr ist, wie die europ\u00e4ische Struktur und das europ\u00e4ische Sicherheitssystem\u00a0<i>nicht<\/i>\u00a0funktionieren sollten, insbesondere wenn wir uns die Krise der OSZE, der Organisation f\u00fcr Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa, ansehen, die auf diesem Kontinent keine Sicherheit und Zusammenarbeit mehr bietet. Damit meine ich, da\u00df die NATO und die USA alle anderen multilateralen Institutionen gekapert haben, wobei die Europ\u00e4ische Union nur eine wirtschaftliche Dimension der von der NATO gef\u00fchrten europ\u00e4ischen Allianz ist.<\/p>\n<p>Das ist etwas, das nicht nur Ru\u00dfland betr\u00fcbt, sondern auch verschiedene neutrale L\u00e4nder, die gezwungen sind, der NATO beizutreten und Teil dieses antirussischen Systems zu werden. Und wenn ich das sage, denke ich vor allem an Schweden und Finnland, die fr\u00fcher neutral waren, sogar zu Zeiten des Kalten Krieges, und jetzt Teil all der Vorbereitungen sind, die gegen Ru\u00dfland getroffen werden, um einen m\u00f6glichen Konflikt zu provozieren, etwas, das Diplomaten zu verhindern versuchen.<\/p>\n<p>Ich glaube, da\u00df diese diplomatische Krise zwischen den USA und Ru\u00dfland nicht nur Auswirkungen auf Europa oder Eurasien im allgemeinen hat, sondern auch auf andere Teile der Welt. Was wir beispielsweise jetzt im Nahen Osten sehen, insbesondere in diesem Tauziehen zwischen Israel und dem Iran, hat auch damit zu tun, da\u00df die Beziehungen zwischen Moskau und Washington so schlecht sind. Denn unsere beiden L\u00e4nder h\u00e4tten mehrere Voraussetzungen f\u00fcr eine diplomatische L\u00f6sung dieses Konflikts schaffen k\u00f6nnen, um Israel davon abzuhalten, Pal\u00e4stinenser direkt anzugreifen und eine Milit\u00e4roperation gegen den Libanon zu starten.<\/p>\n<p>Wenn ich \u00fcber die strategische Situation spreche, denke ich in erster Linie an die Asien-Pazifik-Region, insbesondere an die Eind\u00e4mmung Chinas und Nordkoreas und all diese politischen Ma\u00dfnahmen, mit denen die USA diese indopazifische Region schaffen wollen, was bedeutet, da\u00df die USA \u00a0Australien, Japan, S\u00fcdkorea und Indien unterst\u00fctzen, um die chinesische Wirtschaft zu schw\u00e4chen. Das ist sicherlich keine g\u00fcnstige Voraussetzung f\u00fcr ein friedliches Zusammenleben in dieser Region. Und indem wir in dieser Region Trennlinien schaffen, f\u00f6rdern wir nur die potentiellen Konflikte, die in diesen L\u00e4ndern und in dieser Region bestehen.<\/p>\n<p>Ich bin daher der Meinung, da\u00df diese diplomatische Krise direkte Auswirkungen auf die ganze Welt haben wird. Es geht nicht nur um Washington und Moskau oder Washington und die europ\u00e4ischen L\u00e4nder. Es geht um unser globales Dorf. Es geht darum, wie wir im 21. Jahrhundert in der Welt leben werden.<\/p>\n<p>Und ich glaube und hoffe sehr, da\u00df die Diplomatie siegen wird. Um zu siegen, m\u00fcssen wir unsere gemeinsamen Interessen verstehen. Wir m\u00fcssen unsere respektierten Strategien verstehen. Um das zu verstehen, m\u00fcssen wir uns in die Lage der anderen Person versetzen und versuchen, jeden einzelnen Konflikt und jeden einzelnen Punkt auf der Tagesordnung zu verstehen, nicht nur durch unsere eigene Brille, sondern auch durch das Prisma unserer Gespr\u00e4chspartner. Und ich sehe deutlich, da\u00df Ru\u00dfland versucht, die Motivation der westlichen L\u00e4nder, der Ukraine und anderer L\u00e4nder, die sehr aggressiv gegen\u00fcber Ru\u00dfland sind, zu verstehen, aber wir sehen das nicht als Reaktion.<\/p>\n<p>Deshalb hoffe ich wirklich, da\u00df diese Konferenz dazu beitragen wird, ein kollektives Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die verschiedenen Probleme in der Welt zu schaffen, und da\u00df wir gemeinsam zumindest den Politikern helfen k\u00f6nnen, aus allem, was vor sich geht, die richtigen Schl\u00fcsse zu ziehen und einmal mehr aus diesem Teufelskreis von aggressiven Reaktionen nach dem Motto \u201eWie du mir, so ich dir\u201c auszubrechen.<\/p>\n<p>Vielen Dank, da\u00df Sie mir das Wort erteilt haben. Und ich beantworte gerne weitere Fragen, falls Sie noch welche haben. Vielen Dank.<\/p>\n<p><\/div><\/div><\/p>\n\n\n<p><strong>S.E. Prof. Dr. Manuel Hassassian<\/strong> (Pal\u00e4stina), pal\u00e4stinensischer Botschafter in D\u00e4nemark<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Chandra Muzaffar<\/strong> (Malaysia), Gr\u00fcnder und Pr\u00e4sident der Internationalen Bewegung f\u00fcr eine gerechte Welt (JUST)<\/p>\n\n\n<p><div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Wortlaut lesen<\/span><\/a><div class=\"toggle-content\"><\/p>\n<h2>Die Hoffnung liegt bei den Menschen<\/h2>\n<p class=\"autor\">Von Chandra Muzaffar<\/p>\n<p class=\"vor\">Chandra Muzaffar ist Gr\u00fcnder und Pr\u00e4sident der Internationalen Bewegung f\u00fcr eine gerechte Welt (JUST)\u00a0mit Sitz in Malaysia.<\/p>\n<p>K\u00f6nnen Sie sich einen V\u00f6lkermord vorstellen \u2013 im Fernsehen \u00fcbertragen, \u00fcberall auf der Welt? Wir sind alle Zeugen davon. Und doch sind wir nicht in der Lage, etwas zu tun, um ihn zu stoppen.<\/p>\n<p>Und es ist so offensichtlich, was die Ursache dieses V\u00f6lkermords ist. Es ist im Grunde nicht nur Israel, wohlgemerkt, sondern die Vereinigten Staaten wollen ihre beherrschende Stellung in dieser Region der Welt, in Westasien sichern. Die Vereinigten Staaten wollen keinen unabh\u00e4ngigen, souver\u00e4nen pal\u00e4stinensischen Staat. Sie haben diese Idee nie unterst\u00fctzt, oder? Das haben sie nicht. Israel auch nicht. Einige andere westliche L\u00e4nder haben sich zu dieser Idee bekannt, aber im Grunde geht es um Kontrolle und Dominanz.<\/p>\n<p>Die Frage ist, ob wir das \u00e4ndern k\u00f6nnen. Das Bewu\u00dftsein daf\u00fcr w\u00e4chst. Ja, die Menschen sind sich dessen bewu\u00dft, aber ich bin mir nicht sicher, ob wir es in naher Zukunft \u00e4ndern werden. Zu diesem wachsenden Bewu\u00dftsein hat in gewisser Weise auch Gaza beigetragen. Wie hat es dazu beigetragen? Aufgrund dessen, was in Gaza passiert ist, kennen die Menschen zum ersten Mal das wahre Gesicht Israels, insbesondere viele Menschen im Westen. F\u00fcr uns ist das nichts Neues. Aber viele Menschen im Westen wissen jetzt, wie Israel wirklich ist und wof\u00fcr es steht.<\/p>\n<p>Und dar\u00fcber hinaus kennen viele Menschen die Verbindung zu den USA und wissen, wof\u00fcr die USA stehen. Sie werden sich der US-Hegemonie und ihrer Funktionsweise sehr bewu\u00dft. Die Herausforderung besteht jedoch darin, das zu \u00e4ndern. Das wird noch lange dauern. Bewu\u00dftsein ist hilfreich, und dann, nachdem sich das Bewu\u00dftsein entwickelt hat, w\u00e4re die n\u00e4chste Stufe die F\u00e4higkeit, sich zu organisieren, zu mobilisieren und institutionelle Ver\u00e4nderungen herbeizuf\u00fchren.<\/p>\n<p>Aber die Hoffnung liegt bei den Menschen. Ich habe das Gef\u00fchl, da\u00df die einfachen Menschen letztendlich die Hoffnung verk\u00f6rpern. Und wenn ich sage \u201eeinfache Menschen\u201c, dann meine ich nicht nur die Menschen im Globalen S\u00fcden. Es sind auch die Menschen im Globalen Norden.<\/p>\n<p>Deshalb finde ich es gut, worum sich das Schiller-Institut, die LaRouche-Bewegung, im Norden bem\u00fcht, in den westlichen L\u00e4ndern: Es versucht, die Menschen zu sensibilisieren und versucht, mit L\u00e4ndern in anderen Teilen der Welt zusammenzuarbeiten. Das ist wichtig. Ich glaube nicht, da\u00df wir von hier aus in der Lage w\u00e4ren, im Norden einen Bewu\u00dftseinswandel herbeizuf\u00fchren oder die Menschen zu mobilisieren oder zu aktivieren. Mit \u201ewir\u201c meine ich Menschen wie uns aus dem Globalen S\u00fcden. Wir werden dazu nicht in der Lage sein. Aber wir k\u00f6nnen im S\u00fcden das tun, was wir tun sollten. Im Norden hingegen mu\u00df diese Aufgabe von Gruppen im Norden \u00fcbernommen werden, und letztendlich m\u00fcssen dann diese Gruppen im Norden und im S\u00fcden zusammenarbeiten, um den Wandel herbeizuf\u00fchren.<\/p>\n<p>Genau das versucht JUST. Darauf gehe ich im zweiten Teil meines Vortrags ein, in dem es um die Weltlage geht. Es ist eine Herausforderung, auch nur zu versuchen, eine Rolle zu spielen. Wir sind nur eine kleine, winzige Stimme inmitten dieser Herausforderung, aber diese Stimme wird noch geh\u00f6rt werden, wenn einige von uns nicht mehr da sind. Ich hoffe, da\u00df diese Stimme weiter geh\u00f6rt wird, denn die Herausforderung ist sehr gro\u00df.<\/p>\n<p>Ich denke, der sehr vorsichtige und durchdachte Ansatz der BRICS-Staaten \u2013 der f\u00fcnf Gr\u00fcndungsmitglieder und der anderen, jetzt vier weiteren BRICS-Mitglieder, und 13 weitere, die vielleicht im n\u00e4chsten Jahr dazukommen \u2013 ist ein guter Ansatz. BRICS sollte sich nicht zu schnell erweitern. Sie sollten vorsichtig sein. Sie sollten sehr bedachte Schritte unternehmen, einen nach dem anderen, und langsam sicherstellen, da\u00df die Gruppe wirklich global ist, was bedeutet, da\u00df sie am Ende nicht nur aus L\u00e4ndern des S\u00fcdens bestehen sollte. Es mu\u00df den Westen mit einbeziehen. Man kann zwar die Strategie verstehen, da\u00df es zun\u00e4chst der Globale S\u00fcden ist, aber es mu\u00df den Westen mit einbeziehen.<\/p>\n<p>Ich sage das aus einem sehr guten Grund. Wenn man sich ansieht, was in Bezug auf Gaza passiert ist, dann befinden wir uns in Gaza an einem sehr wichtigen Wendepunkt. Die meisten Massendemonstrationen, die f\u00fcr die Menschen in Gaza stattfanden, wurden im Westen, im Globalen Norden abgehalten. Das gibt Ihnen eine Vorstellung davon, wie die Situation ist. Es gibt ein gewisses Verst\u00e4ndnis unter den Menschen im Globalen Norden. Es gibt eine Bereitschaft zu handeln, sich zu zeigen, und ich denke, das ist ein sehr gutes Zeichen.<\/p>\n<p>Ich hoffe also, da\u00df dies in den kommenden Monaten und Jahren zu einer B\u00fcndelung der Bem\u00fchungen, zu einer Kombination von Unternehmungen f\u00fchren wird. Aber wir m\u00fcssen verstehen, da\u00df dies eine langfristige Herausforderung ist. Es ist nichts, was innerhalb der n\u00e4chsten ein oder zwei Jahre erreicht werden kann. Es wird Zeit brauchen. Wir sollten alle darauf hinarbeiten, und am Ende k\u00f6nnte es eine Art globale Bewegung der Menschheit, der gesamten Menschheitsfamilie sein, f\u00fcr eine Welt mit mehr Gerechtigkeit, mehr Gleichheit, mehr Freiheit und mehr Integrit\u00e4t.<\/p>\n<p>Das w\u00e4re das Ziel \u2013 all die Dinge, \u00fcber die die Menschen oft gesprochen haben, die wir aber nie wirklich erreicht haben. Manchmal klingt es sehr heuchlerisch, wenn Menschen \u00fcber einige dieser Werte und Grunds\u00e4tze sprechen, w\u00e4hrend sie sie in Wirklichkeit st\u00e4ndig verletzen. Aber jetzt m\u00fcssen wir daf\u00fcr sorgen, da\u00df BRICS anders wird: da\u00df sie Dinge tun, die dem Leben der Menschen einen echten Sinn geben, da\u00df langsam und stetig echte Ver\u00e4nderungen erfolgen, und das ist wichtig. Das w\u00e4re meine Antwort bis dahin.<\/p>\n<p><\/div><\/div><\/p>\n\n\n<p><strong>Michael Limburg<\/strong> (Deutschland), Diplom-Ingenieur, Vizepr\u00e4sident des EIKE (Europ\u00e4isches Institut f\u00fcr Klima und Energie)<\/p>\n\n\n<p><div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Im Wortlaut lesen<\/span><\/a><div class=\"toggle-content\"><\/p>\n<h2>Die Klimaideologie ist tot<\/h2>\n<p class=\"autor\">Von Michael Limburg<\/p>\n<p class=\"vor\">Michael Limburg ist Diplom-Ingenieur und Vizepr\u00e4sident des Europ\u00e4ischen Instituts f\u00fcr Klima und Energie (EIKE). Im Rahmen der zweiten Sitzung der Konferenz \u201eIm Geiste Schillers und Beethovens: Alle Menschen werden Br\u00fcder!\u201c zum 40j\u00e4hrigen Bestehen des Schiller-Instituts hielt er am 7. Dezember 2024 den folgenden Vortrag.<\/p>\n<p>\u201eDie globale Erw\u00e4rmung ist der gr\u00f6\u00dfte und erfolgreichste pseudowissenschaftliche Betrug,<br \/>den ich in meinem langen Leben als Physiker gesehen habe.\u201c<br \/>\u2013\u00a0<i>Harold Lewis: Austrittsschreiben an die American Physical Society<\/i><\/p>\n<p>Ich wurde f\u00fcr dieses Gespr\u00e4ch gebeten, meinen Eindruck darzulegen, wie heute \u2013 also im Jahre 26 nach Gr\u00fcndung des IPCC \u2013 die Welt auf diese Klimareligion schaut, und ja, es ist eine Klimareligion, die \u201edie Wissenschaft\u201c als Hohen Priester nutzt.<\/p>\n<p>Um es kurz zu machen, diese Klimareligion, man kann im weiteren Sinn auch von einer Ideologie sprechen, eine Klimaideologie, diese Klimaideologie, diese Klimareligion ist tot.<\/p>\n<p>Noch nicht ganz mausetot, aber doch schon sehr dicht dran. Leider, und dieses leider mu\u00df ich einf\u00fcgen, haben weder die EU noch Deutschland das begriffen. Und die Vereinten Nationen, die sich davon einen deutlichen Machtzuwachs versprechen, leider auch nicht.<\/p>\n<p>Woran mache ich das eine fest und auch das andere?<\/p>\n<p>Nun, bevor ich darauf eingehe, m\u00f6chte ich etwas zu meiner Person sagen. Ich bin ausgebildeter Ingenieur, mit den Themen Elektrotechnik im ganzen und Nachrichtentechnik im besonderen, und dazu versehen mit einem Zusatzstudium in Me\u00df- und Regelungstechnik. Zur Ausbildung geh\u00f6rte auch ein naturwissenschaftliches Studium von Physik und gewisse Teile der Chemie.<\/p>\n<p>Ich f\u00fchlte mich also gut ger\u00fcstet, die Idee von der schlimmen Klimawirksamkeit des Kohlendioxids in der Atmosph\u00e4re zu verstehen, aber auch die damit verbundenen Prozesse richtig einzuordnen. Und das betreibe ich seit nunmehr 24 Jahren.<\/p>\n<p>Vom Klima hatte ich anfangs keine Ahnung. Ich nahm es wie es kommt, n\u00e4mlich als eine statistische Zusammenfassung von lokalen Wetterdaten \u00fcber mindestens 30 Jahre, wie es ja auch die World Meteorological Organization definiert, und war eigentlich ganz froh, in einer Ecke zu wohnen, die sich durch mildes Kontinentalklima auszeichnet.<\/p>\n<p>Zu Anfang hatte ich keine Probleme damit anzunehmen, da\u00df CO<sub>2<\/sub>\u00a0diese schlimme Wirkung hat, obwohl ich mich schon von Anfang an an die Chemie erinnerte, die mir einbl\u00e4ute, da\u00df CO<sub>2<\/sub>\u00a0in der Atmosph\u00e4re zu den Spurengasen geh\u00f6rt, die insgesamt \u2013 also alle miteinander \u2013 weniger als 1 Vol.% ausmachen.<\/p>\n<p>Und CO<sub>2<\/sub>\u00a0\u2013 \u00fcberdies unsichtbar, de facto ungiftig, bis ca. 8000 ppm oder 0,8% als Grenzwert \u2013 war um das Jahr 1990 herum ca. mit 380 ppm oder nur 0,038% in der Luft enthalten. Oder anders ausgedr\u00fcckt: Von 10.000 Molek\u00fclen Luft sind nur 4 Molek\u00fcle CO<sub>2<\/sub>, und nur 1 davon \u2013 n\u00e4mlich die Erh\u00f6hung von 3 auf 4, sei in den letzten 150 Jahren dazugekommen. So das IPCC. 1 von 10.000, dazu ungiftig, es verbindet sich schlecht mit anderen Stoffen \u2013 also nicht wie Gift \u2013, und dazu unsichtbar.<\/p>\n<p>Das war also die Ausgangslage, und sehr schnell sah ich ein, da\u00df das mit dem CO<sub>2<\/sub>\u00a0nicht stimmte. Und da ich gen\u00fcgend Zeit hatte, versuchte ich, der Sache tiefer auf den Grund zu gehen, denn vielleicht hatte ich ja irgend etwas \u00fcbersehen.<\/p>\n<p>Nun, je tiefer ich bohrte, desto mehr wurde mir klar: Da war nichts. Wirklich nichts!<\/p>\n<div class=\"box fr w600 mt10 mb20 ml20 p16 i\">\n<div class=\"boxa w200 p11 n l\">Grafik: Willi Soon<\/div>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"fr w600 b1\" src=\"https:\/\/www.solidaritaet.com\/images28\/globale-energiebilanz.jpg\" vspace=\"3\" \/>Darstellung der Energieprozesse, die die energetische Energiebilanz der Atmosph\u00e4re der Erde bestimmen.<\/div>\n<p>Um das zu darzustellen, habe ich hier ein Bild von Willi Soon, einem Astrophysiker und in Harvard lange besch\u00e4ftigt, und ein \u201eKlimarealist\u201c der ersten Stunde, das darstellt, welche groben Energieprozesse die energetische Energiebilanz der Atmosph\u00e4re der Erde bestimmen. Um Ihnen das Z\u00e4hlen zu ersparen: Es sind 18 Prozesse. Und von diesen 18 Prozessen sind 17 mit dem Wasserdampf verbunden und nur einer, ein einziger \u2013 n\u00e4mlich die\u00a0<i>Atmospheric composition<\/i>, die Zusammensetzung der Atmosph\u00e4re hat \u2013 auf eine entfernte Weise \u2013 irgend etwas mit dem CO<sub>2<\/sub>\u00a0zu tun. Einer von 18 und dazu auch noch sehr entfernt.<\/p>\n<p>Und trotzdem begann langsam \u2013 begin\u00adnend mit Callendar in den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts, der sich auf den schon lange widerlegten Svante Arrhenius beruft, diese Idee \u2013 insbesondere in der westlichen Welt \u2013 Fu\u00df zu fassen. Und sicher hat bei dieser Entwicklung der Club of Rome mitgewirkt, von dem die Aussage von Alexander King in den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts \u00fcberliefert ist:<\/p>\n<p>\u201eAuf der Suche nach einem neuen Feind um uns zu einen, kam uns die Idee, da\u00df Luftverschmutzung, die Bedrohung der globalen Erwa\u0308rmung, Wasserknappheit, Hungersno\u0308te und \u00e4hnliches das Richtige wa\u0308re.\u201c<br \/>\u2013\u00a0<i>Die erste globale Revolution<\/i>, Club of Rome<\/p>\n<p>Und wenn ich schon beim Zitieren bin, darf ich noch Sir John Houghton zitieren, den ersten Vorsitzenden des IPCC, der seinen Mitstreitern einbl\u00e4ute: \u201eWenn wir keine Desaster anku\u0308ndigen, wird uns auch keiner zuho\u0308ren.\u201d<\/p>\n<p>Und so war es.<\/p>\n<p>Doch wenn Sie gestatten, zitiere ich jetzt zu Svante Arrhenius den Bernd Fleischmann \u2013 ebenso Ingenieur und bekennender Klimarealist wie ich:<\/p>\n<p>\u201eArrhenius wandte dann seine falsche Theorie auf das ,Treibhaus Erde\u2018 an. Statt Fensterglas nahm er die ,Treibhausgase\u2018 Wasserdampf (H<sub>2<\/sub>O) und Kohlendioxid (CO<sub>2<\/sub>), welche die sichtbaren Sonnenstrahlen auf die Erde durchlassen, die von der Erde abgestrahlten Infrarotstrahlen aber teilweise absorbieren. Er bezog sich in seinen Arbeiten von 1896 und 1901 auf John Tyndall, der die Absorption der Wa\u0308rmestrahlung der Erde durch das CO<sub>2<\/sub>\u00a0in der Atmospha\u0308re gemessen hat. Manche bezweifeln das jedoch und sagen, er hat mit seinem Me\u00dfaufbau nur die Absorption durch Wasserdampf messen k\u00f6nnen. Dessen Ergebnisse, behauptete Arrhenius ,stimmen sehr gut mit meinen Versuchen \u00fcberein\u2018, verschwieg dabei aber, da\u00df er die Ergebnisse von Tyndall durch 3,6 dividiert hatte. So etwas nennt man Betrug!\u201c<\/p>\n<p>\u201eAbgesehen davon hat Arrhenius mit seinem Me\u00dfaufbau die Absorption durch CO<sub>2<\/sub>\u00a0gar nicht messen k\u00f6nnen. Er hat statt dessen die Absorption durch Wasserdampf gemessen.\u201c Und trotzdem begann diese Idee, das CO<sub>2<\/sub>\u00a0\u2013 insbesondere das von allen Verbrennungsprozessen freigesetzte CO<sub>2<\/sub>, also das menschgemachte CO<sub>2<\/sub>\u00a0\u2013 f\u00fcr alles \u00dcbel auf der Welt verantwortlich zu machen. Es entstand ein richtiger Hype, eine Religion, eine Ideologie. Und zwar deshalb, weil auch die Linke, nachdem sie merkte, da\u00df der Kommunismus nicht mehr so richtig zog \u2013 100 Millionen Menschen waren damit umgekommen, merkt das\u00a0<i>Schwarzbuch des Kommunismus<\/i>\u00a0an \u2013, sich eine neue Opfergruppe ausdenken wollte. N\u00e4mlich all die, welche unter dem reichen \u201eWesten\u201c zu \u201eleiden\u201c hatten.<\/p>\n<p>Nicht umsonst war die erste Konferenz, auf der diese Klimaideologie verk\u00fcndet wurde, die Rio-Konferenz von 1992. Bei dieser Konferenz wurde das Konzept der nachhaltigen Entwicklung (<i>sustainable development<\/i>) beschlossen, aus dieser ging dann die Agenda 21 hervor. Wenig danach bekannte Frau Brundtland, die Dame war Schirmherrin dieser Konferenz, freim\u00fctig im Interview eines kanadischem Reporters, Zitat: \u201eDas Programm der Sozialistischen Internationale ist die Basis der Riokonferenz.\u201c<\/p>\n<p>Und im Jahre 1995 fand in Berlin die erste der IPCC-Konferenzen statt. Und von wem finanziert und ausgerichtet? Nun, Sie wissen es: Es war Frau Merkel. Schon damals mehr mit der Rettung der Welt besch\u00e4ftigt, als mit dem Voranbringen ihrer Heimat: Deutschland.<\/p>\n<p>Und dann nahm es richtig Fahrt auf. Der industrialisierte Westen mu\u00dfte \u2013 getrieben von den Gr\u00fcn-Linken aller Art und dankbar aufgenommen von den Entwicklungsl\u00e4ndern \u2013 Bu\u00dfe tun. In noch nie dagewesener Art und Weise.