{"id":101091,"date":"2024-03-12T11:05:45","date_gmt":"2024-03-12T15:05:45","guid":{"rendered":"https:\/\/schillerinstitute.com\/?p=101091"},"modified":"2024-06-01T10:36:55","modified_gmt":"2024-06-01T14:36:55","slug":"internetkonferenz-der-oasenplan-die-larouche-loesung-fuer-frieden-durch-entwicklung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2024\/03\/12\/internetkonferenz-der-oasenplan-die-larouche-loesung-fuer-frieden-durch-entwicklung\/","title":{"rendered":"Internetkonferenz: Der Oasenplan: Die LaRouche-L\u00f6sung f\u00fcr Frieden durch Entwicklung"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"has-text-align-center wp-block-heading\">Der Oasenplan: Die LaRouche-L\u00f6sung f\u00fcr Frieden durch Entwicklung zwischen Israel und Pal\u00e4stina sowie der gesamten Region S\u00fcdwestasien<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center\"><strong>Internetkonferenz des Schiller-Instituts<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center has-vivid-red-color has-text-color\"><strong>13.<\/strong> <strong>April 2024<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"has-vivid-red-color has-text-color wp-block-heading\"><strong>Hier k\u00f6nnen Sie sich <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=56O0m7Jfcqo\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=56O0m7Jfcqo\" target=\"_blank\">Panel 1<\/a> und <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=PqqBcSfGLyY\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=PqqBcSfGLyY\" target=\"_blank\">Panel 2<\/a> im Englischen Original ansehen. <\/strong>Die deutsche \u00dcbersetzung der Videos und Transkripte finden Sie unter &#8222;Reden der Konferenz&#8220;.<\/h4>\n\n\n<p><strong><em data-rich-text-format-boundary=\"true\">Ein Bericht <a href=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2024\/04\/18\/eine-konkrete-perspektive-fuer-frieden-durch-wirtschaftliche-entwicklung-in-eurasien\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">&#8222;Eine konkrete Perspektive f\u00fcr Frieden durch wirtschaftliche Entwicklung in Eurasien&#8220;<\/a> \u00fcber die Konferenz \u201eDer Oasenplan \u2013 die LaRouche-L\u00f6sung f\u00fcr Frieden durch Entwicklung zwischen Israel und Pal\u00e4stina und ganz S\u00fcdwestasien\u201c, die am 13. 4. 2024 vom Schiller-Institut veranstaltet wurde. <\/em><\/strong><\/p>\n<p><ul class=\"tabs\" data-tab-id=\"\"><li><a href=\"#tab1\">Konferenzeinladung<\/a><\/li><li><a href=\"#tab2\">Reden der Konferenz<\/a><\/li><li><a href=\"#tab3\">Hintergrundmaterial<\/a><\/li><\/ul><div class=\"tab-container\"><br \/><div class=\"tab-content\"><\/p>\n<p>Am 18. Februar 2024 ver\u00f6ffentlichte die LaRouche-Organisation ein 14-min\u00fctiges Video unter dem Titel:<strong> <a href=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2024\/02\/14\/petition-unterstuetzung-des-larouche-oasenplans-fuer-frieden-und-entwicklung-in-suedwestasien\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2024\/02\/14\/petition-unterstuetzung-des-larouche-oasenplans-fuer-frieden-und-entwicklung-in-suedwestasien\/\">\u201eDer Oasenplan: LaRouches L\u00f6sung f\u00fcr den Nahen Osten\u201c<\/a>. <\/strong><\/p>\n<p>Darin hei\u00dft es: \u201eDie ganze Welt ist Zeuge der Grausamkeiten, die dem pal\u00e4stinensischen Volk angetan werden und uns jeden Tag in Form von Videos vor Augen gef\u00fchrt werden. \u2026 Aber die Zerst\u00f6rung geht weiter, aktiv unterst\u00fctzt von den Vereinigten Staaten und einer schwindenden Zahl anderer L\u00e4nder. Die moralische \u00dcberlebensf\u00e4higkeit der Menschheit wird auf die Probe gestellt. Die Horrorshow mu\u00df ein Ende haben, angefangen mit einem sofortigen bedingungslosen Waffenstillstand.\u201c Gleichzeitig mu\u00df massive humanit\u00e4re Hilfe f\u00fcr den Gazastreifen geleistet und auf eine politische L\u00f6sung der Krise hingearbeitet werden, wozu auch die Existenz eines souver\u00e4nen pal\u00e4stinensischen Staates und dessen uneingeschr\u00e4nkte internationale Anerkennung geh\u00f6ren.<\/p>\n<p>\u201eAber ohne wirtschaftliche Entwicklung\u201c hei\u00dft es in dem Video weiter, \u201eohne einen gangbaren und sinnvollen Weg des Fortschritts in die Zukunft, sind blo\u00dfe politische Vereinbarungen nicht tragf\u00e4hig. Die Menschen in der Region m\u00fcssen wissen, da\u00df ihre Kinder eine bessere Zukunft, ein besseres Leben haben werden. Frieden durch wirtschaftliche Entwicklung ist die einzige erfolgreiche Grundlage f\u00fcr einen dauerhaften, gerechten Frieden in der Region. Zu dieser Erkenntnis gelangte auch der damalige israelische Ministerpr\u00e4sident Jitzhak Rabin: Es gibt keine rein milit\u00e4rische Grundlage f\u00fcr Frieden oder Sicherheit, nur wirtschaftliche Entwicklung f\u00fchrt dorthin.\u201c<\/p>\n<p>Wie werden Israelis und Pal\u00e4stinenser nach allem, was geschehen ist, jemals Frieden schlie\u00dfen k\u00f6nnen? Helga Zepp-LaRouche, Gr\u00fcnderin und Vorsitzende des internationalen Schiller-Instituts, verweist darauf, da\u00df dieser oder jeder andere Konflikt nicht l\u00f6sbar ist, ohne aus der Ebene des Konflikts herauszukommen. Mit Hilfe eines Konzepts von Nikolaus von Kues (1401-1464), dem \u201eZusammenfall der Gegens\u00e4tze\u201c (Coincidentia Oppositorum), fordert Zepp-LaRouche uns auf, uns \u00fcber die Ebene der Verzweiflung, des Hasses und der Rache zu erheben und ein gemeinsames Interesse am Wohlergehen aller Menschen durch die wirtschaftliche Entwicklung der gesamten Region zu definieren.<\/p>\n<p>Eine inspirierende Vision einer Zukunft, in der Israelis und Pal\u00e4stinenser Seite an Seite leben k\u00f6nnen, ist dringlicher denn je. \u201eFrieden durch Entwicklung\u201c hei\u00dft das Konzept, das Lyndon LaRouche (1922-2019) und seine Mitarbeiter seit 1975 vorschlagen, und dies nicht begrenzt auf den Oasenplan und die Region S\u00fcdwestasien, sondern in Form der Weltlandbr\u00fccke f\u00fcr den gesamten Globus.<\/p>\n<p>Das Konzept des Oasenplans konzentriert sich in erster Linie darauf, das gr\u00f6\u00dfte Hindernis bei der Entwicklung der Region \u2013 den Mangel an S\u00fc\u00dfwasser \u2013 durch den Bau eines Netzes von Kan\u00e4len und Wasserentsalzungsanlagen zu beseitigen, die idealerweise mit Kernkraft betrieben werden und das reichlich vorhandene Meerwasser in S\u00fc\u00dfwasser umwandeln. Diese Anlagen sollten nicht nur an der Mittelmeerk\u00fcste, sondern auch entlang zweier neuer Hauptkan\u00e4le gebaut werden: je einen vom Mittelmeer und einen vom Roten Meer, die beide ins Tote Meer m\u00fcnden.<br \/>Indem sie zusammenarbeiten, um gegen die W\u00fcste anstatt gegeneinander zu k\u00e4mpfen, werden die Menschen der Region zueinander finden und die Menschlichkeit im jeweils anderen erkennen, sowie die gemeinsame F\u00e4higkeit aller Menschen nutzen, die Prinzipien der Natur zu entdecken und unsere Beziehung zur Umwelt aktiv zu gestalten.<br \/>Es gibt keine menschlichen Tiere!<\/p>\n<p>Der Oasenplan gilt nicht nur f\u00fcr Israel und Pal\u00e4stina, sowie deren unmittelbar angrenzende L\u00e4nder, sondern f\u00fcr die gesamte s\u00fcdwestasiatische Region, einschlie\u00dflich der vom Krieg zerst\u00f6rten L\u00e4nder Afghanistan, Syrien und Jemen. Er wird nur zustande kommen, wenn wir der Geopolitik eine endg\u00fcltige Absage erteilen und damit beginnen, ein neues Paradigma der internationalen Beziehungen aufzubauen \u2013 eine neue Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur.<\/p>\n<p>Viele sprechen \u201evom Tag danach\u201c. Aber der einzige Weg dorthin besteht darin, den Menschen sofort Hoffnung zu geben. Jetzt ist es unabdingbar notwendig, die Zukunftsvision des Oasenplans kennenzulernen, weiterzuentwickeln und zu unterst\u00fctzen, um einen Weg aus Tod und Zerst\u00f6rung hin zu einer f\u00fcr alle Seiten vorteilhaften Zusammenarbeit zwischen souver\u00e4nen Nationen zu finden.<\/p>\n<p>Wie Helga Zepp-LaRouche in einem Webcast am 6. M\u00e4rz 2024 sagte: \u201eMan mu\u00df Hoffnung haben. Man mu\u00df den jungen Menschen eine Perspektive geben, eine anst\u00e4ndige Zukunft zu haben, in der sie Familien gr\u00fcnden k\u00f6nnen, in der sie ein normales Leben f\u00fchren k\u00f6nnen, in der sie studieren k\u00f6nnen, in der sie n\u00fctzliche Dinge in ihrem Leben tun k\u00f6nnen. Wenn man das nicht auf die Tagesordnung setzt, wird es selbst dann, wenn es zu einer Teill\u00f6sung oder einem Waffenstillstand kommt, ohne da\u00df man eine Perspektive der Hoffnung hat, zu neuen Konfliktwellen, zu Terrorismus, zu allen Arten von Krieg kommen. Sind wir nun die intelligente Spezies oder nicht? Und das ist die eigentliche Frage\u2026.