{"id":105041,"date":"2024-10-20T16:50:25","date_gmt":"2024-10-20T20:50:25","guid":{"rendered":"https:\/\/schillerinstitute.com\/?p=105041"},"modified":"2024-10-20T16:50:27","modified_gmt":"2024-10-20T20:50:27","slug":"helga-zepp-larouche-spricht-auf-brics-konferenz-in-lima-peru","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2024\/10\/20\/helga-zepp-larouche-spricht-auf-brics-konferenz-in-lima-peru\/","title":{"rendered":"Helga Zepp-LaRouche spricht auf BRICS-Konferenz in Lima, Peru"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Schaffen wir ein neues Entwicklungsparadigma!<\/h2>\n\n\n\n<p>Eine BRICS-Konferenz in Lima mit mehr als 500 Studenten, Professoren, Diplomaten und anderen G\u00e4sten sorgt f\u00fcr Optimismus.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Optimismus war fast mit H\u00e4nden greifbar, als sich am 3. Oktober im Auditorium der Zentralbibliothek der San-Marcos-Universit\u00e4t in Perus Hauptstadt Lima mehr als 500 Studenten, Professoren, Diplomaten und andere G\u00e4ste versammelten, um \u00fcber die Rolle der BRICS bei \u201eEntwicklungsstrategien und Mechanismen f\u00fcr die Zusammenarbeit in der multipolaren Welt\u201c zu diskutieren. Es war eine von fast 200 offiziellen internationalen BRICS-Veranstaltungen im Rahmen der rotierenden BRICS-Pr\u00e4sidentschaft Ru\u00dflands im Jahr 2024, in diesem Fall veranstaltet von der russischen Botschaft in Peru, der San-Marcos-Universit\u00e4t und dem peruanischen Schiller-Institut. Die Botschafter von f\u00fcnf BRICS-Staaten in Peru \u2013 Ru\u00dfland, Brasilien, China, \u00c4gypten und Indien \u2013 hielten pers\u00f6nlich Reden, der s\u00fcdafrikanische Botschafter in Chile per Internet. Weitere Beitr\u00e4ge und Gru\u00dfworte kamen von Jeri Ruffner, Pr\u00e4sidentin der San-Marcos-Universit\u00e4t (der \u00e4ltesten Universit\u00e4t auf dem amerikanischen Kontinent, gegr\u00fcndet 1551), vom stellvertretenden BRICS-Chefunterh\u00e4ndler Ru\u00dflands Pawel Knjasew, der Leiterin des russischen BRICS-Expertenrats Viktoria Panowa, der Gr\u00fcnderin des Schiller-Instituts Helga Zepp-LaRouche und vielen anderen Experten aus Indien, \u00c4gypten, Brasilien, Italien und Peru.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed aligncenter is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"BRICS Event: Development Strategies and Mechanisms for Cooperation in the Multipolar World\" width=\"960\" height=\"540\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/MjzHeNKwVLg?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><figcaption>Sehen SIe sich im Video die Rede von Helga Zepp-LaRouche auf englisch an<\/figcaption><\/figure>\n\n\n<p><div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Helga Zepp-LaRouches Rede auf deutsch lesen<\/span><\/a><div class=\"toggle-content\"><\/p>\n<h2>Die moralische Kraft der Nationen f\u00fcr den Frieden mobilisieren<\/h2>\n<p class=\"autor\">Von Helga Zepp-LaRouche<\/p>\n<p class=\"vor\">Die folgende Rede wurde per Video auf der internationalen BRICS-Konferenz \u201eDie BRICS: Entwicklungsstrategien und Kooperationsmechanismen in einer multipolaren Welt\u201c am 3. Oktober 2024 in Lima in Peru gehalten. (\u00dcbersetzung aus dem Englischen, Zwischen\u00fcberschriften hinzugef\u00fcgt.)