<\/p>\n<p>Billionen von Dollar oder Euro wechselten den Besitzer. W\u00e4hrend die Menschen im Westen in den ersten Jahren diesem treibetn noch wohlwollend zustimmten, schlie\u00dflich war Umweltschutz angesagt \u2013 \u201eniemand, der klar im Kopfe ist, w\u00fcrde in den Teich pinkeln, aus dem er sein Trinkwasser holt\u201c, um ein bekanntes Bonmot des ehemaligen tschechischen Staatspr\u00e4sidenten zu wiederholen. Und die Klimaideologen verbanden auf raffinierte Weise den \u201eKlimaschutz\u201c mit dem Umweltschutz, so ging es nach Paris mit seiner \u201e\u00dcbereinkunft\u201c erst so richtig los. Allein Deutschland wird der \u201eKlimaschutz\u201c fu\u0308r die Klimaneutralita\u0308t, so beziffert es McKinsey, 6 Billionen Euro kosten,<sup>1<\/sup>\u00a0andere wie Prof. Thess, kommen allein und nur f\u00fcr die sog. Energiewende auf 10 Billionen Euro.<sup>2<\/sup><\/p>\n<p>10 Billionen sind so viel, da\u00df man \u2013 weil das Jahr 31.140.000 Sekunden hat \u2013, wenn man pro Sekunde 1.000 Euro sparte oder verdiente, dann m\u00fc\u00dfte man dies 321 Jahre lang tun. Dann hat man 10 Billionen Euro!<\/p>\n<p>Und in den anderen L\u00e4ndern des Westens ist es nicht anders. Die Menschen merken, mit diesen gr\u00fcn-linken Ideologen geht es ihnen ans \u201eEingemachte\u201c. Erst werden sie ihr Geld los, dann ihren Job, dann Ihre Rente, und zum Schlu\u00df sind sie verarmt.<\/p>\n<p>Doch leider ist es nicht die Wissenschaft, die den Sieg davontr\u00e4gt, sondern die Erkenntnis, da\u00df Klimaschutz im wahrsten Sinne des Wortes arm macht. Oder um es mit Bertolt Brecht zu formulieren: \u201eErst kommt das Fressen, dann die Moral.\u201c<\/p>\n<p>Und es ist schlimm, sehr schlimm, da\u00df es erst soweit kommen mu\u00dfte.<\/p>\n<p>Schauen wir uns die Klimakonferenz in Dubai an. Dorthin kamen fast 100.000 Besucher, und alle hatten nur ein Ziel \u2013 von diesem Riesenkuchen, der dort vielleicht verteilt wurde, m\u00f6glichst viel abzukriegen. Doch sie wurden entt\u00e4uscht, der \u00d6lstaat Dubai zelebrierte zwar einige Messen f\u00fcr \u201eErneuerbare Energien\u201c und versprach den Anwesenden:<\/p>\n<p>\u201eLangfristig wollen alle Vertragsstaaten auf Kohle, \u00d6l und Gas verzichten. Auch wenn die Umsetzung dieses Ziels noch aussteht, ist es ein Fortschritt \u2013 und eine der wichtigsten Entscheidungen der Klimakonferenz\u2026 Aber langj\u00e4hrige Fragen zur Finanzierung bleiben offen, einschlie\u00dflich einer fehlenden Definition von Klimafinanzierung und der Anpassung von globalen Finanzstro\u0308men an das Pariser Klimaziel (Artikel 2.1c)\u201c, wie\u00a0<i>German Watch<\/i>\u00a0traurig einen Mi\u00dferfolg in einen Erfolg umzuwandeln versuchte. Und dann, noch mi\u00dfmutiger, in Baku ein Jahr sp\u00e4ter \u2013 und da kamen nur noch 40.000 Besucher \u2013, wie es der\u00a0<i>ZDF<\/i>-Umweltreporter Andreas Stamm darstellt:<\/p>\n<p>\u201eDer Kampf gegen den Klimawandel hat in Baku nicht gewonnen. Alles schaut nun auf die n\u00e4chste COP in Brasilien im kommenden Jahr. Der Proze\u00df geht weiter, genauso wie die Klimakrise. Kommt Zeit, kommt Rat, hei\u00dft es. Es fehlt eben immer mehr die Zeit.\u201c<\/p>\n<p>Und das auch deswegen, weil der aserbaidschanische Staatschef \u00d6l und Gas als \u201eGeschenk Gottes\u201c bezeichnet, und der\u00a0<i>Spiegel<\/i>\u00a0wu\u00dfte zu berichten:<\/p>\n<p>\u201eIlham Alijew wirft Medien und Klimasch\u00fctzern Verleumdung vor: ,Uns anzuklagen, da\u00df wir \u00d6l haben, ist so, als wenn man uns anklagt, da\u00df Baku mehr als 250 Sonnentage im Jahr hat.&#8217;\u201c<\/p>\n<p>Ja, so ist es. Und nur der hartgesottene Kommunist, UN-Generalsekret\u00e4r Ant\u00f3nio Guterres, meinte: \u201eZusagen m\u00fcssen schnell zu Bargeld werden.\u201c<\/p>\n<p>Nun, da kann er lange warten, denn den Sozialisten geht so langsam das Geld anderer Leute aus, wie Maggie Thatcher es so treffend formuliert hatte. Das Scheitern der COP29 sollte nicht \u00fcberraschend sein? So sagte es James Hansen:<sup>3<\/sup><\/p>\n<p>\u201eDas Pariser Abkommen ist wirklich ein Betrug, ein Fake. Es ist einfach Bl\u00f6dsinn, wenn sie sagen: ,Wir haben ein 2\u00b0C-Erw\u00e4rmungsziel<sup>4<\/sup>\u00a0und versuchen dann, alle f\u00fcnf Jahre etwas besser zu werden.\u2018 Das sind nur wertlose Worte. Es gibt keine Taten, nur Versprechungen. Solange fossile Brennstoffe die billigsten Brennstoffe zu sein scheinen, werden sie weiter verbrannt werden.\u201c<\/p>\n<p>Und nicht nur beim BRICS-Gipfel in Kasan, aber dort auch, wurde formuliert:<\/p>\n<p>\u201e&#8230; da\u00df ihre heimischen Energiebed\u00fcrfnisse und ihr wirtschaftliches Wohlergehen Vorrang vor internationalen Klimavereinbarungen wie dem Pariser Abkommen und ,Netto-Null-Initiativen\u2018 haben werden\u201c.<\/p>\n<p>Alle diese weltweiten Konferenzen zeigen daher den Niedergang dieser Religion. Ob die USA sich aus der Pariser \u00dcbereinkunft zur\u00fcckziehen und wieder der eigenen Energieversorgung insbesondere mittels fossiler Energie den Vorrang geben, \u201e<i>drill baby, drill\u201c<\/i>, und sich neue 200 Kernkraftwerke bis 2050 bauen wollen,<sup>3<\/sup>\u00a0oder ob Argentinien seine Delegierten aus Baku zur\u00fcckzieht. Der Niedergang ist unaufhaltsam.<\/p>\n<p>Nur leider in einer Region nicht, der EU mit ihrem Vorzeigeland Deutschland. \u201eDeutsch sein hei\u00dft, eine Sache um ihrer selbst willen zu tun\u201c, wu\u00dfte schon Richard Wagner. Denn obwohl die aktuelle Regierung hierzulande deswegen und letztendlich auseinanderflog, weil das Bundesverfassungsgericht die Zweckentfremdung des Klimafonds in H\u00f6he von 60 Mrd. Euro \u2013 alles geliehenes Geld, versteht sich \u2013 untersagte, und deswegen ohne Aufgeben der Schuldenbremse der Haushalt 2025 nicht zu stemmen ist, ist letztendlich die Klimareligion, die Klimaideologie, daf\u00fcr verantwortlich. Sie macht Energie schweineteuer, und mit ihren Krakenarmen umfa\u00dft sie die gesamte Volkswirtschaft und legt sie lahm.<\/p>\n<p>Und wenn selbst der klima\u00fcberzeugte Hans-Werner Sinn feststellte:<\/p>\n<p>\u201e&#8230;Das Kernproblem ist der Extremismus in der Klimapolitik. Denken Sie nur mal an das Energie-Effizienz-Gesetz vom letzten Jahr, das diesen komischen euphemistischen Namen tr\u00e4gt. In Wahrheit ist es ein Deindustrialisierungs-Gesetz, denn von 2008 bis 2045 mu\u00df der (prim\u00e4re) Energieverbrauch insgesamt in Deutschland um 45 Prozent schrumpfen \u2013 selbst dann, wenn er bis dahin vollkommen gr\u00fcn geworden sein sollte.\u201c<\/p>\n<p>Auch wenn er schon lange vor \u201edieser\u201c Klimapolitik gewarnt hat, doch \u201einternationale\u201c Klimapolitik findet er nachgerade sehr toll, so spricht das B\u00e4nde.<\/p>\n<p>Aber vielleicht gewinnt die Wissenschaft jetzt?<\/p>\n<p>Weil die Kosten f\u00fcr die, die sie tragen m\u00fcssen, zu gro\u00df werden.<\/p>\n<p>Weil insbesondere der Westen und darin die EU und Deutschland immer noch weiter diesen Unsinn vorantreibetn, allerdings mit nachlassender Intensit\u00e4t, wie USA, Argentinien und einige andere Staaten zeigen.<\/p>\n<p>Die EU mit ihrem Green Deal inklusive Verbrennerverbot und v.a.m. werden zuletzt umkippen, und auch erst dann, wenn Deutschland nicht mehr zahlt, nicht mehr zahlen kann.<\/p>\n<p>Wer Klimaschutz sagt, will betr\u00fcgen!<\/p>\n<hr \/>\n<p><b>Anmerkungen<\/b><\/p>\n<p>1.\u00a0<a href=\"https:\/\/vdiv.de\/news-details\/McKinsey-Studie-6-Billionen-Euro-kostet-Deutschlands-Klimaneutralitaet\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">McKinsey-Studie: 6 Billionen Euro kostet Deutschlands Klimaneutralit\u00e4t<\/a>,<br \/>Internetseite des Verbands der Immobilienverwalter, 16.09.2021.<\/p>\n<p>2. Bspw. auf dem Kongre\u00df am 15.6.24 in Halle.<\/p>\n<p>3.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/environment\/2015\/dec\/12\/james-hansen-climate-change-paris-talks-fraud\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">James Hansen, father of climate change awareness, calls Paris talks &#8218;a fraud&#8216;<\/a>,\u00a0<i>The Guardian<\/i>, 12.12.2015.<\/p>\n<p>4.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/environment\/2015\/dec\/06\/paris-climate-change-summit-richard-branson\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Coalition of business leaders challenges 2C climate change target<\/a>,\u00a0<i>The Guardian<\/i>, 6.12.2015.<\/p>\n<p>5.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/plus254516860\/USA-200-neue-AKW-Amerika-ruft-ein-neues-Kernenergie-Zeitalter-aus.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Amerika ruft ein neues Kernenergie-Zeitalter aus \u2013 Deutschland steht allein da<\/a>,\u00a0<i>Welt<\/i>, 20.11.2024.<\/p>\n<p><\/div><\/div><\/p>\n\n\n<p><strong>Prof.<\/strong> <strong>Glenn Diesen<\/strong> (Norwegen), Professor und Autor<\/p>\n\n\n<p><div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Im Wortlaut lesen<\/span><\/a><div class=\"toggle-content\"><\/p>\n<h2>Die Krise der Diplomatie<\/h2>\n<p class=\"autor\">Von Dr. Alexander Bobrow<\/p>\n<p class=\"vor\">Dr. Alexander K. Bobrow ist au\u00dferordentlicher Professor am Fachbereich f\u00fcr Diplomatie,\u00a0MGIMO-Universit\u00e4t, Moskau.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst einmal m\u00f6chte ich mich daf\u00fcr bedanken, da\u00df Sie mir das Wort erteilen, um vor einem so angesehenen Publikum zu sprechen, und vor all jenen, die wirklich \u00fcber die Zukunft der Menschheit und die Zukunft der internationalen Beziehungen nachdenken. Mein Name ist Dr. Alexander Kyrillowich Bobrow. Ich bin au\u00dferordentlicher Professor am Lehrstuhl f\u00fcr Diplomatie am Moskauer Staatlichen Institut f\u00fcr Internationale Beziehungen (MGIMO), und wie Sie sich vorstellen k\u00f6nnen, besch\u00e4ftige ich mich mit Diplomatie. Diplomatie ist meiner Meinung nach ein Instrument der Staatskunst, das darauf abzielt, verschiedene politische Konflikte mit friedlichen Mitteln zu l\u00f6sen. Und was wir jetzt sehen, ist im allgemeinen die Krise der Diplomatie. Und das ist etwas, das ich f\u00fcr sehr wichtig halte, und es ist die Wurzel allen \u00dcbels, das es jetzt in den zeitgen\u00f6ssischen internationalen Beziehungen gibt.<\/p>\n<p>Im Grunde wird sich meine Rede also mit der Krise der Diplomatie befassen, mit den charakteristischen Merkmalen dieser Krise und was dagegen zu tun ist.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst m\u00f6chte ich sagen, da\u00df die Krise der Diplomatie nicht in der ganzen Welt zu beobachten ist. Sie ist nur zu erkennen, wenn wir uns auf das konzentrieren, was derzeit in den bilateralen Beziehungen zwischen dem Westen und Ru\u00dfland im Allgemeinen und den Beziehungen zwischen den USA und Ru\u00dfland im besonderen vor sich geht. Wir sehen, da\u00df es keinerlei Verhandlungen zwischen den Staats- und Regierungschefs dieser L\u00e4nder gibt, zwischen Pr\u00e4sident Wladimir Putin und seinen amerikanischen oder europ\u00e4ischen Amtskollegen. Wir sehen, da\u00df es absolut keinen Dialog zwischen den Au\u00dfenministern gibt, zwischen dem US-Au\u00dfenministerium und dem russischen Au\u00dfenministerium; dasselbe k\u00f6nnte f\u00fcr den Dialog zwischen unserem Au\u00dfenministerium und denen der europ\u00e4ischen L\u00e4nder gelten und ich glaube, dies ist ein vernichtendes Beispiel daf\u00fcr, wie Diplomatie im allgemeinen\u00a0<i>nicht<\/i>\u00a0funktionieren sollte.<\/p>\n<p>Wir sehen auch die Wellen verschiedener Ausweisungen russischer Diplomaten aus verschiedenen westlichen L\u00e4ndern, die jede Form des offiziellen Dialogs zwischen unseren L\u00e4ndern verhindern, und wie Sie verstehen, geht dies mit verschiedenen Wellen von Sanktionen einher, die gegen Ru\u00dfland, gegen unsere Wirtschaft verh\u00e4ngt werden. Das schafft eine Situation, in der wir in einem Teufelskreis von Feindseligkeiten und einem Teufelskreis von politischen Aktivit\u00e4ten stecken, die uns daran hindern, einen Konsens zu finden.<\/p>\n<p>Wie Sie wissen, zielen viele westliche Strategien auf eine Politik des \u201eWie du mir, so ich dir\u201c ab, was bedeutet, da\u00df auf jede einzelne Ma\u00dfnahme, die beispielsweise von Ru\u00dfland ergriffen wird, Vergeltungsma\u00dfnahmen folgen sollten. Dies f\u00fchrt uns in eine diplomatische Sackgasse, in der es keine Diplomatie mehr gibt oder diese in unseren bilateralen Beziehungen nicht mehr funktioniert.<\/p>\n<p>Ich glaube, da\u00df der einzige Weg, um aus diesem Teufelskreis herauszukommen, darin besteht, miteinander zu kommunizieren. Diplomatie bedeutet, miteinander zu reden, einander zuzuh\u00f6ren und einander zu verstehen. Und ich mu\u00df sagen, da\u00df die offizielle Position der russischen Regierung auch sehr offen war, sie war offen f\u00fcr jede Form des Dialogs, auch wenn wir anderer Meinung sind. Das bedeutet nicht unbedingt, da\u00df wir in allen Fragen, die die Welt, unsere bilateralen Beziehungen oder beispielsweise Eurasien betreffen, einer Meinung sein m\u00fcssen, aber es bedeutet, da\u00df wir in der Lage sein m\u00fcssen, Botschaften zu vermitteln, zu verstehen, welche Auswirkungen die ergriffenen Ma\u00dfnahmen tats\u00e4chlich haben, und nat\u00fcrlich, was wir tun k\u00f6nnen, um unsere Zivilisationen, unsere L\u00e4nder zusammenzubringen.<\/p>\n<p>In meiner Rede m\u00f6chte ich kurz auf einige zentrale Themen eingehen, die mit der gro\u00dfen Strategie Ru\u00dflands zu tun haben, denn das ist etwas von gro\u00dfer Bedeutung und von gro\u00dfem Interesse f\u00fcr mich als Spezialist, der tats\u00e4chlich ausf\u00fchrlich auf Englisch und Russisch \u00fcber die gro\u00dfe Strategie Ru\u00dflands, \u00fcber die Au\u00dfenpolitik meines Landes und \u00fcber Diplomatie im allgemeinen schreibt.<\/p>\n<p>Ich glaube, da\u00df der einzige Weg darin besteht, die Grunds\u00e4tze des V\u00f6lkerrechts und internationale Abkommen zu diskutieren, durch die man tats\u00e4chlich mehrere Bedingungen schaffen kann, damit ein Land eine Politik verfolgen kann, die mehr oder weniger mit den nationalen Interessen des Landes \u00fcbereinstimmt. Und nur durch Diplomatie k\u00f6nnen solche Verhandlungen besiegelt werden.<\/p>\n<p>Gleichzeitig glaube ich, da\u00df die aktuellen Entwicklungen in den Beziehungen zwischen den USA und Ru\u00dfland auch sehr schlimme Folgen haben k\u00f6nnen, insbesondere wenn man bedenkt, da\u00df die USA und Ru\u00dfland 90% aller Atomwaffen besitzen und wir Gefahr laufen, einen umfassenden Atomkrieg zu f\u00fchren, wenn nichts unternommen wird.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst einmal sollte man, so w\u00fcrde ich sagen, einen neuen Weg finden, um den verschiedenen Meinungen in Bezug auf die R\u00fcstungskontrolle neues Leben einzuhauchen: Fr\u00fcher hatten wir so viele verschiedene Abkommen, die darauf abzielten, Atomwaffen zu reduzieren und jede Form des direkten Einsatzes dieser Atomwaffen zu verhindern. Und auch das wurde ignoriert und dann vollst\u00e4ndig \u2013 es wurde vom Westen ignoriert, insbesondere als die US-Regierung beschlo\u00df, sich aus mehreren Vertr\u00e4gen zur\u00fcckzuziehen, die w\u00e4hrend des Kalten Krieges zwischen den USA und der UdSSR oder zwischen den USA und Ru\u00dfland in den 1990er Jahren und zu Beginn des 21. Jahrhunderts unterzeichnet wurden.<\/p>\n<p>Ich glaube, da\u00df alles, was derzeit in der Ukraine vor sich geht, auch ein vernichtendes Beispiel daf\u00fcr ist, wie die europ\u00e4ische Struktur und das europ\u00e4ische Sicherheitssystem\u00a0<i>nicht<\/i>\u00a0funktionieren sollten, insbesondere wenn wir uns die Krise der OSZE, der Organisation f\u00fcr Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa, ansehen, die auf diesem Kontinent keine Sicherheit und Zusammenarbeit mehr bietet. Damit meine ich, da\u00df die NATO und die USA alle anderen multilateralen Institutionen gekapert haben, wobei die Europ\u00e4ische Union nur eine wirtschaftliche Dimension der von der NATO gef\u00fchrten europ\u00e4ischen Allianz ist.<\/p>\n<p>Das ist etwas, das nicht nur Ru\u00dfland betr\u00fcbt, sondern auch verschiedene neutrale L\u00e4nder, die gezwungen sind, der NATO beizutreten und Teil dieses antirussischen Systems zu werden. Und wenn ich das sage, denke ich vor allem an Schweden und Finnland, die fr\u00fcher neutral waren, sogar zu Zeiten des Kalten Krieges, und jetzt Teil all der Vorbereitungen sind, die gegen Ru\u00dfland getroffen werden, um einen m\u00f6glichen Konflikt zu provozieren, etwas, das Diplomaten zu verhindern versuchen.<\/p>\n<p>Ich glaube, da\u00df diese diplomatische Krise zwischen den USA und Ru\u00dfland nicht nur Auswirkungen auf Europa oder Eurasien im allgemeinen hat, sondern auch auf andere Teile der Welt. Was wir beispielsweise jetzt im Nahen Osten sehen, insbesondere in diesem Tauziehen zwischen Israel und dem Iran, hat auch damit zu tun, da\u00df die Beziehungen zwischen Moskau und Washington so schlecht sind. Denn unsere beiden L\u00e4nder h\u00e4tten mehrere Voraussetzungen f\u00fcr eine diplomatische L\u00f6sung dieses Konflikts schaffen k\u00f6nnen, um Israel davon abzuhalten, Pal\u00e4stinenser direkt anzugreifen und eine Milit\u00e4roperation gegen den Libanon zu starten.<\/p>\n<p>Wenn ich \u00fcber die strategische Situation spreche, denke ich in erster Linie an die Asien-Pazifik-Region, insbesondere an die Eind\u00e4mmung Chinas und Nordkoreas und all diese politischen Ma\u00dfnahmen, mit denen die USA diese indopazifische Region schaffen wollen, was bedeutet, da\u00df die USA \u00a0Australien, Japan, S\u00fcdkorea und Indien unterst\u00fctzen, um die chinesische Wirtschaft zu schw\u00e4chen. Das ist sicherlich keine g\u00fcnstige Voraussetzung f\u00fcr ein friedliches Zusammenleben in dieser Region. Und indem wir in dieser Region Trennlinien schaffen, f\u00f6rdern wir nur die potentiellen Konflikte, die in diesen L\u00e4ndern und in dieser Region bestehen.<\/p>\n<p>Ich bin daher der Meinung, da\u00df diese diplomatische Krise direkte Auswirkungen auf die ganze Welt haben wird. Es geht nicht nur um Washington und Moskau oder Washington und die europ\u00e4ischen L\u00e4nder. Es geht um unser globales Dorf. Es geht darum, wie wir im 21. Jahrhundert in der Welt leben werden.<\/p>\n<p>Und ich glaube und hoffe sehr, da\u00df die Diplomatie siegen wird. Um zu siegen, m\u00fcssen wir unsere gemeinsamen Interessen verstehen. Wir m\u00fcssen unsere respektierten Strategien verstehen. Um das zu verstehen, m\u00fcssen wir uns in die Lage der anderen Person versetzen und versuchen, jeden einzelnen Konflikt und jeden einzelnen Punkt auf der Tagesordnung zu verstehen, nicht nur durch unsere eigene Brille, sondern auch durch das Prisma unserer Gespr\u00e4chspartner. Und ich sehe deutlich, da\u00df Ru\u00dfland versucht, die Motivation der westlichen L\u00e4nder, der Ukraine und anderer L\u00e4nder, die sehr aggressiv gegen\u00fcber Ru\u00dfland sind, zu verstehen, aber wir sehen das nicht als Reaktion.<\/p>\n<p>Deshalb hoffe ich wirklich, da\u00df diese Konferenz dazu beitragen wird, ein kollektives Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die verschiedenen Probleme in der Welt zu schaffen, und da\u00df wir gemeinsam zumindest den Politikern helfen k\u00f6nnen, aus allem, was vor sich geht, die richtigen Schl\u00fcsse zu ziehen und einmal mehr aus diesem Teufelskreis von aggressiven Reaktionen nach dem Motto \u201eWie du mir, so ich dir\u201c auszubrechen.<\/p>\n<p>Vielen Dank, da\u00df Sie mir das Wort erteilt haben. Und ich beantworte gerne weitere Fragen, falls Sie noch welche haben. Vielen Dank.<\/p>\n<p><\/div><\/div><\/p>\n\n\n<p><strong>Dr. Bedabrata Pain<\/strong> (Indien), Filmregisseur; ehemaliger leitender NASA-Forscher <em>\u201eDeja vu, Where Past Meets the Future\u201c<\/em>; <strong>Joe Maxwell<\/strong> (USA), Mitbegr\u00fcnder von Farm Action, ehemaliger Vizegouverneur von Missouri; <strong>Mike Callicrate<\/strong> (USA), Eigent\u00fcmer von Ranch Foods Direct &amp; Callicrate Cattle Co; <strong>Robert Baker<\/strong> (USA) Schiller-Institut Landwirtschaftskommission<\/p>\n\n\n<p><div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Im Wortlaut lesen<\/span><\/a><div class=\"toggle-content\"><\/p>\n<h2>Verteidigt die Ern\u00e4hrungssouver\u00e4nit\u00e4t!<\/h2>\n<p class=\"vor\">Zum Abschlu\u00df der zweiten Sitzung der Konferenz \u201eIm Geiste Schillers und Beethovens: Alle Menschen werden Br\u00fcder!