{"id":103084,"date":"2024-06-22T22:09:44","date_gmt":"2024-06-23T02:09:44","guid":{"rendered":"https:\/\/schillerinstitute.com\/?p=103084"},"modified":"2024-06-22T22:09:46","modified_gmt":"2024-06-23T02:09:46","slug":"ist-putins-friedensvorschlag-die-letzte-chance-fuer-die-menschheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2024\/06\/22\/ist-putins-friedensvorschlag-die-letzte-chance-fuer-die-menschheit\/","title":{"rendered":"Ist Putins Friedensvorschlag die letzte Chance f\u00fcr die Menschheit?"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ist Putins Friedensvorschlag die letzte Chance f\u00fcr die Menschheit?<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Bericht vom 55. Treffen der Internationalen Friedenskoalition<\/h3>\n\n\n\n<p>Von Kevin Gribbroek<\/p>\n\n\n\n<p><em>Im Mittelpunkt der 55. Internet-Sitzung der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 21. Juni stand der Vorschlag des russischen Pr\u00e4sidenten Putin f\u00fcr eine neue eurasische Sicherheitsarchitektur als Grundlage f\u00fcr den Weltfrieden, den er am 14. Juni vor den Spitzenbeamten seines Au\u00dfenministeriums vorgestellt hatte. Dieser Vorschlag basiert auf Chinas F\u00fcnf Prinzipien der friedlichen Koexistenz (gegenseitiger Respekt, gegenseitiger Nutzen, friedliche Koexistenz) und soll nicht exklusiv sein, sondern richtet sich nicht zuletzt auch an die NATO-Staaten. Angesichts des \u201eohrenbet\u00e4ubenden Schweigens\u201c der Mainstream-Medien zum wahren Inhalt des Vorschlags, auf den die westlichen Regierungen bisher nur h\u00f6hnisch reagieren, sollte das IPC-Treffen als Plattform f\u00fcr eine weltweite Kampagne dienen, um die Weltgemeinschaft darauf aufmerksam zu machen, da\u00df dieses Angebot die letzte Chance sein k\u00f6nnte, den Dritten Weltkrieg abzuwenden.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Helga Zepp-LaRouche,<\/strong> Gr\u00fcnderin des Schiller-Instituts und Initiatorin der IPC, er\u00f6ffnete das Treffen mit der Feststellung, immer mehr Menschen h\u00e4tten das schreckliche Gef\u00fchl, \u201eda\u00df die Kriegsmaschinerie immer n\u00e4her r\u00fcckt und die Situation von Tag zu Tag eskaliert\u201c. So habe etwa der serbische Pr\u00e4sident Vu\u010di\u0107 gewarnt, da\u00df innerhalb von 3 bis 5 Monaten ein Weltkrieg ausbrechen k\u00f6nnte. Zepp-LaRouche ist \u00fcberzeugt, da\u00df wir in einer der gef\u00e4hrlichsten Perioden der Geschichte leben, und befa\u00dfte sich vor diesem Hintergrund n\u00e4her mit Putins Vorschlag. Sie zitierte eine Erkl\u00e4rung des russischen St\u00e4ndigen Vertreters in Genf, Gennadi Gatilow, wonach das euro-atlantische Sicherheitssystem v\u00f6llig versagt habe und Putins Vorschlag die Grundlage f\u00fcr eine neue Sicherheitsarchitektur der Welt im Zeitalter der Multipolarit\u00e4t bilden soll.<\/p>\n\n\n\n<p>Zepp-LaRouche sieht eine bemerkenswerte \u201eAffinit\u00e4t\u201c zwischen Putins Vorschlag und ihren \u201eZehn Prinzipien einer neuen Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur\u201c, f\u00fcr die sie und das Schiller-Institut sich seit der Zuspitzung des Ukrainekonflikts einsetzen. Sie bezog sich auch auf eine \u00c4u\u00dferung des russischen \u00d6konomen Sergej Glasjew, der k\u00fcrzlich erkl\u00e4rt hatte: \u201eDie Ursache der milit\u00e4rischen Eskalation ist der Bankrott des westlichen Finanzsystems, der fr\u00fcher oder sp\u00e4ter in einer umfassenden sozialen und wirtschaftlichen Katastrophe enden wird, wenn die Vereinigten Staaten darauf beharren, das System um jeden Preis aufrechtzuerhalten.