<\/p>\n<p>Sehr geehrte Konferenzteilnehmer, meine Damen und Herren,<\/p>\n<p>die Spannung in der Weltpolitik war in der Geschichte der Menschheit noch nie so stark wie heute: Auf der einen Seite der V\u00f6lkermord, der sich vor den Augen der Welt\u00f6ffentlichkeit abspielt, und die schreckliche Gefahr der m\u00f6glichen Ausl\u00f6schung der Menschheit in einem globalen Atomkrieg, und auf der anderen Seite die konkrete Perspektive f\u00fcr die Schaffung eines neuen Wirtschaftssystems, in dem die Bestrebungen der Nationen des Globalen S\u00fcdens nach Entwicklung, Wohlstand und einem erf\u00fcllten Leben f\u00fcr alle seine B\u00fcrger bald wahr werden. Diese Spannung kennzeichnet das Ende der Epoche des Kolonialismus, die vor etwa 500 Jahren begann und nun endet \u2013 so oder so.<\/p>\n<p>Wie der russische Au\u00dfenminister Sergej Lawrow k\u00fcrzlich sagte: Das Ausma\u00df der Konflikte im besetzten pal\u00e4stinensischen Gebiet und in der libanesisch-israelischen Grenzregion ist beispiellos und destabilisiert ganz S\u00fcdwestasien und Nordafrika. Laut den beiden amerikanischen Chirurgen Dr. Mark Perlmutter und Dr. Feroze Sidhwa, die gerade aus Gaza zur\u00fcckgekehrt sind, \u00fcbersteigt das Ausma\u00df des Leidens das aller anderen Kriegsgebiete, in denen sie jemals gearbeitet haben. Die Trotzhaltung der M\u00e4chte, die die Entscheidungen der h\u00f6chsten Gerichte dieser Welt nicht respektieren, f\u00f6rdert eine Kriegstreiberei, die darauf abzielt, den Iran und sogar die Vereinigten Staaten in den Konflikt hineinzuziehen, der sich so schnell zu einem Weltkrieg ausweiten w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Ebenso steht die Situation zwischen der NATO und Ru\u00dfland an der Schwelle zu einem globalen Konflikt. Pr\u00e4sident Putin hat gerade eine vorgeschlagene \u00c4nderung der russischen Nukleardoktrin angek\u00fcndigt und erstmals erkl\u00e4rt, da\u00df Ru\u00dfland auf einen massiven konventionellen Angriff eines nicht-nuklearen Landes mit Atomwaffen reagieren k\u00f6nnte, wenn dieses angreifende Land dabei von einer Atommacht unterst\u00fctzt wird. Das ist die russische Reaktion auf eine lange Reihe von Provokationen aus dem Westen \u2013 angefangen bei den gebrochenen Versprechen an Staatschef Gorbatschow am Ende des Kalten Krieges, die NATO keinen Zentimeter nach Osten auszudehnen, \u00fcber den vom Westen unterst\u00fctzten Maidan-Putsch 2014 und die Lieferung immer leistungsf\u00e4higerer Waffen an die Ukraine bis hin zur j\u00fcngsten Drohung, der Ukraine zu erlauben, diese Waffen f\u00fcr Angriffe \u201etief in das Gebiet Ru\u00dflands hinein\u201c einzusetzen. Die Ank\u00fcndigung der neuen russischen Nukleardoktrin k\u00f6nnte buchst\u00e4blich die letzte Warnung sein, bevor die Apokalypse \u00fcber die Menschheit hereinbricht.<\/p>\n<h3>Sukarnos prophetische Worte<\/h3>\n<p>Die Bem\u00fchungen der BRICS-Staaten und der L\u00e4nder, die eine BRICS-Mitgliedschaft anstreben, haben bereits den \u201eGeist von Bandung\u201c heraufbeschworen \u2013 d.h. ein enormes Gef\u00fchl des Optimismus, da\u00df die wirtschaftliche Unabh\u00e4ngigkeit endlich erreicht werden kann. Gleichzeitig ist es aber auch mehr als angebracht, da\u00df wir uns an die Warnungen des indonesischen Pr\u00e4sidenten Sukarno in seiner historischen Rede auf der Bandung-Konferenz im Jahr 1955 erinnern, die f\u00fcr die Krise, mit der wir heute konfrontiert sind, geradezu prophetisch klingen. Sukarno sagte:<\/p>\n<p>\u201eHeute ist das Bild noch d\u00fcsterer. Ein Krieg w\u00fcrde nicht nur eine Bedrohung f\u00fcr unsere Unabh\u00e4ngigkeit darstellen, sondern k\u00f6nnte das Ende der Zivilisation und sogar des menschlichen Lebens bedeuten. In der Welt ist eine Kraft entfesselt, deren Potential f\u00fcr das B\u00f6se niemand wirklich kennt. Selbst in der \u00dcbung und Vorbereitung auf einen Krieg k\u00f6nnten sich die Auswirkungen zu etwas unvorstellbar Schrecklichem entwickeln.