\u201c zum 40j\u00e4hrigen Bestehen des Schiller-Instituts am 7. Dezember 2024 sprachen Experten und Aktivisten \u00fcber Fragen der Landwirtschaft und Weltern\u00e4hrung:\u00a0<i>Dr. Bedabrata Pain<\/i>, Filmregisseur und hochrangiger NASA-Forscher aus Indien, und die US-Amerikaner\u00a0<i>Joe Maxwell<\/i>, Mitgr\u00fcnder von Farm Action und ehemaliger Vizegouverneur von Missouri,\u00a0<i>Mike Callicrate<\/i>, Besitzer von Ranch Foods Direct und Callicrate Cattle Co., sowie\u00a0<i>Robert Baker<\/i>\u00a0von der Landwirtekommission im Schiller-Institut.<\/p>\n<h3>Dr. Bedrabrata Pain, Filmemacher<\/h3>\n<div class=\"box fr w180 mt10 mb20 ml20 p16 i l\">\n<div class=\"boxa w200 p11 n r\">\u00a9 Schiller-Institut<\/div>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"fr w180 b1\" src=\"https:\/\/www.solidaritaet.com\/images28\/bedabrata-pain.jpg\" vspace=\"3\" \/><\/div>\n<div class=\"box fr w180 mt10 mb20 ml20 p16 i l\">Dr. Bedabrata Pain<\/div>\n<p>Zun\u00e4chst m\u00f6chte ich dem Schiller-Institut und Helga LaRouche danken.<\/p>\n<p>Zu dem Film\u00a0<i>D\u00e9j\u00e0 vu, Where the Past Meets the Future<\/i>\u00a0(\u201eD\u00e9j\u00e0 vu \u2013 Wo Vergangenheit und Zukunft zusammentreffen\u201c): Es handelt sich um eine Dokumentation \u00fcber die Marktreformen in der Landwirtschaft in den USA und wie sie sich auf Kleinbauern ausgewirkt haben. Der Hintergrund waren die gro\u00dfen Proteste, die indische Bauern gegen \u00e4hnliche Reformen in Indien gestartet hatten. Ich bin sicher, da\u00df Sie den Film irgendwann einmal sehen werden, und ich freue mich sehr, da\u00df zwei der Personen, die wir interviewt haben, nach mir hier sprechen werden.<\/p>\n<p>Ich werde Ihnen also kurz erz\u00e4hlen, worum es in dem Dokumentarfilm geht: Es geht um Marktreformen in der Landwirtschaft und darum, wie als Folge davon Konzerne die Landwirtschaft \u00fcbernommen und Kleinbauern dezimiert haben, ohne da\u00df die Verbraucher davon profitiert haben.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich sind die Probleme viel gr\u00f6\u00dfer als die Landwirtschaft selbst. Es geht darum, wie Unternehmensmonopole, Oligarchien und Kartelle unser Leben in allen Bereichen \u00fcbernommen haben. Das wichtigste ist, da\u00df es heute kein einziges Problem auf der Welt gibt, das zum Wohle der Menschen gel\u00f6st werden kann, ohne die Unternehmensmonopole in ihre Schranken zu weisen und ihre Macht zu beschneiden.<\/p>\n<p>Das ist das Wichtigste, wor\u00fcber ich sprechen m\u00f6chte, und ich bin sicher, da\u00df wir noch Gelegenheit haben werden, mehr dar\u00fcber zu sprechen. Vielen Dank.<\/p>\n<h3>Joe Maxwell, Mitbegr\u00fcnder von Farm Action und ehemaliger Vizegouverneur von Missouri<\/h3>\n<div class=\"box fr w180 mt10 mb20 ml20 p16 i l\">\n<div class=\"boxa w200 p11 n r\">\u00a9 Schiller-Institut<\/div>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"fr w180 b1\" src=\"https:\/\/www.solidaritaet.com\/images28\/joe-maxwell.jpg\" vspace=\"3\" \/><\/div>\n<div class=\"box fr w180 mt10 mb20 ml20 p16 i l\">Joe Maxwell<\/div>\n<p>Vielen Dank f\u00fcr die Einladung, heute hier zu sein. Der Weg zum Frieden f\u00fchrt \u00fcber die Ern\u00e4hrungssouver\u00e4nit\u00e4t. Die Globalisierungspolitik der Vereinigten Staaten hat dazu gef\u00fchrt, da\u00df die USA bei der Ern\u00e4hrung ihrer Bev\u00f6lkerung von anderen L\u00e4ndern abh\u00e4ngig sind. Die Vereinigten Staaten stehen in diesem Jahr vor einem Rekorddefizit im Agrarhandel von etwa 45 Milliarden US-Dollar. Die Wahrheit ist, da\u00df die globalistische Politik der USA die m\u00e4chtige Agrarmacht der USA in eine Lage gebracht hat, in der sie nicht einmal seine Bev\u00f6lkerung ern\u00e4hren kann.<\/p>\n<p>Die Welt sollte danach streben, einen Ort, eine Gemeinschaft zu schaffen, in der die Landwirte und Produzenten eines Landes ihre Nachbarn \u00fcber lokale und regionale Lebensmittelsysteme ern\u00e4hren d\u00fcrfen und dabei unterst\u00fctzt werden. Die Regierungen auf der ganzen Welt sollten bereitstehen, um bei D\u00fcrren oder anderen Naturkatastrophen, die die F\u00e4higkeit zur Ern\u00e4hrung der eigenen Bev\u00f6lkerung beeintr\u00e4chtigen, zu helfen. Wenn ein Land von einem anderen Land abh\u00e4ngig ist, um sich und seine Bev\u00f6lkerung zu ern\u00e4hren, hat es seine Souver\u00e4nit\u00e4t verloren; seine Bev\u00f6lkerung ist der harten Hand der Globalisten ausgeliefert und das Land selbst dem Hungertod, wenn es sich der Globalisierung nicht unterwirft.<\/p>\n<p>Wir d\u00fcrfen nicht zulassen, da\u00df Lebensmittel jemals als Waffe eingesetzt werden. Wir d\u00fcrfen niemals zulassen, da\u00df Lebensmittel unter in die H\u00e4nde und unter die Kontrolle einiger weniger globaler Unternehmen und der mit ihnen verb\u00fcndeten Regierungen kommen.<\/p>\n<p>Diese Konferenz bringt Redner aus einigen der m\u00e4chtigsten L\u00e4nder der Welt zusammen. L\u00e4nder, die weltweit in die Infrastruktur investieren, in S\u00fcdamerika, Afrika und anderen Orten. Sie bauen Eisenbahnen, H\u00e4fen, Stra\u00dfen und verschiedene Infrastruktur in diesen L\u00e4ndern. Das sollte begr\u00fc\u00dft werden.<\/p>\n<p>Die meisten von ihnen verkaufen diesen L\u00e4ndern jedoch die Botschaft, da\u00df sie da sind, um zu \u201ehelfen\u201c. Unserer Meinung nach sind ihre Motive aber nicht rein. Sie investieren nur in die Infrastruktur, die ihre Unternehmen, staatlichen Betriebe und wohlhabendsten B\u00fcrger ben\u00f6tigen, um diesen L\u00e4ndern, denen sie angeblich helfen wollen, den Reichtum zu entziehen.<\/p>\n<p>Es ist, wie wir auf dem Land in Amerika sagen, wie ein Wolf im Schafspelz. Landwirte auf der ganzen Welt sollten fordern, da\u00df sie ihre Nachbarn unterst\u00fctzen d\u00fcrfen, indem sie sie ern\u00e4hren. Ihre Regierungen sollten in die Verarbeitungs- und Vertriebssysteme investieren, die die lokale und regionale Wirtschaft unterst\u00fctzen. Wenn man in einer Gemeinschaft wirklich wachsen will, sollte man mit der Landwirtschaft und der Ern\u00e4hrung dieser Gemeinschaft beginnen. Dieser Ansatz wird Wohlstand in der Gemeinschaft und im Lande schaffen.<\/p>\n<p>Als Landwirt arbeite ich in den Vereinigten Staaten mit unserer Organisation Farm Action und dem Farm Action Fund zusammen, um zu fordern, da\u00df die USA mir und uns als amerikanischen Landwirten erlauben, unsere Nachbarn zu ern\u00e4hren. Und wir fordern und verlangen, da\u00df sie anderen L\u00e4ndern die Infrastruktur zur Verf\u00fcgung stellen, damit die Landwirte in diesen L\u00e4ndern ihre Nachbarn ern\u00e4hren k\u00f6nnen. Wir m\u00f6chten, da\u00df unsere US-Regierung die W\u00fcnsche der Menschen in anderen Teilen der Welt respektiert.<\/p>\n<p>Ein Beispiel f\u00fcr etwas, das uns in unserem Land schockiert hat: Mexiko wollte ein Verbot von gentechnisch ver\u00e4ndertem Mais verh\u00e4ngen, aber unsere Regierung forderte, da\u00df Mexiko dieses Recht nicht haben sollte. Unsere Regierung in den Vereinigten Staaten sollte niemals dar\u00fcber urteilen, was f\u00fcr ein anderes Land und seine Bev\u00f6lkerung am besten ist. Wir sollten diese Entscheidungen unterst\u00fctzen und M\u00f6glichkeiten f\u00fcr friedliche Verhandlungs- und Handelswege schaffen.<\/p>\n<p>Wir von Farm Action sind der Meinung, da\u00df es keinen Weltfrieden geben kann, solange wir nicht alle zusammenarbeiten, um Gemeinschaften weltweit in die Lage zu versetzen, sich selbst zu ern\u00e4hren. Ich m\u00f6chte Ihnen allen daf\u00fcr danken, da\u00df Sie sich f\u00fcr unser Anliegen einsetzen, Menschen auf der ganzen Welt zu unterst\u00fctzen. Vielen Dank.<\/p>\n<h3>Michael Callicrate, Besitzer von Ranch Foods Direct und Callicrate Cattle Co.<\/h3>\n<div class=\"box fr w180 mt10 mb20 ml20 p16 i l\">\n<div class=\"boxa w200 p11 n r\">\u00a9 Schiller-Institut<\/div>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"fr w180 b1\" src=\"https:\/\/www.solidaritaet.com\/images28\/michael-callicrate.jpg\" vspace=\"3\" \/><\/div>\n<div class=\"box fr w180 mt10 mb20 ml20 p16 i l\">Michael Callicrate<\/div>\n<p>Hallo, hier ist Mike Callicrate; ich lebe in Colorado Springs in Colorado. Ich m\u00f6chte dem Schiller-Institut und Helga [Zepp-LaRouche] f\u00fcr die Gelegenheit danken, heute hier zu sprechen.<\/p>\n<p>Was mich tats\u00e4chlich am meisten beunruhigt, ist die Konzentration von Macht und Reichtum in den H\u00e4nden einiger weniger. Pr\u00e4sident James Madison (1809-17) sagte:<\/p>\n<p>\u201eKonzentrierter Reichtum wird unsere Nation zerst\u00f6ren, wenn sich die Gesetze nicht \u00e4ndern. Der Tag wird kommen, an dem unsere Republik zur Unm\u00f6glichkeit wird, weil der Reichtum in den H\u00e4nden einiger weniger konzentriert sein wird. Wenn dieser Tag kommt, m\u00fcssen wir uns auf die Weisheit der besten Elemente des Landes verlassen, um die Gesetze der Nation neu anzupassen.\u201c<\/p>\n<p>Seit dieses Zitat von Pr\u00e4sident Madison ausgesprochen wurde, ging es mit uns auf und ab. Wir haben die \u00c4ra der R\u00e4uberbarone erlebt, in der Monopolmacht und -kontrolle herrschten. Nun sind wir wieder vollst\u00e4ndig unter der Monopolmacht und -kontrolle globaler Unternehmen und Globalisten im allgemeinen, die wirklich Menschen gegen Menschen ausspielen.<\/p>\n<p>Wenn wir dar\u00fcber sprechen wollen, da\u00df \u201ealle Menschen Br\u00fcder werden\u201c, dann k\u00f6nnen wir das vielleicht mit dem Essen tun. Ich arbeite am Aufbau lokaler, regionaler Lebensmittelketten. So kann ich sicher sein, da\u00df wir immer etwas zu essen haben werden.<\/p>\n<p>Aber im Moment sieht es so aus, da\u00df wir nie in der Lage sein werden, friedlich miteinander zu leben, wenn wir nicht unser Nahrungsmittelsystem \u00e4ndern und die gro\u00dfen Konzerne wie Cargill unter Kontrolle bringen, die immer auf der Suche nach den hungrigsten Menschen sind, die am billigsten arbeiten, und die Ressourcen des Planeten ausbeuten. Wenn wir Menschen gegeneinander ausspielen und dadurch Kriege verursachen, dann werden wir nie in der Lage sein, friedlich miteinander zu leben.<\/p>\n<p>Deshalb konzentriere ich mich auf Lebensmittel. Ich m\u00f6chte lokale und regionale Lebensmittelketten aufbauen und ich komme auf das zur\u00fcck, was der heilige Paulus sagte: \u201eDer Landmann, der m\u00fchsam arbeitet, mu\u00df der erste sein, der die Fr\u00fcchte genie\u00dft.\u201c Das steht in Stein gemei\u00dfelt \u00fcber dem Hauptportikus des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) in Washington. Doch diejenigen, die in diesem Geb\u00e4ude f\u00fcr das Ministerium arbeiten, wissen nicht, da\u00df das dort steht, und ehrlich gesagt, glauben sie nicht daran.<\/p>\n<p>Ich wei\u00df also nicht, was uns diese neue Regierung bringen wird. Als diese Regierung mit Trump an der Spitze das letzte Mal an der Macht war, wurde alles nur noch schlimmer. Aber wir werden sehen, was mit dieser n\u00e4chsten Regierung passiert.<\/p>\n<p>Vielen Dank, da\u00df ich heute hier reden durfte.<\/p>\n<h3>Bob Baker, Landwirtschaftssprecher des Schiller-Instituts<\/h3>\n<div class=\"box fr w180 mt10 mb20 ml20 p16 i l\">\n<div class=\"boxa w200 p11 n r\">\u00a9 Schiller-Institut<\/div>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"fr w180 b1\" src=\"https:\/\/www.solidaritaet.com\/images28\/bob-baker.jpg\" vspace=\"3\" \/><\/div>\n<div class=\"box fr w180 mt10 mb20 ml20 p16 i l\">Bob Baker<\/div>\n<p>Hallo und danke an alle. Als erstes m\u00f6chte ich Sie bitten, da\u00df Sie auf diesen Bildschirm schauen und die Adresse von\u00a0<i>EIR News<\/i>\u00a0notieren:\u00a0<i>LaRouchePub.com<\/i>. Dort finden Sie im Archiv unter den Stichw\u00f6rtern \u201eLandwirtschaft\u201c und \u201eAmerikanisches System\u201c Hunderte von Artikeln \u00fcber die Geschichte des Kampfes um die Wirtschaftspolitik. Damit verstehen Sie den Unterschied zwischen der Herrschaft kolonialer Monopole und der Herrschaft souver\u00e4ner B\u00fcrger. Das ist sehr wichtig. Es ist Ihre beste Quellensammlung.<\/p>\n<p>Heute gibt es in der Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft der Welt zwei M\u00e4ngel, die dringendes Handeln f\u00fcr ein neues Wirtschaftssystem erfordern:<\/p>\n<p><b>Erstens<\/b>: Die weltweite Gesamtproduktion an Nahrungsmitteln reicht nicht aus! Viele wohlmeinende Menschen behaupten, es g\u00e4be genug f\u00fcr alle, wenn man es besser verteilt. Das stimmt nicht.<\/p>\n<p>Nehmen Sie Getreide als Ma\u00dfstab: Weizen, Mais, Reis, Sorghum. Wir sollten davon \u00fcber sechs Milliarden Tonnen pro Jahr haben. Wir haben kaum die H\u00e4lfte!<\/p>\n<p>Und schauen Sie genauer hin: Die L\u00e4nder, die immer mehr Getreide anbauen, sind Indien, Ru\u00dfland, China und ein paar andere. Das ist gut!<\/p>\n<p>Zu Afrika: Wir m\u00fcssen die Getreideproduktion in Afrika und anderswo dringend steigern. Die Getreideg\u00fcrtel des Westens stecken in einer Wirtschaftskrise und kommen nicht vom Fleck.<\/p>\n<p><b>Zweitens<\/b>: Wir m\u00fcssen weg von den langen Export-Import-Wegen, die das System der Globalisierung geschaffen hat. Das kommt von Monopolen wie Cargill, JBS, Bunge, ADM, Danone, Walmart, Aldi, Carrefour und vielen anderen. Sie wollen damit Geld verdienen, nicht Menschen mit Lebensmitteln versorgen.<\/p>\n<p>Heute sind die USA ein Nettoimporteur von Lebensmitteln. Sie leben von Kartell-Lieferungen von Lebensmitteln aus Guatemala, Honduras, Mexiko, Peru und anderen L\u00e4ndern.<\/p>\n<p>In den Farmen in den USA geht es jetzt zu wie in Europa, es gibt Massenentlassungen in den Agrar-Zulieferbetrieben. John Deere schlie\u00dft Fabriken, Cargill entl\u00e4sst 8000 Arbeiter und Lebensmittelverarbeiter wie Tyson bauen Tausende von Arbeitspl\u00e4tzen ab. In den n\u00e4chsten 20 Jahren werden 70% der Landwirte in den USA in den Ruhestand gehen. Junge Landwirte werden nicht zur\u00fcckkommen.<\/p>\n<p>Auf diesem Podium haben wir von den Projekten und Ans\u00e4tzen geh\u00f6rt, die eine Wende herbeif\u00fchren sollen. Die damit verbundenen Prinzipien sind aus der Geschichte des Amerikanischen Systems bekannt. Denken Sie nur an Pr\u00e4sident Abraham Lincolns Transkontinentale Eisenbahn im Jahr 1862.<\/p>\n<p>La\u00dft uns jetzt die s\u00fcdamerikanische transkontinentale Eisenbahn bauen, sie ist l\u00e4ngst \u00fcberf\u00e4llig.<\/p>\n<p>La\u00dft uns die Produktion \u00fcberall steigern!<\/p>\n<p>Schauen wir uns drei Punkte an, die Prinzipien f\u00fcr das neue Wirtschaftssystem sind, in Bezug auf die Landwirtschaft:<\/p>\n<p>1. Wir brauchen unabh\u00e4ngige Familienbetriebe. Warum? Um kreative F\u00e4higkeiten, Stolz und Kultur im Zusammenhang mit der Produktion von Nahrungsmitteln f\u00fcr die Menschen zu entwickeln. Wir m\u00fcssen sicherstellen, da\u00df das Einkommen der Bauernfamilien ausreicht und die Preise stabil und verl\u00e4\u00dflich sind.<\/p>\n<p>2. Wir brauchen die Infrastruktur zur Unterst\u00fctzung der Lebensmittelproduktion: Wasser, Strom, Transport.<\/p>\n<p>3. Wir m\u00fcssen die Souver\u00e4nit\u00e4t des Landes wahren. Es ist die Aufgabe der Regierung, Monopole und den Finanzkomplex zu stoppen, der die Landwirtschaft, die Lebensmittelversorgung, die Medizin und alles andere beherrscht.<\/p>\n<p>Seit dem Herbst sind die Landwirte in Europa wieder auf der Stra\u00dfe und protestieren. Am 19. November waren sie in London. Letzte Woche demonstrierten die franz\u00f6sischen Bauern. Sie fordern das Recht, Lebensmittel zu produzieren. Wir haben die indischen Bauern massenhaft auf den Stra\u00dfen gesehen. Wir haben die Berichte der amerikanischen Landwirte geh\u00f6rt.<\/p>\n<p>La\u00dft uns die moralische Verpflichtung \u00fcbernehmen, alle Menschen auf der Erde mit ausreichend Nahrung zu versorgen!<\/p>\n<p>Und nehmen wir diese Konferenz als Ausgangspunkt, auf jede notwendige Art und Weise zusammenzuarbeiten, um ein neues System zu schaffen.<\/p>\n<p><\/div><\/div><\/p>\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><em>Diskussion<\/em><strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Sonntag, 8. Dezember<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Panel 3<\/strong> (15:00\u201318:00 Uhr): \u201e<em>Die wissenschaftlichen Triebkr\u00e4fte der physischen Wirtschaft heute\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Die wissenschaftlichen Triebkr\u00e4fte der physischen Wirtschaft heute\" width=\"960\" height=\"540\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/PW12X-toSb8?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p>Moderator: <strong>Jason Ross<\/strong> (USA), Wissenschaftsberater des Schiller-Instituts: Begr\u00fc\u00dfung und Einf\u00fchrung<\/p>\n\n\n\n<p>Hauptredner: <strong>Jacques Cheminade<\/strong> (Frankreich), ehemaliger Pr\u00e4sidentschaftskandidat, Pr\u00e4sident von Solidarit\u00e9 et Progr\u00e8s: <em>Wissenschaft als Motor f\u00fcr das neue Paradigma der physischen \u00d6konomie<\/em><\/p>\n\n\n<p><div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Rede im Wortlaut lesen<\/span><\/a><div class=\"toggle-content\"><\/p>\n<h2>Wissenschaft als Motor f\u00fcr das neue Paradigma der physischen \u00d6konomie<\/h2>\n<p class=\"autor\">Von Jacques Cheminade<\/p>\n<p class=\"vor\">Jacques Cheminade war Kandidat f\u00fcr das Amt des franz\u00f6sischen Staatspr\u00e4sidenten und ist Vorsitzender der Partei Solidarit\u00e9 et Progr\u00e8s, Er er\u00f6ffnete den 3. Abschnitt der Konferenz zum 40j\u00e4hrigen Bestehen des Schiller-Instituts am 8. Dezember 2024 mit dem folgenden Vortrag.<\/p>\n<p>Unsere Mission ist es, die Menschheit von ihrem Weg in die thermonukleare Ausl\u00f6schung abzubringen. Das bedeutet Frieden \u2013 nicht als Abkommen zwischen zwei Kriegsperioden oder lediglich zur Beendigung des Krieges, sondern da\u00df wir unseren Kampf auf wissenschaftlichen und technologischen Fortschritt st\u00fctzen, um allen Nationen und der gesamten Menschheit das \u00dcberleben zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>Das Engagement f\u00fcr wissenschaftlichen Fortschritt steht im Mittelpunkt der physischen Voraussetzungen f\u00fcr das \u00dcberleben der Menschheit als Ganzes, um in uns allen die Gewi\u00dfheit zu schaffen, da\u00df zuk\u00fcnftige Generationen besser sein werden als unsere. Wir m\u00fcssen dieses Prinzip in unseren subjektiven Handlungen teilen, um die notwendige Hoffnung und das Vertrauen in die Kr\u00e4fte der sch\u00f6pferischen Vernunft zu f\u00f6rdern. Eine solche Hoffnung ist, entgegen den b\u00f6sartigen Erz\u00e4hlungen der oligarchischen Kriegstreiber, die einzige Waffe, um unsere Mitmenschen zu inspirieren, sich \u00fcberall f\u00fcr die Sache des Friedens zusammenzuschlie\u00dfen und ver\u00e4ngstigte Fl\u00fcchtlinge in selbstbewu\u00dfte Millionen von Demonstranten zu verwandeln.<\/p>\n<p>Die folgenden Redner werden die Konsequenz eines Nicht-Eingreifens \u2013 unsere gegenseitige nukleare Vernichtung \u2013 und statt dessen die Freude an der Schaffung eines neuen Entwicklungsparadigmas aufzeigen, wenn sich die Nationen des Westens mit den BRICS-Staaten zusammenschlie\u00dfen, um die rasche Industrialisierung unseres gesamten Planeten sicherzustellen und Milliarden qualifizierter Arbeitspl\u00e4tze zu schaffen, die f\u00fcr die Bew\u00e4ltigung einer solchen Aufgabe erforderlich sind. Unter den zehn Prinzipien, die Helga Zepp-LaRouche zur Diskussion \u00fcber eine neue internationale Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur vorstellte, definiert das letzte unsere Herausforderung:<\/p>\n<p>\u201eDie Grundannahme des neuen Paradigmas ist, da\u00df der Mensch grunds\u00e4tzlich gut ist und f\u00e4hig, die Kreativit\u00e4t seines Geistes und die Sch\u00f6nheit seiner Seele unendlich zu vervollkommnen, und da\u00df er die am weitesten entwickelte geologische Kraft im Universum ist, was beweist, da\u00df die Gesetzm\u00e4\u00dfigkeit des Geistes und die des physischen Universums in \u00dcbereinstimmung und Koh\u00e4sion stehen und da\u00df alles B\u00f6se das Ergebnis eines Mangels an Entwicklung ist und daher \u00fcberwunden werden kann\u201d<\/p>\n<h3>Das gemeinsame Potential der Menschheit<\/h3>\n<p>Dies ist die eigentliche Quelle der Wissenschaft, die entscheidende Tatsache, auf die sich das christliche Prinzip des \u201eg\u00f6ttlichen Funken der Vernunft\u201c bezieht, der in jedem von uns als souver\u00e4ne, individuelle, kreative Person innewohnt. Lyndon LaRouche verweist in seinem Artikel \u201eGeschichte als Wissenschaft\u201c vom 8. Februar 1993 auf \u201eGottfried Leibniz\u2018 erstaunliche Entdeckung der charakteristischen Punkte der Affinit\u00e4t zwischen dem Christentum und der Konfuzius-Tradition innerhalb der Sprachkultur Chinas\u201c. Hier geht es darum, was wir gemeinsam haben und was wir in unseren westlichen L\u00e4ndern in die \u201eGemeinschaft f\u00fcr eine gemeinsame Zukunft der Menschheit\u201c einbringen k\u00f6nnen und sollten.