\u201c Das sei genau das, was ihr Ehemann, der verstorbene amerikanische Staatsmann und \u00d6konom Lyndon LaRouche, seit 1971 vorausgesagt hatte: da\u00df Pr\u00e4sident Nixons Aufgabe des Systems fester Wechselkurse auf die Dauer zu einer neuen Depression, einem neuen Faschismus und der Gefahr eines Weltkrieges f\u00fchren w\u00fcrde. Sie betonte, in einem Krieg mit Ru\u00dfland h\u00e4tte Europa keine \u00dcberlebenschance, und deshalb m\u00fcsse man die Bev\u00f6lkerung mobilisieren, sich dagegen zu wehren.<\/p>\n\n\n\n<p>Die IPC-Co-Moderatorin Anastasia Battle verlas dann einen Vorschlag des Ostdeutschen Kuratoriums von Verb\u00e4nden (OKV) zur Unterst\u00fctzung von Putins Friedensinitiative. Helga Zepp-LaRouche brachte ihre volle Unterst\u00fctzung f\u00fcr diese Initiative zum Ausdruck, und am Ende des Treffens bef\u00fcrworteten die Teilnehmer mit \u00fcberw\u00e4ltigender Mehrheit den <a href=\"https:\/\/seniora.org\/politik-wirtschaft\/ deutschland\/erklaerung-des-praesidiums-des-ostdeutschen-kuratoriums-von-verbaenden-zur-friedensinitiave-von-praesident-putin\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/seniora.org\/politik-wirtschaft\/ deutschland\/erklaerung-des-praesidiums-des-ostdeutschen-kuratoriums-von-verbaenden-zur-friedensinitiave-von-praesident-putin\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">OKV-Appell<\/a>. Die IPC wird dazu in K\u00fcrze eine umfassende Unterst\u00fctzungserkl\u00e4rung ver\u00f6ffentlichen. <\/p>\n\n\n\n<p>Der Vizepr\u00e4sident des OKV, <strong>Joachim Bonatz,<\/strong> brachte anschlie\u00dfend seine \u00dcberzeugung zum Ausdruck, da\u00df nur Ru\u00dfland und der NATO-Block in Verhandlungen den Konflikt beenden k\u00f6nnen, deshalb unterst\u00fctze der OKV Putins Vorschlag. Putin warne, da\u00df Ru\u00dfland gezwungen sein k\u00f6nnte, seine Nukleardoktrin, die bisher einen Erstschlag ausschlie\u00dft, zu \u00e4ndern, wenn der Westen sein Ziel einer strategischen Niederlage Ru\u00dflands weiter verfolge. Daher sei ein einheitliches Vorgehen erforderlich, um Unterst\u00fctzung f\u00fcr Putins Initiative zu gewinnen und eine Eskalation des Krieges zu verhindern.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die B\u00fcrger m\u00fcssen aktiv werden<\/h3>\n\n\n\n<p><strong>Ray McGovern,<\/strong> ehemaliger CIA-Analyst und Mitbegr\u00fcnder der Veteran Intelligence Professionals for Sanity (VIPS), begann seine Ausf\u00fchrungen mit der Feststellung, in der Rede am 14. Juni habe Putin die rhetorischen Glac\u00e9handschuhe ausgezogen. Putin habe erkl\u00e4rt: \u201eWir sind dem Punkt, an dem es kein Zur\u00fcck mehr gibt, gef\u00e4hrlich nahe gekommen. Die Aufrufe, Ru\u00dfland eine strategische Niederlage zuzuf\u00fcgen&#8230;, obwohl Ru\u00dfland \u00fcber das weltgr\u00f6\u00dfte Atomwaffenarsenal verf\u00fcgt, beweisen die extreme Verantwortungslosigkeit westlicher Politiker.\u201c McGovern zufolge dient der k\u00fcrzlich geschlossene Verteidigungspakt Moskaus mit Nordkorea der Abschreckung: Sollte die Regierung Biden versuchen, in letzter Minute vor der US-Pr\u00e4sidentschaftswahl den Krieg zu eskalieren \u2013 vielleicht mit dem Einsatz von Kurzstrecken-Atomwaffen \u2013, dann k\u00f6nne Ru\u00dfland nicht nur im Westen, sondern auch im Osten reagieren.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Donald Ramotar,<\/strong> ehemaliger Staatspr\u00e4sident von Guyana (2011-15), ist \u00fcberzeugt, da\u00df das Vorgehen des Westens \u2013 wie die Beschlagnahmung von Ru\u00dflands Verm\u00f6genswerten \u2013 durch den Verlust des internationalen Einflusses des Westens motiviert ist. Dieses Verhalten veranlasse immer mehr Nationen, zu den BRICS \u201eabzuwandern\u201c. Diese L\u00e4nder wollten mehr Freiheit haben, ihre eigenen Angelegenheiten zu regeln, ohne Sanktionen bef\u00fcrchten zu m\u00fcssen. Ramotar brachte seine volle Unterst\u00fctzung f\u00fcr Putins Vorschlag zum Ausdruck; es sei derzeit der einzige vern\u00fcnftige Vorschlag mit dem Potential, einen dritten Weltkrieg zu verhindern.