{"id":105056,"date":"2024-10-20T17:02:37","date_gmt":"2024-10-20T21:02:37","guid":{"rendered":"https:\/\/schillerinstitute.com\/?p=105056"},"modified":"2024-10-20T17:02:39","modified_gmt":"2024-10-20T21:02:39","slug":"ein-weltweiter-westfaelischer-frieden-muss-auf-die-tagesordnung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2024\/10\/20\/ein-weltweiter-westfaelischer-frieden-muss-auf-die-tagesordnung\/","title":{"rendered":"Ein weltweiter Westf\u00e4lischer Frieden mu\u00df auf die Tagesordnung"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Bericht vom 72. Treffen der Internationalen Friedenskoalition<\/h3>\n\n\n\n<p>Zur Er\u00f6ffnung des 72. w\u00f6chentlichen Onlinetreffens der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 18. Oktober betonte die Gr\u00fcnderin des Schiller-Instituts, <strong>Helga Zepp-LaRouche<\/strong>, nach der Ermordung des Hamas-F\u00fchrers Sinwar drohe, anders als einige f\u00fchrende US-Vertreter behaupten, eine weitere Eskalation des Krieges in S\u00fcdwestasien. Israels Regierungschef Netanjahu beabsichtige einen Angriff auf den Iran, und Ru\u00dfland warne Israel davor, die iranischen Atomanlagen anzugreifen. Der Iran habe von Ru\u00dfland fortschrittliche Raketensysteme erhalten, deren Betrieb russische Spezialisten erfordert, gleichzeitig seien hundert US-Soldaten in Israel f\u00fcr den Betrieb des Raketensystems THAAD. Es k\u00f6nnte also zu einer direkten Konfrontation zwischen den USA und Ru\u00dfland kommen. Unterdessen gehe die ethnische S\u00e4uberung in Pal\u00e4stina weiter, Israel habe 400.000 Menschen im n\u00f6rdlichen Gazastreifen zu \u201eK\u00e4mpfern\u201c, d.h. zu Freiwild erkl\u00e4rt.<\/p>\n\n\n\n<p>Gleichzeitig \u201egibt es keine Chance der Welt, da\u00df die Ukraine gegen Ru\u00dfland gewinnt\u201c. Dennoch fordere Pr\u00e4sident Selenskyj, dem die Realit\u00e4t v\u00f6llig egal sei, die sofortige Aufnahme der Ukraine in die NATO oder ihre Ausstattung mit Atomwaffen, und beides w\u00fcrde unausweichlich zum Dritten Weltkrieg f\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p>Zepp-LaRouche sagte, sie sei ermutigt, da\u00df der Generaldirektor f\u00fcr R\u00fcstungskontrolle im chinesischen Au\u00dfenministerium, Sun Xiaobo, einen \u00e4hnlichen Aufruf wie ihren Aufruf zu einer neuen Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur gemacht hat.<sup>1<\/sup> Da die bestehenden Sicherheitsstrukturen nicht ausreichen, um einen Atomkrieg zu verhindern, m\u00fc\u00dften wir unseren Vorschlag in der Tradition des Westf\u00e4lischen Friedens auf die internationale Tagesordnung setzen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Mossi Raz<\/strong>, ehemaliges Mitglied der israelischen Knesset, ehemaliger Generaldirektor von Peace Now und ehemaliger Fallschirmj\u00e4ger, sagte: \u201eEs ist ganz klar, da\u00df es sich hier um einen Konflikt zwischen mehr als zwei Parteien handelt&#8230; Er ist zu einem globalen Krieg geworden, den wir beenden m\u00fcssen.\u201c Friedensaktivisten in Pal\u00e4stina und Israel forderten dasselbe: die Geiseln auf beiden Seiten freilassen, die Feindseligkeiten beenden und eine Zwei-Staaten-L\u00f6sung einleiten. Raz berichtete positiv \u00fcber das Gespr\u00e4ch zwischen Papst Franziskus, dem ehemaligen israelischen Ministerpr\u00e4sidenten Ehud Olmert und dem ehemaligen pal\u00e4stinensischen Au\u00dfenminister Nasser Al-Kidwa am 17. Oktober im Vatikan, bei dem ein israelisch-pal\u00e4stinensischer Friedensvorschlag gemacht wurde.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Graham Fuller<\/strong>, ehemaliger US-Diplomat, CIA-Beamter und Islamwissenschaftler, warnte, Israels Vorgehen in der Gro\u00dfregion Nahost sei ein Brandbeschleuniger in der gesamten Region. Er beklagte die \u201everbl\u00fcffende westliche Unt\u00e4tigkeit\u201c dem gegen\u00fcber. Er sei jedoch ermutigt durch die Friedensaktionen der amerikanischen Studenten und weil die Au\u00dfenpolitik nun auch eine gewisse Rolle im US-Pr\u00e4sidentschaftswahlkampf spiele.