{"id":102784,"date":"2024-06-08T08:15:24","date_gmt":"2024-06-08T12:15:24","guid":{"rendered":"https:\/\/schillerinstitute.com\/?p=102784"},"modified":"2024-06-08T08:15:26","modified_gmt":"2024-06-08T12:15:26","slug":"jeden-tag-werden-rote-linien-ueberschritten-ein-bericht-vom-53-treffen-der-internationalen-friedenskoalition-ipc","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2024\/06\/08\/jeden-tag-werden-rote-linien-ueberschritten-ein-bericht-vom-53-treffen-der-internationalen-friedenskoalition-ipc\/","title":{"rendered":"\u201eJeden Tag werden rote Linien \u00fcberschritten\u201c &#8211; Ein Bericht vom 53. Treffen der Internationalen Friedenskoalition (IPC)"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Von Daniel Platt<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die Internationale Friedenskoalition (IPC) begann am 7. Juni das zweite Jahr ihrer w\u00f6chentlichen Online-Treffen mit einem strategischen \u00dcberblick der Gr\u00fcnderin des Schiller-Instituts und IPC-Mitgr\u00fcnderin Helga <strong>Zepp-LaRouche<\/strong>. Sie k\u00fcndigte an, da\u00df der ehemalige US-Geheimdienstoffizier und UN-Waffeninspekteur Scott Ritter, der selbst an IPC-Treffen teilgenommen hat, an diesem Tag beim Internationalen Wirtschaftsforum in Sankt Petersburg &#8211; mit 19.000 G\u00e4sten aus 130 L\u00e4ndern &#8211; an einer Podiumsdiskussion \u00fcber die D\u00e4monisierung Ru\u00dflands teilnimmt. Ritter m\u00fcsse per Videoschaltung sprechen, weil Vertreter des US-Au\u00dfenministeriums ihm am New Yorker Flughafen die Ausreise verweigerten und seinen Reisepa\u00df beschlagnahmten, um ihn an der Teilnahme zu hindern.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieser schockierende Vorfall finde inmitten einer sich rapide verschlechternden strategischen Weltlage statt. \u201eJeden Tag werden rote Linien \u00fcberschritten\u201c, sagte Zepp-LaRouche. \u201eEs w\u00e4chst die Zahl der europ\u00e4ischen Staatsoberh\u00e4upter, die davor warnen, da\u00df sich Europa auf einen Krieg vorbereitet.\u201c Die anglophile Fraktion zeige ihr h\u00e4\u00dfliches Gesicht, u.a. bei der kriegsl\u00fcsternen Gedenkfeier f\u00fcr die alliierte Landung in der Normandie am Donnerstag. Viele Parteien in Europa w\u00fcrden vollst\u00e4ndig in Kriegsparteien verwandelt, beklagte Zepp-LaRouche.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf der anderen Seite w\u00fcrden n\u00e4chste Woche russische Kriegsschiffe in Havanna auf Kuba zu Milit\u00e4r\u00fcbungen in der Karibik erwartet. Dies werde die Menschen an die Kubakrise erinnern, insbesondere da gleichzeitig die NATO-Streitkr\u00e4fte an die russische Grenze heranr\u00fccken. Eine weitere unheilvolle Entwicklung sei Pr\u00e4sident Bidens Ank\u00fcndigung einer \u201everbesserten\u201c Atomwaffenstrategie. \u201eIch kann mir nicht vorstellen, was eine ,durchsetzungsst\u00e4rkere\u2018 [\u201e<em>more assertive\u201c<\/em>] Strategie sein soll\u201c, kommentierte Zepp-LaRouche. Sie zitierte eine Warnung des deutschen Generals a.D. Harald Kujat, dies k\u00f6nnte die ,Trag\u00f6die des 21. Jahrhunderts\u2018 werden, so wie die beiden Weltkriege die Trag\u00f6die des 20. Jahrhunderts waren.<\/p>\n\n\n\n<p>Zur Weltwirtschaft zitierte Zepp-LaRouche Papst Franziskus, der sagte, die fehlgeleitete Globalisierung beraube den Globalen S\u00fcden der Hoffnung auf die Zukunft. Sie wies auch auf ein Interview hin, das sie zwei Tage zuvor der russischen Nachrichtenagentur <em>TASS <\/em>gegeben hatte, worin sie Pr\u00e4sident Putin zustimmte, es werde keinen Unterschied machen, wer die US-Pr\u00e4sidentschaftswahl gewinnt, solange die USA nicht ihr wahres Eigeninteresse verfolgen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Folgen eines Atomkriegs<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Prof.