\u201c<\/p>\n<p>\u201eAber ich denke, wenn wir alle mobilisieren\u201c, fuhr sie fort, \u201ewenn wir einige L\u00e4nder, einige Staatsoberh\u00e4upter, einige fr\u00fchere Staatsoberh\u00e4upter, einige Nobelpreistr\u00e4ger oder eine beliebige Kombination von wirklich hochrangigen religi\u00f6sen F\u00fchrern dazu bringen w\u00fcrden, sich \u00f6ffentlich dazu zu bekennen, da\u00df der einzige Weg zum Frieden der durch Entwicklung ist, der neue Name f\u00fcr Frieden Entwicklung hei\u00dft, und hier der Oasenplan ist, der das erreichen kann, dann w\u00fcrde das jeden inspirieren. Es w\u00fcrde die Menschen in der Region inspirieren, es w\u00fcrde die Nachbarl\u00e4nder inspirieren, es w\u00fcrde wirklich \u2013 und ich habe viel dar\u00fcber nachgedacht, und der Vorschlag, den mein verstorbener Ehemann Lyndon LaRouche schon 1975 gemacht hat, ist immer noch der einzige Weg, um Frieden im Nahen Osten zu schaffen!\u201c<\/p>\n<p>Im Gedenken an diejenigen, die umgekommen sind, und um den Lebenden Hoffnung zu geben, m\u00fcssen wir den Mut aufbringen, Frieden durch Entwicklung zu erreichen.<\/p>\n<p><\/div><br \/><div class=\"tab-content\"><\/p>\n<p><strong>Panel 1 \u2013 17:00 Uhr \u2013 Die Voraussetzungen f\u00fcr Dialog, Sicherheit, Frieden und Entwicklung in S\u00fcdwestasien schaffen (<a href=\"https:\/\/youtube.com\/playlist?list=PLVX9VzlXUX_ZAc4hJ7opKhyiKVcdpYCuQ&amp;si=5tCBCZdDpaMi42Wn\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Playlist<\/a>)<\/strong><br \/>Moderator: Dennis Speed, Schiller-Institut<\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=cKIHUyjB2a8&amp;list=PLVX9VzlXUX_ZAc4hJ7opKhyiKVcdpYCuQ&amp;index=2\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Lyndon LaRouches Rede vor dem Zayed-Zentrum in Abu Dhabi am 2. Juni 2002<\/a><\/strong><\/p>\n<p>Schiller-Institut-Gr\u00fcnderin Helga Zepp-LaRouche: <a href=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2024\/04\/16\/helga-zepp-larouche-am-abgrund-des-allgemeinen-krieges-der-neue-name-fuer-frieden-ist-entwicklung\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em><strong>Am Abgrund des Allgemeinen Krieges: Der Neue Name f\u00fcr Frieden ist Entwicklung<\/strong><\/em><\/a><\/p>\n<p>S.E. Prof. Dr. Manuel Hassassian, Pal\u00e4stinensischer Botschafter in D\u00e4nemark: <strong><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=m97DINOxF-M&amp;list=PLVX9VzlXUX_ZAc4hJ7opKhyiKVcdpYCuQ&amp;index=3\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em>Wie k\u00f6nnen zwei benachbarte L\u00e4nder in Frieden leben?\u00a0<\/em><\/a><\/strong><\/p>\n<p><div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Transkript lesen<\/span><\/a><div class=\"toggle-content\">\u00a0<\/p>\n<p class=\"western\">Der Oasenplan ist eine Chance f\u00fcr Pal\u00e4stinenser und Israelis<\/p>\n<p class=\"western\">Von Prof. Dr. Manuel Hassassian<\/p>\n<p class=\"western\"><i>S.E. Prof. Dr. Manuel Hassassian ist Botschafter Pal\u00e4stinas in D\u00e4nemark. Im ersten Abschnitt der Konferenz des Schiller-Instituts zum Oasenplan am 13. April sagte er folgendes. (\u00dcbersetzung aus dem Englischen, Zwischen\u00fcberschriften wurden hinzugef\u00fcgt.) <\/i><\/p>\n<p class=\"western\">Hallo und vielen Dank f\u00fcr die Einladung. Es ist mir eine Ehre, an diesem Podium mit angesehenen G\u00e4sten teilzunehmen. Dies ist ein internationales Podium, auf dem globale Botschaften an die Welt gerichtet werden sollten, insbesondere mit dem Oasenplan des Schiller-Instituts, der im Hinblick auf die wirtschaftliche Entwicklung weltweit gro\u00dfe Resonanz findet.<\/p>\n<p class=\"western\">Doch bevor wir ein wenig \u00fcber den Oasenplan sprechen, m\u00f6chte ich auf den H\u00f6hepunkt dieses langwierigen Konflikts, der seit 75 Jahren zwischen Pal\u00e4stinensern und Israelis herrscht, eingehen.<\/p>\n<p class=\"western\">Wir, die Pal\u00e4stinenser, sind im Laufe der Geschichte viele Male erobert worden. Das letzte Mal war es im Grunde das britische Mandat, das es Israel durch die Balfour-Deklaration nach dem Krieg von 1948, als Israel seine Unabh\u00e4ngigkeit erkl\u00e4rte, auf dem Silbertablett servierte, und es setzte 1967 seine Aggression fort, indem es das Westjordanland, den Gazastreifen und Ostjerusalem besetzte. Seitdem setzt sich dieser langwierige Konflikt auf der Grundlage einer \u201eethnischen S\u00e4uberung\u201c fort &#8211; ausgehend von der kolonialen Siedlerbewegung, mit der das zionistische Projekt der Schaffung eines Heimatlandes auf Kosten der Vertreibung des pal\u00e4stinensischen Volkes bis 1967 vor Ort Realit\u00e4t wurde, wo sie ihr zionistisches Projekt der Besetzung des gesamten historischen Pal\u00e4stina fortsetzten.<\/p>\n<p class=\"western\">Seitdem gab es dazu unz\u00e4hlige internationale UN-Resolutionen, Erkl\u00e4rungen usw., aber sie wurden alle von dieser Besatzung und kolonialen Siedlerbewegung mi\u00dfachtet, die von den Vereinigten Staaten von Amerika und auch von den europ\u00e4ischen L\u00e4ndern klar unterst\u00fctzt wurde.<\/p>\n<p class=\"western\">Wir, die Pal\u00e4stinenser, zahlen den Preis f\u00fcr das, was Holocaust genannt wird, die Vertreibung der Juden aus Europa. Wir zahlen den Preis daf\u00fcr, indem wir aus unserem Land vertrieben und entwurzelt wurden und nun schon seit Jahrzehnten unter Besatzung leben.<\/p>\n<p class=\"western\">Ich m\u00f6chte nicht weiter auf die Geschichte dieses Konflikts eingehen, sondern darauf hinweisen, was sich heute um uns herum abspielt. Heute hat Israel dem gesamten pal\u00e4stinensischen Volk den Krieg erkl\u00e4rt, mit der Absicht, es zu dezimieren; mit der Absicht, es wieder gewaltsam zu vertreiben; mit der Absicht, Pal\u00e4stinas Geographie zu \u00fcbernehmen und Pal\u00e4stinas Demokratie zu beseitigen.<\/p>\n<p class=\"western\">Ethnische S\u00e4uberung<\/p>\n<p class=\"western\">Was wir heute erleben, ist ein Krieg der ethnischen S\u00e4uberung, ein V\u00f6lkermord, ein Mord, ein Gemetzel. Man findet keine Worte oder Begriffe, um zu beschreiben, was heute in Gaza geschieht. Israel hat leider die Lizenz zum T\u00f6ten, durch die Unterst\u00fctzung und Komplizenschaft der Vereinigten Staaten von Amerika. Denn die Waffen, die Israel in den letzten sechs Jahrzehnten eingesetzt hat, waren amerikanische, britische und europ\u00e4ische. Wir betrachten heute die Amerikaner als Mitschuldige an diesem Kriegsverbrechen gegen die Menschheit und das unschuldige pal\u00e4stinensische Volk. Tausende und Abertausende von Kindern werden kaltbl\u00fctig abgeschlachtet und massakriert.<\/p>\n<p class=\"western\">Was soll man \u00fcber eine Regierung sagen, die sich ihrer \u201eDemokratie\u201c r\u00fchmt und \u00fcber die es hei\u00dft, sie sei angeblich die Bastion der Demokratie im Nahen Osten? Die letzten sechs Jahrzehnte haben uns praktisch bewiesen, da\u00df Israel keine Demokratie ist; Israel ist eine Theokratie. Israel ist ein Siedlerkolonialstaat. Israel hat sich das Land der Pal\u00e4stinenser angeeignet. Israel baut mehr Siedlungen. Israel f\u00fchrt neue Angriffe vor Ort durch. Israel will das pal\u00e4stinensische Volk loswerden.<\/p>\n<p class=\"western\">Israels Absichten unter dem Vorwand des 7. Oktober sind sehr deutlich geworden. Es verfolgt nicht nur die Hamas, sondern zerst\u00f6rt die Infrastruktur des Gazastreifens, zerst\u00f6rt die pal\u00e4stinensische Bev\u00f6lkerung im Gazastreifen, in Ostjerusalem, ganz zu schweigen vom Westjordanland.<\/p>\n<p class=\"western\">Zunehmender Druck, Konflikte und T\u00f6tungen im Westjordanland werden deutlicher denn je. Jeden Tag werden Menschen get\u00f6tet, zahllose Pal\u00e4stinenser werden inhaftiert. St\u00e4ndig gibt es im Westjordanland Verfolgungsjagden. Siedler greifen zu den Waffen und gehen gegen unschuldige Pal\u00e4stinenser vor. Die Armee unterst\u00fctzt die Siedler bei ihren Angriffen und Morden. Die kampflustige Mentalit\u00e4t des Westens wird heute von den Siedlern in den besetzten Gebieten des Westjordanlandes eifrig praktiziert. Ich kann die grausamen Verbrechen Israels mit seinen abscheulichen Absichten, das pal\u00e4stinensische Volk auszul\u00f6schen, nicht weiter beschreiben.<\/p>\n<p class=\"western\">Dabei handelt es sich um ein Land, das uns einst glauben machte, da\u00df eine Zwei-Staaten-L\u00f6sung m\u00f6glich w\u00e4re. Als wir uns 1988 zu unserem historischen Kompromi\u00df entschlossen, den Staat Israel anzuerkennen und die Zweistaatenl\u00f6sung zu akzeptieren, dachten wir, da\u00df die Zweistaatenl\u00f6sung mit den Osloer Vertr\u00e4gen zustande kommt; doch zu unserer gro\u00dfen Entt\u00e4uschung haben sie die Besatzung legitimiert, die Siedlungen in den besetzten Gebieten vervierfacht und Voraussetzungen f\u00fcr Israels Versch\u00e4rfung des Konflikts und Ausl\u00f6schung der Pal\u00e4stinenser geschaffen.