{"id":102595,"date":"2024-05-28T11:30:13","date_gmt":"2024-05-28T15:30:13","guid":{"rendered":"https:\/\/schillerinstitute.com\/?p=102595"},"modified":"2024-07-21T09:43:44","modified_gmt":"2024-07-21T13:43:44","slug":"einladung-zur-internetkonferenz-des-schiller-instituts-am-15-und-16-juni-2024","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2024\/05\/28\/einladung-zur-internetkonferenz-des-schiller-instituts-am-15-und-16-juni-2024\/","title":{"rendered":"Internetkonferenz des Schiller Instituts: Die Welt am Abgrund: F\u00fcr einen neuen Westf\u00e4lischen Frieden!"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center;\"><strong>Internationale Schiller-Institut Internetkonferenz, <\/strong><strong>15. &amp; 16. Juni 2024<\/strong><\/p>\n<p><strong><span style=\"color: #ff0000;\">Die deutsche Simultan\u00fcbersetzung wird in K\u00fcrze ver\u00f6ffentlicht und in der Rednerliste verlinkt. Sie k\u00f6nnen sich die Videos im englischen Original <a href=\"https:\/\/schillerinstitute.nationbuilder.com\/for_a_new_peace_of_westphalia_20240615\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier ansehen<\/a>.<\/span> <\/strong><\/p>\n<h3>Konferenzbericht: Konferenz des Schiller-Instituts zeigt den Ausweg aus der Gefahr<\/h3>\n<p><em>Von Marcia Merry Baker und Stewart Battle <\/em><\/p>\n<p><div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Bericht lesen<\/span><\/a><div class=\"toggle-content\"><\/p>\n<p>Die Konferenz des internationalen Schiller-Instituts mit dem Titel \u201eDie Welt am Abgrund: F\u00fcr einen neuen Westf\u00e4lischen Frieden!\u201c am 15. und 16. Juni fand in einer Zeit extremer Krise statt und diente nicht nur als Plattform f\u00fcr eine Bestandsaufnahme der Krisenursachen, sondern auch f\u00fcr grunds\u00e4tzliche Erkl\u00e4rungen zu deren L\u00f6sung. Die zweit\u00e4gige Internetveranstaltung gliederte sich in vier Sitzungen mit 23 Rednern aus elf L\u00e4ndern, an den Fragerunden nahmen zahlreiche G\u00e4ste aus aller Welt teil. Das vollst\u00e4ndige Programm und die Videomitschnitte der Veranstaltung sind auf der <a href=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Webseite des Schiller-Instituts<\/a> abrufbar.<\/p>\n<p>Im ersten Sitzungsblock wurde der Hauptpunkt der Konferenzeinladung direkt angesprochen: \u201eDer Versuch des kollektiven Westens, nach dem Ende des Kalten Krieges die globale Vorherrschaft des neoliberalen Systems zu behaupten, ist krachend gescheitert.\u201c Viele Aspekte dazu wurden diskutiert, insbesondere die Inkompetenz der westlichen Politiker, ihr Mangel an Diplomatie sowie die Tatsache, da\u00df die Europawahl eine Woche zuvor eine klare Absage an die derzeitige Politik gewesen war. Diese erste Sitzung stand unter dem Motto \u201eEuropa nach den Europawahlen\u201c.<\/p>\n<h3>Warum stehen wir am Rande des Dritten Weltkriegs?<\/h3>\n<p>Die Gr\u00fcnderin des Schiller-Instituts, <b>Helga Zepp-LaRouche,<\/b> die den Hauptvortrag der Konferenz hielt, sprach eindringlich \u00fcber die gegenw\u00e4rtige Gefahr und fragte: \u201eWarum stehen wir am Rande des Dritten Weltkriegs?\u201c Sie nannte die Gr\u00fcnde hierf\u00fcr, wie die j\u00fcngsten von ukrainischem Gebiet aus durchgef\u00fchrten Angriffe auf zwei der zehn russischen nuklearen Fr\u00fchwarnanlagen und andere einschneidende Ereignisse. Tats\u00e4chlich aber, so betonte sie, \u201ebefinden wir uns am Ende einer ganzen Epoche\u201c, n\u00e4mlich der \u00c4ra des Kolonialismus und Neokolonialismus, die seit der Zeit um 1500 den Fortschritt der Menschheit behinderten. Nun sei es an der Zeit, da\u00df wir uns vorw\u00e4rts bewegen. Ein neues System sei erforderlich, und es gebe die gute Nachricht \u2013 die allerdings von den westlichen Medien unterdr\u00fcckt werde \u2013, \u201eda\u00df ein neues Weltsystem im Entstehen ist\u201c. Sie erinnerte an vergangene grundlegende positive Ver\u00e4nderungen dank gro\u00dfer Pers\u00f6nlichkeiten wie Gottfried Leibniz (1646-1716) und Friedrich List (1789-1846) sowie Cai Yuanpei (1868-1940). Zepp-LaRouche schlo\u00df ihre Grundsatzrede mit den Worten: \u201eSchlie\u00dfen wir uns der Globalen Mehrheit an!\u201c<\/p>\n<p>Die weiteren Podiumsteilnehmer aus den USA, Deutschland, Frankreich, der Schweiz, Belarus und Ru\u00dfland waren sich einig, da\u00df angesichts der aktuellen Krisen dringender Handlungsbedarf besteht, wobei sie unterschiedliche Schwerpunkte setzten und unterschiedliche Informationen lieferten. <b>Chas Freeman,<\/b> ehemaliger US-Botschafter und Experte f\u00fcr die amerikanisch-chinesischen Beziehungen, begann seinen Vortrag schlicht mit den Worten: \u201eJemand mu\u00df sich f\u00fcr den Frieden einsetzen.\u201c<\/p>\n<p>Zwei Sprecher aus Belarus erg\u00e4nzten, was viele Stimmen f\u00fcr den Frieden aus Eurasien schon seit Jahren sagen. <b>Dr. Olga Lasorkina<\/b>, Vorsitzende der Abteilung f\u00fcr Au\u00dfenpolitik des Belarussischen Instituts f\u00fcr Strategische Forschung (BISR), sprach davon, da\u00df die Nationen eine \u201egemeinsame Basis\u201c finden sollten, weil wir alle auf einem Planeten leben. Im Jahr 2023 habe es 183 regionale Konflikte auf der Welt gegeben, und man m\u00fcsse nach Alternativen suchen. Auf dem riesigen eurasischen Kontinent gebe es \u201ealternative Mechanismen f\u00fcr die globale wirtschaftliche Entwicklung\u201c, wie die Eurasische Wirtschaftsunion, die auf \u201eFreundschaft und Kontinuit\u00e4t\u201c aufbaue. Ihr wei\u00dfrussischer Kollege <b>Witali Romanowskij<\/b>, Chefberater der Abteilung f\u00fcr Au\u00dfenpolitik des BISR, ging speziell auf die Rolle von Belarus bei den Friedensbem\u00fchungen der letzten Jahre f\u00fcr die Ukraine ein.<\/p>\n<p>Die vier Redner des ersten Blocks, die einen milit\u00e4rischen Hintergrund haben und weiterhin mit dem Milit\u00e4r verbunden sind, waren sehr eindringlich. Oberst a.D. <b>Alain Corvez<\/b> aus Frankreich, ehemaliger Berater des franz\u00f6sischen Innenministeriums, zitierte Nietzsche, um seinen Standpunkt zu verdeutlichen, da\u00df die F\u00fchrer des Westens \u201edement\u201c seien. Sie bef\u00e4nden sich im Reich des Nihilismus und seien unf\u00e4hig, rational zu denken. Die USA seien ein Hegemon, der nicht erkennt, da\u00df er seine Vormachtstellung verloren hat. Corvez schlo\u00df sich dem Thema der Konferenz an und forderte eine breite Mobilisierung f\u00fcr einen neuen Westf\u00e4lischen Frieden. Seine franz\u00f6sische Kollegin <b>Caroline Galact\u00e9ros,<\/b> Politikwissenschaftlerin und Oberst der Reserve, rief Frankreich dazu auf, sich von den USA und ihrer Kriegstreiberei zu distanzieren und sich mit denjenigen zusammenzuschlie\u00dfen, die sich f\u00fcr Stabilisierung und Sicherheit einsetzen. Man m\u00fcsse \u201eretten, was von der Ukraine noch \u00fcbrig ist\u201c.<\/p>\n<p>Aus der Schweiz schilderte Oberstleutnant a.D. <b>Ralph Bosshard<\/b> anhand von milit\u00e4rischen Einzelheiten, da\u00df \u201ewir uns weltweit in einer Sackgasse befinden\u201c, wie in den festgefahrenen und schrecklichen Situationen in der Ukraine oder in Gaza sichtbar sei. Das k\u00f6nne und m\u00fcsse sich \u00e4ndern.<\/p>\n<p><b>Rainer Rupp,<\/b> milit\u00e4rischer Geheimdienstexperte aus Deutschland, der von 1977 bis 1993 im NATO-Hauptquartier die regelm\u00e4\u00dfigen Atomkriegs-Stabs\u00fcbungen \u201eWintex\u201c (Winter\u00fcbungen) pers\u00f6nlich miterlebte, verdeutlichte die Denkweise der US-amerikanischen, britischen und anderen NATO-F\u00fchrer, die keinerlei R\u00fccksicht auf die wahrscheinlich enormen zivilen Verluste genommen h\u00e4tten, wie er aus erster Hand erfuhr.<\/p>\n<h3>Ein zweiter Westf\u00e4lischer Frieden?<\/h3>\n<p><b>Prof. Georgi Toloraja<\/b>, Direktor des Zentrums f\u00fcr Asienstrategie am Institut f\u00fcr Wirtschaft der Russischen Akademie der Wissenschaften, griff die Aussicht auf einen positiven Ausgang der heutigen Krise auf. Er berichtete \u00fcber die wichtige Rede, die Pr\u00e4sident Putin am 14. Juni vor Spitzenvertretern seines Au\u00dfenministeriums zu Vorschl\u00e4gen f\u00fcr die eurasische und globale Sicherheit gehalten hat. Dabei ging es um den Globalen S\u00fcden und den Globalen Osten sowie um neue Zusammenschl\u00fcsse wie die BRICS. Vergangene Woche trafen sich die Au\u00dfenminister der f\u00fcnf urspr\u00fcnglichen BRICS-Staaten und der vier neuen Mitgliedsl\u00e4nder \u2013 \u00c4gypten, Iran, \u00c4thiopien und die Vereinigten Arabischen Emirate \u2013 zum ersten Mal in Nischni Nowgorod, um eine \u201eneue Etappe des Handelns\u201c zum Nutzen der ganzen Welt zu planen.<\/p>\n<p>Zepp-LaRouche schlug in der Diskussion vor, verschiedene M\u00f6glichkeiten zu pr\u00fcfen, wie man sich \u00fcber Perspektiven und Prinzipien zur \u00dcberwindung der Krise austauschen kann. Wie w\u00e4re es mit Seminaren von Denkfabriken aus allen f\u00fcnf Kontinenten? Oder auf der Ebene der Universit\u00e4ten? Es herrsche ein extremer Mangel an Dialog, und das NATO-Narrativ sei bewu\u00dft darauf angelegt, jegliches Denken und Handeln zu blockieren.<\/p>\n<p>Man m\u00fcsse auch die individuelle Ebene ber\u00fccksichtigen. Jeder Mensch m\u00fcsse f\u00fcr sich eine Vision entwickeln, wie die Welt sein solle und was jeder einzelne daf\u00fcr tun kann. \u201eDer Krieg ist das Ergebnis einer tiefen kulturellen Krise\u201c des Westens. Zepp-LaRouche sieht in den n\u00e4chsten drei bis sechs Monaten die gef\u00e4hrlichste Zeit der Geschichte. \u201eWir m\u00fcssen einen Dialogproze\u00df in Gang setzen, in dem das Beste der Menschheit \u00fcberall inspiriert und zum Handeln angeregt wird.\u201c Diesem Ziel h\u00e4tten sich das Schiller-Institut und die Internationale Friedenskoalition (IPC) verschrieben.<\/p>\n<h3>Die Globale Mehrheit<\/h3>\n<p>Das zweite Panel unter dem Titel \u201eDie Entwicklungsbestrebungen der Globalen Mehrheit\u201c umfa\u00dfte sechs Redner aus S\u00fcdamerika, Europa und Pal\u00e4stina. Den Auftakt bildete ein Videoausschnitt aus einer Rede von <b>Lyndon LaRouche<\/b>, die er vor 20 Jahren, am 4. Mai 2004, auf einer Konferenz in Deutschland gehalten hatte, worin er \u00fcber wirtschaftliche Entwicklung sprach. Er stellte die Idee von Entwicklungskorridoren \u201evom Atlantik bis zum Pazifik\u201c vor, die in alle Richtungen ausstrahlen \u2013 Jahre vor der G\u00fcrtel- und Stra\u00dfen-Initiative des chinesischen Pr\u00e4sidenten Xi Jinping 2013.<\/p>\n<p>Auch die erste Sitzung hatte mit einem Video LaRouches begonnen, vom Februar 2005, in dem er die Organisierung eines neuen weltwirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Rahmens anmahnte. Er sprach vom \u201eNiedergang und Fall der US-F\u00fchrung\u201c 1971 bis 2005 und kritisierte namentlich George Shultz, Paul Volcker, Zbigniew Brzezinski und andere.<\/p>\n<p>Im zweiten Sitzungsblock gab der ehemalige Pr\u00e4sident von Guyana, <b>Donald Ramotar<\/b>, einen \u00dcberblick \u00fcber die jahrzehntelange wirtschaftliche Ausbeutung seiner und anderer Nationen. Ein Beispiel hierf\u00fcr seien die Lebensmittel in der Karibik: Die L\u00e4nder dort m\u00fc\u00dften jedes Jahr 4 Milliarden Dollar f\u00fcr Nahrungsmittelimporte ausgeben. Das alles m\u00fcsse sich \u00e4ndern, und daf\u00fcr sei der Aufstieg der BRICS-Staaten entscheidend. <b>Prof. Henry Baldelomar<\/b>, Professor f\u00fcr internationale Angelegenheiten an der Universit\u00e4t N\u00far in Santa Cruz in Bolivien, sagte: \u201eWir stehen jetzt an einem Scheideweg der Entwicklung f\u00fcr eine neue Ordnung.\u201c Das alte ECLAC-Modell (UN-Wirtschaftskommission f\u00fcr Lateinamerika) sei zu begrenzt f\u00fcr die Herausforderungen einer echten Entwicklung. Baldelomar sprach von Projekten wie dem neuen Bi-Ozeanischen Eisenbahnkorridor, der den Pazifischen und den Atlantischen Ozean verbinden soll.<\/p>\n<p>Im Gegensatz zu dieser Wachstumsperspektive zeichneten die Berichte aus Europa das Bild eines unn\u00f6tigen wirtschaftlichen und sozialen Zusammenbruchs als Folge einer destruktiven Politik. <b>Folker Hellmeyer<\/b>, Chefvolkswirt der Netfonds AG in Deutschland, sprach in einem von Zepp-LaRouche gef\u00fchrten Interview mit dem Titel \u201eQuo Vadis, Deutschland\u201c \u00fcber so grundlegende Probleme wie den Mangel an Energie und deren Unbezahlbarkeit, die Beeintr\u00e4chtigung von Importen und Exporten durch die Ru\u00dfland-Sanktionen und vieles mehr. Der ungarische Experte <b>Prof. Dr. Laszlo Ungvari<\/b>, emeritierter Pr\u00e4sident der Technischen Hochschule Wildau, sprach von seiner Entt\u00e4uschung \u00fcber das heutige Europa mit seinen sich selbst entw\u00fcrdigenden Politikern an der Macht und einer verwirrten Jugend.<\/p>\n<p>Der italienische \u00d6konom <b>Michele Geraci<\/b>, ehemaliger Staatssekret\u00e4r im italienischen Ministerium f\u00fcr wirtschaftliche Entwicklung, erl\u00e4uterte, was \u201eWin-Win-Beziehungen\u201c zwischen den Nationen f\u00fcr ihre gegenseitige wirtschaftliche Entwicklung bedeuten. Er sagte: \u201eIhr Wohlstand und mein Wohlstand sind untrennbar miteinander verbunden.\u201c<\/p>\n<p>Der pal\u00e4stinensische Botschafter in D\u00e4nemark, <b>Prof. Dr. Manuel Hassassian<\/b>, begann seinen Vortrag \u00fcber die Notwendigkeit eines pal\u00e4stinensischen Staates mit der Erl\u00e4uterung des \u201eLaRouche-Konzepts\u201c der wirtschaftlichen Entwicklung durch den \u201eOasenplan\u201c. Mit der Perspektive, Wasser, Strom und alle anderen Infrastrukturen zur Verf\u00fcgung zu stellen, gebe es eine Grundlage f\u00fcr die Zukunft.<\/p>\n<p>Die Berichte und Dialoge dieser Sitzung waren der konkrete Ausdruck einer kreativen Reaktion auf Probleme, sie wirkten wie eine Antwort auf das Musikvideo, mit dem dieser Abschnitt er\u00f6ffnet worden war, dem Lied \u201eDie beiden Grenadiere\u201c, komponiert von Robert Schumann, Text Heinrich Heine, gesungen vom amerikanischen Ba\u00dfbariton William Warfield (1920-2002). Anstelle des traurigen Bildes der Soldaten, die sich aus den Napoleonischen Kriegen nach Hause schleppen, zu ihren Gr\u00e4bern gehen und nostalgisch die Erinnerung suchen, sind wir heute aufgerufen, Imperialismus und Krieg zu \u00fcberwinden und eine Welt des Lebens und der Hoffnung zu schaffen.<\/p>\n<h3>Wissenschaft, Kultur und menschliche Kreativit\u00e4t<\/h3>\n<p>Am zweiten Konferenztag befa\u00dfte sich der dritte Sitzungsblock mit einigen der begeisternden M\u00f6glichkeiten im Bereich der Wissenschaft, deren Verwirklichung eine positive Zukunft f\u00fcr die Menschheit verspricht. Unter dem Titel \u201eDie Auswirkungen der laufenden wissenschaftlichen Revolution\u201c sprachen vier Redner aus verschiedenen Wissenschaftsbereichen aus aller Welt. <b>Prof. Mark McMenamin,<\/b> Geologe, Pal\u00e4ontologe und Professor am Mount Holyoke College in Massachusetts (USA), er\u00f6rterte neue Erkenntnisse dar\u00fcber, warum komplexes Leben auf der Erde wahrscheinlich viel \u00e4lter ist als bisher angenommen, n\u00e4mlich mindestens eine Milliarde Jahre.<\/p>\n<p>Als n\u00e4chstes sprach <b>Francois Mellet,<\/b> Wirtschaftsingenieur und Betriebsleiter von Stratek Global aus S\u00fcdafrika. Mellet informierte \u00fcber die Arbeit seines Unternehmens bei der Entwicklung und F\u00f6rderung der Kernenergie, insbesondere der kleinen modularen Reaktoren (SMR) und der modularen Hochtemperaturreaktoren (HTMR), sowie insbesondere \u00fcber das Potential der Kernenergie f\u00fcr die Entwicklungsl\u00e4nder und den Globalen S\u00fcden. <b>Prof. Sergej Pulinez<\/b> von der Russischen Akademie der Wissenschaften stellte anschlie\u00dfend einige seiner Arbeiten zur Erdbebenvorhersage vor und erl\u00e4uterte, wie wichtig es ist, in den verschiedenen Wissenschaftsbereichen neue Entdeckungen zu machen, die der Menschheit neue Einsichten und die Beherrschung der Naturprinzipien erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>Der letzte Redner war <b>Prof. Gennady Aksenow,<\/b> ebenfalls Mitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften, er sprach \u00fcber die Bedeutung des gro\u00dfen russisch-ukrainischen Wissenschaftlers des 20. Jahrhunderts, Wladimir Wernadskij. Nach einer Einf\u00fchrung durch <b>Bill Jones<\/b> vom Schiller-Institut erl\u00e4uterte Aksenow, warum Wernadskijs Arbeit bedeutende, noch nicht erkannte Auswirkungen auf unser Verst\u00e4ndnis der Wissenschaft und der Natur hat, u.a. zum Ursprung des Lebens im Universum. Dazu geh\u00f6rt auch die Rolle der Erkenntniskraft (Kognition) f\u00fcr die Existenz des Menschen.<\/p>\n<p>Alle Sprecher kamen immer wieder auf die Frage zur\u00fcck, was in Bezug auf die Wissenschaft und die Auswirkungen der menschlichen Gesellschaft auf die Welt um uns herum \u201enat\u00fcrlich\u201c ist, und stellten auf unterschiedliche, polemische Weise viele verbreitete Vorstellungen \u00fcber Umweltschutz und \u201enat\u00fcrliche Gleichgewichte\u201c in Frage.<\/p>\n<p>Der letzte Sitzungsblock, \u201eDer Reichtum der Kulturen der Menschheit und die kommende Goldene Renaissance\u201c, war ein weiterer H\u00f6hepunkt. Die Sitzung befa\u00dfte sich mit den herausfordernden Themen der klassischen Kultur und der menschlichen Kreativit\u00e4t sowie der Frage, welche Rolle beides bei der L\u00f6sung der Krisen spielen mu\u00df, mit denen die Welt heute konfrontiert ist. Die Moderatorin Megan Dobrodt er\u00f6ffnete das Panel mit einer Frage: In den ersten drei Konferenzsitzungen habe man von vielen wichtigen Pers\u00f6nlichkeiten \u00fcber die akute Gefahr eines Atomkriegs geh\u00f6rt; gleichzeitig habe man aber auch von der neuen, antikolonialen Weltordnung geh\u00f6rt, die sich gerade herausbildet. \u201eEs ist die Spannung zwischen diesen beiden Wahrheiten \u2013 man k\u00f6nnte sagen, diesen beiden Systemen, die nicht koexistieren k\u00f6nnen \u2013, die \u00fcber uns allen schwebt. Die gro\u00dfe Frage ist: Wie kann man etwas erreichen, was wie ein Wunder erscheint? Die Antwort darauf findet sich im Prinzip im Thema dieses Blocks: das Reich der gro\u00dfen Kunst.\u201c<\/p>\n<p>Dann wurde ein Auszug aus einer Rede von Lyndon LaRouche vorgespielt, der dar\u00fcber sprach, wie die klassische Kultur als \u201eWaffe\u201c dazu beitr\u00e4gt, die sch\u00f6pferischen Kr\u00e4fte im Geist des einzelnen zu entwickeln, und warum Menschen, die in der heutigen Welt eine Kraft f\u00fcr den Fortschritt sein wollen, ohne sie \u201everkr\u00fcppelt\u201c sind.<\/p>\n<p>Es folgte eine Rede von <b>Jacques Cheminade,<\/b> Pr\u00e4sident von Solidarit\u00e9 et Progr\u00e8s und ehemaliger Pr\u00e4sidentschaftskandidat in Frankreich, der \u00fcber die \u201eKultur des Friedens\u201c sprach und dar\u00fcber, wie wir erkennen m\u00fcssen, da\u00df die derzeitige \u201eKultur des Krieges\u201c unsere Zivilisation in den Untergang treibt. <b>Harley Schlanger,<\/b> ein langj\u00e4hriges f\u00fchrendes Mitglied der LaRouche-Bewegung, sprach anschlie\u00dfend dar\u00fcber, wie die \u00f6ffentliche Meinung im Rahmen der gegenw\u00e4rtigen hybriden Kriegskampagne der transatlantischen Oligarchen manipuliert wird, und wie man sich dagegen wehren kann, indem man die tats\u00e4chlichen Methoden der Wahrheitsfindung im eigenen Kopf versteht.<\/p>\n<p>Die n\u00e4chste Rednerin war <b>Sophie Tanapura,<\/b> Gr\u00fcnderin der Metropolitan Opera of Bangkok in Thailand. Tanapura sprach \u00fcber ihre Arbeit zur Verbreitung der klassischen Musik in Thailand und dar\u00fcber, wie das Singen die Menschen auf einzigartige Weise dazu herausfordert, gleichzeitig ihren Verstand und ihre Gef\u00fchle zu wecken \u2013 von dort k\u00e4men die Kr\u00e4fte der Kreativit\u00e4t. Der letzte Redner war <b>Karel Vereycken<\/b>, Maler und Grafiker, Kunsthistoriker und Aktivist des Schiller-Instituts in Frankreich. Vereycken sprach dar\u00fcber, warum die Zusammenarbeit im Bereich des kulturellen Erbes der Welt ein wichtiges Element f\u00fcr den Frieden ist, weil sie den Menschen hilft, in anderen Kulturen einen andersartigen, aber dennoch universellen Ausdruck der Menschlichkeit zu entdecken.<\/p>\n<p>Die Podiumsteilnehmer f\u00fchrten anschlie\u00dfend eine lebhafte und anregende Diskussion, die die Zuh\u00f6rer mit einem Optimismus dar\u00fcber zur\u00fccklie\u00df, wie man angesichts solch extremer Herausforderungen, mit denen wir heute konfrontiert sind, sich selbst und andere mobilisieren kann. Man sollte sich die Konferenz in ihrer Gesamtheit anschauen, um sie ganz w\u00fcrdigen zu k\u00f6nnen, aber es kann ohne Zweifel gesagt werden, da\u00df sie genau zum richtigen Zeitpunkt stattgefunden hat und da\u00df sie viel dazu beitragen wird, in einer Welt, die derzeit von einer Krise epochalen Ausma\u00dfes ersch\u00fcttert wird, den Weg nach vorn zu weisen.<\/p>\n<p><em><\/div><\/div> <\/em><\/p>\n<h3 class=\"western\" style=\"text-align: center;\"><strong>Panel 1<\/strong><strong>: Europa nach den Europawahlen<br \/><\/strong><\/h3>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"Panel 1: Europa nach den Europawahlen\" width=\"960\" height=\"540\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/r2aNR-j0xZQ?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p class=\"western\">Moderator Dennis Speed<\/p>\n<ul>\n<li>Lyndon <strong>LaRouche<\/strong>: Ausschnitt aus einer Rede vom Februar 2005<\/li>\n<\/ul>\n<p><div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Im Wortlaut lesen<\/span><\/a><div class=\"toggle-content\"><\/p>\n<p>Lyndon LaRouche, Ausschnitt aus einer Rede vom Februar 2005<\/p>\n<p>Und dann kam der August 1971: Shultz, von der Chicagoer Schule. Wir bekamen die Azoren-Konferenz, das System der freien Wechselkurse, geleitet von Shultz! Kissingers Chef und der Tyrann, der dann die faschistische Diktatur von Augusto Pinochet in Chile installierte. Und dessen Bem\u00fchungen die Entfesselung einer auf den Nazis basierenden Massenmordbewegung im gesamten s\u00fcdlichen Kegel S\u00fcdamerikas f\u00f6rderten: Operation Condor.<\/p>\n<p>Dann kam Brzezinski, der anders ist, aber auf eine sehr seltsame Weise. Brzezinski zerst\u00f6rte die physische Wirtschaft der Vereinigten Staaten durch Deregulierung. Und indem er seinen Kumpan Paul Volcker, ebenfalls ein Kumpan von Shultz, ins Boot holte, um das amerikanische Bankensystem zu zerst\u00f6ren.<\/p>\n<p>So ging es weiter und weiter und weiter. Und die Ver\u00e4nderungen, die sich durchsetzten, mit Ausnahme unserer Intervention bei der SDI, die Ver\u00e4nderungen, die sich durchsetzten, brachten uns den Weg nach unten, schlimmer und schlimmer und schlimmer. Unter Politikern, die nicht schlecht waren, die aber mitgemacht haben. Und indem sie mitmachten, f\u00f6rderten sie die Degeneration der Vereinigten Staaten. Und so ging es weiter und weiter und weiter, bis zum Jahr 2000.<\/p>\n<p>Der Schock kam mit der Best\u00e4tigung der Wahl von George W. Bush. Und es gab ein wenig Widerstand, vor allem von der B\u00fcrgerrechtsfraktion innerhalb des Kongresses. Aber nicht viel mehr&#8230;. Und dann kamen wir durch den Krieg, den Krieg im Nahen Osten, den Terror und das Gef\u00fchl, dass das System zusammenbricht. Und es bricht zusammen. Es bricht jetzt zusammen. Nichts kann dieses System, dieses Weltsystem, dieses System der Vereinigten Staaten, in seiner jetzigen Form retten! Das Datum des Todes dieses Systems steht noch nicht fest, aber die Unvermeidbarkeit ist es. Wenn wir als Volk in den Vereinigten Staaten uns nicht \u00e4ndern &#8211; und es gibt eine Bewegung f\u00fcr Ver\u00e4nderungen &#8211; ist diese Nation am Ende!<\/p>\n<p><\/div><\/div><\/p>\n<ul>\n<li>Helga <strong>Zepp-LaRouche<\/strong>, Gr\u00fcnderin des Schiller-Instituts (Deutschland): <em>&#8222;Wir sollten uns der Globalen Mehrheit anschlie\u00dfen!\u201c<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Rede im Wortlaut lesen<\/span><\/a><div class=\"toggle-content\"><\/p>\n<p class=\"vor\">Frau Zepp-LaRouche hielt die Hauptrede auf der internationalen Konferenz des Schiller-Instituts am 15.-16. Juni; die Rede wurde aus dem Englischen \u00fcbersetzt, Zwischen\u00fcberschriften wurden hinzugef\u00fcgt. Helga Zepp-LaRouche ist Gr\u00fcnderin des Schiller-Instituts und Initiatorin der Internationalen Friedenskoalition (IPC).<\/p>\n<p>Werte Exzellenzen, liebe Freunde des Schiller-Instituts, liebe Konferenzteilnehmer! Lassen Sie mich mit einer Perspektive beginnen, die in den L\u00e4ndern des Globalen S\u00fcdens, die in den letzten Jahren faktisch zur Globalen Mehrheit geworden sind, sehr bekannt ist, aber in Europa und in den Vereinigten Staaten fast unbekannt ist. Ich spreche von der Tatsache, da\u00df ein neues Weltsystem im Entstehen begriffen ist \u2013 eine polyzentrische, harmonische Welt, eine \u201emultinodale\u201c Welt. Eine Welt, die gerechter wird, in der jedes Land das Recht hat, sich zu entwickeln, seinen eigenen Entwicklungsweg zu w\u00e4hlen, gem\u00e4\u00df seiner eigenen Kultur, seiner eigenen Tradition, seiner Philosophie.<\/p>\n<p>Das ist bereits im Gange und in verschiedenen Formen sehr weit fortgeschritten. Es w\u00e4chst zum Beispiel in Form der BRICS-L\u00e4nder, die seit dem Gipfel in Johannesburg im letzten Jahr bereits von f\u00fcnf auf zehn angewachsen sind. Jetzt haben 59 weitere L\u00e4nder einen Beitrittsantrag gestellt, so da\u00df es insgesamt schon fast 70 L\u00e4nder sind. Dazu geh\u00f6ren bekanntlich China und Indien, die zusammen fast 3 Milliarden Menschen umfassen.<\/p>\n<p>Wir erleben also \u2013 und ich glaube, niemand im Westen oder nur sehr wenige dort k\u00f6nnen das richtig einsch\u00e4tzen \u2013 das Ende einer Epoche. Damit meine ich, da\u00df die 600 Jahre des Kolonialismus und des anschlie\u00dfenden Neokolonialismus, die um 1500 begannen, auch nach der Unabh\u00e4ngigkeit vieler L\u00e4nder des sogenannten Entwicklungssektors fortbestanden. Wie Ministerpr\u00e4sident Nehru und Pr\u00e4sident Sukarno schon auf der Konferenz von Bandung [1955] gewarnt hatten, bestand der Neokolonialismus fort in Form der Verweigerung von Entwicklungskrediten, der Handelsbedingungen und allgemein ungerechter Bedingungen. Aber in den letzten 10-12 Jahren, seit dem ber\u00fchmten Gipfel in Brasilien 2014, hat die Bedeutung der BRICS immer mehr zugenommen. Sie haben eine enorme Entwicklung durchgemacht: Xi Jinpings G\u00fcrtel- und Stra\u00dfen-Initiative, das enorme industrielle Wachstum vieler Schwellenl\u00e4nder, wie Brasilien, Indonesien, \u00c4gypten, Nigeria, S\u00fcdafrika und anderer. All dies ist nat\u00fcrlich zum Teil eine Folge des Aufstiegs Chinas. Es w\u00e4re unm\u00f6glich ohne den zivilisatorischen Beitrag Chinas, der ohne Beispiel und Pr\u00e4zedenzfall ist, denn es hat nicht nur 850 Millionen seiner eigenen Bev\u00f6lkerung aus der Armut befreit, sondern dann auch anderen die Hand ausgestreckt und durch Korridore, durch Entwicklungsprojekte, durch Industrieparks den anderen Entwicklungsl\u00e4ndern dabei geholfen, diesen Wachstumsprozess selbst zu starten.<\/p>\n<p>Es lag also zum Teil am Aufstieg Chinas, zum Teil aber auch an der Gegenreaktion gegen den Versuch, nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion eine unipolare Welt zu errichten, angef\u00fchrt von den Neokonservativen in den Vereinigten Staaten und ihren Mitdenkern in Gro\u00dfbritannien. Francis Fukuyamas ber\u00fchmtes \u201eEnde der Geschichte\u201c bedeutete im Grunde, da\u00df es eine Hybris gab, in der sie die Idee verfolgten, da\u00df die ganze Welt, jedes einzelne Land auf dem Planeten das westliche neoliberale Demokratiemodell \u00fcbernehmen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Die Mittel, mit denen das erreicht werden sollte, waren nicht gerade sch\u00f6n. Dazu geh\u00f6rten Regimewechsel gegen L\u00e4nder, die sich dem nicht anschlie\u00dfen wollten, Farbrevolutionen, bei denen zivile Organisationen und NROs eingesetzt wurden, um bestehende gew\u00e4hlte Regierungen zu destabilisieren. Es st\u00fctzte sich auf Interventionskriege: Afghanistan, Irak, Syrien, Libyen und andere. Es basierte auf einem brutalen Regime einseitiger Sanktionen, die nicht vom UN-Sicherheitsrat mitgetragen wurden und die sich gar nicht gegen die Regime richteten, sondern die Bev\u00f6lkerung bestraften, um sie dazu zu bringen, sich gegen ihre Regierungen zu erheben. Und dazu geh\u00f6rte der Mi\u00dfbrauch des Dollars und des Euro als Waffe.<\/p>\n<p>All diese Faktoren haben dazu gef\u00fchrt, da\u00df eine m\u00e4chtige Bewegung gegen den Neokolonialismus entstanden ist, von L\u00e4ndern, die das Recht auf ihre eigene Entwicklung einfordern. Sie wollen nicht l\u00e4nger nur Rohstoffexporteure sein, bei denen der Gewinn aus ihren Rohstoffen an multinationale Konzerne, Kartelle und die Banken geht. Vielmehr wollen die L\u00e4nder, inspiriert durch das Beispiel Chinas, die Wertsch\u00f6pfungskette in ihren eigenen L\u00e4ndern aufbauen, ihre eigene Industrieproduktion entwickeln und in naher Zukunft zu L\u00e4ndern mit mittlerem Einkommen werden.<\/p>\n<p>Wenn wir ehrlich sind, sollten wir in Europa und den Vereinigten Staaten dar\u00fcber froh sein. Es w\u00fcrde das Ende der Migrationskrise bedeuten, die viele Menschen in Europa und Amerika beunruhigt und die viel zu dem j\u00fcngsten Ergebnis bei den Wahlen zum Europ\u00e4ischen Parlament beigetragen hat. Sollten wir nicht froh sein, da\u00df junge Menschen aus Afrika, Asien und Lateinamerika zu Hause bleiben und beim Aufbau ihres eigenen Landes mithelfen wollen, anstatt in der Sahara zu verdursten und zu verhungern oder bei dem Versuch, Europa zu erreichen, im Mittelmeer zu ertrinken, oder an der mexikanisch-amerikanischen Grenze beschossen zu werden? L\u00e4nder wie Deutschland, Italien, die Schweiz, Frankreich, die Vereinigten Staaten und Japan sind allesamt exportorientierte L\u00e4nder. Wir sollten die L\u00e4nder in den sich entwickelnden, wachsenden M\u00e4rkten unterst\u00fctzen, damit sie wohlhabend und reich werden und wir wachsende M\u00e4rkte haben. Das ist eine absolute Win-Win-Situation.<\/p>\n<h3>Hintergrund des Ukrainekonflikts<\/h3>\n<p>Warum stehen wir dann am Rande des Dritten Weltkriegs? Das NATO-Narrativ vom \u201eunprovozierten russischen Angriffskrieg\u201c geht davon aus, da\u00df die gesamte Weltbev\u00f6lkerung eine historische Amnesie hat \u2013 da\u00df wir uns nicht an die Zeit der deutschen Wiedervereinigung erinnern, als wir vom Schiller-Institut als wichtige Kraft mittendrin waren. Wir sind ein Teil davon, also lesen wir keine B\u00fccher dar\u00fcber, denn es war unsere eigene Geschichte! Wir erinnern uns an die Versprechen gegen\u00fcber Gorbatschow, da\u00df sich die NATO keinen Zentimeter nach Osten ausweiten w\u00fcrde. Wir erinnern uns an die hoffnungsvollen Diskussionen \u00fcber ein \u201egemeinsames europ\u00e4isches Haus\u201c, einen gemeinsamen Wirtschaftsraum von Wladiwostok bis Lissabon. Doch dann folgten f\u00fcnf Erweiterungen der NATO nach Osten; die Orangene Revolution in der Ukraine; die Rosenrevolution in Georgien; der Maidan, ein von den USA und dem Westen unterst\u00fctzter Putsch gegen eine demokratisch gew\u00e4hlte Regierung. Wir erinnern uns noch an die ber\u00fchmte \u00c4u\u00dferung von Victoria Nuland, die ich hier nicht wiederholen m\u00f6chte, weil es nicht damenhaft ist. Wir erinnern uns an das Eingest\u00e4ndnis von Merkel und Hollande, da\u00df ihre Teilnahme an Minsk II nur ein Trick war, um den Ukrainern mehr Zeit zu geben, damit sie auf NATO-Standard trainiert werden k\u00f6nnen. Ich kann diese Entwicklungen hier nur skizzieren, aber das reicht aus, um das Panorama der Dinge, die jetzt passieren, zu zeichnen.<\/p>\n<p>Die Lage auf dem Schlachtfeld in der Ukraine ist festgefahren. Die ukrainische Gegenoffensive vom Sommer 2023 ist eindeutig gescheitert. Ru\u00dfland ist zwar klar im Vorteil, kann aber aufgrund der massiven Waffenlieferungen aus dem Westen die verbliebenen dezimierten ukrainischen Kr\u00e4fte nicht einfach \u00fcberrennen. Es werden immer neue und st\u00e4rkere Waffen geschickt. Wir befinden uns in einer Spirale der Eskalation. Macron forderte infamerweise die Entsendung von Bodentruppen, viele sind bereits in Form von Beratern vor Ort. Der Brite Cameron gestattet den Einsatz westlicher Waffensysteme, von Marschflugk\u00f6rpern, hinzu kommt zunehmend die Idee von Langstreckenraketen, die tief in das russische Territorium eindringen sollen. Und Putin ordnete erstmals explizit als Reaktion auf solche westlichen Provokationen Man\u00f6ver mit taktischen Atomwaffen an.<\/p>\n<p>Der Westen ignorierte es. Blinken hat dann nachgeschoben und gesagt: \u201eJa, ihr k\u00f6nnt die Waffensysteme f\u00fcr Angriffe auf russisches Territorium nutzen.\u201c Das veranla\u00dfte Putin, ein zweites Man\u00f6ver in Ru\u00dfland und in Wei\u00dfru\u00dfland durchzuf\u00fchren. Dann kam der Angriff auf das russische Fr\u00fchwarnradarsystem in Armawir, auch in Orsk wurde ein Angriff versucht. Diese Angriffe hatten nichts mit dem Ukraine-Krieg zu tun, und Ru\u00dfland konnte es nicht anders deuten, als da\u00df es ein Versuch war, die Zweitschlagskapazit\u00e4t auszuschalten, d.h. einen Atomschlag gegen Ru\u00dfland vorzubereiten. Ohne die Unterst\u00fctzung der NATO, ohne die taktische Unterst\u00fctzung der USA w\u00e4ren diese Angriffe nat\u00fcrlich nicht m\u00f6glich gewesen. Daher hat sich in Ru\u00dfland der Eindruck verfestigt, da\u00df sich die NATO de facto bereits im Krieg mit Ru\u00dfland befindet.<\/p>\n<h3>Vorbereitungen auf den Weltkrieg<\/h3>\n<p>Auch im Westen verbreitet sich zunehmend die Ansicht, da\u00df der Krieg unvermeidlich ist. Pistorius hat diese unglaubliche Kampagne angesto\u00dfen, da\u00df Deutschland wieder \u201ekriegst\u00fcchtig\u201c werden m\u00fcsse. Nach unserer Geschichte sollen wir Deutschen diesen Weg noch einmal beschreiten? Ist dieser Mann noch bei klarem Verstand? Und ist das deutsche Volk, das das einfach so schluckt, als w\u00e4re nichts passiert, bei klarem Verstand?<\/p>\n<p>Der Krieg mit Ru\u00dfland wird Pistorius zufolge 2029 stattfinden. Ru\u00dfland mu\u00df verlieren, sagen Baerbock und andere so unglaublich \u201eweise\u201c Leute. \u201eDie Ukraine mu\u00df gewinnen.\u201c Damit entsteht ein Dilemma, denn eine russische Niederlage ist ausgeschlossen \u2013 vergessen Sie das! Ru\u00dfland ist die st\u00e4rkste Atommacht der Welt und wird niemals kapitulieren; das ist v\u00f6llig aus der Gleichung gestrichen.<\/p>\n<p>In Ru\u00dfland ist man \u00fcberzeugt, da\u00df auf der Ebene derjenigen, die wirklich das Sagen haben \u2013 nicht Biden oder Blinken, sondern auf der Ebene der wirklichen Machthaber \u2013, die Entscheidung schon gefallen ist. Da\u00df der Befehl zum Krieg mit Ru\u00dfland bereits erteilt wurde. Das ist allen Zeugen zufolge der Konsens in Ru\u00dfland. Als Reaktion auf die russischen Angriffe in Charkiw sind die Angriffe auf zivile Ziele in Belgorod eskaliert, und diese werden in Ru\u00dfland als terroristische Angriffe betrachtet, weil sie haupts\u00e4chlich Kinder und andere Zivilisten treffen. In der Debatte in Ru\u00dfland ist man sich einig \u2013 das war am Rande des Internationalen Wirtschaftsforums in St. Petersburg zu h\u00f6ren \u2013, da\u00df das alles schon zu weit fortgeschritten ist, und deshalb ist eine Diskussion \u00fcber einen Enthauptungsschlag entbrannt. Auf dem Internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg hatte Putin eine Diskussion, bei der offensichtlich ganz bewu\u00dft Sergej Karaganow als Moderator ausgew\u00e4hlt wurde. Der ist daf\u00fcr bekannt, da\u00df er in Ru\u00dfland die wichtigste Stimme f\u00fcr einen nuklearen Erstschlag. Im Gegensatz zu Karaganow sind wir froh, da\u00df Putin sehr geduldig ist. Er hat immer wieder sehr deutlich gemacht, da\u00df die russische strategische Doktrin lautet, da\u00df Ru\u00dfland nur dann Atomwaffen einsetzen wird, wenn die territoriale Integrit\u00e4t Ru\u00dflands bedroht ist, da\u00df es aber auch symmetrische und asymmetrische Antworten auf vom Westen unterst\u00fctzte ukrainische Angriffe gibt.<\/p>\n<p>Die gr\u00f6\u00dfte Gefahr besteht darin, da\u00df der Westen anf\u00e4ngt, an sein eigenes Narrativ zu glauben, n\u00e4mlich da\u00df Putin \u201enur blufft\u201c. Ich glaube nicht, da\u00df Putin blufft, und dieser Mythos mu\u00df ausger\u00e4umt werden, denn das ist eine der vielen Zutaten, die zur Katastrophe f\u00fchren k\u00f6nnen. Ru\u00dfland hat auch gesagt, im Falle von NATO-Bodentruppen in der Ukraine oder der Stationierung von F-16, die doppelverwendungsf\u00e4hig sind, nicht nur diese Truppen und milit\u00e4rischen Objekte vor Ort getroffen werden, sondern auch die Entscheidungszentren, in denen der Befehl zu ihrer Stationierung gegeben wurde.<\/p>\n<p>Heute oder gestern konnte man in den Zeitungen die Entscheidung lesen, da\u00df das Kommando f\u00fcr den Ukraine-Krieg von Ramstein an ein NATO-Kommando in Wiesbaden verlegt wird. Wir wissen, was das bedeutet: Das ist ein sehr unangenehmer Ort f\u00fcr die Zukunft. Wenn man bedenkt, wie die Vereinigten Staaten die Interessen der Verb\u00fcndeten behandeln! Wir werden das sicherlich sp\u00e4ter in diesem Panel von Rainer Rupp h\u00f6ren, und auch Klaus von Dohnanyi, der ehemalige Hamburger B\u00fcrgermeister, hat es sehr anschaulich in einem Buch beschrieben: wie bei NATO-Man\u00f6vern die Amerikaner sich nicht darum k\u00fcmmerten, ob auf Deutschland ein paar Atombomben abgeworfen werden \u2013 das waren eben Kriegsopfer, die man einfach so hinnimmt. Das ist nat\u00fcrlich eine sehr be\u00e4ngstigende Perspektive.<\/p>\n<p>Heute beginnt auch die Schweizer Konferenz auf dem B\u00fcrgenstock, die auf der Selenskij-Formel basiert, eine sogenannte \u201eUkraine-Friedenskonferenz\u201c, die zum Scheitern verurteilt ist, bevor sie \u00fcberhaupt begonnen hat, weil Ru\u00dfland nicht eingeladen ist. Erst heute hat Putin einen neuen Friedensvorschlag f\u00fcr die Ukraine vorgelegt, dabei schl\u00e4gt er im wesentlichen vor, da\u00df in dem Gebiet, in dem die Bev\u00f6lkerung f\u00fcr den Anschlu\u00df an Ru\u00dfland gestimmt hat, alle westukrainischen Truppen abgezogen werden sollten. Und da\u00df es ein absolutes Machtwort geben soll, da\u00df die Ukraine niemals Teil der NATO wird. Und was machen die Mainstream-Medien? Sie hetzen gegen Putin und behaupten, Putin fabriziert wieder Unsinn. Nun, das ist weiter derselbe Weg der Konfrontation und der Eskalation \u2013 bis es zu sp\u00e4t ist.<\/p>\n<h3>Der Westf\u00e4lische Friede als Vorbild<\/h3>\n<p>Was wir brauchen, ist eine neue globale Sicherheits- und Entwicklungskonferenz, die die Interessen jedes einzelnen Landes auf dem Planeten ber\u00fccksichtigt. Das naheliegende Vorbild ist der Westf\u00e4lische Friede, der 1648 150 Jahre Religionskrieg beendete, von denen der Drei\u00dfigj\u00e4hrige Krieg nur die letzte Phase war. Der Grund, warum die Menschen zur Vernunft kamen, war, da\u00df bereits ein Drittel von allem zerst\u00f6rt war: ein Drittel der Menschen, des Viehs, der D\u00f6rfer. Sie erkannten, da\u00df wenn der Krieg weitergehen w\u00fcrde, niemand mehr am Leben sein w\u00fcrde, der den Sieg genie\u00dfen k\u00f6nnte. Ist das in der Zeit der thermonuklearen Waffen nicht noch viel mehr der Fall? Wir werden alle tot sein, wenn es jemals zu einem globalen Atomkrieg kommt. Und wir stehen kurz davor, am Rande des Abgrunds. Und auf einen solchen globalen Krieg wird nach Ansicht der besten Wissenschaftler wahrscheinlich ein zehnj\u00e4hriger nuklearer Winter folgen, in dem alles Leben auf dem Planeten verschwindet.