{"id":102988,"date":"2024-06-16T19:22:47","date_gmt":"2024-06-16T23:22:47","guid":{"rendered":"https:\/\/schillerinstitute.com\/?p=102988"},"modified":"2024-06-16T19:22:49","modified_gmt":"2024-06-16T23:22:49","slug":"internationale-friedenskoalition-ende-der-unterwuerfigkeit-gegenueber-dem-hegemon","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2024\/06\/16\/internationale-friedenskoalition-ende-der-unterwuerfigkeit-gegenueber-dem-hegemon\/","title":{"rendered":"Internationale Friedenskoalition: \u201eEnde der Unterw\u00fcrfigkeit gegen\u00fcber dem Hegemon\u201c"},"content":{"rendered":"\n<p><em>von Daniel Platt<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Ein Bericht vom 54. Treffen der Internationalen Friedenskoalition am 14. Juni 2024.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Internationale Friedenskoalition (IPC) setzte am 14. Juni ihr zweites Jahr w\u00f6chentlicher internationaler Online-Treffen fort. Die Gr\u00fcnderin des Schiller-Instituts, <strong>Helga Zepp-LaRouche<\/strong>, er\u00f6ffnete die Konferenz mit einem Bericht \u00fcber die Notfall-Pressekonferenz am 12. Juni in Washington.<sup><a href=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2024\/06\/08\/eil-pressekonferenz-die-gefahr-eines-atomkrieges-ist-real-und-muss-gestoppt-werden\/\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2024\/06\/08\/eil-pressekonferenz-die-gefahr-eines-atomkrieges-ist-real-und-muss-gestoppt-werden\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">1<\/a><\/sup> Sie hatte die Reaktionen auf die Konferenz verfolgt und stellte eine weltweite Besorgnis \u00fcber den Niedergang der Diplomatie fest, an deren Stelle immer mehr Gewalt und Erpressung als Instrumente der Au\u00dfenpolitik tr\u00e4ten.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Narreteien auf dem G7-Gipfel<\/h3>\n\n\n\n<p>Das j\u00fcngste Treffen der G7 in einem Luxusresort in Apulien h\u00e4tten sogar westliche Medien v\u00f6llig zynisch kommentiert. Mit Ausnahme der gastgebenden Ministerpr\u00e4sidentin Giorgia Meloni seien alle teilnehmenden F\u00fchrungspolitiker \u201elahme Enten\u201c. Der Ton des Treffens sei komplett kriegerisch gewesen. Zepp-LaRouche kommentierte das Vorhaben, die Zinsen auf eingefrorene russische Guthaben f\u00fcr eine 50-Milliarden-Dollar-Anleihe zur Bewaffnung der Ukraine zu verwenden (die Zinsen, weil die Beschlagnahme der Gesamtsumme von 300 Milliarden Dollar \u201edas Todesurteil f\u00fcr das Finanzsystem\u201c w\u00e4re). Ihre Einsch\u00e4tzung: \u201eDas ist nat\u00fcrlich sehr gut f\u00fcr die Kassen des Milit\u00e4risch-Industriellen Komplexes, aber angesichts der Anf\u00e4lligkeit des Finanzsystems k\u00f6nnte all das Reaktionen ausl\u00f6sen, mit denen niemand gerechnet hat.\u201c Sie verurteilte die fast schon surreale Berichterstattung der westlichen Medien \u00fcber die internationalen Beziehungen, z.B. \u00fcber die Schweizer Konferenz zu Wolodymyr Selenskyjs hochgepriesener \u201eFriedensformel\u201c, zu der Ru\u00dfland nicht eingeladen ist und die daher unm\u00f6glich Erfolg haben kann. \u201eMan kann sehen, wie jede Nachricht verdreht wird!\u201c Zepp-LaRouche hob die Bedeutung der Konferenz des Schiller-Instituts am 15.-16. Juni hervor.<sup><a href=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2024\/05\/28\/einladung-zur-internetkonferenz-des-schiller-instituts-am-15-und-16-juni-2024\/\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2024\/05\/28\/einladung-zur-internetkonferenz-des-schiller-instituts-am-15-und-16-juni-2024\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">2<\/a><\/sup><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Ratschl\u00e4ge f\u00fcr Friedensaktivisten<\/h3>\n\n\n\n<p>Der politische Analyst <strong>Garland Nixon<\/strong> begann mit der provokativen These, da\u00df Atomwaffen in gewissem Sinne heute bereits eingesetzt werden; er nannte als Beispiel den Einsatz von