<\/p>\n<p>Was wir gemeinsam haben, ist das, was Helga Zepp-LaRouche betont: das angeborene Potential des Guten in allen Menschen, das im Westen durch das platonische Christentum gegen den b\u00f6sartigen Gnostizismus und Nominalismus, die beide auf Sinneswahrnehmungen reduziert sind, und in China durch die urspr\u00fcngliche konfuzianische Tradition gegen den fehlgeleiteten Taoismus und Legalismus zum Ausdruck kommt.<\/p>\n<p>In beiden F\u00e4llen steht dies im v\u00f6lligen Gegensatz zu dem, was der Jurist des Dritten Reiches, Carl Schmitt, als die Notwendigkeit bezeichnet, einen existentiellen Feind zu haben, um das eigene Identit\u00e4tsgef\u00fchl zu behaupten. Dieser b\u00f6se Glaube, man habe f\u00fcr immer einen existentiellen Feind, bis man ihn vernichtet, f\u00fchrt \u201elogischerweise\u201c zum Krieg.<\/p>\n<p>Die chinesische Kultur mit ihrem Win-Win-Konzept und die westliche Kultur, wie sie im Westf\u00e4lischen Frieden und in den Evangelien zum Ausdruck kommt, teilen eine \u00e4hnliche, ontologisch optimistische Auffassung. Sie ist nicht nur die Grundlage f\u00fcr die Vorstellung eines dauerhaften Friedens, sondern dr\u00fcckt auch die unvermeidliche Wechselbeziehung zwischen moralischer Motivation und wissenschaftlicher Praxis aus.<\/p>\n<p>Einige m\u00f6gen antworten: Aber es ist die Wissenschaft, die die Chinesen dazu gebracht hat, das Pulver f\u00fcr Kanonen zu erfinden, und den Westen dazu, zwei Atombomben zu entwickeln und auf die Zivilbev\u00f6lkerung abzuwerfen.<\/p>\n<p>Nun, was den Westen betrifft, so ist es die Perversion der Wissenschaft. Warum? Weil, wenn nichts f\u00fcr das Gute getan wird, das B\u00f6se entsteht und die Ergebnisse der Wissenschaft kontrolliert, um Macht \u00fcber andere zu erlangen! Ein Eintreten f\u00fcr die Entwicklung der noch nicht entwickelten L\u00e4nder, wie es Roosevelt oder De Gaulle konzipiert haben, h\u00e4tte die Versuchung verhindert, 1945 aus geopolitischen Gr\u00fcnden Atombomben zu werfen, um Japan zu dem\u00fctigen und das \u201ekommunistische Ru\u00dfland\u201c zu bedrohen.<\/p>\n<p>Geopolitik basiert auf einer Politik, die darauf abzielt, den existentiellen Feind zu beherrschen und loszuwerden, und nicht darauf, eine h\u00f6here Ebene der Beziehungen, des Friedens und der Zusammenarbeit zu erreichen. Deshalb mu\u00df man sich im Namen des Friedens f\u00fcr immer von der Geopolitik abwenden.<\/p>\n<h3>R\u00fcckbesinnung auf die Goldene Renaissance<\/h3>\n<p>F\u00fcr uns im Westen bedeutet dies, da\u00df wir uns auf unsere historische Bestimmung besinnen m\u00fcssen, wie sie in der Goldenen Renaissance zum Ausdruck kam. Wir k\u00f6nnen uns dem neuen Paradigma nicht mit leeren H\u00e4nden oder, schlimmer noch, mit leeren K\u00f6pfen anschlie\u00dfen. Wir sollten das wiedererlangen, was wir seit den beiden Barbarenkriegen in Europa und der Kolonisierung von Gebieten und K\u00f6pfen verloren haben: die Methode Platons, die sokratische Hypothesenbildung, die der Renaissance das gab, was ihr fehlte, n\u00e4mlich die christliche Vorstellung vom\u00a0<i>imago viva dei<\/i>.<\/p>\n<p>Es w\u00fcrde nat\u00fcrlich viel mehr als f\u00fcnfzehn Minuten dauern, um zu erkl\u00e4ren, was das ist, und ich empfehle Ihnen, Lyndon LaRouches \u201eGeschichte als Wissenschaft\u201c zu lesen. Aber zumindest ein Vorgeschmack darauf ist notwendig, um unseren Marsch in Richtung Frieden jetzt erfolgreich zu gestalten.<\/p>\n<p>Die Methode Platons basiert auf Hypothesen, im Gegensatz zu der von Isaac Newton praktizierten \u201e<i>hypothesis non fingo<\/i>\u201c (\u201eHypothesen erdenke ich nicht\u201d). Wir wissen nicht aufgrund von Sinnesgewi\u00dfheit, wir wissen, weil wir Hypothesen aufstellen \u2013 eine \u00c4nderung der Axiome \u2013 die durch entscheidende Experimente best\u00e4tigt werden. Die wissenschaftliche Methode ist eine Methode aufeinanderfolgender \u00c4nderungen, die in einer h\u00f6heren Hypothese verk\u00f6rpert ist, der historischen Perspektive der internen Geschichte wissenschaftlicher Entdeckungen. Statt dessen wurde die Wissenschaft durch Syllogismus, blo\u00dfe Schlu\u00dffolgerungen, ersetzt und ihre Praxis durch die Verwaltung unterworfener Menschen und Objekte.<\/p>\n<p>Was das\u00a0<i>Imago Dei<\/i>\u00a0und das damit verbundene\u00a0<i>Capax Dei<\/i>\u00a0hervorbringen, ist, da\u00df die Souver\u00e4nit\u00e4t des einzelnen Menschen, des Mikrokosmos, die Instanz ist, durch die die gesamte Menschheit bef\u00e4higt wird, den Makrokosmos zu ver\u00e4ndern, und eine solche Ver\u00e4nderung im Makrokosmos wird nur durch eine Ver\u00e4nderung zum Besseren aller Elemente des Mikrokosmos m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Es ist das zweite Prinzip von Helga Zepp-LaRouche: \u201eAbsolute Priorit\u00e4t mu\u00df die \u00dcberwindung der Armut in jedem Land der Erde haben, was leicht m\u00f6glich ist, wenn die vorhandenen Technologien zum Nutzen des Gemeinwohls eingesetzt werden.\u201d<\/p>\n<p>Es ist diese makrokosmische Verantwortlichkeit jedes Mikrokosmos, als Absicht, f\u00fcr jede Nation und jeden Menschen, die das Gute definiert, die Politik, von der das weitere \u00dcberleben der Zivilisation absolut abh\u00e4ngt. Die \u00dcbernahme dieser Richtung f\u00fcr die gesamte Menschheit \u2013 den Makrokosmos zu ver\u00e4ndern,\u00a0<i>capax dei<\/i>\u00a0\u2013 ist die Antwort des christlichen Platonismus auf die existentielle Herausforderung unserer Zeit, die bewu\u00dfte Gestaltung der vergangenen, gegenw\u00e4rtigen und zuk\u00fcnftigen Geschichte der Menschheit.\u00a0<i>Capax dei<\/i>\u00a0ist die individuelle, souver\u00e4ne Person, die F\u00e4higkeit, am Sch\u00f6pfungswerk teilzuhaben \u2013 durch Handlungen, die Produkte kreativer Vernunft sind, motiviert durch Agape, Liebe zum Sch\u00f6pfer und zur Menschheit, wobei die \u201eGesetzm\u00e4\u00dfigkeit des Geistes und die des physischen Universums in \u00dcbereinstimmung und Koh\u00e4sion stehen\u201c.<\/p>\n<p>Diese einzigartige F\u00e4higkeit eines einzelnen Menschen, den Makrokosmos zu ver\u00e4ndern, kann weder die Weisheit des Konfuzius noch das wissenschaftliche Genie Platons und des nicht-platonischen Christen voll und ganz erreichen. Es ist die \u201e<i>Capax dei<\/i>\u201c, ein universeller Proze\u00df der fortw\u00e4hrenden Sch\u00f6pfung im Geist eines souver\u00e4nen Individuums, eine axiomatische revolution\u00e4re Ver\u00e4nderung als universeller Proze\u00df der fortw\u00e4hrenden Sch\u00f6pfung, die das Geschenk der goldenen christlichen Platoniker-Renaissance ist, ausgedr\u00fcckt in Menschen, die sich der h\u00f6chsten Stufe ihrer sch\u00f6pferischen Kr\u00e4fte verschrieben haben, wie Nikolaus von Kues, Gottfried Leibniz, Albert Einstein und Lyndon LaRouche.<\/p>\n<p>Dies ist nat\u00fcrlich kein Wettbewerb, sondern eine Angelegenheit der Inspiration, der freudigen Inspiration. Der christliche Platonismus ist ein entscheidender Schritt f\u00fcr die gesamte Menschheit, kein Alleinwert des europ\u00e4ischen Denkens. Er ist wertvoll, wenn er geteilt wird, und er hat das Potential, mit allen Menschen geteilt zu werden.<\/p>\n<h3>Ein Beispiel: Afrikas Weltraumindustrie<\/h3>\n<p>Lassen Sie mich ein Beispiel f\u00fcr eine solche F\u00e4higkeit nennen. Die afrikanischen L\u00e4nder brauchen faire Entwicklungsbedingungen, die Achtung ihrer Souver\u00e4nit\u00e4t, Wassermanagement, Krankenh\u00e4user und Schulen. Aber sie m\u00fcssen auch in die fortschrittlichsten Technologien einbezogen werden, in ein dynamisches Projekt des Wandels, wie es China erfolgreich getan hat. Wie Cheikh Anta Diop und Lyndon LaRouche beide feststellten, m\u00fcssen afrikanische L\u00e4nder nicht als arme L\u00e4nder betrachtet werden, denen man helfen mu\u00df, sondern im Geiste von Bandung mit den Mitteln ausgestattet werden, um Entwicklungsstufen zu \u00fcberspringen.<\/p>\n<p>Bedenken Sie, da\u00df die afrikanische Raumfahrtindustrie mehr als 22 Milliarden Dollar umfa\u00dft, da\u00df 17 afrikanische Nationen in 58 Satellitenprojekte investiert haben und 9 davon in Afrika konzipiert, hergestellt und montiert wurden. Dies ist von entscheidender Bedeutung f\u00fcr die Landwirtschaft, das Gesundheitswesen, die Bildung und nat\u00fcrlich die Schaffung von Arbeitspl\u00e4tzen in den Bereichen Ingenieurwesen, Mechanik und Forschung.<\/p>\n<p>Jedes Land braucht einen Wissenschaftsmotor in Schl\u00fcsselsektoren. So ist beispielsweise die Kernenergie potentiell der Schl\u00fcssel zur sicheren Elektrifizierung des Kontinents, aber auch zur Schaffung von Kernzentren f\u00fcr die industrielle Entwicklung und zur Datierung des arch\u00e4ologischen Materials aus der sehr fr\u00fchen menschlichen Besiedlung des Kontinents.<\/p>\n<p>Im Januar 2023 hat die Afrikanische Union in \u00c4gypten die Afrikanische Weltraumorganisation ins Leben gerufen. Frankreich und S\u00fcdafrika haben zusammen mit der senegalesischen Gesellschaft f\u00fcr Weltraumstudien und der t\u00fcrkischen Weltraumorganisation eine Absichtserkl\u00e4rung zur Entwicklung der Weltrauminfrastruktur in beiden L\u00e4ndern unterzeichnet.<\/p>\n<p>Solche Investitionen f\u00fcr den Frieden, wie sie in der Studie des Schiller-Instituts mit dem Titel\u00a0<i>Entwicklung bedeutet: Milliarden neue Arbeitspl\u00e4tze, keine Fl\u00fcchtlinge, kein Krieg<\/i>\u00a0vorgeschlagen werden, sind Entwicklungsplattformen, die die Grundlage f\u00fcr eine Steigerung des Arbeitskr\u00e4ftepotentials schaffen. Die Zusammenarbeit zwischen westlichen L\u00e4ndern und der globalen Mehrheit ist, gem\u00e4\u00df dem Ansatz, der in diesem Panel definiert wird, die beste Investition f\u00fcr den Frieden. Sie ist weltweit die einzige Alternative zum Atomkrieg.<\/p>\n<div class=\"box fr w600 mb20 ml20 p16 i\">\n<div class=\"boxa w200 p11 n l\">\u00a9 Investing in People ASBL<\/div>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"fr w600 b1\" src=\"https:\/\/www.solidaritaet.com\/images28\/schueler-in-afrika.jpg\" vspace=\"3\" \/><\/div>\n<div class=\"box fr w600 mb20 ml20 p16 i\"><em>Sch\u00fcler eines Zentrums f\u00fcr kooperative Studien in der Demokratischen Republik Kongo.<\/em><\/div>\n<p>Auf diesem Bild (<i>Abbildung<\/i>) k\u00f6nnen Sie die Freude am Lernen dieser jungen M\u00e4dchen im Zentrum f\u00fcr kooperative Studien in der Demokratischen Republik Kongo sehen. Lassen Sie uns von ihrem L\u00e4cheln inspirieren und aufh\u00f6ren, ihr Land auszupl\u00fcndern, und statt dessen Stau\u00add\u00e4mme bauen \u2013 das Inga-Staudamm\u00adprojekt \u2013 und nukleare Kleinstkraftwerke, um Zentren der wirtschaftlichen Ent\u00adwick\u00adlung zu f\u00f6rdern, die ihnen zur Verf\u00fcgung stehen, wenn sie erwachsen werden. Das Aufstreben Afrikas ist ihre Zukunft, aber auch unsere, f\u00fcr einen anhaltenden Proze\u00df des Weltfriedens.<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen aufh\u00f6ren, in Kategorien von Machtverh\u00e4ltnissen zu denken, und statt dessen auf eine integrative Zusammenarbeit setzen, um unseren zuk\u00fcnftigen Generationen eine bessere Welt zu bieten. Wir sind es ihnen allen schuldig, ihnen eine bessere Welt zu bieten, und nicht Stellvertreterkriege, die immer kurz davor stehen, in unserer menschlichen Vernichtung zu enden.<\/p>\n<p>Wir sind in einer Falle mit nuklearen Z\u00e4hnen gefangen. Es ist an der Zeit, aus unserem Schlafwandeln aufzuwachen und uns alle wieder auf den Weg der Wissenschaft der Menschheitsgeschichte zu bringen.<\/p>\n<p><\/div><\/div><\/p>\n\n\n<p><strong>I.E. Naledi Pandor<\/strong> (S\u00fcdafrika), ehemalige Ministerin f\u00fcr Internationale Beziehungen und Zusammenarbeit, S\u00fcdafrika; \u201e<em>Wie sollte der S\u00fcden reagieren?\u201c<\/em><\/p>\n\n\n<p><div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Im Wortlaut weiterlesen<\/span><\/a><div class=\"toggle-content\"><\/p>\n<h2>Wie sollte der S\u00fcden reagieren?<\/h2>\n<p class=\"autor\">Von Dr. Naledi Pandor<\/p>\n<p class=\"vor\">Dr. Naledi Pandor ist ehemalige Ministerin f\u00fcr Internationale Beziehungen und Zusammenarbeit der Republik S\u00fcdafrika. In der Konferenz zum 40j\u00e4hrigen Bestehen des Schiller-Instituts am 8. Dezember sagte sie folgendes.<\/p>\n<p>Die Welt erlebt heute ein tiefgreifendes und beunruhigendes Ma\u00df an toxischer Politik, die von aggressiven Eigeninteressen und der Vernachl\u00e4ssigung des Wertes globaler Zusammenarbeit gepr\u00e4gt ist. Multilaterale Organisationen wie die Vereinten Nationen haben es vers\u00e4umt, entschlossen zu reagieren, und ihr m\u00e4chtigstes Organ, der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen, wird durch die Konkurrenz der Gro\u00dfm\u00e4chte und den ungleichen Gebrauch des Vetorechts in Geiselhaft gehalten.<\/p>\n<p>Viele Kommentatoren beschreiben die letzten f\u00fcnf Jahre als ein verlorenes, toxisches geopolitisches Umfeld, das die internationalen Beziehungen auf eine harte Probe stellt und die seit langem bestehenden Bindungen, die dazu beigetragen haben, einen Weltkrieg f\u00fcr mehr als f\u00fcnf Jahrzehnte zu vermeiden, ausfransen l\u00e4\u00dft.<\/p>\n<p>Einige Analysten betrachten diesen Zeitraum auch als Wendepunkt. Eine Zeit, die Raum f\u00fcr ein neues Kollektiv fortschrittlicher Ideen bietet, die darauf abzielen, Menschen und nicht Interessen an die erste Stelle zu setzen.<\/p>\n<p>Es besteht die Hoffnung, da\u00df der S\u00fcden sich st\u00e4rker einbringen wird. Der Begriff \u201eS\u00fcden\u201c ist umstritten, da es in der Welt keine koh\u00e4rente, zusammenh\u00e4ngende Gruppierung von Nationen mit einer gemeinsamen Hegemonie gibt, wie sie bei den Nationen des Nordens besteht. Es gibt jedoch vielversprechende Anzeichen f\u00fcr die Entstehung neuer Formationen und politischer Perspektiven.<\/p>\n<p>So hat sich beispielsweise S\u00fcdafrika durch seine Anrufung des Internationalen Gerichtshofs im Bem\u00fchen um ein Ende des andauernden Krieges gegen die Pal\u00e4stinenser in den besetzten Gebieten positiv f\u00fcr das V\u00f6lkerrecht und das UN-System eingesetzt. S\u00fcdafrika hat die Menschenrechte und die Sorge um diejenigen, die Leid erfahren, in den Vordergrund seiner au\u00dfenpolitischen Ma\u00dfnahmen gestellt. Dies erinnert an den ehemaligen Pr\u00e4sidenten Nelson Mandela, der bei mehreren Friedensinitiativen auf dem afrikanischen Kontinent eine Schl\u00fcsselrolle spielte.<\/p>\n<p>Eine zweite positive Entwicklung ist die Weiterentwicklung des BRICS-Forums zu einem erweiterten Gremium, das einen integrativeren Ansatz in der globalen Politik und internationalen Partnerschaften anstrebt. BRICS hat sich als positives Forum erwiesen, da es versucht, neue Ideen zu Schl\u00fcsselthemen wie Innovation, Handel, internationale Finanzierung und Entwicklung des S\u00fcdens zu diskutieren. Die Gr\u00fcndung der BRICS New Development Bank und ihr fr\u00fcher Erfolg geben weitere Hoffnung f\u00fcr die Schaffung neuer Institutionen und neuer Praktiken.<\/p>\n<p>Die Reform der Vereinten Nationen und die Demokratisierung des Sicherheitsrats sind weitere positive M\u00f6glichkeiten, die Welt neu zu gestalten. Die Vollversammlung hat sich im vergangenen September dazu verpflichtet, den Reformproze\u00df voranzutreiben und den Sicherheitsrat effektiver, effizienter und demokratischer zu gestalten.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich besteht die Aufgabe der n\u00e4chsten f\u00fcnf Jahrzehnte sicherlich darin, praktikable Strategien f\u00fcr den grundlegenden Wandel Afrikas zu entwickeln. Afrika mu\u00df sich den schwierigen Herausforderungen von Ungleichheit, Armut und Arbeitslosigkeit stellen. Afrika hat eine gro\u00dfe ungeduldige Jugend, die darauf brennt, ein wohlhabendes, demokratisches und starkes Afrika zu erreichen. Die Weltgemeinschaft sollte eng mit der Afrikanischen Union zusammenarbeiten, um die Umsetzung der Afrika-Agenda 2063 voranzutreiben. Dies ist der Plan f\u00fcr die Entwicklung Afrikas, und wir im S\u00fcden m\u00fcssen Unterst\u00fctzung und Kapazit\u00e4ten f\u00fcr seine Umsetzung bereitstellen.<\/p>\n<p>Der S\u00fcden mu\u00df die Quelle des Fortschritts, des Friedens und der Sicherheit sein. Die L\u00e4nder des S\u00fcdens m\u00fcssen die Demokratie, die Menschenrechte und das V\u00f6lkerrecht als Schl\u00fcsselgaranten zur Beendigung der Giftigkeit des Machtwettbewerbs annehmen, der die menschlichen Beziehungen untergraben hat.<\/p>\n<p>Vielen Dank.<\/p>\n<h3>* * *<\/h3>\n<h3>Wir brauchen reife, rationale Staatsf\u00fchrungen<\/h3>\n<p><i>Im Anschlu\u00df an Dr. Pandors Ausf\u00fchrungen folgte eine kurze Diskussionsrunde zwischen Dr. Pandor, Helga Zepp-LaRouche und Jacques Cheminade.<\/i><\/p>\n<p><b><i>Helga Zepp-LaRouche:<\/i><\/b>\u00a0Ihre Exzellenz Frau Dr. Pandor, ich m\u00f6chte meine tiefste Freude dar\u00fcber zum Ausdruck bringen, da\u00df Sie uns die Ehre erweisen, an unserer Konferenz teilzunehmen, denn wir haben ihre Arbeit verfolgt und festgestellt, da\u00df die s\u00fcdafrikanische Regierung die moralische F\u00fchrung f\u00fcr die Welt \u00fcbernommen hat, die der Westen gegenw\u00e4rtig offenbar aufgegeben hat.<\/p>\n<p>Sie haben in Ihren Ausf\u00fchrungen die Antwort auf meine Frage eigentlich schon gegeben, aber ich m\u00f6chte sie doch noch einmal wiederholen. Gestern haben wir die strategische Situation er\u00f6rtert, die mehrere Redner wie Scott Ritter, ich selbst und andere als die \u201egef\u00e4hrlichste Periode der Geschichte\u201c bezeichnet haben \u2013 sogar noch gef\u00e4hrlicher als die Kubakrise, weil wir anscheinend wie ein Zug ohne Haltesignal auf eine nukleare Katastrophe zurasen.<\/p>\n<p>Das wurde noch unterstrichen durch eine Bemerkung von US-Konteradmiral Thomas Buchanan auf der CSIS-Sitzung am 20. November. Er erkl\u00e4rte, es sei legitim, Atomwaffen einzusetzen, um die Hegemonie der USA aufrechtzuerhalten. Allerdings sollten sie eine gewisse Menge davon zur\u00fcckbehalten, um zuk\u00fcnftige Gegner abwehren zu k\u00f6nnen. Das impliziert die l\u00e4cherliche Vorstellung, man k\u00f6nnte einen regionalen oder begrenzten Atomkrieg gewinnen und danach weitermachen, was nat\u00fcrlich nicht der Fall ist. Denn wie Ted Postol und andere \u00fcberzeugend belegt haben, ist die Wahrscheinlichkeit, da\u00df ein Atomkrieg alles Leben auf dem Planeten ausl\u00f6scht, sehr hoch, wenn nicht sogar sicher.<\/p>\n<p>Die Frage ist also, was k\u00f6nnen wir tun, um von diesem unglaublich gef\u00e4hrlichen Weg wegzukommen? Ich habe sehr lange dar\u00fcber nachgedacht, und wenn man sich die Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und China, der NATO und Ru\u00dfland ansieht, erscheint es fast hoffnungslos. Der US-Au\u00dfenstaatssekret\u00e4r Kurt Campbell erkl\u00e4rte k\u00fcrzlich, China stelle die gr\u00f6\u00dfte Bedrohung in der Geschichte der Vereinigten Staaten dar. In Deutschland spricht beispielsweise Verteidigungsminister Pistorius davon, Deutschland \u201ekriegst\u00fcchtig\u201c zu machen. Europa befindet sich in einem Proze\u00df der Militarisierung.<\/p>\n<p>Ich denke, die einzige Hoffnung, eine Katastrophe zu vermeiden, die das Ende der menschlichen Spezies bedeuten w\u00fcrde, besteht darin, die westlichen Nationen davon zu \u00fcberzeugen, die Konfrontation mit dem Globalen S\u00fcden zu beenden. Der Globale S\u00fcden macht laut Statistiken aus Cambridge bereits 85% der menschlichen Bev\u00f6lkerung aus, bei weitem die Mehrheit der Welt. Die Frage ist, was wir tun k\u00f6nnen, um die Europ\u00e4er und m\u00f6glichst sogar die Vereinigten Staaten davon zu \u00fcberzeugen, mit den BRICS-Staaten zusammenzuarbeiten \u2013 zum Beispiel bei der Entwicklung Afrikas, bei der Entwicklung Lateinamerikas und Asiens, um sie zu industrialisieren und der s\u00fcdlichen Hemisph\u00e4re zu helfen, die \u00dcberreste des Kolonialismus endlich zu \u00fcberwinden. Das w\u00e4re auch im Interesse des Westens, weil es der einzige humane Weg w\u00e4re, die Migrationskrise zu l\u00f6sen.<\/p>\n<p>Daher wollte ich Sie fragen, ob wir nicht in einen Dialog treten k\u00f6nnen, um das auf die Tagesordnung zu setzen? Um von der Konfrontation zur Zusammenarbeit zu gelangen, und zwar auf eine so strategische Weise, da\u00df dieses Problem wirklich gel\u00f6st wird? Das w\u00e4re meine Frage an Sie.