{"id":103728,"date":"2024-08-03T08:30:49","date_gmt":"2024-08-03T12:30:49","guid":{"rendered":"https:\/\/schillerinstitute.com\/?p=103728"},"modified":"2024-08-03T08:31:29","modified_gmt":"2024-08-03T12:31:29","slug":"rat-der-vernunft-nimmt-fahrt-auf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2024\/08\/03\/rat-der-vernunft-nimmt-fahrt-auf\/","title":{"rendered":"\u201eRat der Vernunft\u201c nimmt Fahrt auf"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Bericht vom 61. Treffen der Internationalen Friedenskoalition am 2. August 2024<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Am 2. August fand das 61. w\u00f6chentliche Online-Treffen der Internationalen Friedenskoalition (IPC) statt, an den vorangegangenen 60 Treffen haben bereits rund 1200 Personen aus bis zu 40 L\u00e4ndern teilgenommen. Die Gr\u00fcnderin des Schiller-Instituts und IPC-Initiatorin <strong>Helga Zepp-LaRouche<\/strong> erl\u00e4uterte das Konzept des von ihr vorgeschlagenen \u201eRates der Vernunft\u201c: Die Idee sei nicht, besonders viele wohlmeinende Menschen zu versammeln, sondern in jedem Land eine Handvoll \u201eElder Statesmen\u201c zu finden und zu rekrutieren, die sich f\u00fcr die Entwicklung und Sicherheit aller Nationen und V\u00f6lker einsetzen, um den Weg f\u00fcr ein neues Paradigma zu ebnen, \u201edas der W\u00fcrde des Menschen w\u00fcrdig ist\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>In ihrem Lage\u00fcberblick zu Beginn erkl\u00e4rte Zepp-LaRouche zum Hintergrund der Morde am Hisbollah-Befehlshaber Fuad Shukr im Libanon und am Hamas-Chefunterh\u00e4ndler Ismail Haniyya in Teheran, nach Ministerpr\u00e4sident Netanjahus Rede vor dem US-Kongre\u00df gehe die israelische F\u00fchrung davon aus, da\u00df die USA sie voll unterst\u00fctzen werden, egal was sie tut. Die Ermordung des wichtigsten Unterh\u00e4ndlers sei ein klares Signal, da\u00df sie nicht vorhaben, zu verhandeln. F\u00fcr Netanjahu sei ein zus\u00e4tzliches pers\u00f6nliches Motiv, da\u00df auf ihn Neuwahlen und eine Gef\u00e4ngnisstrafe zukommen, sobald der Krieg endet.<\/p>\n\n\n\n<p>Jetzt zeichne sich ein m\u00f6glicher Krieg mit dem Libanon ab, die Hisbollah sei jedoch milit\u00e4risch eine weit st\u00e4rkere Kraft als die Hamas. Die Zahl der Todesopfer in Gaza betrage viel mehr als 39.000, wie es offiziell hei\u00dft, eher 186.000, wie die Medizinzeitschrift <em>The<\/em> <em>Lancet <\/em>sch\u00e4tzt, oder sogar 250.000, wie der strategische Analyst John Mearsheimer vermutet.<\/p>\n\n\n\n<p>Bezogen auf den Ukrainekrieg habe die Zeitschrift <em>Foreign Policy <\/em>gerade einen ausf\u00fchrlichen Beitrag zu der \u201eOption\u201c ver\u00f6ffentlicht, da\u00df der Westen Pr\u00e4sident Putin ermordet. Zepp-LaRouche warnte: \u201eDas ist eine unheimliche, haarstr\u00e4ubende Diskussion&#8230; der Zusammenbruch jeglicher Zivilisation in den internationalen Beziehungen und in der Diplomatie.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dr. Mubarak Awad<\/strong>, Gr\u00fcnder der Organisation Nonviolence International, begann mit einem pers\u00f6nlichen Bericht \u00fcber das Leben im besetzten Jerusalem in den 1940er Jahren; sein Vater wurde von gewaltt\u00e4tigen Zionisten ermordet, und seine Mutter, er und seine Geschwister wurden zu heimatlosen Fl\u00fcchtlingen. Damit er \u00fcberleben konnte, brachte die Mutter ihn in ein Waisenhaus. Sie flehte ihn an, keine Waffe zu tragen, um nicht in die \u201eKultur der Rache\u201c zu verfallen. Sp\u00e4ter studierte er in den USA, kehrte nach Pal\u00e4stina zur\u00fcck und gr\u00fcndete das Pal\u00e4stinensische Zentrum f\u00fcr das Studium der Gewaltlosigkeit, wof\u00fcr er in Israel zum \u201eStaatsfeind\u201c erkl\u00e4rt und ausgewiesen wurde. Awad unterst\u00fctzte den Rat der Vernunft und betonte: \u201eWir brauchen ein neues Denken\u201c, weil das Prinzip der Rache nicht funktioniert.