<\/p>\n<p>Vor nicht allzu langer Zeit konnte man sich noch ein wenig damit tr\u00f6sten, da\u00df ein Konflikt, falls er denn ausbricht, vielleicht mit dem beigelegt werden k\u00f6nnte, was wir ,konventionelle Waffen\u2018 nennen \u2013 mit Bomben, Panzern, Kanonen und M\u00e4nnern. Heute bleibt uns dieser kleine Trost versagt. Es wurde klargestellt, da\u00df die Waffen des ultimativen Schreckens mit Sicherheit eingesetzt werden, und die milit\u00e4rische Planung der Nationen basiert auf dieser Grundlage. Das Unkonventionelle ist konventionell geworden, und wer wei\u00df, welche anderen Beispiele fehlgeleiteter und teuflischer wissenschaftlicher F\u00e4higkeiten als Plage f\u00fcr die Menschheit noch entdeckt wurden.<\/p>\n<p>Und glauben Sie nicht, da\u00df die Ozeane und Meere uns sch\u00fctzen werden. Die Nahrung, die wir essen, das Wasser, das wir trinken, ja sogar die Luft, die wir atmen, k\u00f6nnen durch Gifte verseucht sein, die aus Tausenden von Kilometern Entfernung kommen. Und es k\u00f6nnte sein, da\u00df sogar wenn wir selbst mit einem blauen Auge davonkommen, die ungeborenen Generationen unserer Kinder an ihren deformierten K\u00f6rpern die Spuren unseres Versagens tragen, da\u00df wir die auf die Welt losgelassenen Kr\u00e4fte nicht unter Kontrolle brachten.<\/p>\n<p>Keine Aufgabe ist dringender als die Erhaltung des Friedens. Ohne Frieden bedeutet unsere Unabh\u00e4ngigkeit wenig. Die Sanierung und der Aufbau unserer L\u00e4nder h\u00e4tten wenig Bedeutung. Unsere Revolutionen k\u00f6nnten nicht ihren Lauf nehmen.<\/p>\n<p>Was k\u00f6nnen wir tun? Die V\u00f6lker Asiens und Afrikas verf\u00fcgen \u00fcber wenig physische Macht. Selbst ihre wirtschaftliche St\u00e4rke ist verstreut und gering. Wir k\u00f6nnen uns nicht der Machtpolitik hingeben. Diplomatie ist f\u00fcr uns keine Frage des gro\u00dfen Kn\u00fcppels. Unsere Staatsm\u00e4nner werden im Gro\u00dfen und Ganzen nicht von dichten Reihen von D\u00fcsenbombern unterst\u00fctzt. Was k\u00f6nnen wir tun? Wir k\u00f6nnen viel tun! Wir k\u00f6nnen die Stimme der Vernunft in die Weltpolitik einbringen. Wir k\u00f6nnen die gesamte spirituelle, moralische und politische Kraft Asiens und Afrikas f\u00fcr den Frieden mobilisieren. Ja, wir! Wir, die Menschen in Asien und Afrika, 1,4 Milliarden Menschen, weit mehr als die H\u00e4lfte der Weltbev\u00f6lkerung, k\u00f6nnen das f\u00fcr den Frieden mobilisieren, was ich die moralische Gewalt der Nationen nenne. Wir k\u00f6nnen der Minderheit der Welt, die auf den anderen Kontinenten lebt, zeigen, da\u00df wir, die Mehrheit, f\u00fcr den Frieden sind, nicht f\u00fcr den Krieg, und da\u00df wir unsere ganze Kraft immer auf die Seite des Friedens stellen werden.\u201c<\/p>\n<p>Dies waren die Worte von Pr\u00e4sident Sukarno. Genau das ist das Dringendste, was Sie \u2013 die V\u00f6lker des Globalen S\u00fcdens, die mit 7,2 Milliarden Menschen l\u00e4ngst zur Globalen Mehrheit geworden sind, laut Chatham House 88% der Weltbev\u00f6lkerung \u2013 unbedingt tun m\u00fcssen. Sie m\u00fcssen Ihre Stimme unmi\u00dfverst\u00e4ndlich erheben, damit die Bev\u00f6lkerung des gesamten Westens, die die Politik ihrer Regierungen immer noch stillschweigend duldet, nicht umhin kann, sich der unmittelbaren Gefahr bewu\u00dft zu werden, in der wir uns alle befinden.<\/p>\n<h3>Wie Entwicklung finanziert werden kann<\/h3>\n<p>Gl\u00fccklicherweise liegt der Ausweg aus dieser gegenw\u00e4rtigen existentiellen Gefahr auch direkt vor uns. Pr\u00e4sident Sukarno hatte in derselben Rede gewarnt: \u201eDer Kolonialismus hat auch ein modernes Gewand, in Form von wirtschaftlicher Kontrolle, intellektueller Kontrolle und sogar physischer Kontrolle durch eine kleine, aber fremde Gemeinschaft in einer Nation.