<\/p>\n<p><b><i>Dr. Pandor:<\/i><\/b>\u00a0Vielen Dank; das ist eine sehr komplexe Frage. Meine erste Antwort w\u00e4re, da\u00df wir reife, rationale F\u00fchrungspers\u00f6n\u00adlichkeiten brauchen \u2013 Wissenschaftler, wie Herr Cheminade sie erw\u00e4hnt hat. Wer nicht \u00fcber dieses Ma\u00df an Logik und rationalem Denken verf\u00fcgt, greift auf die Unlogik zur\u00fcck, die er nach Belieben durchsetzen kann. Und ich denke, das ist ein ganz falscher Ansatz. Er schlie\u00dft gro\u00dfe Teile der Welt davon aus, an der positiven Weiterentwicklung der Welt in eine Zukunft teilzunehmen, in der wir alle wohlhabend sind, in der wir alle das Gef\u00fchl haben, da\u00df die Welt uns ernst nimmt und unsere Bed\u00fcrfnisse und F\u00e4higkeiten tats\u00e4chlich anerkennt.<\/p>\n<p>Was wir also brauchen, sind reife F\u00fchrungspers\u00f6nlichkeiten, die eine sehr komplexe Diskussion dar\u00fcber f\u00fchren k\u00f6nnen, wie die m\u00e4chtigsten Volkswirtschaften \u2013 die Vereinigten Staaten von Amerika, China und in gewissem Ma\u00dfe auch Europa \u2013 in einer positiven Beziehung zueinander stehen. Und ich bin sicher, da\u00df sie mit einer angemessenen Diskussion und der Offenheit, zu einem positiven Ergebnis zu gelangen, in der Lage w\u00e4ren, die aktuellen Spannungen untereinander zu l\u00f6sen.<\/p>\n<p>Ich denke, die Idee, sich auf einen Krieg vorzubereiten, ist ein sehr schlechtes Beispiel f\u00fcr F\u00fchrungsqualit\u00e4ten. Statt dessen sollten wir uns darauf vorbereiten, unsere angeborenen F\u00e4higkeiten zu nutzen, um die Welt voranzubringen. Wir sind an einem Punkt, wo viele L\u00e4nder \u00fcber sehr besorgniserregende t\u00f6dliche Waffen verf\u00fcgen.<\/p>\n<p>Ich komme aus S\u00fcdafrika, einem Land, das sich bereit erkl\u00e4rt hat, die Atomwaffen, die in der Zeit der Apartheid entwickelt wurden, zu verschrotten. Eine der ersten Entscheidungen der neuen Regierung unter der F\u00fchrung von Nelson Mandela war, da\u00df wir den Besitz von Atomwaffen ablehnen. Da\u00df wir zwar \u00fcber nuklearwissenschaftliche F\u00e4higkeiten verf\u00fcgen, diese aber friedlichen Zwecken dienen und nicht dazu verwendet werden sollten, S\u00fcdafrika gegen ein Land in Afrika oder einem anderen Teil der Welt zu bewaffnen.<\/p>\n<p>Ich glaube also, da\u00df wir neue Denkans\u00e4tze brauchen. Wir brauchen eine Zivilgesellschaft und insbesondere intellektuelle Organisationen, die sichtbarer und lauter alternative Perspektiven dazu pr\u00e4sentieren, wie wir die Welt sehen sollten, und die ausgehend von der Forschung klare Beispiele daf\u00fcr aufzeigen, was wir erwarten k\u00f6nnen, wenn wir den Weg einer negativen Konfrontation zwischen den M\u00e4chtigsten der Welt einschlagen. Das w\u00fcrde uns allen schaden.<\/p>\n<p>Wenn die Gro\u00dfm\u00e4chte es schaffen, eine Ann\u00e4herung zu erreichen, wird das eine verst\u00e4rkte Entwicklung erm\u00f6glichen, ganz besonders in den \u00e4rmsten L\u00e4ndern des S\u00fcdens. Es wird die Welt auf einen ganz neuen Kurs bringen und eine Chance f\u00fcr echte Ver\u00e4nderungen und Unabh\u00e4ngigkeit bieten, wie wir sie seit dem Beginn der Beendigung des Imperialismus und Kolonialismus auf dem afrikanischen Kontinent nicht mehr hatten.<\/p>\n<p>Das Umfeld ist zwar vergiftet, es bietet aber auch eine neue Chance, sich auf eine ganz andere Art und Weise durch internationale Beziehungen f\u00fcr den Aufbau neuer Partnerschaften zwischen allen verschiedenen Regionen der Welt zu engagieren. Aber es sind die M\u00e4chtigsten, die die Entscheidung treffen m\u00fcssen, etwas Positives zu tun. Andernfalls werden sie eine Reaktion ausl\u00f6sen, die zur Zerst\u00f6rung der Welt und zu einer zunehmenden Instabilit\u00e4t der Welt f\u00fchren wird, so wie wir es heute von Woche zu Woche in verschiedenen Teilen der Welt erleben.<\/p>\n<h3>Die Rolle der Diaspora des Globalen S\u00fcdens<\/h3>\n<p><b><i>Jacques Cheminade:<\/i><\/b>\u00a0Exzellenz, ich m\u00f6chte Ihnen eine Frage stellen, die sowohl das betrifft, wof\u00fcr wir k\u00e4mpfen, als auch das, was Helga und Sie gesagt haben. Glauben Sie nicht, da\u00df die Mobilisierung der Diaspora des Globalen S\u00fcdens in den L\u00e4ndern Europas und in den Vereinigten Staaten eine sehr gute M\u00f6glichkeit sein kann, unsere eigenen Nationen mit Hilfe dieser Menschen zu informieren, die, wie wir sie in den Stra\u00dfen von Paris und in anderen L\u00e4ndern antreffen, in politischer Hinsicht fortgeschrittener sind und besser wissen, was in der Welt geschieht \u2013 weiter fortgeschritten sind als unsere eigenen Leute? Meinen Sie nicht, da\u00df wir mit der Mobilisierung durch die Diaspora gemeinsam etwas organisieren k\u00f6nnen?<\/p>\n<p><b><i>Dr. Pandor:<\/i><\/b>\u00a0Ich halte das auf jeden Fall f\u00fcr eine M\u00f6glichkeit. (<i>Kurze Videounterbrechung<\/i>) Um durch das Schiller-Institut Entspannung zu erreichen, m\u00fcssen wir als Menschheit die Idee annehmen, da\u00df wir enger zusammenarbeiten sollten. Dazu mu\u00df man auch die Vielfalt akzeptieren, und das ist etwas, was das demokratische S\u00fcdafrika getan hat.<\/p>\n<p>Die Anerkennung von Einheit und Vielfalt ist ein zentraler Bestandteil der Verfassung S\u00fcdafrikas. Denn wir haben erkannt, da\u00df Rassismus, Vorurteile und Ha\u00df gegen\u00fcber anderen aufgrund von Orientierung, Kultur oder Religion f\u00fcr eine Gesellschaft im Kern negativ sind. Um eine Nation aufzubauen, die zusammenarbeiten kann, mu\u00dften wir den Gedanken der Einheit in der Vielfalt annehmen.<\/p>\n<p>Ich denke, wir sollten enger mit der Diaspora zusammenarbeiten, damit sich diejenigen, die in unseren L\u00e4ndern fremd sind, willkommen f\u00fchlen, und ihr Fachwissen und Verst\u00e4ndnis \u00fcber die Welt, aus der sie kommen, nutzen. Aber auch, damit sie zur Entwicklung in ihren L\u00e4ndern beitragen, zum Beispiel durch die Entwicklung von Modellen etwa f\u00fcr S\u00fcdafrika. Denn viele unserer ausgebildeten medizinischen Fachkr\u00e4fte arbeiten in Kanada, Australien und Gro\u00dfbritannien. Es gibt keine vertragliche M\u00f6glichkeit, da\u00df sie einen Teil ihrer Zeit in unserem Land \u2013 S\u00fcdafrika oder einem anderen Teil Afrikas \u2013 arbeiten k\u00f6nnten. Die L\u00e4nder des Nordens haben Afrika damit wesentlicher F\u00e4higkeiten beraubt. Man hat sich nicht f\u00fcr die Entwicklung einer integrativeren Regelung eingesetzt, die einen Austausch dieser F\u00e4higkeiten gew\u00e4hrleisten w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Wir brauchen daher wirklich ein neues Ethos, einen neuen Ansatz f\u00fcr die Entwicklung, einen neuen Ansatz f\u00fcr die internationalen Beziehungen, einen neuen Ansatz f\u00fcr die Interaktion und Zusammenarbeit zwischen uns als Weltb\u00fcrgern. Wir m\u00fcssen auch den Gedanken annehmen, da\u00df wir alle aufeinander angewiesen sind. Wo auch immer ich herkomme, welcher Rasse ich auch angeh\u00f6re, welches Geschlecht ich auch habe, wenn wir zusammenarbeiten, kann es zum Wohle aller sein. Isolation oder Ausgrenzung helfen uns nicht, eine bessere Welt zu schaffen.<\/p>\n<p><b><i>Zepp-LaRouche:<\/i><\/b>\u00a0Ich denke, Dr. Pandor, Sie haben uns viel Stoff zum Nachdenken und Weiterverfolgen gegeben. Ich freue mich darauf, diese Art der Zusammenarbeit zu st\u00e4rken. Ich w\u00fcrde nur die Rolle des Globalen S\u00fcdens noch ein wenig mehr betonen. Denn in Bandung, bei der ersten Konferenz von Afrika und Asien, bei der sich Chou Enlai, Nehru und Sukarno auf die F\u00fcnf Prinzipien der friedlichen Koexistenz einigten, stellten sie auch fest, da\u00df der S\u00fcden im Falle eines Atomkriegs genauso betroffen w\u00e4re wie der Norden. Es mag ein paar Wochen sp\u00e4ter sein, aber irgendwann w\u00fcrden auch sie sterben.<\/p>\n<p>Ich denke, diese Tatsache gibt dem Globalen S\u00fcden in diesem Moment die moralische Integrit\u00e4t und das Recht, sich st\u00e4rker zu Wort zu melden. Denn ich denke, ihre Stimme ist viel vern\u00fcnftiger als das, was wir im Westen in der letzten Zeit erlebt haben, der meiner Meinung nach eine gewaltige kulturelle Krise durchmacht.<\/p>\n<p>Daher m\u00f6chte ich Sie und andere Pers\u00f6nlichkeiten aus dem Globalen S\u00fcden ermutigen, sich noch st\u00e4rker f\u00fcr die L\u00f6sung dieser Situation einzusetzen. Das ist meine Meinung.<\/p>\n<p><b><i>Dr. Pandor:<\/i><\/b>\u00a0Vielen Dank, Helga. Was ich abschlie\u00dfend noch sagen m\u00f6chte: Ich m\u00f6chte alle Menschen im Norden daran erinnern, da\u00df sie einen unglaublichen Beitrag dazu geleistet haben, da\u00df wir in S\u00fcdafrika unsere Freiheit erlangt haben. Denn sie alle waren sich einig, Teil der internationalen Solidarit\u00e4tskampagne gegen die Apartheid zu sein. Es war der internationale Druck, der zusammen mit unserem eigenen nationalen Kampf entscheidend f\u00fcr unsere Freiheit war.<\/p>\n<p>Ich denke, wir m\u00fcssen die internationale Solidarit\u00e4t f\u00fcr alle Menschen wiederbeleben, die heute unter Leid und Unterdr\u00fcckung leiden. Die Welt hat im Fall der Apartheid gezeigt, da\u00df wir zusammenarbeiten k\u00f6nnen; da\u00df die Vereinten Nationen zusammengef\u00fchrt werden k\u00f6nnen, da\u00df sie einen Ausschu\u00df gegen die Apartheid einrichten k\u00f6nnen, der daf\u00fcr sorgt, da\u00df der Name Nelson Mandela am Leben erhalten wird; da\u00df die Apartheid zum Verbrechen gegen die Menschlichkeit erkl\u00e4rt wird.<\/p>\n<p>Ich denke, wir sollten der Welt jetzt sagen: \u201eWenn wir gemeinsam an positiven Zielen arbeiten, k\u00f6nnen wir viel erreichen und sogar \u00dcbel besiegen wie die Apartheid.\u201c<\/p>\n<p><\/div><\/div><\/p>\n\n\n<p><strong>Theodore Postol<\/strong> (USA), emeritierter Professor f\u00fcr Wissenschaft, Technologie und nationale Sicherheit am Massachusetts Institute of Technology<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Michele Geraci<\/strong> (Italien), ehemaliger Staatssekret\u00e4r im Ministerium f\u00fcr wirtschaftliche Entwicklung: <em>\u201eEntwicklungskorridore senken die Netto-Transportkosten auf Null\u201c<\/em><\/p>\n\n\n<p><div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Rede im Wortlaut lesen<\/span><\/a><div class=\"toggle-content\"><\/p>\n<h2>\u201eEntwicklungskorridore senken die Netto-Transportkosten auf Null\u201c<\/h2>\n<p class=\"autor\">Von Michele Geraci<\/p>\n<p class=\"vor\">Michele Geraci ist ehemaliger Staatssekret\u00e4r im italienischen Ministerium f\u00fcr wirtschaftliche Entwicklung. In der Konferenz zum 40j\u00e4hrigen Bestehen des Schiller-Instituts am 8. Dezember sagte er folgendes.<\/p>\n<p>Guten Abend allerseits. Ein ganz kurzer Kommentar aus Shanghai, wo ich mich gerade aufhalte. Wenn die Welt immer komplexer und intensiver wird, m\u00fcssen wir um so mehr L\u00f6sungen finden. Ich m\u00f6chte nur zwei wichtige Punkte erw\u00e4hnen.<\/p>\n<p>Im Bereich der internationalen Beziehungen sieht es immer so aus, da\u00df der Westen einen \u201eNullsummenansatz\u201c verfolgt, was bedeutet: Wenn Sie gewinnen, mu\u00df ich verlieren, und mein Gewinn bedeutet Ihren Verlust.<\/p>\n<p>Der Globale S\u00fcden \u2013 nennen wir ihn Belt and Road, die BRICS \u2013 tendiert dagegen eher zu einem \u201eWin-Win-Ansatz\u201c, was bedeutet: Ihr Wohlstand, Ihre Stabilit\u00e4t und Ihre wirtschaftliche Entwicklung kommen auch meinem Wohlstand, meiner Stabilit\u00e4t und meiner wirtschaftlichen Entwicklung zugute.<\/p>\n<p>Ich verwende eine Metapher, um diese beiden Ans\u00e4tze zu vergleichen. Das Nullsummenspiel, die von den USA bzw. dem Westen angef\u00fchrte Philosophie, ist ein bi\u00dfchen wie ein Tennismatch. Das kann nat\u00fcrlich nur 6:4 oder 4:6 ausgehen: Wenn ich gewinne, verlierst du, wenn du verlierst, gewinne ich.<\/p>\n<p>Die Win-Win-Situation dagegen ist ein bi\u00dfchen wie Tango tanzen. Dabei m\u00fcssen beide Partner gute T\u00e4nzer sein und im Ensemble dann sehr gut sein, damit sie sehr gut miteinander tanzen k\u00f6nnen. Und wenn einer der beiden Partner f\u00e4llt, f\u00e4llt auch der andere. Wir m\u00f6chten, da\u00df beide zusammen gut sind und sich gegenseitig helfen, gute Darbietungen zu bringen.<\/p>\n<p>Also, der westliche Ansatz ist das Nullsummenspiel, das Tennisspiel, der vom Globalen S\u00fcden ist Win-Win, Tangotanzen. Ich bevorzuge Tangotanzen \u2013 den Ansatz, mehr Menschen zu helfen, anstelle von Wettbewerb, er basiert mehr auf Zusammenarbeit als auf Konkurrenz.<\/p>\n<p>Der zweite Punkt, den ich mit Erlaubnis des Schiller-Instituts und von Helga ansprechen m\u00f6chte: Ich m\u00f6chte die Vision zitieren, die Lyndon LaRouche vor vielen Jahren \u00fcber die Vorteile der Neuen Seidenstra\u00dfe der BRI, dargelegt hat. Warum ist das so eine gute Sache? Es ist aus folgendem Grund eine gute Sache \u2013 ich paraphrasiere seine Worte: Die Seerouten sind nat\u00fcrlich wichtig, weil man Container und G\u00fcter von einem Hafen zum anderen transportiert, aber sie schaffen offensichtlich auf dem Meer keine wirtschaftliche Entwicklung. Sie schaffen wirtschaftliche Entwicklung im Hafen, am Anfang und am Ende der Route, aber nicht in der Mitte. Das Wasser ist und bleibt Wasser.<\/p>\n<p>Das andere Element von \u201eG\u00fcrtel und Stra\u00dfe\u201c, die Landroute, ist dagegen diejenige, die China \u00fcber Kasachstan, Zentralasien, in den Nahen Osten und dann nach Afrika, Osteuropa und S\u00fcdostasien entwickeln will und entwickelt. Und vergessen wir auch nicht den Nord-S\u00fcd-Korridor. Diese Route schafft an den Orten, die sie ber\u00fchrt, wirtschaftliche Vorteile. Eine Eisenbahnlinie, eine Autobahn bringt Entwicklung in diese Regionen, vielleicht durch die Wertsteigerung des Bodens oder durch die Ansiedlung von Produktionsst\u00e4tten in der N\u00e4he der Strecken.<\/p>\n<p>Ein gutes Beispiel ist der k\u00fcrzlich er\u00f6ffnete Hafen von Chancay in Peru, der nat\u00fcrlich Produktionsbetriebe anlocken wird, die sich dort ansiedeln wollen.<\/p>\n<p>Und in Lyndon LaRouches Vision wird das Wirtschaftswachstum, das allein durch die Existenz dieser neuen Routen entsteht, so gro\u00df, da\u00df die Transportkosten dann netto null betragen w\u00fcrden, weil die Kosten f\u00fcr eine Investition durch die wirtschaftliche Entwicklung ausgeglichen werden, die diese Investitionen mit sich bringen \u2013 mindestens f\u00fcr einen kostenlosen Warentransport \u00fcber diese Routen.<\/p>\n<p>Nun verstehen Sie, da\u00df diese vision\u00e4re Sicht die Art und Weise, wie L\u00e4nder miteinander Gesch\u00e4fte machen, v\u00f6llig ver\u00e4ndert. Sie ver\u00e4ndert die Art und Weise, wie L\u00e4nder miteinander Handel treiben, von Grund auf. Wem kommt es zugute? Den Unternehmen, sie gewinnen beide, wenn sie untereinander kaufen und verkaufen.<\/p>\n<p>Das sind also die beiden Punkte, die ich Ihnen mit auf den Weg geben m\u00f6chte. Wir leben in schwierigen Zeiten. Veranstaltungen wie diese sind sehr wichtig, um die \u00f6ffentliche Debatte anzuregen, sowohl bei uns, den direkt in die Themen involvierten Personen, als auch in der breiten \u00d6ffentlichkeit, die f\u00fcr die Herausforderungen der Welt, den Aufstieg der multipolaren Welt und den Globalen S\u00fcden sensibilisiert werden mu\u00df.<\/p>\n<p>Vielen Dank, danke sehr, und beste Gr\u00fc\u00dfe aus Shanghai.<\/p>\n<p><\/div><\/div><\/p>\n\n\n<p><strong>Sergey Pulinets<\/strong> (Russland), Forschungsleiter, Weltraumforschungsinstitut, Russische Akademie der Wissenschaften, Moskau<\/p>\n\n\n\n<p><strong>J\u00fcrgen Sch\u00f6ttle<\/strong> (Deutschland), Diplom-Ingenieur, Kraftwerksbau<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Brian Harvey<\/strong> (Irland), Raumfahrthistoriker<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><em>Diskussion<\/em><strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Panel 4<\/strong> (19:00\u201322:00 Uhr): \u201e<em>Die Sch\u00f6nheit der Kulturen der Welt: Ein Dialog zwischen den Zivilisationen\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Die Sch\u00f6nheit der Kulturen der Welt: Ein Dialog zwischen den Zivilisationen\" width=\"960\" height=\"540\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/e72bkr3RvK0?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p>Moderator: <strong>Harley Schlanger <\/strong>(USA), Schiller-Institut: Begr\u00fc\u00dfung und Einf\u00fchrung<\/p>\n\n\n\n<p>Hauptrednerin: <strong>Diane Sare <\/strong>(USA), ehemalige Kandidatin f\u00fcr den US-Senat aus New York, Pr\u00e4sidentin der LaRouche-Organisation<\/p>\n\n\n<p><div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Rede im Wortlaut lesen<\/span><\/a><div class=\"toggle-content\"><\/p>\n<h2>Warum ist Kultur wichtig?<\/h2>\n<p class=\"autor\">Von Diane Sare<\/p>\n<p class=\"vor\">Diane Sare ist Pr\u00e4sidentin der LaRouche-Organisation in den USA und kandidierte mehrfach im Bundestaat New York f\u00fcr den US-Senat. In der Konferenz zum 40j\u00e4hrigen Bestehen des Schiller-Instituts am 8. Dezember sagte sie folgendes.<\/p>\n<p>Der japanische Angriff auf Pearl Harbor war ein Wendepunkt. Der Atombombenabwurf der Amerikaner auf Hiroshima und Nagasaki war ein weiterer. Beide Ereignisse waren schockierend und furchtbar. Beide Ereignisse waren keine isolierten \u201eEreignisse\u201c, sondern das Ergebnis einer Dynamik von Entscheidungen, Entscheidungen, die von zugrundeliegenden Annahmen \u00fcber den Menschen und die Natur gepr\u00e4gt und von dem Wunsch beeinflu\u00dft waren, ein bestimmtes Ergebnis zu erzielen.<\/p>\n<p>Es ist unbestreitbar, da\u00df diese Handlungen die Welt unmittelbar und irreversibel ver\u00e4ndert haben. Sie konnten nicht r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht werden. Aber der weitere Verlauf der Ereignisse kann noch ver\u00e4ndert werden, und ich glaube, das ist das Thema dieses Panels.<\/p>\n<p>Warum ist Kultur wichtig? Weil sie das Wasser ist, in dem wir schwimmen, der unsichtbare \u00c4ther, den wir atmen, und weil viel zu viele Menschen einfach \u201emit dem Strom schwimmen\u201c, ohne die Annahmen \u00fcber Mensch und Natur zu ber\u00fccksichtigen, die unser Handeln und unsere Entscheidungen pr\u00e4gen und von denen die meisten unbewu\u00dft sind. Deshalb warnte George Washington in seiner Abschiedsrede, da\u00df in einer Republik wie der, f\u00fcr deren Gr\u00fcndung er gek\u00e4mpft hatte \u2013 den Vereinigten Staaten von Amerika \u2013, in der die B\u00fcrger die Freiheit haben, ihr Schicksal selbst zu bestimmen, Fragen der Religion und der Bildung von entscheidender Bedeutung sind.<\/p>\n<p>Die Herrscher des R\u00f6mischen Reiches und die anglo-holl\u00e4ndischen Oligarchen waren sich dessen ebenfalls sehr wohl bewu\u00dft und f\u00fchrten eine Art \u201eKulturkrieg\u201c, in dem sie versuchten, das Bild des Menschen zu entw\u00fcrdigen \u2013 den Menschen als ein Tier darzustellen, das mit Gewalt, Zwang und Gewaltandrohungen regiert werden kann, wie es die verzweifelten Eigent\u00fcmer des bankrotten transatlantischen Systems zu tun versuchen. Wie Thrasymachos sind sie davon \u00fcberzeugt, da\u00df Macht Recht schafft, und da\u00df physische Kraft, die Massenleid oder Terror verursacht, Macht bedeutet. Sie verstehen nichts vom Universum und verlieren immer.<\/p>\n<p>Wie alle wahren K\u00fcnstler verstehen, liegt es in der Natur des Menschen, frei zu sein \u2013 nicht willk\u00fcrlich wie ein verw\u00f6hntes Kind, sondern in einer kultivierten Demut, die stets anerkennt, da\u00df wir nicht alles wissen. Aber wenn wir versuchen, die Prinzipien der Sch\u00f6pfung zu verstehen und uns an sie zu halten \u2013 denn unser Universum ist ein Universum des Wachstums, nicht des Verfalls \u2013, wenn wir danach streben, unser Verst\u00e4ndnis auf diese Weise zu vervollkommnen und uns in Harmonie mit den universellen Prinzipien zu verhalten, mit immer gr\u00f6\u00dferem Verst\u00e4ndnis, dann werden wir gedeihen, und das Universum selbst wird durch unsere Existenz reicher und besser werden.<\/p>\n<p>H\u00f6ren wir dazu Lyndon LaRouche:<\/p>\n<p>\u201e&#8230; Und deshalb brauchen wir Grundregeln f\u00fcr die Nationalstaaten. Wir brauchen Nationalstaaten, weil Nationalstaaten das Konzept der Kultur beinhalten. Sie haben die Kraft der Kreativit\u00e4t, die es bei Affen nicht gibt, die es aber bei Menschen geben sollte \u2013 sogar bei einigen Politikern.