<\/p>\n<p>Gestern hat Pr\u00e4sident Putin, neben dem Vorschlag f\u00fcr die Ukraine, ein neues Sicherheitssystem vorgeschlagen \u2013 ein neues System der unteilbaren Sicherheit in Europa auf der Grundlage einer gr\u00f6\u00dferen eurasischen Partnerschaft. Putin sagte: \u201eWer will leugnen, da\u00df sich die Geographie nicht \u00e4ndern l\u00e4\u00dft? Wir m\u00fcssen irgendwie zusammenleben.\u201c Dieses Sicherheitssystem stehe den europ\u00e4ischen und NATO-L\u00e4ndern offen.<\/p>\n<p>Um auf den Anfang meiner Ausf\u00fchrungen zur\u00fcckzukommen: Dieses neue Weltsystem ist im Entstehen begriffen, dieses polyzentrische, harmonische, multinationale System. Xi Jinping hat in den letzten Jahren oft zu einer Zukunftsgemeinschaft der Menschheit aufgerufen.<\/p>\n<p>Das ist eine sch\u00f6ne Idee, die es schon seit Jahrhunderten gibt; sie ist nicht neu. Gottfried Wilhelm Leibniz sagte im 17. Jahrhundert, die beiden fortschrittlichsten Zivilisationen [Europa und China] an den beiden Polen des eurasischen Kontinents sollten ihre H\u00e4nde ausstrecken und zusammenarbeiten, um alle L\u00e4nder dazwischen zu entwickeln \u2013 gemeinsam den S\u00fcden entwickeln.<\/p>\n<p>Friedrich List, der ber\u00fchmteste deutsche Wirtschaftswissenschaftler befa\u00dfte sich mit dem kontinuierlichen Ausbau der Infrastruktur rund um den Globus, bis dies schlie\u00dflich die ganze Welt durch Eisenbahnen und anderes verbinden w\u00fcrde \u2013 eine fr\u00fche Vision unseres Vorschlags der Weltlandbr\u00fccke \u2013, und er pr\u00e4gte dabei den Begriff der Raum-Zeit-Wirtschaft. Er hatte die Idee, da\u00df eine zunehmende Vernetzung der globalen Infrastruktur die Voraussetzungen f\u00fcr den Austausch kreativer Ideen in Wissenschaft und Kunst schaffen und zu einer Menschheits-Wirtschaft f\u00fchren w\u00fcrde. Letztendlich w\u00fcrden sich alle Nationen in einer, wie er es nannte, \u201eRepublik des Planeten\u201c vereinigen.<\/p>\n<p>Cai Yuanpei, der erste Bildungsminister der Regierung von Sun-Yat-sen und sp\u00e4tere Pr\u00e4sident der Universit\u00e4t Peking und der Mann, der Schillers Konzept der \u00e4sthetischen Erziehung nach China brachte, hatte eine sch\u00f6ne Vision von einer gro\u00dfen Gemeinschaft der ganzen Welt \u2013 auf Chinesisch <i>datong shijie<\/i>.<\/p>\n<p>Das ist keine Zukunftsvision mehr, es ist da! Und anstatt in den letzten Weltkrieg zu stolpern, nach dem es nichts mehr geben wird, sollten wir uns der Globalen Mehrheit anschlie\u00dfen. Ich danke Ihnen.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><\/div><\/div><\/p>\n<ul>\n<li>Chas<strong> Freeman<\/strong>, Wissenschaftler und Diplomat (i.R.) U.S. Foreign Service (Vereinigte Staaten):<em>\u201eEs ist an der Zeit, das diplomatische Erbe wiederzuentdecken\u201c<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Rede im Wortlaut lesen<\/span><\/a><div class=\"toggle-content\"><\/p>\n<p class=\"autor\">Von Botschafter Chas Freeman<\/p>\n<p class=\"vor\">Chas Freeman ist US-Botschafter a.D. und Experte f\u00fcr die USA-China-Beziehungen.<\/p>\n<p>Meine Damen und Herren!<\/p>\n<p>Es ist mir eine Ehre, mit dem Schiller-Institut an der heutigen Konferenz teilzunehmen. Jemand mu\u00df sich f\u00fcr den Frieden einsetzen. Jemand mu\u00df Diplomatie statt Krieg als Antwort auf die Spannungen, die Europa derzeit plagen, bef\u00fcrworten und organisieren. Ich unterst\u00fctze das Schiller-Institut und seine Gr\u00fcnderin und Leiterin Helga Zepp-LaRouche darin, sich offen zu \u00e4u\u00dfern und uns zusammenzubringen.<\/p>\n<p>Wir sind hier, um Alarm zu schlagen, wohin der Kreislauf von Eskalation und Gegeneskalation zwischen der NATO und der Russischen F\u00f6deration Europa, Ru\u00dfland und Amerika f\u00fchrt, und zu \u00fcberlegen, was wir dagegen tun k\u00f6nnen. Rote Linien wurden gezogen und dann wiederholt \u00fcberschritten. Jede Seite hat gesagt, da\u00df sie dies oder jenes nicht tun wird, und dann hat sie es doch getan. Jetzt, da die NATO direkte ukrainische Angriffe auf Ziele tief auf russischem Territorium unterst\u00fctzt, schl\u00e4gt Ru\u00dfland nicht nur auf strategische Ziele in der Ukraine zur\u00fcck, sondern droht auch mit Vergeltung an anderer Stelle. Was bisher ein Stellvertreterkrieg war, droht nun zu einem direkten Konflikt zwischen den Vereinigten Staaten, der NATO und der Russischen F\u00f6deration zu werden.<\/p>\n<p>Die gute Nachricht ist, da\u00df Pr\u00e4sident Putin erkl\u00e4rt hat, da\u00df er vorerst nicht vorhat, die Eskalation der Angriffe des Westens auf sein Heimatland mit seinem enormen Atomwaffenarsenal zu vergelten. Aber es ist ein Zeichen daf\u00fcr, wie gef\u00e4hrlich dieser Moment ist, da\u00df er angek\u00fcndigt hat, stattdessen die Feinde der Vereinigten Staaten und anderer NATO-L\u00e4nder, die an Angriffen auf Ru\u00dfland beteiligt sind, zu bewaffnen. Es ist unklar, ob er diesen Vergeltungsschlag auf Staaten beschr\u00e4nken will oder ob er auch nichtstaatliche Akteure einbeziehen will. Das ist schon schlimm genug, aber angesichts der kurzen Halbwertszeit jeder roten Linie, die die Ukraine betrifft, k\u00f6nnte sein n\u00e4chster Vergeltungsschritt durchaus nuklear sein.<\/p>\n<p>Manchmal ist die Geschichte das Ergebnis strategischer Planung, manchmal von Fehlkalkulationen und Fehlern. Der Frieden, der durch das Konzert Europas erreicht wurde, war ein Artefakt der Staatskunst. Der Erste Weltkrieg war ein Ungl\u00fcck, das fast ein halbes Jahrhundert ruin\u00f6ser Unruhen einleitete. Bretton Woods und die Ordnung nach dem Zweiten Weltkrieg waren die Sch\u00f6pfungen von Staatsm\u00e4nnern. Wir leben in einem Zeitalter irrationaler Antagonismen, die aus strategischen Fehleinsch\u00e4tzungen und St\u00fcmperei entstanden sind. Ein gef\u00e4hrlicher Anfang ist gemacht.<\/p>\n<p>Zwischen den Gro\u00dfm\u00e4chten in Europa herrscht wieder Krieg, und zwischen den Vereinigten Staaten und China herrscht offene Feindschaft. Es ist m\u00fc\u00dfig zu fragen, wer die Schuld daran tr\u00e4gt. K\u00fcnftige Generationen von Historikern werden dar\u00fcber ein Urteil f\u00e4llen, das \u00fcber unsere gegenw\u00e4rtigen Interessen hinausgeht.<\/p>\n<h3>Der Stellvertreterkrieg war ein Fehlschlag<\/h3>\n<p>Das internationale System, in dem wir zusammengearbeitet haben und in dem es uns gut ging, l\u00f6st sich auf. 73 Jahre lang \u2013 von 1944 bis 2017 \u2013 wurde die Welt haupts\u00e4chlich durch international vereinbarte Normen, Verpflichtungen und Konventionen geregelt, die in der Charta der Vereinten Nationen verankert sind. Dieses System wurde urspr\u00fcnglich von Washington bef\u00fcrwortet, auch wenn es nicht unbedingt immer von Washington respektiert wurde. Es funktionierte gut f\u00fcr die Vereinigten Staaten, bis viele Amerikaner der Meinung waren, da\u00df es das nicht tat. Dann w\u00e4hlte ein ver\u00e4rgertes amerikanisches Wahlvolk eine populistische Regierung, die voller Groll \u00fcber die Zw\u00e4nge der internationalen Ordnung, in Staatskunst ungebildet, wirtschaftlich nationalistisch und gegen\u00fcber kritischen ausl\u00e4ndischen Meinungen gleichg\u00fcltig war.<\/p>\n<p>Die derzeitige US-Regierung hat den auf die nationale Sicherheit ausgerichteten Protektionismus ihres Vorg\u00e4ngers und die wirtschaftliche Kriegsf\u00fchrung gegen vermeintliche Feinde noch verst\u00e4rkt. Und sie versucht hartn\u00e4ckig, die amerikanische Einflu\u00dfsph\u00e4re in Europa bis an die Grenzen Ru\u00dflands auszudehnen, w\u00e4hrend sie Moskaus Einw\u00e4nde \u00fcbergeht und sich weigert, dessen strategische Bedenken anzuerkennen, geschweige denn darauf einzugehen. Ru\u00dfland schl\u00e4gt immer wieder Verhandlungen \u00fcber eine Sicherheitsarchitektur in Europa vor, in der es sich nicht von den Vereinigten Staaten und seinen europ\u00e4ischen Verb\u00fcndeten bedroht f\u00fchlt und die Europ\u00e4er ihrerseits sich nicht von Ru\u00dfland bedroht f\u00fchlen. Die Vereinigten Staaten und die NATO haben sich stets geweigert, dar\u00fcber zu reden.<\/p>\n<p>Das erkl\u00e4rte Kriegsziel des Westens ist es, \u201eRu\u00dfland zu isolieren und zu schw\u00e4chen\u201c. Die Ergebnisse dieser Politik und der zu ihrer Durchsetzung beschlossenen Sanktionen sind:<\/p>\n<ul>\n<li>die Abkopplung Ru\u00dflands von Europa und Nordamerika und seine Umorientierung nach China, Indien, dem Nahen Osten und Afrika;<\/li>\n<li>die Erneuerung der russischen Wirtschaft und die Deindustrialisierung Deutschlands und anderer Mitglieder der Europ\u00e4ischen Union, die fr\u00fcher von den russischen Energieexporten abh\u00e4ngig waren; gemessen an der Kaufkraft ist Ru\u00dfland heute die gr\u00f6\u00dfte Volkswirtschaft in Europa;<\/li>\n<li>die Verdoppelung von Ru\u00dflands Verteidigungshaushalt, Streitkr\u00e4ften und R\u00fcstungsproduktion sowie die F\u00f6rderung der russischen Entwicklung von Gegenma\u00dfnahmen zu den Milit\u00e4rdoktrinen und Waffen der NATO;<\/li>\n<li>die Entfremdung des sogenannten Globalen S\u00fcdens oder der Globalen Mehrheit vom Westen und die Isolierung des Westens in den globalen Institutionen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>F\u00fcr die Ukraine, deren Aufgabe ihrer Neutralit\u00e4t den Casus Belli f\u00fcr Ru\u00dfland lieferte, war der Krieg eine nationale Katastrophe. Die Ukraine hat ein Drittel ihrer Bev\u00f6lkerung und eine ganze Generation tapferer M\u00e4nner im wehrf\u00e4higen Alter verloren. Sie hat bereits ein F\u00fcnftel ihres Territoriums verloren und kann weitere Verluste nicht verhindern. Die Infrastruktur des Landes ist verw\u00fcstet. Vor dem Krieg war die Ukraine das \u00e4rmste und korrupteste Land in Europa. Sie ist weiter verarmt. Krieg f\u00f6rdert die Korruption, und die Ukraine ist korrupter als je zuvor. Die Demokratie in der Ukraine wurde durch das Kriegsrecht abgel\u00f6st. Die politischen Parteien wurden verboten, die Medien verstaatlicht und die Wahlen annulliert. Das Land ist heute autorit\u00e4rer als Ru\u00dfland und weit weniger tolerant gegen\u00fcber ethnisch-sprachlicher Vielfalt.<\/p>\n<p>Der Stellvertreterkrieg des Westens gegen Ru\u00dfland war ein Fehlschlag. Er hat Ru\u00dflands globalen Einflu\u00df vergr\u00f6\u00dfert und es milit\u00e4risch gest\u00e4rkt. Er hat Ru\u00dfland nicht daran gehindert, die Ukraine zu zerst\u00f6ren. Und er hat die \u00c4ngste vor einem gr\u00f6\u00dferen Krieg in Europa eher gesch\u00fcrt als zerstreut. Es droht nun ein Atomkrieg.<\/p>\n<p>Man k\u00f6nnte meinen, da\u00df die Geschehnisse den Westen und die Ukraine dazu veranlassen w\u00fcrden, das Scheitern nicht l\u00e4nger zu verschlimmern und eine diplomatische statt einer milit\u00e4rischen L\u00f6sung f\u00fcr eine Situation zu suchen, die zunehmend nicht nur den Frieden und den Wohlstand in Europa gef\u00e4hrdet, sondern in der auch eine Eskalation bis hin zur nuklearen Ebene droht. Aber nein.<\/p>\n<p>Die Vereinigten Staaten und die NATO halten an einem rein milit\u00e4rischen Ansatz zur Gestaltung der europ\u00e4ischen Sicherheit und der Beziehungen zur Russischen F\u00f6deration fest. Der Westen hat keine Strategie, die eine realistische Aussicht auf die R\u00fcckgewinnung der verloren Gebiete der Ukraine bietet. Die Ukraine l\u00e4uft Gefahr, noch mehr zu verlieren und damit m\u00f6glicherweise ihren Zugang zum Schwarzen Meer zu gef\u00e4hrden. Und es gibt keine Strategie zur Beendigung des Krieges. Stattdessen schl\u00e4gt der Westen vor, bis zum letzten Ukrainer zu k\u00e4mpfen, und tr\u00e4umt weiter davon, Ru\u00dfland eine dem\u00fctigende Niederlage zuzuf\u00fcgen \u2013 genau das Ergebnis, das nach der russischen Milit\u00e4rdoktrin den Einsatz von Atomwaffen gegen seine Angreifer rechtfertigen w\u00fcrde. Pr\u00e4sident Selenskij schlie\u00dft sich dem Westen an und besteht darauf, da\u00df es keine Verhandlungen mit Ru\u00dfland zur Beendigung des Krieges geben kann.<\/p>\n<h3>Prinzipien des Friedens<\/h3>\n<p>Der Kurs, den wir verfolgen, basiert auf Fehleinsch\u00e4tzungen und Fehlern. Es ist ein Marsch der Torheit, der, wenn er fortgesetzt wird, nur zur Trag\u00f6die f\u00fchrt. Er vernichtet die Ukraine. Er hat uns an den Rand eines Atomkriegs zwischen den Vereinigten Staaten, der NATO und der Russischen F\u00f6deration gebracht. Aber es ist noch nicht zu sp\u00e4t, einen anderen Weg einzuschlagen.<\/p>\n<p>Schon einmal zitterte die Welt vor der Aussicht auf einen atomaren Schlagabtausch, der unseren Planeten unbewohnbar gemacht h\u00e4tte. Das war die Kubakrise 1962. Sie veranla\u00dfte Pr\u00e4sident John F. Kennedy zu dem Schlu\u00df: \u201eWir sollten niemals aus Angst verhandeln. Aber wir sollten niemals Angst davor haben, zu verhandeln.\u201c Dieser Rat ist heute noch genauso wertvoll wie vor 62 Jahren.<\/p>\n<p>Wir sollten aus dem Kontrast lernen zwischen der Art und Weise, wie die Napoleonischen Kriege endeten, und der Art und Weise, wie wir den Ersten Weltkrieg beendeten. Diejenigen, die den Wiener Kongre\u00df einberiefen, waren darauf bedacht, ihren ehemaligen franz\u00f6sischen Feind in die Ausarbeitung dessen einzubeziehen, was zum \u201eKonzert Europas\u201c wurde \u2013 eine Vereinbarung, die auf einem Gleichgewicht der Kr\u00e4fte beruhte und Europa ein Jahrhundert lang weitgehend in Frieden hielt. Die Sieger des Ersten Weltkriegs dagegen schlossen sowohl Deutschland als auch Ru\u00dfland von jeder Rolle bei der Verwaltung des in Versailles ausgehandelten Friedens aus. Das Ergebnis war der Zweite Weltkrieg, gefolgt vom Kalten Krieg. Es kann keinen Frieden in Europa geben, der auf der \u00c4chtung Ru\u00dflands oder einer anderen europ\u00e4ischen Gro\u00dfmacht beruht.<\/p>\n<p>In vielerlei Hinsicht hat uns das Scheitern des Friedens in Europa nach dem Kalten Krieg an einen Punkt gebracht, den Bundeskanzler Scholz eine \u201eZeitenwende\u201c nannte \u2013 einen Wendepunkt in der Geschichte, der die Schaffung einer neuen Ordnung in den internationalen Beziehungen erfordert.<\/p>\n<p>Helga Zepp-LaRouche hat diese Herausforderung mit der verglichen, vor der die europ\u00e4ischen Nationen nach dem Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieg standen. Es bedurfte langwieriger Verhandlungen, um die religi\u00f6sen, territorialen und Regimewechsel-Impulse zu \u00fcberwinden, die Mitteleuropa vor dem Westf\u00e4lischen Frieden verw\u00fcstet hatten. Die \u00dcbereink\u00fcnfte, die aus diesem Frieden erwuchsen, leben weiter. Sie wurden von den neuen unabh\u00e4ngigen Staaten der postkolonialen \u00c4ra 1955 in Bandung in Form der \u201eF\u00fcnf Prinzipien der friedlichen Koexistenz\u201c bekr\u00e4ftigt. Es handelt sich dabei um die gegenseitige Achtung der territorialen Integrit\u00e4t und Souver\u00e4nit\u00e4t, den gegenseitigen Verzicht auf Aggression, die gegenseitige Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten des anderen, Gleichheit und Zusammenarbeit zum gegenseitigen Nutzen sowie die friedliche Koexistenz. Es ist an der Zeit, da\u00df Europa, einschlie\u00dflich Ru\u00dfland, dieses diplomatische Erbe wiederentdeckt und an die Herausforderungen der Zeit anpa\u00dft.<\/p>\n<p>Das Ergebnis der j\u00fcngsten Wahlen zum Europ\u00e4ischen Parlament deutet darauf hin, da\u00df die Europ\u00e4er bereit sind, \u00fcber die Zukunft Europas neu nachzudenken. Interessanterweise ist es die europ\u00e4ische Rechte, \u00e4hnlich wie die amerikanische Rechte, die durch den ewigen Krieg in der Ukraine am meisten desillusioniert ist und am unzufriedensten mit dem wirtschaftlichen Niedergang des Westens ist. Es gibt eine Grundlage f\u00fcr Konferenzen wie die in M\u00fcnster und Osnabr\u00fcck, die den Westf\u00e4lischen Frieden ausgearbeitet haben, um Prinzipien f\u00fcr eine neue europ\u00e4ische Ordnung zu erforschen und zu bekr\u00e4ftigen, die der Ukraine Frieden bringen, die europ\u00e4isch-amerikanischen Beziehungen f\u00fcr mehr strategische Autonomie Europas neu gestalten, Ru\u00dfland zu einer angemessenen Beziehung mit dem Rest Europas zur\u00fcckf\u00fchren und internationale Absprachen zur Aufrechterhaltung von Sicherheit und Stabilit\u00e4t in Europa schaffen kann. Aber gibt es Staatsm\u00e4nner mit der n\u00f6tigen Vorstellungskraft, Tatkraft und diplomatischem Geschick, um das zu erreichen?<\/p>\n<p>Wir sollten hoffen, da\u00df es sie gibt. Wenn nicht, sind die Risiken hoch und die Aussichten d\u00fcster. Ich freue mich auf eine lebhafte Diskussion unter den Teilnehmern dieser Konferenz.<\/p>\n<p>Ich danke Ihnen.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><\/div><\/div><\/p>\n<ul>\n<li>Dr. Olga <strong>Lasorkina<\/strong>, Leiterin der Abteilung Au\u00dfenpolitik des Belarussischen Instituts f\u00fcr Strategische Forschung (BISR), (Belarus):\u00a0 <em>&#8222;Den Dialog f\u00fcr das Gemeinwohl suchen&#8220;<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Rede im Wortlaut lesen<\/span><\/a><div class=\"toggle-content\"><\/p>\n<p class=\"autor\">Von Dr. Olga Lasorkina<\/p>\n<p class=\"vor\">Dr. Olga Lasorkina ist Leiterin der Abteilung f\u00fcr Au\u00dfenpolitik des Belarussischen Instituts f\u00fcr Strategische Forschung (BISR).<\/p>\n<p>Vielen Dank. Ich m\u00f6chte den Veranstaltern f\u00fcr die Einladung danken, auf dieser Konferenz zu sprechen. Liebe Kolleginnen und Kollegen, unsere L\u00e4nder waren immer durch die Geographie, durch gro\u00dfe Entfernungen getrennt, aber das war nie ein Hindernis f\u00fcr die normale menschliche Kommunikation. Hier in Belarus verstehen wir, da\u00df heute jedes Land seine politischen, wirtschaftlichen und analytischen Priorit\u00e4ten setzt, aber wir leben alle auf einem Planeten. Wir sind verantwortlich f\u00fcr alles, was passiert. Deshalb ist es so wichtig, nicht nur unsere Priorit\u00e4ten zu verk\u00fcnden, sondern auch eine gemeinsame Basis mit anderen zu finden. Darin sehe ich die Aufgabe unseres Landes: Unter allen Umst\u00e4nden den Dialog f\u00fcr das Gemeinwohl zu suchen.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte Ihnen einige Trends vorstellen, die die globale und regionale Agenda f\u00fcr Belarus bestimmen. Die Analyse der gegenw\u00e4rtigen globalen wirtschaftlichen und politischen Prozesse zeigt, da\u00df die Welt in eine Phase der Transformation eingetreten ist, die in vielerlei Hinsicht unvermeidlich war. Viele Ver\u00e4nderungen, denen wir nicht immer Bedeutung beigemessen haben, haben nun eine kritische Masse erreicht und Prozesse in Gang gesetzt, die wir nicht mehr aufhalten k\u00f6nnen. Wir sehen eine geopolitische Konfrontation, die zu einer weiteren Eskalation gro\u00dfen Ausma\u00dfes zu werden droht, die auf der Ersch\u00f6pfung der ideologischen und wertebezogenen Narrative der westlichen Welt beruht. Sie sind zu einem echten Entwicklungshindernis geworden, nicht nur f\u00fcr ihre Anh\u00e4nger, sondern auch f\u00fcr die L\u00e4nder, die sie einst respektiert haben.<\/p>\n<p>Die wirtschaftliche Globalisierung, die von den meisten L\u00e4ndern als ein Element des gemeinsamen Zukunftsbildes wahrgenommen wird, hat sich in einen gewaltigen Mechanismus des Drucks und der Hemmung der wirtschaftlichen Entwicklung verwandelt. Wir sehen jedoch in diesem Rahmen auch positive Trends: Die Bedeutung nationaler Interessen, der Souver\u00e4nit\u00e4t, der Bewahrung der Vielfalt der Kulturen und Traditionen hat zugenommen.<\/p>\n<p>Zum ersten Mal seit 1945 steht die Weltgemeinschaft vor einem neuen Krieg. Das Schlimmste daran ist, da\u00df jeder wei\u00df, wie er enden k\u00f6nnte, aber nichts unternimmt, um diesen gef\u00e4hrlichen Weg zu stoppen. Seit vielen Jahren arbeiten wir mit einer Vielzahl von Partnern zusammen und vertrauen auf die Formeln der friedlichen Koexistenz. Niemand kann uns vorwerfen, dieses Rezept nicht ausprobiert zu haben. Das Ergebnis ist niederschmetternd. Doppelte Standards durchziehen die Demokratie. Die Welt ist in einem Netz von Sanktionen gefangen.<\/p>\n<p>Im Jahr 2023 gab es 183 regionale Konflikte, das ist der h\u00f6chste Stand seit 30 Jahren.<br \/>Das l\u00e4\u00dft den Schlu\u00df zu, da\u00df die gro\u00dfen Ideen der Demokratie am Ende sind, und dies wird die Weltgemeinschaft teuer zu stehen kommen. Das Konfliktpotential hat sich als st\u00e4rker erwiesen als der Pragmatismus, der Ehrgeiz als st\u00e4rker als die Vernunft. Wir sehen, da\u00df der Kampf um die Ressourcen, die Einflu\u00df auf die staatliche Nutzung haben, die Weltgemeinschaft \u00fcberfordert. Deshalb suchen alle Staaten nach neuen Formaten des Zusammenlebens, und dabei geht es nicht darum, jemanden auszuschalten, sondern darum, die vern\u00fcnftigen Kr\u00e4fte in der Weltpolitik zu beurteilen und diejenigen zu identifizieren, die das Potential haben, in die Zukunft zu gehen.<\/p>\n<p>Die Forderung nach einer Neugestaltung der Weltordnung ist \u00fcberf\u00e4llig. Die Multipolarit\u00e4t h\u00e4lt Einzug in die weltwirtschaftlichen und weltpolitischen Prozesse. Diese Bewegung l\u00e4\u00dft sich nicht mehr verlangsamen, geschweige denn aufhalten. An der Seitenlinie will heute niemand mehr stehen.<\/p>\n<p>Seit vielen Jahren spricht Belarus von den internationalen Trib\u00fcnen \u00fcber die Zerst\u00f6rung des V\u00f6lkerrechts und des Kanons der Diplomatie. Heute sehen wir auch ein gezieltes Vorgehen zur Entwertung der internationalen Institutionen, der Mechanismen zur Stabilisierung der Situation, der Autorit\u00e4t und vor allem der unglaublichen Arbeit der gesamten Weltgemeinschaft.<\/p>\n<p>Belarus ist sich wie kein anderes Land der Gef\u00e4hrlichkeit der gegenw\u00e4rtigen Situation bewu\u00dft. Unser Volk hat zwei Weltkriege erlebt. Der Beitrag unseres Landes zur Erhaltung von Frieden, Stabilit\u00e4t und Schaffung gleicher Bedingungen f\u00fcr alle L\u00e4nder im Rahmen der Vereinten Nationen und anderer internationaler Organisationen ist kaum zu \u00fcbersch\u00e4tzen. Es gibt keine internationale Initiative, zu der Belarus nicht Stellung genommen hat. Die internationale Anerkennung unseres Landes als unabh\u00e4ngiger Staat in den 1990er Jahren war beispiellos, und das ist vor allem unserer enormen Arbeit auf internationalen Plattformen zu verdanken. Wir haben in den 90er Jahren nicht nur unsere Unabh\u00e4ngigkeit bewahrt, sondern auch aktiv an der L\u00f6sung verschiedener Probleme mitgewirkt.<\/p>\n<p>Seit dem Angriff auf die Vereinigten Staaten am 11. September 2001 ist der Terrorismus zu einem internationalen Problem geworden. Die USA riefen die Weltgemeinschaft zur Bildung einer internationalen Koalition gegen den Terrorismus auf. Diesem Aufruf schlossen sich fast alle L\u00e4nder an, darunter auch Belarus. Heute sehen wir jedoch deutlich, da\u00df die Sicherheitslage in unserer Region keine geopolitischen Phrasen erfordert, sondern spezielle F\u00e4higkeiten \u2013 ein tiefes Verst\u00e4ndnis der Probleme in ihrem historischen Kontext und Verantwortung. Wir spekulieren nicht, sondern schlagen wie bisher konkrete Aktionspl\u00e4ne vor, die auf realen M\u00f6glichkeiten beruhen.<\/p>\n<p>Vor dem Hintergrund einer tiefen Vertrauenskrise, die globale Ausma\u00dfe angenommen hat, ist es von entscheidender Bedeutung, die einzige Struktur zu pr\u00e4sentieren, die eine anerkannte und ma\u00dfgebliche Plattform f\u00fcr die Begegnung von Vertretern mit gegens\u00e4tzlichen Ansichten und Meinungen darstellt. Es stimmt zwar, die Realit\u00e4t sieht heute so aus, da\u00df die Mechanismen der Vereinten Nationen nicht immer funktionieren, aber das bedeutet nicht, da\u00df sie nicht genutzt werden k\u00f6nnen. Wir sind auch auf der Suche nach anderen internationalen Plattformen, die das Potential haben, in verschiedenen Bereichen f\u00fcr Stabilit\u00e4t zu sorgen. Der Werteblock des Zusammenschlusses \u2013 Solidarit\u00e4t, Kooperation und Partnerschaft \u2013 entspricht den Bed\u00fcrfnissen der meisten L\u00e4nder. Ich denke an die BRICS, an die Eurasische Wirtschaftsunion (EAWU): Sie sind auf dem Weg, alternative Mechanismen der weltwirtschaftlichen Entwicklung zu schaffen, ohne die bestehenden zu verwerfen. Wir bauen strategische Beziehungen zu Ru\u00dfland auf. Die Union ist ein organischer Zusammenschlu\u00df, der auf einem soliden Fundament von Freundschaft und Kontinuit\u00e4t beruht. Sie ist sogar der einzige Zusammenschlu\u00df in unserer Region, der \u00fcber eine solide und bew\u00e4hrte Rechtsgrundlage f\u00fcr die Zusammenarbeit verf\u00fcgt, die es uns erm\u00f6glicht, unsere Souver\u00e4nit\u00e4t zu wahren, unsere internationale Rechtspers\u00f6nlichkeit zu st\u00e4rken und unsere Wirtschaft im Einklang mit den globalen Trends zu entwickeln.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich sind wir nicht losgel\u00f6st von der Trag\u00f6die, die sich an unseren Grenzen abspielt. Der belarussische Pr\u00e4sident hat wiederholt seine Vorstellungen zur L\u00f6sung der Krise dargelegt. Der belarussische Au\u00dfenminister Sergej Aleinik hat betont, da\u00df die Plattform f\u00fcr Verhandlungen immer offen ist. Das liegt in unserem gemeinsamen Interesse. Es gibt heute kein wichtigeres Thema f\u00fcr unser gemeinsames europ\u00e4isches Haus. Wir sind sicher, da\u00df es keine Verhandlungen ohne Belarus geben kann und da\u00df es keine regionale Sicherheit ohne Belarus geben kann.<\/p>\n<p>Liebe Kolleginnen und Kollegen, das heutige Treffen zeigt die Bem\u00fchungen der rationalen Kr\u00e4fte, darunter Wissenschaftler, Analytiker und Experten, die Weltlage mit allen ihnen zur Verf\u00fcgung stehenden Mitteln zu stabilisieren. Jedes Land hat seinen eigenen Wert. Belarus bereitet sich darauf vor, seine einzigartige Entwicklungsstrategie zu \u00fcberpr\u00fcfen, die auf Vertrauen, Vertragsf\u00e4higkeit und progressivem Fortschritt basiert. Vielen Dank f\u00fcr Ihre Aufmerksamkeit.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><\/div><\/div><\/p>\n<ul>\n<li>Vitaly <strong>Romanovskiy<\/strong>, Chefberater des BISR (Belarus)<\/li>\n<li>Prof. Georgy <strong>Toloraja<\/strong>, Direktor, Russisches Nationales Komitee f\u00fcr BRICS-Forschung (Russland): <em>Eine neue Phase in der Entwicklung der internationalen Beziehungen <\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p><div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Rede im Wortlaut lesen<\/span><\/a><div class=\"toggle-content\"><\/p>\n<h2>Eine neue Phase in der Entwicklung der internationalen Beziehungen<\/h2>\n<p class=\"autor\">Von Georgij Toloraja<\/p>\n<p class=\"vor\">Professor Georgij Toloraja ist Direktor des Zentrums f\u00fcr Asienstrategie des Instituts f\u00fcr Wirtschaft der Russischen Akademie der Wissenschaften. Im ersten Abschnitt der Internetkonferenz des Schiller-Instituts am 15. Juni sagte er folgendes. (\u00dcbersetzung aus dem Englischen.)<\/p>\n<p>Lassen Sie mich zun\u00e4chst dem Schiller-Institut daf\u00fcr danken, da\u00df es diese sehr wichtige Konferenz zur rechten Zeit veranstaltet. Gerade dieser Tage gibt es viele Veranstaltungen, die mit dem Thema der heutigen Konferenz und besonders mit diesem ersten Panel zur Lage in Europa zusammenh\u00e4ngen.<\/p>\n<p>Frau Zepp-LaRouche hat sehr eloquent \u00fcber die Gefahren der gegenw\u00e4rtigen europ\u00e4ischen Situation gesprochen. In der Tat k\u00f6nnen wir feststellen, da\u00df sich in Europa das Schicksal der Welt entscheidet. Es ist doppelt wichtig, da\u00df wir gerade in den letzten Tagen zwei wichtige Vorschl\u00e4ge des russischen Pr\u00e4sidenten Putin geh\u00f6rt haben: zum einen beim Petersburger Forum, und zum anderen bei einem Treffen mit Au\u00dfenministern und Diplomaten, wo er einige Vorschl\u00e4ge f\u00fcr Friedensgespr\u00e4che in der Ukraine-Krise gemacht hat. Diese Vorschl\u00e4ge wurden vom Westen bereits als unrealistisch kritisiert, aber sie sind in der Tat eine solide Grundlage f\u00fcr weitere Gespr\u00e4che.<\/p>\n<p>Wie Helga ganz richtig sagte, m\u00fcssen wir fr\u00fcher oder sp\u00e4ter aus dieser Krise herauskommen. Europa und Eurasien sind geographisch, historisch und zivilisatorisch eng miteinander verbunden, und es mu\u00df auf jeden Fall ein neues europ\u00e4isches oder eurasisches Sicherheitssystem geschaffen werden. Pr\u00e4sident Putins Vorschl\u00e4ge sind viel umfassender als nur konkrete Vorschl\u00e4ge zur L\u00f6sung der Ukraine-Krise. Sie beinhalten auch Ideen zur Festlegung neuer Prinzipien f\u00fcr die eurasische Sicherheit, Verhaltensregeln f\u00fcr den gesamten Kontinent und wichtige Prinzipien f\u00fcr die Beziehungen zwischen den Staaten, die nat\u00fcrlich auf den Prinzipien der Charta der Vereinten Nationen basieren, aber transparenter und gerechter sein sollten &#8211; und nicht auf der \u201eregelbasierten Ordnung\u201c, die der Westen als Grundlage f\u00fcr die internationalen Beziehungen vorschl\u00e4gt.<\/p>\n<p>Es mu\u00df klar gesagt werden, da\u00df in Ru\u00dfland, glaube ich, niemand den Krieg in der Ukraine als eine Art Aggression gegen einen souver\u00e4nen Staat betrachtet. Die Ukraine, dieses Territorium, vor allem sein \u00f6stlicher Teil, war lange Zeit ein Teil des Russischen Reiches und Ru\u00dflands selbst. Die Mehrheit der Bev\u00f6lkerung sieht es daher als einen weiteren Fall eines Krieges mit dem kollektiven Westen auf historisch russischem Territorium. Der Krieg findet nicht in Europa statt, sondern auf historisch russischem Territorium, und es sind russisch-ukrainische Menschen, die ethnisch gleich oder sehr \u00e4hnlich sind, die in diesem Krieg sterben.<\/p>\n<p>Der Ursprung dieses Krieges ist der Wunsch, Ru\u00dfland einzud\u00e4mmen und der sogenannten regelbasierten Ordnung unterzuordnen. Die Lektion f\u00fcr die Menschen im Westen und in Ru\u00dfland ist, da\u00df der Westen vor nichts zur\u00fcckschreckt, um seine Privilegien zu bewahren, um seine Vormachtstellung zu bewahren, die es der sogenannten Goldenen Milliarde erlaubt, das Leben auf Kosten anderer zu genie\u00dfen, auf Kosten der Globalen Mehrheit oder dessen, was Ru\u00dfland jetzt den Globalen S\u00fcden und den Globalen Osten nennt.<\/p>\n<h3>Die neue Rolle der BRICS<\/h3>\n<p>Doch heute hat sich die Situation ver\u00e4ndert. Wie im Europa der Kolonialzeit versuchen die europ\u00e4ischen M\u00e4chte heute, sich in regionale Konflikte einzumischen und \u00fcber das Schicksal weit entfernter L\u00e4nder und V\u00f6lker in Asien, Afrika und Lateinamerika zu entscheiden &#8211; w\u00e4hrend die neu entstandene Zivilisation, die neuen Schwellenl\u00e4nder, ihre guten Dienste anbieten, um die Krise in Europa zu l\u00f6sen. Das tut China. Das tun auch die anderen BRICS-L\u00e4nder. Das ist der Unterschied zu fr\u00fcher.<\/p>\n<p>In diesem Zusammenhang m\u00f6chte ich etwas zu den BRICS sagen. Pr\u00e4sident Putin erw\u00e4hnte in seiner Rede beim Au\u00dfenministertreffen, da\u00df die BRICS ein Schl\u00fcsselelement der neuen Global Governance sein k\u00f6nnten, und das werden sie jetzt auch. Wie Sie wissen, waren die BRICS in den letzten 15 Jahren ein B\u00fcndnis der gr\u00f6\u00dften Volkswirtschaften &#8211; Ru\u00dfland, China, Brasilien, Indien und S\u00fcdafrika (jeweils die gesamte Region repr\u00e4sentierend). Die Kriterien f\u00fcr die BRICS-Mitgliedschaft waren die Gr\u00f6\u00dfe des Territoriums, der Bev\u00f6lkerung und des BIP.<\/p>\n<p>Seit letztem Jahr haben sich die Dinge jedoch ge\u00e4ndert. Das Ergebnis dieser Ver\u00e4nderung war der offene Konflikt zwischen einem der BRICS-L\u00e4nder, das die aufstrebenden M\u00e4chte repr\u00e4sentiert, Ru\u00dfland, und dem kollektiven Westen, in der Ukraine. Dies war der eigentliche Grund, warum das Interesse an den BRICS im Globalen S\u00fcden und im Globalen Osten erheblich zugenommen hat. Auf dem Johannesburger Gipfel in S\u00fcdafrika im vergangenen Jahr wurden neue L\u00e4nder in die BRICS aufgenommen. Zehn L\u00e4nder geh\u00f6ren nun zu den BRICS. Das signalisiert in der Tat das Ende der alten BRICS und den Beginn einer neuen BRICS &#8211; BRICS nicht als B\u00fcndnis verschiedener Zivilisationen, sondern als Verhandlungsplattform des Globalen S\u00fcdens und der Globalen Mehrheit gegen\u00fcber dem dominanten Westen. Das ist die Rolle, die BRICS jetzt spielt.<\/p>\n<p>Und in diesem Zusammenhang m\u00f6chte ich Ihre Aufmerksamkeit auf das j\u00fcngste Treffen der Au\u00dfenminister der BRICS-Staaten und anderer interessierter L\u00e4nder lenken, das erst vor drei Tagen in Nischni Nowgorod stattgefunden hat. Es war das erste Treffen auf politischer Ebene nach dem Beitritt der neuen L\u00e4nder, und die neuen L\u00e4nder &#8211; \u00c4gypten, Iran, die Vereinigten Arabischen Emirate, \u00c4thiopien und Saudi-Arabien &#8211; haben Dokumente unterzeichnet, die die Strategie der BRICS definieren. Sie haben sich also darauf geeinigt, im gleichen Boot zu sitzen, die gleichen Prinzipien zu verteidigen und den gleichen Kurs zu verfolgen.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus nahmen am zweiten Tag zw\u00f6lf weitere L\u00e4nder an dem Treffen teil. Einige L\u00e4nder, wie zum Beispiel Thailand, haben sich offiziell um eine BRICS-Mitgliedschaft beworben. Es gibt etwa 50 weitere L\u00e4nder, die daran interessiert sind. Das bedeutet, da\u00df die BRICS ein globales Ph\u00e4nomen geworden sind, das seine Prinzipien und seine Strategie f\u00fcr eine neue Weltordnung formuliert hat: eine neue Weltordnung, in der nicht der Westen dominiert, sondern in der es einen Konsens geben soll, eine gleichberechtigte Partnerschaft der L\u00e4nder der Welt im Stil des Westf\u00e4lischen Friedens zum Wohle aller, wie Sie es wohl nennen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Die Chance, an der L\u00f6sung der europ\u00e4ischen Krise und der Ukraine-Krise mitzuwirken, ist daher ein echter Test f\u00fcr die BRICS-L\u00e4nder. K\u00f6nnen China, Indien und andere L\u00e4nder dazu beitragen, diese Aufgabe zu erf\u00fcllen? Vielleicht erleben wir dann eine ganz neue Phase in der Entwicklung der internationalen Beziehungen und den Aufstieg zu neuen Prinzipien, die dem entsprechen, was das Schiller-Institut vorgeschlagen hat und was Ru\u00dfland im allgemeinen teilt.<\/p>\n<p>Vielen Dank f\u00fcr Ihre Aufmerksamkeit.<\/p>\n<p><\/div><\/div><\/p>\n<ul>\n<li>Caroline <strong>Galact\u00e9ros<\/strong>, Politikwissenschaftlerin (Frankreich): <em>\u201eDas Hauptproblem der Europ\u00e4er ist: Wir sind in eine Falle getappt\u201c<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p><div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Rede im Wortlaut lesen<\/span><\/a><div class=\"toggle-content\"><\/p>\n<h2>\u201eDas Hauptproblem der Europ\u00e4er ist: <br \/>Wir sind in eine Falle getappt\u201c<\/h2>\n<p class=\"autor\">Von Caroline Galact\u00e9ros<\/p>\n<p class=\"vor\">Caroline Galact\u00e9ros ist Politikwissenschaftlerin und Oberst der Reserve in Frankreich. Im ersten Abschnitt der Internetkonferenz des Schiller-Instituts am 15. Juni sagte sie folgendes. (\u00dcbersetzung aus dem Franz\u00f6sischen.)<\/p>\n<p>Guten Abend, meine Damen und Herren, ich freue mich sehr, zu Ihnen sprechen zu k\u00f6nnen, und bedaure, da\u00df ich dies aus der Ferne tun mu\u00df. Ich m\u00f6chte dem Schiller-Institut daf\u00fcr danken, da\u00df es mich eingeladen hat, einige Fragen zu beantworten.<\/p>\n<p>Der Einfachheit halber werde ich die Fragen, die mir gestellt wurden, wiederholen.<\/p>\n<p>Die erste Frage lautete: Was k\u00f6nnen Sie \u00fcber die Kriegspropaganda sagen, sowohl aus europ\u00e4ischer als auch vor allem aus franz\u00f6sischer Sicht?<\/p>\n<p>Ich werde mich auf den russisch-ukrainischen Konflikt beschr\u00e4nken, oder besser gesagt auf den Konflikt zwischen Ru\u00dfland und der NATO. Es ist offensichtlich, da\u00df die Propaganda in den letzten zweieinhalb Jahren total, massiv, permanent, dramatisch in ihren Auswirkungen und Folgen war, sowohl in Bezug auf die Dynamik des Konflikts selbst \u2013 denn sie bringt uns dazu, Positionen einzunehmen, die auf einem Narrativ basieren, das nicht mit der Realit\u00e4t \u00fcbereinstimmt \u2013 als auch in Bezug auf die Dynamik und die Folgen, die sie haben kann, einschlie\u00dflich der Entwicklung der \u00f6ffentlichen Meinung, mit ziemlich direkten politischen Folgen. Ich glaube, wir erleben das gerade jetzt in Frankreich mit der gestrigen Ank\u00fcndigung der Aufl\u00f6sung der Nationalversammlung durch unseren Staatspr\u00e4sidenten.<\/p>\n<p>In diesem Konflikt wird die Propaganda zunehmend durch die von den politischen M\u00e4chten in Europa und insbesondere in Frankreich wahrgenommene Notwendigkeit angetrieben, die kriegstreiberische Haltung zu n\u00e4hren. Je schlimmer die Lage auf dem Schlachtfeld wird, desto mehr Propaganda kommt hinzu und erreicht jeden Tag neue H\u00f6hen der Absurdit\u00e4t.<\/p>\n<p>Der j\u00fcngste H\u00f6hepunkt ist nat\u00fcrlich die Erkl\u00e4rung des franz\u00f6sischen Pr\u00e4sidenten, in der gesagt wird, da\u00df Frankreich auf der Seite des Friedens steht, was sehr schwer zu verstehen ist, wenn man sich die Absichtserkl\u00e4rungen ansieht, die wir in Bezug auf Waffenlieferungen abgeben, wenn man sich eine ganze Reihe von Entscheidungen ansieht, die in Bezug auf eingefrorene russische Guthaben getroffen wurden, in Bezug auf unsere Unterst\u00fctzung \u00fcber das bilaterale Sicherheitsabkommen zwischen der Ukraine und Frankreich usw. usw. Wir stehen auf der Seite des Friedens, aber in Wirklichkeit n\u00e4hren wir den Krieg.<\/p>\n<p>Und es f\u00e4llt mir schwer zu glauben, da\u00df wir uns der Konsequenzen unserer Positionen nicht bewu\u00dft sind. Eine weitere aktuelle Haltung, die unserer Glaubw\u00fcrdigkeit ebenfalls extrem schadet, ist nat\u00fcrlich die Erkl\u00e4rung des Pr\u00e4sidenten, der erkl\u00e4rte, da\u00df wir, wenn wir Ru\u00dflands Einsch\u00fcchterungspolitik gegen\u00fcber dem Westen nachgegeben h\u00e4tten, nicht all die Waffen geliefert h\u00e4tten, die wir an die Ukraine geliefert haben, und da\u00df die Ukraine deshalb nicht in der Lage w\u00e4re, in der sie sich heute befindet&#8230; Ich w\u00fcrde sagen, das ist der letzte Strohhalm, denn ich stimme Ihnen vollkommen zu! W\u00e4ren wir vorsichtig und gem\u00e4\u00dfigt genug gewesen, der Versuchung nicht nachzugeben, diese Lieferungen zu t\u00e4tigen und den Konflikt anzuheizen, w\u00e4re die Ukraine nicht in der Lage, in der sie sich heute befindet, d.h. in einer milit\u00e4risch und menschlich \u00e4u\u00dferst bedenklichen Lage, die ihren Interessen als Land extrem schadet.<\/p>\n<p>Ein Friedensabkommen war nach einigen Tagen, einigen Wochen des Konflikts nach dem Beginn der russischen milit\u00e4rischen Sonderoperation ausgehandelt worden, und es war ein Abkommen, das zerst\u00f6rt wurde \u2013 obwohl Pr\u00e4sident Selenskyj dazu bereit war. Es wurde von uns und insbesondere von den Briten zerst\u00f6rt, durch Boris Johnson, der kam, um der Ukraine zu erkl\u00e4ren, da\u00df sie dazu da sei, Krieg zu f\u00fchren und nicht Frieden zu schlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Da haben wir es also. Und dann gerieten wir leider in die schreckliche Spirale, in der wir uns heute befinden. Wir h\u00e4tten also viel schneller und mit viel weniger Toten Frieden haben k\u00f6nnen, mit Hunderttausenden von Toten und Verwundeten weniger.