<\/p>\n\n\n\n<p>Israel strebe nicht mehr nur nach Rache f\u00fcr den 7. Oktober, sondern nutze dies als Vorwand f\u00fcr umfassendere ethnische S\u00e4uberungen und territorialen Expansionismus. Gleichzeitig legten andere Staaten in der Region ihre Differenzen beiseite, wie es noch vor einem Jahr undenkbar gewesen w\u00e4re. \u201eDer geopolitische Schwerpunkt verlagert sich vom Westen weg.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Zepp-LaRouche sagte daraufhin, man m\u00fcsse das Streben nach einem \u201eEretz Israel\u201c \u2013 Gro\u00dfisrael \u2013 beenden und zu einer Politik \u00fcbergehen, die im gemeinsamen Interesse aller in der Region liegt. Das Treffen im Vatikan sei hoffnungsvoll, aber nicht ausreichend. Daraus entwickelte sich ein fruchtbarer Austausch zwischen ihr und Raz. Sie sagte: \u201eSolche Teill\u00f6sungen sind sehr, sehr wichtig, wenn sie in eine neue Gesamt-Sicherheitsarchitektur eingebettet sind, wie es mit dem Westf\u00e4lischen Frieden gelungen ist.\u201c Das m\u00fcsse heute Ru\u00dfland, China, die USA und die BRICS einschlie\u00dfen. Raz antwortete: \u201eIch stimme voll und ganz zu.\u201c Die Vorschl\u00e4ge von Nasser Al-Kidwa und Ehud Olmert seien wichtig und Grund zur Hoffnung, besonders wenn sie von Menschen mit ihrer Erfahrung und ihrem Ansehen kommen. Dieser Vorschlag k\u00f6nne zusammen mit dem Vorschlag der Arabischen Liga im Zusammenhang mit dem umfassenderen \u201eOasenplan\u201c des Schiller-Instituts f\u00fcr die Region funktionieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Der New Yorker Kongre\u00dfkandidat <strong>Jos\u00e9 Vega<\/strong> las aus neu ver\u00f6ffentlichten Briefen von Leah Rabin, der Witwe des israelischen Ministerpr\u00e4sidenten, der die Osloer Abkommen aushandelte und vor fast 29 Jahren ermordet wurde. Er bat Raz um einen Kommentar, der antwortete, er stimme mit Leah Rabin \u00fcberein, das Problem seien jedoch nicht einzelne Personen wie Netanjahu oder wie Sinwar bei der Hamas. Die Mehrheit der Israelis sei f\u00fcr den Krieg. Wenn es entsprechende F\u00fchrungspers\u00f6nlichkeiten gebe, die f\u00fcr ein Friedensabkommen mobilisieren, k\u00f6nnten wir es vielleicht schaffen.<\/p>\n\n\n\n<p>Es folgte ein Ausschnitt aus einem Videointerview mit Prof. <strong>Jeffrey Sachs<\/strong>, amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler, Politikanalyst und Professor an der New Yorker Columbia-Universit\u00e4t.<sup>2<\/sup> Er beschrieb die Verhaftung von Studenten, die Frieden in Pal\u00e4stina fordern, und die Schikanen des US-Kongresses gegen die Universit\u00e4tsleitungen. Die Universit\u00e4ten h\u00e4tten \u201evergessen, da\u00df sie Universit\u00e4ten sind\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Sachs \u00e4u\u00dferte sich auch zu der bevorstehenden Sare-Vega-Friedensveranstaltung mit klassischer Musik in New York am 26. Oktober:<sup>3<\/sup> Dies erinnere ihn an ein Konzert mit f\u00fchrenden Vertretern der G20, dem er beiwohnte und wo er sah, wie sie von der Auff\u00fchrung des Finales von Beethovens neunter Symphonie ber\u00fchrt waren. Hinter dem Konflikt zwischen Israel und Pal\u00e4stina stecke ein grundlegenderes Problem, das der US-Sicherheitsstaat, der \u201etiefe Staat\u201c, schon kurz nach dem Zweiten Weltkrieg in Gang setzte, das sich aber im Laufe dieses Jahrhunderts vervielfacht habe: Der au\u00dfergew\u00f6hnliche Anspruch, die \u201eeinzige Supermacht\u201c zu sein, m\u00fcsse dringend \u00fcberdacht werden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Diane Sare<\/strong>, unabh\u00e4ngige Senatskandidatin der LaRouche-Bewegung in New York, sagte: \u201eWir m\u00fcssen den Kurs der Vereinigten Staaten irgendwie \u00e4ndern.