<\/p>\n<p class=\"western\">Schauen wir uns nun die heutige Situation an. Die internationale Gemeinschaft hat \u00fcber Mitleidsbekundungen und direkte oder indirekte Verurteilungen hinaus nichts unternommen, um dieses Gemetzel zu beenden und den Ansturm der israelischen Kriegsmaschinerie auf unser Volk in Gaza und im Westjordanland zu stoppen. Wir sind Zeugen der Tatsache, da\u00df die westlichen Regierungen mit zweierlei Ma\u00df messen, da\u00df sie heucheln, da\u00df ihre Vorstellungen von Menschenrechten hohl sind, weil sie keinerlei Druck auf Israel aus\u00fcben, um diese Massaker, diesen V\u00f6lkermord zu stoppen. Wir haben gesehen, wie die Amerikaner auf der einen Seite von humanit\u00e4rer Hilfe und Grenz\u00f6ffnung sprechen, aber gleichzeitig Waffen nach Israel schicken &#8211; tonnenweise Bomben -, um die Pal\u00e4stinenser zu bek\u00e4mpfen. Sie behaupten, die Hamas bedrohe ihre Sicherheit, w\u00e4hrend sie unschuldige pal\u00e4stinensische Menschen t\u00f6tet.<\/p>\n<p class=\"western\">Die Amerikaner sind also ebenso verantwortlich wie die Israelis f\u00fcr diesen grausamen Krieg gegen unschuldige Menschen, den ich als Hochmut bezeichnen w\u00fcrde. Und doch sehen wir gleichzeitig, wie die Welt den t\u00e4glichen grausamen Verbrechen Israels zusieht, ohne etwas zu unternehmen.<\/p>\n<p class=\"western\">All diese Entscheidungen des Internationalen Gerichtshofs, die UN-Resolutionen, die Israel verurteilen, den R\u00fcckzug Israels fordern, das Gemetzel stoppen und was wei\u00df ich noch alles, sind nur Gerede und haben vor Ort nichts bewirkt. Jeden Tag wachen wir auf und sehen mehr Zerst\u00f6rung, mehr T\u00f6tung des pal\u00e4stinensischen Volkes. Wie soll das weitergehen?<\/p>\n<p class=\"western\">Israels Dilemma<\/p>\n<p class=\"western\">Wir sehen, da\u00df Israel bei der Verwirklichung seiner Ziele bisher gescheitert ist, ich w\u00fcrde sogar sagen, grandios gescheitert. Israel schafft es nicht, Hamas loszuwerden; es schafft es nicht, die zwei Millionen Pal\u00e4stinenser loszuwerden, die jetzt in Gaza verhungern. Es kann das pal\u00e4stinensische Streben nach Unabh\u00e4ngigkeit und Selbstbestimmung nicht loswerden. Denn die Realit\u00e4t hat gezeigt, da\u00df die Pal\u00e4stinenser niemals in die Knie gehen und noch einmal eine Diaspora akzeptieren werden wie 1948.<\/p>\n<p class=\"western\">Die Israelis stecken also in einem Dilemma: Sie k\u00f6nnen die Pal\u00e4stinenser nicht loswerden, und sie k\u00f6nnen dem Staat Israel nicht wirklich Sicherheit bringen. Ohne eine L\u00f6sung der Pal\u00e4stinenserfrage haben sie im Nahen Osten keine gl\u00fcckliche Zukunft. Ohne diesen Dreh- und Angelpunkt der Krise im Nahen Osten, die Pal\u00e4stinenserfrage, zu l\u00f6sen, wird es niemals Sicherheit und Stabilit\u00e4t im Nahen Osten geben.<\/p>\n<p class=\"western\">Da die Zeit begrenzt ist, m\u00f6chte ich nicht weiter hierauf eingehen, sondern einen Ausblick geben, was getan werden k\u00f6nnte, damit die beiden Nachbarl\u00e4nder in Frieden leben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"western\">Ich w\u00fcrde sagen, da\u00df das pal\u00e4stinensische Volk, selbst unter der Besatzung, die h\u00f6chste Form der Demokratie praktiziert hat. Wir hatten demokratische Wahlen &#8211; Parlamentswahlen, Pr\u00e4sidentschaftswahlen, Kommunalwahlen und was wei\u00df ich noch alles. Wir haben unsere Zivilgesellschaft aufgebaut. Wir haben Verbindungen zwischen unserer Zivilgesellschaft und unserer Regierung geschaffen, und wir haben im wesentlichen Rede- und Meinungsfreiheit geschaffen.<\/p>\n<p class=\"western\">Wir versuchen auch, unser Wirtschaftssystem aufzubauen, obwohl wir im Grunde genommen der israelischen Wirtschaft v\u00f6llig unterworfen sind. Dennoch gelingt es uns, nach M\u00f6glichkeiten und Ressourcen zu suchen, wie wir eine nachhaltige Wirtschaftsproduktion aufbauen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"western\">Nat\u00fcrlich gibt es im Westjordanland keine Grundwasserreserven, weil die Siedler den gr\u00f6\u00dften Teil des Wassers verbrauchen. Ihre Kontrolle \u00fcber die Grundwasserleiter schr\u00e4nkt die Produktion unserer landwirtschaftlichen Erzeugnisse ein, was unseren Fortschritt und unsere wirtschaftliche Entwicklung in gewisser Weise behindert. Aber wir k\u00f6nnen uns wirtschaftlich nicht wirklich entwickeln, wenn wir der israelischen Besatzung, ihrer Wirtschaft und ihrer Kontrolle \u00fcber unsere nat\u00fcrlichen Ressourcen v\u00f6llig unterworfen sind, ganz zu schweigen von unseren menschlichen Ressourcen.<\/p>\n<p class=\"western\">Deshalb wird es niemals Frieden geben, bevor dieser Konflikt politisch gel\u00f6st ist. Es gibt keine wirtschaftliche L\u00f6sung ohne eine politische L\u00f6sung f\u00fcr diesen langwierigen Konflikt, der seit nunmehr acht Jahrzehnten zwischen zwei epistemischen Gemeinschaften ausgetragen wird.<\/p>\n<p class=\"western\">Deshalb bin ich um so mehr geneigt, \u00fcber die Aussichten auf Frieden zu sprechen. Der Frieden beginnt als Wohlt\u00e4tigkeit zu Hause. Zuerst m\u00fcssen wir unser Volk vereinen. Wir m\u00fcssen den Konflikt zwischen Hamas und Fatah beenden. Und wir brauchen eine einzige Regierung, die ganz Pal\u00e4stina regiert, n\u00e4mlich die pal\u00e4stinensische Regierung. Das ist das erste.<\/p>\n<p class=\"western\">Zweitens: Wir wollen, da\u00df der Krieg in Gaza beendet wird. Wir wollen im Gegenzug die Freilassung der Geiseln. Wir w\u00fcrden gerne an den Verhandlungstisch zur\u00fcckkehren, um eine Zweistaatenl\u00f6sung zu erreichen.<\/p>\n<p class=\"western\">Dazu m\u00fcssen wir die grundlegenden Voraussetzungen schaffen, um umzusetzen, was ich gesagt habe. Zu diesem Zweck m\u00f6chte ich auf den Oasenplan eingehen, der ausf\u00fchrlich darlegt, wie wir Frieden und Wohlstand in der Region erreichen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"western\">Ich stimme zu, da\u00df die politische L\u00f6sung an erster Stelle steht; an zweiter Stelle steht f\u00fcr die Nachhaltigkeit des Friedens der Oasenplan als Rettung und zur Aufrechterhaltung der wirtschaftlichen Entwicklung zwischen den kriegf\u00fchrenden Parteien und Herbeif\u00fchrung von Frieden und Wohlstand f\u00fcr die Nationen, die in Konflikte verwickelt waren.<\/p>\n<p class=\"western\">Ich denke, der vorgeschlagene Oasenplan wird ernst genommen. Er hat das Potential, im pal\u00e4stinensisch-israelischen Konflikt erfolgreich zu sein. Deshalb habe ich mich bereit erkl\u00e4rt, an dieser Konferenz teilzunehmen &#8211; nicht, um \u00fcber den Konflikt zu sprechen, sondern um \u00fcber die Aussichten auf Frieden in diesem Zusammenhang zu sprechen. Ich glaube, der Oasenplan ist eine Chance f\u00fcr Pal\u00e4stinenser und Israelis, die sie ergreifen k\u00f6nnen, um einen Frieden zu schaffen, der von Dauer ist und Wohlstand bringt und in dem sie viele Jahre zusammenleben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"western\">Mehr kann ich heute nicht sagen, aus Zeitgr\u00fcnden kann ich keine tiefere Analyse des Konflikts vornehmen und auf die komplexen Zusammenh\u00e4nge eingehen, die man als Hindernisse f\u00fcr die Schaffung von Frieden und Wohlstand in der Region sehen k\u00f6nnte. Ich danke Ihnen.<\/p>\n<p><\/div><\/div><\/p>\n<p>S.E. Mounir Anastas, Palestinensicher Botschafter bei der UNESCO: <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=YtSuacmjm_w&amp;list=PLVX9VzlXUX_ZAc4hJ7opKhyiKVcdpYCuQ&amp;index=4\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em><strong>Der Konflikt zwischen Israel und Pal\u00e4stina ist kein religi\u00f6ser, sondern ein politischer <\/strong><\/em><\/a><\/p>\n<p><div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Transkript lesen<\/span><\/a><div class=\"toggle-content\"><\/p>\n<p class=\"western\">Wir sollten mit der Anerkennung beider Staaten beginnen<\/p>\n<p class=\"western\">Von Mounir Anastas<\/p>\n<p class=\"western\"><i>S.E. Mounir Anastas ist Botschafter Pal\u00e4stinas bei der UNESCO. Im ersten Abschnitt der Konferenz des Schiller-Instituts zum Oasenplan am 13. April sagte er folgendes. (\u00dcbersetzung aus dem Franz\u00f6sischen und Englischen, Zwischen\u00fcberschriften wurden hinzugef\u00fcgt.) <\/i><\/p>\n<p class=\"western\">Ich danke Ihnen vielmals\u2026 Ich m\u00f6chte zun\u00e4chst dem Schiller-Institut f\u00fcr die Organisation dieser Veranstaltung danken. Vor allem danke ich Frau LaRouche f\u00fcr ihre sehr gehaltvolle, sehr tiefgr\u00fcndige Rede. Es gibt einige Dinge, die sie beigetragen hat, die ich voll und ganz teile und guthei\u00dfe. Ich m\u00f6chte auch dem Botschafter in D\u00e4nemark danken, da\u00df ich bestimmte Dinge nicht wiederholen mu\u00df.