\u201c Die BRICS-Staaten arbeiten daran, die Neue Entwicklungsbank mit Sitz in Shanghai zur \u201eGro\u00dfen Entwicklungsbank des Globalen S\u00fcdens\u201c zu machen, wie es der brasilianische Pr\u00e4sident Lula da Silva ausdr\u00fcckte. Diese Bank hat das Potential, zur Grundlage f\u00fcr ein neues Kreditsystem zu werden, das schlie\u00dflich das Koordinationszentrum f\u00fcr ein System nationaler Banken aller souver\u00e4nen L\u00e4nder des Globalen S\u00fcdens sein wird, welches umfangreiche, langfristige Kreditlinien zu niedrigen Zinss\u00e4tzen vergibt, mit denen die Entwicklung aller L\u00e4nder des Entwicklungssektors zu modernen Industrie- und Agrarstaaten finanziert werden kann.<\/p>\n<p>Es gibt eine gro\u00dfe Anstrengung, bei der Ausgestaltung der Neuen Entwicklungsbank dem urspr\u00fcnglichen Vorschlag zu folgen, das IWF-Weltbank-System durch eine \u201eInternationale Entwicklungsbank\u201c zu ersetzen, den der amerikanische \u00d6konom und Staatsmann Lyndon LaRouche erstmals 1975 vorgelegt hatte. Nach einem Treffen mit vielen f\u00fchrenden Vertretern des Entwicklungssektors in Bagdad im Irak ver\u00f6ffentlichte er eine Schrift \u201eWie die Internationale Entwicklungsbank arbeiten wird\u201c, die anschlie\u00dfend von allen Regierungen der Blockfreien-Bewegung gepr\u00fcft wurde und deren Forderungen im Abschlu\u00dfkommuniqu\u00e9 ihres Gipfeltreffens in Colombo auf Sri Lanka formuliert wurden. In diesem Vorschlag schrieb LaRouche:<\/p>\n<p>\u201eZu diesem Zweck haben wir bereits \u2013 in Absprache mit einigen der weltweit f\u00fchrenden Fachleute und relevanten Regierungsbeh\u00f6rden \u2013 mehrere gro\u00dfe spezifische Entwicklungsprojekte identifiziert, die (\u00fcber einen Entwicklungszeitraum von f\u00fcnf bis zehn Jahren) leicht zu einer massiven Steigerung der Produktion und der sozialen Produktivit\u00e4t der Weltlandwirtschaft f\u00fchren k\u00f6nnen und damit die infrastrukturelle Grundlage f\u00fcr eine massive industrielle Entwicklung schaffen. In \u00e4hnlicher Weise haben wir die Machbarkeit der Technologie der kontrollierten thermonuklearen Fusionsreaktion im Rahmen solcher Entwicklungsprogramme festgestellt, so da\u00df es keine langfristige ,Energiekrise\u2018 geben k\u00f6nnte, solange die ma\u00dfgeblichen Stellen nicht massiv versagen.\u201c<\/p>\n<p>Damals kam es zu einer heftigen Gegenreaktion gegen die Anf\u00fchrer der Blockfreien-Bewegung, mehrere von ihnen wurden destabilisiert und gest\u00fcrzt. Heute jedoch haben die BRICS-Staaten und die wachsende Zahl von Nationen, die eine Mitgliedschaft anstreben, die historische Dynamik auf ihrer Seite, um den Kolonialismus tats\u00e4chlich ein f\u00fcr alle Mal zu beenden und eine gerechte neue Weltwirtschaftsordnung zu schaffen, die jedem Land auf der Erde Wohlstand erm\u00f6glicht.<\/p>\n<p>Die Bem\u00fchungen um die Schaffung eines neuen Wirtschaftssystems m\u00fcssen Hand in Hand gehen mit der Errichtung einer neuen globalen Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur, die die Interessen jedes einzelnen Landes ber\u00fccksichtigt, um das Gift des geopolitischen Denkens ein f\u00fcr alle Mal zu \u00fcberwinden. Das historische Vorbild daf\u00fcr ist der Westf\u00e4lische Frieden, der 150 Jahre Religionskriege in Europa beendete und die kriegf\u00fchrenden Parteien zusammenbrachte, die erkannten, da\u00df niemand einen Sieg davontragen w\u00fcrde, weil alle tot w\u00e4ren, wenn sie die K\u00e4mpfe l\u00e4nger fortsetzen w\u00fcrden. Und wie viel mehr gilt dies heute, im Zeitalter der thermonuklearen Waffen! Aus dem Westf\u00e4lischen Frieden stammt das Prinzip, da\u00df Frieden nur m\u00f6glich ist, wenn man die Interessen des \u201eanderen\u201c \u2013 und nachdr\u00fccklich aller \u201eanderen\u201c \u2013 ber\u00fccksichtigt!