<\/p>\n<p>Wir befinden uns also in einer Art Schizophrenie: ist es taktisch oder ist es real? Begeben wir uns in eine zum Scheitern verurteilte, sich selbst erf\u00fcllende Prophezeiung? Ist dies die Strategie des Schlimmsten? Es f\u00e4llt mir schwer, das zu glauben. Nat\u00fcrlich gibt es Arroganz, nat\u00fcrlich gibt es Ignoranz, aber vor allem fehlt es an Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die milit\u00e4rische Realit\u00e4t und die tats\u00e4chliche Lage des Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnisses.<\/p>\n<p>Mir wurden dann noch zwei weitere Fragen gestellt. Die zweite lautete: Was k\u00f6nnte Frankreich zu einer positiven L\u00f6sung beitragen, aus rein nationaler Sicht oder dar\u00fcber hinaus?<\/p>\n<p>Und die dritte Frage: De Gaulle hat sich mehrfach \u00fcber die franz\u00f6sische Tendenz ge\u00e4rgert, schon vor dem Kampf aufzugeben. Was k\u00f6nnen wir Ihrer Meinung nach heute nach den Ergebnissen der Europawahlen tun?<\/p>\n<p>Meine Botschaft kommt zum richtigen Zeitpunkt, nach den Ergebnissen der Europawahlen und nach der Entscheidung des Pr\u00e4sidenten der Republik, unsere Nationalversammlung aufzul\u00f6sen.<\/p>\n<p>Nun, ich denke, da\u00df dies, wie alle Krisen, eine Chance ist, und so sollten wir es auch sehen. Aber was auch immer die Gr\u00fcnde f\u00fcr diese Aufl\u00f6sung sind, sie sind nicht unbedingt&#8230; sie k\u00f6nnen sehr taktisch sein. Aber nichtsdestotrotz befinden wir uns in dieser Situation, und ich denke, es ist eine Gelegenheit f\u00fcr Frankreich, einen klaren Kurswechsel vorzunehmen. Und das erfordert nat\u00fcrlich Mut. Aber vielleicht kann eine Kohabitation diese Kehrtwende erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>Paradoxerweise m\u00fcssen wir diese Kohabitation nutzen und eine ziemlich radikale Wende in unserer Herangehensweise an den Konflikt vollziehen und versuchen, uns n\u00fctzlich zu machen. Und wir machen uns vor allem dann n\u00fctzlich, wenn wir eine Macht wie Frankreich sind, eine Atommacht nat\u00fcrlich, aber vor allem eine, die auf eine gro\u00dfe Geschichte zur\u00fcckblicken kann.<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen, um uns De Gaulle anzuschlie\u00dfen, eine gro\u00dfe Au\u00dfenpolitik wiederentdecken. Und um in diesem Konflikt n\u00fctzlich zu sein, m\u00fcssen wir uns nat\u00fcrlich nicht mit Ru\u00dfland oder irgend jemand anderem verb\u00fcnden, sondern uns vielleicht in einer Allianz der Umst\u00e4nde zusammenschlie\u00dfen, die dem Weltfrieden und der Wiederherstellung der europ\u00e4ischen Sicherheit dienen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Und dabei denke ich an China, denn mit China k\u00f6nnten wir vielleicht versuchen, einen Weg der Beschwichtigung zu f\u00f6rdern, nicht indem wir China erkl\u00e4ren, da\u00df es sich von Ru\u00dfland trennen mu\u00df \u2013 das wird wahrscheinlich nicht passieren.<\/p>\n<p>Andererseits, um die Bedingungen eines Abkommens \u00fcber die Einstellung der Feindseligkeiten und die Stabilisierung der Sicherheit in Europa zu definieren, was ja das Hauptproblem der Europ\u00e4er ist: Wir sind sicherlich in eine Falle getappt, eine doppelte Falle, und Europa ist eindeutig ein amerikanischer Stellvertreter in diesem Konflikt, ebenso wie die Ukraine.<\/p>\n<p>Nicht wie die Ukraine, die ungl\u00fcckliche Ukraine; aber wir sind direkt dahinter, und das ist das Dramatischste. Wir m\u00fcssen aus dieser Abw\u00e4rtsspirale herauskommen, die auch extrem gef\u00e4hrlich wird, weil wir die russischen Positionen nicht absch\u00e4tzen oder verstehen.<\/p>\n<p>Und auf dieses Verst\u00e4ndnis m\u00fcssen wir uns zubewegen.<\/p>\n<p>Es gibt eine Reihe von Punkten, die heute bereits von gro\u00dfen Diplomaten angesprochen und aufgelistet wurden, von Menschen, die durchaus in der Lage sind zu verstehen, wie die Bedingungen f\u00fcr ein realistisches Abkommen aussehen w\u00fcrden, das die Einstellung der Feindseligkeiten in der Ukraine erm\u00f6glicht und das sch\u00fctzt, was von der Ukraine und ihrer Bev\u00f6lkerung heute noch \u00fcbrig ist.<\/p>\n<p>Das ist alles, was ich sagen wollte. Ich bedauere nochmals, da\u00df ich nicht an den Debatten und den verschiedenen Fragen teilnehmen kann, aber das wird sicherlich ein anderes Mal der Fall sein, wenn ich hoffentlich die Gelegenheit habe, pers\u00f6nlich anwesend zu sein. Vielen Dank, und ich w\u00fcnsche Ihnen eine sehr gute Konferenz.<\/p>\n<p><\/div><\/div><\/p>\n<ul>\n<li>Oberstleutnant a.D. Ralph <strong>Bosshard<\/strong>, Schweizer Armee; Berater f\u00fcr milit\u00e4risch-strategische Angelegenheiten (Schweiz): <em>\u201eDie ,Wunderwaffen\u2018 des Westens waren nicht in der Lage, das Blatt zu wenden\u201c<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p><div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Rede im Wortlaut lesen<\/span><\/a><div class=\"toggle-content\"><\/p>\n<h2>\u201eDie ,Wunderwaffen\u2018 des Westens waren nicht in der Lage, das Blatt zu wenden\u201c<\/h2>\n<p class=\"autor\">Von Oberstleutnant a.D. Ralph Bosshard<\/p>\n<p class=\"vor\">Ralph Bosshard ist Oberstleutnant a.D. der Schweizer Armee und Berater f\u00fcr milit\u00e4rische und strategische Angelegenheiten. Im ersten Abschnitt der Internetkonferenz des Schiller-Instituts am 15. Juni sagte er folgendes. (\u00dcbersetzung aus dem Englischen.)<\/p>\n<p>Ein herzliches Willkommen an alle und einen guten Tag aus der Schweiz.<\/p>\n<p>Insgesamt befinden wir uns derzeit in einer globalen Pattsituation, in der alle voneinander abh\u00e4ngig sind und niemand in der Lage ist, einseitig zu handeln. Im Moment kann Ru\u00dfland die USA nicht zu ernsthaften Gespr\u00e4chen \u00fcber die Ukraine oder andere Themen bewegen. Die USA k\u00f6nnen die Situation im Nahen Osten nicht ohne Ru\u00dfland und den Iran l\u00f6sen. Ru\u00dfland kann den Krieg nicht ohne China und die BRICS-Plus-Staatengruppe weiterf\u00fchren. Die USA k\u00f6nnen China nicht drohen, um es dazu zu bringen, seine Politik gegen\u00fcber Moskau und\/oder den BRICS-L\u00e4ndern zum Nachteil Moskaus zu \u00e4ndern. Und die Ukraine kann kein anderes Land dazu bringen, sich im Krieg gegen Ru\u00dfland auf ihre Seite zu stellen.<\/p>\n<p>Es ist absehbar, da\u00df eine grundlegende \u00c4nderung der Situation auf der sogenannten Friedenskonferenz in der Schweiz an diesem Wochenende unwahrscheinlich ist. Angesichts des drohenden Desinteresses der USA an einer weiteren Beteiligung am Krieg und der milit\u00e4rischen Mi\u00dferfolge der Ukraine bleibt nur die Frage, wer als eine Art \u201eletzter Mohikaner\u201c in der Ukraine weiterk\u00e4mpfen will.<\/p>\n<p>Seit dem R\u00fcckzug der Ukrainer aus Awdijiwka br\u00f6ckelt die Front im Donba\u00df. Es ist nicht so wichtig, da\u00df die Russen jeden Tag ein oder zwei Soldaten gefangennehmen, die ohnehin v\u00f6llig am Boden zerst\u00f6rt sind, sondern da\u00df sie die Frontlinien durchbrochen haben, durch sehr gut befestigte Verteidigungslinien, die die Ukrainer im Laufe von acht Jahren aufgebaut haben. Derzeit ist zu beobachten, da\u00df die Russen an weit voneinander entfernten Punkten der Front kleinere Angriffe durchf\u00fchren und da\u00df sie ihre Angriffe vor allem auf benachbarte Regionen wie das Gebiet Charkow und vor einigen Tagen auf Sumy ausgeweitet haben. Sie sind zahlenm\u00e4\u00dfig eindeutig \u00fcberlegen und k\u00f6nnen ihre Truppen nach Belieben bewegen. Sie zwingen die Ukrainer zu wahrscheinlich kostspieligen Gegenangriffen. Die Russen gehen langsam und vorsichtig vor, das ist sicher. Und sie mu\u00dften bisher kaum jemals Gebiete aufgeben, die sie in den letzten Wochen oder Monaten erobert hatten \u2013 zumindest seit dem letzten Herbst.<\/p>\n<p>Inzwischen haben die Ukrainer fast alle Gebietsgewinne wieder verloren, die sie w\u00e4hrend der Sommeroffensive im vergangenen Jahr erzielt hatten. In den letzten zwei Jahren hat der Westen also erlebt, wie all seine \u201eWunderwaffen\u201c, wie sie sie fr\u00fcher genannt haben, zwar auf russischer Seite Schaden angerichtet haben, aber nicht in der Lage waren, das Blatt zu wenden. Realistisch betrachtet, mu\u00df sich der Westen meiner Meinung nach darauf einstellen, da\u00df die von den USA gelieferten ATACMS-Raketen und F-16-Kampfflugzeuge auch nicht das Blatt wenden werden.<\/p>\n<h3>Massive Angriffe weit im Inneren Ru\u00dflands<\/h3>\n<p>Der Krieg befindet sich nun in einer Phase, in der die Niederlage der Ukraine nur durch massive Angriffe auf strategische Ziele weit im Inneren Ru\u00dflands abgewendet werden kann. Dar\u00fcber hinaus ist in der ukrainischen Bev\u00f6lkerung die gro\u00dfe Angst zu sp\u00fcren, da\u00df die Vereinigten Staaten die Ukraine im Stich lassen k\u00f6nnten. Diese Angst k\u00f6nnte Kiew dazu motivieren, sich als n\u00fctzlicher Partner der Vereinigten Staaten zu pr\u00e4sentieren, und zwar in einem allgemeinen und m\u00f6glicherweise bevorstehenden Atomkrieg gegen Ru\u00dfland. Es gibt einen Abschnitt entlang der gesamten Frontlinie in der Ostukraine, wo die aktuelle Frontlinie noch der sogenannten Kontaktlinie der Jahre 2015-22 entspricht, und das ist das Gebiet von Gorlowka \u2013 oder Horliwka, wenn Sie so wollen \u2013 und Donezk. Hier werden die Russen nicht nachlassen, bis die St\u00e4dte im Donba\u00df au\u00dferhalb der Reichweite der ukrainischen Artillerie und Raketen liegen. Das Gleiche gilt \u00fcbrigens f\u00fcr Belgorod. Ru\u00dfland wird in Verhandlungen \u2013 sollte es solche geben \u2013 wahrscheinlich eine Pufferzone fordern, und je mehr Abstandswaffen der Westen der Ukraine liefert, desto breiter und tiefer wird diese Pufferzone sein. Die Erlaubnis, westliche Abstandswaffen einzusetzen, die vor kurzem erteilt wurde, nat\u00fcrlich gegen russisches Territorium, k\u00f6nnte sich in zuk\u00fcnftigen Verhandlungen als Bumerang erweisen.<\/p>\n<p>Wenn Sie mit den Russen sprechen \u2013 und ich spreche nat\u00fcrlich auch regelm\u00e4\u00dfig mit meinen ehemaligen Kameraden an der Generalstabsakademie \u2013 werden Sie feststellen, da\u00df die Menschen glauben, da\u00df sie nicht so sehr mit der Ukraine im Krieg stehen, sondern mit der NATO und dem Westen insgesamt, der ihrer Meinung nach versucht, Ru\u00dfland zu zerst\u00f6ren. Dementsprechend ist die Entschlossenheit, Widerstand zu leisten, hoch, aber der Schwerpunkt der Konfrontation k\u00f6nnte sich vom Donba\u00df und der Ukraine im Allgemeinen auf andere Weltregionen verlagern. Ru\u00dfland wird versuchen zu zeigen, da\u00df es sich verteidigen kann. Und die Politik des Westens erscheint kein Anla\u00df f\u00fcr Alarm mehr zu sein, nicht im Kreml, nicht in Ru\u00dfland im Allgemeinen. Das liegt daran, da\u00df die ukrainische Armee, die von NATO-Offizieren ausger\u00fcstet, ausgebildet, unterst\u00fctzt und m\u00f6glicherweise sogar gef\u00fchrt wird, in den letzten Monaten nicht erfolgreich genug war.<\/p>\n<p>Die russischen Schiffe vor der K\u00fcste Kubas sind eine Demonstration, da\u00df die Anstifter von Angriffen auf russisches Territorium auch ihren Teil des Schadens erleiden werden. Und ich bin \u00fcberzeugt, da\u00df Frankreich, Gro\u00dfbritannien und Deutschland ebenfalls Ziel von Angriffen sein werden \u2013 sollte es notwendig werden, nat\u00fcrlich. Aber bisher bieten sich Ru\u00dfland viele M\u00f6glichkeiten, gegen die Europ\u00e4er und den Westen vorzugehen, ohne sie direkt auf ihrem eigenen Territorium anzugreifen, und ohne den Einsatz von Atomwaffen. Griechenland ist ein Land, in dem westliche Streitkr\u00e4fte oder Geheimdienste operieren, obwohl sie dort eigentlich nicht sein sollten, genauso wie im Irak. Griechenland k\u00f6nnte beispielsweise Schauplatz von Demonstrationen werden und auch die Seehandelsrouten sind gef\u00e4hrdet: NATO-Schiffe und -Au\u00dfenposten sind in diesen Tagen besonders gef\u00e4hrdet. Das Einzige, was meiner Meinung nach in Ru\u00dfland Respekt hervorruft, sind die Atomwaffen des Westens.<\/p>\n<p>Trotz alledem glaube ich immer noch, da\u00df die russische Armee nicht in der Lage ist, ganz Westeuropa zu \u00fcberrennen, wie uns heutzutage so oft gesagt wird. Ich frage mich auch, warum Ru\u00dfland das tun sollte. Behauptungen, Ru\u00dfland wolle bis nach Berlin oder sogar Bern vorsto\u00dfen, beruhen sicherlich auf einer Untersch\u00e4tzung der Schwierigkeiten und des Aufwands. Sie sind als Inkompetenz oder vielleicht einfach nur als reine Propaganda zu betrachten.<\/p>\n<p>Andererseits kann ich nur davor warnen, zu glauben, da\u00df Ru\u00dfland milit\u00e4risch leicht in die Knie gezwungen werden kann. Und glauben Sie mir, ich habe eineinhalb Jahre in den russischen Streitkr\u00e4ften verbracht und habe eine ungef\u00e4hre Vorstellung von ihren F\u00e4higkeiten und vor allem von dem, wozu sie nicht in der Lage sind. Es scheint mir, da\u00df die westlichen Streitkr\u00e4fte dazu neigen, sich selbst zu \u00fcbersch\u00e4tzen, und das manchmal auf geradezu groteske Weise.<\/p>\n<p>Was die absehbare Zukunft angeht, glaube ich, da\u00df wir turbulente Zeiten vor uns haben. Ich erwarte, da\u00df der \u201eB\u00fcrgenstock-Friedensgipfel\u201c, wie man ihn in der Schweiz nennt, in einer Autoh\u00e4ndler-Atmosph\u00e4re stattfinden wird. Ich denke, da\u00df diese sogenannte Friedenskonferenz f\u00fcr die Russen nicht wichtig genug ist, um sie zu st\u00f6ren. Derzeit versammeln sich die politischen Verlierer der Wahlen vom vergangenen Wochenende in Europa auf dem G7-Gipfel in Italien, und sie werden in die Schweiz weiterziehen. Aber es k\u00f6nnte den Russen in den Sinn kommen, ihnen die Show zu stehlen, die Biden, Macron, Scholz und von der Leyen sicherlich f\u00fcr die n\u00e4chsten Wochen und Monate vorbereitet haben: Ich spreche \u00fcber den US-Wahlkampf, ich spreche \u00fcber die Olympischen Spiele in Paris und die Fu\u00dfball-EM in Deutschland. Wir k\u00f6nnten also in eine turbulente Phase eintreten. Und wenn eine Eskalation oder gar ein Atomkrieg vermieden werden kann, dann eher aufgrund russischer Gelassenheit und russischer Rationalit\u00e4t als aufgrund eines hohen Standards westlicher Staatskunst.<\/p>\n<p>Entschuldigen Sie, da\u00df ich das so sage, aber so sch\u00e4tze ich die aktuelle Situation ehrlich ein. Nat\u00fcrlich erwarten wir das Schlimmste und hoffen auf das Beste. Aber aus meiner Erfahrung von 20 Jahren Dienst als Generalstabsoffizier auf verschiedenen Ebenen wei\u00df ich, da\u00df Hoffnung keine milit\u00e4rische Planungsmethode ist, und darauf sollten wir uns nicht verlassen.<\/p>\n<p>Vielen Dank und auf Wiedersehen aus der Schweiz.<\/p>\n<p><\/div><\/div><\/p>\n<ul>\n<li>Rainer <strong>Rupp, <\/strong>Milit\u00e4r- und Geheimdienstexperte (Deutschland): <em>\u201eDie Planer der US-Streitkr\u00e4fte nehmen keine R\u00fccksicht auf Zivilisten\u201c<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p><div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Rede im Wortlaut lesen<\/span><\/a><div class=\"toggle-content\"><\/p>\n<h2>\u201eDie Planer der US-Streitkr\u00e4fte nehmen keine R\u00fccksicht auf Zivilisten\u201c<\/h2>\n<p class=\"autor\">Von Rainer Rupp<\/p>\n<p class=\"vor\">Rainer Rupp ist Milit\u00e4r- und Geheimdienstexperte aus Deutschland. Im ersten Abschnitt der Internetkonferenz des Schiller-Instituts am 15. Juni sagte er folgendes. (\u00dcbersetzung aus dem Englischen.)<\/p>\n<p>Hallo, vielen Dank f\u00fcr diese Gelegenheit. Ich habe zwar nicht auf dieser Ebene angefangen, aber von 1977 bis 1993 war ich in leitender Position in der Abteilung f\u00fcr politische Angelegenheiten im NATO-Hauptquartier in Br\u00fcssel t\u00e4tig. In dieser Funktion habe ich auch an den j\u00e4hrlichen und halbj\u00e4hrlichen Wintex-Winter\u00fcbungen teilgenommen. Bei diesen Man\u00f6vern \u00fcbt die NATO den Ersteinsatz von Atomwaffen, wenn ein konventioneller Konflikt in einen nuklearen \u00fcbergeht.<\/p>\n<p>Bei der ersten \u00dcbung, an der ich als Vorsitzender der zust\u00e4ndigen Aufkl\u00e4rungsgruppe teilgenommen habe, mu\u00dfte ich das NATO-Verteidigungsplanungskomitee informieren, das die Entscheidung traf \u2013 damals auf h\u00f6chster Ebene. Man stand in st\u00e4ndigem Kontakt mit den Regierungen, da es sich um eine Stabs\u00fcbung auf h\u00f6chster Ebene handelte, an der die h\u00f6chsten Vertreter der Ministerien und des Kanzleramtes teilnahmen. Ich mu\u00dfte also alle vier Stunden den DPC (Defence Planning Council) informieren. Das war meine Aufgabe, 8 Stunden in 24 Stunden.<\/p>\n<p>Nun, bei meiner ersten Teilnahme hat die NATO nach einer langen ersten konventionellen Kriegsphase irgendwo in Osteuropa eine taktische Nuklearwaffe gegen die sowjetischen Streitkr\u00e4fte eingesetzt. Danach war die \u00dcbung vorbei, es gab keine Fortsetzung.<\/p>\n<p>Meine letzte Wintex-\u00dcbung war 1989, als der Kalte Krieg eigentlich schon vorbei war. Aber die Vorbereitung dieser Nuklearwaffen\u00fcbungen dauerte normalerweise zwei Jahre, und diese NATO-\u00dcbung wurde in zwei Wellen durchgef\u00fchrt, mit \u2013 wenn ich mich richtig erinnere \u2013 153 taktischen Nuklearwaffen gegen sowjetische und osteurop\u00e4ische Streitkr\u00e4fte.<\/p>\n<p>Aber, und das ist wichtig, und deshalb erz\u00e4hle ich Ihnen diese Geschichte, die Planer des Ersteinsatzes von Atomwaffen waren Amerikaner. Und sie haben tats\u00e4chlich entschieden, wo diese Waffen eingesetzt werden sollten. Sie haben \u2013 w\u00e4hrend meiner gesamten Zeit in der NATO \u2013 immer sehr darauf geachtet, da\u00df keine dieser Nuklearwaffen auf russischem Territorium eingeschlagen ist, weil die Amerikaner wu\u00dften, da\u00df sie in einem solchen Fall mit einem Gegenschlag auf amerikanischem Territorium rechnen m\u00fc\u00dften.<\/p>\n<p>Wenn Sie sich vorstellen, was im Falle eines nuklearen Konflikts geschehen w\u00e4re, auch nur eines begrenzten nuklearen Konflikts, dann w\u00e4re Europa ausgel\u00f6scht worden.<\/p>\n<p>Um Ihnen nur ein Beispiel zu geben: Bei einer dieser nuklearen Planungskonferenzen, an der ich teilgenommen habe \u2013 sie fand im sogenannten NATO-Ferienort Oberammergau in Deutschland statt \u2013, beklagte sich ein amerikanischer General dar\u00fcber, da\u00df in der Fulda Gap, wo die NATO eine gro\u00dfe russische Panzerinvasion erwartete, die deutschen D\u00f6rfer nur eine halbe Kilotonne voneinander entfernt seien. Das hei\u00dft, die taktischen Atomwaffen waren damals viel st\u00e4rker als eine halbe Kilotonne.<\/p>\n<p>Gestern hat Garland Nixon, der ebenfalls an einer Veranstaltung des Schiller-Instituts [dem 54. Treffen der Internationale Friedenskoalition \u2013 Anm. d. Red.] teilgenommen hat, darauf hingewiesen, da\u00df seiner Erfahrung nach die Streitkr\u00e4fte der Vereinigten Staaten, insbesondere die Planer, keine R\u00fccksicht auf Zivilisten nehmen, und das gilt insbesondere f\u00fcr die nukleare Planung. Ich konnte das tats\u00e4chlich best\u00e4tigen.<\/p>\n<p>Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, da\u00df der Konflikt in der Ukraine nuklear wird? Ich habe \u00fcber die Jahre hinweg \u2013 und ich habe diesen Konflikt sehr genau verfolgt \u2013 verschiedene Szenarien beobachtet, plausible Szenarien, bei denen es h\u00e4tte sehr schiefgehen k\u00f6nnen. Erstmals war ich beunruhigt, als die 101. Brigade der Screaming Eagles \u2013 das waren die 5.000 Soldaten der Luftlandetruppen der 101. Luftlandedivision \u2013 nach Osteuropa verlegt wurden: 4.000 nach Rum\u00e4nien und 1.000 nach Polen. Das war Ende des Fr\u00fchjahrs 2022. Es dauerte eine Weile, bis sie untergebracht waren, aber \u2013 ich kann mich nicht mehr an das genaue Datum erinnern, aber es war Ende September, als der Kommandeur dieser Gruppe der amerikanischen Presse mitteilte, da\u00df man nun bereit sei, den Befehl auszuf\u00fchren und jederzeit \u00fcber die Grenze in die Ukraine einzumarschieren, um sich den vorr\u00fcckenden russischen Truppen im Weg zu stellen.<\/p>\n<p>Die Russen hatten bereits angek\u00fcndigt, da\u00df sie jeden Amerikaner oder jeden anderen bewaffneten NATO-Soldaten, der in der Ukraine auftaucht, vernichten w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Die 101. Luftlandedivision \u2013 eine sehr ber\u00fchmte Division \u2013 ist in vielen Liedern und Lobeshymnen gefeiert worden. Wenn Sie Amerikaner sind oder sich mit der Milit\u00e4rgeschichte der USA oder der NATO auskennen, wissen Sie, da\u00df diese Division hochangesehen ist und eine Legende darstellt. Sie dort als Hemmschuh einzusetzen, und diese Luftlandetruppe ist wahrscheinlich gepanzert: Ich meine, sie h\u00e4tten <i>keinerlei<\/i> Widerstand bedeutet, sie w\u00e4ren bei jeder Auseinandersetzung mit den Russen dezimiert und abgeschlachtet worden. Und die Russen h\u00e4tten davor nicht zur\u00fcckgeschreckt.<\/p>\n<p>Was w\u00e4re die Folge gewesen? Gro\u00dfes Geschrei: \u201eWir m\u00fcssen etwas tun! Wir m\u00fcssen etwas tun!\u201c Man sieht derartige Dinge, doch was k\u00f6nnen sie am Ende tun? Mehr Waffen? Man kann keine weiteren Sanktionen verh\u00e4ngen. Also das Einzige, was man einsetzen k\u00f6nnte, sind taktische Atomwaffen gegen russische Streitkr\u00e4fte in der Ukraine. Man beachte, in der Ukraine, nicht gegen Ru\u00dfland. Zum Gl\u00fcck ist das bisher nicht passiert.<\/p>\n<p>Die n\u00e4chste Stufe war, da\u00df nicht nur Macron, sondern auch die Polen und andere dar\u00fcber nachdenken, bewaffnete Truppen in die Ukraine zu schicken, und zwar Tausende von Soldaten \u00fcber Odessa in die S\u00fcdukraine. Hier w\u00e4re die Situation \u00e4hnlich.<\/p>\n<p>Das wissen die Franzosen, und hochrangige franz\u00f6sische Milit\u00e4rs gingen tats\u00e4chlich an die Presse und sagten anonym: \u201eMan wird sie abschlachten.\u201c Nun, darum geht es im Grunde! Sie sollen geopfert werden, um dann die Amerikaner um Hilfe zu rufen. Es gibt viele Leute im Kongre\u00df und vor allem in den Medien, die um Hilfe rufen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Aber was k\u00f6nnten die Amerikaner tun? Was k\u00f6nnte die NATO tun? Sie planen einen Krieg; sie denken, da\u00df sie bis 2029 bereit w\u00e4ren, einen konventionellen Krieg gegen Ru\u00dfland zu f\u00fchren, weil die R\u00fcstungsindustrie der NATO nicht fr\u00fcher die Mittel daf\u00fcr bereitstellen kann. Was w\u00fcrden sie also tun? Was k\u00f6nnten sie tun? Da w\u00e4re die Drohung mit dem Einsatz von Atomwaffen. Die Russen w\u00fcrden nat\u00fcrlich zur\u00fcckschlagen, aber auch hier nicht auf amerikanischem Boden, sondern auf US-St\u00fctzpunkten in Europa und anderen Orten von Interesse.<\/p>\n<p>Gl\u00fccklicherweise waren die franz\u00f6sischen Pl\u00e4ne zu viel f\u00fcr Biden und die NATO selbst. Der NATO-Generalsekret\u00e4r sagte Macron: \u201eDas w\u00e4re nicht sehr hilfreich.\u201c<\/p>\n<p>Der n\u00e4chste Punkt, der die Situation jetzt wieder explosiv macht, ist der Einsatz von Langstreckenraketen durch die Ukrainer, der \u00f6ffentlich angek\u00fcndigte Einsatz nuklearer Langstreckenraketen gegen strategische Ziele tief in Ru\u00dfland sowie gegen Ziele, die Teil der russischen nuklearen Abschreckung sind.<\/p>\n<p>Die Russen haben gesagt, so kann es nicht weitergehen. Es wird nicht so weitergehen, und zwar deshalb nicht, weil die Amerikaner, die Briten und andere selbst es so sehen und es nicht mehr verborgen werden kann. Die Aufkl\u00e4rung, die Zielerfassung, die Daten f\u00fcr die Eingabe in die Rakete, all das wird von NATO-Personal oder von Personal der verschiedenen NATO-Mitgliedsstaaten gemacht. Das einzige, was die Ukrainer tun, ist einen Knopf zu dr\u00fccken.<\/p>\n<p>Sie alle kennen die Reaktion Ru\u00dflands. Sie haben gesagt, sie werden das nicht mehr lange dulden. Sie werden die St\u00fctzpunkte angreifen, von denen diese Dinge kommen, und auch au\u00dferhalb der Ukraine, also in NATO-L\u00e4ndern. Jetzt haben wir wieder eine Situation, in der die Russen etwas tun w\u00fcrden, was eine Reaktion der NATO oder der USA erfordert.<\/p>\n<p>Das n\u00e4chste Problem in dieser Hinsicht, das die Sache noch komplizierter macht, ist, da\u00df Selenskyj und seine Berater, die so verzweifelt auf den F-16 in der Ukraine bestanden haben, jetzt sagen: \u201eNun, wir wollen sie nicht alle auf ukrainischem Territorium haben, weil sie zerst\u00f6rt werden k\u00f6nnten, bevor wir sie einsetzen k\u00f6nnen. Wir wollen die meisten von ihnen auf Luftwaffenst\u00fctzpunkten in benachbarten NATO-L\u00e4ndern haben.\u201c<\/p>\n<p>Nun, das ist eine ziemlich knifflige Angelegenheit, denn wenn die F-16 von benachbarten Luftwaffenst\u00fctzpunkten aus starten, wo sie gewartet, betankt und vielleicht auch bewaffnet wurden, und dann nur einen Zwischenstopp auf einem ukrainischen Rollfeld einlegen und dann weiterfliegen, um russische Ziele anzugreifen, wird das nicht gehen. Es ist ziemlich klar, da\u00df die NATO-Luftwaffenst\u00fctzpunkte, wo die ukrainischen F-16 stehen, russische Ziele sein werden.<\/p>\n<p>Das sind die Dinge, die mich nicht gut schlafen lassen, vor allem, da ich nicht weit von Ramstein entfernt wohne, einem der Zentren, das am ehesten getroffen werden k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte noch auf eines hinweisen. Der alte Spruch, da\u00df Putin blufft und es nicht ernst meint, da\u00df die russische Nukleardoktrin nur ein Papiertiger ist, da\u00df die Russen es nie wagen w\u00fcrden und so weiter und so fort. In diesem Zusammenhang sei an die Sorgfalt erinnert, die alle unsere L\u00e4nder beim Bau und bei der Errichtung von Kernkraftwerken an den Tag gelegt haben. Alle Systeme, bei denen bei der Erzeugung von Kernenergie etwas schief gehen k\u00f6nnte, auch wenn die Wahrscheinlichkeit nur 1 zu 1.000 oder 1 zu 1 Million war, wurde verdoppelt und verdreifacht, um eine Sicherheitsmarge zu haben, damit w\u00e4hrend der Lebensdauer des Kraftwerks nichts passiert.<\/p>\n<p>Man vergleiche die Sorgfalt, die wir in diesen Aspekt investiert haben \u2013 nun, Fukushima war schlimm genug, aber es ist nicht so schlimm wie ein begrenzter Atomkrieg in Europa! Gleichzeitig denken wir: \u201eAch, die Russen meinen es wahrscheinlich nicht so, die bluffen nur\u201c, und wir k\u00f6nnen so weiter machen, wie wir wollen. Ich meine, das ist verr\u00fcckt! Es ist einfach total verr\u00fcckt.<\/p>\n<p>Ich glaube, ich habe heute genug von Ihrer Zeit in Anspruch genommen.<\/p>\n<p>Vielen Dank f\u00fcr Ihre Aufmerksamkeit.<\/p>\n<p><\/div><\/div><\/p>\n<ul>\n<li>Oberst a.D. Alain<strong> Corvez<\/strong>, Berater f\u00fcr internationale Angelegenheiten, ehemaliger Berater des franz\u00f6sischen Innenministeriums (Frankreich): <em>Wir befinden uns in einer Zeit des totalen Nihilismus<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p><div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Redde im Wortlauf lesen<\/span><\/a><div class=\"toggle-content\"><\/p>\n<h2>Wir befinden uns in einer Zeit des totalen Nihilismus<\/h2>\n<p class=\"autor\">Von Obert a.D. Alain Corvez<\/p>\n<p class=\"vor\">Oberst a.D. Alain Corvez ist Berater f\u00fcr internationale Angelegenheiten und ehemaliger Berater des franz\u00f6sischen Innenministeriums. Im ersten Abschnitt der Internetkonferenz des Schiller-Instituts am 15. Juni sagte er folgendes. (\u00dcbersetzung aus dem Franz\u00f6sischen.)<\/p>\n<p>Danke f\u00fcr Ihre Einladung\u2026 Ich habe auf dieser Konferenz bisher sehr sinnvolle und vern\u00fcnftige Reden geh\u00f6rt. In Gespr\u00e4chen mit vielen Experten auf der ganzen Welt h\u00f6re ich etwas anderes, und die Schlu\u00dffolgerung ist, da\u00df solche ausgewogenen Reden wie diese nicht beachtet werden. Warum? Weil wir uns in einer Situation des totalen Nihilismus befinden.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte als Einleitung, als Pr\u00e4ambel, etwas von Nietzsche zitieren, aus seinen posthumanistischen Fragmenten, die er gegen Ende seines Lebens schrieb. Was hier angek\u00fcndigt wird, ist die Geschichte der n\u00e4chsten zwei Jahrhunderte. Es beschreibt, was kommen wird, was unausweichlich ist, n\u00e4mlich die Ankunft des Nihilismus. Nietzsche ist wahrscheinlich einer der gro\u00dfen Denker f\u00fcr das gegenw\u00e4rtige Jahrhundert. Ich denke, er ist schlecht bekannt und wird von bestimmten Philosophen schlecht interpretiert. Es ist ein interessantes Denken in diesem Aphorismus 125 <i>Der tolle Mensch<\/i>.<sup>1<\/sup> Er schreibt:<\/p>\n<p>\u201eHabt ihr nicht von jenem tollen Menschen geh\u00f6rt, der am hellen Vormittage eine Laterne anz\u00fcndete, auf den Markt lief und unaufh\u00f6rlich schrie: ,Ich suche Gott! Ich suche Gott!&#8217;\u201c Es folgt eine sehr interessante Entwicklung, und dann sagt er: \u201eGott ist tot! Gott bleibt tot! Und wir haben ihn get\u00f6tet! Wie tr\u00f6sten wir uns, die M\u00f6rder aller M\u00f6rder? &#8230; Wer wischt dies Blut von uns ab? Mit welchem Wasser k\u00f6nnten wir uns reinigen?\u201c<\/p>\n<p>Jetzt m\u00f6chte ich mit der Gegenwart fortfahren, aber er sah es schon kommen, wie der Nihilismus aufkommt und die Macht \u00fcbernimmt, und wenn ich auf diesem philosophischen Aspekt meiner Rede bestehe, dann eben deshalb, weil wir uns heute in einer Zeit des totalen Nihilismus befinden. Pr\u00e4sident Putin und Pr\u00e4sident Xi Jinping machen auf ruhige Art und Weise sehr vern\u00fcnftige Vorschl\u00e4ge \u2013 und im Westen haben wir Leute, die v\u00f6llig dement sind. Im Westen haben wir Verr\u00fcckte, die am hellen Vormittag mit einer Laterne nach Dingen suchen, die es gar nicht mehr gibt. Heute ist es unm\u00f6glich, diplomatische Beziehungen zwischen Ost und West herzustellen, weil der Westen v\u00f6llig dement ist.<\/p>\n<p>Das mu\u00df man ber\u00fccksichtigen. Nur sehr m\u00e4chtige Kr\u00e4fte werden in der Lage sein, das Blatt zu wenden. Wir sind heute Zeugen des Endes der amerikanischen Hegemonie in der Welt, insbesondere der westlichen Welt. In Kanada, Australien und Japan ist diese Hegemonie noch sehr stark, alle diese L\u00e4nder folgen den Weisungen aus Washington. Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs hat Washington eine Infrastruktur und Logistik aufgebaut, die mit Hilfe von Geld und der Kontrolle \u00fcber die Medien die westliche Hemisph\u00e4re beherrscht, auch wenn einige Intellektuelle sich zu Wort melden, um diese inakzeptable Situation zu entlarven.<\/p>\n<p>Aber insgesamt erleben wir das Ende der US-Hegemonie in einer tragischen Periode, in der Menschen sterben, in der es gro\u00dfes Leid f\u00fcr die Menschheit gibt, weil die Vereinigten Staaten aus innenpolitischen Gr\u00fcnden in eine gro\u00dfe Krise st\u00fcrzen und ihre Au\u00dfenpolitik eine Katastrophe ist.<\/p>\n<p>China und Ru\u00dfland und andere L\u00e4nder, sich anschlie\u00dfen, wie der Iran, schaffen die neue Welt, und die Westm\u00e4chte wollen das nicht akzeptieren. Sie wollen es nicht wahrhaben, sie wollen kein rationales strategisches Umdenken. So findet die Krise statt, mit vielen Toten in der Ukraine und in Pal\u00e4stina, weil man sich weigert anzuerkennen, da\u00df die globale Vorherrschaft verloren ist. Das wird bis zu den n\u00e4chsten US-Wahlen so bleiben, und diese Situation hat Hunderttausende von Toten heraufbeschworen.<\/p>\n<p>Das ist Nihilismus. Wir befinden uns in der Verweigerung des rationalen Denkens. Diese Leute k\u00f6nnen sich nicht vorstellen, da\u00df es eine Kraft geben kann, die ihren eigenen Kr\u00e4ften \u00fcberlegen ist, aber das gibt es bereits. Irgendwann werden sie gezwungen sein, es zu akzeptieren. Die Vereinigten Staaten werden eine Gro\u00dfmacht im Weltgeschehen bleiben, aber nicht unbedingt alles in der ganzen Welt diktieren.<\/p>\n<p>Das Schiller-Institut setzt sich bekanntlich f\u00fcr eine ausgewogenere Situation auf der Welt ein. Die Zeit ist gekommen, die Nationalstaaten zu respektieren. Helga Zepp-LaRouche hat \u00fcber den Westf\u00e4lischen Frieden gesprochen. Er stammt aus dem Jahr 1648 und war ein klarer Aufruf, den souver\u00e4nen Nationalstaat, die jeweilige Kultur und Geschichte zu respektieren.<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen diesen Geist des Westf\u00e4lischen Friedens wiederbeleben, in dem die Interessen und der Respekt f\u00fcr andere ber\u00fccksichtigt werden m\u00fcssen. Man sollte zwischen den Interessen der anderen und unseren eigenen Interessen abw\u00e4gen. Die westlichen F\u00fchrungen sind dement geworden, wie dieser von Nietzsche beschriebene Wahnsinnige. Wir sind in einer Welt, in der die USA bis zu den Wahlen im November nicht f\u00fcr einen vern\u00fcnftigen Diskurs zur Verf\u00fcgung stehen. Es gibt starke Kr\u00e4fte, die darauf dr\u00e4ngen, den Konflikt in der Ukraine fortzusetzen.<\/p>\n<p>Ich stimme nicht mit Helga Zepp-LaRouche \u00fcberein, wenn sie sagt, Ru\u00dfland halte nur seine milit\u00e4rische Front aufrecht. Ich denke, da\u00df Ru\u00dfland durchaus in der Lage w\u00e4re, eine umfassende Milit\u00e4roffensive zu starten, aber Ru\u00dfland hat nicht die Absicht, das zu tun. Ru\u00dfland will keine Zivilisten in der Ukraine bombardieren. Das passiert nat\u00fcrlich leider unvermeidlich in solchen Konfliktzeiten, aber Ru\u00dfland k\u00f6nnte sofort nach Odessa marschieren, wenn es wollte, doch Ru\u00dfland will das nicht. Vielleicht werden sie irgendwann einmal nach Odessa gehen.<\/p>\n<p>Es ist nicht mehr die ukrainische Armee, die sich mit Ru\u00dfland im Krieg befindet, sondern es sind die Milit\u00e4rberater der NATO, die aus Polen, Kanada, den USA, den Niederlanden, Frankreich, praktisch aus allen NATO-Staaten kommen. Diese Experten setzen die NATO-Waffen auf ukrainischem Boden ein, sie haben die entsprechende Ausbildung daf\u00fcr. Es handelt sich also um einen Krieg der NATO gegen Ru\u00dfland, w\u00e4hrend sie gleichzeitig, in den Reden von Biden, Macron und Stoltenberg, nach au\u00dfen hin behaupten: \u201eO nein, wir wollen keinen Krieg mit Ru\u00dfland!\u201c Das sagen sie tagein tagaus, aber es ist nicht wahr: Es sind heute die NATO-Streitkr\u00e4fte, die mit Hilfe von NATO-Informationen NATO-Waffen einsetzen und russisches Territorium mit hochentwickelten Waffen beschie\u00dfen. Es ist also schlimmer als Heuchelei; es ist v\u00f6llig inkoh\u00e4rent.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte nicht noch mehr Zeit in Anspruch nehmen, aber ich m\u00f6chte darauf hinweisen, da\u00df das auch einen wirtschaftlichen Aspekt hat. Die russische Wirtschaft entwickelt sich, und die europ\u00e4ischen Volkswirtschaften \u2013 vor allem Deutschland und Frankreich \u2013 brechen zusammen. Es w\u00e4re vern\u00fcnftig, wenn Westeuropa mit Osteuropa, Ru\u00dfland und Asien zusammenarbeiten w\u00fcrde. Ru\u00dfland hat bekanntlich die Energieressourcen, die f\u00fcr die westliche Wirtschaft lebenswichtig w\u00e4ren. Doch die ehemalige Weltmacht USA hat kein Interesse daran, ein vereintes Europa mit Osteuropa und Ru\u00dfland zu sehen.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte mit dem israelisch-pal\u00e4stinensischen Konflikt schlie\u00dfen, denn die beiden Konflikte lassen sich nicht voneinander trennen. Es handelt sich um zwei Symptome der ehemals allm\u00e4chtigen Vereinigten Staaten, die die Pal\u00e4stinenser und die Ukrainer benutzen, um vor der Welt zu vertuschen, da\u00df es in Wirklichkeit ihr eigenes Endspiel ist. Das israelische Kriegskabinett ist ein klares Beispiel f\u00fcr Demenz; diese Leute sind nicht mehr in der Lage, rational zu denken. Sie haben den Krieg, den sogenannten \u201eKrieg gegen die Hamas\u201c, verloren. Sie haben nachgelegt, und jetzt wei\u00df die Welt alles dar\u00fcber, wie sie an Einflu\u00df verlieren.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte nur einen Artikel aus der <i>Jerusalem Post<\/i> vom 9. Juni zitieren. Dort sagt ein israelischer General a.D., Itzhak Brik: Die israelische Bev\u00f6lkerung ist gegen dieses Kriegskabinett, weil es uns in den Abgrund f\u00fchrt. Wir wissen, da\u00df dieser Kampf gegen die Pal\u00e4stinenser den aufgekl\u00e4rten Teil der Welt jetzt hinter der Unterst\u00fctzung Pal\u00e4stinas und gegen uns versammelt. Noch haben wir die Unterst\u00fctzung der US-Regierung, aber wie lange noch?<\/p>\n<p>Dieser General ist intelligent, aber das israelische Kriegskabinett hat Israels Einflu\u00df in der Welt v\u00f6llig zerst\u00f6rt.<\/p>\n<p>Abschlie\u00dfend m\u00f6chte ich sagen, da\u00df wir unsere Regierungen zur Vernunft bringen m\u00fcssen, auch die franz\u00f6sische Regierung. Das Volk sollte eingreifen und der Kriegstreiberei Einhalt gebieten, die unsere Volkswirtschaften zerst\u00f6rt, in der vergeblichen Hoffnung, das \u00dcberleben der amerikanischen Hegemonie zu sichern, obwohl sie eindeutig verloren ist. Ich danke Ihnen nochmals daf\u00fcr, da\u00df Sie mir die Gelegenheit gegeben haben, heute hier das Wort zu ergreifen.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<hr \/>\n<p><b>Anmerkung<\/b><\/p>\n<p>1. Nietzsche, Friedrich, Die fr\u00f6hliche Wissenschaft, Drittes Buch, 125. Der tolle Mensch (Zeno.org)<\/p>\n<p><\/div><\/div><\/p>\n<h3 class=\"western\" style=\"text-align: center;\"><strong>Panel 2<\/strong><strong>: Die Entwicklungsbestrebungen der globalen Mehrheit<\/strong><\/h3>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"Panel 2 - Die Entwicklungsbestrebungen der globalen Mehrheit\" width=\"960\" height=\"540\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/GgsIdPKzW08?start=341&#038;feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p class=\"western\">Moderator Dennis Speed<\/p>\n<ul>\n<li>Lyndon <strong>LaRouche <\/strong>(1922-2019)<\/li>\n<li>S.E. Donald <strong>Ramotar<\/strong>, ehemaliger Pr\u00e4sident von Guyana (Guyana): <em>\u201eDie Dritte Welt braucht Frieden\u201c<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p><div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Rede im Wortlaut lesen<\/span><\/a><div class=\"toggle-content\"><\/p>\n<h2>\u201eDie Dritte Welt braucht Frieden\u201c<\/h2>\n<p class=\"autor\">Von Donald Ramotar<\/p>\n<p class=\"vor\">Donald Ramotar ist ehemaliger Staatspr\u00e4sident von Guyana. Im zweiten Abschnitt der Internetkonferenz des Schiller-Instituts am 15.-16.6. sagte er folgendes (\u00dcbersetzung aus dem Englischen, Zwischen\u00fcberschriften wurden hinzugef\u00fcgt.)<\/p>\n<p>Vielen Dank, da\u00df Sie mich eingeladen haben. Zun\u00e4chst einmal m\u00f6chte ich sagen, wie sehr ich unsere erste Konferenzsitzung gesch\u00e4tzt habe. Sie war sehr informativ und, wie ich glaube, sehr n\u00fctzlich.<\/p>\n<p>Wir treffen uns zu einem \u00e4u\u00dferst wichtigen und ich w\u00fcrde sagen, \u00e4u\u00dferst gef\u00e4hrlichen Zeitpunkt f\u00fcr unsere Welt. Zwei gro\u00dfe Kriege sind im Gange: der Krieg in Gaza, der aus humanit\u00e4rer Sicht eine der schlimmsten Katastrophen ist, die wir je erlebt haben. Und der zweite ist der Ukraine-Konflikt, der insofern am gef\u00e4hrlichsten ist, als er einen Atomkrieg ausl\u00f6sen kann, der das Ende des Lebens, wie wir es auf der Erde kennen, bedeuten kann. Deshalb ist es \u00e4u\u00dferst wichtig, da\u00df wir unser Bestes tun, um all diesen Konflikten ein Ende zu setzen.<\/p>\n<p>Aber es gibt noch andere Konflikte, \u00fcberall in der Dritten Welt \u2013 Sudan, um nur einen zu nennen. Im Mittelpunkt vieler dieser Konflikte steht die ganze Frage der Armut, der Unterentwicklung, der fehlenden wirtschaftlichen Entwicklung. Viele Sozialwissenschaftler haben bereits nachgewiesen, da\u00df es einen Zusammenhang zwischen sozio\u00f6konomischer Entwicklung und Frieden gibt. Je mehr wir die wirtschaftliche Entwicklung vorantreiben und bestimmte soziale Fragen l\u00f6sen k\u00f6nnen, desto mehr k\u00f6nnen wir einige der verschiedenen Probleme mildern und abschw\u00e4chen.