<\/p>\n<p class=\"western\">Was den Oasenplan betrifft, so bin ich kein Experte f\u00fcr diese technischen Fragen, aber mein Interesse an diesem Plan gilt dem Prinzip und dem Geist und der Absicht, die dahinter stehen, n\u00e4mlich einer echten wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung. Wir k\u00f6nnen dadurch Wohlstand und Frieden nicht nur im Nahen Osten, sondern in der gesamten Region S\u00fcdwestasien erreichen. Auf die Grunds\u00e4tze des Plans an sich komme ich sp\u00e4ter noch einmal zur\u00fcck.<\/p>\n<p class=\"western\">Dieses Projekt steht in direktem Zusammenhang mit dem Thema Wasser. Ich m\u00f6chte \u00fcber das UNESCO-Programm zur Wasserfrage sprechen. Die UNESCO besch\u00e4ftigt sich mit verschiedenen Dingen, die nicht nur Bildung, Wissenschaft und Kultur betreffen &#8211; die zu den Vorrechten der UNESCO geh\u00f6ren -, darunter auch die Wasserfrage&#8230;<\/p>\n<p class=\"western\">Bevor ich \u00fcber Wasser und die UNESCO spreche, m\u00f6chte ich nur eines vorausschicken, weil es immer zwischen den Zeilen steht. Wie Professor Hassassian erw\u00e4hnte, ist das israelische Regime ein theokratisches Regime. Sie versuchen jeden davon zu \u00fcberzeugen, da\u00df der Konflikt zwischen Israel und Pal\u00e4stina ein religi\u00f6ser Konflikt ist, was v\u00f6llig falsch ist. Unser Konflikt ist kein religi\u00f6ser Konflikt, er ist ein politischer Konflikt. Es ist auch ein juristischer Konflikt, \u00fcberhaupt nicht religi\u00f6s.<\/p>\n<p class=\"western\">Damit m\u00f6chte ich mich der Frage des Wassers in der UNESCO zuwenden. Wir haben bei der UNESCO ein Programm, das \u201eIntergovernmental Hydrological Program\u201c, IHP. Es wurde 1975 gegr\u00fcndet, nach der \u201eHydrologischen Dekade\u201c 1965-1974. Das zwischenstaatliche Kooperationsprogramm ist das einzige internationale und zwischenstaatliche Kooperationsprogramm im UN-System. Es ist bei der UNESCO angesiedelt. Au\u00dferdem hat es einen zwischenstaatlichen Rat, der jedes Jahr tagt.<\/p>\n<p class=\"western\">Der Zweck ist die Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedsstaaten in der Frage der Grundwasserleiter und allem anderen zu dem Thema. Es gibt das sogenannte Weltwasserforum; das n\u00e4chste ist das zehnte Weltwasserforum, das im Mai auf Bali in Indonesien stattfinden wird.<\/p>\n<p class=\"western\">Das bedeutet also, da\u00df die UNESCO auch f\u00fcr die Zusammenarbeit rund um das Thema Wasser zust\u00e4ndig ist, das Hauptprinzip des Oasenplans. Wenn man den Zusammenhang der Wasserfrage mit dem laufenden, v\u00f6lkerm\u00f6rderischen Krieg Israels gegen den Gazastreifen betrachtet, kann jeder klar erkennen, da\u00df Israel Wasser als Waffe einsetzt. Wir sprechen hier von der \u201eInstrumentalisierung des Wassers\u201c.<\/p>\n<p class=\"western\">Dies sollte von der internationalen Gemeinschaft angeprangert und verurteilt werden. Leider sieht die internationale Gemeinschaft in dieser Hinsicht passiv zu, was sie zu einer Komplizin macht. Es wurde schon erw\u00e4hnt, da\u00df viele L\u00e4nder in diesen Konflikt verwickelt sind, weil sie Waffen liefern, wie die USA; das ist aktive Mitschuld. Aber es gibt auch die passive Komplizenschaft derer, die Israel, die Besatzungsmacht, nicht verurteilen und keinen Druck auf sie aus\u00fcben, damit der Mi\u00dfbrauch des Wassers als Waffe in dem laufenden Konflikt endet.<\/p>\n<p class=\"western\">Medien, Bildung und Kultur als Opfer im Gazakrieg<\/p>\n<p class=\"western\">Vor allem m\u00fcssen wir uns jetzt vor Augen halten, da\u00df die UNESCO als Fachorganisation f\u00fcr verschiedene Bereiche zust\u00e4ndig ist. Und alle Zust\u00e4ndigkeitsbereiche der UNESCO wurden durch die laufende israelische Aggression angegriffen oder zerst\u00f6rt.<\/p>\n<p class=\"western\">Ich erw\u00e4hnte bereits, da\u00df die UNESCO auch f\u00fcr die Sicherheit von Journalisten und f\u00fcr die Meinungsfreiheit zust\u00e4ndig ist. Bekanntlich liegt die Zahl der im Gazastreifen get\u00f6teten Journalisten inzwischen bei etwa 133. Das entspricht etwa 10% der Gesamtzahl der Journalisten im Gazastreifen. Das hat es bisher noch in keinem Konflikt auf der Welt gegeben. Selbst im Ersten und Zweiten Weltkrieg war der Prozentsatz nie so hoch. Nimmt man etwa den aktuellen Konflikt zwischen Ru\u00dfland und der Ukraine, so liegt die Zahl der get\u00f6teten Journalisten dort unter 30, und wenn man wei\u00df, da\u00df es dort Tausende von Journalisten gibt, bedeutet das, da\u00df der Prozentsatz nicht einmal 1% erreicht.<\/p>\n<p class=\"western\">Das bedeutet, da\u00df Israel es gezielt auf Journalisten abgesehen hat. Wir haben Informationen, da\u00df sie Journalisten mit Hilfe von k\u00fcnstlicher Intelligenz ins Visier nehmen. Und sie haben es nicht nur auf einzelne Journalisten abgesehen, sondern auch auf Medienzentren.<\/p>\n<p class=\"western\">Warum gerade Journalisten und Medienzentren? Weil sie keine internationalen Zeugen wollen; sie wollen der Welt nicht zeigen, was sie als Verbrechen gegen die Menschlichkeit begehen; es sind Verbrechen gegen die Menschlichkeit.<\/p>\n<p class=\"western\">Ich gebe Ihnen ein weiteres Beispiel: Wenn ein europ\u00e4isches Land seine Position oder seine Sprache in Bezug auf den Konflikt \u00e4ndert. Erinnern Sie sich, was Frau Zepp-LaRouche erw\u00e4hnte? Da\u00df die Welt nach dem 7. Oktober anfangs sehr viel Sympathie mit Israel hatte, doch Tag f\u00fcr Tag und Woche f\u00fcr Woche \u00e4nderte sich diese Position, als alle die israelischen Greueltaten in Gaza beobachteten. Deshalb hat es die israelische Armee auf jeden Zeugen abgesehen. Aus diesem Grund wurde die World Central Kitchen angegriffen.<\/p>\n<p class=\"western\">Was die Kulturzentren betrifft, so wurde sogar das franz\u00f6sische Kulturzentrum ins Visier genommen. Wahrscheinlich l\u00e4\u00dft sich das erkl\u00e4ren, denn es wurde einen Tag nach einer Erkl\u00e4rung von Pr\u00e4sident Macron angegriffen, als er Israel sagte, sie w\u00fcrden es \u00fcbertreiben. Am n\u00e4chsten Tag wurde das franz\u00f6sische Kulturzentrum getroffen; es wurde vollst\u00e4ndig zerst\u00f6rt, und die B\u00fcros der <i>Agence France-Presse <\/i>wurden getroffen. Sie zerst\u00f6rten nicht das ganze Geb\u00e4ude, sondern nur die B\u00fcros von <i>Agence France-Presse<\/i>. So sind Journalisten und Medienzentren Ziel von Angriffen.<\/p>\n<p class=\"western\">Jetzt werden auch kulturelle St\u00e4tten angegriffen, auch das sind Strukturen, die in den Zust\u00e4ndigkeitsbereich der UNESCO fallen.<\/p>\n<p class=\"western\">Kommen wir zur\u00fcck zu einem der Hauptbereiche der UNESCO, n\u00e4mlich Bildung und Schulen. Mindestens als 204 Schulen wurden vollst\u00e4ndig oder gr\u00f6\u00dftenteils zerst\u00f6rt. Universit\u00e4ten: Sechs Universit\u00e4ten wurden vollst\u00e4ndig zerst\u00f6rt, alle anderen teilweise.<\/p>\n<p class=\"western\">Auch St\u00e4tten des Weltkulturerbes und des nationalen Kulturerbes wurden zerst\u00f6rt. Wir sprechen hier von mehr als 250 St\u00e4tten, manche Quellen sogar von 300. Was auch immer es ist, es ist v\u00f6llig unglaublich und beispiellos.<\/p>\n<p class=\"western\">Das zeigt die Absicht Israels, nicht nur das pal\u00e4stinensische Volk, sondern auch die pal\u00e4stinensische Geschichte und das pal\u00e4stinensische Ged\u00e4chtnis durch diese Zerst\u00f6rungen auszul\u00f6schen.<\/p>\n<p class=\"western\">Wenn ich von Weltkulturerbe-St\u00e4tten spreche, dann geh\u00f6ren auch dazu Moscheen und Kirchen. Eine der \u00e4ltesten Kirchen der Welt, die Kirche San Porphyrius, wurde angegriffen und vollst\u00e4ndig zerst\u00f6rt. Auch die Gro\u00dfe Omari-Moschee in Gaza wurde vollst\u00e4ndig zerst\u00f6rt, diese Moschee war fr\u00fcher eine byzantinische Kirche und davor ein r\u00f6mischer Tempel. Das bedeutet, da\u00df sie zum Erbe der ganzen Menschheit geh\u00f6rt, nicht nur der Pal\u00e4stinenser.<\/p>\n<p class=\"western\">Viele andere St\u00e4tten: der Al-Basha-Palast, ein historischer Ort, an dem Napoleon drei N\u00e4chte verbrachte, und Sibat [ph] und so weiter. Die alte Festung von Gaza, Anthedon, ist ebenfalls zerst\u00f6rt worden. Die Liste ist zu lang, ich werde nicht alles aufz\u00e4hlen, was zerst\u00f6rt worden ist. Dann die Theater, die Kinos, die Museen, die Musikstudios usw.