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Graham Fuller<\/strong>, ehemaliger CIA-Beamter und Islamwissenschaftler, konzentrierte sich auf den neuen Krisenherd Iran: \u201eEinmal mehr stellen wir fest, da\u00df die Vereinigten Staaten v\u00f6llig unf\u00e4hig sind, sich im Nahen Osten diplomatisch zu engagieren.\u201c Die USA m\u00fc\u00dften sich endlich eingestehen, was f\u00fcr eine gro\u00dfe Dummheit es ist, wenn sie sich weigern, mit dem Iran diplomatisch zu verhandeln. Die amerikanischen Diplomaten seien Amateure, die in der Weltlage ein Nullsummenspiel sehen. Das alte Sprichwort \u201eder Feind meines Feindes ist mein Freund\u201c sei in Wirklichkeit ziemlich unreif und kindisch. Der Grund f\u00fcr die Weigerung zu verhandeln seien \u201eIsrael und sein heftiger Widerstand gegen alles, was den Iran st\u00e4rken k\u00f6nnte&#8230; Bibi Netanjahu w\u00fcnscht sich nichts sehnlicher, als da\u00df die Vereinigten Staaten in einen Krieg zusammen mit Israel gegen den Iran verwickelt werden.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Prof. Dr. L\u00e1szl\u00f3 Ungv\u00e1ri<\/strong>, emeritierter Pr\u00e4sident der Technischen Hochschule Wildau in Brandenburg, betonte: \u201eFrieden, der durch Waffen geschaffen wird, ist kein wirklicher Frieden.\u201c Er erinnerte daran, da\u00df die Friedensvertr\u00e4ge am Ende des Ersten Weltkrieges letztlich den Ansto\u00df f\u00fcr den Zweiten Weltkrieg gaben. Er lobte den ungarischen Ministerpr\u00e4sidenten Viktor Orb\u00e1n als \u201eeinen der wenigen in Europa, die mit allen f\u00fchrenden Politikern der Welt sprechen k\u00f6nnen\u201c. Er stellte die Frage in den Raum: Wenn der Westen wirklich Frieden will, warum ist er dann so w\u00fctend auf Orb\u00e1n?<\/p>\n\n\n\n<p>Es folgte ein Auszug aus einem Interview, das <strong>Richard A. Falk<\/strong>, emeritierter Professor f\u00fcr internationales Recht an der Universit\u00e4t Princeton und Kuratoriumsvorsitzender des Euro-Mediterranean Human Rights Monitor, dem <em>EIR<\/em>-Journalisten Mike Billington gegeben hat. Falk stellte fest, es sei extrem schwierig, sich gegen die Mainstream-Medien durchzusetzen und \u201edie grundlegende Art und Weise, wie die Welt organisiert ist, in Frage zu stellen\u201c. Er \u00e4u\u00dferte sich vorsichtig optimistisch \u00fcber den vorgeschlagenen Rat der Vernunft. Es gebe bereits einen Rat erfahrener Nobelpreistr\u00e4ger, der aber in den Medien wenig Geh\u00f6r finde. Man m\u00fcsse die Mitglieder des Rates sorgf\u00e4ltig ausw\u00e4hlen und angemessene Mittel aufbringen. Er schlo\u00df: \u201eAlle derartigen Initiativen helfen, es ist einen Versuch wert.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Jahrestag von Hiroshima und Nagasaki<\/p>\n\n\n\n<p>Zepp-LaRouche sagte, die IPC m\u00fcsse die weltweite Friedensbewegung einschlie\u00dflich der anderen von Falk erw\u00e4hnten Gruppen vereinen: \u201eSolange alle getrennt k\u00e4mpfen, ist es ein schwerer Kampf. Wenn es vor die UN-Vollversammlung kommt, k\u00f6nnen wir das Problem der Mainstream-Medien umgehen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Als Antwort auf Dr. Awad erl\u00e4uterte sie den \u201eOasenplan\u201c f\u00fcr die wirtschaftliche Entwicklung ganz S\u00fcdwestasiens. Einige hielten das vielleicht nicht f\u00fcr praktikabel, aber ein solcher Plan im Interesse aller sei unverzichtbar. Auch wenn die Lage derzeit verzweifelt sei, brauche man eine Vision, wohin die Reise gehen mu\u00df.