<\/p>\n<p>Die Entwicklungsl\u00e4nder des S\u00fcdens sind mit Konflikten aller Art konfrontiert, sowohl interne Konflikte als auch, nicht selten, Probleme untereinander. Das ist eine direkte Folge der ungleichen und ungerechten internationalen Beziehungen, die in unserer Welt herrschen. Auch wenn der Kolonialismus weitgehend beendet ist, gibt es hier und da immer noch Gebiete, die davon betroffen sind. Bei uns in der Karibik zum Beispiel gibt es noch einige davon. Der Kolonialismus wurde zwar Mitte der 1970er Jahre weitgehend beendet, aber viele der Verbindungen sind noch nicht wirklich abgebrochen.<\/p>\n<h3>Ausbeutung der Dritten Welt geht weiter<\/h3>\n<p>Das gilt insbesondere f\u00fcr die wirtschaftliche Entwicklung. Die Ausbeutung der Dritten Welt geht unvermindert weiter, das hat sich nicht ge\u00e4ndert. In einigen F\u00e4llen \u2013 insbesondere durch die Entwicklung von Wissenschaft und Technik \u2013 hat sie sich sogar noch verst\u00e4rkt und ist wahrscheinlich sogar intensiver als w\u00e4hrend der Kolonialzeit. Die Ausbeutung unserer Ressourcen zugunsten der entwickelten Welt ist nach wie vor ein Hauptmerkmal der heutigen internationalen Beziehungen.<\/p>\n<p>Das zeigt sich daran, da\u00df die Nettokapitalstr\u00f6me immer noch sehr stark vom S\u00fcden in den Norden flie\u00dfen, von den Entwicklungsl\u00e4ndern in die entwickelte Welt. Das mag nicht so erscheinen, wenn man sieht, da\u00df die Konzernmedien st\u00e4ndig berichten, da\u00df die L\u00e4nder der Dritten Welt gerettet werden m\u00fcssen oder da\u00df sie Spenden oder Beitr\u00e4ge brauchen. In den Nachrichten wird der Eindruck erweckt, da\u00df mehr Geld aus dem Norden in den S\u00fcden flie\u00dft. Doch tats\u00e4chlich wird gesch\u00e4tzt, da\u00df der Netto-Ressourcenflu\u00df von den Entwicklungsl\u00e4ndern in die Industriel\u00e4nder seit 1960 etwa 62 Billionen Dollar betr\u00e4gt. In heutigem Geld sind das 152 Billionen US-Dollar. Es handelt sich also nicht um Mittel, die aus dem Norden in den S\u00fcden kommen, sondern um Mittel, die aus dem S\u00fcden in den Norden flie\u00dfen.<\/p>\n<p>Diese Ausbeutung nimmt viele Formen an, und das betrifft die Ausbeutung unserer Rohstoffe. Nicht viele L\u00e4nder der Dritten Welt im S\u00fcden sind so industrialisiert, da\u00df sie Fertigprodukte herstellen k\u00f6nnen. Daher sind wir immer noch weitgehend Rohstoffexporteure. Und dadurch hat sich die Handelsbilanz dramatisch ver\u00e4ndert, weil die Preise f\u00fcr Industrieg\u00fcter weiter stark ansteigen, w\u00e4hrend die Preise f\u00fcr Rohstoffe viel langsamer steigen. Daher m\u00fcssen wir in der Dritten Welt fast jedes Jahr mehr Mittel aufwenden, um die gleichen Waren zu kaufen wie in den Vorjahren. Ein gr\u00f6\u00dferer Teil unserer Ressourcen wird f\u00fcr den Kauf von Waren verwendet.<\/p>\n<p>Es ist f\u00fcr uns nicht \u00fcberraschend, aber f\u00fcr viele Menschen in anderen Teilen der Welt mag es das sein, weil die Dritte Welt gr\u00f6\u00dftenteils aus Agrarl\u00e4ndern besteht: Aber es wird immer noch eine enorme Menge an Nahrungsmitteln in die L\u00e4nder der Dritten Welt importiert, in der Landwirtschaft selbst. In die Karibik zum Beispiel werden j\u00e4hrlich Lebensmittel im Wert von \u00fcber 4 Milliarden Dollar importiert, obwohl wir als eher landwirtschaftlich gepr\u00e4gt gelten.<\/p>\n<p>Das liegt vor allem daran, da\u00df zwar viele der von uns produzierten Erzeugnisse, wie Zuckerrohr, Zucker, Reis usw., exportiert werden, wir aber viele andere pflanzliche Nahrungsmittel in unser Land importieren. Dieser Bereich wurde nicht richtig entwickelt, es wurden nicht gen\u00fcgend Ressourcen in andere Bereiche der Nahrungsmittelproduktion investiert. In unserer Region wird dies immer deutlicher, und in der CARICOM [der Karibischen Gemeinschaft] ist die Rede davon, die Lebensmitteleinfuhren zu reduzieren, weil wir die M\u00f6glichkeit dazu haben. Es wird nicht viel in diesen Bereich investiert, und es gibt keine Ermutigung vor Ort, mehr zu produzieren.<\/p>\n<p>Dann ist da noch die Handelsbilanz. Die Stimme des Globalen S\u00fcdens, der Dritten Welt, ist in wichtigen Institutionen wie dem IWF, der Weltbank, der Welthandelsorganisation usw. nicht sehr gut vertreten und nicht sehr stark. Diese Organisationen sind nach wie vor unter der Kontrolle der m\u00e4chtigeren L\u00e4nder der Welt, insbesondere den Vereinigten Staaten. Und sie werden in ihrem Interesse gef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Deshalb sind wir st\u00e4ndig verschuldet. In den 1980er Jahren h\u00f6rte man sehr oft von den Schulden, und auch jetzt h\u00f6rt man von den Schulden. Die Schulden sind einer der Mechanismen, die unsere finanziellen Ressourcen ausbluten lassen und zum Nettoflu\u00df von Ressourcen aus dem S\u00fcden in den Norden beitragen. Fr\u00fcher haben wir viele IWF-Programme als \u201eSchuldenfallen\u201c bezeichnet. Es gibt also einen Geldabflu\u00df durch Schulden \u2013 \u00fcber diese internationalen Institutionen, durch staatliche Kredite, durch viele private Kredite von Banken in der entwickelten Welt \u2013 und auch aus bestimmten Investitionen in \u00d6l und Gas, Gold und andere Ressourcen. Sie werfen sehr schnell Gewinn ab, und so werden wir sehr schnell zum Nettoexporteur von Kapital.<\/p>\n<p>Kaum etwas von diesen Ressourcen wird hier verarbeitet. Das ganze Gold, das wir in Guyana f\u00f6rdern, wird zum Beispiel in Kanada raffiniert. \u00c4hnlich ist es mit jedem Tropfen \u00d6l, der jetzt gef\u00f6rdert wird, denn in den letzten 4-5 Jahren sind wir zwar ein \u00d6lproduzent geworden, aber es gibt hier keine Raffinerie, die etwas raffiniert, so da\u00df wir kaum etwas von unseren Produkten bekommen. Das ist ein Merkmal vieler L\u00e4nder der Dritten Welt, die weiterhin nur als Rohstoffproduzenten auftreten. Das f\u00fchrt zu gro\u00dfen Handelsungleichgewichten, und wir zahlen immer h\u00f6here Preise f\u00fcr Fertigwaren, die wir brauchen und die wir hier nicht haben.<\/p>\n<p>Obwohl der Kolonialismus abgeschafft wurde, gibt es also eine Art kollektiven Kolonialismus, der sich im Laufe der Jahre entwickelt hat. Die entwickelten L\u00e4nder des Nordens, vor allem die NATO-L\u00e4nder, sind also diejenigen, die die L\u00e4nder der Dritten Welt weiterhin ausbeuten.<\/p>\n<p>Der Hauptgrund f\u00fcr all das ist, wie ich schon sagte, da\u00df die internationalen Institutionen nicht zu unseren Gunsten eingerichtet sind, auch wenn man zum Beispiel aus politischer Sicht und aus Sicht der Justiz sieht, da\u00df der Internationale Strafgerichtshof ein internationales Gremium ist; im allgemeinen will er eher Staatsf\u00fchrer aus der Dritten Welt vor Gericht stellen.<\/p>\n<p>Schauen Sie sich an, wie lange es dauert: Seit acht Monaten, seit Israels Morden anfing, bis heute gibt es klare Anzeichen f\u00fcr einen V\u00f6lkermord. Ich habe die Nachrichten geh\u00f6rt, sie sind jetzt dabei, die H\u00e4user der Menschen zu zerst\u00f6ren, mit Dynamit zu sprengen. Die eigentliche Absicht ist, Gaza unbewohnbar zu machen; die Absicht ist ethnische S\u00e4uberung. Das geht weiter, und der Internationale Gerichtshof hat sich zu vielen dieser Dinge immer noch nicht ge\u00e4u\u00dfert.<\/p>\n<p>Wir wissen, wie schnell er \u00fcber Ru\u00dfland und Pr\u00e4sident Putin geurteilt hat, obwohl sie nur angeklagt wurden, weil sie Kinder aus dem Kriegsgebiet in Sicherheit brachten. Aber bei Netanjahu ist erst seit kurzem die Rede davon, ihn anzuklagen, weil er so viel Einflu\u00df hat.<\/p>\n<h3>Aufstieg der Alternativen ist wichtig<\/h3>\n<p>Aus diesem Grund ist der Aufstieg der Alternativen f\u00fcr uns so wichtig. Das zeigt sich daran, da\u00df viele L\u00e4nder jetzt Schlange stehen und sich der BRICS-Gruppe anschlie\u00dfen wollen. Die BRICS-Gruppe bietet eine gewisse Hoffnung, ein besseres Gleichgewicht und ein besseres Verh\u00e4ltnis zu den L\u00e4ndern der Dritten Welt zu schaffen. Deshalb gibt es in den Entwicklungsl\u00e4ndern viel Enthusiasmus f\u00fcr die BRICS und den Wunsch, den BRICS beizutreten, in der Hoffnung auf bessere Beziehungen zu den BRICS. Sie hoffen, da\u00df ihre Beziehungen zu den BRICS anders sein werden als die mit dem IWF, der Weltbank und anderen internationalen Organisationen, die aus der Bretton-Woods-\u00c4ra stammen.<\/p>\n<p>Ein weiterer wichtiger Bereich ist die von China ins Leben gerufene G\u00fcrtel- und Stra\u00dfen-Initiative. Sie ist f\u00fchrend beim Ausbau der Infrastruktur in der Dritten Welt, deren Mangel die Entwicklung unserer Volkswirtschaften in Bereichen wie dem Verkehr behindert hat. Dadurch werden viele unserer Strukturen an verschiedenen Orten miteinander verbunden, um sicherzustellen, da\u00df wir eine bessere Chance f\u00fcr eine produktivere Entwicklung haben und mehr unserer Waren verarbeiten und zu besseren Preisen verkaufen k\u00f6nnen, usw. Ich glaube, das ist einer der Gr\u00fcnde f\u00fcr die Feindseligkeit gegen\u00fcber Ru\u00dfland und China im Besonderen. Die Verleumdung dieser L\u00e4nder zum Beispiel: Dieselbe Kritik, die wir \u00fcber die Jahre am IWF ge\u00fcbt haben, da\u00df er Schuldenfallen schafft, wird jetzt von den Konzernmedien umgedreht, sie sagen, Chinas G\u00fcrtel- und Stra\u00dfen-Initiative w\u00fcrde Schuldenfallen schaffen.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich deutet alles darauf hin, da\u00df das nicht stimmt, sondern da\u00df viele L\u00e4nder der Dritten Welt zum ersten Mal die M\u00f6glichkeit haben, die Art von Infrastruktur zu entwickeln, die sie brauchen, um mehr Ressourcen aufzubauen.<\/p>\n<p>Daher w\u00fcrde ich sagen, da\u00df dies wahrscheinlich einer der Gr\u00fcnde [f\u00fcr die Konflikte] ist, auch wenn es nicht so offenkundig ist wie das, was jetzt in der Ukraine passiert, wo ein Stellvertreterkrieg gegen Ru\u00dfland gef\u00fchrt wird, um die Vorherrschaft des Westens zu erhalten. Aber es gibt sie, weil sie sehen, da\u00df diese neuartigen Beziehungen der Dritten Welt die M\u00f6glichkeit geben, widerstandsf\u00e4higer zu sein und dem Druck standzuhalten, dem wir st\u00e4ndig von internationalen Institutionen und westlichen Regierungen ausgesetzt sind, und statt dessen ein Programm f\u00fcr uns selbst zu entwickeln.<\/p>\n<p>Das ist einer der Gr\u00fcnde, warum wir weiterhin gegen die Vorg\u00e4nge in der Ukraine k\u00e4mpfen m\u00fcssen. Frieden! Die Dritte Welt braucht Frieden. Viele K\u00e4mpfe in der Dritten Welt werden von au\u00dfen angezettelt, und manchmal sind sie das \u00dcberbleibsel von Grenzproblemen usw., die durch den Kolonialismus verursacht wurden. Wir brauchen Frieden; wir brauchen einen Mechanismus in der Welt f\u00fcr den Frieden. Wir sehen erst die Anf\u00e4nge davon, da\u00df sich das mit den neuartigen Vereinbarungen mit den BRICS und der G\u00fcrtel- und Stra\u00dfen-Initiative entwickelt.<\/p>\n<p>Ich denke, ich habe genug gesagt, und ich m\u00f6chte Ihnen f\u00fcr Ihre Aufmerksamkeit danken.<\/p>\n<p><\/div><\/div><\/p>\n<ul>\n<li>Prof. Henry <strong>Baldelomar<\/strong>, Professor f\u00fcr internationale Beziehungen, Nur-Universit\u00e4t, Santa Cruz, Bolivien (Bolivien): <em>\u201eMan kann keinen Frieden haben, wenn es Indikatoren f\u00fcr strukturelle Gewalt gibt\u201c<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p><div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Rede im Wortlaut lesen<\/span><\/a><div class=\"toggle-content\"><\/p>\n<h2>\u201eMan kann keinen Frieden haben,<br \/>wenn es Indikatoren f\u00fcr strukturelle Gewalt gibt\u201c<\/h2>\n<p class=\"autor\">Von Prof. Henry Baldelomar<\/p>\n<p class=\"vor\">Henry Baldelomar ist Gesch\u00e4ftstr\u00e4ger an der bolivianischen Botschaft in Washington. Bei der Konferenz des Schiller-Instituts am 15. Juni sprach er in seiner Eigenschaft als Professor f\u00fcr internationale Angelegenheiten an der Nur-Universit\u00e4t in Santa Cruz, Bolivien. (\u00dcbersetzung aus dem Spanischen, Zwischen\u00fcberschriften wurden hinzugef\u00fcgt.)<\/p>\n<p>Guten Morgen, es ist mir eine Freude, hier bei Ihnen auf dieser Konferenz des Schiller-Instituts zu sein.<\/p>\n<p>Zweifellos sind diese Gef\u00fchle der Besorgnis, die die gesamte internationale Gemeinschaft aufgrund der Geschehnisse verdunkeln, auch das Ergebnis eines langen Prozesses, wie das internationale System gestaltet wurde. Erinnern wir uns daran, da\u00df das internationale System seit 1991 einen sehr komplizierten Proze\u00df durchlaufen hat, vielleicht den l\u00e4ngsten, um eine neue internationale Ordnung zu schaffen, der sich fast der gesamte globale S\u00fcden angeschlossen hat, um das Blatt zu wenden, das bis zu einem gewissen Grad ein Verhaltensmuster der Beziehungen zwischen Nord und S\u00fcd war. Es ist in der Tat so, da\u00df wir einige mit dem Kolonialismus verbundene Schemata und Architekturen der Macht hinter uns gelassen haben.<\/p>\n<p>Nichtsdestotrotz war die gesamte Periode, insbesondere seit 1945 bis 1991 oder vielleicht etwas sp\u00e4ter, durch eine systematische Betonung der Abh\u00e4ngigkeit in all ihren Ver\u00e4stelungen gekennzeichnet. Eine enorme Abh\u00e4ngigkeit in wirtschaftlicher und technologischer Hinsicht, eine Abh\u00e4ngigkeit im Handel, denn unsere Handelsbilanz zwischen dem S\u00fcden und dem Norden ist f\u00fcr den S\u00fcden \u00e4u\u00dferst ung\u00fcnstig.<\/p>\n<p>Auch im Hinblick auf die f\u00fcr die \u00f6ffentliche Gesundheit erforderlichen Technologien hat die COVID-Pandemie die ,franziskanischen\u2018 Verh\u00e4ltnisse aufgedeckt, bei denen ein gro\u00dfer Teil der Gesundheitsbedingungen nicht nur im S\u00fcden, sondern auch in den L\u00e4ndern des Nordens zu finden ist. Die L\u00e4nder des S\u00fcdens haben jedoch enorme Anstrengungen unternehmen m\u00fcssen, um die Folgen der COVID-Pandemie zu \u00fcberwinden.<\/p>\n<p>Zweifellos stehen wir an einem Scheideweg, wenn es darum geht, eine neue Wirtschaftsordnung zu konsolidieren. Bolivien hat sich die Notwendigkeit zu eigen gemacht, dieses Streben nach einer multipolaren Ordnung zu konkretisieren, denn diese neue Konfiguration wird es dem globalen S\u00fcden erm\u00f6glichen, ein h\u00f6heres Entwicklungsniveau zu erreichen.<\/p>\n<p>Wenn wir \u00fcber diese Entwicklungsniveaus sprechen, meinen wir nat\u00fcrlich nicht die 1960er und 70er Jahre, die Idee, die zum Beispiel die ECLAC [Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen f\u00fcr Lateinamerika und die Karibik] propagiert hatte. Das ist das ECLAC-Modell der Entwicklung, das bis zu einem gewissen Grad ein sehr begrenzter Ansatz war. In der Tat ist es viel zu klein f\u00fcr die Herausforderungen, denen sich der S\u00fcden gegen\u00fcbersieht, um wirklich Entwicklung betreiben zu k\u00f6nnen. Denn wenn wir von Entwicklung sprechen, mu\u00df diese zweifellos in die Beseitigung aller Indikatoren f\u00fcr strukturelle Gewalt umgesetzt werden.<\/p>\n<h3>Eine Region des Friedens?<\/h3>\n<p>Lateinamerika ist eine Region, die sich dadurch auszeichnet, da\u00df sie eine Region des Friedens ist, und wenn wir uns die anderen Kontinente ansehen, vielleicht abgesehen von Ozeanien, dann ist die Zahl der bewaffneten Konflikte in unserer Region deutlich geringer als in anderen Kontinenten. Auf die eine oder andere Weise bedeutet dieses Attribut, da\u00df es uns ein gewisses Prestige verleiht, man k\u00f6nnte sagen, eine Region des Friedens zu sein.<\/p>\n<p>Dies wird jedoch durch die schwerwiegenden strukturellen Indikatoren in den Hintergrund gedr\u00e4ngt oder zumindest verdunkelt, die Schwierigkeiten enormer sozialer Sektoren, grundlegende Dienstleistungen &#8211; wie Abwassersysteme, wie das Bildungssystem, das in vielen L\u00e4ndern Lateinamerikas mit gro\u00dfen Schwierigkeiten zu k\u00e4mpfen hat &#8211; zu gew\u00e4hrleisten. Die Technologie ist nahezu veraltet. Auch im Gesundheitswesen gibt es Probleme, und Armut und Elend sind die schlimmsten Anzeichen f\u00fcr soziale Gewalt.<\/p>\n<p>Vielleicht sollten wir auch \u00fcber die Idee sprechen, da\u00df Lateinamerika eine Region des Friedens ist, denn man kann keinen Frieden haben, wenn es Indikatoren f\u00fcr strukturelle Gewalt gibt. Man kann keinen Frieden haben, wenn es weite Gebiete gibt, die nicht einmal die M\u00f6glichkeit haben, die minimalen Bed\u00fcrfnisse zu befriedigen, wie z.B. die M\u00f6glichkeit, Lebensmittel nach Hause zu bringen. Sie k\u00f6nnen nicht von Frieden sprechen, wenn es in einer Region Diskriminierung gibt. Sie k\u00f6nnen nicht von Frieden sprechen, wenn die Unsicherheit f\u00fcr die B\u00fcrger in einigen St\u00e4dten zunimmt. Man kann nicht von Frieden sprechen, wenn die internationalen kriminellen Organisationen, wie der Menschen- und Drogenhandel und in etwas geringerem Ma\u00dfe auch der Waffenhandel, die Zivilgesellschaft in den lateinamerikanischen L\u00e4ndern treffen.<\/p>\n<p>Dennoch haben wir vielleicht trotz dieses schwierigen Bildes, das wir im ersten Panel geh\u00f6rt haben, jenseits der wirtschaftlichen und sozialen Indikatoren, die wir in S\u00fcdamerika sehen, die M\u00f6glichkeit, das Blatt zu wenden und die Chance auf Entwicklung zu haben.<\/p>\n<h3>Umfassende Entwicklung statt blo\u00dfer Gewinnung von Rohstoffen<\/h3>\n<p>In S\u00fcdamerika und insbesondere in Bolivien, einem Land, das in seiner Geschichte seit der Kolonialzeit bis vor kurzem ein Exporteur von Rohstoffen war, war Bolivien so gut wie ein Monoproduzent von Rohstoffen. In der Vergangenheit war es Silber, dann Zinn, und in den letzten Jahren Erdgas; in den letzten Jahren ist Bolivien zu einem gro\u00dfen Exporteur von Erdgas geworden; die wichtigsten M\u00e4rkte waren Argentinien und Brasilien.<\/p>\n<p>Wenn wir \u00fcber Entwicklung sprechen, wollen wir jedoch nicht einfach dasselbe Schema der Gewinnung von Ressourcen reproduzieren, die wichtig waren, um die Lebensbedingungen bis zu einem gewissen Grad verbessern zu k\u00f6nnen. Nat\u00fcrlich ist das nat\u00fcrlich nicht der effektivste und effizienteste Weg, um die enormen Mengen an nat\u00fcrlichen Ressourcen, die Bolivien besitzt, zu nutzen.<\/p>\n<p>Unsere Absicht ist es daher, da\u00df die BRICS, denen Bolivien beitreten m\u00f6chte, nicht nur eine neue Machtstruktur auf internationaler Ebene werden, so da\u00df wir im S\u00fcden gegen\u00fcber dem Norden nicht mehr untergeordnet sind, sobald es uns gelingt, die BRICS aufzubauen und zu st\u00e4rken. Wir werden in der Lage sein, internationale Beziehungen im Rahmen der Grunds\u00e4tze der Gleichheit und Solidarit\u00e4t zu unterhalten, so da\u00df alle V\u00f6lker der Welt ein bestimmtes Entwicklungsniveau erreichen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Unser Ziel, die BRICS, mu\u00df auch in die Schaffung einer neuen internationalen Wirtschaftsordnung umgesetzt werden. Traditionell sind die Institutionen, die aus Bretton Woods hervorgegangen sind &#8211; insbesondere der IWF und die Weltbank &#8211; fast ausschlie\u00dflich als Garanten nicht f\u00fcr die Entwicklung der L\u00e4nder des S\u00fcdens, sondern f\u00fcr die wirtschaftlichen Interessen der gr\u00f6\u00dften M\u00e4chte t\u00e4tig, insbesondere derjenigen, die bis zu einem gewissen Grad die meisten Anteile an diesen beiden wichtigen Institutionen besitzen. Diese etwas asymmetrische Beziehung, die man an der Zusammensetzung und den Entscheidungsgremien dieser Organisationen erkennen kann, war f\u00fcr die L\u00e4nder Lateinamerikas und insbesondere f\u00fcr die L\u00e4nder des Globalen S\u00fcdens schon immer ein Hindernis oder eine Schwierigkeit, wenn es darum ging, ein erfolgreicheres Niveau und die gesamte Entwicklung zu erreichen, die sie ben\u00f6tigen.<\/p>\n<p>Die Herausforderungen, vor denen wir stehen, haben damit zu tun, da\u00df wir ein h\u00f6heres Ma\u00df an Integration in unseren L\u00e4ndern in S\u00fcdamerika erreichen m\u00fcssen. Wir haben eine Reihe von Integrationserfahrungen gemacht, mit der Gemeinschaft der Andenstaaten, MERCOSUR, ALBA [Bolivarische Allianz f\u00fcr die V\u00f6lker unseres Amerikas] und anderen derartigen Gremien. Einige der Einschr\u00e4nkungen, die diese Integrationsprozesse mit sich bringen, haben mit den Schw\u00e4chen der Autobahnen und anderer Infrastrukturen zu tun.<\/p>\n<p>Um eine effiziente Integration der Infrastrukturen zu erreichen, brauchen wir ein ganzes System zur Integration der Autobahnen, das alle verschiedenen Verkehrstr\u00e4ger nutzt. Ich spreche nicht nur von Autobahnen, sondern auch von Eisenbahnen und Wasserwegen. Sie alle m\u00fcssen entwickelt und integriert werden, um unsere physische Integration zu verbessern und den L\u00e4ndern S\u00fcdamerikas, insbesondere Bolivien, das &#8211; aufgrund eines 1879 ausgel\u00f6sten Krieges &#8211; ein Binnenland ist und daher leider nur unter Schwierigkeiten Zugang zu bestimmten H\u00e4fen hat, die Anbindung an den internationalen Markt zu erm\u00f6glichen. Tatsache ist, da\u00df die BRICS f\u00fcr Bolivien nicht nur eine Art Schema der Machtverh\u00e4ltnisse sind, sondern auch eine Chance, damit die Ressourcen flie\u00dfen k\u00f6nnen, die notwendig sind, um dieses Niveau der umfassenden Entwicklung zu erreichen. Und da\u00df wir das asymmetrische Verh\u00e4ltnis \u00e4ndern, das im internationalen Handel und in der Entwicklung besteht.<\/p>\n<h3>Schw\u00e4chung des internationalen Rechts<\/h3>\n<p>Ich m\u00f6chte bei dieser Gelegenheit auch kurz auf Situationen eingehen, die mit der Schw\u00e4chung des internationalen Rechts zusammenh\u00e4ngen. In den letzten 40 Jahren waren wir Zeugen von drei Entwicklungen, die uns veranlassen sollten, sehr gr\u00fcndlich \u00fcber die Rolle des internationalen Rechts nachzudenken, um das zu verhindern, was jetzt in Gaza geschieht. In den letzten Jahren gab es drei solcher F\u00e4lle, die uns zu einem gewissen Ma\u00df an Scham f\u00fcr das internationale System veranlassen sollten: Was in Ruanda geschah; was im Kosovo geschah; und jetzt, was in Gaza geschieht.<\/p>\n<p>Im Rahmen dieser Bestrebungen nicht nur des Globalen S\u00fcdens, sondern der gesamten internationalen Gemeinschaft, der Menschheit als Ganzes, war es wichtig, auch kreativere und effizientere Wege zu entwickeln, um zu gew\u00e4hrleisten, da\u00df es nie wieder zu einer solchen Entwicklung kommt, wie wir sie jetzt in Gaza erleben. Zweifellos wirft es einen Schatten auf die W\u00fcrde des Menschen, wenn diese Art von Greueltaten an V\u00f6lkern ver\u00fcbt werden. Zweifellos handelt es sich um eine Art Ethnizid, eine Art Verbrechen, das in Gaza im Gange ist.<\/p>\n<p>Bolivien hofft, da\u00df wir in dem Ma\u00dfe, in dem die BRICS m\u00e4chtig werden und die Zahl der Staaten w\u00e4chst, nach und nach auch die Herausforderung annehmen werden, der internationalen Gemeinschaft eine Sichtweise des V\u00f6lkerrechts zu vermitteln, die nicht von der Anwendung von Gewalt abh\u00e4ngt, so da\u00df es nie wieder zu Situationen wie den drei von mir genannten kommen wird. Diese liegen nicht lange zur\u00fcck, sie stammen aus dem Ende des letzten Jahrhunderts und die j\u00fcngste Situation in Gaza aus dem Anfang dieses Jahrhunderts.<\/p>\n<h3>Ressourcen als Sprungbrett der Entwicklung<\/h3>\n<p>Abschlie\u00dfend m\u00f6chte ich betonen, da\u00df Bolivien nicht nur \u00fcber wichtige nat\u00fcrliche Ressourcen verf\u00fcgt, sondern da\u00df wir glauben, da\u00df diese in eine Art Trampolin f\u00fcr die Industrialisierung dieser Ressourcen umgewandelt werden sollten. Wir glauben, da\u00df insbesondere S\u00fcdamerika eine enorme Chance bietet, die L\u00e4nder, die \u00fcber gro\u00dfe Lithiumvorkommen verf\u00fcgen &#8211; das ber\u00fchmte Lithiumdreieck von Chile, Argentinien und Bolivien in S\u00fcdamerika. Wir hoffen, da\u00df die Reife vorhanden ist, um langfristig und mit dem Ziel zu denken, in S\u00fcdamerika eine Region zu bilden, die nicht nur die nat\u00fcrliche Ressource Lithium bereitstellen kann und nat\u00fcrlich dazu beitr\u00e4gt, den Verbrauch an fossilen Brennstoffen zu reduzieren, um effizienter zu sein, damit sich der Klimawandel nicht verschlimmert.<\/p>\n<p>Aber es w\u00e4re auch sehr wichtig, da\u00df wir in der Lage sind, unseren Willen in jedem dieser drei Staaten zu vereinen, um diese Ressource zu einer Ressource zu machen, die der Menschheit dient und nicht einfach ein weiterer Fall wird, wie es in der Vergangenheit der Fall war, wo nat\u00fcrliche Ressourcen ausgebeutet wurden und die V\u00f6lker, die sie besitzen, einfach leer ausgingen und zusahen, wie diese Ressourcen in den Norden transferiert wurden. Die Mineralien der Seltenen Erden sind ein weiteres Beispiel f\u00fcr die M\u00f6glichkeiten, die sich S\u00fcdamerika bieten, einen Beitrag zu leisten. Aber das mu\u00df auch in das Streben nach vollst\u00e4ndiger Entwicklung \u00fcbersetzt werden, die diese wirtschaftlichen Indikatoren, die in Wirklichkeit strukturelle Gewalt sind, verringern wird. Das war&#8217;s f\u00fcrs Erste, und ich m\u00f6chte Ihnen f\u00fcr diese Gelegenheit herzlich danken.<\/p>\n<p><\/div><\/div><\/p>\n<ul>\n<li>Michele <strong>Geraci<\/strong>, ehemaliger Unterstaatssekret\u00e4r, italienisches Ministerium f\u00fcr wirtschaftliche Entwicklung: <em>Win-Win-Spiel statt Nullsummenspiel<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p><div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Rede im Wortlaut lesen<\/span><\/a><div class=\"toggle-content\"><\/p>\n<h2>Win-Win-Spiel statt Nullsummenspiel<\/h2>\n<p class=\"autor\">Von Michele Geraci<\/p>\n<p class=\"vor\">Michele Geraci war Unterstaatssekret\u00e4r im italienischen Ministerium f\u00fcr wirtschaftliche Entwicklung und hat derzeit eine Gastprofessur f\u00fcr Finanzen und Wirtschaft an der New York University in Shanghai. Im zweiten Abschnitt der Internetkonferenz des Schiller-Instituts am 15.-16.6. sagte er folgendes (\u00dcbersetzung aus dem Englischen, Zwischen\u00fcberschriften wurden hinzugef\u00fcgt.)<\/p>\n<p>Ich danke Ihnen vielmals. Ich gr\u00fc\u00dfe Sie aus Shanghai, wo ich heute bin. Ich danke dem Schiller-Institut und allen Teilnehmern f\u00fcr ihre Anwesenheit und f\u00fcr die Einladung. Ich werde mich relativ kurz fassen, ich m\u00f6chte Ihnen einige wichtige Punkte nennen, die Sie vielleicht aus meiner kurzen Rede mitnehmen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Der erste wichtige Punkt ist, da\u00df es eine Alternative gibt: Es\u00a0<i>gibt<\/i>\u00a0einen besseren Weg f\u00fcr die L\u00e4nder der Welt, miteinander zu interagieren.<\/p>\n<p>Wenn wir von einer unipolaren Welt zu einer multipolaren Welt \u00fcbergehen, wenn also der Westen seine relative St\u00e4rke, die von den USA ausgeht, verliert und der Globale S\u00fcden aufsteigt, dann f\u00fchrt diese tektonische Verschiebung zu nat\u00fcrlichen Spannungen. Bei diesen nat\u00fcrlichen Spannungen handelt es sich im wesentlichen um einen Konflikt zwischen zweierlei Denken \u00fcber Wirtschaft.<\/p>\n<p>Das eine basiert auf dem Nullsummenspiel, dem Denken, das sich die westlichen L\u00e4nder bisher zu eigen gemacht haben. \u201eWenn ich gewinne, verlierst du; wenn du verlierst, gewinne ich.\u201c Dieses Denken wird bekanntlich von China und den L\u00e4ndern der Neuen Seidenstra\u00dfe, den BRICS-Staaten usw. in Frage gestellt. Ich verwende daf\u00fcr im allgemeinen den Begriff des Globalen S\u00fcdens, Sie werden mir verzeihen, wenn ich verallgemeinere, ich tue das der Einfachheit halber.<\/p>\n<p>Die alternative Sicht ist eine \u201eWin-Win-Situation\u201c, in der \u201eeuer Wohlstand auch zu meinem eigenen Wohlstand beitr\u00e4gt\u201c und mein Wohlstand auch f\u00fcr euren Wohlstand von Bedeutung ist. Nat\u00fcrlich sind die Dinge nicht ganz so simpel, in der Realit\u00e4t kann es Abweichungen von diesem idealen Win-Win-Ansatz geben. Aber im Durchschnitt gilt dieses Denken, und wenn man von Ausnahmen absieht \u2013 wie z.B. Reibungen im System, die diese Win-Win-Situation nicht wirklich realisieren \u2013, dann sollte dieses Denken die T\u00fcr f\u00fcr eine Diskussion \u00fcber Kooperation anstelle von Konkurrenz \u00f6ffnen.<\/p>\n<p>Der zweite Punkt, den ich ansprechen m\u00f6chte, ist der, da\u00df beim Nullsummenspiel der Wettbewerb im Mittelpunkt steht, w\u00e4hrend es beim Win-Win-Spiel die Zusammenarbeit ist. Wir sehen Aktivit\u00e4ten der europ\u00e4ischen L\u00e4nder und der Europ\u00e4ischen Union, die China in der Beziehung zu ihm manchmal als einen systemischen Rivalen sehen, manchmal als Partner, manchmal als Konkurrenten. Wir alle hier wollen versuchen, diesen Ansatz zu \u00e4ndern und uns mehr auf den kooperativen Weg zu konzentrieren.<\/p>\n<h3>Normalisierung der globalen Rollen<\/h3>\n<p>Die Europ\u00e4ische Union mu\u00df verstehen, was die Wirtschaftsgeschichte der letzten 2000 Jahre zeigt: da\u00df die Wirtschaft der Welt 1800 Jahre lang von den asiatischen L\u00e4ndern, von Indien und China, dominiert wurde. Das \u00e4nderte sich Ende des 17. Jahrhunderts, als die Briten nach Indien und China kamen. Der Aufstieg und die Vorherrschaft des Westens, der heutigen amerikanisch-europ\u00e4ischen Hegemonie, war also in der Geschichte der wirtschaftlichen Entwicklung der letzten zwei Jahrtausende nur ein kleiner \u201eAusrutscher\u201c.<\/p>\n<p>Dementsprechend m\u00fcssen wir erkennen, da\u00df der Aufstieg des Globalen S\u00fcdens keine Herausforderung ist. Er ist nicht nur etwas, bei dem wir Gewinn machen k\u00f6nnen, es ist auch ein fast schon nat\u00fcrliches und notwendiges Ergebnis, indem das Gleichgewicht auf der Welt wieder dahin gelangt, wo es schon immer war. Es ist fast schon eine Art Anziehungskraft zu einer R\u00fcckkehr zum Durchschnitt, der uns schon seit langem begleitet.<\/p>\n<p>Ich w\u00fcrde daher statt vom Aufstieg Chinas und des Globalen S\u00fcdens und Indiens eher davon sprechen, da\u00df sie wieder die Position erhalten, die ihnen bisher zustand. Die f\u00fchrenden L\u00e4nder sind dabei nat\u00fcrlich China und Indien, andere, kleinere L\u00e4nder waren nie dominant, aber auch die kommen jetzt im Gefolge Indiens und Chinas wieder zur\u00fcck.<\/p>\n<p>\u00dcber dieses \u201eWin-Win-Spiel contra Nullsummenspiel\u201c hinaus k\u00f6nnen wir daher versuchen, einen alternativen Weg zu finden, wie ich eingangs sagte: Gesch\u00e4fte, Handel und Investitionen zu entwickeln, bei denen man \u201eHand in Hand\u201c geht. Das ist etwas anderes als das \u201eHand in Hand\u201c, das unsere amerikanischen Freunde als einzigen Weg zum Erfolg sehen, nach amerikanischer Auffassung bedeutet das n\u00e4mlich, da\u00df wirtschaftliche Dominanz Hand in Hand mit milit\u00e4rischer Dominanz einhergehen mu\u00df. Das eine gilt als entscheidend f\u00fcr den Erfolg des anderen. Statt dessen sollten wir versuchen, diese Kopplung von wirtschaftlicher und milit\u00e4rischer Dominanz durch eine rein wirtschaftliche Zusammenarbeit zu \u00fcberwinden.<\/p>\n<p>Es ist sehr merkw\u00fcrdig, wenn ich in Asien mit anderen Wissenschaftlern und Regierungsmitgliedern spreche, fragen sie immer danach. Die USA befinden sich geographisch gesehen wirklich in einer ganz einzigartigen, optimalen Position. Sie sind ein Land, das durch zwei gro\u00dfe Ozeane isoliert ist. Im Norden grenzt es an ein befreundetes Land, und im S\u00fcden grenzt es an ein relativ befreundetes Land, das nicht wirklich eine milit\u00e4rische Bedrohung darstellt. Vielleicht sind die Migranten das einzige Problem. Aber letzten Endes k\u00f6nnten die USA schon allein aufgrund ihrer optimalen geographischen Lage in einer sicheren Umgebung leben. Und ja, die USA haben wirtschaftliche Interessen in anderen Teilen der Welt, aber das haben Frankreich und Deutschland, Gro\u00dfbritannien und selbst China auch. Diese wirtschaftlichen Interessen sind auch au\u00dferhalb ihres eigenen Territoriums erfolgreich, ohne da\u00df sie auf diese \u201ezweite Hand\u201c einer milit\u00e4rischen Dominanz angewiesen sind.<\/p>\n<p>Ich denke also, da\u00df der Erfolg Chinas in anderen L\u00e4ndern \u2013 G\u00fcrtel und Stra\u00dfe, die Investitionen in Afrika und anderen asiatischen und zentralasiatischen L\u00e4ndern \u2013, der ohne Notwendigkeit einer milit\u00e4rischen Hegemonie in diesen L\u00e4ndern auskommt (hoffentlich wird das noch einige Zeit so bleiben), den Weg zeigt, den auch die USA einschlagen k\u00f6nnten. Sie k\u00f6nnten ihre wirtschaftlichen Interessen weit weg von der sch\u00fctzenden Geographie der Vereinigten Staaten ohne Notwendigkeit milit\u00e4rischer Intervention verfolgen.<\/p>\n<p>Die USA sollten den Erfolg Chinas auf wirtschaftlichem Gebiet, der nicht mit milit\u00e4rischen Aktionen einhergeht, positiv sehen. Denn das gibt ihnen einen Anhaltspunkt daf\u00fcr, wie sie hoffentlich dieses \u201eHand in Hand\u201c der milit\u00e4rischen und wirtschaftlichen Hegemonie aufbrechen k\u00f6nnen und in ihrem eigenen Interesse ihre Zeit und ihre finanziellen Ressourcen besser f\u00fcr die vielen gef\u00e4hrlichen und wachsenden Probleme nutzen k\u00f6nnen, mit denen sie im Inland konfrontiert sind.<\/p>\n<h3>Die Neue Seidenstra\u00dfe verbindet viele Orte<\/h3>\n<p>Mein alter Wirtschaftsprofessor, Rudi Dornbusch, hat mir immer gesagt: \u201eMichele, studieren Sie Geographie und Demographie\u201c \u2013 also, wo das Land liegt, und die Menschen, die dort leben \u2013 \u201eum die wirtschaftliche Dynamik zu verstehen.\u201c Ich denke also, es ist eine relativ einfache L\u00f6sung f\u00fcr ein komplexes Problem. Nat\u00fcrlich vereinfache ich hier ein bi\u00dfchen.<\/p>\n<p>Die Neue Seidenstra\u00dfe ist f\u00fcr mich ein Erfolgsbeispiel f\u00fcr eine prosperierende wirtschaftliche Entwicklung in den Landgebieten Asiens und Afrikas. Ich bin froh, da\u00df ich vorhin die vision\u00e4re Rede von Lyndon LaRouche geh\u00f6rt habe, der schon vor 25 Jahren, 2001, 10-12 Jahre bevor Pr\u00e4sident Xi Jinping zum ersten Mal G\u00fcrtel und Stra\u00dfe erw\u00e4hnte, die Vorteile der Entwicklung von Landrouten als Alternative zu den Seewegen vor Augen hatte: eine sehr aufschlu\u00dfreiche und vision\u00e4re wirtschaftliche Analyse, die davon ausging, da\u00df der Nebeneffekt dieses Transits nicht nur an den Endpunkten, sondern auch entlang der Route wirtschaftliche Vorteile bringen w\u00fcrde, so da\u00df die Kosten f\u00fcr den Bau der Infrastruktur quasi subventioniert w\u00fcrden. Der Warentransport w\u00e4re im Grunde genommen zum Nulltarif zu haben, weil man den positiven Effekt dieser Entwicklung hat, was beim Meer nat\u00fcrlich nicht der Fall ist.<\/p>\n<p>Das ist einer der Gr\u00fcnde, warum ich Ihnen sehr daf\u00fcr danke, da\u00df Sie mich als eine der treibenden Kr\u00e4fte f\u00fcr den Beitritt Italiens zur G\u00fcrtel- und Stra\u00dfen-Initiative erw\u00e4hnt haben, denn ich habe genau diesen Punkt angesprochen: da\u00df die Neue Seidenstra\u00dfe im Grunde keine Angelegenheit zwischen Italien und China ist. Es geht nicht nur um den Export von Waren zwischen Italien und China usw., oder auch um Investitionen zwischen diesen beiden L\u00e4ndern, meinem und China, sondern es geht auch um die Zusammenarbeit und Entwicklung aller L\u00e4nder, die dazwischen liegen, also aller asiatischen und afrikanischen L\u00e4nder und eines Teils der europ\u00e4ischen L\u00e4nder. Ich bin mir also v\u00f6llig sicher, da\u00df die Neue Seidenstra\u00dfe keine Initiative von einem Punkt zum anderen ist, sondern eine von vielen Punkten zu vielen anderen Punkten.<\/p>\n<p>Gibt es dabei Probleme und Herausforderungen? Ja. Gibt es Projekte, die scheitern? Ja, nat\u00fcrlich, das kommt in der realen Welt nun mal vor. Aber die Mi\u00dferfolgsquote, die \u201eSchuldenfalle\u201c, liegt noch im Rahmen der normalen internationalen Standards. Ich habe fr\u00fcher im Bankmanagement gearbeitet und mich mit Fusionen und \u00dcbernahmen befa\u00dft, und glauben Sie mir, wenn wir bei gewissen Projekten eine Mi\u00dferfolgsquote von nur 10% oder selbst von 15% und einen Erfolg von 85% gehabt h\u00e4tten, dann h\u00e4tten wir diese Statistik mit unserem Blut unterschrieben.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte damit nur sagen, da\u00df man die Kritik an der G\u00fcrtel- und Stra\u00dfen-Initiative in den Kontext der anderen Risiken stellen sollte, die mit der Entwicklung von Schwellenl\u00e4ndern verbunden sind. Ja, es gibt Probleme, aber das sind keine Gr\u00fcnde, diese Projekte nicht durchzuf\u00fchren. Vielmehr sind sie ein Grund, mehr Ressourcen zu investieren, um die Qualit\u00e4t der Investitionen weiter zu verbessern.<\/p>\n<p>Und der letzte Punkt, den ich ansprechen m\u00f6chte, ist: Es gibt wirklich Platz f\u00fcr alle. Wir haben sechs Milliarden Menschen, die einen Bedarf an Infrastrukturentwicklung haben: Wasser, sanit\u00e4re Anlagen, landwirtschaftliche Entwicklung, was auch immer. Europa und die USA m\u00fcssen nicht mit China und der Neuen Seidenstra\u00dfe konkurrieren. Das hier ist wirklich ein Beispiel daf\u00fcr, wie wir alle zusammenarbeiten und uns gegenseitig erg\u00e4nzen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Das Gateway-Programm der Europ\u00e4ischen Union f\u00fcr die Entwicklung Afrikas, ist das eine Konkurrenz f\u00fcr G\u00fcrtel und Stra\u00dfe? Nein! Es ist komplement\u00e4r. China begr\u00fc\u00dft die Infrastruktur-Initiative der Vereinigten Staaten, Global Gateway der EU und alles andere, den Nahost-Korridor usw., es gibt wirklich Platz f\u00fcr alle.<\/p>\n<p>Und wir m\u00fcssen uns von der Denkweise verabschieden, da\u00df wir in Europa das Global Gateway brauchen, um mit der Neuen Seidenstra\u00dfe zu konkurrieren oder ihren Fortschritt zu bremsen. Es sind zwei Initiativen, das Global Gateway der EU und die Neue Seidenstra\u00dfe sollten und m\u00fcssen f\u00fcr die Entwicklung Afrikas Hand in Hand gehen, anstatt in Konkurrenz zueinander zu stehen. Es gibt Platz und Bedarf f\u00fcr beides.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem m\u00fcssen China und Europa zusammenarbeiten, um Informationen, Erfahrungen und Erkenntnisse auszutauschen, damit beide gewinnen. Es geht nicht um einen Wettbewerb um ein neues Projekt, sondern darum, da\u00df China gewinnt und erfolgreich ist. Das ist eine gute Neuigkeit f\u00fcr unser europ\u00e4isches Vorhaben, denn es kann daraus lernen und vermeiden, woanders die gleichen Fehler zu machen. Insofern w\u00e4re Chinas Gewinn auch ein Gewinn f\u00fcr die Europ\u00e4er in diesem Kontext von G\u00fcrtel und Stra\u00dfe.<\/p>\n<p>Ich h\u00f6re hier auf und gebe nur ein Versprechen ab: In dem Augenblick, in dem es in Italien wieder einen Regierungswechsel gibt, wird eine der Aufgaben auf meiner politischen Agenda darin bestehen, Italien wieder in die Neue Seidenstra\u00dfe einzubinden, so da\u00df wir diesen Proze\u00df neu starten und unsere Initiative anderen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern zur Verf\u00fcgung stellen k\u00f6nnen, damit auch sie sorgf\u00e4ltig dar\u00fcber nachdenken und sich hoffentlich wieder anschlie\u00dfen k\u00f6nnen \u2013 nicht als Alternative oder als Konkurrenz, sondern als erg\u00e4nzende Initiative zu den Projekten unserer eigenen europ\u00e4ischen Einzelstaaten.<\/p>\n<p>Vielen Dank f\u00fcr Ihre Aufmerksamkeit.