<\/p>\n<p class=\"western\">Zu alledem kommen noch die Menschen, die mit diesen Strukturen verbunden sind, davon ist kaum die Rede. 33.400 Menschen wurden get\u00f6tet, 17.000 davon Kinder, das wurde erw\u00e4hnt. Alle sprechen von Kindern und Frauen, aber niemand spricht von Studenten, Lehrern, Professoren, Dekanen, Musikern und K\u00fcnstlern. So wurde zum Beispiel Professor Tayeh, der den UNESCO-Lehrstuhl in Gaza innehatte, zusammen mit seiner Familie in seinem Haus get\u00f6tet.<\/p>\n<p class=\"western\">All dies zeigt die Absicht Israels, das Ged\u00e4chtnis und die Geschichte der Bev\u00f6lkerung auszul\u00f6schen. Das ist das wichtigste, was wir uns vor Augen halten m\u00fcssen.<\/p>\n<p class=\"western\">Was zu tun ist<\/p>\n<p class=\"western\">Wenn wir \u00fcberlegen, was zu tun ist, ist das leider die gro\u00dfe Herausforderung, nach der enormen Zerst\u00f6rung all dessen, was ich erw\u00e4hnt habe &#8211; Schulen, Universit\u00e4ten, Weltkulturerbe, Kulturzentren und so weiter &#8211; der Wiederaufbau.<\/p>\n<p class=\"western\">Und hier k\u00f6nnen wir auf den Oasenplan zur\u00fcckkommen. Nicht der Plan, das Projekt an sich, sondern die Prinzipien hinter diesem Projekt, n\u00e4mlich die wirtschaftliche Entwicklung, die zu Frieden und Wohlstand f\u00fchren kann.<\/p>\n<p class=\"western\">Aber Professor Hassassian hat es erw\u00e4hnt: Es gibt einige Voraussetzungen, um das umzusetzen. Die Voraussetzung ist in erster Linie politischer Natur. Alle beharren auf der Zweistaatenl\u00f6sung, aber selbst europ\u00e4ische L\u00e4nder wie Deutschland und Frankreich, die regelm\u00e4\u00dfig davon reden, da\u00df sie f\u00fcr die Zweistaatenl\u00f6sung sind, erkennen nicht beide Staaten an. Sie erkennen nur einen Staat an, nicht zwei. Vielleicht sollte man also mit dieser Anerkennung der beiden Staaten beginnen. Dann w\u00e4re alles m\u00f6glich. Ich denke, das ist die Voraussetzung Nummer eins.<\/p>\n<p class=\"western\">Nummer zwei, und das h\u00e4ngt mit Nummer eins zusammen, sind gleiche Rechte f\u00fcr alle. Auch das ist eine Voraussetzung.<\/p>\n<p class=\"western\">Und Nummer drei: Niemand steht \u00fcber dem V\u00f6lkerrecht. Leider stellt sich Israel bisher \u00fcber alle Gesetze und das internationale Recht.<\/p>\n<p class=\"western\">Um einen so gro\u00dfen Plan wie den Oasenplan umsetzen zu k\u00f6nnen, sollten die europ\u00e4ischen L\u00e4nder und die internationale Gemeinschaft vielleicht erstens den pal\u00e4stinensischen Staat anerkennen und zweitens ernstzunehmenden Druck auf Israel aus\u00fcben, damit es seine regelm\u00e4\u00dfigen Aggressionen einstellt, die von Professor Hassassian erw\u00e4hnt wurden, nicht nur im Gazastreifen, sondern auch im Westjordanland.<\/p>\n<p class=\"western\">Ich denke, damit kann man das ganze Problem in den Griff bekommen. Es gibt keine n\u00e4chsten Schritte ohne die Anerkennung des Staates Pal\u00e4stina. Das ist in dieser Phase eine Voraussetzung, andernfalls kehren wir zu dem Status quo zur\u00fcck, der seit den Osloer Abkommen vor fast 30 Jahren gilt. Deshalb denke ich, da\u00df wir einen vollst\u00e4ndigen Paradigmenwechsel vornehmen und mit der Anerkennung des Staates Pal\u00e4stina beginnen sollten. Dann wird alles m\u00f6glich sein, und die Umsetzung des Oasenplans wird m\u00f6glich sein. Ich danke Ihnen vielmals. <\/div><\/div> <div class=\"info-box\"><h3 class=\"info-box-title\" style=\"\">Diskussion zwischen Helga Zepp-LaRouche und Botschafter Hassassian <\/h3><div class=\"info-box-content\" style=\"\"><p> <em>Im Anschlu\u00df an die Vortr\u00e4ge der beiden pal\u00e4stinensischen Botschafter kam es zu der folgenden kurzen Diskussion zwischen Helga Zepp-LaRouche und Botschafter Hassassian \u00fcber die Frage, ob man vor den Gespr\u00e4chen \u00fcber die wirtschaftliche Zukunft der Region eine politische L\u00f6sung braucht, oder umgekehrt die Einigung auf eine wirtschaftliche Zukunftsvision die Voraussetzung f\u00fcr eine politische L\u00f6sung ist.<\/em> <div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Transkript lesen<\/span><\/a><div class=\"toggle-content\"><\/p>\n<p>Helga Zepp-LaRouche: Ich m\u00f6chte den beiden Botschaftern Pal\u00e4stinas daf\u00fcr danken, da\u00df sie uns ihre tiefempfundenen Erfahrungen mitgeteilt haben, die die Welt meiner Meinung nach kennen mu\u00df.<br \/>Ich m\u00f6chte nur kurz darauf hinweisen, da\u00df Sie erw\u00e4hnt haben, da\u00df zuerst eine politische L\u00f6sung gefunden werden mu\u00df, und das ist genau das, was der Oasenplan versucht, auf eine andere Ebene zu stellen. Denn all die Debatten in den Vereinten Nationen und anderen Foren, die zuerst eine politische L\u00f6sung forderten, haben nicht das gebracht, was beabsichtigt war. Und wir sind der Meinung, da\u00df wir eine absolute, unumst\u00f6\u00dfliche Entschlossenheit zu einem wirtschaftlichen Entwicklungsplan als Vorbedingung brauchen, um die politische Situation zu verbessern.<br \/>Als das Osloer Abkommen unterzeichnet wurde, sagte Lyndon LaRouche, mein Mann, mit Nachdruck, der einzige Weg zum Erfolg sei, sofort mit den Bauarbeiten anzufangen, die Schaufeln und die Bagger sofort in Bewegung zu setzen, damit die Menschen vor Ort sehen, da\u00df sich ihre Lebenssituation unmittelbar verbessert. Doch das passierte nicht, weil die Weltbank zu dem Zeitpunkt die Kredite verweigerte, die notwendig gewesen w\u00e4ren, und wie wir alle wissen, hatte das Osloer Abkommen keinen Erfolg.<br \/>Daher ist der Zweck dieser Konferenz, einen konkreten Strau\u00df wirtschaftlicher \u201eBlumen\u201c zusammenzustellen &#8211; Sie wissen schon, Blumen von Entwicklungsprojekten -, insbesondere wenn wir die anderen Redner und das zweite Panel h\u00f6ren. Das Ergebnis dieser Konferenz soll dann an alle Regierungen der Welt und an andere Institutionen weitergegeben werden. Damit versuchen wir, Unterst\u00fctzung zu bekommen.<br \/>Ich pers\u00f6nlich glaube, da\u00df wir das nur umsetzen k\u00f6nnen, wenn wir eine Notkonferenz, eine umfassende Nahost-Konferenz einberufen, wie sie zum Beispiel von China schon fr\u00fch erw\u00e4hnt wurde. Soweit ich wei\u00df, hat sich das seither leider nicht weiter konkretisiert. Aber die Idee ist immer noch, da\u00df man eine umfassende Nahost-Konferenz abhalten mu\u00df, und ich denke, da\u00df die Tradition des Westf\u00e4lischen Friedens der geeignetste Pr\u00e4zedenzfall ist &#8211; und dann diskutieren, was die Vision f\u00fcr die gesamte Region w\u00e4re.<br \/>Denn ich denke, man mu\u00df den Kreislauf von Gewalt und Verzweiflung durchbrechen. Und wenn es eine Vision g\u00e4be, wie S\u00fcdwestasien in 20, 50, ja sogar 100 Jahren aussehen w\u00fcrde, als ein voll entwickeltes, modernes Gebiet mit gr\u00fcnen W\u00e4ldern und landwirtschaftlichen Feldern, wo heute W\u00fcste ist, mit neuen St\u00e4dten, integrierter Infrastruktur. Und wenn man dann die Vision h\u00e4tte, da\u00df alle jungen Menschen Wissenschaftler, Ingenieure, Lehrer, Landwirte werden sollten; da\u00df sie dann einen Grund sehen, warum es Sinn macht, zu studieren, eine Familie zu gr\u00fcnden, ihre Karriere aufzubauen, ein normales Leben zu f\u00fchren &#8211; dann ist es fast eine Vorbedingung f\u00fcr den Erfolg dieses Projekts, den jungen Menschen dieses Gef\u00fchl der Hoffnung zu vermitteln.<br \/>Ich denke also, da\u00df die Vision einer wirtschaftlichen Verbesserung ein absolut wesentlicher Bestandteil ist, um Frieden zu schaffen und eine politische L\u00f6sung zu finden. <br \/>Ich m\u00f6chte Ihnen f\u00fcr Ihre Teilnahme danken und hoffe, da\u00df Sie uns helfen werden, dieses Projekt auch nach dieser Konferenz weiter zu organisieren.<\/p>\n<p>Botschafter Hassassian: Ich m\u00f6chte noch einen kleinen Beitrag leisten, um auf Frau LaRouches wortgewaltigen Vortrag und ihre Ideen zu antworten: <br \/>Vielen Dank f\u00fcr Ihre Sorge um unseren Konflikt. Denn wie Sie wissen, liegt der Dreh- und Angelpunkt der Instabilit\u00e4t im Nahen Osten in der L\u00f6sung des Pal\u00e4stinenserproblems.<br \/>Ich verstehe sehr gut, da\u00df die wirtschaftliche Entwicklung als Katalysastor f\u00fcr jeden Verhandlungsproze\u00df zwischen zwei L\u00e4ndern wirken kann, die sich legitimerweise gegenseitig respektieren und versuchen, eine plausible L\u00f6sung f\u00fcr die Aufrechterhaltung des Friedens zu finden. Und da\u00df die Langlebigkeit des Friedens auf wirtschaftlicher Integration und Entwicklung beruht, das darf nicht untersch\u00e4tzt werden. <br \/>Aber man kann nicht mit zwei Verhandlungspartnern \u00fcber wirtschaftliche Entwicklung sprechen, wenn der eine quasi der \u201eTopdog\u201c und der andere der \u201eUnderdog\u201c ist. Man kann keine Verhandlungen zwischen Besetzern und Besetzten f\u00fchren und \u00fcber wirtschaftliche Entwicklung sprechen.