<\/p>\n<p>Die Kraft der Kreativit\u00e4t ist einzigartig f\u00fcr die Menschheit. Alle Prozesse auf diesem Planeten und dar\u00fcber hinaus sind kreativ. Selbst die unbelebte Natur ist sch\u00f6pferisch. Schauen Sie sich an, was da passiert ist: Unsere Sonne; die Sonne sitzt da drau\u00dfen, ganz allein. Sie dreht sich schnell um sich selbst und wei\u00df nicht, wohin sie gehen soll. In diesem Teil unserer Galaxie gibt es diese kleine Sonne. Und die Sonne hat einige Dingen abgetrennt. Sie hat etwas erschaffen; sie hat da drau\u00dfen einfach etwas abgespalten und hat angefangen, das Periodensystem zu erschaffen; das komplette Periodensystem, das st\u00e4ndig w\u00e4chst und sich weiterentwickelt durch Isotope, von denen einige durch Lebensprozesse erzeugt werden. Und so entstand aus der Sonne pl\u00f6tzlich ein ganzes Sonnensystem. All diese Entwicklungen haben stattgefunden.<\/p>\n<p>Die Sonne selbst ist also kreativ; das Universum ist von Natur aus kreativ. Auch das Tierleben ist kreativ. Aber keines von ihnen kann denken; keines von ihnen hat die F\u00e4higkeit zur bewu\u00dften Transformation des Universums. Nur Menschen haben die Geisteskraft, bewu\u00dft neue Organisationsformen im Universum zu erschaffen.<\/p>\n<p>Deswegen brauchen wir mehr kreative Menschen. Wir m\u00fcssen uns von diesem unkreativen Unsinn trennen, der in der Nachkriegszeit eingef\u00fchrt wurde. Die Bev\u00f6lkerung mu\u00df entwickelt werden; und man mu\u00df sich dar\u00fcber bewu\u00dft sein, da\u00df Sprachkulturen eine sehr komplexe Angelegenheit sind \u2013 dabei geht es nicht nur die Sprache, sondern um noch eine ganze Reihe Dinge mehr. In einer Sprachkultur geht es um eine gewisse tiefliegende F\u00e4higkeit namens Ironie, die in jeder Sprachkultur vorhanden ist. Dies kommt im allgemeinen in der Musik und in der Poesie \u2013 der Kunst dieser Kultur insgesamt \u2013 zum Ausdruck. Wenn man also diesen Aspekt ber\u00fchrt, der tief in der nationalen Kultur verankert ist, kommt man dem n\u00e4her, wo die kreativen Kr\u00e4fte des Einzelnen liegen.<\/p>\n<p>Das Ziel in einem Nationalstaat mu\u00df also auf der Idee der nationalstaatlichen Kultur basieren. Man mu\u00df das kreative Potential eines Volkes durch seine Kultur ins Spiel bringen. Deshalb will man erreichen, da\u00df sich die Menschen mit Blick auf eine erf\u00fcllte, bereicherte Kultur darstellen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Deshalb brauchen wir einen Konsens der Menschheit \u2013 keinen Konsens von Schweinereien, sondern den Konsens verschiedener Kulturen, denn Kreativit\u00e4t liegt in der Kultur. Deshalb wollen wir einen Zusammenschlu\u00df von V\u00f6lkern, von jeweils souver\u00e4nen V\u00f6lkern, die ihr kulturelles Potential mobilisieren und so wirklich menschlich werden.<\/p>\n<p>Ein solcher Konsens souver\u00e4ner Kulturen mu\u00df dazu dienen, endlich das zu erreichen, was Franklin Roosevelt beabsichtigte, als er die Idee der Vereinten Nationen aufbrachte: alle Elemente der Unterdr\u00fcckung von diesem Planeten zu beseitigen und ein System von entwickelten souver\u00e4nen Nationalstaaten zu schaffen, die das gesamte Territorium des Planeten \u00fcbernehmen und keinen Raum f\u00fcr Imperien oder \u00e4hnliche Ph\u00e4nomene lassen. Das zu erreichen, sollte unser Ziel sein. Es gibt einige Nationen, die zusammen die Macht haben \u2013 ausreichend Macht \u2013, um die Sklaverei in anderen Nationen zu \u00fcberwinden. Und unsere Aufgabe ist es, die Sklaven zu befreien.<\/p>\n<p>Europa besteht aus einer Vielzahl von Sklaven; S\u00fcdamerika besteht gr\u00f6\u00dftenteils aus Sklaven. Wir m\u00fcssen sie befreien, und die Nationen, die die F\u00e4higkeit, die Macht und die Entschlossenheit dazu haben, m\u00fcssen sich im Namen der gesamten Menschheit zusammenschlie\u00dfen, denn wir wollen etwas anderes erschaffen. Wir wollen zum Mars fliegen! Noch nicht diese Woche, aber wir m\u00fcssen dorthin. Ich werde nicht dabei sein. Ich werde im Geiste dort sein, und man wei\u00df nie, wozu ich als Geist f\u00e4hig bin. Ich werde mein Bestes geben.<\/p>\n<p>Die Menschheit hat also eine Bestimmung.\u201c<\/p>\n<h3>Was ist die Bestimmung der Menschheit?<\/h3>\n<p>Mars? Wie k\u00f6nnen wir \u00fcber den Mars sprechen? Sie m\u00f6gen sagen: \u201eIch mache mir Sorgen, da\u00df ich nicht morgen zu Asche verbrannt werde!\u201c Und Sie haben Recht, sich dar\u00fcber zu sorgen. Einige Leute sind wirklich verr\u00fcckt \u2013 wie Tony Blinken, der ein Rockmusiker ist, was nicht unwichtig ist. Was geht in jemandem vor, der herumstolziert und meint: \u201eIch bin der Hoochie Coochie Man\u201c? Er ist einfach dumm und pervers. Ist das eine Frage der Kultur, oder ist es ein Mangel an Kultur?<\/p>\n<p>Aber wir d\u00fcrfen nicht nur an unser momentanes \u00dcberleben oder an unser eigenes kurzes Leben denken \u2013 so viele Menschen sterben! Wir m\u00fcssen daran denken, da\u00df sie nicht umsonst gestorben sind \u2013 da\u00df es eine Frage unserer pers\u00f6nlichen Verantwortung ist, da\u00df das sieben Tage alte Baby, das in Gaza unter den Tr\u00fcmmern begraben wurde, nicht umsonst gestorben ist. Auch der 57-j\u00e4hrige Ukrainer, der gekidnappt und an die Front eines aussichtslosen Krieges gegen Ru\u00dfland gezwungen wurde, wo er vier Stunden \u00fcberlebte, ist nicht umsonst gestorben. Jeder dieser Menschen, wie die amerikanischen Soldaten, die an jenem Tag im Jahr 1941 starben, und die japanischen Gro\u00dfm\u00fctter, die im August 1945 starben, hatten einen souver\u00e4nen Geist, unabh\u00e4ngige Gedanken und waren auf eine Weise notwendig, die sie vielleicht nicht verstanden haben. Ihr Leben war Teil der Menschheit, und es ist an uns, die Menschheit zu einer besseren Gattung zu entwickeln, in der jedes geborene Kind darauf vertrauen kann, da\u00df es etwas zur Unsterblichkeit der menschlichen Spezies beitragen darf.<\/p>\n<p>Was ist mit der Reise zum Mars verbunden? Wie kommen wir dorthin? Was werden wir atmen? Was werden wir essen? Wie werden unsere St\u00e4dte aussehen? W\u00e4re es nicht einfacher, wenn wir eine Basis auf dem Mond h\u00e4tten, wo die Schwerkraft nur 1\/6 der Erdschwerkraft betr\u00e4gt, von der aus wir starten k\u00f6nnten?<\/p>\n<p>Wir brauchen eine Basis auf dem Mond! Ru\u00dfland und China planen bereits, eine zu bauen! Sie planen sogar, ein Kernkraftwerk auf dem Mond zu bauen, das den Strom liefert.<\/p>\n<p>Was machen wir in den USA? Wir geben Unsummen aus und beauftragen Wissenschaftler damit, herauszufinden, ob ein Mann schwanger werden kann! Wir mi\u00dfbrauchen Kinder! Wir haben Idioten wie Senator Lindsey Graham, der dar\u00fcber redet, wie billig und einfach es ist, Ukrainer zu benutzen, um Russen zu t\u00f6ten \u2013 und das sei\u00a0<i>gut f\u00fcr unsere Wirtschaft<\/i>, sagt er.<\/p>\n<p>Jetzt t\u00f6ten Amerikaner Russen in Ru\u00dfland mit Langstreckenraketen, und Russen t\u00f6ten Amerikaner, die diese Raketen als \u201eMilit\u00e4rspezialisten\u201c in der Ukraine einsetzen. Findet Lindsey Graham das immer noch gut?<\/p>\n<p>Wir haben in der westlichen Welt \u2013 Sie wissen schon, die regelbasierten demokratischen Nationen \u2013 eine Kultur der Gewalt. Wir nennen es Kultur, aber ich w\u00fcrde es Anti-Kultur nennen. Es ist ein erzwungener, gut finanzierter und propagandistischer Versuch, uns zu Sklaven und Barbaren zu machen und unseren eigenen Untergang herbeizuf\u00fchren.<\/p>\n<p>Denken Sie dar\u00fcber nach. Ist es nicht nat\u00fcrlich, ein Kind zu lieben? Warum lieben wir Kinder? Warum freuen wir uns, wenn wir sehen, wie ein Kind eine Entdeckung macht? Weil ein Kind das Potential der Vollkommenheit verk\u00f6rpert. Es ist geradezu ein Wunder, die Entwicklung des Geistes eines Kindes zu beobachten! Und wenn wir ein Kind sehen, das wundersch\u00f6n singt oder mit nat\u00fcrlichem Ausdruck Klavier spielt, sind wir zu Tr\u00e4nen ger\u00fchrt.<\/p>\n<p>Wieviel Aufwand wurde betrieben, um eine sogenannte \u201eKultur\u201c oder \u201eGegenkultur\u201c zu schaffen, die nicht nur den vors\u00e4tzlichen Mord und das Verhungern von Kindern toleriert, sondern sich sogar daran erfreut, ein Kind leiden zu lassen? Diese Gesellschaft ist bereits untergegangen. Wenn man Kinder zerst\u00f6rt, zerst\u00f6rt man die Zukunft.<\/p>\n<p>Aber das alles ist auch so abscheulich unnat\u00fcrlich, da\u00df es einen Aufstand entfacht. Wir sehen es an den Unis, wir sehen es auf der Stra\u00dfe. Wir sehen, wie buchst\u00e4blich Milliarden von Menschen auf dem Planeten dieses Paradigma ablehnen und zusammenarbeiten, um ein neues Paradigma zu schaffen, das die angeborene W\u00fcrde jedes Menschen und die Souver\u00e4nit\u00e4t jedes Menschen und jeder Nation als Besch\u00fctzer dieses Prinzips anerkennt.<\/p>\n<p>Aber es reicht nicht aus, sich nur aufzulehnen, wie wir aus der Franz\u00f6sischen Revolution h\u00e4tten lernen sollen. Wir brauchen ein gemeinsames Ziel, das mit der Selbstvervollkommnung und der fortlaufenden Sch\u00f6pfung unseres Universums im Einklang steht, was sogar das k\u00fcrzlich gestartete Webb-Teleskop best\u00e4tigt. Wir leben inmitten eines wachsenden, sich ausdehnenden und sich selbst entwickelnden Universums, und wenn wir versuchen, seine Geheimnisse zu entschl\u00fcsseln, werden wir wachsen und gedeihen. Wenn wir versuchen, uns der unglaublich gewaltigen harmonischen Entwicklung unseres Universums entgegenzustellen, indem wir willk\u00fcrliche Regeln aufstellen und unnat\u00fcrliche sogenannte kulturelle Normen auferlegen, die den angeborenen freien Geist des Menschen verletzen, werden wir unser Verderben finden.<\/p>\n<p>Die vor uns liegenden Herausforderungen sind so gro\u00df, da\u00df wir die Arroganz ablegen m\u00fcssen, da\u00df unsere Art, Dinge zu tun, die einzige ist. Wir m\u00fcssen die Demut aufbringen, anzuerkennen, da\u00df eine Person, die aus einer v\u00f6llig anderen Perspektive kommt, etwas mitbringen kann, das wir vorher nicht in Betracht gezogen haben und das das Paradoxon, mit dem wir konfrontiert sind, l\u00f6st und uns auf eine neue Ebene des Verst\u00e4ndnisses hebt.<\/p>\n<p>Wir sollten nicht wie die sechs blinden M\u00e4nner sein, die nur mit ihrem Tastsinn versuchen, die verschiedenen Teile eines Elefanten zu verstehen. Es kann sein, da\u00df der Mann, der den Elefanten \u00fcberhaupt nicht ber\u00fchrt, sondern statt dessen seine Nase benutzt, das R\u00e4tsel l\u00f6sen kann.<\/p>\n<p>Also, la\u00dft uns herausfinden, wie wir zum Mars gelangen.<\/p>\n<p><\/div><\/div><\/p>\n\n\n<p><strong>Helga Zepp-LaRouche<\/strong> (Deutschland), Gr\u00fcnderin, Schiller-Institut<\/p>\n\n\n<p><div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Rede im Wortlaut lesen<\/span><\/a><div class=\"toggle-content\"><\/p>\n<h2>Starten wir die sch\u00f6nste Renaissance in der Geschichte der Menschheit!<\/h2>\n<p class=\"autor\">Von Helga Zepp-LaRouche<\/p>\n<p class=\"vor\">Im vierten Abschnitt der Internetkonferenz zum 40j\u00e4hrigen Bestehen des Schiller-Instituts hielt die Vorsitzende des Instituts, Helga Zepp-LaRouche, am 8. Dezember 2024 den folgenden Vortrag. (\u00dcbersetzung aus dem Englischen, Zwischentitel hinzugef\u00fcgt.)<\/p>\n<p>Danke, da\u00df Sie an den Jahrestag des Schiller-Instituts erinnern. Denn wenn man auf die vier Jahrzehnte unserer Arbeit zur\u00fcckblickt \u2013 und ich m\u00f6chte die Menschen einladen, unser Internetarchiv<sup>1\u00a0<\/sup>zu besuchen und sich die Urspr\u00fcnge selbst anzusehen \u2013, ist es durchaus bemerkenswert, da\u00df wir in der Tat ziemlich prophetisch waren, als wir die Themen definierten, die heute relevant sein w\u00fcrden. Denn wir sagten, da\u00df wir die damalige Au\u00dfenpolitik \u2013 die im wesentlichen aus unfreundlichen Beziehungen, Subversion, Staatsstreichen und verschiedenen anderen negativen Formen bestand \u2013 unbedingt durch Staatskunst ersetzen m\u00fcssen, d.h., das Beste im anderen Staat f\u00f6rdern, in der Hoffnung, da\u00df dies umgekehrt auch die Einstellung zu uns wird. Es war ganz klar, da\u00df die Welt dringend eine gerechtere neue Weltwirtschaftsordnung brauchte, die aber nur funktionieren w\u00fcrde, wenn sie mit einer Renaissance der besten Traditionen aller Kulturen einhergeht.<\/p>\n<p>Das war eine sehr ehrgeizige Idee. Aber ich denke, wenn man sich anschaut, wie die Entwicklung in der Zeit seither verlaufen ist, dann ist diese Idee, da\u00df man eine Renaissance der besten Traditionen braucht, zu einer sehr vorherrschenden geworden. Ich habe 2018 in Beijing an einem Dialog der asiatischen Zivilisationen teilgenommen. Ich war einer der wenigen Nicht-Asiaten dort und mu\u00df sagen, es war eine absolut erstaunliche Erfahrung, Menschen aus China, Indien, Korea, Thailand, Afghanistan und anderen L\u00e4ndern zu sehen, die alle \u00fcber die gro\u00dfen Traditionen ihrer Zivilisationen sprachen, die zum Teil bis zu 5000 Jahre zur\u00fcckreichen. Und sie betonten stolz, was in dieser jahrtausendealten Tradition am fortschrittlichsten war, und sie beziehen sich heute darauf, um die Identit\u00e4t der Bev\u00f6lkerung in dieser Tradition zu verankern und darauf aufbauend eine sehr positive Vorstellung von der Zukunft zu entwickeln. Das bezog sich auf die alte vedische Periode in Indien oder die baktrische Periode im heutigen Afghanistan, die persischen Traditionen und so weiter.<\/p>\n<p>Warum sind Europa und die Vereinigten Staaten nicht Teil dieser Diskussion? Ich denke, [der russische Au\u00dfenminister] Lawrow hat es vor einigen Jahren in seiner j\u00e4hrlichen Neujahrsansprache auf den Punkt gebracht, als er sagte, das Problem sei, da\u00df der Westen sich von seinen traditionellen Werten entfernt habe &#8211; jenen Werten, die von Generation zu Generation weitergegeben wurden, von Gro\u00dfeltern zu Eltern \u2013 und wir ein \u201epostchristliches Wertesystem\u201c angenommen h\u00e4tten.<sup>2<\/sup>\u00a0Das sei das Hauptproblem, warum etwa die Kommunikation zwischen den asiatischen L\u00e4ndern und Europa und den Vereinigten Staaten praktisch zusammengebrochen sei.<\/p>\n<p>Warum sind sich die Menschen im Westen heute der Gefahr eines Atomkriegs so wenig bewu\u00dft? Wir haben von Scott Ritter, Ted Postol und anderen geh\u00f6rt, da\u00df die Wahrscheinlichkeit, da\u00df es v\u00f6llig schiefgehen kann, extrem hoch ist. Anfang der 1980er Jahre, als wir die Krise um die Mittelstreckenraketen hatten, gingen Hunderttausende Menschen auf die Stra\u00dfe, weil sie Angst vor einem Dritten Weltkrieg hatten. Und jetzt, wo wir so nahe daran sind wie nie zuvor in der Geschichte, auch nicht w\u00e4hrend der Kubakrise, machen sich nur sehr wenige Menschen \u00fcberhaupt Sorgen. Die meisten genie\u00dfen ihr Vergn\u00fcgen, ihren Urlaub, ihre verschiedenen Hobbys, aber sie machen sich keine Gedanken dar\u00fcber, was mit der gesamten Zivilisation passieren k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Hat das etwas mit dem Video zu tun, das Diane [Sare] gezeigt hat?<sup>3<\/sup>\u00a0Ich w\u00fcrde sagen: \u201eAbsolut, ja!\u201c Denn was ist passiert, wenn Lawrow sagt, wir h\u00e4tten uns von unseren Traditionen abgewandt und seien zu \u201epostchristlichen Werten\u201c \u00fcbergegangen? Was war denn die beste Tradition in den Vereinigten Staaten? Es war die Amerikanische Revolution, der erste Unabh\u00e4ngigkeitskrieg gegen das Britische Empire, ein antikolonialer Krieg. Und heute geben die Briten die Richtung vor. Sie versuchen im Grunde, eine unipolare Welt, die es gar nicht mehr gibt, aufrechtzuerhalten \u2013 ausgehend von der anglo-amerikanischen \u201eSonderbeziehung\u201c, bei der das amerikanische Establishment akzeptiert hat, eine Einheit mit dem britischen Establishment zu bilden, und das soll das Modell sein, das die Hegemonie auf der Welt hat.<\/p>\n<h3>Der Angriff der Romantiker auf die Klassik<\/h3>\n<p>Deutschland hatte einmal eine sehr fortschrittliche Zivilisation und Kultur, die deutsche Klassik, das umfa\u00dft etwa in der Musik alles von Bach und H\u00e4ndel \u00fcber Mozart, Beethoven, Schubert, Schumann, Brahms bis hin zu einigen Werken von Hugo Wolf. Aber was ist daraus geworden? Deutschland hat einen v\u00f6llig anderen Weg eingeschlagen. Es gibt nur noch wenige Menschen, die sich f\u00fcr klassische Musik interessieren; relativ gesehen, im Vergleich zur gro\u00dfen Bev\u00f6lkerungszahl, ist es eine winzige Minderheit.<\/p>\n<p>Das begann schon vor fast 200 Jahren mit dem Angriff der Romantiker auf die Klassik. Und ich kann das nur betonen: Die Romantiker wollten herunter von der H\u00f6he des klassischen Prinzips, das in der Literatur einen H\u00f6hepunkt in der Zusammenarbeit von Goethe und Schiller erreicht hatte, die die Idee des Guten, Wahren und Sch\u00f6nen wiederbelebt hatten. Sie griffen das an mit der romantischen Idee, die klassische Form sei nicht gut, sie wollten nicht das Sch\u00f6ne, sondern das \u201eInteressante\u201c. Und weil das Interessante von heute morgen schon wieder langweilig ist, mu\u00df es noch \u201einteressanter\u201c werden, und damit sinkt nat\u00fcrlich der Geschmack, die Kultur degeneriert immer weiter, bis hin zum heutigen Niveau, wo \u201ealles erlaubt ist\u201c.<\/p>\n<p>Heinrich Heine hat ein sehr wichtiges Buch geschrieben, das Sie lesen sollten, wenn Sie Ihre Einsicht in diesen den Geist vertiefen,\u00a0<i>Die romantische Schule.<\/i>\u00a0Er schlo\u00df sich Goethes Ansicht an \u2013 nicht direkt in diesem Buch, aber in Bezug auf die Meinung \u2013, da\u00df die Romantiker verr\u00fcckt waren, weil sie jeglichen Bezug zur Realit\u00e4t verloren hatten. Und wenn man sich die Romane von jemandem wie E.T.A. Hoffmann ansieht, der buchst\u00e4blich in die Irrenanstalt Charenton in Frankreich ging, um F\u00e4lle f\u00fcr seine Romane zu studieren, dann sieht man, was als literarisches Produkt herauskam. Das hat den Weg f\u00fcr einen schrittweisen kulturellen Verfall geebnet.<\/p>\n<p>Ich sage also nicht, da\u00df das erst in der j\u00fcngeren Vergangenheit begann. Man mu\u00df wirklich weit zur\u00fcckgehen, und Heines Definition dieses Wahnsinns, die er sehr witzig und polemisch schreibt, ist \u00e4u\u00dferst n\u00fctzlich.<\/p>\n<h3>Die Umerziehung<\/h3>\n<p>Aber was hat das mit der heutigen Zeit zu tun? In der deutschen Geschichte ist es trotz der Schrecken der zw\u00f6lfj\u00e4hrigen nationalsozialistischen Herrschaft nicht gelungen, die Tradition der klassischen Musik und der klassischen Dichtung vollst\u00e4ndig auszurotten, obwohl die Nazis beispielsweise vor Schillers\u00a0<i>Wilhelm Tell<\/i>\u00a0Angst bekamen, weil sie dachten, es k\u00f6nne als Leitfaden dienen, um Hitler loszuwerden. Es war also nicht so einfach. Aber als der Krieg 1945 endete und ganz Deutschland ein schreckliches Tr\u00fcmmerfeld war, viele St\u00e4dte nicht mehr existierten, gab es diesen unglaublichen Moment, in dem die Menschen in sich gingen und sagten: \u201eWas k\u00f6nnen wir tun, damit so etwas nie wieder passiert?\u201c Und es gab eine kurze Zeit, in der die Debatte \u00fcber das Naturrecht wiederbelebt wurde. [Heinrich] Schlusnus gab Konzerte in ausgebombten Fabriken, und es gab eine kurze Zeit, in der es m\u00f6glich gewesen w\u00e4re, Deutschland wieder an seine klassische Tradition anzuschlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Doch dann kamen die Besatzungsm\u00e4chte, vor allem die Amerikaner, aber auch die Briten, und beschlossen, das wichtigste sei, die Deutschen von ihrer Kultur abzuschneiden, um sie unter Kontrolle zu halten, und sie Schritt f\u00fcr Schritt zu zwingen, das kulturelle Paradigma der Anglosph\u00e4re zu \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p>Das bedeutete, im Bildungswesen Humboldt abzuschaffen und durch Dewey zu ersetzen, das Naturrecht durch das amerikanische Pr\u00e4zedenzrechtssystem zu ersetzen, und in der Kultur bedeutete es, die Klassik zu einer Musik von vielen zu machen. Es sollten keine Konzerte mehr ohne moderne Musik, Zw\u00f6lftonmusik oder atonale Musik stattfinden.<\/p>\n<p>Zu diesem Zweck wurde der Kongre\u00df f\u00fcr kulturelle Freiheit (CCF) ins Leben gerufen, der in der Nachkriegszeit ein gigantischer Versuch der kulturellen Manipulation war. Sie hatten die Kontrolle \u00fcber alle Konzerte, alle Auff\u00fchrungen, und selbst hervorragende Musiker, die sonst damit gar nichts zu tun hatten, waren Teil davon, weil es einfach keine andere M\u00f6glichkeit gab, aufzutreten. Auf dem H\u00f6hepunkt dieser globalen Operation, die auch in Afrika und Asien aktiv war, steuerte der CCF 120 Kulturmagazine, und das wurde nur ein wenig unterbrochen, als 1967 der Skandal aufflog, da\u00df er von der CIA finanziert wurde und der gesamte Kongre\u00df f\u00fcr kulturelle Freiheit eine CIA-Operation war \u2013 was offensichtlich viel damit zu tun hatte, da\u00df Truman nach dem Tod von Franklin Roosevelt dessen Nachfolge antrat.