<\/strong> <strong>Steven Starr,<\/strong> ein Top-Experte f\u00fcr den Atomkrieg, der schon fr\u00fcher auf IPC-Sitzungen gesprochen hat, schilderte anhand eines PowerPoint-Vortrags die schrecklichen Folgen eines nuklearen Schlagabtauschs zwischen der NATO und Ru\u00dfland. Er verglich die 1945 auf Hiroshima abgeworfene Atombombe, die 15.000 Tonnen TNT-\u00c4quivalent hatte, mit den heutigen Waffen, die 7- bis 85-mal (!) so stark sind. Von Unterseebooten abgefeuerte Atomraketen beider Seiten k\u00f6nnten ihr Ziel in 7-10 Minuten erreichen, so da\u00df den Regierungen extrem wenig Zeit bleibt, \u00fcber eine Reaktion zu entscheiden.<\/p>\n\n\n\n<p>Starr berichtete weiter \u00fcber die j\u00fcngsten Entwicklungen in der Waffentechnik, er hat k\u00fcrzlich ein Buch \u00fcber die Wirkung Elektromagnetischer Impulse geschrieben. Eine einzige nukleare Detonation k\u00f6nne damit das Stromnetz eines ganzen Landes zerst\u00f6ren. Ru\u00dfland verf\u00fcge jetzt \u00fcber Hyperschallraketen, die mit 20-facher Schallgeschwindigkeit fliegen. Sie wurden in der Ukraine eingesetzt, und entgegen der NATO-Propaganda wurde keine einzige abgefangen. Einmal gestartete strategische Raketen k\u00f6nne man nicht zur\u00fcckholen. Von Fachleuten gepr\u00fcfte Studien h\u00e4tten seit 2007-08 die Theorie des \u201enuklearen Winters\u201c best\u00e4tigt: Wegen des drastischen R\u00fcckgangs der globalen Temperaturen durch die enormen Mengen an Rauch in der oberen Atmosph\u00e4re w\u00fcrden die Folgen eines nuklearen Schlagabtauschs nicht nur die Menschen im Zielgebiet treffen, die meisten Menschen und Tiere auf der Welt w\u00fcrden verhungern.<\/p>\n\n\n\n<p>In Anbetracht all dessen, so Starr, k\u00f6nne man das Verhalten der neokonservativen Politiker, die voller Begeisterung mit einem Atomkrieg lieb\u00e4ugeln, nur als \u201eunglaubliche Inkompetenz und Ignoranz verbunden mit Hybris\u201c bezeichnen. Er frage sich ernsthaft, ob noch irgend jemand in Washington das wei\u00df, was er dargestellt hat. Zum Schlu\u00df entschuldigte er sich f\u00fcr \u201ediesen schrecklichen Vortrag\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Berichte von Aktivit\u00e4ten<\/p>\n\n\n\n<p>Es folgte der unabh\u00e4ngige LaRouche-Kandidat f\u00fcr den US-Kongre\u00df <strong>Jose Vega, <\/strong>der sich von seiner Wahlkampftour aus dem New Yorker Stadtteil Bronx meldete. Er berichtete von einer erfolgreichen Wahlkampfveranstaltung am Vorabend, an der auch der bekannte Kabarettist und politische Kommentator Jimmy Dore sowie das Team des Podcasts <em>Due Dissidence <\/em>teilgenommen hatten. Etwa hundert G\u00e4ste waren gekommen, die H\u00e4lfte davon hatte bei der Unterschriftensammlung f\u00fcr Vegas Wahlzulassung geholfen. Vega sagte, faktisch lebten die Amerikaner heute im Faschismus. \u201eAnstatt all diese Kriege zu finanzieren&#8230;, k\u00f6nnten wir eine f\u00fcr alle vorteilhafte wirtschaftliche Zusammenarbeit anstreben. Die Zukunft blickt auf uns.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Es folgte die Senatskandidatin der LaRouche-Partei im Staat New York, <strong>Diane Sare<\/strong>. Sie paraphrasierte den Dichter Percy Shelley: \u201eWir befinden uns in einem revolution\u00e4ren Moment, in dem die Dichter unter uns zu den Gesetzgebern der Welt werden k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dennis Speed<\/strong>, f\u00fchrendes Mitglied der amerikanischen LaRouche-Organisation (TLO), verwies auf die j\u00fcngsten Enth\u00fcllungen \u00fcber israelische falsche Konten in den Sozialen Medien, mit denen versucht wird, das \u201eNarrativ\u201c zu kontrollieren. Er berichtete, da\u00df die zionistische Lobbygruppe AIPAC allein 8 Millionen Dollar ausgegeben hat, in dem Versuch, den New Yorker Kongre\u00dfabgeordneten Jamaal Bowman zu besiegen, dessen Wahlkreis in der Bronx an den von Jose Vega angrenzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Teilnehmer aus Argentinien und Deutschland berichteten \u00fcber Friedensveranstaltungen, die sie organisieren. Der Leiter der LaRouche-Bewegung in Frankreich, <strong>Jacques Cheminade<\/strong>, verurteilte die Feier in der Normandie als \u201ebesonders obsz\u00f6ne und erschreckende Show\u201c, die zynisch inszeniert werde, um Begeisterung f\u00fcr das \u201eKriegsprojekt Ukraine\u201c zu wecken, das gerade rasant in sich zusammenbreche.