<br \/>Wirtschaftliche Entwicklung kann ein Katalysator sein, um laufende Verhandlungen zu verbessern, die auf gegenseitiger Gegenseitigkeit und Respekt beruhen. Aber wenn es keinen angemessenen Respekt zwischen zwei streitenden Parteien gibt, dann w\u00e4re das Ergebnis ein kl\u00e4glicher Fehlschlag.<br \/>Und ich m\u00f6chte nat\u00fcrlich diesen einfachen Satz hinzuf\u00fcgen, wie ich es immer tue: Es wird niemals eine milit\u00e4rische L\u00f6sung f\u00fcr unseren Konflikt geben! Israel hat so viele Kriege gewonnen, konnte aber keinen Frieden und keine Sicherheit schaffen, weder f\u00fcr Israel noch f\u00fcr den Nahen Osten. <br \/>Daher sage ich, da\u00df der einzige Ausweg Verhandlungen, gegenseitiger Respekt, Inklusion und nicht Exklusivit\u00e4t sind, und da\u00df die Idee, einander auf Augenh\u00f6he zu akzeptieren, der einzige Weg zu Frieden und Sicherheit ist.<br \/>Vielen Dank f\u00fcr die Einladung. Ich m\u00f6chte noch mit einigen positiven Bemerkungen schlie\u00dfen, n\u00e4mlich: Der Krieg wird niemals, niemals Frieden bringen. Der Frieden wird Stabilit\u00e4t und wirtschaftlichen Wohlstand bringen.<br \/>Ich danke Ihnen vielmals. <\/div><\/div> <\/p><\/div><\/div><\/p>\n<p>I.E. Beryl Rose Sisulu, \u00a0Botschafterin der Republik S\u00fcdafrika in Mexiko: <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=GpRC86eQxZA&amp;list=PLVX9VzlXUX_ZAc4hJ7opKhyiKVcdpYCuQ&amp;index=6\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em><strong>Nelson Mandela und unser Verst\u00e4ndnis von Frieden und Entwicklung\u00a0<\/strong><\/em><\/a><\/p>\n<p><div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Rede im Wortlaut lesen<\/span><\/a><div class=\"toggle-content\"><\/p>\n<p>Nelson Mandela und unser Verst\u00e4ndnis von Frieden und Entwicklung<\/p>\n<p>Von Botschafterin Beryl Rose Sisulu<\/p>\n<p><em>I.E. Beryl Rose Sisulu ist Botschafterin der Republik S\u00fcdafrika in Mexiko. Im ersten Abschnitt der Konferenz des Schiller-Instituts zum Oasenplan am 13. April sagte sie folgendes. (\u00dcbersetzung aus dem Englischen, Zwischen\u00fcberschriften wurden hinzugef\u00fcgt.) <\/em><\/p>\n<p>Verehrte Delegierte, verehrte G\u00e4ste, ich habe die Ehre, im Namen der Republik S\u00fcdafrika zu Ihnen zu sprechen, da wir heute hier auf der vom Schiller-Institut veranstalteten internationalen Konferenz zusammenkommen. Dieser Anla\u00df, der mit bedeutenden Meilensteinen in der Geschichte unseres Landes zusammenf\u00e4llt, legt uns nahe, \u00fcber den Weg nachzudenken, den wir zur\u00fcckgelegt haben, \u00fcber die Herausforderungen, die wir bew\u00e4ltigt haben, und \u00fcber den Weg, den wir uns f\u00fcr die Zukunft vorstellen.<\/p>\n<p>Vor 30 Jahren, am 27. April 1994, feierte S\u00fcdafrika ein bedeutendes Ereignis: die ersten demokratischen Wahlen. Dieser entscheidende Moment markierte den H\u00f6hepunkt eines langen und m\u00fchsamen Kampfes gegen die Apartheid &#8211; eines Kampfes, der durch das unersch\u00fctterliche Engagement unseres Volkes f\u00fcr Gerechtigkeit, Gleichheit und Freiheit angetrieben wurde. Wenn wir nun drei Jahrzehnte Demokratie feiern, ist es unerl\u00e4\u00dflich, da\u00df wir die Lehren aus unserer Vergangenheit an die j\u00fcngere Generation weitergeben und sie dazu inspirieren, unsere hart erk\u00e4mpfte Freiheit zu bewahren und gegen\u00fcber jeder Bedrohung unserer demokratischen Werte wachsam zu sein.<\/p>\n<p>Das Thema dieser Konferenz &#8211; \u201eEntwicklung als notwendiger Rahmen f\u00fcr den Frieden\u201c &#8211; steht in engem Zusammenhang mit dem Weg S\u00fcdafrikas. Unsere Erfahrung unterstreicht die untrennbare Verbindung zwischen Entwicklung und Frieden, denn wir wissen, da\u00df nachhaltiger Frieden nur in Gesellschaften gedeihen kann, in denen Entwicklung und integratives Wachstum gef\u00f6rdert werden.<\/p>\n<p>Wenn wir \u00fcber die Worte Nelson Mandelas nachdenken, werden wir au\u00dferdem an die grundlegenden Bestrebungen erinnert, die alle Menschen teilen: den Wunsch nach Sicherheit, Lebensunterhalt, Gesundheit und Bildung. Es ist unsere Pflicht als Weltb\u00fcrger, unerm\u00fcdlich daran zu arbeiten, diese W\u00fcnsche f\u00fcr alle zu verwirklichen.<\/p>\n<p>Anl\u00e4\u00dflich des 30. Jahrestages der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Mexiko und S\u00fcdafrika w\u00fcrdigen wir die gemeinsamen Werte und gegenseitigen Verpflichtungen, die unserer Partnerschaft zugrunde liegen. Von der F\u00f6rderung demokratischer Grunds\u00e4tze bis hin zum Vorantreiben der Ziele f\u00fcr nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen (SDGs) verk\u00f6rpert unsere Zusammenarbeit den Geist der Solidarit\u00e4t und Kooperation, der f\u00fcr die Bew\u00e4ltigung der dr\u00e4ngenden Herausforderungen unserer Zeit unerl\u00e4\u00dflich ist. Die robusten Handelsbeziehungen zwischen unseren Nationen unterstreichen das immense Potential f\u00fcr weitere Zusammenarbeit und wirtschaftliche Synergien, die den Weg f\u00fcr gemeinsamen Wohlstand und gegenseitigen Nutzen ebnen.<\/p>\n<p>Die Komplexit\u00e4t der heutigen Welt, die von Konflikten und Krisen gepr\u00e4gt ist, erinnert uns daran, da\u00df wir uns im Streben nach Frieden zusammenschlie\u00dfen m\u00fcssen. Von Gaza bis zur Ukraine und dar\u00fcber hinaus kennt das Streben nach Frieden keine Grenzen und erfordert gemeinsames Handeln, das auf Dialog, Empathie und Verst\u00e4ndnis beruht. Es ist unsere Pflicht, uns f\u00fcr den Frieden einzusetzen, f\u00fcr Diplomatie statt Zwietracht zu pl\u00e4dieren und Br\u00fccken der Zusammenarbeit zu bauen, die ideologische Grenzen \u00fcberwinden.<\/p>\n<p>Lassen Sie uns unser Engagement f\u00fcr die edlen Ideale von Frieden, Entwicklung und globaler Harmonie bekr\u00e4ftigen. Lassen wir uns von der Unbeirrbarkeit unserer Vorfahren und den Bestrebungen k\u00fcnftiger Generationen inspirieren. Lassen Sie uns gemeinsam eine bessere Welt schaffen &#8211; eine Welt, in der Gerechtigkeit regiert, Wohlstand gedeiht und Frieden herrscht.<\/p>\n<p>Frieden und Entwicklung in den Augen Nelson Mandelas<\/p>\n<p>Ausgehend von unserer Diskussion \u00fcber den zwingenden Zusammenhang zwischen Entwicklung und Frieden m\u00f6chte ich nun die Bedeutung des Friedens im Kontext S\u00fcdafrikas n\u00e4her beleuchten &#8211; einer Nation, die einen turbulenten Weg hin zu Demokratie und Inklusivit\u00e4t zur\u00fcckgelegt hat.<\/p>\n<p>Die Worte von Nelson Mandela haben einen tiefen Bezug zu unserem Verst\u00e4ndnis von Frieden und Entwicklung. Er brachte zum Ausdruck, da\u00df wahre Entwicklung von Bildung abh\u00e4ngt &#8211; ein Gedanke, der von f\u00fchrenden Politikern auf der ganzen Welt aufgegriffen wurde. Bildung bef\u00e4higt nicht nur den einzelnen, sondern f\u00f6rdert auch das kritische Denken, das Einf\u00fchlungsverm\u00f6gen und den sozialen Zusammenhalt, die f\u00fcr den Aufbau friedlicher Gesellschaften unerl\u00e4\u00dflich sind.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus unterstreicht Mandelas Aussage, da\u00df echte F\u00fchrungspers\u00f6nlichkeiten bereit sein m\u00fcssen, f\u00fcr die Freiheit ihres Volkes Opfer zu bringen &#8211; das tiefe Engagement, das erforderlich ist, um einen Weg zu Frieden und Entwicklung zu beschreiten.<\/p>\n<p>Im s\u00fcdafrikanischen Kontext ist der Frieden aus mehreren zwingenden Gr\u00fcnden von gr\u00f6\u00dfter Bedeutung, die alle eng mit dem historischen Erbe und den gegenw\u00e4rtigen Bestrebungen unseres Landes verwoben sind:<\/p>\n<p>Erstens unterstreicht unsere turbulente Vergangenheit, die von der Apartheid und unserem gewaltsamen Befreiungskampf gepr\u00e4gt war, die zentrale Bedeutung des Friedens auf unserem Weg zu Demokratie und Entwicklung. Die von Mandela und anderen vision\u00e4ren F\u00fchrern gef\u00fchrten friedlichen Verhandlungen sind ein Beispiel f\u00fcr die transformative Kraft von Dialog und Vers\u00f6hnung bei der \u00dcberwindung tief verwurzelter Spaltungen und der F\u00f6rderung der nationalen Einheit.<\/p>\n<p>Zweitens bildet der Frieden die Grundlage f\u00fcr den sozialen Zusammenhalt und die Einheit in unserem kulturell vielf\u00e4ltigen Land. Indem wir unsere Unterschiede anerkennen und unsere gemeinsame Menschlichkeit feiern, schmieden wir eine gemeinsame Identit\u00e4t, die auf gegenseitigem Respekt und Verst\u00e4ndnis beruht.