<\/p>\n<p>Ich kann nur empfehlen, in die Bibliotheken zu gehen und sich die Dokumente anzusehen. Sie werden absolut schockiert sein, auch dar\u00fcber, da\u00df all das heute kein gro\u00dfes Diskussionsthema ist. Denn viel moderne Kunst ist das Ergebnis dieser Operation, und offensichtlich ist ein Gro\u00dfteil dieser Kunst extrem h\u00e4\u00dflich. Dagegen hatte Schiller darauf bestanden, da\u00df Kunst sch\u00f6n sein mu\u00df, sonst d\u00fcrfe sie nicht Kunst hei\u00dfen.<\/p>\n<p>Das war also die erste Welle, der CCF. Dann kam die n\u00e4chste Welle, im Grunde ausgehend von der OECD, in den 1960er Jahren. Die OECD unter der Leitung von Dr. Alexander King, der sp\u00e4ter auch eine \u00fcble Rolle beim Club of Rome und der These von den\u00a0<i>Grenzen des Wachstums<\/i>\u00a0spielte, die bereits auf unserer Konferenz erw\u00e4hnt wurde, begann eine Bildungsreform mit dem ausdr\u00fccklichen Ziel, Humboldt loszuwerden.<\/p>\n<p>Humboldts Idee war, da\u00df das Ziel der Bildung die Sch\u00f6nheit des Charakters sein m\u00fcsse, und da\u00df bestimmte F\u00e4cher besser geeignet seien als andere, einen solchen sch\u00f6nen Charakter zu entwickeln: die Beherrschung der Hochsprache, wie sie in den besten poetischen Traditionen zum Ausdruck kommt, die Weltgeschichte, die Naturwissenschaften und so weiter.<\/p>\n<p>So sagten sie: \u201eLa\u00dft uns den gesamten Ballast von 2500 Jahren Wissen seit Platon \u00fcber Bord werfen, all das sollte verschwinden\u201c, und das taten sie auch. Sie strichen das alles aus dem Lehrplan.<\/p>\n<p>Lyndon LaRouche, der die Deutschen gut kannte, hat mehrmals gesagt, diejenigen, die vor der Bildungsreform zur Schule gingen, und diejenigen, die danach zur Schule gingen, seien wie zwei verschiedene Gattungen. Und ich denke, da war etwas dran.<\/p>\n<h3>Die Gegenkultur<\/h3>\n<p>LaRouche war meines Wissens auch der einzige, der in den 1960er Jahren mit absoluter Pr\u00e4zision den \u00fcblen Einflu\u00df der Gegenkultur mit \u201eSex, Rock und Drogen\u201c, Hippies und Flower Power als das potentiell Zersetzendste erkannt hat, was das kognitive Potential jeder Gesellschaft, die sich einer solchen Gegenkultur hingab, zerst\u00f6ren w\u00fcrde. Schauen Sie sich noch einmal das Video mit [Tony] Blinken [als Rockmusiker] an und urteilen Sie selbst, ob LaRouche Recht hatte. Viele dachten damals: \u201eDie Hippies sind irgendwie lustig, San Francisco, das ist doch alles sch\u00f6n.\u201c Aber was es mit dem Geist macht, sehen wir heute an der Jugendkultur, an den Selbstmordraten, der Drogenabh\u00e4ngigkeit, dem allgemeinen Kollaps der kognitiven F\u00e4higkeiten im Vergleich etwa zu vielen Sch\u00fclern in Asien.<\/p>\n<p>Warum war das so absolut verheerend? Weil die klassische Kultur mit der Idee von Sch\u00f6nheit, der Erhebung des Geistes, der Selbstverbesserung und dem permanenten lebenslangen Lernen verbunden war, wenn man an Schiller zur\u00fcckdenkt, der zusammen mit Beethoven den h\u00f6chsten Punkt der deutschen Kultur \u00fcberhaupt darstellte.<\/p>\n<p>Ich habe Lyn [LaRouche] einmal gefragt: \u201eWer war deiner Meinung nach der gr\u00f6\u00dfte Deutsche, der je gelebt hat?\u201c Zu meiner freudigen \u00dcberraschung antwortete er: \u201eFriedrich Schiller.\u201c Ich fragte nach: \u201eMeinst du wirklich&#8230;?\u201c Er antwortete: \u201eJa, absolut.\u201c Und das pa\u00dft sehr gut zu dem Grund, warum ich mich entschieden habe, das Schiller-Institut so zu nennen, weil Schiller uns mit seinen\u00a0<i>\u00c4sthetischen Briefen<\/i>\u00a0und seinen anderen \u00e4sthetischen Schriften eine Methode liefert, wie man Menschen verbessern und den Charakter veredeln kann.<\/p>\n<p>Schiller war sehr entt\u00e4uscht vom Zusammenbruch der Franz\u00f6sischen Revolution, von der er anfangs gehofft hatte, sie w\u00fcrde eine Wiederholung der Amerikanischen Revolution auf europ\u00e4ischem Boden sein. Aber als dann der Jakobiner-Terror die Oberhand gewann, war er best\u00fcrzt und entsetzt, und er schrieb diese\u00a0<i>\u00c4sthetischen Briefe,<\/i>\u00a0ausgehend von der Idee, da\u00df \u201eein gro\u00dfer Moment\u201c, die Franz\u00f6sische Revolution, \u201eein kleines Geschlecht\u201c gefunden hatte \u2013 da\u00df zwar die objektive Gelegenheit f\u00fcr Ver\u00e4nderung gegeben war, aber die subjektive moralische M\u00f6glichkeit in den Menschen fehlte, diese Chance zu nutzen.<\/p>\n<p>Also machte er sich daran, eine Methode zu entwickeln, damit die Menschen beim n\u00e4chsten Mal, wenn sich eine gro\u00dfe Chance in der Geschichte bietet, besser ger\u00fcstet sind. Und er schrieb die\u00a0<i>\u00c4sthetischen Briefe<\/i>, die Sie meiner Meinung nach \u00fcber die Weihnachtszeit lesen sollten, denn diese Literatur gibt Ihnen wirklich eine Antwort darauf, was man in der heutigen Situation tun kann.<\/p>\n<p>In diesen Briefen sagte Schiller: Woher soll die Verbesserung kommen, wenn die Regierungen, die Staaten degeneriert sind und die Massen barbarisch sind? Woher soll sie kommen? Und er gab die f\u00fcr einige \u00fcberraschende Antwort: Sie kommt durch die gro\u00dfe klassische Kunst. Denn wenn der einfache Mensch, der B\u00e4cker, der Friseur, der Ingenieur, einfach der normale Durchschnittsmensch, der nicht jeden Tag \u00fcber die gro\u00dfen Fragen der Menschheit nachdenkt, mit einer gro\u00dfen Komposition, einem gro\u00dfen Drama, gro\u00dfer Poesie oder einem anderen gro\u00dfen Kunstwerk konfrontiert wird, erhebt dies den Menschen, weil es den Verstand, aber gleichzeitig auch die Emotionen anspricht. So erzieht es die Emotionen schlie\u00dflich auf der Ebene der Vernunft und ist daher geeignet, Menschen auf eine h\u00f6here Ebene ihrer F\u00e4higkeiten zu bringen. Und Schiller sagte, jeder Mensch tr\u00e4gt potentiell einen idealen Menschen in sich, und es ist die gro\u00dfe Aufgabe des Daseins, dieses Potential mit diesem idealen Menschen in Einklang zu bringen.<\/p>\n<p>Die Antwort lautet also, da\u00df jeder die Chance hat, eine sch\u00f6ne Seele zu werden. Eine sch\u00f6ne Seele ist laut Schiller ein Mensch, der seine Emotionen auf die Ebene der Vernunft gebracht hat, so da\u00df er diesen Emotionen blind folgen kann, ohne jemals irregef\u00fchrt zu werden. Es ist ein Mensch, der seine Pflicht voll Leidenschaft erf\u00fcllt und f\u00fcr den Vernunft und Liebe im Grunde dasselbe sind. Und der einzige Mensch, der diese Bedingung ganz erf\u00fcllt, ist das Genie. Laut Schiller hat also jeder Mensch das Potential, ein Genie zu werden, wenn man sich nur genug anstrengt.<\/p>\n<p>Wenn man diese Idee kaputtmacht und statt dessen die Idee hat, \u201ealles ist erlaubt\u201c, bedeutet das, da\u00df es keine Ma\u00dfst\u00e4be mehr gibt. Die Dekonstruktion aller Moralvorstellungen ist inzwischen so weit, da\u00df die Chance, in den Boulevardzeitungen zu erscheinen und als eine Art \u201eInfluencer\u201c gefeiert zu werden, um so gr\u00f6\u00dfer ist, je verr\u00fcckter eine Idee ist. Und deshalb befinden wir uns heute im Westen wirklich in einer sehr tiefen kulturellen Krise.<\/p>\n<p>Als der Kalte Krieg endete, erkl\u00e4rte Francis Fukuyama anma\u00dfend oder besser gesagt voller Hybris, das sei das \u201eEnde der Geschichte\u201c, d.h. die westlichen Demokratien w\u00fcrden das westliche demokratische Modell in alle L\u00e4nder der Welt exportieren und die ganze Welt w\u00fcrde dies akzeptieren. Das w\u00e4re das \u201eEnde der Geschichte\u201c. Nun, wie wir in den mehr als 30 Jahren seither gesehen haben, ist das nicht so gut gelaufen. Und wenn man versucht, den gegenw\u00e4rtigen Zustand unserer Kultur \u2013 mit \u201eWokismus\u201c, mit der LBGTQ-Kultur mit 99 verschiedenen Geschlechtern \u2013 nach Afrika, Ungarn, Ru\u00dfland oder China zu exportieren, sagen diese L\u00e4nder: \u201eNein, danke. Wir haben unsere eigenen Traditionen, die viel besser dem entsprechen, worin wir unsere Identit\u00e4t sehen.\u201c Sie lehnen diese Auferlegung dieser fremden Kulturen ab.<\/p>\n<h3>Das kognitive Potential des Westens ist gesunken<\/h3>\n<p>Wir im Westen haben also ein sehr ernstes kulturelles Problem. Ich denke, das kognitive Potential all unserer Gesellschaften ist stark gesunken. Deutschland war fr\u00fcher ein Land, das auf der ganzen Welt bewundert wurde. Wenn man als Deutscher nach Lateinamerika, Afrika oder Indien reiste, sagten die Menschen immer: \u201eO, Sie kommen aus Deutschland! Das ist das Land der Erfinder, der Dichter und Denker! Was ist mit Beethoven? Was ist mit Goethe?\u201c Und jetzt sagen sie: \u201eO, Sie kommen aus Deutschland! Sie \u00c4rmster! Ihre Wirtschaft bricht zusammen, Sie haben einen Kanzler, der sich nicht einmal gegen die Sabotage von Nord Stream 2 wehrt, Sie haben explodierende Energiepreise. Warum tun Sie nichts dagegen?\u201c<\/p>\n<p>Nun, ich denke, das hat alles damit zu tun, da\u00df das kognitive Potential bei uns abgenommen hat und die Menschen so entm\u00fcndigt, da\u00df sie nicht einmal mehr die t\u00f6dliche Gefahr eines m\u00f6glichen Atomkriegs erkennen. Und das hat alles mit unserem kulturellen Geschmack zu tun, oder besser gesagt, dem Geschmack f\u00fcr schreckliches Zeug, das die Leute \u201eKultur\u201c nennen, wenn man sich die Verderbtheit einiger Popmusik, das Menschenbild oder speziell das Frauenbild ansieht. Deshalb haben die Chinesen Hip-Hop verboten, weil sie sagen, Hip-Hop hat ein mieses Frauenbild, deshalb wollen wir unsere Kinder und Jugendlichen dem nicht aussetzen.<\/p>\n<p>Der Vorwurf, einige dieser anderen Kulturen w\u00e4ren \u201eDiktaturen\u201c und \u201eautokratisch\u201c und so weiter, das ist einfach Unsinn! Es ist vielmehr so, da\u00df etwa die chinesische Kultur eine 5000 Jahre alte Geschichte hat. Und die letzten 2500 Jahre davon wurden stark von Konfuzius beeinflu\u00dft, der die Idee des \u201elebenslangen Lernens\u201c hatte. Da die chinesische Tradition auch das Gemeinwohl vor das Individuum stellt, besagt sie, wenn der Staat voranschreitet, dann schreiten auch alle Individuen voran. Dagegen ist es in Europa und den Vereinigten Staaten eher umgekehrt, dort steht das Individuum im Vordergrund, und man meint, wenn es allen Individuen gut gehe, dann gehe es auch dem Staat gut \u2013 was zu diesem \u00fcbertriebenen Individualismus f\u00fchrt, den wir heute sehen. Aber aus der Sicht der Chinesen ist es ganz normal, da\u00df sie versuchen, durch den Staat Einfl\u00fcsse fernzuhalten, von denen sie wissen, da\u00df sie schlecht f\u00fcr die Kultur des Volkes sind. Das hat nichts mit der Kommunistischen Partei zu tun, sondern mit 2500 Jahren Konfuzianismus.<\/p>\n<p>Ich k\u00f6nnte noch viel mehr sagen, aber ich denke, wir im Westen m\u00fcssen uns ehrlich den Rest der Welt ansehen und erkennen, da\u00df wir vom rechten Weg abgekommen sind! Dieser \u00fcbertriebene Individualismus, diese Vorstellung, alles sei erlaubt, es gebe keine Grenzen f\u00fcr die Perversion dessen, was man tun kann, hat verheerende Auswirkungen auf unsere Kultur und unseren Geist.<\/p>\n<p>Es w\u00e4re so einfach, das wiederzuentdecken, was an der europ\u00e4ischen Kultur, deren Verl\u00e4ngerung die Vereinigten Staaten sind, so gro\u00dfartig war. Man mu\u00df zur\u00fcckgehen zur italienischen Renaissance, zur \u00c9cole Polytechnique, zur andalusischen Renaissance, zur deutschen Klassik, und wir m\u00fcssen diese wunderbaren Ideen wiederbeleben und sie wieder zur Grundlage daf\u00fcr machen, Neues zu schaffen. Und wenn wir dann einen Dialog der besten Tradition der europ\u00e4ischen Kultur mit den besten Traditionen all dieser anderen L\u00e4nder und Orientierungen f\u00fchren, k\u00f6nnen wir eine neue Renaissance erreichen.<\/p>\n<p>Ich denke, wenn wir unsere Arbeit richtig machen, kann das sogar die wichtigste und sch\u00f6nste Renaissance in der Geschichte der Menschheit werden, die es je gab! Denn der Mensch ist vernunftbegabt, und wir sollten diese Aufgabe voller Energie angehen!<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<hr \/>\n<p><b>Anmerkungen<\/b><\/p>\n<p>1.\u00a0<a href=\"https:\/\/archive.schillerinstitute.com\/whats_new\/what's_new.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">What&#8217;s New at Schiller Institute?<\/a><\/p>\n<p>2.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.mid.ru\/en\/foreign_policy\/news\/1540711\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Foreign Minister Sergey Lavrov&#8217;s remarks and answers to media questions at a news conference on the results of Russian diplomacy in 2016, Moscow January 17, 2017<\/a><\/p>\n<p>3. \u00dcber Au\u00dfenminister Blinken,\u00a0<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=eR9pndQ2uTE\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Antony Blinken plays guitar in Kyiv bar: \u201eFree world is with you\u201d<\/a>, Video,\u00a0<i>The Telegraph<\/i>.<\/p>\n<p><\/div><\/div><\/p>\n\n\n<p><strong>William Ferguson<\/strong> (USA), Schiller-Institut<\/p>\n\n\n<p><div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Rede im Wortlaut lesen<\/span><\/a><div class=\"toggle-content\"><\/p>\n<h2>Poesie statt \u201eInformation\u201c<\/h2>\n<p class=\"autor\">Von Bill Ferguson<\/p>\n<p class=\"vor\">Bill Ferguson ist ein Aktivist des Schiller-Instituts in Boston in den USA. In der Konferenz zum 40j\u00e4hrigen Bestehen des Schiller-Instituts am 8. Dezember sagte er folgendes.<\/p>\n<p>Friedrich Schiller, der Dichter der Freiheit, beginnt seinen Essay\u00a0<i>\u00dcber das Erhabene<\/i>\u00a0mit den Worten:<\/p>\n<p>\u201e,Kein Mensch mu\u00df m\u00fcssen\u2018&#8230; Der Wille ist der Geschlechtscharakter des Menschen, und die Vernunft selbst ist nur die ewige Regel desselben. Vern\u00fcnftig handelt die ganze Natur; sein Pr\u00e4rogativ ist blo\u00df, da\u00df er mit Bewu\u00dftsein und Willen vern\u00fcnftig handelt. Alle andern Dinge m\u00fcssen; der Mensch ist das Wesen, welches will.\u201c<\/p>\n<p>Die Freiheit des Menschen wird verletzt, wenn er dem \u00e4u\u00dferen Zwang eines Sklavenhalters oder Tyrannen ausgesetzt ist. Aber ist der Mensch frei, wenn seine inneren Impulse im Widerspruch zur Vernunft stehen?<\/p>\n<p>Schiller hielt an dem Ideal einer \u201e<i>sch\u00f6nen Seele<\/i>\u201c fest, \u201eeiner, in der Vernunft und Gef\u00fchl, Pflicht und Leidenschaft verschmelzen, einer, der seine Pflicht mit Freude erf\u00fcllt.\u201c Wie er in seinen\u00a0<i>Briefen \u00fcber die \u00e4sthetische Erziehung des Menschen<\/i>\u00a0feststellt, \u201e&#8230; ist es die Sch\u00f6nheit, durch die man zur Freiheit gelangt\u201c, oder wie er es in\u00a0<i>Die K\u00fcnstler<\/i>\u00a0poetisch ausdr\u00fcckt:<\/p>\n<p><i>Nur durch das Morgentor der Sch\u00f6nheit<br \/>Dringt man in das Land des Wissens ein<\/i><\/p>\n<p>So wie die rationalen Kr\u00e4fte des Sch\u00fclers geschult werden m\u00fcssen, zeigt Schiller, da\u00df es die freudige Pflicht des K\u00fcnstlers ist, die\u00a0<i>Emotionen<\/i>\u00a0des Publikums zu schulen, damit sie sich am Sch\u00f6nen, Harmonischen und Wahren erfreuen, damit sie das Theater als\u00a0<i>bessere<\/i>\u00a0Menschen verlassen und sich schlie\u00dflich\u00a0<i>nur noch<\/i>\u00a0am Sch\u00f6nen, Harmonischen und Wahren erfreuen. Es ist die Pflicht des K\u00fcnstlers, sie spielerisch auf dem Weg zu sch\u00f6nen Seelen zu begleiten.<\/p>\n<p>So werden die B\u00fcrger zur F\u00e4higkeit der Selbstregierung erhoben, der einzigen Regierungsform, die der W\u00fcrde des Menschen w\u00fcrdig ist. Aber \u00e4sthetische Bildung und Selbstregierung erfordern, wie die Poesie, eine gemeinsame Sprache f\u00fcr den Austausch und die Entwicklung eines Volkes, daher die Notwendigkeit der nationalen Souver\u00e4nit\u00e4t. Wie Jeanne d&#8217;Arc in Schillers\u00a0<i>Die Jungfrau von Orleans<\/i>\u00a0\u00fcber den englischen Eindringling sagt:<\/p>\n<p><i>Der fremde K\u00f6nig, der von au\u00dfen kommt,<br \/>Dem keines Ahnherrn heilige Gebeine<br \/>In diesem Lande ruhn, kann er es lieben?<br \/>Der nicht jung war mit unsern J\u00fcnglingen,<br \/>Dem unsre Worte nicht zum Herzen t\u00f6nen,<br \/>Kann er ein Vater sein zu seinen S\u00f6hnen?<\/i><\/p>\n<p>Schillers Werke zeigen die Liebe und den Kampf der gesamten Menschheit f\u00fcr die Freiheit: die Verteidigung der nationalen Souver\u00e4nit\u00e4t in Frankreich, angef\u00fchrt von der g\u00f6ttlich inspirierten Johanna, der Aufstand der Vereinigten Niederlande gegen die spanische Herrschaft\u00a0<i>in Don Carlos,<\/i>\u00a0und\u00a0<i>Wilhelm Tell,<b>\u00a0<\/b><\/i>sein Drama \u00fcber den Aufstand der Schweizer gegen die habsburgische Tyrannei, in dem der R\u00fctlischwur als deutsche \u00dcbersetzung der Unabh\u00e4ngigkeitserkl\u00e4rung der Vereinigten Staaten von Amerika betrachtet werden kann:<\/p>\n<p><i>\u201eNein, eine Grenze hat Tyrannenmacht,<br \/>wenn der Gedr\u00fcckte nirgends Recht kann finden,<br \/>wenn unertr\u00e4glich wird die Last \u2013 greift er<br \/>hinauf getrosten Mutes in den Himmel,<br \/>und holt herunter seine ew&#8217;gen Rechte,<br \/>die droben hangen unver\u00e4u\u00dferlich<br \/>und unzerbrechlich wie die Sterne selbst -\u201c<\/i><\/p>\n<p>1984 ver\u00f6ffentlichte das Schiller-Institut die \u201eErkl\u00e4rung der unver\u00e4u\u00dferlichen Menschenrechte\u201c, eine von Helga Zepp-LaRouche umgeschriebene Neufassung der amerikanischen Unabh\u00e4ngigkeitserkl\u00e4rung, die deren Prinzipien auf die gesamte Menschheit anwendet. Was ist das Recht auf \u201eLeben, Freiheit und das Streben nach Gl\u00fcckseligkeit\u201c anderes als das Recht, den eigenen Geist und das eigene Herz bis zum vollen Potential zu entwickeln, das Recht, an dem teilzunehmen, was Schiller als \u201edas vollkommenste aller Kunstwerke, die Errichtung einer wahren politischen Freiheit\u201c bezeichnete? Das Recht, eine sch\u00f6ne Seele zu werden?<\/p>\n<p>W\u00e4hrend wir nun hoffnungsvoll auf eine Zukunft jenseits dieses aktuellen\u00a0<i>Punctum saliens<\/i>\u00a0hinarbeiten, in der wir, wie Schillers Stauffacher warnt, dreitausendfach miterleben, da\u00df<\/p>\n<p><i>\u201eder Krieg auch nicht das zarte Kindlein in der Wiege schont\u201c<\/i><\/p>\n<p>und bald droht, keinen von uns zu verschonen, wenden wir uns wieder unserem verehrten Lyndon LaRouche zu. In\u00a0<i>Keplers Entdeckung: Mathematik ist keine Wissenschaft<\/i>\u00a0bezieht sich LaRouche auf seine Behauptung von 1978, da\u00df \u201edie Poesie beginnen mu\u00df, die Mathematik in der Physik zu ersetzen\u201c. Das zweite Kapitel, \u201ePoesie als Wissenschaft\u201c, schlie\u00dft mit einem Unterabschnitt, \u201eVerteidigung der sch\u00f6nen Seelen\u201c. Der Unterabschnitt beginnt:<\/p>\n<p>\u201eEs gibt zwei Werke der klassischen englischen Dichtung, die mich seit meiner Jugend am st\u00e4rksten beeinflu\u00dft haben:\u00a0<i>Ode an eine griechische Urne<\/i>\u00a0von [John] Keats und\u00a0<i>Verteidigung der Poesie<\/i>\u00a0von [Percy] Shelley. Ersteres, weil es die Qualit\u00e4t eines vollkommen ironischen, klassischen Gedichts erreicht; letzteres, insbesondere der abschlie\u00dfende lange Absatz, der in den Spiegel meiner Seele blickt.<\/p>\n<p>In jeder g\u00fcltigen Wissenschaft und jeder wahrhaft klassischen k\u00fcnstlerischen Komposition und ihrer Auff\u00fchrung ist es die Qualit\u00e4t der Botschaft, die das Produkt menschlicher Kreativit\u00e4t von der Betonung des einfachen w\u00f6rtlichen Hinweises durch das tierische Gesch\u00f6pf unterscheidet, was man als\u00a0<i>klassische Ironie<\/i>\u00a0bezeichnet &#8230;\u201c<\/p>\n<p>Am Ende des Artikels zitiert LaRouche zun\u00e4chst Percy Shelley:<\/p>\n<p>\u201eDie Menschen, denen diese Kraft innewohnt, m\u00f6gen oftmals in vielen Z\u00fcgen ihres Wesens wenig augenf\u00e4llige \u00dcbereinstimmung mit jenem Geist des Guten zeigen, dessen Werkzeug sie sind. Aber selbst w\u00e4hrend sie ihn verneinen und ihm abschw\u00f6ren, sind sie doch gezwungen, der Macht zu dienen, die auf dem Thron ihrer eigenen Seele sitzt. Es ist unm\u00f6glich, die Werke der ber\u00fchmtesten Autoren der Gegenwart zu lesen, ohne von jenem elektrischen Funken ergriffen zu werden, der in ihren Worten gl\u00fcht. Sie messen den Umfang und loten die Tiefe der menschlichen Natur mit einem alles umfassenden, alles durchdringenden Geist und sind selbst vielleicht am aufrichtigsten erstaunt \u00fcber seine Offenbarungen; denn es handelt sich weniger um ihren eigenen als vielmehr um den Geist der Zeit. Dichter sind Priester einer unbegriffenen Inspiration; Spiegel riesenhafter Schatten, die die Zukunft auf die Gegenwart wirft; Worte, die sagen, was sie selbst nicht verstehen; Trompeten, die zum Kampfe blasen und nicht empfinden, was sie eingeben; sie sind die Kraft, die selbst nicht bewegt wird, aber andere bewegt. Dichter sind die nicht anerkannten Gesetzgeber der Welt\u2026\u201d<\/p>\n<p>Hier kommt LaRouche zu dem Schlu\u00df:<\/p>\n<p>\u201eManchmal denke ich an die Zeit, als Goethe mit Schiller zusammenarbeitete; aber dann denke ich auch an eine andere Seite.