<\/p>\n<p><\/div><\/div><\/p>\n<ul>\n<li>Folker <strong>Hellmeyer<\/strong>, Chefvolkswirt der Netfonds AG (Deutschland)<\/li>\n<\/ul>\n<p><div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Im Wortlaut lesen<\/span><\/a><div class=\"toggle-content\"><\/p>\n<p>Unser n\u00e4chster Redner ist Folker Hellmeyer. Er ist Chefvolkswirt der Netfonds AG. Sein Beitrag hat die Form eines Interviews, das Helga Zepp-LaRouche kurz vor der Konferenz mit ihm gef\u00fchrt hat. Wir zeigen es Ihnen jetzt.<\/p>\n<p>HELGA ZEPP-LAROUCHE: Hallo, Herr Hellmeyer, ich freue mich sehr, dass Sie uns die Ehre geben, an dieser Konferenz teilzunehmen, denn Sie sind mit Ihren Ansichten in diesen Tagen eher wie ein einsamer Rufer in einem Meer von Unvernunft in Deutschland. Ich m\u00f6chte Sie nach dem Interview fragen, das Sie vor einigen Tagen der Schw\u00e4bischen Zeitung gegeben haben, worin Sie unter der \u00dcberschrift &#8222;Quo Vadis Deutschland&#8220; davor gewarnt haben, dass Deutschland vor die Wand f\u00e4hrt. K\u00f6nnen Sie Ihre Bef\u00fcrchtungen bitte erl\u00e4utern?<\/p>\n<p>FOLKER HELLMEYER: Ja, zun\u00e4chst einmal vielen Dank, dass ich hier sprechen kann, und ich w\u00fcnsche Ihnen alles Gute, um in dieser Welt etwas zu ver\u00e4ndern, denn das ist dringend n\u00f6tig.<\/p>\n<p>Es gibt drei Themen, die Deutschland betreffen. Das erste Thema ist Energie. Unsere Energiepreise sind im internationalen Vergleich nicht wettbewerbsf\u00e4hig. Deshalb haben wir hier einen Standortnachteil. Die Versorgungsprobleme im Energiebereich sind langfristig nicht gel\u00f6st, und diese beiden Probleme spielen eine gro\u00dfe Rolle bei den Kapitalinvestitionen. Nur mit st\u00e4ndigen Kapitalinvestitionen k\u00f6nnen Volkswirtschaften florieren.<\/p>\n<p>Das n\u00e4chste Problem ist, dass die Sanktionspolitik, die nicht im Einklang mit dem WTO-Recht steht &#8211; Sanktionen, bei denen wir den Vereinigten Staaten, dem Vereinigten K\u00f6nigreich und der Europ\u00e4ischen Union folgen &#8211; unser Gesch\u00e4ftsmodell in hohem Ma\u00dfe einschr\u00e4nkt, da wir wichtige Importm\u00e4rkte und auch Exportm\u00e4rkte verlieren. Das untergr\u00e4bt unser Gesch\u00e4ftsmodell hier in Deutschland und in Europa.<\/p>\n<p>Der dritte Punkt betrifft das Vertrauen. Die deutsche Wirtschaft hat das Vertrauen in unsere Politiker verloren. Wenn man kein Vertrauen hat, investiert man nicht. Daher erodiert der Kapitalstock hierzulande, und das ist es, was wir sehen. Deutschland ist in der Weltrangliste f\u00fcr Wettbewerbsf\u00e4higkeit von 2014 bis 2023 von Platz 5 auf Platz 22 zur\u00fcckgefallen. Dies ist eine Aufforderung an die deutschen Politiker und auch an die Politiker der Europ\u00e4ischen Union, in vielen Fragen eine Kehrtwende zu vollziehen &#8211; sei es in der Au\u00dfenpolitik oder bei den Kapitalinvestitionen und da\u00df wir unsere eigenen Interessen und nicht die Interessen Dritter verfolgen.<\/p>\n<p>ZEPP-LAROUCHE: Wenn man das, was in Deutschland diskutiert wird, mit dem vergleicht, was auf der internationalen B\u00fchne passiert, ist die Diskrepanz erstaunlich. Es sind tektonische Verschiebungen im Gange, mit den BRICS formiert sich ein ganz neues System. Sie repr\u00e4sentieren zunehmend die Mehrheit der Weltbev\u00f6lkerung, des weltweiten BIP. Warum sehen die Menschen in Deutschland und Europa nicht das unglaubliche Potenzial, das in einer einfachen Zusammenarbeit mit dieser neuen, aufstrebenden Gruppe von L\u00e4ndern liegen w\u00fcrde?<\/p>\n<p>HELLMEYER: Die Antwort ist ganz einfach. Nat\u00fcrlich kann man das sehen, und einige \u00d6konomen wie ich haben das schon sehr fr\u00fch gesehen, und wir waren schon lange in Kontakt. Wir haben dar\u00fcber gesprochen, die Seidenstra\u00dfe, die BRICS, all diese Themen h\u00e4ngen zusammen. Tatsache ist, dass die westliche Welt ihre Machtposition in der Welt nicht verlieren will. Im Jahr 1980 hatte die westliche Welt einen Anteil von 80 Prozent am weltweiten BIP, bei vergleichbarer Machtparit\u00e4t. Heute sind wir auf etwa 30 Prozent gefallen. Der globale S\u00fcden ist also von 20% auf jetzt 70% gestiegen, aber er w\u00e4chst jedes Jahr um 100-150% st\u00e4rker als die westliche Welt. Sie werden also in absehbarer Zeit 75% bis 80% erreichen. Das ist eine wirtschaftliche und finanzielle Machtverschiebung, die bereits stattgefunden hat.<\/p>\n<p>Bisher waren alle diese L\u00e4nder des S\u00fcdens auf sich allein gestellt. Sie hatten keinen Einfluss auf die Weltpolitik. Jetzt, wo sich die BRICS formieren und erweitern &#8211; ich glaube, es gibt 40 weitere L\u00e4nder, die beitreten wollen -, werden sie zu einem wichtigen Akteur. Deutschland handelt nicht im eigenen Interesse, indem es auf den globalen S\u00fcden und die BRICS-L\u00e4nder zugeht, sondern folgt den Vorgaben aus New York und Washington und auch aus London. Das ist ein gro\u00dfer Fehler, denn am Ende gewinnen wir vielleicht eine Schlacht, aber wir verlieren den Krieg. Durch den Einsatz von Mitteln, die au\u00dferhalb des Rahmens des legalen Gesch\u00e4fts in der Welt liegen &#8211; zum Beispiel der WTO, der Welthandelsorganisation &#8211; verlieren wir jeden Tag das Ansehen des globalen S\u00fcdens. Wir schaden uns also selbst, wenn wir dabei nicht mitmachen, und ich wei\u00df das, weil ich mich sehr bem\u00fcht habe, uns auf den Weg der BRICS zu bringen, auf den Weg der Chancen. Das hat nicht sehr gut funktioniert, um es sehr diplomatisch auszudr\u00fccken.<\/p>\n<p>ZEPP-LAROUCHE: Ich kann Ihnen nur zustimmen, dass das Ansehen Deutschlands sehr schnell sinkt. Ich spreche mit vielen Leuten. Heute ist der letzte Tag des Internationalen Wirtschaftsforums in St. Petersburg mit 19.000 Teilnehmern aus 130 L\u00e4ndern. Es wurde \u00fcber 850 gro\u00dfe Gesch\u00e4ftsabschl\u00fcsse berichtet. Man kann also nicht sagen, dass Russland isoliert ist. In diesem Jahr hat Russland den BRICS-Vorsitz inne, und im Oktober findet der n\u00e4chste gro\u00dfe BRICS-Gipfel statt, bei dem wahrscheinlich viele neue L\u00e4nder den BRICS beitreten werden. Warum k\u00f6nnen wir diese Realit\u00e4t nicht irgendwie in die Diskussion in Deutschland einbringen?<\/p>\n<p>HELLMEYER: Um etwas in die Diskussion zu bringen, braucht man die Medien. Ich kann nur sagen, dass ich seit September 2014 nicht mehr in den Medien war \u2013 wobei die ARD ist unser wichtigster Medienkanal ist -, weil ich offenbar eine falsche Vorstellung von bestimmten internationalen Themen im Zusammenhang mit der Ukraine-Krise habe.<\/p>\n<p>Werfen wir einen Blick auf das St. Petersburger Wirtschaftsforum. Es ist ein gro\u00dfer Erfolg. Und ich behaupte ganz klar, dass der Westen seit 1944, als der IWF und die Weltbank in Bretton Woods gegr\u00fcndet wurden, noch nie so isoliert war. Im Grunde ist jedes einzelne Ziel, das der Westen nach dem 24. Februar 2022 verfolgte, nach hinten losgegangen. Insbesondere haben wir Russland wirtschaftlich nicht in die Knie gezwungen; stattdessen bl\u00fcht seine Wirtschaft. Unsere Wirtschaft in Europa leidet.<\/p>\n<p>Zweitens, es gibt keine internationale Isolation. Es gibt eine Isolation zwischen dem Westen und Russland, ja, aber nicht mit dem globalen S\u00fcden. Das hat sich sogar noch versch\u00e4rft. Wenn Sie sich die Handelsstr\u00f6me zwischen dem Globalen S\u00fcden und Russland ansehen, haben sie zugenommen. Die von Europa sind zur\u00fcckgegangen. Ihr Anteil hat in den letzten zwei Jahren zugenommen.<\/p>\n<p>Wenn Sie all diese Dinge zusammen betrachten, werden wir diese M\u00e4rkte f\u00fcr einen sehr langen Zeitraum verlieren. Und es gibt noch ein weiteres Problem. Die Globalisierung hat die Armut in der Welt verringert, doch heute de-globalisieren wir im Grunde genommen; wir spalten den Westen vom globalen S\u00fcden durch die von den USA gesteuerte Politik, die von der Europ\u00e4ischen Union \u00fcbernommen wurde. Wir entfernen uns von der Globalisierung und verlieren damit potenzielles Wachstum. Der Globale S\u00fcden mit den BRICS, der Shanghaier Organisation f\u00fcr Zusammenarbeit und der RCEP [Regional Comprehensive Economic Partnership] hingegen globalisiert weiter. Daher haben sie in Zukunft h\u00f6here potenzielle Wachstumsraten. Sie sind klug, und f\u00fcr mich ist das Forum in St. Petersburg eine Best\u00e4tigung daf\u00fcr. 130 L\u00e4nder sind dort vertreten; und es gibt 193 L\u00e4nder in den Vereinten Nationen. Das spricht f\u00fcr sich.<\/p>\n<p>ZEPP-LAROUCHE: Ich stimme Ihnen zu, aber zum Gl\u00fcck gibt es eine Stimme der Vernunft, n\u00e4mlich Papst Franziskus, der gerade eine neue internationale Finanzarchitektur gefordert hat. Er hat dies in den Kontext des Vergebungsjahres 2025 gestellt, das immer ein Thema war, um einen Schuldenerlass f\u00fcr die Entwicklungsl\u00e4nder zu fordern. Vielleicht passt das zu den aktuellen Bestrebungen der BRICS, eine neue Finanzw\u00e4hrung, eine neue Finanzhandelsw\u00e4hrung, vielleicht sogar eine Reservew\u00e4hrung zu schaffen und die Funktion der Neuen Entwicklungsbank, die ihren Sitz in Shanghai hat, auszuweiten. K\u00f6nnten Sie dazu etwas sagen?<\/p>\n<p>HELLMEYER: Ja. Wenn Sie sich die Anteile am Welt-BIP anschauen, habe ich erw\u00e4hnt, dass der globale S\u00fcden bei 70 Prozent liegt. Wenn man sich die Qualit\u00e4t der statistischen Daten anschaut, dann hatte der Westen in der Vergangenheit &#8211; in den 50er, 60er, 70er, 80er, 90er und 2000er Jahren &#8211; immer bessere Strukturdaten. S gab die lateinamerikanische Krise, die Fernostkrise usw. und der globale S\u00fcden hatte schwache Strukturdaten. Auch das hat sich ge\u00e4ndert. Es ist also eine Ver\u00e4nderung in der Quantit\u00e4t und in der Qualit\u00e4t. Jetzt bauen sie Strukturen auf, um ihre wirtschaftliche Macht und ihre Qualit\u00e4t in Modelle einzubringen, die es erlauben, auf ausgewogene Art und Weise miteinander umzugehen. Das westliche System mit dem IWF und der Weltbank war immer ein Mittel, um westliche Interessen durchzusetzen. Und es ist bekannt, dass f\u00fcr eine Entscheidung des IWF oder der Weltbank eine Zustimmung von 85 Prozent erforderlich ist. Die USA haben einen Stimmenanteil von 50 Prozent, also k\u00f6nnen sie alles stoppen, was sie wollen. Mit der Neuen Entwicklungsbank und all diesen Themen haben wir jetzt die Chance, neue Strukturen zu schaffen. Es wird Zeit brauchen, und ich empfehle dem S\u00fcden, sich Zeit zu nehmen, harte und gute Arbeit zu leisten und nicht zu schnell zu sein. Schauen Sie sich den Euro an, das war ein schneller Weg, nicht der beste Weg, aber ein schneller Weg.<\/p>\n<p>ZEPP-LAROUCHE: OK, vor ein paar Tagen hat Harald Kujat, der ehemalige Generalinspekteur der Bundeswehr und fr\u00fchere Vorsitzende des Milit\u00e4rausschusses der NATO, gewarnt, dass sich der Ukraine-Krieg sich zur Urkatastrophe des 21. Jahrhunderts entwickeln k\u00f6nnte, in einer klaren Anspielung auf den Ersten Weltkrieg, der diese Funktion f\u00fcr das 20. Jahrhundert hatte. Viele internationale Experten wie Scott Ritter, Jeffrey Sachs, Prof. Mearsheimer und andere warnen ebenfalls vor der Gefahr, dass sich die Krise oder der Krieg zu einem globalen Atomkrieg ausweiten k\u00f6nnte. Was ist Ihre Meinung dazu und was muss getan werden, um das zu verhindern?<\/p>\n<p>HELLMEYER: Ich sehe diese Gefahr, weil sich die Mentalit\u00e4t in Europa ge\u00e4ndert hat; die Mentalit\u00e4t der Politiker. Die Lehren aus dem letzten Jahrhundert werden nicht mehr gezogen, nein. Was wir in der Ukraine-Krise sehen, ist eine st\u00e4ndige Eskalation durch den Westen. Wir erreichen nicht die Ziele, die wir erreichen wollen, und sobald wir das sehen, eskalieren wir einfach. Das erinnert mich an Christopher Clarks Buch \u00fcber den Ersten Weltkrieg, wie die L\u00e4nder in den Ersten Weltkrieg gezogen sind. Wir sind genau auf dem gleichen Weg. In dieser Hinsicht stimme ich voll und ganz mit Scott Ritter, Jeffrey Sachs, John Mearsheimer und einigen anderen \u00fcberein. Das ist meine gr\u00f6\u00dfte Sorge f\u00fcr die Zukunft. Die Wirtschaft ist das eine. Wenn wir die Welt wegen der Ukraine zerst\u00f6ren &#8211; und es ist nicht wegen der Ukraine. Die Ukraine ist ein Opfer der Politik des Westens, der nach der Weltmacht greift, w\u00e4hrend die Grundlage f\u00fcr die Weltmacht im Bereich der Wirtschaft und der Finanzen schwindet. Das ist das Hauptproblem. Es geht um Macht; mit Menschlichkeit hat das nichts zu tun. Nicht mit der Moral, die wir an den Tag legen; unsere wahren Farben sind andere.<\/p>\n<p>ZEPP-LAROUCHE: Vielen Dank, und lassen Sie uns daran arbeiten, dies zu verhindern.<\/p>\n<p>HELLMEYER: In der Tat, und ich w\u00fcnsche Ihnen das Allerbeste. Ich m\u00f6chte Ihnen f\u00fcr all Ihre Bem\u00fchungen danken, die Sie in den letzten Jahrzehnten unternommen haben, um die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Ich danke Ihnen.<\/p>\n<p><\/div><\/div><\/p>\n<ul>\n<li>S.E. Botschafter Prof. Dr. Manuel <strong>Hassassian<\/strong>, Botschafter der Pal\u00e4stinensischen Beh\u00f6rde in D\u00e4nemark (Pal\u00e4stina)<\/li>\n<\/ul>\n<p><div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Im Wortlaut lesen<\/span><\/a><div class=\"toggle-content\"><\/p>\n<p>Den historischen Kontext des pal\u00e4stinensisch-israelischen Konflikts verstehen: Aktuelle Realit\u00e4ten, Herausforderungen und der Fahrplan zu nachhaltigem Frieden und dauerhafter Gerechtigkeit<\/p>\n<p>Prof. Dr. Manuel Hassassian<br \/>Pal\u00e4stinensischer Botschafter in D\u00e4nemark<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte meine Rede damit beginnen, dem Schiller-Institut f\u00fcr die Gelegenheit zu danken, vor Ihrer gesch\u00e4tzten Konferenz sprechen zu d\u00fcrfen. Es tut mir leid. Ich werde nicht bei Ihnen sein, weil ich auf Reisen bin.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte meine Rede mit einem kurzen \u00dcberblick \u00fcber den Oasen-Plan beginnen, denn sp\u00e4ter werde ich \u00fcber den pal\u00e4stinensisch-israelischen Konflikt sprechen und dar\u00fcber, wie dieser in den Kontext eines Plans eingebettet werden kann, der wirklich Frieden, Sicherheit und Gerechtigkeit durch wirtschaftliche Entwicklung und durch die Beziehungen zwischen Nord und S\u00fcd bringen wird und so weiter. Lassen Sie mich zun\u00e4chst kurz den Oasen-Plan beleuchten, der vom Schiller-Institut unter dem Titel LaRouche-L\u00f6sung f\u00fcr Frieden durch Entwicklung zwischen Israel und Pal\u00e4stina und f\u00fcr ganz S\u00fcdwestasien gef\u00f6rdert wird. Frieden durch wirtschaftliche Entwicklung ist die einzige erfolgreiche Grundlage f\u00fcr einen dauerhaften gerechten Frieden in der Nahostregion.<\/p>\n<p>Es gibt keine rein milit\u00e4rische Grundlage f\u00fcr Frieden oder Sicherheit, und eine milit\u00e4rische L\u00f6sung war noch nie eine L\u00f6sung. Es gibt also keine rein milit\u00e4rische Grundlage f\u00fcr Frieden oder Sicherheit. Nur Entwicklung ist wichtig. Das gr\u00f6\u00dfte Hindernis f\u00fcr die Entwicklung in unserer Region, d.h. im Nahen Osten und in S\u00fcdwestasien, ist jedoch der Mangel an S\u00fc\u00dfwasser. Wie jeder wei\u00df. Denn wenn wir dieses Problem nicht l\u00f6sen, wird der n\u00e4chste Krieg im Nahen Osten um die Wasserressourcen gef\u00fchrt werden, d.h.wir brauchen den Bau eines Netzes von Entsalzungsanlagen, die idealerweise nuklear betrieben werden und das Meerwasser in S\u00fc\u00dfwasser umwandeln k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>(Sprecher1:) Diese Anlagen k\u00f6nnten das Rote Meer mit dem Toten Meer und das Tote Meer mit dem Mittelmeer verbinden, wie es in dem Plan vorgesehen ist. Und das wird nur m\u00f6glich sein, wenn wir die Machtpolitik und die Geopolitik ablehnen und einen neuen Paradigmenwechsel in den internationalen Beziehungen herbeif\u00fchren, der auf einem neuen Konzept der wirtschaftlichen Entwicklung beruht, d.h. Sicherheit und Entwicklung werden sich als gro\u00dfes Konzept durchsetzen. Wie Helga Zepp-LaRouche einmal sagte. Ich zitiere. &#8222;Man muss Hoffnung haben und der Jugend eine anst\u00e4ndige Zukunft geben, damit sie ein normales Leben f\u00fchren und n\u00fctzliche Dinge tun kann.&#8220; Dieser Plan sollte auf den pal\u00e4stinensisch-israelischen Konflikt anwendbar sein, damit er endlich und dauerhaft gel\u00f6st wird, damit Frieden und Sicherheit herrschen.<\/p>\n<p>Und nun lassen Sie mich die aktuelle Situation in Pal\u00e4stina beleuchten. Ich denke, es ist wichtig, die Tragweite dieses gro\u00dfen Konflikts zu kennen, der die ganze Welt in Mitleidenschaft gezogen hat. Und wie Sie sehen k\u00f6nnen, hat er die ganze Welt erfasst. Die \u00f6ffentliche Meinung wird sich mehr und mehr bewusst, was die Pal\u00e4stinenser im Gazastreifen, im Westjordanland und in Ostjerusalem durchmachen m\u00fcssen. Israels anhaltende apokalyptische Milit\u00e4rkampagne gegen den Gazastreifen, das Westjordanland und Ostjerusalem ist die Kr\u00f6nung von 76 Jahren Verfolgung, Vertreibung und V\u00f6lkermord. Sie hat zu einer Massenvernichtung gef\u00fchrt. Sie hat zur Vertreibung von mehr als 90% der Bev\u00f6lkerung des Gazastreifens gef\u00fchrt und zum Tod und zur Verst\u00fcmmelung von Zehntausenden unschuldiger Zivilisten, von denen die meisten, wie Sie wissen, Frauen und Kinder sind.<\/p>\n<p>In den letzten 250 Tagen hat Israel eine anhaltende Kampagne von Luftangriffen auf Zivilisten in Gaza durchgef\u00fchrt. Bei der j\u00fcngsten Eskalation wurden im Fl\u00fcchtlingslager Al-Nuseirat im Zentrum des Gazastreifens etwa 210 Pal\u00e4stinenser massakriert und \u00fcber 400 verwundet. Die Zahl der Todesopfer bel\u00e4uft sich auf mehr als 37.000, wobei die H\u00e4lfte der Opfer Kinder sind. Tragischerweise werden \u00fcber 10.000 M\u00e4rtyrer unter den Tr\u00fcmmern der zerst\u00f6rten Geb\u00e4ude vermutet. Die katastrophale Lage wird durch den Verlust von 147 UN-Mitarbeitern und die Zerst\u00f6rung von 32 Krankenh\u00e4usern noch verschlimmert, so dass nur wenige betriebsbereite Einrichtungen mit begrenzten Ressourcen \u00fcbrig geblieben sind. Dar\u00fcber hinaus wurden alle Bildungseinrichtungen, einschlie\u00dflich Schulen und Universit\u00e4ten, dezimiert und zahlreiche religi\u00f6se St\u00e4tten, wie Kirchen und Moscheen, vollst\u00e4ndig zerst\u00f6rt. Die Kontrolle \u00fcber den Grenz\u00fcbergang Rafah schr\u00e4nkt den Zugang zu lebenswichtigen G\u00fctern, einschlie\u00dflich Treibstoff, weiter ein und verhindert das Funktionieren lebenswichtiger Dienste. Infolgedessen liegen etwa 70% der Infrastruktur des Gazastreifens in Tr\u00fcmmern, was die humanit\u00e4re Krise in der Region versch\u00e4rft.<\/p>\n<p>Welche Bezeichnung beschreibt diesen Konflikt am besten? Handelt es sich um einen Verteidigungskrieg, bei dem Israel sich selbst sch\u00fctzt, oder ist es ein Feldzug zur Unterdr\u00fcckung eines Volkes, das nach Unabh\u00e4ngigkeit und Freiheit strebt? Manchmal finde ich es ironisch, wenn ich mit europ\u00e4ischen oder amerikanischen Beamten diskutiere, wie ich es unz\u00e4hlige Male in meiner diplomatischen Laufbahn getan habe, und sie sich st\u00e4ndig f\u00fcr eine Zweistaatenl\u00f6sung einsetzen, w\u00e4hrend Pal\u00e4stina zunehmend zerst\u00f6rt wird. Trotz dieser Realit\u00e4t wird die Rhetorik beibehalten. Wenn sie wirklich eine Zweistaatenl\u00f6sung unterst\u00fctzen, warum \u00fcben sie dann in den Vereinten Nationen ein Veto aus, vor allem wenn fast 140 L\u00e4nder Pal\u00e4stina anerkannt haben? Au\u00dferdem folgt Europa in dieser Angelegenheit oft dem Beispiel der Vereinigten Staaten, was Fragen \u00fcber die Ausgewogenheit ihres Ansatzes f\u00fcr die Zweistaatenl\u00f6sung aufwirft.<\/p>\n<p>Die Pal\u00e4stinenser setzen sich heute f\u00fcr das grundlegende menschliche Prinzip der Selbstbestimmung ein. Es stellt sich die Frage, warum die Weltgemeinschaft das Selbstbestimmungsrecht, wie es in Woodrow Wilsons 16. Artikel formuliert ist, allgemein unterst\u00fctzt, dieses Prinzip aber im Zusammenhang mit Pal\u00e4stina oft missachtet wird. Dies regt zum Nachdenken dar\u00fcber an, ob die Pal\u00e4stinenser in ihrem Streben nach Anerkennung als unabh\u00e4ngiger Nationalstaat innerhalb der internationalen Gemeinschaft weniger Beachtung verdienen.<\/p>\n<p>Bei dem Konflikt geht es nicht einfach um konkurrierende Anspr\u00fcche auf gemeinsames Land; er wird als \u00dcbergriff Israels wahrgenommen. Das zionistische Bestreben wurde von der internationalen Gemeinschaft unterst\u00fctzt, die die Hauptverantwortung daf\u00fcr tr\u00e4gt, die Folgen dieser Handlungen r\u00fcckg\u00e4ngig zu machen.<\/p>\n<p>Der Diskurs \u00fcber die Praktiken im Zusammenhang mit dieser umstrittenen Besetzung k\u00f6nnte sich stundenlang hinziehen, doch der Kern der Sache ist klar: Wie k\u00f6nnen wir diesen Konflikt beenden? Und wer sind die Hauptakteure, die sich um eine L\u00f6sung bem\u00fchen? Es ist frustrierend, dass die Vereinigten Staaten, obwohl sie sich in den letzten drei Jahrzehnten als Vorreiter des Friedensprozesses positioniert haben, ins Stocken geraten sind und sich mehr auf Krisenmanagement als auf Konfliktl\u00f6sung verlegt haben. Gegenw\u00e4rtig ist es offensichtlich, dass die USA in ihrer Rolle als ehrlicher Makler f\u00fcr den Frieden kl\u00e4glich versagt haben, da sie unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig und ungleichm\u00e4\u00dfig Israel, die dominante Partei, gegen\u00fcber Pal\u00e4stina, der marginalisierten Gegenseite, unterst\u00fctzt haben.<\/p>\n<p>Bedauerlicherweise war unser Vertrauen in die Amerikaner fehl am Platze. Es tut mir leid f\u00fcr die amerikanischen B\u00fcrger, die von einer so ineffektiven F\u00fchrung in den Vereinigten Staaten regiert werden, die eine kurzsichtige Vision zur F\u00f6rderung der globalen Sicherheit und des Friedens hat. Ein Pr\u00e4sident, der sich f\u00fcr humanit\u00e4re Hilfe einsetzt, schickt paradoxerweise Tausende von Bomben, die zum Tod unschuldiger Kinder und Pal\u00e4stinenser in Gaza f\u00fchren. Wie k\u00f6nnen wir solch senile \u00c4u\u00dferungen eines Pr\u00e4sidenten tolerieren, der den Bezug zur Realit\u00e4t verloren zu haben scheint? Leider ist die Alternative auch nicht vielversprechender.<\/p>\n<p>In der heutigen globalen Landschaft wird die Vorstellung, Einzelpersonen oder L\u00e4nder als blo\u00dfe Schachfiguren in internationalen Konflikten einzusetzen, zunehmend als unhaltbar angesehen. Zwar haben solche Konflikte das Potenzial, zu regionalen oder sogar globalen Kriegen zu eskalieren, aber die Ursachen gehen oft auf grundlegende Probleme wie extremen Hunger, bittere Armut, mangelnde wirtschaftliche Entwicklung und nationale Interessen zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Daher stellt sich die Frage: Welche Auswirkungen h\u00e4tte die Anerkennung Pal\u00e4stinas als<br \/>Staat f\u00fcr die internationale Gemeinschaft? Pal\u00e4stina hat bereits in der Vergangenheit seine Kompromissbereitschaft unter Beweis gestellt, indem es 1988 nur 22% des historischen Pal\u00e4stina als Staatsgebiet anerkannte. Dieses Gebiet umfasst das Westjordanland, den Gazastreifen und Ostjerusalem, w\u00e4hrend die restlichen 78% dem zionistischen Projekt zugestanden wurden. Trotz dieses schwerwiegenden Kompromisses streben bestimmte Gruppierungen innerhalb Israels nach einer weiteren territorialen Ausdehnung, insbesondere im Westjordanland. Es ist jedoch wichtig, darauf hinzuweisen, dass Israels Interesse am Gazastreifen in erster Linie auf Sicherheitserw\u00e4gungen und dem Zugang zu \u00d6l beruht und nicht auf territorialen Ambitionen.<\/p>\n<p>In den letzten zwei Jahrzehnten hat es eine bemerkenswerte Abwesenheit einer effektiven und charismatischen globalen F\u00fchrung gegeben, was zu einem Gef\u00fchl der Stagnation oder des Niedergangs inmitten von anhaltenden Konflikten, Hunger und Ungerechtigkeit beigetragen hat. Dies wirft Fragen \u00fcber die Qualit\u00e4t der demokratischen Repr\u00e4sentation und den Einfluss der politischen Parteien auf die Wahl der F\u00fchrungskr\u00e4fte auf. Trotz des Reichtums an intellektuellen und institutionellen Ressourcen in den Vereinigten Staaten, die durch renommierte Think Tanks und akademische Einrichtungen wie Harvard, Yale, Columbia usw. veranschaulicht werden, wird die Pr\u00e4sidentschaftskandidatur von Pers\u00f6nlichkeiten wie Biden und Trump von einigen als ohnm\u00e4chtig und ineffektiv angesehen. Dies unterstreicht die Besorgnis \u00fcber die Dominanz der politischen Eliten \u00fcber den Wahlprozess und nicht \u00fcber eine echte F\u00fchrung an der Basis.<\/p>\n<p>Die Wirksamkeit der Vereinigten Staaten als dritter Vermittler zur \u00dcberbr\u00fcckung der Kluft und Ungleichheit zwischen zwei nicht gleichberechtigten Seiten wird in Frage gestellt. Bei den Verhandlungen zwischen Israel und Pal\u00e4stina ist das Ungleichgewicht in der Machtdynamik offensichtlich. Die Vereinigten Staaten, die eine dominante Position innehaben, haben h\u00e4ufig Resolutionen zugunsten Israels verfasst und den Pal\u00e4stinensern kaum eine andere Wahl gelassen, als sich ihnen zu f\u00fcgen. Dieser Mangel an Parit\u00e4t untergr\u00e4bt das Wesen echter Verhandlungen, die im Idealfall symmetrische Verhandlungen zwischen zwei konkurrierenden M\u00e4chten sind, die sich um eine L\u00f6sung ihrer Differenzen bem\u00fchen. In diesem Fall wurden die Verhandlungen jedoch eher von machtpolitischen Erw\u00e4gungen diktiert als von einem aufrichtigen Dialog. Die Pal\u00e4stinenser, als die unterlegene Partei, trugen stets die Hauptlast dieses Ungleichgewichts.<\/p>\n<p>Der aktuelle Stand der Demonstrationen in Israel mag irref\u00fchrend erscheinen, aber es ist wichtig, die allgemeine \u00f6ffentliche Stimmung zu verstehen. Seit der ersten Intifada von 1987 hat sich die \u00f6ffentliche Meinung in Israel deutlich gewandelt, wobei die Unterst\u00fctzung f\u00fcr eine rechtsgerichtete F\u00fchrung \u00fcberwiegt. Der Einfluss der linken progressiven Elemente hat abgenommen, was zu ihrer Marginalisierung in der politischen Landschaft gef\u00fchrt hat. Das Auftauchen von Pers\u00f6nlichkeiten wie Ben-Gvir, Smotrich und Netanjahu in Machtpositionen spiegelt diesen rechtsgerichteten Trend wider. Folglich wurde das Potenzial f\u00fcr eine liberalere Regierung, die sich f\u00fcr den Frieden einsetzt, durch die vorherrschende rechte Gesinnung in der israelischen Gesellschaft behindert.<\/p>\n<p>Es besteht die Gefahr, gr\u00f6\u00dfere Konflikte mit \u00c4gypten, dem Libanon und dem Iran anzuzetteln. Das Versagen der USA, einen Waffenstillstand herbeizuf\u00fchren, hat ihre Glaubw\u00fcrdigkeit beeintr\u00e4chtigt.<\/p>\n<p>Die derzeitige Situation in Israel ist sehr unbest\u00e4ndig, und die eskalierenden Spannungen deuten auf einen gef\u00e4hrlichen Weg hin. Es gibt Beobachter, die glauben, dass die Zerst\u00f6rung Israels im Gange ist, was durch die j\u00fcngsten Ereignisse wie die Studentenproteste in Amerika unterstrichen wird. Diese Proteste enth\u00fcllen eine breitere Kritik am Umgang der Regierung Biden mit internationalen Konflikten, einschlie\u00dflich der Gaza-Krise und des Ukraine-Krieges. Experten sehen dies als Zeichen f\u00fcr ein gr\u00f6\u00dferes Versagen bei der Durchsetzung der amerikanischen Dominanz auf der globalen B\u00fchne.<\/p>\n<p>Heutzutage liegen die Ursachen f\u00fcr Konflikte oft in nationalen und wirtschaftlichen Interessen und nicht in reiner Ideologie. Das eifrige Engagement religi\u00f6s motivierter Menschen gibt jedoch weiterhin Anlass zur Sorge. Es ist wichtig, eine m\u00f6gliche Eskalation in einen religi\u00f6sen Konflikt zu verhindern, insbesondere zwischen Muslimen und Juden. Wir konzentrieren uns auf die Verfolgung eines nationalen Kampfes, der von der s\u00e4kularen Ideologie der Errichtung einer demokratischen Einheit in Pal\u00e4stina geleitet wird, die mit den \u00dcberzeugungen unserer F\u00fchrung \u00fcbereinstimmt. Diese Vision erfordert jedoch kollektive Anstrengungen, einschlie\u00dflich Pr\u00e4sidentschafts- und Parlamentswahlen in Pal\u00e4stina, sowie eine umfassende Reform unserer politischen Infrastruktur. Ich sage das als Selbstkritik, weil ich als Akademiker ehrlich sein muss, um die wichtigsten Schritte zu skizzieren, die notwendig sind, um realistisch einen nachhaltigen und dauerhaften Frieden zu erreichen.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich k\u00f6nnte die \u00dcbernahme des LaRouche-Konzepts der wirtschaftlichen Entwicklung, wie es vom Schiller-Institut vertreten wird, eine entscheidende Rolle bei der Schaffung globaler Sicherheit spielen, und zwar durch regionale Sicherheit und durch die L\u00f6sung langj\u00e4hriger Konflikte wie dem pal\u00e4stinensisch-israelischen Konflikt. Indem sie wirtschaftlichen Beziehungen Vorrang vor milit\u00e4rischen L\u00f6sungen einr\u00e4umen, k\u00f6nnen Nationen vom Norden bis zum S\u00fcden einen Ansatz verfolgen, bei dem alle gewinnen und der die globale Stabilit\u00e4t und den Wohlstand f\u00f6rdert.<\/p>\n<p>Ich w\u00fcnsche der Konferenz viel Gl\u00fcck bei ihren Bem\u00fchungen und hoffe, dass meine Botschaft laut und deutlich ankommt. Lassen Sie uns gemeinsam f\u00fcr Frieden und Stabilit\u00e4t arbeiten, durch wirtschaftliche Stabilit\u00e4t und durch das, was wir das LaRouche-Konzept nennen. Das ist der Oasen-Plan. Ich danke Ihnen sehr, meine Damen und Herren.<\/p>\n<p><\/div><\/div><\/p>\n<ul>\n<li>Prof. Dr. L\u00e1szl\u00f3 <strong>Ungv\u00e1ri<\/strong>, Pr\u00e4sident (emeritiert) der Technischen Universit\u00e4t Wildau (Ungarn): <em>\u201eDiplomatie mu\u00df auch andere Meinungen ber\u00fccksichtigen\u201c<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p><div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Rede im Wortlaut lesen<\/span><\/a><div class=\"toggle-content\"><\/p>\n<h2>\u201eDiplomatie mu\u00df auch andere Meinungen ber\u00fccksichtigen\u201c<\/h2>\n<p class=\"autor\">Von Prof. L\u00e1szl\u00f3 Ungv\u00e1ri<\/p>\n<p class=\"vor\">Prof. Dr. L\u00e1szl\u00f3 Ungv\u00e1ri (Ungarn) ist Pr\u00e4sident (em.) der Technischen Universit\u00e4t Wildau. Im zweiten Abschnitt der Internetkonferenz des Schiller-Instituts am 15. Juni sagte er folgendes. (Zwischen\u00fcberschriften wurden hinzugef\u00fcgt.)<\/p>\n<p>Sehr verehrte Damen und Herren in nah und fern, ich bin sehr froh, da\u00df ich heute an dieser Veranstaltung teilnehmen kann.<\/p>\n<p>Vielleicht ganz kurz zu meiner Person: Ich bin ein sehr, sehr international gepr\u00e4gter Mensch \u2013 geboren in Ungarn, studiert in der Sowjetunion. Ja, und gearbeitet ein bi\u00dfchen in Ungarn, und die meiste Zeit meine Lebens habe ich dann hier in Deutschland verbracht. Vor allem war ich 21 Jahre in der Spitze der F\u00fchrung der Technischen Hochschule Wildau, also Rektor-Pr\u00e4sident. Damit bin ich der einzige Ungar in Deutschland, der hier Rektor eine Hochschule geworden ist, bis jetzt. Und dann hatte ich drei Jahre Universit\u00e4tsrektoren-T\u00e4tigkeit in Almaty in Kasachstan.<\/p>\n<p>Und ich bin ein sehr hilfsbereiter Mensch. Meine Frau sagt immer, ich bin \u201eso was wie Mutter Teresa\u201c. Auch jetzt, wo wir zahlreiche Fl\u00fcchtlinge aus der Ukraine haben. Ich habe vielen Familien geholfen, ganz besonders vier Familien. Ich habe sie mit Wohnungen versorgt durch meine Beziehungen, unterst\u00fctzt bei Beh\u00f6rdeng\u00e4ngen usw. usf.<\/p>\n<p>Das wollte ich vorauszuschicken, da\u00df ich ein internationaler Mensch bin.<\/p>\n<h3>Politiker ohne Lebenserfahrung<\/h3>\n<p>Und zu unserem Thema, was uns heute ein bi\u00dfchen am Herzen liegt und uns alle hier besch\u00e4ftigt, sagen wir mal so: Wenn mir vor zehn Jahren jemand gesagt h\u00e4tte, was uns heute in der Politik erwartet, ich h\u00e4tte ihn glatt ausgelacht, ich h\u00e4tte das nicht geglaubt.<\/p>\n<p>Heute bin ich \u00fcber die Entwicklung in der Welt und auch in Europa \u00e4u\u00dferst entt\u00e4uscht, und zwar wahrscheinlich aus dem Blickwinkel eines studierten Menschen, eines Professors. Denn ein gro\u00dfes Problem, was wir zur Zeit in Europa, in Deutschland, massiv haben, aber auch \u00fcbersehen: da\u00df immer mehr junge Menschen in die Politik kommen, die nicht studiert haben, keinen Beruf haben, keine Erfahrung haben, keine Lebenserfahrung haben, aber sie wollen \u00fcber gro\u00dfe Sachen entscheiden und uns auch noch erz\u00e4hlen, wie wir uns zu verhalten haben.<\/p>\n<p>Und da sehe ich eigentlich diesen Widerspruch \u2013 ganz stark ausgepr\u00e4gt bei der Situation in Deutschland, wenn man nur an die deutsche Au\u00dfenministerien denkt, Frau Baerbock. Ich sage es mal so: Jede Reise ins Ausland von ihr erf\u00fcllt mich schon mit Angst und Bangen, wo sie uns, also Deutschland, wieder mal blamieren wird.<\/p>\n<p>Es ist auch die Frage der Diplomatie, die heute eine ganz andere geworden ist, als es noch fr\u00fcher war. Diplomatie war fr\u00fcher etwas Herrliches, die Sprache der Diplomaten gebildet, klug, verschl\u00fcsselt, nicht wahr? Und die Aufgabe der Diplomaten war, die Interessen des Heimatlandes zu vertreten, durch Verhandlungen \u2013 dadurch, da\u00df man auch sich vielleicht teilweise in die Lage des anderen versetzt hat und versucht hat, die Argumente zu verstehen, die er aufbringt.<\/p>\n<p>Heute haben wir in Deutschland eine \u201efeministische Au\u00dfenpolitik\u201c. Ja, was ist das? Das ist doch eigentlich Schwachsinn, nicht wahr? Die Au\u00dfenpolitik mu\u00df eins sein, eindeutig sein und immer im Interesse des Landes sein, und nicht feministisch und was wei\u00df ich was. Das sind alles so \u2013 Modeworte. Es steckt nichts Substantielles dahinter.<\/p>\n<p>Wir besch\u00e4ftigen uns heute auch sehr stark mit der Frage des Krieges und des Friedens, vielleicht in unmittelbarer Nachbarschaft von uns in der Ukraine.<\/p>\n<p>Ich mu\u00df allen gestehen, hier vor der ganzen Welt, da\u00df ich am 23. Februar vor zwei Jahren noch gesagt habe: \u201eIch bin voll davon \u00fcberzeugt, da\u00df es keinen Krieg geben wird.\u201c Am n\u00e4chsten Tag wurde ich dann eines Besseren belehrt. Ich bin nach wie vor ungl\u00fccklich dar\u00fcber, da\u00df sich Ru\u00dfland, da\u00df sich Putin in diesen Krieg provozieren lie\u00df. Denn es ist Fakt: Ru\u00dfland hat die Ukraine \u00fcberfallen. Das gibt dann jedem die M\u00f6glichkeit, Ru\u00dfland als Aggressor zu bezeichnen, was auch richtig ist. Aber dahinter schaut man nicht mehr weiter, was dann die Gr\u00fcnde daf\u00fcr waren, nicht wahr? Und das verschweigen die Politiker und die Presse im Westen.<\/p>\n<p>Das Versprechen, das man Ru\u00dfland gegeben hat, damals nach der Aufl\u00f6sung der Sowjetunion, da\u00df die NATO sich keinen Schritt weiter in den Osten bewegen w\u00fcrde \u2013 gut, das war ja nicht vertraglich definiert, das waren ja m\u00fcndlich vereinbarte \u00c4u\u00dferungen; aber ich glaube, auch die m\u00fcssen eingehalten werden! Und was ist heute die Situation? Die NATO ist dann vorger\u00fcckt Richtung Osten. Teilweise ist sie ja schon an den Grenzen von Ru\u00dfland.<\/p>\n<p>Und worum geht es eigentlich in diesem Krieg? Nicht darum, wie neulich Frau Baerbock sagte, da\u00df wir unsere Freiheit in der Ukraine verteidigen m\u00fc\u00dften, das ist alles Schwachsinn.<\/p>\n<p>Ein [amerikanischer] Senator, ich glaube, [Lindsey] Graham hei\u00dft er, hat vor wenigen Tagen gesagt, da\u00df in der Ukraine im Boden Bodensch\u00e4tze von 12 Billionen Dollar sind. Und diese Bodensch\u00e4tze k\u00f6nne man nicht den Russen und den Chinesen \u00fcberlassen, die m\u00fcsse Amerika verwalten, \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p>Das ist eine der vielen, vielen \u00c4u\u00dferungen, die gemacht wurden, die eigentlich klargemacht haben, was die wahren Gr\u00fcnde des Krieges sind. Und hier\u00fcber wird gro\u00dfe Propaganda getrieben. Diplomatie ist vollkommen verloren, niemand denkt mehr dran. Es werden Schimpfworte benutzt, was fr\u00fcher eigentlich unvorstellbar war in der Diplomatie. Und das macht mich auch traurig.<\/p>\n<p>Es macht mich auch traurig, da\u00df uns Politiker f\u00fchren oder denken, sie w\u00fcrden uns f\u00fchren, w\u00e4hrend sie keinerlei Erfahrung haben, auch im Verkehr zwischen Nationen nicht. Uns fehlt jegliche Einf\u00fchlsamkeit, das ist eigentlich das Hauptproblem.<\/p>\n<h3>Warum Ungarn gegen den Krieg ist<\/h3>\n<p>Und dann komme ich zum Thema Ungarn. Ich bin in Ungarn geboren, und ich begleite aufmerksam die Politik auch in Ungarn.<\/p>\n<p>Die Partei Fides, die Orban schon seit geraumer Zeit f\u00fchrt, hat jetzt an 9. Juni zweimal gro\u00df gesiegt \u2013 einmal in den Europawahlen und zum anderen nat\u00fcrlich auch in den Kommunalwahlen in Ungarn.<\/p>\n<p>Man mu\u00df ein wenig die ungarische Geschichte kennen, um die Ungarn und ihr Verh\u00e4ltnis zum Krieg heute und auch sonst zu begreifen: Ungarn wurde zweimal in der Geschichte gegen seinen Willen in einen Krieg hineingezerrt.<\/p>\n<p>Das erste Mal in den Ersten Weltkrieg, allerdings damals noch in der Zusammensetzung \u00d6sterreich-Ungarn. Ungarn war \u00fcberhaupt nicht schuldig an dem Krieg, hat aber den gr\u00f6\u00dften Schaden davon gehabt, zumindest nach dem Krieg bei den Friedensvertr\u00e4gen \u2013 man nennt es heute in Ungarn das Friedensdiktat. Denn das ist niemals in der Geschichte passiert, da\u00df ein Land nach einem Krieg, in dem Fall dem Ersten Weltkrieg 72 Prozent seines Territoriums verliert \u2013 das waren Gebiete, die tausend Jahre lang ungarisches Staatsgebiet waren -; 67 Prozent seiner Bev\u00f6lkerung verliert (die waren nat\u00fcrlich nicht alle Ungarn, das ist klar); und 3,5 Millionen Ungarn sind von heute auf morgen Staatsb\u00fcrger eines anderen Landes geworden. Die Ungarn sagen heute: \u201eUngarn ist das Land, welches eigentlich nur noch mit sich benachbart ist.\u201c Das hei\u00dft, wenn man eine Grenze \u00fcbertritt, egal in welche Richtung, befindet man sich eigentlich immer noch im ehemaligen Ungarn.<\/p>\n<p>Das zweite Mal war der Zweite Weltkrieg, wo die Deutschen Ungarn an der Seite von Hitler in den Krieg gepeitscht haben, durch falsche Bombardierungen. Deutsche Flieger haben mit russischen Hoheitszeichen \u2013 die Stadt war damals wieder ungarisch geworden \u2013 die Stadt Kassa oder Kaschau oder Kosice, heute slowakisch, bombardiert, worauf dann die Ungarn praktisch in den Krieg eingetreten sind, in den Krieg gepre\u00dft wurden, und dabei haben sie riesige Verluste erlitten, menschliche, technische, aber auch wieder Gebietsverluste.<\/p>\n<p>Denn die Gebiete, die Ungarn von Hitler bekommen hat, wurden wieder abgetrennt, und zus\u00e4tzlich noch dazu drei D\u00f6rfer im Norden bzw. im Nordwesten, praktisch an der Grenze zu \u00d6sterreich und zur Slowakei. Drei D\u00f6rfer wurden von Ungarn abgetrennt, das war der Wille der tschechoslowakischen Regierung. Das ist dieses Gebiet s\u00fcdlich von Pozsony oder Pre\u00dfburg oder slowakisch Bratislava. Diese Gebiete sind notwendig, um Entwicklungsm\u00f6glichkeiten der Stadt Bratislava zu sichern.<\/p>\n<p>Das hei\u00dft, die Ungarn haben sehr, sehr schlechte Erfahrungen gemacht mit den Kriegen, und deswegen ist es auch so, da\u00df die ungarische F\u00fchrung von Anfang an f\u00fcr Waffenstillstand und Friedensgespr\u00e4che eingetreten ist, bis heute, konsequent. Und das wird auch von der Bev\u00f6lkerung stark unterst\u00fctzt, obwohl sich ein Gro\u00dfteil der Bev\u00f6lkerung eigentlich an die damaligen Ereignisse, die ich jetzt aufgef\u00fchrt habe \u2013 Erster, Zweiter Weltkrieg \u2013, nicht mehr erinnern kann, weil sie ja jung sind, aber sie kennen die Geschichte, kennen sie aus Erz\u00e4hlungen von Eltern und Gro\u00dfeltern, und nat\u00fcrlich auch aus dem Geschichtsunterricht. Und aus meiner Sicht, wenn ich das auch noch sagen darf: Diese Haltung ist die einzig richtige!