Munition mit abgereichertem Uran \u2013 dazu k\u00f6nne man sich unter dem Stichwort \u201eFalludschah\u201c informieren. \u00c4hnliche Waffen seien der Ukraine geliefert worden, aber offenbar seien viele davon in einem Waffendepot bombardiert worden, bevor sie eingesetzt werden konnten. Er sagte den Teilnehmern, weil die herrschenden Eliten nicht auf Vernunft reagieren, m\u00fc\u00dften die Massen sie zum Handeln zwingen. Die Politiker seien nur \u201eMarionetten-Avatare, die sie aufstellen, wie Joe Biden\u201c. Nixon empfahl den Friedensaktivisten, eine langfristige Infrastruktur f\u00fcr Aktivismus aufzubauen, denn \u201esie planen schon ihren n\u00e4chsten Konflikt&#8230; Es geht darum, Ru\u00dfland aus dem Weg zu r\u00e4umen, damit sie an China herankommen k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Jack Gilroy,<\/strong> langj\u00e4hriger Friedensaktivist und Mitglied von Pax Christi, beschrieb, wie diese Organisation im M\u00e4rz 1945 gegr\u00fcndet wurde. Er sagte, das Christentum predige zwar Gewaltlosigkeit, sei aber leider \u201ezu den gr\u00f6\u00dften M\u00f6rdern unter allen Religionen der Welt geworden\u201c. Es sei sehr wichtig, da\u00df die amerikanischen Studenten, die f\u00fcr Frieden protestiert haben, ihren Aktivismus auch jetzt in den Semesterferien fortsetzen. Die Studenten \u201esind vielleicht nicht auf dem Campus, aber nicht ohne ihr Telefon\u201c. Man solle sich auf die sozialen Medien konzentrieren, wo es inzwischen 25-30 wichtige Plattformen gibt. Es werde hier zwar gute Arbeit geleistet, um den V\u00f6lkermord in Gaza zu stoppen, aber \u201eselbst die Studenten sind nicht wach, was die Atomwaffen angeht\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Gilroy gab Anekdoten aus seinem langen Leben als Friedensaktivist zum Besten. Als er in den 60er Jahren Lehrer war, seien sich die Menschen der Gefahr durch die Atomwaffen noch viel st\u00e4rker bewu\u00dft gewesen. Seine Sch\u00fcler mu\u00dften an \u00dcbungen f\u00fcr die Reaktion auf einen atomaren Angriff teilnehmen und sich unter ihren Schulb\u00e4nken hinkauern (\u201educk and cover\u201c) \u2013 sie h\u00e4tten aber genau gewu\u00dft, da\u00df das unsinnig war und keinen wirklichen Schutz bot. Eine Sch\u00fclerin bekam so viel Angst, da\u00df sie auf der Toilette eine \u00dcberdosis Aspirin schluckte und ins Krankenhaus gebracht werden mu\u00dfte. Aber damals habe es wenigstens noch einen offenen Kommunikationskanal zwischen den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion gegeben, heute gebe es weder das rote Telefon noch einen kulturellen Austausch.<\/p>\n\n\n\n<p>Von der US-Regierung desillusioniert, zog Gilroys Familie nach Australien, wo Jack Studenten daf\u00fcr gewann, die franz\u00f6sischen Atomtests im Pazifik zu protestieren. Sp\u00e4ter nahm er seine Arbeit in den USA wieder auf; es gibt ein Video, wo er als Weihnachtsmann verkleidet mit einem Sack Geschenke f\u00fcr die Arbeiter \u00fcber den Zaun einer R\u00fcstungsfabrik klettert. Abschlie\u00dfend lobte er die Pressekonferenz des Schiller-Instituts vom 12. Juni und rief dazu auf, die Pressemitteilung dar\u00fcber m\u00f6glichst weit zu verbreiten.<\/p>\n\n\n\n<p>Zepp-LaRouche antwortete Nixon, wir m\u00fc\u00dften die Menschen in Amerika und Europa davon \u00fcberzeugen, da\u00df die Nationen des Globalen S\u00fcdens unsere nat\u00fcrlichen Verb\u00fcndeten sind. Eine Zusammenarbeit mit den BRICS, der Shanghaier Organisation f\u00fcr Zusammenarbeit und verwandten Organisationen w\u00e4re Grund zum Optimismus. Anschlie\u00dfend lud sie Gilroy ein, Deutschland zu besuchen kommen und die Katholiken dort \u2013 nicht zuletzt viele ihrer f\u00fchrenden Vertreter \u2013 auf den rechten Weg zu bringen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Berichte aus aller Welt<\/h3>\n\n\n\n<p>In der Diskussion betonte ein Gast, der sich als \u201eeinfacher Deutscher\u201c bezeichnete, wie sehr es ihn