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Oberst a.D. Alain Corvez,<\/strong> ehemaliger Berater des franz\u00f6sischen Innenministeriums, betonte in \u00dcbereinstimmung mit seinen Vorrednern die Bedeutung von Putins Angebot und dessen Potential, die T\u00fcr f\u00fcr Verhandlungen zu \u00f6ffnen. Das Problem bestehe darin, da\u00df die verantwortlichen Politiker im Westen und insbesondere in den Vereinigten Staaten \u201eNihilisten\u201c seien, die ihre Hegemonie bewahren wollen. Das sei die Ursache f\u00fcr den Konflikt in Gaza ebenso wie den in der Ukraine. Weil die Staatsf\u00fchrungen irrational und korrupt seien, m\u00fc\u00dften jetzt die B\u00fcrger aktiv werden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Jacques Cheminade,<\/strong> Vorsitzender der Partei Solidarit\u00e9 et Progr\u00e8s in Frankreich, kommentierte zun\u00e4chst das Ergebnis der Europawahl als \u201eeine Welle der Unzufriedenheit gegen Macron\u201c. Pr\u00e4sident Macron sei am Ende, aber nun stelle sich die Frage: Wie geht es weiter? Das Problem sei, da\u00df fast alle Parteien in Frankreich f\u00fcr den Krieg sind. Deshalb kandidiert Cheminade bei der Parlamentswahl  \u2013 seine Kampagne wird von Helga Zepp-LaRouche voll unterst\u00fctzt. Cheminade will Druck auf alle anderen Kandidaten in Frankreich aus\u00fcben, sich auf drei grundlegende Punkte zu einigen: keine weiteren Waffenlieferungen an die Ukraine, Aufl\u00f6sung der NATO und Frieden auf der Grundlage gemeinsamer Entwicklung.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Diskussion warnte Zepp-LaRouche in ihrer Antwort auf eine Frage, wir bef\u00e4nden uns gef\u00e4hrlich nahe an einem \u201eKipp-Punkt\u201c: Experten wie Steven Starr und Ted Postol h\u00e4tten festgestellt, da\u00df die Zeit, die den Staatsf\u00fchrern f\u00fcr die Entscheidung \u00fcber einen Atomwaffeneinsatz zur Verf\u00fcgung steht, sich derma\u00dfen verk\u00fcrzt hat, \u201eda\u00df wir an einem d\u00fcnnen Faden h\u00e4ngen\u201c. Eine der gef\u00e4hrlichsten Mythologien im Westen sei, da\u00df \u201ePutin nur blufft\u201c. Putin habe zwar eine bemerkenswerte Geduld bewiesen, aber das bedeute nicht, da\u00df Ru\u00dfland keine roten Linien h\u00e4tte. Wenn die Menschen w\u00fc\u00dften, \u201ewie wenige Minuten zwischen uns und der Selbstzerst\u00f6rung liegen, k\u00f6nnten sie nicht mehr schlafen\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>In ihrem Schlu\u00dfwort betonte Zepp-LaRouche noch einmal, es sei \u00e4u\u00dferst wichtig, den Vorschlag des OKV zur Unterst\u00fctzung von Putins Friedensinitiative zu verbreiten. Sie ist \u00fcberzeugt, da\u00df es nur dann eine Chance auf Frieden gibt, wenn man sich auf den Geist des Westf\u00e4lischen Friedens besinnt, der auf der Sicherung der Interessen aller L\u00e4nder der Erde beruhe. Putins Vorschlag sei die derzeit gr\u00f6\u00dfte Ann\u00e4herung an den Westf\u00e4lischen Frieden. \u201eEs ist ein Vorschlag, zur Diplomatie zur\u00fcckzukehren \u2013 ein sehr ernsthafter Vorschlag, zu Verhandlungen statt Krieg zur\u00fcckzukehren!\u201c Deshalb k\u00f6nnte er die letzte Chance sein, die Zivilisation zu retten.<\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ist Putins Friedensvorschlag die letzte Chance f\u00fcr die Menschheit? Bericht vom 55. Treffen der Internationalen Friedenskoalition Von Kevin Gribbroek Im Mittelpunkt der 55. Internet-Sitzung der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 21. 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