<\/p>\n<p>\u00dcbrigens: Meine Bekannten, meine Freunde erz\u00e4hlten mir, da\u00df bei solchen Gespr\u00e4chen in der EU usw., wo dann der Ministerpr\u00e4sident Orban streng seine Meinung vertritt, in den Pausen dann die anderen Regierungschefs oder Staatschefs \u2013 was f\u00fcr ein Treffen das gerade auch ist \u2013 so beim Kaffee und hinter vorgehaltener Hand sagen: \u201eJa, wir sind auch dieser Meinung, aber wir wollten das nicht so deutlich machen.\u201c<\/p>\n<p>Und das macht nachdenklich: Wieso seid ihr dann F\u00fchrer des Landes, Pr\u00e4sidenten, Ministerpr\u00e4sidenten, wenn ihr keinen Mut habt, eure Meinung zu sagen? Das ist nat\u00fcrlich eine Katastrophe.<\/p>\n<p>Damit will ich nur sagen: Die Ungarn haben diese Politik nicht weil, sie \u201ePutin-freundlich\u201c sind oder wie auch immer. Meine Gro\u00dfeltern haben auch nie positiv von der Russen gesprochen. Es ist eigentlich die einzig n\u00fcchterne Haltung eines vielgepr\u00fcften Landes, wie Ungarn es ist.<\/p>\n<p>Und das mu\u00df man verstehen, nicht? Die Diplomatie ist auch Diplomatie, deswegen ist das Wort ja so \u2013 Diplomatie \u2013 weil auch andere Meinungen ber\u00fccksichtigt werden.<\/p>\n<p>Und wie ich h\u00f6rte, war vorgestern der NATO-Generalsekret\u00e4r in Ungarn, und siehe da, bei einem n\u00fcchternen, deutlichen Gespr\u00e4ch wurden die Argumente der Ungarn, also von Viktor Orban, vom NATO-Generalsekret\u00e4r stundenlang angeh\u00f6rt, und nicht nur das, sondern es wurde auch gesagt, da\u00df er dies durchaus vertreten kann. Und es gab die Garantie von ihm, da\u00df die Ungarn bei dieser Ukraine-Initiative der NATO weder Soldaten noch Geld noch Technik noch das Land als Aufmarschgebiet zur Verf\u00fcgung stellen.<\/p>\n<p>Ich hoffe nach wie vor, da\u00df hier die Vernunft einkehrt. Denn w\u00e4hrend die Politiker so gro\u00dfartig streiten \u2013 \u201eJa, wir m\u00fcssen dies und m\u00fcssen das\u201c, was wei\u00df ich was \u2013, sind w\u00e4hrend dieses Satzes, den sie formuliert haben, bestimmt einige hundert Soldaten auf beiden Seiten, auf der ukrainischen und auch auf der russischen Seite, get\u00f6tet worden.<\/p>\n<p>Also, ich hoffe auf Frieden, f\u00fcr uns alle, f\u00fcr die Ukraine, f\u00fcr Ru\u00dfland, f\u00fcr Europa und f\u00fcr die ganze Welt.<\/p>\n<p><\/div><\/div><\/p>\n<h3 class=\"western\" style=\"text-align: center;\"><strong>Panel 3<\/strong><strong>: Die Auswirkungen der laufenden wissenschaftlichen Revolution<\/strong><\/h3>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"Panel 3: Die Auswirkungen der laufenden wissenschaftlichen Revolution\" width=\"960\" height=\"540\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/2ICQBxSGF24?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p class=\"western\">Moderator Claudio Celani<\/p>\n<ul>\n<li>\n<p class=\"western\">Lyndon <strong>LaRouche<\/strong>, Redeausschnitt von einer Konferenz im Jahre 2012<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p><div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Im Wortlaut lesen<\/span><\/a><div class=\"toggle-content\"><\/p>\n<p>Lyndon LaRouche, Redeausschnitt von einer Konferenz im Jahre 2012<\/p>\n<p>Das Niveau der Kreativit\u00e4t ist in der Bev\u00f6lkerung allgemein gesunken. Die Menschen werden immer bestialischer in ihrem Mangel an Kreativit\u00e4t. In einigen F\u00e4llen gibt es ein Mindestma\u00df an Kreativit\u00e4t, aber es reicht nicht einmal aus, um das Pro-Kopf-Gleichgewicht auf diesem Planeten aufrechtzuerhalten. Das Problem, das ich hier anspreche, ist also nicht nur, dass Kreativit\u00e4t, wie wir hier diskutiert haben, eine dringende Angelegenheit f\u00fcr die Menschheit ist. Die gesamte Politik vern\u00fcnftiger Nationen wird auf der Ber\u00fccksichtigung des Prinzips der Kreativit\u00e4t beruhen, d.h. der anti-entropischen Kreativit\u00e4t.<\/p>\n<p>Davon sind wir heute weit entfernt. Wir sind auf dem Weg in den Untergang, wenn wir nicht umkehren. Aber es gibt noch einen anderen Faktor: Wo ist die Quelle der Kreativit\u00e4t? Die Quelle der Kreativit\u00e4t, die wir brauchen, ist die Menschheit. Aber die Zahl der Menschen, die aktiv kreativ sind, auch in ihrer eigenen pers\u00f6nlichen Entwicklung, nimmt ab. Wir sind ein r\u00fcckschrittliches, selbstzerst\u00f6rerisches Volk, weil wir antikreativ sind. Schauen Sie, was wir mit unseren Menschen gemacht haben. Schauen Sie sich die Zahl der Menschen an, die wertlose Jobs haben. Sehen Sie sich die Zahl der Menschen an, die ihr Einkommen aus Finanzspekulationen beziehen. Sie produzieren nichts! Sie hemmen die Kreativit\u00e4t. Sie sind dem Untergang geweiht, denn ihre Zahl nimmt zu. Das Britische Empire tr\u00e4gt nicht das Geringste zu diesem Prozess bei.<\/p>\n<p>Das Problem besteht also darin, dass die Kreativit\u00e4t, insbesondere seit der Ermordung von Pr\u00e4sident Kennedy, immer weiter abnimmt \u2013 noch unter Pr\u00e4sident Franklin Roosevelt und w\u00e4hrend der Kriegsmobilisierung war die Kreativit\u00e4tsrate h\u00f6her &#8211; und dass Kennedy einfach zu der Art von Kreativit\u00e4t zur\u00fcckkehrte, die wir w\u00e4hrend der Kriegsmobilisierung gesehen haben. Jetzt sind wir an einem Punkt angelangt, an dem die Zahl der Menschen, die sich wirklich gegen die Entropie engagieren, also kreativ sind, zusammenbricht. Das ist ein Problem der Regierungspolitik. <br \/>Aber das andere Problem ist, dass die Pro-Kopf-Kreativit\u00e4tsrate und die effektive Gesamtkreativit\u00e4tsrate nicht steigen. Wir m\u00fcssen diese abgrundtiefe Rate nehmen, wir m\u00fcssen sie beschleunigen, und der einzige Weg, wie wir sie beschleunigen k\u00f6nnen, ist die Erh\u00f6hung des Anteils und der Qualit\u00e4t der Kreativit\u00e4t, die sich in der Bildung und Entwicklung unserer Menschen ausdr\u00fcckt. Was wir jetzt mit dem gr\u00fcnen Programm haben, ist eigentlich der Untergang der Menschheit. Und jeder, der ein Gr\u00fcner ist, ist im Grunde genommen ein Kriegsverbrecher! Sie t\u00f6ten die Menschheit, indem sie das zerst\u00f6ren, wovon die Menschheit abh\u00e4ngt &#8211; n\u00e4mlich nicht nur die Zahl der Menschen zu erh\u00f6hen, die kreativ sind, im Gegensatz zu denen, die Routinen folgen oder nutzlose Dinge an der Wall Street tun -, sondern wir vers\u00e4umen es auch, die Qualit\u00e4t der Kreativit\u00e4t, zu der diese Menschen f\u00e4hig sind, zu erh\u00f6hen und zu f\u00f6rdern. Unser Bildungssystem ist in der Tat ein massenm\u00f6rderisches System, weil das, was mit der Bildung gemacht wird, die F\u00e4higkeit, Kreativit\u00e4t zu erzeugen, so sehr verringert, dass uns dieser Nettoverlust bereits zum Verh\u00e4ngnis werden w\u00fcrde, wenn auch langsamer als Obama.<\/p>\n<p>Das ist es, was geschieht. Wir m\u00fcssen also begreifen, dass wir das oligarchische System, in dem die gro\u00dfe Masse der menschlichen Bev\u00f6lkerung in Unkenntnis \u00fcber diese Art von Entdeckerqualit\u00e4ten gelassen wird, die f\u00fcr die Menschheit notwendig sind, nicht l\u00e4nger tolerieren k\u00f6nnen. In gewisser Weise sind wir mit den Dinosauriern vergleichbar, wenn es um die Entwicklung unserer Gesellschaftspolitik geht. Indem wir die Produktivit\u00e4t unserer Bev\u00f6lkerung auf diesem Planeten oder in gro\u00dfen Teilen des Planeten wie dem transatlantischen Raum verflachen und verringern, verurteilen wir die menschliche Spezies, wenn sie diese Politik akzeptiert, tats\u00e4chlich zum Aussterben.<\/p>\n<p>Wir befinden uns also an einem Punkt des Aussterbens, der sich schnell n\u00e4hert, solange diese gr\u00fcne Politik fortgesetzt wird.<\/p>\n<p><\/div><\/div><\/p>\n<ul>\n<li>Prof. Mark <strong>McMenamin<\/strong>, Geologe und Pal\u00e4ontologe, Abteilung f\u00fcr Geologie, Mount Holyoke College (Vereinigte Staaten)<\/li>\n<\/ul>\n<p><div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Im Wortlaut lesen<\/span><\/a><div class=\"toggle-content\"><\/p>\n<p class=\"western\">CELANI: Ich m\u00f6chte Ihnen nun Prof. Mark McMenamin vorstellen. Dies ist eine \u00c4nderung des ver\u00f6ffentlichten Programms, aber Prof. McMenamin muss zuerst sprechen, weil er danach weg muss. Er ist Geologe und Pal\u00e4ontologe aus dem Geologie-Fachbereich des Mt. Holyoke College in den Vereinigten Staaten. Er spricht \u00fcber das Thema &#8222;Die gar nicht so langweilige Milliarde: Rodinia und der Ursprung der Tiere&#8220;.<\/p>\n<p>PROF. MARK MCMENAMIN: Vielen Dank, dass Sie mich eingeladen haben, hier zu sprechen. Ich will Ihnen gleich meine Folien zeigen. Mein Vortrag lautet &#8222;Die gar nicht so langweilige Milliarde: Rodinia und der Ursprung der Tiere&#8220;. Ich m\u00f6chte Sie durch ein pal\u00e4ontologisches R\u00e4tsel und eine pal\u00e4ontologische Kontroverse f\u00fchren, die mit dem Auftauchen von komplexem Leben auf diesem Planeten zusammenh\u00e4ngt und die im Laufe der Jahre den Schwerpunkt meiner Forschung bildete.<\/p>\n<p class=\"western\">Zun\u00e4chst einmal: Was ist die &#8222;Langweilige Milliarde&#8220;? Hier ist eine Zeitleiste mit den wichtigsten Ereignissen auf unserem Planeten. Wir sehen, dass die vermeintliche &#8222;Langweilige Milliarde&#8220; vor 1,8 bis 0,8 Milliarden Jahren im Proterozoikum stattfindet. Man geht davon aus, dass in dieser Zeit der Erdgeschichte nicht viel passiert ist, denn die ersten Tiere tauchen erst nach der Langweiligen Milliarde auf, nur die ersten Eukaryonten waren bereits erschienen. Es wird also angenommen, dass es sich um eine langweilige Periode handelt, aber ich werde versuchen, Sie davon zu \u00fcberzeugen, dass w\u00e4hrend der Langweiligen Milliarde interessante Dinge vor sich gehen.<\/p>\n<p class=\"western\">Beachten Sie, dass sie von zwei Superkontinenten eingeklammert wird &#8211; Nuna, hier am Anfang, und Rodinia, hier. Rodinia erf\u00e4hrt Zusammenf\u00fcgung und eine Aufl\u00f6sung. Dies ist also der Superkontinent Rodinia, der \u00e4lteste gut charakterisierte Kontinent der Erdgeschichte. Dieser Kontinent brauchte in den 1980er Jahren einen Namen, einer war Diane, doch ich nannten ihn Rodinia. Dabei verwendeten wir das russische Wort Rodina, das Heimat bedeutet, um ihn zu unserem urspr\u00fcnglichen Heimatland zu machen. In der Tat gibt es Hinweise darauf, dass die K\u00fcsten dieses Superkontinents der Ort waren, an dem sich unsere \u00e4ltesten fortgeschrittenen Vorfahren komplexer Lebewesen entwickelt haben. Die roten Punkte hier in diesem Diagramm zeigen Granitk\u00f6rper, die sich vor etwa 1,3 bis 1,5 Milliarden Jahren gebildet haben. Das Gr\u00fcn zeigt die 1,1 Milliarden Jahre alten Gebirgsg\u00fcrtel, die mit den Kontinentalkollisionen verbunden waren, die zur Bildung des Superkontinents Rodinia vor etwa 1 Milliarde Jahren f\u00fchrten.<\/p>\n<p class=\"western\">Und nun zur Pal\u00e4ontologie. Hier sehen wir ein mysteri\u00f6ses Fossil, das unter dem Namen Paleodictyon bekannt ist. Man nimmt an, dass es sich um eine H\u00f6hlenstruktur handelt, die von einem Tier geschaffen wurde, das sich in das Sediment eingegraben hat, um dieses sechseckige Muster zu bilden. Aber niemand wei\u00df, wie dieses interessante Muster entstanden ist. Es handelt sich um eine in Sand gegossene Paleodictyon-H\u00f6hle, die entstand, als Sand in die H\u00f6hle fiel und sie dadurch konserviert werden konnte.<\/p>\n<p class=\"western\">Hier sehen Sie die 3D-Rekonstruktion von Hans Luginsland, die zeigt, wie das H\u00f6hlensystem aussieht. Es hat nicht nur diese sechseckigen Ringe, sondern auch diese vertikalen R\u00f6hren, die ebenfalls dazu geh\u00f6ren. Das ist also die Rekonstruktion von Luginsland. Das Interessanteste an Paleodictyon ist, dass das Wesen, das es erschaffen hat, heute noch am Leben ist. Hier sehen Sie die obere Struktur in der Tiefsee, Tausende von Metern unter der Oberfl\u00e4che. Dies ist ein Bild, das von einem Tauchboot aus aufgenommen wurde. Der Abstand zwischen den Laserstrahlen betr\u00e4gt zehn Zentimeter. Das ist also die Struktur, die sich immer noch auf dem Meeresboden abbildet; aber wir haben keine Ahnung, welches Tier sie herstellt, wenn es \u00fcberhaupt ein Tier ist. Es gibt auch andere Theorien, z.B. dass es sich um einen riesigen Protease-Mikroorganismus handelt. Ich glaube jedoch, dass es sich um eine H\u00f6hle handelt, die von einem Tier angelegt wurde.<\/p>\n<p class=\"western\">Wir werden also versuchen, herauszufinden, um welche Kreatur es sich hier handelt. Es hat eine lange Fossiliengeschichte und es lebt auch heute noch. Aber wir wissen nicht, welches Lebewesen diese Struktur geschaffen hat. Tauchboote haben diese Strukturen aus dem Tiefseeschlamm entnommen und an Bord eines Schiffes gebracht. Aber da ist nichts drin. Es ist nur das Muster der H\u00f6hle, kein Tier ist darin zu finden. Das ist das erste Problem, das ich erw\u00e4hnen wollte; das ist das Paleodictyon-Problem.<\/p>\n<p class=\"western\">Das zweite Problem ist das Problem des Badeschwamms oder des Keratoseschwamms. Keratoseschw\u00e4mme haben nicht mineralisierte Spikule, also flexible Spikule, die dem Spongia officinalis \u00e4hnelt, dem Badeschwamm, den wir beim Baden benutzen. Es gibt also ein Problem bei der Erforschung von Keratoseschw\u00e4mmen, oder vermeintlichen Keratoseschw\u00e4mmen in der Geologie. Einige Forscher glauben, dass viele verschiedene Arten von Kalksteinen oder andere Arten von Karbonatgestein mit den \u00dcberresten von keratosen Schw\u00e4mmen gef\u00fcllt sind. Meine Mitautoren und ich haben in <i>Sedimentology<\/i> eine Untersuchung dieser speziellen Theorie ver\u00f6ffentlicht. Wir stellten die Interpretation des keratosen Schwamms in Frage, die unserer Meinung nach in zu vielen Situationen angewandt wurde, in denen sie nicht zutraf. Der Untertitel unseres Artikels lautet daher &#8222;Ein Problem der Interpretation&#8220;. Wir haben versucht, diese Interpretation zu korrigieren.<\/p>\n<p class=\"western\">Es gibt nun zwei miteinander verbundene Probleme. Das erste ist, was ist diese Paleodictyon Struktur, diese sechseckige Struktur? Und das zweite Problem ist: Kommen keratose Schw\u00e4mme tats\u00e4chlich in all diesen Kalksteinen vor? Einige von ihnen reichen bis zu einer Milliarde Jahre zur\u00fcck. Ich glaube, dass diese beiden Fragen miteinander verbunden sind. Au\u00dferdem stehen sie in direktem Zusammenhang mit unseren Bem\u00fchungen, das Alter der Tiere zu verstehen, und die L\u00f6sungen werden die Analyse von Pellets, d.h. von Mikrokoprolithen oder winzigen fossilen F\u00e4kalien, und ihre Beziehung zu wurmf\u00f6rmigen Mikrostrukturen beinhalten, die ich hier als antike Mikroh\u00f6hlen interpretiere.<\/p>\n<p class=\"western\">Lassen Sie uns also einen Blick auf beides werfen &#8211; sowohl auf die Pellets als auch auf die winzigen Erdh\u00f6hlen. Hier sind einige Ergebnisse meiner Feldarbeit in Mexiko. Es handelt sich um fr\u00fchkambrische Mikroh\u00f6hlennester. Links sehen Sie eines dieser Nester, und diese Linienstrukturen, die es durchziehen, sind winzige H\u00f6hlen von Tieren, die sich in den Kalkschlamm gegraben haben. Hier rechts sehen wir ein weiteres dieser Nester, das sich in der H\u00f6hle eines korallen\u00e4hnlichen Lebewesens, eines Archaeocyathiden, gebildet hat, das auf die Seite gefallen war und in dessen zentraler H\u00f6hle diese H\u00f6hlenbewohner ihr Nest angelegt haben. Hier sehen wir einen Pellet-Nestverband. Auf der linken Seite sehen wir, wiederum aus diesen Karbonaten im Westen Nordamerikas, dass die Pellets hier im oberen Teil des linken Bildes zu einem H\u00f6hlensystem geworden sind. Die Pellets haben sich also aufgel\u00f6st, und die Tiere haben begonnen, sie zu durchw\u00fchlen. Auf dem Bild rechts sehen wir, wie dieselbe kryptische H\u00f6hle oder derselbe kryptische Raum seriell mit einem \u00e4lteren H\u00f6hlensystem wiederbesetzt wird. Sie k\u00f6nnen die H\u00f6hlen darin immer noch sehen, aber sie sind ein wenig rekristallisiert worden. Dann ein neueres H\u00f6hlensystem, das sich direkt darauf entwickelt hat. Der schwarze Pfeil zeigt den \u00dcbergang zwischen der alten H\u00f6hle und der neuen H\u00f6hle. Wir haben hier also Beweise f\u00fcr eine wiederholte Wiederbesetzung des Nests.<\/p>\n<p class=\"western\">Die Kreatur, die dies tut, wurde zum Thema einer Operette, die ich geschrieben habe \u2013 wo wir gerade von Kreativit\u00e4t sprechen. Die Operette hei\u00dft &#8222;Trilobiten-Jury&#8220;. Ich habe eine Hymne f\u00fcr die Kreatur geschrieben, die diese H\u00f6hlen gr\u00e4bt. Die werde ich Ihnen jetzt vorspielen. Hier ist &#8222;Maternia&#8220;. (Spielt ein kurzes St\u00fcck.) Sie k\u00f6nnen sich gerne den Rest des St\u00fccks anh\u00f6ren; die meisten St\u00fccke sind auf YouTube zu finden; gehen Sie einfach auf meinen YouTube-Kanal, wenn Sie mehr von dieser Musik h\u00f6ren m\u00f6chten. Im Grunde handelt es sich um vertonte Pal\u00e4ontologie, und ich hoffe, dass es Ihnen gef\u00e4llt, wenn Sie mehr davon h\u00f6ren wollen. <br \/>OK, dann kehre ich jetzt zu den pal\u00e4ontologischen Mysterien zur\u00fcck. Hier ist eine sehr wichtige Entdeckung, die von Elizabeth Turner in Kanada gemacht wurde. Sie fand diese krakelig aussehenden Strukturen im Kalkstein, die 890 Millionen Jahre alt sind. Turner interpretierte sie als keratose Schw\u00e4mme, von Badeschw\u00e4mmen. Aber als meine Studenten und ich uns diese Forschungen ansahen, stellten wir fest, dass die Strukturen nach unten hin etwas zusammengefallen sind und dass es hier eine zweite Schicht gibt. Eine Zone von Kalkschlamm scheint wieder besetzr worden zu seinen, die dann mit diesen H\u00f6hlen gef\u00fcllt wird. Wir haben dies also als Mikroh\u00f6hlen und nicht als die flexiblen organischen Spikula eines Badeschwamms interpretiert. Das ist also eine neue Interpretation dieser Dinge, und wenn wir Recht haben (und ich glaube, das haben wir), dann bedeutet das, dass komplexe Tiere &#8211; Tiere, die in der Lage sind, H\u00f6hlen zu bauen &#8211; tats\u00e4chlich sehr alt sind. Sie reichen 890 Millionen Jahre zur\u00fcck und sind damit fast eine Milliarde Jahre alt. Dies ist eine sehr interessante Neuinterpretation.<\/p>\n<p class=\"western\">Wir m\u00fcssen jedoch vorsichtig sein, denn auch abiotische Prozesse k\u00f6nnen zu h\u00f6hlenartigen Strukturen f\u00fchren. Man sieht hier unterschiedliche Verdichtungen von Mehl, die zu einer h\u00f6hlenartigen Struktur f\u00fchren k\u00f6nnte. Aber in dieses Mehl sind keine Mehlk\u00e4fer eingedrungen; dies war nur ein Beispiel f\u00fcr unterschiedliche Verdichtungen, die R\u00e4ume zwischen den Klumpen hinterlie\u00dfen. Wir m\u00fcssen also aufpassen, dass wir es bei diesen Interpretationen nicht mit Ph\u00e4nomenen wie der Ostwald-Reifung und so weiter zu tun haben. Wir m\u00fcssen also mit Vorsicht vorgehen.<\/p>\n<p class=\"western\">Abgesehen davon habe ich weitere dieser Mikroh\u00f6hlen in den Gesteinsfunden entdeckt. Dies ist ein geologischer D\u00fcnnschliff aus der sp\u00e4ten Kambrium-Periode von einer sehr ber\u00fchmten Fundstelle in der N\u00e4he von Saratoga Springs, New York, U.S.A., der sogenannten Herkimer-Lokalit\u00e4t. Sie ist bekannt f\u00fcr ihre Schichtstrukturen, die Stromatolithen genannt werden, aber vor allem f\u00fcr die Herkimer-Diamanten, die ich Ihnen gleich zeigen werde. In diesen Kalksteinen sieht man diese Y-f\u00f6rmige Struktur hier auf der linken Abbildung, die unter Kreuzpolarisation sehr farbenfroh wirkt. Das sind Quarzsandk\u00f6rner, und die einzige M\u00f6glichkeit, wie diese Quarzsandk\u00f6rner dort hineingelangt sein k\u00f6nnen, ist, dass ein Tier eine H\u00f6hle bildet und dann diese K\u00f6rner hineindr\u00fcckt. Wir sehen eine gro\u00dfe, Y-f\u00f6rmige H\u00f6hle. In dieser Schicht hier gibt es eine mittelgro\u00dfe H\u00f6hle und viele kleine H\u00f6hlen, die denen \u00e4hneln, die Elizabeth Turner in den sehr alten kanadischen Felsen gefunden hat. Diese kambrischen H\u00f6hlen sind nat\u00fcrlich viel sp\u00e4ter in der Erdgeschichte entstanden.<\/p>\n<p class=\"western\">Hier ist die Gesteinsplatte, aus der dieser Abschnitt entnommen wurde, und dieser Ort ist sowohl f\u00fcr die ber\u00fchmten Herkimer-Diamanten bekannt &#8211; die eigentlich keine Diamanten sind, sondern doppelt geschliffene Quarzkristalle von Edelsteinqualit\u00e4t, die an diesem Ort abgebaut werden. Au\u00dferdem gibt es an diesem Ort diese Stromatolithen genannten Strukturen, bei denen es sich um geschichtete Strukturen handelt, die von Biofilmen oder Biomatten gebildet werden, die nach oben zum Licht hin wachsen und Schicht auf Schicht aus Kalkstein bilden. Diese sind in der gesamten pr\u00e4kambrischen Zeit als einer der fr\u00fchesten Beweise f\u00fcr Leben bekannt. Ich werde erst dann an Leben auf anderen Planeten glauben, wenn ich Stromatolithen von anderen Planeten gesehen habe.<\/p>\n<p class=\"western\">Dieser besondere Stromatolith ist interessant, denn wenn Sie sich die Spitze des gelben Pfeils ansehen, erkennen Sie eine ankerf\u00f6rmige Struktur, die einen kryptischen Hohlraum zwischen den kryptozoischen Stromatolithkuppeln darstellt. Und wenn wir diesen kryptischen Stromatolithen-Hohlraum heranzoomen, sehen wir etwas Interessantes. Sehen Sie sich das an! Hier ist der kryptische Hohlraum im kryptozoischen Stromatolithen, und Sie haben diese ankerf\u00f6rmige Struktur auf der linken Seite, und wenn wir auf der rechten Seite heranzoomen, sehen wir, dass diese Pellets, diese kleinen Mikrokoprolithen, in diesen Raum gepackt sind, und zwar auf eine sehr \u00e4hnliche Weise wie im fr\u00fcheren Kambrium in Mexiko. Wir haben hier also Beweise f\u00fcr die Ansammlung von Pellets in diesem kryptischen Raum. Hier ist ein Diagramm, das zeigt, was hier vor sich geht. Hier haben wir die stromatolitischen Kuppeln hier und hier, und dann entwickelt sich dieser Raum hier, und irgendeine Art von Tier ist hinabgestiegen und hat ihn mit Pellets gef\u00fcllt. Ich glaube also, dass dies ein Beweis f\u00fcr ein Mikro-Grabennest ist, das mit organisch reichen Pellets gef\u00fcllt wurde, die zur Versorgung der Jungtiere dienen, wenn sie in diesem gesch\u00fctzten Raum schl\u00fcpfen.<br \/>Wenn Sie sich die fossilen Aufzeichnungen ansehen, finden Sie diese Art von Situation \u00fcberall in den fossilen Aufzeichnungen. Es handelt sich um Schalen von Schnecken und anderen Arten fossiler Lebewesen. Und das Innere der Schalen ist vollgepackt mit all diesen Pellets. Sehen Sie sich hier B von Toom et al. an. Diese Pellets sehen genauso aus wie die im Stromatolithen. Und wenn wir uns C ansehen, sehen wir, dass sie auch mit dem W\u00fchlen verbunden sind und eine Art geometrisches Muster bilden. Ich sehe hier also eine Verbindung zwischen den Pellets und den geometrischen H\u00f6hlen, die irgendwie an Paleodictyon erinnern.<br \/>Hier, bei meiner Feldarbeit in Nevada, im Berlin Ichthyosaur State Park, haben wir ein Nautiloid-Fossil gefunden, ein Spiralnautiloid, im Grunde ein alter Verwandter des Perlmuttnautilus. Und in dem Sediment, das in seine Gaskammern gelangt war, sehen Sie die gleiche Entwicklung des H\u00f6hlensystems. Das ist wirklich sehr interessant. Hier ist eine Skizze davon. Das geschmeidige Kammersediment weist also dieses geometrisch gemusterte W\u00fchlsystem auf. Eine sehr interessante Verbindung. Und es gibt auch viele nautiloide Fossilien, in denen die Pellets verpackt sind.<br \/>Hier ist ein sehr kritisches Bild. Es stammt aus der Arbeit von Adolf Sellacher und Peter Rona. Hier sehen wir das Paleodictyon-Muster in Verbindung mit den Pellets. Ich glaube, dass diese Pellets hier auf der rechten Seite des Bildes die Mikrokoprolithen darstellen. Was wir hier sehen, ist also wieder einmal eine Verbindung zwischen den Mikrokoprolithen, die als Nahrung dienen, und dem H\u00f6hlensystem selbst, das als Kinderstube f\u00fcr die winzigen Tiere dient, die in diesem gesch\u00fctzten Raum, in diesem Fall in den Schlamm gegraben, aufgezogen werden. Dies geschieht auch heute noch auf dem Meeresboden, und jedes Mal, wenn Forscher eine Probe nehmen, finden sie keine Tiere, weil die Babys erwachsen geworden sind; sie haben das Nest verlassen. Wir finden leere Nester auf dem Meeresboden; wir haben sie noch nie mit einem Tier darin gefangen.<br \/>Meine Schlussfolgerungen lauten also wie folgt: Die Entdeckung fossiler Mikrograbh\u00f6hlen von Tieren erweitert die fossilen Aufzeichnungen \u00fcber fortgeschrittene Tiere auf eine Zeit vor fast 1 Milliarde Jahren. Dies steht im Einklang mit einem im Grunde ignorierten Bericht von Robbins et al. aus dem Jahr 1985 \u00fcber Mikrokoprolithen in fast eine Milliarde Jahre alten Schichten aus der Baish-Gruppe in Saudi-Arabien. Wie ich bereits erw\u00e4hnt habe, kommen Mikrograbh\u00fcgel und Pellets zusammen in fr\u00fchkambrischen Mikrograbh\u00fcgelnestern in Mexiko in den fr\u00fchesten alten Riffen vor. Daher k\u00f6nnten wir Paleodictyon, dieses geometrische Spurenfossil, als eine Art von pellet-geometrischer H\u00f6hlengemeinschaft interpretieren, die den kryptischen Raum verlassen hat; die in gewissem Sinne &#8222;frei lebend&#8220; ist und sich au\u00dferhalb von kryptischen Hohlr\u00e4umen und Muschelinneren bildet und nun in der Lage ist, sich im Schlamm des Meeresbodens zu bilden, ohne dass eine Muschel in der N\u00e4he sein muss. Das Bild hier ist eine Aufnahme von Robbins aus dem Jahr 1985 von diesen Pellets, die sie und ihre Mitarbeiter in diesen sehr alten Gesteinen entdeckt haben, die bis ins tiefe Proterozoikum zur\u00fcckreichen.<br \/>Damit ist mein Vortrag beendet. Vielen Dank, dass Sie mir zugeh\u00f6rt haben. Ich w\u00fcrde mich freuen, Ihre Fragen beantworten zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><\/div><\/div><\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"font-family: Liberation Sans, sans-serif;\"><span style=\"font-family: Liberation Sans, sans-serif;\">Francois <strong>Mellet, <\/strong><\/span><\/span>Wirtschaftsingenieur, Direktor f\u00fcr Operationen bei Stratek Global (S\u00fcdafrika)<span style=\"font-family: Liberation Sans, sans-serif;\"><strong><br \/><\/strong><\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p><div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Im Wortlaut lesen<\/span><\/a><div class=\"toggle-content\"><\/p>\n<p>Francois Mellet, Wirtschaftsingenieur, Direktor f\u00fcr Operationen bei Stratek Global (S\u00fcdafrika)<\/p>\n<p>Guten Tag zusammen, und vielen Dank f\u00fcr die Gelegenheit, Ihnen heute Nachmittag den HTMR-100 vorzustellen. Ich spreche aus S\u00fcdafrika, und in S\u00fcdafrika ist heute Vatertag. Ich hoffe, dass alle, die heute weltweit Vatertag feiern, einen sch\u00f6nen Tag haben.<\/p>\n<p>Wenn wir \u00fcber S\u00fcdafrika und unsere Erfahrungen mit der Kernenergie sprechen, beginnen wir im Grunde mit dem Atomenergiegesetz von 1948, das die Uranindustrie regulieren sollte. 1965 wurde dann der erste Safari-Reaktor in Betrieb genommen, um medizinische Isotope zu produzieren und andere Forschungsarbeiten durchzuf\u00fchren. Bis heute exportieren wir diese medizinischen Isotope f\u00fcr medizinische Zwecke in etwa 70 L\u00e4nder weltweit.<\/p>\n<p>Wir haben auch das Kernkraftwerk Koeberg gebaut, das 1984 in Betrieb genommen wurde. Ich bin froh, sagen zu k\u00f6nnen, dass ich seit 1983 als Ingenieur an diesem Standort t\u00e4tig bin und an den letzten Bauarbeiten und der Inbetriebnahme dieser beiden Bl\u00f6cke beteiligt war. Ich war fast zehn Jahre dort, bevor ich zu anderen Kraftwerken wechselte.<\/p>\n<p>In dem Programm, das ich Ihnen vorstellen m\u00f6chte, geht es im Wesentlichen um die Einf\u00fchrung des SMR, also um den \u201ekleinen modularen Reaktor\u201d. Wir werden \u00fcber unser Kraftwerk sprechen, \u00fcber das Unternehmen und dann m\u00f6glicherweise \u00fcber die Kunden, auf die wir uns konzentrieren. Der SMR selbst (links im Bild), der Typ, der normalerweise gemeint ist, ist ein besonderer Reaktor. In diesem Fall wird er mit speziellen Kugeln, Uran-Kugeln, die wir als Kugelbrennstoff bezeichnen, gespeist. Er treibt eine Turbine auf verschiedene Weise an. Wenn wir von einem kleinen modularen Reaktor sprechen, verstehen wir nat\u00fcrlich darunter, da\u00df er sich leicht transportieren und als modulare Einheit zusammenbauen l\u00e4sst. Es hat im Grunde die Gr\u00f6\u00dfe eines Containers.<\/p>\n<p>Es gibt viele Aspekte bei diesem speziellen modularen Reaktor. Zun\u00e4chst einmal l\u00e4\u00dft er sich dadurch definieren, da\u00df er eine elektrische Leistung von unter 300 MW hat. Viele solche Einheiten k\u00f6nnen ein Kernkraftwerk bilden. Sie werden fabrikm\u00e4\u00dfig hergestellt, \u00e4hnlich wie bei der Herstellung von Autos, in einer Produktionslinie. Dadurch verk\u00fcrzen sich die Bauzeiten, denn es ist bekannt, dass es bei einer Reihe gro\u00dfer Reaktoren weltweit zu Verz\u00f6gerungen und Budget\u00fcberschreitungen gekommen ist. Wir versuchen, die Zeit und das Budget im Rahmen zu halten, und innerhalb der vorgegebenen Zeit zu bleiben.<\/p>\n<p>Wir sprechen also von der Massenproduktion bestimmter Teile. Man kann kleine Reaktoren in bestehende Standorte, stillgelegte Kohle- oder Kernkraftwerke oder auch in Bergwerke, H\u00e4fen oder Stadtumgebungen integrieren. Es gibt dabei gro\u00dfe Verschiebungen weg von staatlichen hin zu privatwirtschaftlichen Unternehmen. Diese Art der Energie wird heute in der EU als gr\u00fcne Energie eingestuft, denn sie erzeugt etwa 12 Gramm CO2 pro Kilowattstunde. Und gr\u00fcne Energie liegt heute unter 50 Gramm pro Kilowattstunde.<\/p>\n<p>Im Gegensatz zu den gr\u00f6\u00dferen Anlagen bieten diese kleinen modularen Reaktoren ein hohes Ma\u00df an passiver oder inh\u00e4renter Sicherheit. Eine W\u00e4rmeabfuhr zur Gew\u00e4hrleistung der Sicherheit im Falle eines Unfalls ist bei kleinen Reaktoren nicht erforderlich, da die nat\u00fcrliche Wasserzirkulation und die Konstruktion des Brennstoffs und des Reaktors als Sicherheitsma\u00dfnahme genutzt werden. Wir ben\u00f6tigen also keine externe Sicherheitsma\u00dfnahme oder Stromversorgung oder \u00e4hnliche Dinge. Der Notfallplan beschr\u00e4nkt sich auf einen Radius von etwa 300 Metern um die Anlage, w\u00e4hrend er bei gr\u00f6\u00dferen Anlagen etwa 5 bis 16 Kilometer betr\u00e4gt.<br \/>Die passive Sicherheit ist ein gro\u00dfer Vorteil. Einer der Vorteile unserer speziellen Konstruktion ist, dass wir keine gro\u00dfen K\u00fchlwassermengen ben\u00f6tigen. Wir werden sp\u00e4ter noch darauf zur\u00fcckkommen. Es gibt zwei Kategorien von SMRs: die Generation III+ und die Generation IV. Die Generation III+ arbeitet bei Temperaturen unter 350 Grad, und in vielen F\u00e4llen sind diese SMRs nur Miniaturversionen der gro\u00dfen Typen, oder in einigen F\u00e4llen haben sie statt drei Dampferzeugern nur einen Dampferzeuger, wodurch die Leistung um ein Drittel reduziert wird, um unter die 300-MW-Gr\u00f6\u00dfe zu kommen. Bei der Generation IV sprechen wir von Temperaturen \u00fcber 350 Grad, sogar bis zu 940 Grad. Das ist ein Hochtemperaturreaktor mit h\u00f6herer Effizienz, dessen Prozessw\u00e4rme genutzt werden kann. Aber man braucht v\u00f6llig andere Materialien und einen anderen Brennstoff, um einen Generation-IV-Reaktor zu betreiben; das ist ein Unterschied.<\/p>\n<p>Unser Kraftwerk, der HTMR-100, ist nat\u00fcrlich das, worauf ich mich konzentrieren werde. Der erzeugte Strom ist jetzt rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr verf\u00fcgbar ist. Es gibt eine st\u00e4ndige Neubeladung, die es dem Reaktor in der Regel erm\u00f6glicht, mehrere Jahre lang zu laufen. In der Regel kann er mit einer Charge Brennstoff insgesamt etwa vier Jahre lang laufen, bevor mit der Neubeladung begonnen werden mu\u00df. Nat\u00fcrlich m\u00fcssen auch die Turbine oder die anderen Teile gewartet werden, und aus diesem Grund kann es zu Abschaltungen kommen. Wir haben uns an dem urspr\u00fcnglichen Kugelhaufenreaktor orientiert, der eine Leistung von etwa 160 MW hatte. Allerdings wurde dort ein Kreislauf verwendet, bei dem der Reaktor mit Helium gek\u00fchlt und damit auch die Turbine angetrieben wurde.<\/p>\n<p>Unser Entwurf ist etwas anders. Wir haben die Temperatur von 940 Grad auf 750 Grad Celsius gesenkt und den Dampferzeuger mit einem normalen Dampfkreislauf vom W\u00e4rmetauscher zur Turbine hinzugef\u00fcgt, mit der Strom erzeugt wird. Der Betrieb bei 750 Grad Celsius hat gewisse Vorteile in Bezug auf die Materialien. Man kann mit normaleren Metallarten arbeiten als bei h\u00f6heren Temperaturen. Das ist ein Novum, dessen Funktionsf\u00e4higkeit noch unter Beweis gestellt werden mu\u00df. Als Brennstoff f\u00fcr diesen Reaktor verwenden wir Kugeln, die im Kern und auch im Brennstoff selbst mit Graphit moderiert werden. Ich werde Ihnen sp\u00e4ter einige dieser Kugeln zeigen.<\/p>\n<p>Wir erzeugen in diesem Dampferzeuger bei 750 Grad hochwertigen Dampf, der eine Turbine mit einer Leistung von 55 MW antreibt. Sie fragen vielleicht, warum HTMR-100? Weil das 100 MW thermische Energie sind, die in der Verarbeitung genutzt werden k\u00f6nnen. Die effektivste Art, die W\u00e4rme dieses Reaktors zu nutzen, ist in Prozessen wie der Papierherstellung oder in Schmelz\u00f6fen. Er eignet sich auch zur Bereitstellung von Dampf f\u00fcr andere Prozesse in diesen Fabriken oder zur Entsalzung oder auch zur Herstellung von rosa oder gr\u00fcnem Wasserstoff, je nachdem, wof\u00fcr Sie sich entscheiden. Normalerweise ist der Wasserstoff aus Kernkraftwerken rosa, aber man kann ihn auch gr\u00fcn f\u00e4rben. Einige Leute wollen ihn sogar zur Herstellung von Ammoniak f\u00fcr D\u00fcngemittel usw. verwenden.<\/p>\n<p>In unserem Fall ist die grundlegende Konstruktionsplanung abgeschlossen, und wir gehen jetzt zur endg\u00fcltigen Planung \u00fcber. Die Gr\u00f6\u00dfe des Reaktors und der Brennstoffkreislauf wurden so gew\u00e4hlt, dass die K\u00fchlanforderungen im Vergleich zum typischen Mittelwert reduziert werden, um den Einsatz in Afrika und anderen Regionen ohne gro\u00dfe Wassermengen zu erm\u00f6glichen. Wir werden hier ein K\u00fchlungssystem verwenden, das einem K\u00fchler \u00e4hnelt, wie man ihn in einem Auto findet. Ein Ventilator k\u00fchlt das zirkulierende Wasser, anstatt einen Fluss oder das Meer oder \u00c4hnliches zu verwenden. Dies ist f\u00fcr trockene Gegenden gut geeignet.<\/p>\n<p>Der kontinuierliche Betrieb wird durch das Brennstoffladesystem gesteuert, das den Brennstoff und dessen Zustand misst. Wie ich bereits sagte, daf\u00fcr ist kein gro\u00dfes Gew\u00e4sser erforderlich. Dar\u00fcber hinaus kann dieser spezielle Reaktor Uran, Plutonium oder sogar Thorium-Kernbrennstoff verbrennen.<\/p>\n<p>Dies ist nur ein kleiner Einblick in die Funktionsweise eines Reaktors, der wie ein normales Kernkraftwerk aussieht. Im weiteren werden wir sehen, dass sich diese Art von Design in der Regel in einem typischen einst\u00f6ckigen Geb\u00e4ude auf dem Lande unterbringen l\u00e4\u00dft. Man sollte feststellen, dass dieser Reaktor nur zu einem Drittel \u00fcber der Erde und zu zwei Dritteln unter der Erde liegt. Es gibt auch ein gro\u00dfes Gew\u00f6lbe unter der Erde f\u00fcr die Lagerung der verwendeten Brennstoffe. In diesem speziellen Fall k\u00f6nnen diese bis zu 40 Jahre gelagert werden.<\/p>\n<p>Was ist unser Team? Unser Team besteht aus Dr. Kelvin Kemm, der seit vielen Jahren mit dem Schiller-Institut zusammenarbeitet, Francois Reyneke, unserem Finanzdirektor, Alain Rolland, unserem Direktor f\u00fcr internationale Angelegenheiten, der von Frankreich aus t\u00e4tig ist, und mir selbst. Wir haben unseren Sitz in Pretoria und B\u00fcros in Frankreich und in New South Wales in Australien. Das Unternehmen wurde f\u00fcr internationales Marketing, Mittelbeschaffung und technologische Entwicklung gegr\u00fcndet. Wir haben auch Lizenzvereinbarungen mit anderen Unternehmen, sowohl mit STL als auch mit Resonant Nuteq hier in Pretoria. Unser Wissen im Bereich Kernenergie reicht bis in die 1980er Jahre zur\u00fcck, als wir mit der Entwicklung des Koeberg-Reaktors und der heutigen NECSA [South African Nuclear Energy Corporation] begonnen haben, der s\u00fcdafrikanischen Beh\u00f6rde f\u00fcr Kernenergie und Abfalllagerung.<\/p>\n<p>Unser Ziel ist es, die weltweit steigende Nachfrage nach kleinen modularen Reaktoren zu decken. Wir sind jetzt in der Lage, solche kosteneffizienten Dienstleistungen anzubieten. Wie Sie wissen, bricht das Atomzeitalter wieder an, und Atomenergie ist heutzutage sehr beliebt. Es gibt gro\u00dfe Bestrebungen, kleine modulare Reaktoren bis zum Jahr 2050 wettbewerbsf\u00e4hig zu machen.<\/p>\n<p>Was sind also die Herausforderungen, vor denen wir stehen? Es gibt weltweit gro\u00dfe Herausforderungen, die mit dem steigenden Energiebedarf, dem Bev\u00f6lkerungswachstum und der wirtschaftlichen Entwicklung zusammenh\u00e4ngen. Dazu kommen die Stromkosten, die in Europa und auf der ganzen Welt in der Regel hoch sind. Hinzu kommen die \u00f6kologische Nachhaltigkeit und die Abkehr von fossilen Brennstoffen. S\u00fcdafrika ist eines der L\u00e4nder mit den meisten Kohlekraftwerken. Dann gibt es auch noch die Frage der Energiegerechtigkeit, der Regionen, der Entwicklungsl\u00e4nder und der Menschen, die noch immer keinen Zugang zu Elektrizit\u00e4t haben.<\/p>\n<p>Was sind die Herausforderungen in den Entwicklungsl\u00e4ndern? Wir brauchen eine stabile, kohlenstoffarme Kernenergie. Wir wissen auch, dass Solar- und Windenergie n\u00fctzlich sind und stark ausgebaut werden und die Preise sinken, aber sie werden \u00fcberbewertet. Wenn wir 100 MW Solarenergie installieren, wissen wir, dass diese Energie an einem sonnigen Tag um 12 Uhr mittags zur Verf\u00fcgung steht, aber davor und danach steht die versprochene Energie nicht zur Verf\u00fcgung. Windkraft steht zur Verf\u00fcgung, wenn der Wind weht. Die meisten Einrichtungen in unserem Land und auf unserem Kontinent ben\u00f6tigen daher eine Grundlastversorgung rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr. In bestimmten Regionen, wie beispielsweise im s\u00fcdlichen Afrika, kommt es derzeit zu regionalen D\u00fcrren, was die L\u00e4nder, die auf Wasserkraft angewiesen sind, stark beeintr\u00e4chtigt. Ich denke hier an Simbabwe, Sambia und einige andere L\u00e4nder. Es gibt auch trockene L\u00e4nder wie Namibia und andere, die im Landesinneren Wasser f\u00fcr die Landwirtschaft ben\u00f6tigen und entsalztes Wasser verwenden m\u00f6chten. In unserem Fall bewegen wir uns weg von Kohlekraftwerken hin zu einem Punkt, an dem wir andere Energieformen als Ersatz f\u00fcr Kohle nutzen m\u00f6chten. Nat\u00fcrlich spielt die Kernenergie in dieser Hinsicht eine gro\u00dfe Rolle. Wir k\u00f6nnen auch einige der alten Kraftwerke umbauen, ob es sich nun um Kernkraftwerke, kleine Kohlekraftwerke usw. handelt.<\/p>\n<p>Ein Vorteil der kleinen modularen Reaktoren besteht darin, dass man sie in die N\u00e4he der Verbraucher bauen kann. In einigen L\u00e4ndern im s\u00fcdlichen Afrika gibt es Minen, die eine Stromleistung von 35 MW ben\u00f6tigen, was der Leistung unserer Einheit entspricht. Diese Minen zahlen 11 Millionen US-Dollar pro Monat allein f\u00fcr die Erzeugung von Dieselenergie. Sie k\u00f6nnen sich also vorstellen, dass sich diese Art von Reaktor innerhalb von 2,5 Jahren f\u00fcr die Mine amortisieren w\u00fcrde. Au\u00dferdem k\u00f6nnen wir mit den potenziellen Emissionsgutschriften Einnahmen erzielen, was nat\u00fcrlich bei unseren Machbarkeitsstudien ber\u00fccksichtigt wird.