ermutige, zu erfahren, da\u00df er Mitstreiter auf der ganzen Welt hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Der unabh\u00e4ngige New Yorker Kongre\u00dfkandidat <strong>Jos\u00e9 Vega<\/strong> gab einen Bericht \u00fcber die bevorstehenden Wahlen. In dem Wahlkreis, der an seinen grenzt, gebe die zionistische Lobbygruppe AIPAC \u00fcber 11 Millionen Dollar aus, damit der Abgeordnete Jamaal Bowman in der Vorwahl besiegt wird. Vega betonte, da\u00df er Bowman nicht unterst\u00fctze, weil der in Bezug auf die Ukraine v\u00f6llig falsch liege, lobte aber dessen mutige Haltung zum Gazakonflikt. \u201eEs sollte niemandem erlaubt sein, einfach einen Kongre\u00dfbezirk zu kaufen\u201c, sagte Vega. \u201eWahlen sollten von den W\u00e4hlern entschieden werden, nicht von Leuten mit viel Geld.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Ein deutscher Teilnehmer, der in leitender Position f\u00fcr die NATO-Abteilung f\u00fcr politische Angelegenheiten gearbeitet hatte, berichtete \u00fcber die WINTEX-Stabs\u00fcbungen, an denen er seit 1979 teilnahm und die Atomkriegssimulationen umfa\u00dften. Wenn diese Szenarien durchgespielt wurden, war darin am Ende immer ganz Europa zerst\u00f6rt. Er erinnerte sich an eine \u00dcbung, bei der ein amerikanischer General sagte: \u201eLeider sind die deutschen D\u00f6rfer in der Fulda Gap nur eine halbe Kilotonne voneinander entfernt.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Korrespondentin der <em>Unity News<\/em> aus Gro\u00dfbritannien berichtete, wie die Mainstream-Medien und die Regierung ank\u00fcndigen, da\u00df bald eine Wehrpflicht eingef\u00fchrt und junge Briten in die Ukraine in den Krieg geschickt w\u00fcrden. Die meisten Briten seien ahnungslos und hielten das f\u00fcr einen Scherz. \u201eAls unabh\u00e4ngige Medien haben wir es sehr schwer, au\u00dferhalb unserer Blase zu sprechen&#8230;, um \u00fcberhaupt Geh\u00f6r zu finden.\u201c Auch sie lobte die Pressekonferenz vom 12. Juni.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Co-Moderator <strong>Dennis Small<\/strong> von der IPC empfahl allen, sich den 22-min\u00fctigen Austausch zwischen Pr\u00e4sident Putin und dem Moderator des Internationalen Wirtschaftsforums von St. Petersburg (SPIEF) \u00fcber die russische Atomwaffenpolitik anzusehen.<sup><a href=\"https:\/\/eir.news\/2024\/06\/news\/is-putin-provoking-nuclear-war-or-trying-to-stop-it\/\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/eir.news\/2024\/06\/news\/is-putin-provoking-nuclear-war-or-trying-to-stop-it\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">3<\/a><\/sup> Small sagte, die gr\u00f6\u00dfte Gefahr sei, da\u00df im Falle eines Atomkriegs alles Sch\u00f6ne, was die Menschheit jemals geschaffen hat, verschwinden w\u00fcrde. Er zitierte aus Nikolai Ostrowskis Buch <em>Wie der Stahl geh\u00e4rtet wurde<\/em>: \u201eDas wertvollste Gut des Menschen ist sein Leben, und weil es ihm nur einmal gegeben ist, mu\u00df er so leben, da\u00df er keine ziellosen Jahre bereut \u2013 so leben, da\u00df er sich nicht f\u00fcr eine feige und banale Vergangenheit sch\u00e4mt.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>In ihrem Schlu\u00dfwort unterstrich Zepp-LaRouche die Bedeutung des Augenzeugenberichts \u00fcber die NATO-Kriegs\u00fcbungen. Wenn man sich bewu\u00dft werde, da\u00df man nur ein Spielball im atomaren Spiel ist, dann \u201ekann das die Unterw\u00fcrfigkeit gegen\u00fcber dem Hegemon ver\u00e4ndern\u201c. Ein Atomkrieg \u201ebedroht alle Menschen auf der Welt und macht automatisch jeden zum Weltb\u00fcrger\u201c.<\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Daniel Platt Ein Bericht vom 54. Treffen der Internationalen Friedenskoalition am 14. Juni 2024. Die Internationale Friedenskoalition (IPC) setzte am 14. Juni ihr zweites Jahr w\u00f6chentlicher internationaler Online-Treffen fort. 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