\u201c Die Feinde der Zivilisation h\u00e4tten ein falsches Verst\u00e4ndnis von Macht, weil sie glauben, Macht entstehe durch Gewalt. Martin Luther King habe ein anderes, besseres Verst\u00e4ndnis gehabt. Den anderen Kandidaten au\u00dfer ihr und Jos\u00e9 nach zu urteilen, werde diese Wahl Amerikas Probleme nicht l\u00f6sen.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend der Diskussion wurden Videoaufnahmen von einer Friedensdemonstration in Deutschland gezeigt.<sup>4<\/sup> Zepp-LaRouche betonte, die Russen h\u00e4tten den Konflikt nicht verursacht. Auf eine Frage nach einem Dialog zwischen den Kulturen antwortete Zepp-LaRouche, wenn sich Menschen aus verschiedenen Kulturen informell zusammensetzen und sich von Angesicht zu Angesicht treffen, k\u00e4men sie freundschaftlich miteinander aus. Das liege daran, da\u00df die Menschen grunds\u00e4tzlich gut sind. Konflikte und Elend w\u00fcrden von m\u00e4chtigen Interessen verursacht, die ihre eigenen Motive verfolgen. Sie begr\u00fc\u00dfte den Vorschlag eines Teilnehmers, eine Veranstaltung zu organisieren, bei der Kinder aus aller Welt im Interesse des Friedens kulturelle Beitr\u00e4ge aus ihren L\u00e4ndern pr\u00e4sentieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Zepp-LaRouche wurde um einen Kommentar zur Rolle der Briten gebeten. Sie antwortete, es seien die Briten, die st\u00e4ndig die Vereinigten Staaten \u201eanstacheln\u201c. Dahinter stecke das alte Prinzip des Britischen Empire: \u201eteile und herrsche \u2013 immer Mi\u00dftrauen s\u00e4en, um zu manipulieren\u201c. Sie erinnerte an die Konferenz von Bandung 1955, wo die F\u00fchrer des Globalen S\u00fcdens die USA daran erinnerten, da\u00df die Amerikanische Revolution die erste antikoloniale Revolution war. Das Britische Empire existiere in getarnter Form noch immer, und die USA h\u00e4tten sich leider dazu \u00fcberreden lassen, es zum Vorbild f\u00fcr ihre Au\u00dfenpolitik zu nehmen. Die internationale \u201egr\u00fcne\u201c Bewegung sei ein Ausdruck der malthusianischen Doktrin des Empire.<\/p>\n\n\n\n<p>In ihren Schlu\u00dfbemerkungen erw\u00e4hnte Zepp-LaRouche, es gebe massive Versuche, die BRICS-Staaten zu destabilisieren, und in einem Fall \u2013 Argentinien \u2013 sei es gelungen, die Entscheidung des Landes, den BRICS beizutreten, r\u00fcckg\u00e4ngig zu machen. \u201eViele F\u00fchrer der BRICS-Staaten sind unglaublich weise und reife Staatsm\u00e4nner.\u201c Fr\u00fcher h\u00e4tten wir in Europa Staatsm\u00e4nner wie Adenauer und De Gaulle gehabt, aber die heutigen f\u00fchrenden Politiker \u201ehaben eine Statur wie Zwerge\u201c. Wir m\u00fc\u00dften die Geopolitik \u00fcberwinden, denn das Bestreben, die Welt in zwei Bl\u00f6cke zu spalten, sei der Hauptgrund f\u00fcr die Weltkriegsgefahr.<\/p>\n\n\n\n<p>eir<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p><strong>Anmerkungen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>1. <a href=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2022\/11\/30\/zehn-prinzipien-fuer-eine-neue-internationale-sicherheits-und-entwicklungsarchitektur\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2022\/11\/30\/zehn-prinzipien-fuer-eine-neue-internationale-sicherheits-und-entwicklungsarchitektur\/<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>2. <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=m1mV_XEmaLs\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=m1mV_XEmaLs<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>3. <a href=\"https:\/\/www.vegasarepeacefund.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.vegasarepeacefund.org\/<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>4. <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=8DxRiaeLn4c\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=8DxRiaeLn4c<\/a><\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bericht vom 72. 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