<\/p>\n<p>Hier sp\u00fcren wir in der Poesie das dynamische Prinzip all jener Entdeckungen, die den Einzelnen bef\u00e4higen, Ideen von Prinzipien zu entwickeln, die Gesellschaften und auch die Planeten bewegen. Die Wissenschaft bewegt Planeten. Klassisches k\u00fcnstlerisches Genie bewegt die Individuen, die die Gesellschaft bewegen, die die Planeten bewegen, dann die Sterne und dann vielleicht auch die Galaxien.\u201c<\/p>\n<p>Zu Ehren des revolution\u00e4ren und stets optimistischen Lyndon LaRouche wollen wir unsere Gesellschaften und unseren Planeten in Hoffnung bewegen.<\/p>\n<p><b>Hoffnung<\/b><\/p>\n<p><i>Es reden und tr\u00e4umen die Menschen viel<br \/>Von bessern k\u00fcnftigen Tagen,<br \/>Nach einem gl\u00fccklichen, goldenen Ziel<br \/>Sieht man sie rennen und jagen;<br \/>Die Welt wird alt und wird wieder jung,<br \/>Doch der Mensch hofft immer Verbesserung.<\/i><\/p>\n<p><i>Die Hoffnung f\u00fchrt ihn ins Leben ein,<br \/>Sie umflattert den fr\u00f6hlichen Knaben,<br \/>Den J\u00fcngling begeistert ihr Zauberschein<br \/>Sie wird mit dem Greis nicht begraben;<br \/>Denn beschlie\u00dft er im Grabe den m\u00fcden Lauf,<br \/>Noch am Grabe pflanzt er die Hoffnung auf.<\/i><\/p>\n<p><i>Es ist kein leerer schmeichelnder Wahn,<br \/>Erzeugt im Gehirne des Toren,<br \/>Im Herzen k\u00fcndet es laut sich an,<br \/>Zu was Besserm sind wir geboren,<br \/>Und was die innere Stimme spricht,<br \/>Das t\u00e4uscht die hoffende Seele nicht.<\/i><\/p>\n<p><\/div><\/div><\/p>\n\n\n<p><strong>Paul Gallagher<\/strong> (USA), Schiller-Institut<\/p>\n\n\n\n<p><strong>John Sigerson<\/strong> (USA), Musikdirektor, Schiller-Institut<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Liliana Gorini<\/strong> (Italien), Vorsitzende von Movisol, und <strong>Sebastiano Brusco<\/strong> (Italien), Pianist<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Nader Majd<\/strong> (Iran\/USA), Musiker, Zentrum f\u00fcr persische Kultur, Vienna, USA<\/p>\n\n\n<p><div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Rede im Wortlaut lesen<\/span><\/a><div class=\"toggle-content\"><\/p>\n<h2>Musik und Poesie \u00fcberwinden die Uneinigkeit<\/h2>\n<p class=\"autor\">Von Nader Majd<\/p>\n<p class=\"vor\">Nader Majd ist Pr\u00e4sident und Direktor der Persian Classical Music Co. in Vienna im US-Bundesstaat Virginia. In der Konferenz zum 40j\u00e4hrigen Bestehen des Schiller-Instituts am 8. Dezember sagte er folgendes.<\/p>\n<p>Guten Tag, liebe Freunde. Mein Name ist Nader Majd, und ich bin Pr\u00e4sident und Direktor der Persian Classical Music Co. in Vienna, Virginia.<\/p>\n<p>Ich werde heute \u00fcber die Bedeutung der Kultur f\u00fcr den Frieden sprechen. Beides h\u00e4ngt in vieler Hinsicht miteinander zusammen. Das wichtigste ist, da\u00df die Menschen auf der Welt die Kultur, die Traditionen, die Normen und andere Aspekte der Kultur in den verschiedenen L\u00e4ndern verstehen \u2013 dann werden sie sich nicht bek\u00e4mpfen. Sie werden miteinander reden, vor allem durch Musik, Poesie, Malerei und alle anderen Mittel, die der Menschheit zur Verf\u00fcgung stehen, und sie f\u00fcr den Frieden nutzen.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte \u00fcber eine Erfahrung sprechen, die ich Anfang der 1980er Jahre gemacht habe, um Ihnen die Bedeutung der Kultur f\u00fcr das Zusammenwachsen der Gemeinschaft zu verdeutlichen. Anfang der 80er Jahre nahm mich ein befreundeter Journalist zu verschiedenen politischen Organisationen mit \u2013 nat\u00fcrlich iranischen. Und ich stellte fest, da\u00df diese Menschen sich in jeder Hinsicht v\u00f6llig uneinig waren.<\/p>\n<p>Eines Tages rief ich ihn an und lud ihn in die Weltbank ein \u2013 ich war damals \u00d6konom bei der Weltbank \u2013, um \u00fcber die Gr\u00fcndung einer Kulturgesellschaft zu sprechen. Ich sagte ihm: Ich mache Musik und du Poesie. Das ist etwas, bei dem wir uns nicht uneinig sind. Auf diese Weise k\u00f6nnen wir die iranischen Gemeinschaften zusammenbringen.<\/p>\n<p>Ob Sie es glauben oder nicht, es hat funktioniert! Seit 1982, als wir die Iranische Kulturgesellschaft in Washington gr\u00fcndeten, h\u00e4lt sie w\u00f6chentlich jeden Montag Sitzungen ab. Das tun wir jetzt seit 40 Jahren. Wir luden Menschen aus allen Schichten ein, mit unterschiedlicher politischer Ausrichtung. Und sie konnten sich im selben Raum zusammensetzen und miteinander reden. Das hat gezeigt, wie wichtig die Kultur ist \u2013 eine Dimension, die sehr fruchtbar wird, wenn man sie zu anderen, etwa politischen Diskussionen hinzuf\u00fcgt.<\/p>\n<p>Heute m\u00f6chte ich ein Gedicht von Hafis rezitieren, einem der bedeutendsten iranischen Dichter aus dem 7. Jahrhundert. Dann werde ich versuchen, dieses Gedicht f\u00fcr Sie ungef\u00e4hr zu \u00fcbersetzen, um zu zeigen, wie wichtig Hafis im 7. Jahrhundert die \u00dcberwindung von Streitigkeiten unter den Menschen war. Lassen Sie es mich zuerst auf Persisch vortragen, f\u00fcr den Rhythmus und die Reime. Wenn man Gedichte \u00fcbersetzt, geht dieser musikalische Aspekt verloren. (<i>Liest auf Persisch.)<\/i><\/p>\n<p>Man sp\u00fcrt die Sch\u00f6nheit dieses Gedichts, wenn man die Reime und den Rhythmus h\u00f6rt. (<i>Liest ein wenig auf Persisch.<\/i>) Dieser Reim wird immer wieder wiederholt, was ihn noch sch\u00f6ner macht. Aber nun m\u00f6chte ich Ihnen eine ungef\u00e4hre \u00dcbersetzung des Gedichts geben, damit Sie die Botschaft verstehen. Hafis sagt:<\/p>\n<p>\u201eLetzte Nacht sah ich die Engel an die T\u00fcr des Weinhauses klopfen.<br \/>Damals mischten sie Wasser und Erde und schufen den Menschen mit Wein.\u201c<\/p>\n<p>In unserer islamischen Religion steht im Koran, da\u00df Gott Berge, Meere usw. erschuf und sie aufforderte, sich vor ihm zu verbeugen. Aber sie konnten sich nicht verbeugen, weil sie ja Meere und Berge waren. Darauf beschlo\u00df er, Engel zu erschaffen, und bat die Engel, sich zu verbeugen; aber die Engel konnten es auch nicht, weil sie ja Geister waren. Da schuf Gott den Menschen, indem er Erde und Wasser zu Schlamm mischte und eine Statue schuf, der er dann Leben einhauchte. So erschuf er den Menschen.<\/p>\n<p>Aber Hafis sagt, Gott hat kein Wasser benutzt, sondern Wein. Ich kann es erkl\u00e4ren: Das Bild vom Wein bedeutet in unserer Kultur, die Erhabenheit der Welt durch Intuition zu betrachten, nicht durch Denken, Verstand und Rationalit\u00e4t. Intuition ist wichtig. Wenn man Wein trinkt, \u00f6ffnet er einem die T\u00fcr, um die Welt auf \u00e4sthetische Weise zu betrachten.<\/p>\n<p>Nachdem sie den Menschen erschaffen hatten, setzten sie sich hin, und wir tranken zusammen. Damals lag die ganze Last, die Welt wieder vollkommen zu machen, auf den Schultern des Menschen. Denn am Anfang war die Welt vollkommen, aber mit der Urs\u00fcnde oder wie man es nennen m\u00f6chte, wurde das Universum unvollkommen. Der Kosmos wurde unvollkommen. Der Religion zufolge kommt man in den Himmel, wenn man Gutes tut, und dann ist Gott da und du bist da. Aber den Sufis zufolge kommt Gott zu dir, wenn du in dieser Welt auf Gott zugehst, so da\u00df eine Einheit des Seins entsteht. Das basiert auf dem iranischen Irfan und dem Sufismus.<\/p>\n<p>Hier hei\u00dft es also: Die Last liegt auf meiner Schulter, auf \u201eAdams Schulter\u201c. Und er spricht vom \u201eKampf zwischen den 72 Nationen\u201c \u2013 er meint nat\u00fcrlich die 72 Zweige des Islam. Er sagt, sie k\u00e4mpften, zwischen ihnen herrscht Krieg, weil sie die Wahrheit nicht sehen konnten und anfingen, alle m\u00f6glichen Geschichten zu erz\u00e4hlen, ohne die Wahrheit. Wer die Wahrheit kennt, der k\u00e4mpft nicht gegeneinander. Dann sagt er: \u201eZwischen mir und Gott herrschte Frieden, und alle Sufis begannen zu tanzen und tranken Wein\u201c als Bekr\u00e4ftigung dieses Friedens zwischen mir und Gott.<\/p>\n<p>Sp\u00e4ter verwendet er als Bild das Feuer und sagt: Das Feuer ist nicht dazu da, da\u00df die Kerze lacht, sondern die Flamme verbrennt die Motte oder den Schmetterling. Das soll die Liebe und Leidenschaft zwischen der Motte und dem Feuer zeigen \u2013 das ist in unserer zoroastrischen Tradition sehr wichtig. Das Feuer ist sehr wichtig, es ist die Quelle der Reinigung von allen S\u00fcnden usw.<\/p>\n<p>Am Ende sagt er: Niemand auf der Welt hat die Rationalit\u00e4t in der Existenz des Universums besser enth\u00fcllt als Hafis. Hafis sagt es am besten. Und damals war eine Zeit, in der sie sich beruhigten. Das wird hier als Metapher verwendet: Er z\u00e4hmte die Buchstaben, die Worte. Das ist eine Metapher daf\u00fcr, da\u00df zu der Zeit, als sie anfingen miteinander zu reden und das Wort zu erkl\u00e4ren, Hafis es am besten erkl\u00e4ren konnte.<\/p>\n<p>Soweit die \u00dcbersetzung dieses Gedichts, ich hoffe, es hat Ihnen gefallen. Ich beantworte gerne Ihre Fragen, wenn Sie welche haben. Ich danke Ihnen f\u00fcr Ihre Geduld.<\/p>\n<p><\/div><\/div><\/p>\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><em>Diskussion<\/em><\/p>\n\n\n<p><div class=\"hr\"><hr \/><\/div><\/p>\n\n\n<p>Die gemeldete Entscheidung der Regierung des scheidenden Pr\u00e4sidenten Biden, der Ukraine die Nutzung amerikanischer ballistischer ATACMS-Raketen f\u00fcr Angriffe auf russisches Territorium zu gestatten, beginnend mit dem Ziel der Region Kursk, bringt die Welt in unmittelbare Gefahr, m\u00f6glicherweise nur noch wenige Tage von einer strategischen, unaufhaltsamen Eskalation entfernt zu sein. Da diese Raketen, wie die deutschen Taurus- und die britischen Storm-Shadow-Raketen, technisch nicht von den Ukrainern bedient werden k\u00f6nnen, sondern von Spezialisten aus NATO-L\u00e4ndern unterst\u00fctzt werden m\u00fcssen, bedeutet dies, dass wir uns in dem Moment, in dem sie eingesetzt werden, in einem vollst\u00e4ndigen Krieg der NATO gegen Russland befinden.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Reaktion auf genau solche Eskalationen, einschlie\u00dflich des Einsatzes immer leistungsf\u00e4higerer Waffen durch die Nationen des kollektiven Westens in der Ukraine, k\u00fcndigte der russische Pr\u00e4sident Putin im September 2024 an, dass er \u00c4nderungen an der \u201eNukleardoktrin\u201c Moskaus vorschlagen werde, um den m\u00f6glichen Einsatz von Atomwaffen als Reaktion auf einen Angriff, der eine kritische Bedrohung f\u00fcr die Souver\u00e4nit\u00e4t Russlands darstellt, einzubeziehen, einschlie\u00dflich Angriffe eines nicht-nuklearen Staates, wenn dieser von einem nuklearen Staat unterst\u00fctzt wird. <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/en.kremlin.ru\/events\/president\/transcripts\/75182?ref=eirna.de\" target=\"_blank\">Putin erkl\u00e4rte diese \u00c4nderung<\/a> auf folgende, sehr pr\u00e4zise Weise:<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-verse\">\u201e\u2026 Die aktualisierte Version des Dokuments [Grundprinzipien] soll  eine Aggression gegen Russland durch einen beliebigen nichtnuklearen  Staat, an der jedoch ein beliebiger Nuklearstaat beteiligt ist oder die  von einem solchen unterst\u00fctzt wird, als gemeinsamen Angriff gegen die  Russische F\u00f6deration betrachten\u2026\n\nWir werden eine solche  M\u00f6glichkeit in Betracht ziehen, sobald wir zuverl\u00e4ssige Informationen  \u00fcber einen massiven Einsatz von Luft- und Weltraumangriffswaffen und  deren \u00dcberschreiten unserer Staatsgrenze erhalten.\u201c<\/pre>\n\n\n\n<p>Er f\u00fcgte hinzu:<\/p>\n\n\n\n<pre class=\"wp-block-verse\">\u201eIch meine strategische und taktische Flugzeuge, Marschflugk\u00f6rper, unbemannte Luftfahrzeuge, Hyperschallflugzeuge und andere Flugzeuge. Wir behalten uns das Recht vor, im Falle einer Aggression Atomwaffen einzusetzen \u2026 auch dann, wenn der Feind mit konventionellen Waffen eine kritische Bedrohung f\u00fcr unsere Souver\u00e4nit\u00e4t darstellt.\u201c<\/pre>\n\n\n\n<p>Die weithin berichtete Ank\u00fcndigung der ATACMS-Entscheidung der Biden-Regierung \u00fcberschreitet eindeutig diese rote Linie. Dennoch ignorieren westliche Politiker und sogenannte Milit\u00e4rexperten die russische Warnung weiterhin und reden st\u00e4ndig davon, dass \u201eRussland blufft\u201c, \u201eRussland milit\u00e4risch besiegt\u201c werden k\u00f6nne usw. In einer Art Wahnvorstellung ignorieren sie die Tatsache, dass Russland derzeit die st\u00e4rkste Atommacht ist und daher nicht auf dem Schlachtfeld besiegt werden kann. Was stattdessen sehr wohl kurzfristig passieren kann, ist, dass alles Leben auf dem Planeten in einem globalen thermonuklearen Krieg vernichtet werden k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Gleichzeitig eskaliert die Krise in S\u00fcdwestasien. Die Milit\u00e4raktion Israels in Gaza, die vom Internationalen Gerichtshof (IGH) und vom Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) als andauernder V\u00f6lkermord bezeichnet wurde, hat zu einer Hungerkatastrophe gef\u00fchrt, die das Leben von 400.000 Pal\u00e4stinensern bedroht. Die internationale Gemeinschaft hat im Wesentlichen tatenlos zugesehen. Der Libanon erlebt nun ein \u00e4hnliches Schicksal. Wenn dieser Krieg auf den Iran \u00fcbergreifen und dessen Nuklearanlagen ins Visier nehmen w\u00fcrde, w\u00fcrde dieser Krieg schnell gr\u00f6\u00dfere M\u00e4chte mit hineinziehen. Wir st\u00fcnden dann auch hier an der Schwelle zu einem globalen Atomkrieg.<\/p>\n\n\n\n<p>Die zuvor vorherrschende unipolare Welt ist zerfallen, und der Versuch, die Entstehung einer multipolaren Welt zu verhindern, ist zwecklos. Das ist der Hauptgrund f\u00fcr die strategische Krise.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Oktober dieses Jahres fand in Kasan, Russland, das j\u00e4hrliche Gipfeltreffen der BRICS-Staaten statt, an dem die neun BRICS-Mitgliedstaaten und 13 neue Partnerstaaten (sowie weitere G\u00e4ste) teilnahmen, die 4,7 Milliarden Menschen oder 57 Prozent der Weltbev\u00f6lkerung repr\u00e4sentieren. Diese L\u00e4nder sind entschlossen, 500 Jahre Kolonialismus zu \u00fcberwinden und eine neue gerechte Weltwirtschaftsordnung, neue Entwicklungsplattformen sowie ein neues Kreditsystem und einen neuen Handelsmechanismus zu etablieren, um nicht l\u00e4nger Rohstoff exportierende L\u00e4nder zu sein, die gesamte Wertsch\u00f6pfungskette in ihren eigenen L\u00e4ndern zu entwickeln und Armut und Unterentwicklung f\u00fcr immer zu \u00fcberwinden.<\/p>\n\n\n\n<p>Warum freuen sich die M\u00e4chte im Westen nicht \u00fcber diese fantastische Perspektive? Weil der Westen eine tiefgreifende kulturelle Krise durchlebt, der Westen ist vom Weg abgekommen; und weil das westliche Finanzsystem unter einer t\u00f6dlichen Spekulationsblase von 2 Billiarden Dollar leidet, die einen globalen V\u00f6lkermord fordert.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn wir das \u00dcbel der Geopolitik nicht \u00fcberwinden, das im 20. Jahrhundert zu zwei Weltkriegen gef\u00fchrt hat, besteht die Gefahr, dass sich die Welt in zwei getrennte Bl\u00f6cke teilt: eine globale NATO auf der einen Seite und eine globale BRICS-Plus-Mehrheit auf der anderen Seite. In diesem Fall werden wir nicht nur mit wirtschaftlichem Chaos konfrontiert sein, sondern auch mit der unmittelbaren Gefahr eines globalen nuklearen Fl\u00e4chenbrands.<\/p>\n\n\n\n<p>Die offensichtliche und einfache M\u00f6glichkeit, die Gefahr eines Krieges und einer Konfrontation zu \u00fcberwinden, besteht darin, die L\u00e4nder des kollektiven Westens \u2013 die europ\u00e4ischen Nationen und sogar die USA \u2013 davon zu \u00fcberzeugen, die Konfrontation zu beenden und eine Form der Zusammenarbeit mit dieser wachsenden globalen Mehrheit zu finden. Wenn der Westen mit den BRICS-Staaten zusammenarbeiten und dem globalen S\u00fcden bei der Industrialisierung helfen w\u00fcrde, k\u00f6nnten wir nicht nur den geopolitischen Wettbewerb stoppen, sondern auch die Fl\u00fcchtlingskrise auf die einzig m\u00f6gliche menschliche Weise \u00fcberwinden: indem wir Bedingungen schaffen, unter denen die Menschen, die jetzt Fl\u00fcchtlinge sind, die Perspektive haben, sich am Aufbau ihrer eigenen Heimatl\u00e4nder zu beteiligen.<\/p>\n\n\n\n<p>Anstatt Millionen von Menschen dazu zu verdammen, sich auf einen Todesmarsch durch die Sahara zu begeben, um dann in Massengr\u00e4bern im Mittelmeer zu ertrinken oder in Fl\u00fcchtlingslagern zu landen, die Papst Franziskus als Konzentrationslager bezeichnet hat, oder viele L\u00e4nder zu durchqueren und dabei Hunger, Drogenbanden und Terrorismus ausgesetzt zu sein, um dann an der mexikanisch-amerikanischen Grenze zur\u00fcckgeschoben zu werden, m\u00fcssen wir ihnen helfen, ihre Nationen zu industrialisieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir fordern die Vereinten Nationen oder die BRICS auf, einen funktionierenden Dialog zwischen den BRICS und den L\u00e4ndern des Westens zu initiieren (da die G20 diese dringende Herausforderung vernachl\u00e4ssigt) und ihre Absicht zu erkl\u00e4ren, kurzfristig 1,5 bis 2 Milliarden neue produktive Arbeitspl\u00e4tze in den L\u00e4ndern des globalen S\u00fcdens zu schaffen und bis 2050 insgesamt 3 Milliarden neue produktive Arbeitspl\u00e4tze zu schaffen. Eine solche Ank\u00fcndigung, gefolgt von konkreten Schritten zur Sicherstellung der vollst\u00e4ndigen Elektrifizierung aller L\u00e4nder Afrikas, Asiens und Lateinamerikas sowie dem sofortigen Beginn der Umsetzung bahnbrechender Infrastruktur- und anderer Entwicklungsprojekte, w\u00e4re eine starke Botschaft, um ein Zeitalter der Hoffnung einzul\u00e4uten.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Bau des gr\u00f6\u00dften Tiefwasserhafens in Lateinamerika, des Hafens von Chancay in Peru, mit der Aussicht auf den Bau einer bi-ozeanischen Eisenbahn, die den Atlantik und den Pazifik verbindet, ist ein solches Projekt, ebenso der Bau des Grand Inga Dam und das Transaqua-Projekt, die zur Bew\u00e4sserung und Industrialisierung mehrerer L\u00e4nder im Herzen Afrikas beitragen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Um die Gefahr eines Krieges endg\u00fcltig zu \u00fcberwinden, m\u00fcssen wir eine neue internationale Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur schaffen, die die Interessen jedes einzelnen Landes auf dem Planeten ber\u00fccksichtigt. Dies sollte in der Tradition des Westf\u00e4lischen Friedens geschehen, der 150 Jahre Religionskriege in Europa beendete, weil die Kriegsparteien erkannten, dass es niemanden mehr geben w\u00fcrde, der am Leben bliebe, wenn die K\u00e4mpfe fortgesetzt w\u00fcrden. Wieviel mehr gilt das im Zeitalter der thermonuklearen Waffen!<\/p>\n\n\n\n<p>Um der Menschheit eine solche neue Architektur vorzustellen, plant das Schiller-Institut, am 7. und 8. Dezember eine internationale Online-Konferenz mit f\u00fchrenden Vertretern und Experten des kollektiven Westens und des globalen S\u00fcdens einzuberufen, um die Prinzipien zu er\u00f6rtern, auf denen eine solche neue Architektur basieren muss. Wir werden auch ein Beispiel f\u00fcr den Dialog der Kulturen und Zivilisationen geben, mit wundersch\u00f6nen Beispielen gro\u00dfer Kunst aus verschiedenen Nationen, um den Weg zu einer Zivilisation aufzuzeigen, die nicht auf Hass, sondern auf Liebe basiert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-vivid-red-color has-text-color\"><\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das 40-j\u00e4hrige Bestehen des Schiller-Instituts feiern Hier k\u00f6nnen Sie sich die Konferenz im englischen Original ansehen. Die deutsche Simultan\u00fcbersetzung wird in K\u00fcrze unten ver\u00f6ffentlicht. Vorl\u00e4ufiges Konferenzprogramm des Schiller-Instituts Samstag, 7. 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