<\/p>\n<p>Drittens ist Frieden f\u00fcr die F\u00f6rderung des wirtschaftlichen Wohlstands unerl\u00e4\u00dflich. Ein friedliches Umfeld zieht Investitionen an, stimuliert das Wirtschaftswachstum und schafft Chancen f\u00fcr alle B\u00fcrger. Indem wir in Bildung, Infrastruktur und Innovation investieren, legen wir den Grundstein f\u00fcr nachhaltige Entwicklung und gemeinsamen Wohlstand.<\/p>\n<p>Viertens spielt der Frieden eine zentrale Rolle bei der Gestaltung unserer internationalen Beziehungen und der F\u00f6rderung der regionalen, kontinentalen und globalen Stabilit\u00e4t. Ein friedliches S\u00fcdafrika ist ein Leuchtfeuer der Hoffnung und Inspiration f\u00fcr den afrikanischen Kontinent und f\u00f6rdert die Zusammenarbeit und den Dialog zwischen den Nationen.<\/p>\n<p>F\u00fcnftens erleichtert der Frieden die Heilung und die Bew\u00e4ltigung von Traumata und erm\u00f6glicht es Einzelpersonen und Gemeinschaften, sich mit den Hinterlassenschaften unserer Vergangenheit auseinanderzusetzen und eine Zukunft anzustreben, die von Vers\u00f6hnung und Vergebung gepr\u00e4gt ist.<\/p>\n<p>Frieden ist von grundlegender Bedeutung, um unsere Gemeinschaften vor Gewalt und Kriminalit\u00e4t zu sch\u00fctzen und zu gew\u00e4hrleisten, da\u00df alle B\u00fcrger in Sicherheit leben k\u00f6nnen. Lassen Sie mich klarstellen, da\u00df Frieden in S\u00fcdafrika nicht nur die Abwesenheit von Konflikten bedeutet; er ist der Eckpfeiler unseres gemeinsamen Strebens nach Fortschritt, Wohlstand und sozialer Gerechtigkeit.<\/p>\n<p>Gegenw\u00e4rtige und k\u00fcnftige Herausforderungen<\/p>\n<p>Verehrte Delegierte, S\u00fcdafrika hat seit dem \u00dcbergang zur Demokratie Mitte der 1990er Jahre erhebliche Fortschritte bei der Verbesserung des Wohlergehens seiner B\u00fcrger gemacht. Es ist jedoch zwingend erforderlich, die anhaltenden Herausforderungen anzuerkennen, die unseren Fortschritt behindern. Der prozentuale Anteil der Bev\u00f6lkerung, der unterhalb der Armutsgrenze f\u00fcr L\u00e4nder mit mittlerem Einkommen lebt, zeigt besorgniserregende Tendenzen: Er stieg von 56% im Jahr 2010 auf sch\u00e4tzungsweise 62,7% im Jahr 2023.<\/p>\n<p>Diese Tendenzen werden durch strukturelle Herausforderungen und ein schwaches Wachstum versch\u00e4rft, das durch die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie noch verschlimmert wird. Steigende Arbeitslosenquoten, insbesondere unter Jugendlichen, stellen eine ernsthafte Einschr\u00e4nkung des Wohlstands der Haushalte und der Wirtschaft dar. (Die offizielle Arbeitslosenquote lag im vierten Quartal 2023 bei 32,1%.)<\/p>\n<p>Eine hohe Ungleichheit verl\u00e4ngert einen Kreislauf der Ausgrenzung, indem sie das Potential f\u00fcr integratives Wachstum, das allen B\u00fcrgern zugute kommt, einschr\u00e4nkt. Dieser Kreislauf wird angetrieben vom Erbe der Ausgrenzung und einer Arts des Wirtschaftswachstums, das den Bed\u00fcrfnissen der Armen keine Priorit\u00e4t einr\u00e4umt und nicht gen\u00fcgend Besch\u00e4ftigungsm\u00f6glichkeiten schafft. Dar\u00fcber hinaus versch\u00e4rft das Wohlstandsgef\u00e4lle die Situation, und die geringe Mobilit\u00e4t zwischen den Generationen f\u00fchrt dazu, da\u00df die Ungleichheiten \u00fcber Generationen hinweg bestehenbleiben und sich im Laufe der Zeit kaum \u00e4ndern.<\/p>\n<p>Angesichts dieser Herausforderungen h\u00e4lt S\u00fcdafrika an seinem Engagement f\u00fcr Frieden und Entwicklung fest, sowohl im eigenen Land als auch auf dem gesamten afrikanischen Kontinent. Im Einklang mit der vision\u00e4ren <em>Agenda 2063 der Afrikanischen Union (AU): Das Afrika, das wir wollen,<\/em> l\u00e4\u00dft sich unser Land von Prinzipien leiten, die integratives Wachstum, Einheit, gute Regierungsf\u00fchrung, Frieden, Sicherheit und die Bewahrung des kulturellen Erbes in den Vordergrund stellen. Durch die Einhaltung dieser Grunds\u00e4tze legen wir den Grundstein f\u00fcr eine Zukunft, die von Frieden, Wohlstand und kollektivem Wohlergehen gepr\u00e4gt ist.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus erkennt S\u00fcdafrika die Bedeutung von Initiativen wie dem Oasenplan, der durch die Wiederherstellung und Verbesserung der Bodenqualit\u00e4t die globale Erw\u00e4rmung bek\u00e4mpfen soll. Dieses Projekt, das eine Fortsetzung der Emission Zero Global Initiative ist, sieht die Schaffung eines dauerhaften Regenwaldes im Norden Afrikas vor, wo sich einige der trockensten Regionen der Welt befinden. Durch die Beteiligung an Initiativen wie dem Oasenplan kann S\u00fcdafrika einen Beitrag zur regionalen Klimastabilit\u00e4t und zur biologischen Vielfalt leisten, was unserem Engagement f\u00fcr eine nachhaltige Entwicklung und den Schutz der Umwelt entspricht. Auf halbem Weg zur globalen Entwicklungsagenda 2050 ist unser Land immer noch mit den Herausforderungen von Armut, Ungleichheit und Arbeitslosigkeit sowie den verheerenden Auswirkungen des Klimawandels konfrontiert. Die SDGs bieten einen Plan, der mit anderen regionalen, nationalen, kontinentalen und interkontinentalen Entwicklungspl\u00e4nen im Einklang steht.<\/p>\n<p>In den letzten vier Jahren hat die Welt mehrere Krisen erlebt, darunter die verheerende COVID-19-Pandemie, wirtschaftliche Abschw\u00fcnge, zunehmende Auswirkungen des Klimawandels und politische Instabilit\u00e4t. S\u00fcdafrika hat positive Fortschritte bei der Erh\u00f6hung des Lebensstandards, der Verbesserung des Zugangs zu grundlegenden Dienstleistungen und der Verringerung der CO\u2082-Emissionen gemacht. Trotz Herausforderungen wie der Stromknappheit engagiert sich S\u00fcdafrika weiterhin f\u00fcr nachhaltige Entwicklung und integratives Wachstum durch gemeinsame Anstrengungen.<\/p>\n<p>Der Satz \u201eEntwicklung ist der notwendige Rahmen f\u00fcr den Frieden\u201c hat einen starken Widerhall auf dem Weg S\u00fcdafrikas. Unsere Erfahrung unterstreicht den untrennbaren Zusammenhang zwischen Entwicklung und Frieden und zeigt, da\u00df nachhaltiger Frieden nur in Gesellschaften gedeihen kann, in denen Entwicklung und integratives Wachstum gef\u00f6rdert werden.<\/p>\n<p>Zusammenfassend l\u00e4\u00dft sich sagen, da\u00df S\u00fcdafrika inmitten der Pr\u00fcfungen einer \u00c4ra nach der Pandemie und den drohenden Schrecken von Umweltkrisen unersch\u00fctterlich an seinem Engagement f\u00fcr die F\u00f6rderung von Frieden und Entwicklung festh\u00e4lt, und dies nicht nur f\u00fcr seine eigenen B\u00fcrger, sondern f\u00fcr die gesamte afrikanische und globale Gemeinschaft. Wir verpflichten uns zu einem unersch\u00fctterlichen Engagement f\u00fcr eine integrierte Entwicklungsagenda und arbeiten mit Partnern aus der gesamten Gesellschaft zusammen, um den nationalen Entwicklungsplan Agenda 2063 und die UN-Ziele f\u00fcr nachhaltige Entwicklung voranzutreiben. Auf diese Weise wollen wir die Hoffnung aller S\u00fcdafrikaner und aller Menschen weltweit wecken und ihre Bestrebungen verwirklichen. Ich danke Ihnen.<\/p>\n<p><\/div><\/div><\/p>\n<p>S.E. Donald Ramotar, ehemaliger Pr\u00e4sident von Guyana: <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=pUo-uDTzEuA&amp;list=PLVX9VzlXUX_ZAc4hJ7opKhyiKVcdpYCuQ&amp;index=5\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong><em>Dauerhafter Frieden durch sozio\u00f6konomischen Fortschritt\u00a0<\/em><\/strong><\/a><\/p>\n<p><div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Rede im Wortlaut lesen<\/span><\/a><div class=\"toggle-content\"><\/p>\n<p>Dauerhafter Frieden durch sozio\u00f6konomischen Fortschritt<\/p>\n<p>Von Donald Ramotar<\/p>\n<p><em>Donald Ramotar war Pr\u00e4sident von Guyana (2011-2015) und Mitglied des Parlaments (1992-2011). In der Internetkonferenz des Schiller-Instituts zum Oasenplan am 13. April hielt er den folgenden Vortrag. (\u00dcbersetzung aus dem Englischen, die Zwischen\u00fcberschrift wurde hinzugef\u00fcgt.)<\/em><\/p>\n<p>Ich danke Ihnen sehr f\u00fcr die Einladung, an Ihrer hochkar\u00e4tigen Diskussionsrunde zu einem sehr wichtigen Thema teilzunehmen.<\/p>\n<p>Wir treffen uns zu einer Zeit, in der unsere Welt noch nie so nahe an einer schrecklichen Katastrophe eines nuklearen Konflikts war, der die ganze Welt vernichten kann. Gleichzeitig denke ich, da\u00df wir hier zu einer Zeit zusammenkommen, in der sich am internationalen Horizont die Konturen gro\u00dfer M\u00f6glichkeiten abzeichnen, die unsere Menschen aus der Armut in eine Periode der Entwicklung und des Friedens f\u00fchren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die Gefahren, die in der Welt bestehen, sind offensichtlich. Die beiden wichtigsten Themen, die heute auf unserer Tagesordnung stehen, sind die israelischen Angriffe auf die Pal\u00e4stinenser im Gazastreifen und im Westjordanland, und m\u00f6glicherweise \u00fcberall, und die zweite Gefahr ist der Stellvertreterkrieg, der gegen Ru\u00dfland gef\u00fchrt wird, bei dem die Ukraine als Stellvertreter benutzt wird. Das ist eine besonders gef\u00e4hrliche Situation, weil die NATO drei Atomm\u00e4chte in ihren Reihen hat und Ru\u00dfland selbst ebenfalls eine m\u00e4chtige Atommacht ist.