<\/p>\n<p>Um die Geopolitik in allen Formen zu \u00fcberwinden, m\u00fcssen alle internationalen Beziehungen von nun an auf den F\u00fcnf Prinzipien der friedlichen Koexistenz und der UN-Charta basieren, sowie auf einem Dialog der Zivilisationen mit dem Ziel einer Renaissance der besten Traditionen, die die gesamte Menschheit bisher hervorgebracht hat. Wenn wir das kreative Potenzial jedes Menschen auf diesem Planeten freisetzen, werden wir in der Lage sein, Oligarchie und Kolonialismus f\u00fcr immer zu \u00fcberwinden und durch die Entwicklung aller Potentiale aller Menschen das angeborene Gute in der menschlichen Natur hervorzubringen.<\/p>\n<p>Wir stehen am Scheideweg der Menschheit. Nie zuvor wurde unsere moralische \u00dcberlebensf\u00e4higkeit so auf die Probe gestellt wie jetzt. Halten wir das Prinzip der Gewaltlosigkeit in der Tradition von Mahatma Gandhi und Martin Luther King hoch, aber mobilisieren wir auch Pr\u00e4sident Sukarnos \u201emoralische Gewalt f\u00fcr den Frieden\u201c! Bringen wir alle das beste in uns hervor und schaffen eine wahre Zukunftsgemeinschaft der Menschheit!<\/p>\n<p><\/div><\/div><\/p>\n<p>Diese Veranstaltung war ein klares Signal: Die BRICS, deren Mitgliederzahl stetig w\u00e4chst, verk\u00f6rpert die Bestrebungen der Globalen Mehrheit. Chaos, Instabilit\u00e4t, Armut und Kriege auf der heutigen Welt m\u00fcssen enden und durch neue Institutionen ersetzt werden, die den Bed\u00fcrfnissen der V\u00f6lker gerecht werden. Wir repr\u00e4sentieren verschiedene Kulturen und Zivilisationen, aber das ist keine Schw\u00e4che, sondern unsere St\u00e4rke. Und wir sehen sehr optimistisch das Potential, die Welt zum Besseren zu ver\u00e4ndern! \u2013 Das war die eigentliche Botschaft fast aller Reden.<\/p>\n<p>\u201eDie BRICS sind tats\u00e4chlich zum Kern der sich wandelnden Weltordnung geworden\u201c, erkl\u00e4rte Dr. Panowa. \u201eWir tun Dinge, die niemand von uns erwartet h\u00e4tte.\u201c Sie wandte sich direkt an die Hunderte von Studenten, die im Auditorium in Lima sa\u00dfen, und alle, die online zuh\u00f6rten (mit Simultan\u00fcbersetzung auf Spanisch und Englisch): \u201eIch spreche gerade zu Ihnen von unserer laufenden BRICS International School, die seit 2017 regelm\u00e4\u00dfig stattfindet. Ich hoffe, da\u00df Ihre Sch\u00fcler und Studenten, Ihre Jugend, beim n\u00e4chsten Mal teilnehmen werden. Diese Schule umfa\u00dft jetzt nicht nur BRICS-Mitglieder, sondern insgesamt 36 L\u00e4nder&#8230; Es gibt mit Sicherheit eine Gruppe von L\u00e4ndern, die ein faires internationales System sehr unterst\u00fctzt und daf\u00fcr zusammenarbeiten k\u00f6nnte.\u201c<\/p>\n<p>Auch der chinesische Botschafter in Peru, S.E. Song Yang, sagte, in der BRICS-Gruppe sei noch Platz f\u00fcr Peru und f\u00fcr viele andere L\u00e4nder \u2013 und er erg\u00e4nzte schmunzelnd, bisher h\u00e4tten die BRICS \u201enoch kein spanischsprachiges Mitglied\u201c. In einer Welt zunehmender Unordnung und Konflikte spielten die BRICS eine stabilisierende und positive Rolle, betonte er. Zu den notwendigen globalen Ver\u00e4nderungen geh\u00f6rten eine Reform der internationalen Finanzarchitektur und die Einrichtung eines Sicherheitssystems f\u00fcr alle L\u00e4nder, denn \u201eSicherheit ist unteilbar, und kein Land hat das Recht, Sicherheit auf Kosten anderer zu suchen\u201c.