<\/p>\n<p>Wir k\u00f6nnen auf 30 Jahre Erfahrung mit dem Kugelhaufenreaktor zur\u00fcckgreifen. Der Reaktor, den wir entwickeln, geh\u00f6rt zur n\u00e4chsten Generation, der Generation IV. Er wurde f\u00fcr die globalen Energieherausforderungen konzipiert, mit denen wir konfrontiert sind. Wir entwickeln diesen Ansatz mitunserem kompakten, innovativen Design weiter. Wir sind weltweit f\u00fchrend in der Entwicklung der IV. Generation. Der PBMR (Pebble Bed Modular Reactor) war bis vor einigen Jahren war weltweit f\u00fchrend. Er ben\u00f6tigt keine gro\u00dfen Wassermengen, wie ich bereits erw\u00e4hnt habe. Er hat eine hohe Ausgangstemperatur von 705 Grad Celsius. Er ist skalierbar, das hei\u00dft, es lassen sich vier oder acht Einheiten hinzuf\u00fcgen, je nach Bedarf. Und nat\u00fcrlich sinken die Kosten, wenn man mehr Einheiten hinzuf\u00fcgt, da man nur einen Kontrollraum ben\u00f6tigt. Man braucht nur ein Verwaltungsgeb\u00e4ude, eine Wartungswerkstatt, einen Sicherheitsdienst.<\/p>\n<p>Wir verwenden einen einzigartigen TRISO-Brennstoff. Dieser Brennstoff hat die Gr\u00f6\u00dfe eines Tennisballs und ist mit einer Graphitschicht \u00fcberzogen. Er kann hohen Temperaturen von bis zu 2000 Grad Celsius standhalten. Er wurde in S\u00fcdafrika entwickelt und in verschiedenen Varianten in andere L\u00e4nder exportiert. Jedes Brennstoffteilchen in dieser Kugel ist mit Siliziumkarbid beschichtet. Sie sehen, dass diese Kugel etwa 1800 kleine Teilchen enth\u00e4lt, die einzeln beschichtet sind. So sieht jedes dieser Teilchen mit der Beschichtung aus. So entsteht eine Sicherheitsbarriere, die diese Art von Brennstoff und den Reaktor in Bezug auf jegliche Sicherheitsrisiken unbedenklich macht. Wie Sie sehen k\u00f6nnen, werden die Kugeln auf der linken Seite in den Reaktor geladen. Er wird von oben beschickt und unten entnommen, um die Aktivit\u00e4t zu messen, und kann dann wieder oben eingef\u00fcllt werden. Es k\u00f6nnen auch neue Kugeln hinzugef\u00fcgt und der verbrauchte Brennstoff entnommen werden.<\/p>\n<p>Die Lebensdauer eines solchen Reaktors betr\u00e4gt 80 Jahre, und die Lizenz wird erstmal f\u00fcr 40 Jahre erteilt, danach zweimal 20 Jahre. Selbst unser Koeberg-Reaktor und diese hier sind f\u00fcr die n\u00e4chsten 20 Betriebsjahre zugelassen.<\/p>\n<p>Abschlie\u00dfend m\u00f6chte ich Ihnen zeigen, wie ein solcher Reaktor typischerweise aussehen w\u00fcrde. Hier sehen Sie die Radiatoren f\u00fcr die K\u00fchlung, das Reaktorgeb\u00e4ude und die Turbinengeb\u00e4ude sowie alle dazugeh\u00f6rigen Geb\u00e4ude, die Werkst\u00e4tten usw. Es gibt auch zwei Entw\u00fcrfe, die wir nur zu architektonischen Zwecken erstellt haben. Dies ist ein typischer Entwurf f\u00fcr unsere Kunden im Nahen Osten, die ein typisches Layout w\u00fcnschen. Wenn es sich um die eher l\u00e4ndliche Buschlandschaft im Westen Afrikas handelt, dann sprechen wir in der Regel von einem Design dieser Art. Das ist eine k\u00fcnstlerische Darstellung, die nat\u00fcrlich je nach Wunsch des Kunden stark variieren kann.<\/p>\n<p>Abschlie\u00dfend m\u00f6chte ich mich f\u00fcr die Gelegenheit bedanken, zu Ihnen zu sprechen. Ich freue mich auf die Fragerunde.<\/p>\n<p><\/div><\/div><\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"font-family: Liberation Sans, sans-serif;\">Prof. Sergej <strong>Pulinez<\/strong>, leitender Wissenschaftler, Weltraumforschungsinstitut der Russischen Akademie der Wissenschaften (Russland)<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p><div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Im Wortlaut lesen<\/span><\/a><div class=\"toggle-content\"><\/p>\n<p>CELANI: Unser n\u00e4chster Redner ist Professor Sergej Pulinez, leitender Wissenschaftler am Weltraumforschungsinstitut der Russischen Akademie der Wissenschaften. Sergej, wor\u00fcber werden Sie heute zu uns sprechen?<\/p>\n<p>PROF. SERGEJ PULINEZ: Ich wurde gebeten, \u00fcber meine wissenschaftliche Arbeit zu sprechen. In den letzten Jahrzehnten habe ich mich mit dem Problem der Erdbebenvorhersage befasst. Dieses Problem ist seit etwa zwei Jahrhunderten ungel\u00f6st. Das Problem ist, dass es von Seismologen monopolisiert wird, die behaupten, dass Erdbebenvorhersagen unm\u00f6glich seien. Die von ihnen haupts\u00e4chlich verwendete Technik ist die statistische Verarbeitung der Rolle seismischer Ereignisse. Und auf der Grundlage dieser Statistiken ziehen sie R\u00fcckschl\u00fcsse auf zuk\u00fcnftige Ereignisse. F\u00fcr langfristige Vorhersagen mag dies recht erfolgreich sein, f\u00fcr kurzfristige Vorhersagen funktioniert es jedoch nicht.<\/p>\n<p>Ich bin kein Seismologe, sondern Weltraumphysiker. Seit den 1990er Jahren beobachten wir von Satelliten aus einige Anomalien, die vor Erdbeben auftreten. Seit dieser Zeit besch\u00e4ftige ich mich mit der Frage, wie diese Ph\u00e4nomene entstehen. Ich m\u00f6chte Ihnen hierzu einige Folien zeigen. Meine Hauptaufgabe bestand darin, die physikalischen Grundlagen dieser Ph\u00e4nomene zu erkl\u00e4ren.<\/p>\n<p>Im Allgemeinen entstehen Erdbeben durch die Bewegungen der tektonischen Platten. In der ersten Darstellung sehen Sie den Urzustand unseres Planeten. Heute gibt es mehrere gro\u00dfe tektonische Platten, die sich in verschiedene Richtungen bewegen. Bei ihren Kollisionen entstehen Spannungen, und wenn diese ein bestimmtes Ma\u00df erreichen, kommt es zu einem Bruch, und das ist ein Erdbeben. Die Bewegung der tektonischen Platten oder Bl\u00f6cke in den Verwerfungen kann unterschiedlich sein und wird unterschiedlich bezeichnet: Spannungsverschiebungen, Normalverschiebungen, Horizontalverschiebungen. Horizontalverschiebungen sind beispielsweise in Kalifornien zu beobachten. Sowie Subduktionszonen bei Spannungen und umgekehrte Spannungen bei Normalbr\u00fcchen, wenn eine tektonische Platte unter eine andere abtaucht.<\/p>\n<p>Aber zur\u00fcck zur Physik: In den 1990er Jahren zeigten die Arbeiten russischer und amerikanischer Seismologen, dass es in den Bereichen der Erdbebenausbreitung einige Anomalien gibt, etwa bei der Geschwindigkeit der Ausbreitung der seismischen Phase, bei der Ausstr\u00f6mung verschiedener Gase, bei Ver\u00e4nderungen des Grundwasserspiegels usw. gibt. Besonders interessant ist die Ausstr\u00f6mung von Radon. Warum ist das interessant? Weil sich hier das Verhalten verschiedener physikalischer Parameter vor einem Erdbeben zeigt. Hier ist eine Radon-Emission zwischen zwei Erdbeben dargestellt. Wir sehen, dass die Emission zunimmt und nach dem Erdbeben wieder abf\u00e4llt. Es gibt verschiedene Theorien hierzu; links sehen Sie die amerikanische, rechts die russische, die zeigen, wie das funktioniert. Interessant ist, dass Radon radioaktiv ist. Es emittiert sogenannte Alphateilchen; Alphateilchen sind Kerne von Helium, einem Gas in unserer Atmosph\u00e4re. Es hat zwei Protonen und zwei Neutronen. Dieses Teilchen ist sehr energiereich; es hat eine Energie von sechs Mega-Elektronenvolt. Wenn es in die Atmosph\u00e4re eintritt, beginnt es, die bodennahe Schicht der Atmosph\u00e4re zu ionisieren. Man sieht einen Zusammenhang zwischen der Verformung der Erde und der Radonemission.<\/p>\n<p>Dieses Bild ist sehr interessant, da es sich um ein Wasserreservoir handelt. W\u00e4hrend der Auff\u00fcllung dieses Reservoirs ver\u00e4nderte sich der Druck, und wir sehen starke Schwankungen des Radons. Es besteht also ein Zusammenhang zwischen Spannungen und Stress in der Erdkruste. Dies wurde in vielen F\u00e4llen nachgewiesen. Vor dem Erdbeben von Kobe ist ein starker Anstieg des Radonflusses zu beobachten. Ich m\u00f6chte nicht zu sehr auf die Physik eingehen und nur eines zeigen. Wenn energetische Teilchen mit neutralen Teilchen, den Gasteilchen, in Kontakt kommen, werden die Elektronen herausgeschlagen, und es bilden sich positive Ionen. Die Elektronen werden an das neutrale Teilchen gebunden und bilden ein negatives Ion. Der in der Atmosph\u00e4re vorhandene Wasserdampf lagert sich an diese Ionen an. Wassermolek\u00fcle sind polarisiert; das Sauerstoffatom ist der negative Teil des Bipols und wird vom positiven Ion angezogen. Wasserstoffatome sind dagegen positiv, so dass das Wassermolek\u00fcl vom Sauerstoffatom an das positive Ion und von den Wasserstoffatomen an die negativen Ionen gebunden wird. Auf diese Weise entsteht ein gro\u00dfer Cluster von Ionen, da sich immer mehr Wassermolek\u00fcle an die Ionen anlagern. Dies ver\u00e4ndert die elektrische Leitf\u00e4higkeit in der bodennahen Schicht der Atmosph\u00e4re. Dies ist eine Folge davon. Eine weitere ist, dass die Anlagerung mehr oder weniger der Kondensation entspricht. Bei der Kondensation wird latente W\u00e4rme durch das Wassermolek\u00fcl freigesetzt.<\/p>\n<p>Daraus ergeben sich zwei wichtige Konsequenzen. Bei der Bildung dieser Cluster-Ionen wird latente W\u00e4rme freigesetzt. Die Menge dieser W\u00e4rme ist so gro\u00df, dass sie die Lufttemperatur in der Region der Erdbebenausbreitung ver\u00e4ndern kann. W\u00e4hrend dieses Prozesses wird Wasserdampf aus der Atmosph\u00e4re entfernt, so dass wir gleichzeitig mit dem Temperaturanstieg einen R\u00fcckgang der Luftfeuchtigkeit beobachten k\u00f6nnen. Man kann diese thermischen Anomalien, die im Bereich der Erdbebenausbreitung auftreten, von Satelliten aus sehen. Da sich diese gro\u00dfen Partikel nicht schnell bewegen k\u00f6nnen, sinkt gleichzeitig ihre Mobilit\u00e4t und damit auch die elektrische Aktivit\u00e4t. Dies ergibt ein globales elektrisches Ver\u00e4nderungspotenzial der Ionosph\u00e4re, einer ionisierten Schicht unserer Atmosph\u00e4re, die sich in einer H\u00f6he von 60 km bis zu mehreren tausend Kilometern befindet. In der Ionosph\u00e4re treten Anomalien auf, die mit den Ver\u00e4nderungen des Ionosph\u00e4renpotenzials zusammenh\u00e4ngen.<\/p>\n<p>Daraus ergeben sich zwei Hauptfolgen: thermische Anomalien und Anomalien in der Ionosph\u00e4re, die wir mit Satelliten registrieren k\u00f6nnen. Ich arbeite in der Weltraumphysik und wir f\u00fchren solche Satelliten\u00fcberwachungen durch. Ich werde Ihnen einige Beispiele daf\u00fcr zeigen. Dies ist eines der Erdbeben in der N\u00e4he der chilenischen Grenze. Es liegt in der N\u00e4he des Pazifischen Ozeans, und man kann die Zunahme der Lufttemperatur und die Abnahme der damit verbundenen Luftfeuchtigkeit sehen. Es ist unvorvorstellbar, dass die Luftfeuchtigkeit auf dem offenen Meer um bis zu 2 % sinkt. Das ist unter nat\u00fcrlichen Bedingungen absolut unm\u00f6glich. Ich werde Ihnen nun zeigen, wie sich dies entwickelt. Dies sind einige Parameter, die wir als atmosph\u00e4risches chemisches Potenzial bezeichnen. Ich werde nicht n\u00e4her darauf eingehen, aber es wird aus der Lufttemperatur und der Luftfeuchtigkeit berechnet. Sie sehen, dass es alle drei Stunden auf besondere Weise zu einer Verteilung dieser Parameter gekommen ist, und Sie sehen, dass sich mit dem Herannahen des Erdbebens eine starke Anomalie um das Epizentrum des Erdbebens herum bildet. Hier ist sie am gr\u00f6\u00dften. Diese Anomalien treten mehrere Tage vor dem Erdbeben auf. Auf diese Weise k\u00f6nnen wir eine kurzfristige Vorhersage des Erdbebens treffen. Ich kann Ihnen viele F\u00e4lle dieser Art zeigen, aber ich m\u00f6chte zum Schluss kommen.<\/p>\n<p>Wir befinden uns bei einem Erdbeben in einem offenen Nicht-Gleichgewichtssystem, einem nichtlinearen System, in dem wir es mit der Umwandlung von Energie von mechanischer zu chemischer, zu thermischer bis hin zu elektrischen Energie zu tun haben. All diese Dinge k\u00f6nnen wir verfolgen und die kurzfristigen Vorl\u00e4ufer von Erdbeben registrieren. Wo liegt das Problem? Das gro\u00dfe Problem ist, dass dies von den Seismologen nicht verstanden wird; sie wollen diesen Weg nicht einschlagen. Bis heute behaupten sie, dass Vorhersagen unm\u00f6glich sind; es funktioniere nicht. Man k\u00f6nnte diese kurzfristigen Vorl\u00e4ufer von Erdbeben weltweit verfolgen, aber wir sind bei dieser Forschung nur wenige. Wir k\u00f6nnen keine globale \u00dcberwachung durchf\u00fchren, und Vorhersagen werden erst dann m\u00f6glich sein, wenn der Staat selbst einen \u00dcberwachungsdienst wie den Katastrophenschutz einrichtet, wie die Feuerwehr und so weiter. Es sollte einen speziellen Dienst f\u00fcr Erdbebenvorhersagen geben. Die Seismologen sagen, dass Vorhersagen in Zukunft unm\u00f6glich seien. Das wird in Zukunft nur dann nicht m\u00f6glich sein, weil es in keinem Institut, keiner Hochschule ein Fachgebiet wie die Erdbebenvorhersage gibt. Wir bilden junge Menschen nicht darin aus. Was wird sein, wenn ich nicht mehr da bin? Ich bin nicht sicher, ob jemand diese Forschung fortsetzen wird. Das ist also ein Problem, mit dem wir uns auseinandersetzen, und ich hoffe, dass wir eine L\u00f6sung daf\u00fcr finden werden. Vielen Dank.<\/p>\n<p><\/div><\/div><\/p>\n<ul>\n<li><span class=\"fsn\"><strong class=\"CharOverride-8\">William Jones, <\/strong>Schiller-Institut (USA)<\/span><\/li>\n<li><span style=\"font-family: Liberation Sans, sans-serif;\">Prof. Gennady <strong>Aksenow<\/strong>, S.I. Wawilow Institut f\u00fcr Wissenschafts- und Technologiegeschichte der <\/span><span style=\"font-family: Liberation Sans, sans-serif;\">Russischen Akademie der Wissenschaften, Abteilung f\u00fcr die Geschichte der Erdwissenschaften (Russland)<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<h3 style=\"text-align: center;\"><strong>Panel 4<\/strong><strong>: Der Reichtum der Kulturen der Menschheit und die kommende Goldene Renaissance<\/strong><\/h3>\n<p class=\"western\">Moderatorin Megan Dobrodt<\/p>\n<ul>\n<li>Lyndon <strong>LaRouche<\/strong>: \u201eKreatives Denken findet nur in der klassischen Kultur statt\u201c<\/li>\n<\/ul>\n<p><div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Im Wortlaut lesen<\/span><\/a><div class=\"toggle-content\"><\/p>\n<p class=\"vor\">Zu Beginn des vierten Abschnitts der Internetkonferenz des Schiller-Instituts am 16. Juni 2024 wurde der folgende Ausschnitt aus einer Rede von Lyndon LaRouche \u00fcber die Bedeutung der klassischen Kultur f\u00fcr die Entwicklung der geistigen Kr\u00e4fte der Menschen gezeigt.<\/p>\n<p>Die Zerst\u00f6rung der klassischen Kultur war ein wesentlicher Teil der Zerst\u00f6rung der geistigen F\u00e4higkeiten der Bev\u00f6lkerung. Die klassische Kultur hat eine ganz besondere Bedeutung. Wenn sie nur noch der Unterhaltung dient, ohne jede Kriterien, dann verlieren die Menschen den Halt.<\/p>\n<p>Es geht bei der Menschheit immer um das, was wir \u201eKreativit\u00e4t\u201c nennen. Wahre Kreativit\u00e4t ist nicht nur Variation oder Innovation. Kreativit\u00e4t respektiert bestimmte Prinzipien des Geistes, die nur wirklich klassische Kulturen vermitteln k\u00f6nnen. Aber die Menschen haben ihre Verbindung zur klassischen Kultur verloren, oder sie nie gehabt. Deshalb gehen sie ins Leben hinaus und sind dabei durch den fehlenden Zugang zur klassischen Kultur verkr\u00fcppelt.<\/p>\n<p>Mit anderen Worten, kreatives Denken findet nur in der klassischen Kultur statt.<\/p>\n<p>Es gibt authentische klassische Kulturen. Man kann sie bis zum klassischen Griechenland zur\u00fcckverfolgen, das recht gut bekannt ist. Es gibt noch andere Beispiele f\u00fcr diese klassische Kultur. Es gibt sie sozusagen in verschiedenen Gr\u00f6\u00dfen und Geschmacksrichtungen. Aber sie alle haben bestimmte Merkmale gemeinsam. Was die klassische Kultur ist, das ist ein Thema f\u00fcr sich. Es ist eines meiner Spezialgebiete, aber ich glaube nicht, da\u00df jeder mit diesem Spezialgebiet vertraut ist.<\/p>\n<p>Diese klassische Kultur hat eine ganz spezifische, einzigartige Rolle bei der Entwicklung der menschlichen Geisteskr\u00e4fte. Eine mangelnde Entwicklung des menschlichen Geistes in dieser Richtung ist tats\u00e4chlich ein Hindernis f\u00fcr den Fortschritt. Das bedeutet nicht, da\u00df man ein schlechter Mensch ist; es bedeutet, da\u00df man diese, nennen wir es \u201eWaffe des geistigen Fortschritts\u201c, nicht erworben hat. Den meisten Menschen in der Gesellschaft wird es vorenthalten, sich mit diesem Konzept vertraut zu machen, und deshalb sind sie von etwas abgeschnitten, auf das sie ein Recht haben sollten, das sie kennen und erfahren sollten.<\/p>\n<p>Wenn jemand musikalisch begabt ist und eine echte systematische Ausbildung in musikalischer Komposition bek\u00e4me, dann w\u00fcrde es ihm nicht schwer fallen, zu verstehen, worum es geht. Er w\u00e4re in der Lage zu verstehen, was an der Alternative falsch ist. Denn wenn man entdeckt, da\u00df man \u00fcber eigene Geisteskr\u00e4fte verf\u00fcgt, die man bisher nicht genutzt hat, und damit beginnt, sich diese bisher ungenutzten Geisteskr\u00e4fte anzueignen, dann stellt man fest, da\u00df man als Mensch viel wichtiger ist, als man gedacht hatte. Das ist die Rolle der klassischen Kultur oder sagen wir, der Ausgangspunkt der klassischen Kultur: Wenn die Menschen erkennen, da\u00df es etwas gibt, das sie auf keine andere Weise bekommen k\u00f6nnen und das ihnen etwas bedeutet. Sie verstehen sich selbst besser als zuvor. Sie finden dann darin eine Quelle der Kraft.<\/p>\n<p>Mir geht es als erstes immer um das innere Gesp\u00fcr f\u00fcr die Quelle der Kraft im Inneren der Person. Klassische Kultur, \u00e4hnlich wie zum Beispiel wissenschaftliche Bildung und so weiter \u2013 diese Dinge st\u00e4rken die Person im Inneren, weil sie Zugang zu mehr Macht \u00fcber die Gesellschaft und den Zustand der Gesellschaft hat, als sie es sonst h\u00e4tte. Sie sagen sich gewisserma\u00dfen: \u201eIch bin jemand! Ich bin etwas! Ich meine etwas; ich bin nicht nur irgendein Ding. Ich habe etwas in mir, das ihr kennen m\u00fc\u00dft. Ich habe etwas in mir, das ich euch geben mu\u00df.\u201c<\/p>\n<p>Wenn du das deinem Publikum sagen kannst, f\u00fchlst du dich stark, du f\u00fchlst dich gl\u00fccklich, die Welt geh\u00f6rt dir mehr. Du mu\u00dft dich nicht daf\u00fcr entschuldigen, was du bist; du mu\u00dft dich nicht f\u00fcr das entschuldigen, wie du bist. \u201eIch habe gestern etwas Neues gelernt, Leute, und das ist gut.\u201c<\/p>\n<p>Das ist es, was ich den Leuten, die sich solche Frage stellen, vermitteln m\u00f6chte \u2013 genau das.<\/p>\n<p>Wir haben Zugang zur klassischen Kunst und zur Wissenschaft. Wir haben die Mittel, die es den Menschen erm\u00f6glichen, selbst auf einer recht begrenzten Ausgangsbasis Durchbr\u00fcche zu erzielen, bei denen sie erkennen k\u00f6nnen, was ihr Geist ist, was er darstellt. Wenn man sich sicher ist, da\u00df der eigene Geist etwas bedeutet, dann ist man innerlich gest\u00e4rkt und l\u00e4\u00dft sich nicht so leicht unterkriegen. Man mu\u00df sich nicht mehr f\u00fcr sich selbst entschuldigen.<\/p>\n<p><\/div><\/div><\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"font-family: Liberation Sans, sans-serif;\">Jacques <strong>Cheminade<\/strong>, Pr\u00e4sident, Solidarit\u00e9 et Progr\u00e8s, ehemaliger franz\u00f6sischer Pr\u00e4sidentschaftskandidat. \u201eDie Kultur des Friedens\u201c (Frankreich)<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p><div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Im Wortlaut lesen<\/span><\/a><div class=\"toggle-content\"><\/p>\n<p>Eine wahre Kultur des Friedens<\/p>\n<p>Von Jacques Cheminade<br \/>.<br \/>Rede von Jacques Cheminade, Vorsitzender der Partei Solidarit\u00e9 et Progr\u00e8s auf der Online-Konferenz der Schiller-Instituts am 16. Juni 2024.<\/p>\n<p>Wir leben in einer Kultur des Krieges. Die M\u00f6glichkeit eines Dritten Weltkriegs, eines Krieges zur Ausl\u00f6schung der Menschheit, wird jeden Tag realer. Wenn man sich das Versagen unserer Pr\u00e4sidenten und der M\u00e4nner neben ihnen anschaut, die den Atomknopf im Koffer haben, mu\u00df jeder vern\u00fcnftige Mensch erzittern und nach Frieden verlangen. W\u00e4hrend dieser ganzen Konferenz wurden wir gewarnt und aufger\u00fcttelt, w\u00e4hrend auch die Bev\u00f6lkerung die Gefahr mehr und mehr sp\u00fcrt. Unsere westlichen Regierungen f\u00fchren das Wort Demokratie im Munde, aber f\u00fcr sie liegt die Schuld an der milit\u00e4rischen Eskalation immer im Verhalten des Gegners. Unsere herrschenden Prediger m\u00f6gen von Frieden sprechen, aber sie geben st\u00e4ndig den anderen die Schuld und sind in Kriege gegen sie verwickelt. Es ist eine Orwellsche Welt, in der Krieg gleich Frieden und Realit\u00e4t gleich Narrativ ist. Spektakel werden veranstaltet, um die V\u00f6lker zu betr\u00fcgen. Die obsz\u00f6nen Feierlichkeiten zum D-Day an den Str\u00e4nden der Normandie sind nur ein extremes Beispiel hierf\u00fcr. Die Russen, die Hauptgewinner des Zweiten Weltkriegs, wurden nicht eingeladen, und Selenskij wurde als der augenblickliche Helden der &#8222;freien Welt&#8220; gefeiert.<\/p>\n<p>Die Herausforderung f\u00fcr unsere Internationale Friedenskoalition und das Schiller-Institut besteht darin, die L\u00fcgen aufzudecken \u2013 eine Kultur des Krieges ist immer eine Kultur der L\u00fcge \u2013 und die Herausforderung anzunehmen, eine wahre Kultur des Friedens aufzubauen. Ich bin fest davon \u00fcberzeugt, da\u00df wir erfolgreich sein werden, nicht ohne gef\u00e4hrliche und dunkle Momente zu durchleben, wie jetzt, aber wir werden erfolgreich sein, weil es in der Natur des Menschen liegt, eine bessere Welt f\u00fcr die Zukunft zu schaffen, und heute sind wir alle hier, um uns daf\u00fcr einzusetzen.<\/p>\n<p>Wie gehen wir vor? Wir m\u00fcssen in den K\u00f6pfen unserer Mitb\u00fcrger das Realit\u00e4tsprinzip wachrufen. Zun\u00e4chst m\u00fcssen wir ihnen klar machen, was ein Atomkrieg bedeuten w\u00fcrde. Eine Kultur des Friedens beginnt damit, die Folgen des B\u00f6sen zu erkennen. Prof. Kenneth Starr und Scott Ritter haben uns gezeigt, wie wir vorgehen m\u00fcssen: Wir m\u00fcssen die Menschen mit der Aussicht auf den Tod konfrontieren und ihnen vor Augen f\u00fchren, wie h\u00e4\u00dflich das Gesicht eines Atomkriegs sein w\u00fcrde. Machen wir uns klar, was die Zerst\u00f6rung der sch\u00f6nsten Sch\u00f6pfungen der Menschheit bedeuten w\u00fcrde, das Ende des langen Marsches der menschlichen Zivilisation. Wir m\u00fcssen verstehen, wie unsere politischen F\u00fchrer, in jedem unserer westlichen L\u00e4nder, ein hinterlistiges Pokerspiel mit unserem Leben spielen. Dann zeigen wir, wie diese perverse Logik funktioniert: Das kollabierende westliche Finanzsystem mu\u00df, um seine Geldwetten zu decken, wahllos pl\u00fcndern und die produktive Wirtschaft zerst\u00f6ren, um eine neue Form von Lebensraum zu suchen. Das ist es, was das Wort &#8222;Kriegswirtschaft&#8220; bedeutet: die Illusion, da\u00df die Blase aller Finanzwetten durch die Blase der nuklearen Vorherrschaft gesichert werden k\u00f6nnte, auch mit der Androhung eines Erstschlags, wie in der derzeitigen amerikanischen Nukleardoktrin.<\/p>\n<p>Aber nur Angst zu machen, k\u00f6nnte ein Gef\u00fchl von selbstzerst\u00f6rerischem Pessimismus verbreiten. Angstmacherei wirkt destruktiv, wenn man keine Hoffnung weckt. Die zehn Prinzipien von Helga Zepp-LaRouche vermitteln den wahren Charakter der Menschheit und rei\u00dfen uns aus der Versuchung verdrie\u00dflicher Vergn\u00fcgungen, wie die Jesuiten zu sagen pflegten. Sie geben uns wieder ein Gef\u00fchl f\u00fcr unser souver\u00e4nes Gutes, unsere Macht, Gutes zu tun. Ich zitiere das erste und das letzte Prinzip, die die dynamische Kraft von ihnen allen umfassen, um die Grundlage f\u00fcr Frieden zu schaffen \u2013 ein &#8222;neues Paradigma, auf das eine neue globale Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur ausgerichtet sein sollte&#8220;, um Oligarchismus, Kolonialismus und Geopolitik endg\u00fcltig zu beseitigen.<\/p>\n<p>Erstes Prinzip: &#8222;Die neue internationale Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur mu\u00df eine Partnerschaft vollkommen souver\u00e4ner Nationalstaaten sein, die sich auf die F\u00fcnf Prinzipien der friedlichen Koexistenz und die UN-Charta st\u00fctzt.&#8220;<\/p>\n<p>Zehntes Prinzip: &#8222;Die Grundannahme des neuen Paradigmas ist, da\u00df der Mensch grunds\u00e4tzlich gut ist und f\u00e4hig, die Kreativit\u00e4t seines Geistes und die Sch\u00f6nheit seiner Seele unendlich zu vervollkommnen, und da\u00df er die am weitesten entwickelte geologische Kraft im Universum ist, was beweist, da\u00df die Gesetzm\u00e4\u00dfigkeit des Geistes und die des physischen Universums in \u00dcbereinstimmung und Koh\u00e4sion stehen und da\u00df alles B\u00f6se das Ergebnis eines Mangels an Entwicklung ist und daher \u00fcberwunden werden kann&#8220;.<\/p>\n<p>Diese Prinzipien sind wichtige Bezugspunkte und Standards f\u00fcr eine Kultur des Friedens. Unser Urteil \u00fcber das, was gesagt und getan wird, um den Frieden zu sichern, sollte von diesem Standpunkt aus erfolgen.<\/p>\n<p>Die drei Initiativen des chinesischen Pr\u00e4sidenten Xi Jinping und das Prinzip &#8222;One Belt, One Road&#8220; sind wesentliche Schritte in diese Richtung. Eine globale Entwicklungsinitiative, eine globale Sicherheitsinitiative und eine globale zivilisatorische Initiative bilden ein Ganzes, um das gemeinsame Schicksal der Menschheit f\u00fcr eine bessere und sch\u00f6nere Welt in der Zukunft zu organisieren. In diesem Sinne entsprechen die j\u00fcngsten Erkl\u00e4rungen von Papst Franziskus zum Neuen Abla\u00dfjahr 2025 und zum Frieden auf der Grundlage von Gerechtigkeit f\u00fcr jede Nation und jeden Menschen auf der Erde dem, was Papst Paul VI. in seiner Enzyklika Populorum Progressio gesagt hatte: &#8222;Der neue Name des Friedens ist Entwicklung&#8220;. Hinzu kommen die Erkl\u00e4rungen, die Wladimir Putin auf dem Internationalen Wirtschaftsforum in Sankt Petersburg abgegeben hat &#8211; ich habe keine Zeit, sie zu zitieren, aber sie sind es wert, ber\u00fccksichtigt zu werden, um die L\u00fcgen der westlichen Medien zu zerstreuen. Putins Besuch im Haus und Museum des gro\u00dfen russischen Humanisten und Dichters Alexander Puschkin in der Stadt, die heute seinen Namen tr\u00e4gt und fr\u00fcher Zarkoje Selo hie\u00df, zeugt von seiner prinzipientreuen Haltung, trotz der gegenw\u00e4rtigen internationalen strategischen Spannungen.<\/p>\n<p>Die m\u00f6gliche L\u00f6sung f\u00fcr die Menschheit, jetzt, da wir alle im selben Boot sitzen, liegt in dieser Richtung, vorausgesetzt, wir gehen weiter, bis hin zu einer Weltlandbr\u00fccke, die f\u00fcr alle Nationen gebaut wird. Dieses Eine, wie Helga Zepp LaRouche unerm\u00fcdlich wiederholt, ist m\u00e4chtiger als das Viele und erfordert ein Denken auf der Ebene von Jean Bodins \u201eHarmonie der Dissonanzen\u201c und noch grunds\u00e4tzlicher vor ihm, der Coincidentia Oppositorum, der &#8222;Koinzidenz der Gegens\u00e4tze\u201c, von Nikolaus von Kues.<\/p>\n<p>Diejenigen, die sich weigern, auf dieser Ebene zu denken, die vom Besonderen und nicht vom Einen ausgehen, sind dazu verdammt, eine Kultur des Krieges, eine Kultur des Todes zu f\u00f6rdern oder aufrechtzuerhalten \u2013 wie der ber\u00fcchtigte Georg Wilhelm Friedrich Hegel, der behauptete, da\u00df das V\u00f6lkerrecht nicht ohne Zuf\u00e4lle existieren k\u00f6nne, weil jeder Staat seinen eigenen Partikularwillen habe, und der daraus schloss, da\u00df die einzige Methode, mit der Partikularwillen harmonisiert werden k\u00f6nne, der Krieg sei. Eine extreme Art, das auszudr\u00fccken? Heute nennt man das Geopolitik und regelbasierte Ordnung \u2013 die Kriegskultur unserer westlichen F\u00fchrung. Unter dem Vorwand, die &#8222;Demokratie&#8220; zu sch\u00fctzen, wird die Pl\u00fcnderung der Finanzm\u00e4rkte und die Aufr\u00fcstung zum Schutz ihrer Pl\u00fcnderung vorangetrieben.<\/p>\n<p>Fahren wir fort: Auch wenn gute Absichten n\u00fctzlich und notwendig sind, sind sie nicht in der Lage, eine Kultur des Friedens zu sichern. Dies ist sozusagen der Kantsche Fehler in all den Bem\u00fchungen, die wohlmeinende Menschen f\u00fcr den Frieden unternommen haben \u2013 und gescheitert sind. Sie versuchten, den Frieden au\u00dferhalb des Bereichs einer wahren Friedenskultur zu erreichen. Daher ist unser gemeinsamer Denkprozess innerhalb der Internationalen Friedenskoalition und des Schiller-Instituts so wichtig, um eine Mobilisierung f\u00fcr eine echte Friedenskultur zu erreichen, die der existenziellen Gefahr f\u00fcr die Menschheit Rechnung tr\u00e4gt.<\/p>\n<p>Ein Schl\u00fcsselbeispiel f\u00fcr dieses Scheitern waren die Bem\u00fchungen, die nach dem Fall der Berliner Mauer innerhalb der bestehenden internationalen Organisationen unternommen wurden. Sie nannten es eine Kultur des Friedens, aber es war keine echte. Die \u00dcberlegungen der Vereinten Nationen zu einer &#8222;Kultur des Friedens&#8220; begannen 1992 mit der Verabschiedung eines Programms f\u00fcr eine Kultur des Friedens durch die UNESCO. Die Erkl\u00e4rung und das Programm f\u00fcr eine Kultur des Friedens wurden von der Generalversammlung der Vereinten Nationen am 13. September 1999 im Rahmen der Vorbereitungen f\u00fcr das Internationale Jahr f\u00fcr die Kultur des Friedens angenommen.<\/p>\n<p>Die UN-Resolution A\/53\/243 enth\u00e4lt acht Aktionsbereiche, die insgesamt positiv zu sein scheinen:<\/p>\n<p>&#8211; Kultur des Friedens durch Bildung<br \/>&#8211; Nachhaltige wirtschaftliche und soziale Entwicklung<br \/>&#8211; Respekt f\u00fcr alle Menschenrechte<br \/>&#8211; Gleichstellung von Frauen und M\u00e4nnern .<br \/>&#8211; Verst\u00e4ndigung, Toleranz und Sicherheit<br \/>&#8211; Partizipative Kommunikation und freie Verbreitung von Informationen und Wissen .<br \/>&#8211; Internationaler Frieden und Sicherheit.<\/p>\n<p>Dann gab es das Manifest 2000 f\u00fcr eine Kultur des Friedens und der Gewaltlosigkeit, in dem der Einzelne aufgefordert wurde, &#8222;in meinem t\u00e4glichen Leben, in meiner Familie, bei meiner Arbeit, in meiner Gemeinschaft und in meiner Region<\/p>\n<p>&#8211; das Leben und die W\u00fcrde eines jeden Menschen ohne Diskriminierung und Vorurteile zu achten;<br \/>&#8211; Aktive Gewaltfreiheit zu praktizieren und Gewalt in all ihren Formen abzulehnen: physisch, sexuell, psychologisch, wirtschaftlich und sozial, insbesondere gegen\u00fcber den am meisten Benachteiligten und Schwachen;<br \/>&#8211; meine Zeit und materiellen Ressourcen im Geiste der Gro\u00dfz\u00fcgigkeit zu teilen, um Ausgrenzung, Ungerechtigkeit und politische und wirtschaftliche Unterdr\u00fcckung zu beenden.<\/p>\n<p>Und so weiter und so fort \u2013 ein Katalog von &#8222;guten Dingen&#8220;, der mit verschiedenen hochrangigen Treffen der Vereinten Nationen zur Kultur des Friedens einherging. Anwarul Karim Chowdury,<br \/>der damalige Untergeneralsekret\u00e4r und Hohe Repr\u00e4sentant f\u00fcr die am wenigsten entwickelten L\u00e4nder, die Binnenentwicklungsl\u00e4nder und die kleinen Inselentwicklungsstaaten, hielt immer wieder gute Reden \u00fcber &#8222;Gewaltlosigkeit und Friedenskultur als Teil unserer t\u00e4glichen Existenz, Friedenskultur als Proze\u00df der individuellen, kollektiven und institutionellen Transformation.&#8220;<\/p>\n<p>Sch\u00f6ne Worte, aber wo ist der Fehler? In Anbetracht der Tatsache, da\u00df wir heute von der nuklearen Ausl\u00f6schung bedroht sind, haben solche wohlmeinenden Pers\u00f6nlichkeiten nicht das bewirkt, was sie meinten. Wir m\u00fcssen uns also dar\u00fcber im Klaren sein, wo der Makel liegt, um wirksam zu sein. Er liegt nicht im Wesentlichen an Personen oder nicht einmal an einem politischen Regime, er liegt in der Mentalit\u00e4t, in einem Umfeld, in dem die herrschenden M\u00e4chte Prinzipien auf blo\u00dfe Namen reduzieren, als w\u00e4ren sie Wetten an der B\u00f6rse, eine nominelle Tarnung f\u00fcr ihre wahren Absichten. Wenn man deren Herrschaft \u00fcber das Gedankenspiel akzeptiert, sind wir dazu verdammt, am Prinzip zu scheitern. Der Fehler ist das, was ich nach Lyndon LaRouche den Kantschen Fehler nenne. Kant schrieb 1795 sein Buch Zum Ewigen Frieden, ein Buch, das sp\u00e4ter mit &#8222;demokratischem Frieden, Handelsfrieden und institutionellem Frieden&#8220; in Verbindung gebracht wurde. Es ist eine Summe von Kategorien, wie die Dokumente der Vereinten Nationen, eine Art Skelett, das auf die Realit\u00e4t projiziert wird. Kant trennt zwischen Nomen und Ph\u00e4nomen, wobei das Nomen der Bereich der Vernunft und der Seele ist, der der Erkenntnis nicht zug\u00e4nglich ist (die Dinge an sich), und das Ph\u00e4nomen, die sichtbaren Objekte der Wahrnehmung. Diese Kluft verdammt den Menschen dazu, Gefangener der Logik eines gegebenen Systems zu sein, mehr oder weniger ausgearbeitet, ohne Zugang zur Vernunft in der Welt der Wahrnehmungen, ohne Zugang zur Vernunft, um die Umwelt zu ver\u00e4ndern.<\/p>\n<p>Die Wissenschaft der physischen \u00d6konomie ist dieser Denkweise fremd, weil sie an die Kategorien der Welt, wie sie ist, angepa\u00dft ist. Die Metaphysik ist von der Physik getrennt. Eine solche Denkweise verurteilt dazu, innerhalb eines gegebenen Systems gute Reden zu schwingen, ohne da\u00df dies in der Realit\u00e4t, d.h. bei der Beherrschung des Wandels, etwas bewirken kann. Um es grob auszudr\u00fccken: Man wird entweder zu begnadeten Dienern, wie ein Henry Kissinger, oder zu w\u00fctenden und ohnm\u00e4chtigen Anarchisten, wie ein IS-Terrorist, oder zu wohlsituierten Statthaltern dessen, was unser Freund Ray McGovern als MICIMAT bezeichnet &#8211; Milit\u00e4r, Industrie, Kongre\u00df, Geheimdienste, Medien und akademische Denkfabriken. Als menschliche Wesen sind sie nicht sehr n\u00fctzlich und verbreiten einen mehr oder weniger unterw\u00fcrfigen und oft gut gen\u00e4hrten Pessimismus oder falschen Idealismus. Im Extremfall k\u00f6nnen sie so weit gehen wie Bertrand Russell und dazu aufrufen, entweder Atombomben auf die russische Bev\u00f6lkerung zu werfen, um die &#8222;freie Welt&#8220; zu retten, oder einen fehlgeleiteten \u00d6kologismus zu f\u00f6rdern, um die Weltbev\u00f6lkerung zu reduzieren! Mit dem Wort Frieden im Mund und einer Kultur des Todes im Kopf.<\/p>\n<p>Das sind traurige Gesch\u00f6pfe, die dazu verdammt sind, kriminell zu werden. Wir, die wir Prinzipien verk\u00f6rpern und in die Offensive gehen, um sie in der realen Welt durchzusetzen, die sich f\u00fcr eine wirtschaftliche und kulturelle Zusammenarbeit einsetzen, die f\u00fcr alle Beteiligten von Vorteil ist, haben den Auftrag, Vorbilder der Hoffnung zu sein. Es ist unsere Verpflichtung, &#8222;alle Individuen der menschlichen Gattung zur W\u00fcrde des Menschen zu erheben&#8220;, wie es Lazare Carnot, einer der Gr\u00fcnder der Ecole Polytechnique und &#8222;Organisator des Sieges&#8220; der franz\u00f6sischen republikanischen Armeen gegen die eindringende Koalition der europ\u00e4ischen Oligarchie, ausdr\u00fcckte. Im Laufe unseres Kampfes sollten wir, so wie es Jos\u00e9 Vega und sein Wahlkampfteam tun: fr\u00fchmorgens Beethoven h\u00f6ren, bevor wir zum Organisieren gehen, und abends Gedichte lesen. So veredeln wir unseren Charakter, um unser Mandat nicht als Pflicht, sondern mit Freude zu erf\u00fcllen. H\u00f6ren Sie, was Carnot, ein Bewunderer Friedrich Schillers, uns inmitten des Kampfes sagt, w\u00e4hrend er sich mit Poesie besch\u00e4ftigt: &#8222;Begeisterung, Liebe zum Sch\u00f6nen, erhabener Aufstieg gro\u00dfer Seelen&#8220;. Wir streben danach, selbst eine solche Ebene des Seins zu erreichen, und ein solches Streben ist die kulturelle Grundlage f\u00fcr eine wahre Kultur des Friedens, &#8222;um die politische Ordnung so zu gestalten, da\u00df der wahre Charakter der Menschheit als sch\u00f6pferische Gattung verwirklicht werden kann.&#8220;<\/p>\n<p><\/div><\/div><\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"font-family: Liberation Sans, sans-serif;\">Harley <strong>Schlanger<\/strong>, Stellvertretender Vorsitzender, Schiller Institute Vereinigte Staaten: \u201eWie die \u00f6ffentliche Meinung manipuliert wird\u201c (Deutschland)<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p><div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Im Wortlaut lesen<\/span><\/a><div class=\"toggle-content\"><\/p>\n<p>Wir alle sind Zielscheibe der &#8222;hybriden Kriegsf\u00fchrung&#8220;<\/p>\n<p>Von Harley Schlanger<\/p>\n<p>Dieser Artikel ist eine leicht bearbeitete Abschrift eines Vortrags, den Harley Schlanger am 16. Juni 2024 im 4. Panel der Online-Konferenz des Schiller-Instituts gehalten hat. Schlanger ist der Vizepr\u00e4sident des Schiller-Instituts in den Vereinigten Staaten. Das Video der Konferenz vom 15. und 16. Juni ist hier verlinkt: Die Welt am Abgrund: F\u00fcr einen neuen Westf\u00e4lischen Frieden!<\/p>\n<p>Ist es m\u00f6glich, da\u00df Sie &#8222;falsch&#8220; denken? da\u00df die Art und Weise, wie Sie denken und was Sie denken, Sie zu einem Staatsfeind macht? da\u00df das, was Sie f\u00fcr Ihre eigenen Ideen halten \u2013 zum Beispiel, da\u00df Sie nicht wollen, da\u00df Hunderte von Milliarden an Steuergeldern in nicht zu gewinnende und endlose Kriege flie\u00dfen und in den Taschen ukrainischer Kleptokraten und US-amerikanischer R\u00fcstungskonzerne landen \u2013 in Wirklichkeit von dem \u201ehinterh\u00e4ltigen Kriegsverbrecher\u201c Wladimir Putin in Ihr Gehirn gepflanzt wurde? Und da\u00df Ihre Ablehnung des Massenmords an Kindern und Frauen in Pal\u00e4stina ein Beweis daf\u00fcr ist, da\u00df Sie antisemitisch sind?<br \/>Ob Sie es wissen oder nicht, Sie sind das Ziel der sogenannten &#8222;hybriden Kriegsf\u00fchrung&#8220;. Und wenn diese Art von Krieg nicht zur Ausl\u00f6schung der Menschheit in einem thermonuklearen Krieg f\u00fchrt, bedeutet sie zumindest, da\u00df Ihnen der Schutz Ihrer verfassungsm\u00e4\u00dfigen Rechte und Freiheiten entzogen wird. Es gibt einen Namen f\u00fcr diese Unterdr\u00fcckung des Rechts auf freie Meinungs\u00e4u\u00dferung \u2013 \u201eFaschismus\u201c.<br \/>Ich m\u00f6chte Ihnen einen Einblick geben, wie &#8222;hybride Kriegsf\u00fchrung&#8220; funktioniert und wie sie durchgesetzt wurde. Ausgangspunkt ist die Frage: Was ist Wahrheit?<\/p>\n<p>Keats versus hybride Kriegsf\u00fchrung<\/p>\n<p>\u00abSch\u00f6nheit ist Wahrheit, Wahrheit sch\u00f6n \u2013 soviel<br \/>Wi\u00dft ihr auf Erden, und dies Wissen reicht.\u00bb<\/p>\n<p>In seiner &#8222;Ode an eine griechische Urne&#8220; untersucht der Dichter John Keats die Beziehung zwischen Wahrheit und Sch\u00f6nheit; Sch\u00f6nheit wird in der Kunst bewahrt und ist wie die Wahrheit ewig, aber was macht sie dazu? Sowohl Sch\u00f6nheit als auch Wahrheit sind Produkte des menschlichen Geistes \u2013 das Ergebnis kreativer Entdeckungen. Beide m\u00f6gen schwer fa\u00dfbar sein, schwer mit Worten zu beschreiben, aber sie sind wi\u00dfbar, insbesondere durch einen nur dem Menschen eigenen geistigen Entdeckungsproze\u00df, f\u00fcr den Ironie und Metaphern erforderlich sind \u2013 so wie Keats die griechische Urne benutzt.