<\/p>\n\n\n\n<p>Der US-Kongre\u00dfkandidat <strong>Jos\u00e9 Vega<\/strong> bat Dr. Awad, mit ihm zusammenzuarbeiten und seine Erfahrungen mit gewaltfreien Aktionen nach New York in die Bronx zu bringen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Direktor des Eisenhower Media Network, <strong>Dennis Fritz<\/strong>, sagte zu Dr. Awad, es sei eine gro\u00dfe Ironie, da\u00df ausgerechnet \u201ewir in den USA versuchen, uns als Verfechter der Menschenrechte darzustellen\u201c. Awad antwortete: \u201eDie F\u00fchrung der Vereinigten Staaten tut mir sehr leid\u201c, weil sie sich anscheinend von einem winzigen Land, Israel, dominieren l\u00e4\u00dft. Er lobte den \u201eamerikanischen Geist\u201c der Friedensdemonstranten an den US-Universit\u00e4ten, von denen viele Juden sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Co-Moderator <strong>Dennis Speed<\/strong> erinnerte daran, da\u00df die USA durchaus in der Lage seien, Israel Vorschriften zu machen, wenn es ihren Zwecken dient, so wie sie 2020-21 ihren Einflu\u00df dort nutzten, um eine wirtschaftliche Zusammenarbeit mit China zu verhindern.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein britischer Journalist schlug vor, den Jahrestag von Hiroshima und Nagasaki zu begehen und die Europ\u00e4er daran zu erinnern, da\u00df diese Bomben wahrscheinlich auf Deutschland gefallen w\u00e4ren, wenn es nicht vorher kapituliert h\u00e4tte. Einige deutsche Politiker seien sich dessen bewu\u00dft. Whistleblower h\u00e4tten NATO-Man\u00f6ver bekannt gemacht, weil diese Man\u00f6ver die Zerst\u00f6rung Deutschlands wie selbstverst\u00e4ndlich in Kauf nahmen. Bundeskanzler Scholz habe anfangs sogar noch die Lieferung von Helmen in die Ukraine abgelehnt, um eine Eskalation zu vermeiden, und die Lieferung der Taurus-Raketen abgelehnt. Aber jetzt dulde er die Stationierung von US-Langstreckenraketen auf deutschem Boden ohne jede \u00f6ffentliche Diskussion. Zepp-LaRouche sagte dazu, diese Entscheidung sei der \u201eElefant im Raum\u201c. Die EU verhalte sich wie ein reiner Vasall der Anglo-Amerikaner. Sie verwies auf die j\u00fcngste \u201eunglaubliche Rede\u201c Orb\u00e1ns in Rum\u00e4nien (siehe <em>Seite 6<\/em>). Er habe darin gesagt, der Westen habe die Idee des Nationalstaats und die damit verbundenen Werte aufgegeben. Die Kriege in der Ukraine, im Nahen Osten und die Bem\u00fchungen um eine Globale NATO im Pazifik seien alle \u00e4u\u00dferst gef\u00e4hrlich f\u00fcr die Welt.<\/p>\n\n\n\n<p>Zum Abschlu\u00df des Treffens forderte Zepp-LaRouche alle Teilnehmer auf, die Aktivit\u00e4ten auszuweiten:<\/p>\n\n\n\n<p>1. den Brief des IPC-Teilnehmers Dr. Chandra Muzaffar (siehe <em>Seite 5<\/em>) verbreiten, weil der UN-Sicherheitsrat bewiesen habe, da\u00df er unter den gegenw\u00e4rtigen Umst\u00e4nden nicht funktionieren kann und deshalb Israels Verhalten nach UN-Resolution 377 vor die Vollversammlung gebracht werden mu\u00df;<\/p>\n\n\n\n<p>2. sich an den Demonstrationen beteiligen, die am 6. August weltweit zum Gedenken an die Atombombenabw\u00fcrfe auf Hiroshima und Nagasaki stattfinden;<\/p>\n\n\n\n<p>3. das n\u00e4chste IPC-Treffen am 9. August zu einer besonders gro\u00dfen Versammlung aufbauen, u.a. um den Jahrestag der Bombardierung Nagasakis zu begehen;<\/p>\n\n\n\n<p>4. Menschen aus allen L\u00e4ndern finden, die durch ihr Lebenswerk wesentliches f\u00fcr die Menschheit geleistet haben und die f\u00fcr den \u201eRat der Vernunft\u201c gewonnen werden k\u00f6nnen, um die Welt sicher aus der gegenw\u00e4rtigen existentiellen Krise herauszuf\u00fchren.<\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bericht vom 61. Treffen der Internationalen Friedenskoalition am 2. August 2024 Am 2. August fand das 61. w\u00f6chentliche Online-Treffen der Internationalen Friedenskoalition (IPC) statt, an den vorangegangenen 60 Treffen haben bereits rund 1200 Personen aus bis zu 40 L\u00e4ndern teilgenommen. 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