<\/p>\n<p>Zwei der peruanischen Redner \u2013 Luis V\u00e1squez von dem von Lyndon LaRouche gegr\u00fcndeten Magazin <i>EIR<\/i> und der Vertreter Perus beim BRICS-Kommunalforum, Walter Heredia \u2013 forderten ausdr\u00fccklich den Beitritt Perus zur BRICS. V\u00e1squez erl\u00e4uterte, welche gro\u00dfen Infrastrukturprojekte erforderlich sind, um L\u00e4nder aus der Armut zu befreien. Als Beispiel nannte er die Verbindung des riesigen peruanischen Hafenprojekts Chancay, das mit chinesischer Hilfe kurz vor der Fertigstellung steht, mit anderen s\u00fcdamerikanischen Staaten durch einen bi-ozeanischen (transkontinentalen) Hochgeschwindigkeits-Eisenbahnkorridor zwischen der Atlantik- und Pazifikk\u00fcste des Kontinents. V\u00e1squez betonte weiter, man brauche eine globale finanzielle Umstrukturierung, um die Welt von der 2,1 Billiarden Dollar gro\u00dfen Spekulationsblase zu befreien. Lyndon LaRouches Vorschlag aus dem Jahr 1975 f\u00fcr eine Internationale Entwicklungsbank sei daf\u00fcr ein Modell, das man studieren sollte.<\/p>\n<p>Indiens Botschafter, S.E. Vishvas Vidu Sapkal, betonte, die Neue Entwicklungsbank (NDB) der BRICS sei das beste Beispiel f\u00fcr die bereits erzielten Erfolge der Gruppe \u2013 und noch viele weitere w\u00fcrden folgen. Der indische Experte Nilanjan Ghosh, Direktor des Center for New Economic Diplomacy, der sp\u00e4ter das Wort ergriff, betonte besonders, wie Indiens Kapazit\u00e4ten in Forschung und Entwicklung allen BRICS-Staaten zugute kommen k\u00f6nnten, da Innovation und technischer Fortschritt seien f\u00fcr die wirtschaftliche Entwicklung von zentraler Bedeutung sind.<\/p>\n<p>Michele Geraci, ehemaliger Staatssekret\u00e4r im italienischen Ministerium f\u00fcr Wirtschaftliche Entwicklung und Architekt des Abkommens seines Landes \u00fcber den Beitritt zur chinesischen G\u00fcrtel- und Stra\u00dfen-Initiative von 2019 (das die Regierung Meloni sp\u00e4ter aufgab), lenkte die Aufmerksamkeit darauf, wie Chinas Entwicklungsstrategie wesentlich dazu beitr\u00e4gt, afrikanische L\u00e4nder aus der Armut zu befreien, indem es beim Aufbau der Infrastruktur hilft und in Produktionsunternehmen investiert, die Arbeitspl\u00e4tze schaffen. Geraci machte auch eine pointierte politische Ansage an Europa: \u201eStatt da\u00df arme Migranten in unsere europ\u00e4ischen L\u00e4nder kommen und ausgegrenzt werden, besteht die Rolle Chinas und der Neuen Seidenstra\u00dfe in Afrika darin, wirtschaftliche Entwicklungschancen zu schaffen, damit die Menschen nicht mehr auswandern.\u201c<\/p>\n<p>Aber erst die Gr\u00fcnderin des Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche, stellte das Publikum in Peru und aller Welt vor die umfassendste strategische Herausforderung:<\/p>\n<p>\u201eDie Anspannung in der Weltpolitik war in der Geschichte der Menschheit noch nie so gro\u00df wie heute: auf der einen Seite ein V\u00f6lkermord, der sich vor den Augen der Welt\u00f6ffentlichkeit abspielt, und die schreckliche Gefahr der m\u00f6glichen Ausl\u00f6schung der Menschheit in einem atomaren Weltkrieg; auf der anderen Seite die konkrete Perspektive f\u00fcr die Schaffung eines neuen Wirtschaftssystems, in dem das Streben der Nationen des Globalen S\u00fcdens nach Entwicklung, Wohlstand und einem erf\u00fcllten Leben f\u00fcr alle B\u00fcrger bald Wirklichkeit wird. Diese Spannung kennzeichnet das Ende der Epoche des Kolonialismus, die vor etwa 500 Jahren begann und nun endet \u2013 so oder so.