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dennis Small <\/strong>vom <em>EIR<\/em>-Nachrichtenmagazin ging auf die treibende Kraft hinter der Kriegsgefahr ein: die unglaubliche Verschuldung der Anglosph\u00e4re, allem voran Billionen von Dollar in der Blase der Finanzderivate.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr einen Schuldenerla\u00df<\/p>\n\n\n\n<p>Helga Zepp-LaRouche nutzte ihre Schlu\u00dfbemerkungen, um auf einige der Fragen aus der Diskussion zu antworten. Auf die Frage eines Teilnehmers aus Iberoamerika, warum die Regierungen Westeuropas \u201ewie Schafe\u201c hinter dem US-Pr\u00e4sidenten herlaufen, antwortete sie, das Beste, was man tun k\u00f6nne, sei jetzt, so laut wie m\u00f6glich zu fragen: \u201eWarum geht Westeuropa den Weg der Selbstzerst\u00f6rung?\u201c Ihr verstorbener Mann, der <em>EIR<\/em>-Gr\u00fcnder Lyndon LaRouche, habe betont, nach dem Zweiten Weltkrieg gebe es in der Gesellschaft \u201eKonsumdenken\u201c anstelle von Moral. Dies d\u00fcrfe man aber nicht damit verwechseln, da\u00df die physische Wirtschaft aufgebaut werden mu\u00df, um allen Menschen einen angemessenen Lebensstandard zu bieten.<\/p>\n\n\n\n<p>Einem anderen Teilnehmer, der einen Artikel der Zeitschrift<em> 972 <\/em>\u00fcber die Rolle der K\u00fcnstlichen Intelligenz bei Israels Angriffen auf Pal\u00e4stinenser zitiert hatte, stimmte sie zu, dies sei ein wichtiges Thema. Die NATO benutze die KI, um das Narrativ zu kontrollieren: \u201eDie freie Meinungs\u00e4u\u00dferung ist weg, man darf keine andere Meinung haben.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Geistliche und Aktivistin hatte als Antwort auf Dennis Smalls Ausf\u00fchrungen zur Schuldenkrise das biblische Konzept des Jubeljahrs zum Schuldenerla\u00df angesprochen. Zepp-LaRouche antwortete: \u201eIch bin sehr f\u00fcr ein weltweites Jubeljahr.\u201c Zus\u00e4tzlich zum Erla\u00df von unbezahlbaren Schulden, insbesondere von Derivaten, brauche man Lyndon LaRouches \u201eVier Gesetze\u201c zur Reorganisation des Finanzsystems, u.a. zur Wiedereinf\u00fchrung der Glass-Steagall-Bankentrennung. Wir m\u00fc\u00dften den Banken sagen, entweder sie bringen ihre Bilanzen in Ordnung oder sie m\u00fcssen Konkurs anmelden. Neue Kredite m\u00fc\u00dften dann auf die reale, physische Produktion beschr\u00e4nkt werden. Papst Franziskus habe das Jahr 2025 als n\u00e4chsten Termin f\u00fcr ein Jubeljahr genannt.<\/p>\n\n\n\n<p>Zepp-LaRouche k\u00fcndigte an, es werde ein Video von Prof. Starrs Vortrag produziert, das an alle Volksvertreter verbreitet werden soll. <a href=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2024\/06\/08\/eil-pressekonferenz-die-gefahr-eines-atomkrieges-ist-real-und-muss-gestoppt-werden\/\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2024\/06\/08\/eil-pressekonferenz-die-gefahr-eines-atomkrieges-ist-real-und-muss-gestoppt-werden\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Abschlie\u00dfend verwies sie darauf, da\u00df am Mittwoch, dem 12. Juni, eine wichtige Pressekonferenz mit Scott Ritter und anderen stattfinden werde<\/a>.<\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Daniel Platt Die Internationale Friedenskoalition (IPC) begann am 7. Juni das zweite Jahr ihrer w\u00f6chentlichen Online-Treffen mit einem strategischen \u00dcberblick der Gr\u00fcnderin des Schiller-Instituts und IPC-Mitgr\u00fcnderin Helga Zepp-LaRouche. 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