<br \/>Es gibt eine andere, subversive Sicht der Wahrheit, wie sie von Sir Bertrand Russell vertreten wird, den Lyndon LaRouche einmal als den b\u00f6sartigsten Mann des 20. Jahrhunderts bezeichnet hat. <br \/>In seinem 1952 erschienenen Buch &#8222;Wissenschaft wandelt das Leben&#8220; schrieb Russell:<\/p>\n<p>&#8222;Die Sozialpsychologen der Zukunft werden eine Reihe von Schulklassen haben, in denen sie verschiedene Methoden ausprobieren werden, um die unersch\u00fctterliche \u00dcberzeugung zu erzeugen, da\u00df Schnee schwarz ist. Man wird bald zu verschiedenen Ergebnissen kommen. Erstens, da\u00df der Einflu\u00df des Elternhauses hinderlich ist. Zweitens, da\u00df nicht viel getan werden kann, wenn die Indoktrination nicht vor dem zehnten Lebensjahr beginnt. Drittens: Vertonte und wiederholte Verse sind sehr wirksam. Viertens, da\u00df die Meinung, Schnee sei wei\u00df, ein Zeichen f\u00fcr einen krankhaften Hang zur Exzentrizit\u00e4t ist&#8230; Es bleibt k\u00fcnftigen Wissenschaftlern \u00fcberlassen, diese Maximen zu pr\u00e4zisieren und genau herauszufinden, wie viel es pro Kopf kostet, Kinder glauben zu lassen, Schnee sei schwarz&#8230;&#8220;.<\/p>\n<p>Er f\u00e4hrt fort: &#8222;W\u00e4hrend diese Wissenschaft eifrig studiert wird, wird sie streng auf die herrschende Klasse beschr\u00e4nkt bleiben. Das Volk wird nicht wissen d\u00fcrfen, wie seine \u00dcberzeugungen entstanden sind. Wenn die Technik perfektioniert ist, wird jede Regierung, die eine Generation lang f\u00fcr die Erziehung verantwortlich war, in der Lage sein, ihre Untertanen sicher zu kontrollieren, ohne auf Armeen oder Polizisten zur\u00fcckgreifen zu m\u00fcssen&#8220;.<\/p>\n<p>Russell war einer der Sch\u00f6pfer dessen, was manche das &#8222;Zeitalter der Postwahrheit&#8220; nennen. Man schafft ein &#8222;Narrativ&#8220;, z.B. &#8222;Schnee ist schwarz&#8220;; man verst\u00e4rkt es in den Schulen, in der Kultur; man isoliert und bestraft diejenigen, die etwas anderes glauben \u2013 &#8222;Wenn Sie immer noch glauben, da\u00df Schnee wei\u00df ist, m\u00fcssen Sie eine Marionette von Putin sein.&#8220;<br \/>Hier ist eine neuere Erkl\u00e4rung dieser Sicht der Wahrheit, von dem dystopischen Futuristen Yuval Harari aus dem Jahr 2018:<\/p>\n<p>&#8222;Ein fl\u00fcchtiger Blick in die Geschichte zeigt, da\u00df Propaganda und Desinformation nichts Neues sind&#8230; In der Tat haben die Menschen schon immer im Zeitalter der Postwahrheit gelebt. Der Homo sapiens ist eine Post-Wahrheits-Spezies&#8230; Wir sind die einzigen S\u00e4ugetiere, die mit zahlreichen Fremden zusammenarbeiten k\u00f6nnen, denn nur wir k\u00f6nnen fiktive Geschichten erfinden, sie verbreiten und Millionen von anderen davon \u00fcberzeugen, an sie zu glauben. Solange alle an die gleichen Fiktionen glauben, gehorchen wir alle den gleichen Gesetzen und k\u00f6nnen so effektiv kooperieren&#8230;<br \/>Die Wahrheit ist, da\u00df die Wahrheit noch nie ganz oben auf der Tagesordnung des Homo sapiens stand&#8230; Wenn man sich an die ungetr\u00fcbte Realit\u00e4t h\u00e4lt, werden Ihnen nur wenige Menschen folgen. Falsche Geschichten haben einen Vorteil gegen\u00fcber der Wahrheit, wenn es darum geht, Menschen zu vereinigen.&#8220;1<\/p>\n<p>Dies ist der Schl\u00fcssel zu dem, was man &#8222;hybride Kriegsf\u00fchrung&#8220; nennt. Lyndon LaRouche beschrieb dies in einem Artikel vom Juni 2004 mit dem Titel &#8222;Was macht die Kultur?&#8220;2 Darin beschrieb er die Gr\u00fcndung des Kongresses f\u00fcr Kulturelle Freiheit im Jahr 1950 durch die Dulles-Netzwerke in der CIA in Zusammenarbeit mit britischen Experten f\u00fcr psychologische Kriegsf\u00fchrung mit dem Ziel, die Bev\u00f6lkerung geistig zu verdummen \u2013 durch die gezielte Zerst\u00f6rung der F\u00e4higkeit von Kindern, sich am Proze\u00df der kreativen Wahrheitsfindung zu beteiligen. Das sei nicht neu, schreibt LaRouche, sondern gehe zur\u00fcck auf die Feinde Platons in Griechenland, die Sophisten und Aristoteles. Nur gebe es heute raffiniertere Waffen, in den digitalen Technologien, in den sozialen Medien, die das verst\u00e4rken, was er ganz offen als &#8222;Gehirnw\u00e4sche&#8220; bezeichnete.<\/p>\n<p>\u201eSieg im Informationsraum&#8220;<\/p>\n<p>Ein Jahr sp\u00e4ter pr\u00e4gte Marinegeneral James Mattis in einer Rede vor dem U.S. Naval Institute den Begriff &#8222;hybride Kriegsf\u00fchrung&#8220;. Er argumentierte, da\u00df Kriege &#8222;nicht gewonnen werden k\u00f6nnen, indem man sich auf [Waffen-]Technologie konzentriert.&#8220; Stattdessen m\u00fcsse ein &#8222;Informationskrieg&#8220; gef\u00fchrt werden. Die Mittel der Wahl f\u00fcr die Kriegsf\u00fchrung m\u00fc\u00dften heute &#8222;Desinformation, Fehlinformation und Falschinformation&#8220; sein. Mattis wurde sp\u00e4ter NATO-Oberbefehlshaber f\u00fcr Transformation und diente dann als Verteidigungsminister in der Trump-Administration. Was er sagte, wurde auf zahlreichen NATO-Konferenzen und in NATO-Papieren verbreitet. In einem Papier, das Stefano Marcuzzi am NATO Foundation Defense College vorstellte, hie\u00df es, in der hybriden Kriegsf\u00fchrung finde &#8222;der Kampf \u00fcberall statt, oft sogar gleichzeitig&#8230; Er untergr\u00e4bt die Unterscheidung zwischen Kombattanten und Nichtkombattanten&#8230; Auch die allgegenw\u00e4rtigen und manipulierten Medien k\u00f6nnen die Entwicklung eines Konflikts beeinflussen,\u201c da es notwendig sei, &#8222;den Sieg im Informationsraum&#8220; zu erringen.<br \/>Damit kommen wir zur hybriden Kriegsf\u00fchrung der NATO, wie sie mit Hilfe der Regierung Selenskij in der Ukraine umgesetzt wird. <br \/>Eine Reihe von offiziellen Stellen wurde formal von der ukrainischen Regierung und dem Privatsektor gegr\u00fcndet, angeblich um dem Einflu\u00df der russischen hybriden Kriegsf\u00fchrung entgegenzuwirken. In Wirklichkeit wurden diese Operationen von Anfang an von Mitarbeitern der NATO, des US-Au\u00dfenministeriums, der CIA und Gro\u00dfbritanniens finanziert und geleitet, um Ru\u00dfland zu schw\u00e4chen und m\u00f6glicherweise einen Regimewechsel herbeizuf\u00fchren \u2013 wie im Februar 2014 in der Ukraine geschehen. Diese Stellen wurden gegr\u00fcndet, um die Opposition gegen die ukrainische Diktatur nach dem Maidan-Putsch zu identifizieren, einzusch\u00fcchtern, zum Schweigen zu bringen und gezielt zu &#8222;liquidieren&#8220;, wie diese Operationen genannt werden.<br \/>Es begann mit der Gr\u00fcndung von &#8222;Stop Fake&#8220;, einer von ukrainischen Neonazis ins Leben gerufenen Organisation, um die wahren Hintergr\u00fcnde des Putsches auf dem Maidan zu verschleiern: die Rolle der Nazis, der Banderisten, die mit Victoria Nuland vom US-Au\u00dfenministerium, der CIA und George Soros zusammenarbeiteten, um die gew\u00e4hlte Regierung von Viktor Janukowitsch zu st\u00fcrzen. Dies wurde zum Vorbild f\u00fcr den sogeannten&#8220;Faktencheck&#8220;, ein allgegenw\u00e4rtiges Instrument zur Zensur unbequemer Wahrheiten.<br \/>Dann wurde das Zentrum Myrotvoretz (\u201eFriedensstifter\u201c) gegr\u00fcndet, das eine Feindesliste erstellte, die zu einem bestimmten Zeitpunkt mehr als 4.500 Journalisten und Aktivisten umfa\u00dfte. Einige von ihnen wurden get\u00f6tet, andere ins Exil getrieben. Eine prominente russische Aktivistin, Daria Dugina, Tochter des russischen Philosophen Alexander Dugin, wurde im August 2022 durch eine Autobombe get\u00f6tet. Ihr Foto auf der Myrotvoretz-Liste wurde anschlie\u00dfend quer mit einem roten Schriftzug &#8222;liquidiert&#8220; versehen.<br \/>Dar\u00fcber hinaus dienten diese Listen dazu, oppositionelle Medien und politische Parteien in der Ukraine verbieten und den Weg f\u00fcr die Annullierung der verfassungsm\u00e4\u00dfig vorgeschriebenen Wahl des Pr\u00e4sidenten zu ebnen, so da\u00df Selenskij illegal im Amt bleiben konnte. So viel zur regelbasierten Ordnung!<\/p>\n<p>\u201eEs gibt keine Nazis in der Ukraine\u201c<\/p>\n<p>Myrotvoretz wurde im M\u00e4rz 2021 durch das \u201eZentrum zur Bek\u00e4mpfung von Desinformation\u201c (CCD) erg\u00e4nzt, das unter der Leitung des gro\u00dfen Demokraten Selenskij eingerichtet wurde und von seinem B\u00fcro aus betrieben wird. Im Juli 2022 ver\u00f6ffentlichte das CCD eine &#8222;Abschu\u00dfliste&#8220;, auf der zahlreiche Mitglieder des Schiller-Instituts und Personen, die auf Konferenzen des Schiller-Instituts gesprochen hatten, aufgef\u00fchrt waren. Das CCD bezeichnete sie als &#8222;Informationsterroristen&#8220;, die verfolgt und bestraft werden m\u00fc\u00dften. Ganz oben auf der Liste stand Helga Zepp-LaRouche, die Gr\u00fcnderin und Vorsitzende des Schiller-Instituts, und eine Reihe von Amerikanern, die sich gegen die Unterst\u00fctzung der USA f\u00fcr den Stellvertreterkrieg in der Ukraine aussprechen, darunter Ray McGovern, Scott Ritter, US-Senator Rand Paul, die US-Senatskandidatin Diane Sare \u2013 und ich!<br \/>Dem CCD gesellten sich noch Molfar OSINT (Open Source Intelligence) und TEXTY hinzu. Auch diese Agenturen werden unter dem Deckmantel der Verteidigung der Ukraine gegen die hybride Kriegsf\u00fchrung Russlands von westlichen Geheimdiensten finanziert. Das erste Kiev International Cyber Resilience Forum 2024 wurde zum Beispiel offen vom US-Au\u00dfenministerium finanziert. Im April 2024 besuchte ein CCD-Team deutsche Sicherheitsbeamte in Berlin und forderte Ma\u00dfnahmen gegen eine &#8222;gro\u00df angelegte russische Desinformationskampagne in Deutschland&#8220;. Zu den Zielen, die sie identifizierten, geh\u00f6rte das Schiller-Institut als &#8222;Plattform zur F\u00f6rderung russischer Narrative&#8220;, und das zu einer Zeit, in der Verteidigungsminister Pistorius Deutschland dr\u00e4ngte, &#8222;kriegst\u00fcchtig&#8220; zu werden.<br \/>Molfar nennt als seine ausl\u00e4ndischen &#8222;Partner&#8220; das Royal United Services Institute, Gro\u00dfbritanniens \u00e4lteste milit\u00e4rische Denkfabrik, die U.S. Agency for International Development, die sich mit der Organisation von Farbrevolutionen und Regimewechseln besch\u00e4ftigt, und die European Endowment for Democracy. Zu seinen Abnehmern geh\u00f6ren gro\u00dfe Presseorgane wie die Times of London, Reuters, die Financial Times, der Economist, das Wall Street Journal, PBS und CNN. Molfar feiert das Nazi-Batallion Asow als &#8222;Helden&#8220; und beschuldigt jeden, der sie als &#8222;Neonazis&#8220; bezeichnet, als &#8222;russische Propagandisten&#8220;.<br \/>Zu den &#8222;Lehren&#8220;, die von diesen Netzwerken verbreitet werden, geh\u00f6ren:<\/p>\n<p>1. Jeder und jede Kommunikation mu\u00df \u00fcberwacht werden;<br \/>6. &#8222;Strafma\u00dfnahmen sind ein Mu\u00df&#8220;. Um Desinformation zu bek\u00e4mpfen, m\u00fcssen Anstrengungen unternommen werden, &#8222;um ihre Aktivit\u00e4ten zu bestrafen und abzuschrecken&#8220;,<br \/>10. &#8222;Der Westen sollte tun, was die Ukraine tut.&#8220;<\/p>\n<p>Zu den Institutionen, die den Einsatz hybrider Kriegsf\u00fchrung fordern, geh\u00f6rt auch der Atlantic Council, der von amerikanischen und britischen Regierungsstellen und Unternehmen des milit\u00e4risch-industriellen-finanziellen Komplexes finanziert wird. Zu den Ablegern des Atlantic Council geh\u00f6rt das Digital Forensic Research Laboratory, das hyperaktiv &#8211; und gut finanziert &#8211; die Gegner dieser Kriegsmaschinerie verfolgt.<br \/>Schlie\u00dflich gibt es noch die akademische Seite dessen, was Ray McGovern das MICIMATT nennt.<br \/>Die Beasley School of Law an der Temple University ist &#8222;Teil der ehrgeizigen Vision von Pr\u00e4sident Selenskij: Er sieht dieses Zentrum [das CCD] als wichtigen Knotenpunkt f\u00fcr die Strategie und die Ressourcen der Desinformationsbek\u00e4mpfung, nicht nur im Inland, sondern auch international.&#8220;3<\/p>\n<p>CIA finanziert die Postwahrheit-\u00c4ra<\/p>\n<p>Ich lasse Sie mit der Frage zur\u00fcck: Werden Sie f\u00fcr die Wahrheit eintreten, wie es in der bewegenden Metapher des Dichters John Keats hei\u00dft? Oder werden Sie sich der Subversion unterwerfen, die der satanische Bertrand Russell fordert? Russells Forderung nach einer Massen-Gehirnw\u00e4sche der Bev\u00f6lkerung wurde vom Kongre\u00df f\u00fcr Kulturelle Freiheit (CCF) aufgegriffen, in dessen Vorstand er sa\u00df. Der CCF war ein Vorl\u00e4ufer des heutigen CCD. Er wurde 1950 als Instrument britischer Geopolitik gegr\u00fcndet, um die USA als milit\u00e4rischen Vollstrecker des Imperiums, das damals von der City of London aus regiert wurde, einzubinden. Auf dem Gr\u00fcndungskongre\u00df sagte einer der Initiatoren, Nicolas Nabokow: &#8222;Mit diesem Kongre\u00df m\u00fcssen wir eine Kriegsorganisation aufbauen&#8220;. Das US-Au\u00dfenministerium stellte die Mittel f\u00fcr die Berliner Konferenz zur Verf\u00fcgung, und die CIA war \u00fcber ihr Office of Policy Coordination unter Allen Dulles&#8216; Vertrautem Frank Wisner die treibende Kraft. Sie wurde gegr\u00fcndet, um Schriftsteller und K\u00fcnstler zu rekrutieren, die in den ersten Tagen des Kalten Krieges sowjetische Friedensinitiativen bek\u00e4mpfen sollten. Nach Verabschiedung des &#8222;Manifestes der Freiheit&#8220; rief Arthur Koestler aus: &#8222;Freunde, die Freiheit hat die Offensive ergriffen!&#8220;. Ein Vertreter des US-Verteidigungsministeriums, General John Magruder, beschrieb den CCF als &#8222;subtile Geheimoperation auf h\u00f6chstem intellektuellen Niveau&#8220;, als &#8222;unkonventionelle Kriegsf\u00fchrung vom Feinsten&#8220;. <br \/>Der CCF wurde kurz nach der Gr\u00fcndung der NATO im April 1949 als parallele Operation gegr\u00fcndet, um den Kalten Krieg gegen den Verb\u00fcndeten der USA aus dem Zweiten Weltkrieg, die Sowjetunion, zu rechtfertigen. Der erste Chef der NATO, Lord Ismay, erkl\u00e4rte, der Zweck der NATO sei es, &#8222;die Russen drau\u00dfen, die Amerikaner drinnen und die Deutschen unten zu halten&#8220;. Das ist auch heute noch ihre Absicht, wobei die hybride Kriegsf\u00fchrung ein wichtiges Mittel zur Erreichung dieses Ziels ist.<\/p>\n<p><\/div><\/div><\/p>\n<ul>\n<li>Sophie <strong>Tanapura, <\/strong>Maestra Sopranistin, Gr\u00fcnderin der Metropolitan Opera of Bangkok (Thailand)\u00a0<\/li>\n<\/ul>\n<p><div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Rede im Wortlaut lesen<\/span><\/a><div class=\"toggle-content\"><\/p>\n<h2>Botschafterin klassischer Musik in Thailand<\/h2>\n<p class=\"autor\">Von Sophie Tanapura<\/p>\n<p class=\"vor\">Sophie Tanapura ist ausgebildete Sopranistin und Gr\u00fcnderin der Metropolitan Opera of Bangkok. Im vierten Abschnitt der Internetkonferenz des Schiller-Instituts am 16. Juni 2024 sagte sie folgendes.<\/p>\n<p>Hallo zusammen. Viele von uns haben sich seit etwa 20 Jahren nicht mehr gesehen. Ich freue mich sehr, da\u00df Mike [Billington] mich kontaktiert hat und mich gebeten hat, zu sprechen, auch wenn ich nur n\u00fcchtern \u00fcber einige Dinge berichten werde, die ich in Thailand getan habe, seit ich Europa verlassen habe. Es ist wirklich eine Ehre und ein Vergn\u00fcgen, alte Freunde wiederzutreffen. Ich werde einfach dar\u00fcber sprechen, was ich mit Musik gemacht habe, seit ich Europa verlassen habe. Ich bin damit immer noch aktiv.<\/p>\n<p>Lassen Sie mich es so sagen: Ich hege eine gro\u00dfe Leidenschaft f\u00fcr die klassische Musik, so sehr, da\u00df ich eine Ausbildung als Sopranistin absolvierte. Das hat in meinem Leben viel ver\u00e4ndert. Ich habe dem Schiller-Institut viel zu verdanken, denn es hat mich nicht nur mit Gesangslehrern wie dem mexikanischen Ba\u00df Jos\u00e9 Briano und der deutschen Altistin Gertrude Pitzinger bekannt gemacht, sondern vor allem mit Schillers Schriften, die uns heute durch schwierige Zeiten helfen, wie [<i>Die Gesetzgebung des<\/i>] <i>Solon und Lycurgus<\/i> \u2013 das ist auf jeden Fall heute relevant \u2013 <i>Don Carlos<\/i> und <i>\u00dcber die \u00e4sthetische Erziehung des Menschen<\/i>. Das sind \u201ebibel\u00e4hnliche\u201c Schriften, auf die mein Mann und ich uns st\u00e4ndig beziehen.<\/p>\n<p>Diese Werke haben mich dazu inspiriert, meine bescheidenen Kenntnisse und Einblicke in die humanistische Weltanschauung mit anderen hier in Thailand und in den Nachbarl\u00e4ndern zu teilen.<\/p>\n<p>Wie mache ich das? Nach meiner R\u00fcckkehr nach Thailand 1985 \u2013 ja, so lange ist das her \u2013 gr\u00fcndete ich mit Musiklehrern und ernsthaften Amateuren das Ibycus Chamber Ensemble, das ich nach Schillers Gedicht <i>Die Kraniche des Ibykus<\/i> benannte. Aus dem Ensemble wurde das Ibycus Chamber Orchestra, das ich acht Jahre lang leiten konnte. Ich erz\u00e4hle Ihnen diese Geschichte, damit Sie wissen, was ich getan habe, tue und weiter tun werde.<\/p>\n<p>Ich konnte es acht Jahre lang leiten und mit europ\u00e4ischen Dirigenten und Solisten wie Hans G\u00fcnter Mommer, Christoph Poppen, Lukas David und Hans Stadlmair zusammenarbeiten. In diesen Jahrzehnten haben wir monatliche Konzerte in Bangkok, Chiang Mai und Phuket gegeben. Gelegentlich sang ich in kleineren Kammermusikbesetzungen, und wir unternahmen Konzertreisen nach Singapur, Kambodscha und Vietnam. In Vietnam sang ich im Opernhaus von Hanoi Mozarts <i>Exsultate Jubilate<\/i> unter der Leitung des japanischen Dirigenten Maestro Yoshikazu Fukumura. Das war im Jahr 1999.<\/p>\n<p>Bei einer anderen Gelegenheit hatte ich als Gast des indischen Konsuls f\u00fcr kulturelle Beziehungen die Gelegenheit, Kammerorchester, Tanzgruppen und Ch\u00f6re in Neu-Delhi, Bengaluru und Mumbai zu besuchen. Auf dieser Reise konnte ich den Ten\u00f6ren eines Chores helfen, leichter und sch\u00f6ner in die Kopfstimme zu kommen. Das war eine Freude f\u00fcr alle.<\/p>\n<p>Um die Jahrtausendwende stellte die Stadt Bangkok f\u00fcr einen weiteren kurzen Zeitraum von f\u00fcnf Jahren ein betr\u00e4chtliches Budget f\u00fcr die Ibycus-Gruppe zur Verf\u00fcgung, um klassische Instrumente und Gesang zu unterrichten. Am Ende dieses Zeitraums hatte ich eine Gruppe junger Solisten beisammen, und mit dieser Gruppe gingen wir den n\u00e4chsten Schritt, n\u00e4mlich die Gr\u00fcndung der Metropolitan Opera of Bangkok. Wir f\u00fchrten gek\u00fcrzte Versionen von Carl Maria von Webers <i>Der Freisch\u00fctz<\/i>, Johann Strau\u00df&#8216; <i>Die Fledermaus<\/i>, Mozarts <i>Nozze di Figaro<\/i> (Die Hochzeit des Figaro) und Glucks <i>Orpheus und Eurydike<\/i> auf. Auch wenn sich die Dinge im Laufe der Jahre weiterentwickelt haben, hat die Auff\u00fchrung dieser kleinen Opernperlen in Bangkok die h\u00f6here Gesellschaft zum Nachdenken angeregt und ihr eine andere als die gewohnte Sichtweise vermittelt.<\/p>\n<p>Aber die Arbeit an der kulturellen Entwicklung ist nicht immer einfach. Lassen Sie mich Ihnen eine Geschichte erz\u00e4hlen, die wir erlebt haben. Eine Zeitlang hat der Direktor der Japan Foundation unser Ibycus Chamber Orchestra unterst\u00fctzt. Eines Tages fragte er mich, was er tun k\u00f6nne, um zu helfen, bevor er seinen Posten in Thailand aufgeben m\u00fcsse. Ich antwortete: \u201eNun, Sie k\u00f6nnten Orchesterinstrumente f\u00fcr die Fakult\u00e4t f\u00fcr dramatische K\u00fcnste an der Thammasat-Universit\u00e4t [in Bangkok] zur Verf\u00fcgung stellen.\u201c Die Fakult\u00e4t wollte ein Musikprogramm einrichten, um eines Tages Musicals zu produzieren. Eine Lieferung dieser Instrumente traf einige Monate sp\u00e4ter ein, um ein Orchester zu gr\u00fcnden. Doch ein prominentes Mitglied des Kronrates setzte sich durch und teilte der Fakult\u00e4t f\u00fcr dramatische K\u00fcnste mit, da\u00df er nun selbst das Orchesterprojekt \u00fcbernehmen w\u00fcrde. Ja, das Orchesterprojekt wurde buchst\u00e4blich gekapert. Wer h\u00e4tte gedacht, da\u00df sich jemand von meiner kulturellen Arbeit so bedroht f\u00fchlt?<\/p>\n<p>In all den Jahren, die ich hier bin, habe ich viele solcher Geschichten erlebt. Vor sieben Jahren habe ich ein franz\u00f6sisch-italienisches Restaurant namens Vinifera er\u00f6ffnet. In diesem Restaurant in Bangkok kann man deutsche Lieder, franz\u00f6sische M\u00e9lodies, italienische Canzonettas und Opernarien h\u00f6ren. Ich habe es zu einer Oase des Humanismus mitten in Bangkok gemacht. Auch in diesen schwierigen Zeiten bieten wir im Restaurant weiter klassische Musik live an.<\/p>\n<p>Heute, im Alter von 74 Jahren, singe ich immer noch in Konzerten. Meine Gesundheit ist immer noch sehr gut, so da\u00df ich weiterhin meine Kunst aus\u00fcben kann. Mein japanischer Klavierbegleiter ist erstaunt, da\u00df ich in meiner Kunst immer noch Fortschritte mache, und ich hoffe, da\u00df Sie alle die gleiche Gesundheit, Energie und Freude haben, das zu tun, was Sie lieben.<\/p>\n<p>Ich unterrichte auch immer noch Gesang, und mein j\u00fcngster Sch\u00fcler ist ein vielversprechender junger 20-j\u00e4hriger thail\u00e4ndisch-ukrainischer Tenor.<\/p>\n<p>In diesem Sinne m\u00f6chte ich Sie bitten, mit mir gemeinsam die Menschheit fest an die Hand zu nehmen und mit Franz Schuberts <i>Fr\u00fchlingsglaube<\/i> einer Goldenen Renaissance entgegenzugehen. Nach einem sehr harten Winter, den wir gerade durchmachen, wird es immer wieder Fr\u00fchling geben. Das ist ein Lied, das ich immer wieder gerne singe, auch wenn es auf Deutsch ist und hier in Bangkok kaum jemand Deutsch versteht. Aber ich werde es immer wieder erkl\u00e4ren und versuchen, die Menschen zu inspirieren, da\u00df ein Fr\u00fchling kommt. Das war&#8217;s f\u00fcr heute.<\/p>\n<p><\/div><\/div><\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"font-family: Liberation Sans, sans-serif;\">Karel <strong>Vereycken<\/strong>, Maler-Graveur, Kunsthistoriker, Schiller-Institut, Frankreich: \u201eZusammenarbeit f\u00fcr das kulturelle Erbe der Welt: ein wichtiger Schl\u00fcssel f\u00fcr den Weltfrieden\u201c (Frankreich)<\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p><div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Im Wortlaut lesen<\/span><\/a><div class=\"toggle-content\"><\/p>\n<p>Zusammenarbeit f\u00fcr das kulturelle Erbe der Welt: <br \/>Ein wichtiger Schl\u00fcssel f\u00fcr den Weltfrieden<\/p>\n<p>Karel Vereycken, Maler-Graveur, Kunsthistoriker, Schiller-Institut-Frankreich<\/p>\n<p>Bevor wir \u00fcber das Weltkulturerbe sprechen, zwei Worte zu den Begriffen &#8222;Sympathie&#8220;, &#8222;Empathie&#8220; und &#8222;Mitgef\u00fchl&#8220;, drei Worte, die sich aus dem Wort &#8222;Pathos&#8220;, dem griechischen Wort f\u00fcr &#8222;Leiden&#8220; oder &#8222;Zuneigung&#8220;, zusammensetzen.<\/p>\n<p>Heute wird das Wort &#8222;Empathie&#8220; oft austauschbar mit den W\u00f6rtern &#8222;Sympathie&#8220; und &#8222;Mitgef\u00fchl&#8220; verwendet, aber sie sind nicht wirklich dasselbe. Alle drei beziehen sich auf eine f\u00fcrsorgliche Reaktion auf die Notlage eines anderen Menschen (Pathos).<\/p>\n<p>&#8211;Sympathie ist ein Gef\u00fchl der aufrichtigen Anteilnahme an den Gef\u00fchlen von jemandem, der etwas Schwieriges oder Schmerzliches erlebt (Pathos).<\/p>\n<p>&#8211;Empathie ist ein Wort, das im fr\u00fchen 20. Jahrhundert als \u00dcbersetzung des deutschen Wortes Einf\u00fchlung gepr\u00e4gt wurde und bedeutet, mit den Menschen zu f\u00fchlen, nicht nur f\u00fcr sie zu f\u00fchlen. Wenn man einf\u00fchlsam ist, ist man ganz bei ihnen und f\u00fchlt mit, denn man versetzt sich gewisserma\u00dfen &#8222;in die Schuhe der anderen Person&#8220;.<\/p>\n<p>&#8211;Mitgef\u00fchl geht nat\u00fcrlich \u00fcber Empathie hinaus und bedeutet Handeln. Mitgef\u00fchl geht einher mit Altruismus oder &#8222;dem Wunsch, f\u00fcr diese Person zu handeln&#8220;. Einfach ausgedr\u00fcckt: Man kan sich in die Situation eines anderen hineinversetzen und m\u00f6chte ihm helfen.<\/p>\n<p>Aber Empathie ist besonders wichtig f\u00fcr unser Thema hier, die &#8222;Friedensstiftung&#8220;, denn sie kann eine Br\u00fccke zwischen Menschen bauen, die sich gegenseitig als &#8222;Feinde&#8220; betrachten. Wir k\u00f6nnen Empathie f\u00fcr Personen zeigen, die wir \u00fcberhaupt nicht f\u00fcr sympathisch halten. Wir teilen ihre Gef\u00fchle nicht, aber wir gehen \u00fcber blo\u00dfe Zuneigung hinaus und engagieren uns in dem, was man &#8222;kognitive Empathie&#8220; nennt: Wir wissen genug \u00fcber den Hintergrund und die Kultur der anderen Person, um ihre Beweggr\u00fcnde zu verstehen. Als Nebenprodukt kann uns Empathie helfen, zu vergeben und zu verzeihen, wie es der Westf\u00e4lische Friede verlangt.<\/p>\n<p>Wenn wir heute den Frieden Wirklichkeit werden lassen wollen, m\u00fcssen wir uns mobilisieren, um das Niveau der Empathie zu erh\u00f6hen. Die Empathie ist einem massiven Angriff ausgesetzt:<\/p>\n<p>&#8211; durch die F\u00f6rderung des brutalen Wettbewerbs (deshalb ist professioneller Sport erlaubt) <br \/>&#8211; eine Kultur der Bildschirme und <br \/>&#8211; den Abbau des Dialogs von Mensch zu Mensch.<\/p>\n<p>Nach den blutigen Kriegen zwischen Frankreich und Deutschland gab es in Europa eine Kampagne zur St\u00e4rkung der Empathie, als in Frankreich das Goethe-Institut und in Deutschland die Alliance Fran\u00e7aise gegr\u00fcndet wurden. Es gab auch eine Bewegung der &#8222;Schwester&#8220;-St\u00e4dte, die es Menschen aus einem Dorf erm\u00f6glichte, ein &#8222;Schwester&#8220;-Dorf im anderen Land zu besuchen. Sie unterhielten sich, lachten \u00fcber ihre Vorurteile und feierten gemeinsam, f\u00fchrten einen pers\u00f6nlichen Dialog und lernten, in den Gesichtern die Gef\u00fchle zu lesen, die &#8222;hinter&#8220; den Worten standen.<\/p>\n<p>Das Wissen, das man sich \u00fcber die Kultur, die Sprache und die Geschichte des jeweils anderen aneignen kann, ist nat\u00fcrlich ein grundlegendes Hilfsmittel, um diese &#8222;kognitive Empathie&#8220; zu entwickeln, die es Ihnen erm\u00f6glicht, Personen als &#8222;Produkte&#8220; einer Geschichte, einer Kultur und einer Zivilisation zu sehen und nicht als atomisierte kleine Einheiten.<\/p>\n<p>Nachdem ich zum Beispiel die Philosophie des Mutazalismus des Bagdader Abassiden-Kalifats entdeckt hatte, \u00e4nderte sich meine gesamte Sicht auf den Islam. Ich wei\u00df genau, was mit ihrer Zivilisation geschehen ist, ihre Frustrationen und Hoffnungen.<\/p>\n<p>Heute engagiert sich China stark f\u00fcr den Schutz des vorislamischen Kulturerbes in Afghanistan und anderen L\u00e4ndern Zentralasiens. Es ist in seinem eigenen Interesse. Ein f\u00fchrender chinesischer Arch\u00e4ologe, den ich traf, sagte zu Recht, dass die Sch\u00f6nheit und intellektuelle Herausforderung dieser Kunst &#8222;der beste Weg ist, den Terrorismus zu bek\u00e4mpfen.&#8220; Nicht Waffen und Drohnen, sondern Kultur!<\/p>\n<p>In Afghanistan trafen sich die Akteure der Seidenstra\u00dfe, als die griechische Kultur in Richtung Osten und die chinesische Kultur in Richtung Westen wanderte.<\/p>\n<p>Die Buddhisten, die sich in diesem Gebiet ausbreiteten, waren sowohl auf der maritimen als auch auf der terrestrischen Seidenstra\u00dfe sehr aktiv und reichten bis nach Pakistan, Indien, Sri Lanka, Xinjiang und China. Sie widmeten der Metallurgie, Architektur, Malerei, Bildhauerei, Poesie und Literatur gro\u00dfe Aufmerksamkeit. Der erste heute bekannte gedruckte Text ist ein buddhistischer Text aus dem Jahr 868 nach Christus.<\/p>\n<p>Hinzu kommt die Geburt einer sehr agapischen Form des Mahayana-Buddhismus in der Region Gandhara (heute haupts\u00e4chlich in Pakistan). Seine Anh\u00e4nger verfolgten nicht das rein pers\u00f6nliche Ziel des Nirwana (Erleuchtung), sondern freuten sich, die gesamte Menschheit vom Leiden zu befreien!<\/p>\n<p>Einf\u00fchlungsverm\u00f6gen, Mitgef\u00fchl und Barmherzigkeit waren die h\u00f6chsten Qualit\u00e4ten, die in der Gandhara-Kunst verherrlicht wurden, vor allem in Form der sogenannten Bodhisattvas, d.h. gew\u00f6hnlicher Menschen, die eigentlich erleuchtet werden sollten, sich aber stattdessen daf\u00fcr entschieden, in dieser Welt zu bleiben, um das Leiden aller Wesen zu lindern und anderen zu helfen, Erleuchtung zu erlangen.<\/p>\n<p>Zwei Beispiele:<\/p>\n<p>BILD 1<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-103436 aligncenter\" src=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/karel-image-1.jpg\" alt=\"\" width=\"563\" height=\"751\" srcset=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/karel-image-1.jpg 563w, https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/karel-image-1-225x300.jpg 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 563px) 100vw, 563px\" \/><br \/>&#8222;Boddisattva des unendlichen Mitgef\u00fchls&#8220;, 1250, Song-Dynastie.<\/p>\n<p>BILD 2<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-103447 aligncenter\" src=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/karel-image-2.jpg\" alt=\"\" width=\"653\" height=\"775\" srcset=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/karel-image-2.jpg 653w, https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/karel-image-2-253x300.jpg 253w\" sizes=\"auto, (max-width: 653px) 100vw, 653px\" \/><br \/>&#8222;Denkender Bodhisattva&#8220;, Hadda, Gandhara, Afghanistan.<\/p>\n<p>Derjenige, der verstand, dass diese revolution\u00e4re Form des Buddhismus die Region befrieden konnte, war der indische Premierminister Nehru, der seine Tochter Indira Priyadashini (die sp\u00e4tere Premierministerin Indira Gandhi) nannte, denn &#8222;Priyadarshi&#8220; war der Name, den der gro\u00dfe Kaiser Ashoka der Gro\u00dfe (304 &#8211; 232 v. Chr.) annahm, nachdem er konvertiert und ein buddhistischer Friedensf\u00fcrst geworden war!<\/p>\n<p>1956, kurz vor der Gr\u00fcndung der Bewegung der Blockfreien und der Konferenz von Bandung, veranstaltete Nehru ein einj\u00e4hriges Fest zu Ehren von &#8222;2.500 Jahren Buddhismus&#8220;, nicht um einen alten Glauben wieder aufleben zu lassen, sondern um f\u00fcr Indien den Status als Geburtsort des Buddhismus zu beanspruchen: ein alter Glaube, der Gewaltlosigkeit und Pazifismus bef\u00fcrwortet und der dazu aufruft, das sch\u00e4ndliche &#8222;Kastensystem&#8220; zu beenden, das die Briten verschlimmert hatten und weltweit aufrechterhalten wollten.<\/p>\n<p>Mes Aynak<\/p>\n<p>Heute arbeiten wir vom Schiller-Institut zusammen mit dem Ibn Sina Research &amp; Development Center in Kabul an der Rettung der arch\u00e4ologischen St\u00e4tte von Mes Aynak, die wir von der UNESCO zum Weltkulturerbe erkl\u00e4ren lassen wollen.<\/p>\n<p>Mes Aynak ist das zweitgr\u00f6\u00dfte Kupfervorkommen der Welt, und Afghanistan braucht den Bergbau, um Einnahmen f\u00fcr den dringenden Wiederaufbau des Landes zu erzielen. Aber \u00fcber der Mine stehen die Ruinen eines riesigen buddhistischen Klosterkomplexes, der zwischen dem 1. und 8. Jahrhundert ein wichtiger Handelsposten an der Seidenstra\u00dfe war.<\/p>\n<p>Nach unserer Kampagne und vielen Gespr\u00e4chen zwischen der afghanischen Regierung, China und dem chinesischen Bergbauunternehmen haben sich alle Beteiligten darauf geeinigt, dass das gesamte kulturelle Erbe an der Oberfl\u00e4che gesch\u00fctzt wird und der Abbau nur mit unterirdischen Techniken erfolgen wird.<\/p>\n<p>Wir haben einen Kampf gewonnen, jetzt m\u00fcssen wir den Frieden gewinnen.<\/p>\n<p>Vollst\u00e4ndige Studie:<br \/>https:\/\/artkarel.com\/the-miracle-of-gandhara-when-buddha-turned-himself-into-man\/<\/p>\n<p><\/div><\/div> <div class=\"hr\"><hr \/><\/div><\/p>\n<p class=\"western\">Die Zeichen stehen auf Sturm! Der Versuch des kollektiven Westens, nach dem Ende des Kalten Krieges die globale Dominanz des neoliberalen Systems durchzusetzen, ist krachend gescheitert. Die Mehrheit der Staaten war keineswegs bereit, das \u201eEnde der Geschichte\u201c zu akzeptieren, das Francis Fukuyama vorschnell verk\u00fcndet hatte und das von den L\u00e4ndern des Globalen S\u00fcdens lediglich als eine Fortsetzung der kolonialistischen Politik empfunden wurde. Die Mittel, mit denen versucht wurde, die unipolare Weltordnung zu zementieren &#8211; von Farbrevolutionen, Interventionskriegen oder auf Regime-Wechsel abzielende unilaterale Sanktionen bis zur Instrumentalisierung des Dollars &#8211; hatten einen enormen Bumerang-Effekt. Anstatt westliche neoliberale Werte zu akzeptieren, wandten sich die Nationen Asiens, Afrikas und Lateinamerikas ihren eigenen kulturellen Traditionen zu und sind jetzt dabei &#8211; unterst\u00fctzt durch den wirtschaftlichen Aufstieg Chinas -, ein eigenes Wirtschaftssystem zu schaffen, das auf Souver\u00e4nit\u00e4t und Gleichheit aufgebaut ist.<\/p>\n<p class=\"western\">Aber statt die Anstrengungen des Globalen S\u00fcdens, der l\u00e4ngst zur Globalen Mehrheit geworden ist, darin zu unterst\u00fctzen, Armut und Unterentwicklung durch einen industriellen Aufbau zu \u00fcberwinden, der auch die Fl\u00fcchtlingskrise auf die einzig humane Weise l\u00f6sen w\u00fcrde, versteift sich der sogenannte kollektive Westen auf die \u201eNarrative\u201c, es gehe um den Kampf zwischen den \u201eDemokratien\u201c und den \u201eautorit\u00e4ren Diktaturen\u201c, Ru\u00dfland f\u00fchre einen \u201eunprovozierten Angriffskrieg\u201c gegen die Ukraine und Israel \u00fcbe in Gaza nur sein \u201eRecht auf Selbstverteidigung\u201c aus. Um diese \u201eNarrative\u201c zu verteidigen, werden verfassungsm\u00e4\u00dfige Rechte, wie das Recht auf freie Meinungs\u00e4u\u00dferung, das Verbot von Zensur und das Recht auf Versammlungsfreiheit ausgehebelt.<\/p>\n<p class=\"western\">Es macht fassungslos zu sehen, wie absolut unf\u00e4hig das Establishment des kollektiven Westens ist, das Scheitern seiner Politik zu erkennen und die n\u00f6tigen Korrekturen vorzunehmen! Nach mehr als einem Dutzend Sanktionspaketen ist Ru\u00dfland nicht \u201eruiniert\u201c, sondern die europ\u00e4ische Wirtschaft kollabiert, allen voran Deutschland! Nach immer machtvolleren Waffenlieferungen, die den Westen l\u00e4ngst an oder sogar \u00fcber die Grenze gebracht haben, selbst Kriegspartei zu sein, ist klar, da\u00df die Ukraine diesen Krieg nicht gewinnen kann. Ru\u00dfland hat nun zum ersten Mal Milit\u00e4rman\u00f6ver mit seinen taktischen Atomwaffen durchgef\u00fchrt, als Reaktion auf Macrons Drohung, NATO-Truppen in die Ukraine zu schicken, und auf Camerons und Blinkens Empfehlung, die Ukraine k\u00f6nne vom Westen geliefert Raketen nutzen, um Ru\u00dfland anzugreifen. Nachdem der Westen acht Monate lang den Kriegsverbrechen in Gaza zugesehen hat, haben jetzt die Urteile des Internationalen Gerichtshofs und des Internationalen Strafgerichtshofs eingegriffen, weil es offensichtlich einigen Kr\u00e4ften klargeworden ist, da\u00df die bisher tolerierte Doppelmoral dabei war, die gesamte Legitimit\u00e4t der internationalen Ordnung zu zertr\u00fcmmern.<\/p>\n<p class=\"western\">Wir stehen heute am Rand der potentiell gr\u00f6\u00dften Katastrophe in der Geschichte der Menschheit. Wenn wir die geopolitische Konfrontation des Westens gegen Ru\u00dfland und China nicht \u00fcberwinden, droht auf sehr kurzem Weg die Eskalation zu einem neuen Weltkrieg, bei dem der sichere Einsatz von thermonuklearen Waffen einen nuklearen Winter und die Ausl\u00f6schung der menschlichen Gattung zur Folge haben w\u00fcrde.<\/p>\n<p class=\"western\">In der tektonischen Verschiebung, die die absolute Entschlossenheit der Nationen des Globalen S\u00fcdens, ihr Recht auf souver\u00e4ne Entwicklung durchzusetzen, bewirkt, liegt aber zugleich eine monumentale Chance, die Krise zu \u00fcberwinden. Erst einmal m\u00fcssen wir daf\u00fcr sorgen, da\u00df die Menschen in Europa und den USA \u00fcberhaupt lernen, was der neue \u201eGeist von Bandung\u201c ist, der die Nationen des Globalen S\u00fcdens inspiriert, und dann m\u00fcssen wir die immensen Chancen aufzeigen, die darin liegen, mit diesen Staaten bei ihrer Entwicklung zu kooperieren.<\/p>\n<p class=\"western\">Das n\u00e4chste halbe Jahr wird f\u00fcr die weitere Existenz der Menschheit von gr\u00f6\u00dfter Bedeutung sein: NATO- und SCO-Gipfel in Juli, der BRICS-Gipfel in Ru\u00dfland im Oktober, die US-Pr\u00e4sidentschaftswahl im November. In dieser Zeit mu\u00df es uns gelingen, das Konzept einer neuen globalen Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur, die die Interessen aller Nationen auf dem Planeten ber\u00fccksichtigt, auf die internationale Agenda zu setzen, wenn wir eine extreme Polarisierung bis hin zum v\u00f6lligen Zerfall der Weltordnung in zwei v\u00f6llig getrennte und unbewegliche Bl\u00f6cke vermeiden wollen.<\/p>\n<p class=\"western\">Die kommende Konferenz des Schiller-Instituts wird daher Redner und Kr\u00e4fte zusammenbringen, die in der Absicht vereint sind, einen Weg aus der Krise aufzuzeigen, indem sie ein neues Paradigma f\u00fcr die n\u00e4chste \u00c4ra in der Entwicklung der Menschheit pr\u00e4sentieren.<\/p>\n<p><div class=\"info-box\"><h3 class=\"info-box-title\" style=\"\"><\/h3><div class=\"info-box-content\" style=\"\"><p><br \/><strong>Bitte lesen und verbreiten Sie die Schiller-Institut\/EIR Presseerkl\u00e4rung <a href=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2024\/05\/26\/presseerklaerung-warnstufe-rot-ukrainischer-angriff-auf-russisches-fruehwarnradar-droht-einen-nuklearen-weltkrieg-auszuloesen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Warnstufe Rot: Ukrainischer Angriff auf russisches Fr\u00fchwarnradar droht einen nuklearen Weltkrieg auszul\u00f6sen<\/a>. Und sehen Sie sich die <a href=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2024\/06\/08\/eil-pressekonferenz-die-gefahr-eines-atomkrieges-ist-real-und-muss-gestoppt-werden\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Eil-Pressekonferenz &#8222;Die Gefahr eines Atomkrieges ist real und muss gestoppt werden&#8220;<\/a> vom 12. Juni 2024 in Washington DC auf deutsch an.<\/strong><br \/><\/p><\/div><\/div><\/p>\n\n\n<p><\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Internationale Schiller-Institut Internetkonferenz, 15. &amp; 16. Juni 2024 Die deutsche Simultan\u00fcbersetzung wird in K\u00fcrze ver\u00f6ffentlicht und in der Rednerliste verlinkt. Sie k\u00f6nnen sich die Videos im englischen Original hier ansehen. Konferenzbericht: Konferenz des Schiller-Instituts zeigt den Ausweg aus der Gefahr Von Marcia Merry Baker und&hellip;<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on get_the_excerpt --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on get_the_excerpt --><\/p>\n","protected":false},"author":34,"featured_media":102596,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_lmt_disableupdate":"no","_lmt_disable":"","footnotes":""},"categories":[37],"tags":[],"class_list":["post-102595","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein-de"],"featured_image_src":"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2024\/05\/www.scillerinstitute.comde_.jpg","author_info":{"display_name":"madeleine","author_link":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/author\/madeleine\/"},"modified_by":"madeleine","cc_featured_image_caption":{"caption_text":"","source_text":"","source_url":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/102595","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/34"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=102595"}],"version-history":[{"count":30,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/102595\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":103588,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/102595\/revisions\/103588"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/102596"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=102595"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=102595"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=102595"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}