\u201c<\/p>\n<p>Zepp-LaRouche bemerkte: \u201eDie Bem\u00fchungen der BRICS und der L\u00e4nder, die eine BRICS-Mitgliedschaft anstreben, haben schon den \u201aGeist von Bandung\u2018 heraufbeschworen \u2013 einen enormen Optimismus, da\u00df die wirtschaftliche Unabh\u00e4ngigkeit endlich erreicht werden kann.\u201c<\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend zitierte sie aus der historischen Rede des indonesischen Pr\u00e4sidenten Sukarno auf der Bandung-Konferenz 1955:<\/p>\n<p>\u201eWas k\u00f6nnen wir tun? Wir k\u00f6nnen viel tun! Wir k\u00f6nnen die Stimme der Vernunft in die Weltpolitik einbringen. Wir k\u00f6nnen die ganze geistige, moralische und politische Kraft Asiens und Afrikas f\u00fcr den Frieden mobilisieren. Ja, wir! Wir, die Menschen in Asien und Afrika, 1,4 Milliarden Menschen, weit mehr als die H\u00e4lfte der Weltbev\u00f6lkerung, k\u00f6nnen das mobilisieren, was ich die moralische Kraft der Nationen f\u00fcr den Frieden nenne. Wir k\u00f6nnen der Minderheit der Welt, die auf den anderen Kontinenten lebt, zeigen, da\u00df wir, die Mehrheit, f\u00fcr Frieden statt Krieg sind und da\u00df wir unsere ganze Kraft immer auf die Seite des Friedens stellen werden.\u201c<\/p>\n<p>Zu den weiteren hochrangigen Rednern auf der Konferenz in Peru geh\u00f6rten: Igor Romantschenko, Botschafter Ru\u00dflands in Peru; Clemente Baena Soares, Botschafter Brasiliens in Peru; Ahmed Bakr, Botschafter \u00c4gyptens in Peru; George Monyemangene, Botschafter S\u00fcdafrikas in Chile; Marta Fern\u00e1ndez, Leiterin des brasilianischen BRICS Policy Center; und Carlos Aquino, Direktor des Zentrums f\u00fcr Asienstudien an der San-Marcos-Universit\u00e4t.<\/p>\n<p class=\"autor2\"><em>Dennis Small<\/em><\/p><!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schaffen wir ein neues Entwicklungsparadigma! Eine BRICS-Konferenz in Lima mit mehr als 500 Studenten, Professoren, Diplomaten und anderen G\u00e4sten sorgt f\u00fcr Optimismus. Der Optimismus war fast mit H\u00e4nden greifbar, als sich am 3. Oktober im Auditorium der Zentralbibliothek der San-Marcos-Universit\u00e4t in Perus Hauptstadt Lima mehr&hellip;<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on get_the_excerpt --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on get_the_excerpt --><\/p>\n","protected":false},"author":34,"featured_media":25598,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_lmt_disableupdate":"","_lmt_disable":"","footnotes":""},"categories":[651,539,542,537,438,540],"tags":[],"class_list":["post-105041","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-651","category-hzl-coverage-de","category-hzl-text-de","category-hzl-video-de","category-helga-zepp-larouche-de","category-activity-coverage-de"],"featured_image_src":"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/hzl1-BRICS.jpg","author_info":{"display_name":"madeleine","author_link":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/author\/madeleine\/"},"modified_by":"madeleine","cc_featured_image_caption":{"caption_text":"","source_text":"","source_url":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/105041","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/34"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=105041"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/105041\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":105044,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/105041\/revisions\/105044"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/25598"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=105041"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=105041"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=105041"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}