<\/p>\n<p>Diese Gefahr hat ihren Ursprung im Zusammenbruch der Sowjetunion Anfang der 1990er Jahre, als die NATO trotz der Zusicherungen der westlichen Staaten, keinen Zentimeter \u00fcber das heutige Deutschland hinaus vorzur\u00fccken, mehr als tausend Meilen vorger\u00fcckt ist. Und jetzt steht sie an der Grenze zu Ru\u00dfland.<\/p>\n<p>Leider haben die USA das nicht als Chance f\u00fcr den Frieden gesehen, sondern als M\u00f6glichkeit, sich dauerhaft als einzige Supermacht und als Nummer eins in der Welt zu behaupten. Ich m\u00f6chte nur daran erinnern, da\u00df Paul Wolfowitz Mitte der 1990er Jahre die Ansicht vertrat, die USA d\u00fcrften diese Chance nicht verpassen, um ihre Vorherrschaft in der Welt zu sichern. Er sagte: \u201eUnser Ziel ist es, das Wiederauftauchen eines neuen Rivalen zu verhindern, sei es auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion oder anderswo. Das ist unsere wichtigste \u00dcberlegung im Bereich der neuen wachsamen Verteidigungsstrategie, und es erfordert, da\u00df wir uns bem\u00fchen, jede Macht, deren Wiederaufstieg ausreichen w\u00fcrde, um globale Macht zu erringen, an der Vorherrschaft in unserer Region zu hindern.\u201c<\/p>\n<p>Seit Mitte der 90er Jahre war dieser Gedanke der globalen Vorherrschaft also ganz klar vorhanden, ganz besonders bei den Vereinigten Staaten, aber auch bei den NATO-Verb\u00fcndeten. Das erkl\u00e4rt den Angriff auf Jugoslawien, den Angriff auf den Irak, den Angriff in Afghanistan, die Zerst\u00f6rung Libyens und so weiter.<\/p>\n<p>Vergessen Sie auch nicht, da\u00df sie jeden Anspruch auf Frieden, Anstand und Menschenrechte aufgegeben haben. 1996 sagte [US-Au\u00dfenministerin] Madeleine Albright in einem Interview, die Sanktionen gegen den Irak, durch die mehr als eine halbe Million Kinder starben, seien die Sache wert gewesen. Sie haben jeglichen Anschein von Menschenrechten und jeden Anstand aufgegeben, um dauerhaft die Kontrolle \u00fcber die Welt als Ganzes zu haben. Es handelt sich um eine Art Super-Kolonialismus, bei dem die Vereinigten Staaten der Herrscher sind, aber auch in Partnerschaft mit einigen NATO-L\u00e4ndern, die die Rolle des Juniorpartners spielen.<\/p>\n<p>Die Provokation gegen Ru\u00dfland ist auch insofern lehrreich, als die Wirtschaftssanktionen lange vorher gut vorbereitet waren. Die Wirtschaftssanktionen, die seit mehr als 60 Jahren gegen Kuba und viele andere L\u00e4nder verh\u00e4ngt werden, haben der dortigen Bev\u00f6lkerung schreckliches Leid zugef\u00fcgt.<\/p>\n<p>Erinnern Sie sich auch daran, da\u00df es kurz vor der russischen milit\u00e4rischen Sonderoperation ein Thema gab, bei dem wir Frieden h\u00e4tten haben k\u00f6nnen, und da\u00df dieser Krieg v\u00f6llig unn\u00f6tig war. Aber wir hatten die Unanst\u00e4ndigkeit des Verrats an Ru\u00dfland; die T\u00e4uschung durch Deutschland und Frankreich, die das Minsker Abkommen garantiert hatten, aber sagten, da\u00df sie das nur getan h\u00e4tten, um der NATO-Ukraine Zeit zu geben, sich als NATO-Macht aufzubauen.<\/p>\n<p>Man erinnere sich auch, da\u00df es Jens Stoltenberg war, der kurz zuvor Ru\u00dfland drohte und sagte, man sei auf die Invasion vorbereitet. Er sagte: \u201eWir in der NATO haben \u00fcber 100 Flugzeuge in h\u00f6chster Alarmbereitschaft, 120 verb\u00fcndete Schiffe auf See von der hohen Nordsee bis zum Mittelmeer, 7 Luftlandedivisionen in Europa. Au\u00dferdem haben die USA mehr als 1000 Soldaten in die Ostsee geschickt.\u201c All das sollte Selenskyj davon \u00fcberzeugen, da\u00df er kein Abkommen mit Ru\u00dfland schlie\u00dfen, sondern in den Krieg ziehen und die Russen besiegen sollte.<\/p>\n<p>Diese Mentalit\u00e4t erkl\u00e4rt auch die Haltung der USA gegen\u00fcber China, denn wenn man jede einzelne politische \u00c4u\u00dferung oder Linie oder Aktion der chinesischen Regierung verfolgt, wird man feststellen, da\u00df China nie jemanden bedroht hat, weder die Vereinigten Staaten noch irgend jemand sonst. Aber insbesondere seit Ende 2008, nach der Finanzkrise und dem Auftauchen Chinas als m\u00e4chtiger wirtschaftlicher Akteur auf der internationalen B\u00fchne, wird China nun als Bedrohung f\u00fcr diesen Plan der totalen Vorherrschaft gesehen.<\/p>\n<p>Die Alternative<\/p>\n<p>All das hat eine weitere Tatsache zur Folge: Die L\u00e4nder beginnen, eigene Ma\u00dfnahmen zu ergreifen, um einigen dieser Ma\u00dfnahmen entgegenzuwirken. Diejenigen L\u00e4nder, die ihre Souver\u00e4nit\u00e4t ernst nehmen, haben Ma\u00dfnahmen ergriffen, um ihre Vorherrschaft [der USA u.a.] zu verhindern.<\/p>\n<p>An diesem Punkt setzen unsere heutigen Diskussionen \u00fcber den Oasenplan an &#8211; einen Plan mit viel Weitsicht, der lange vor der chinesischen G\u00fcrtel- und Stra\u00dfen-Initiative entstanden ist. Dahinter stand eine gro\u00dfartige Idee. Einige Elemente dieses Plans finden sich nun in einigen der Pl\u00e4ne wieder, die heute als Alternative zur unipolaren Welt vorgeschlagen werden.<\/p>\n<p>Das ist m\u00f6glich geworden, weil die BRICS-Staaten eine gewisse Hoffnung bieten, auch wenn es noch viele Unsicherheiten unter den BRICS-Staaten gibt. Aber sie scheinen eine gewisse Widerstandsf\u00e4higkeit zu haben, und sie schaffen M\u00f6glichkeiten, eine multipolare Welt aufzubauen, die auch L\u00e4ndern, die ihre eigenen Pl\u00e4ne umsetzen wollen, die M\u00f6glichkeit dazu bieten wird.<\/p>\n<p>In den sp\u00e4ten 1950er, den 60er und 70er Jahren ist die Bewegung der Blockfreien Staaten gewachsen. Dahinter stand das gleiche Bestreben der Staatsf\u00fchrer, die diese Bewegung gr\u00fcndeten, die eine M\u00f6glichkeit haben wollten, ihre Unabh\u00e4ngigkeit zu praktizieren, ohne von einer \u00e4u\u00dferen Macht beherrscht zu werden. Mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion ging jedoch auch das unter.<\/p>\n<p>Seither bieten nur die BRICS diese M\u00f6glichkeit. Diese M\u00f6glichkeit ergibt sich dadurch, da\u00df sie in der Lage sind, in ihren eigenen W\u00e4hrungen zu handeln und neue W\u00e4hrungen zu entwickeln &#8211; gekoppelt mit der bereits erw\u00e4hnten G\u00fcrtel- und Stra\u00dfeninitiative Chinas, die mit der Entwicklung der Infrastruktur vieler L\u00e4nder, sowohl Entwicklungs- als auch Industriel\u00e4nder, begonnen hat, was besonders wichtig f\u00fcr Afrika ist, das ein so gro\u00dfes Defizit bei der Entwicklung der Infrastruktur hat. Es kann dazu beitragen, Fortschritte zu sehen.<\/p>\n<p>Denn wie bereits von vielen meiner Vorredner erw\u00e4hnt, besteht ein direkter Zusammenhang zwischen wirtschaftlichem und sozialem Fortschritt und zwischen Weltfrieden und Entwicklung &#8211; Frieden im allgemeinen und Entwicklung. Wir k\u00f6nnen diese Pl\u00e4ne ohne Frieden nicht verwirklichen. Deshalb sage ich, da\u00df der Frieden wahrscheinlich das wichtigste ist. Aber f\u00fcr einen dauerhaften Frieden brauchen wir den sozialen und wirtschaftlichen Fortschritt, den uns die BRICS-L\u00e4nder bieten.<\/p>\n<p>Der Erfolg des neuen Vorhabens h\u00e4ngt in hohem Ma\u00dfe davon ab, wie es uns gelingt, den Frieden zu bewahren und zu versuchen, die H\u00e4nde derjenigen zur\u00fcckzuhalten, die die Welt in den Krieg treiben wollen, nur damit sie die Wirtschaft und das Leben der Menschen \u00fcberall sonst kontrollieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Es ist offensichtlich, da\u00df es den Regierungen des Westens heute an F\u00fchrung mangelt. Wenn man sich die F\u00fchrung in den westlichen M\u00e4chten anschaut, ist es geradezu erb\u00e4rmlich zu sehen, wie einige der am weitesten entwickelten L\u00e4nder der Welt Regierungen haben, denen es offensichtlich an F\u00fchrungsst\u00e4rke mangelt. Es fehlt an Visionen, es wird nicht auf den Frieden hingearbeitet und es wird nicht im Interesse der Menschheit als Ganzes gearbeitet. Diese Hoffnung kommt nur von China und den BRICS-L\u00e4ndern, die versuchen, ihre eigenen Autorit\u00e4ten zu schaffen.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die Welt in gro\u00dfer Gefahr ist, sehen wir also auch die M\u00f6glichkeit eines dauerhaften Friedens durch sozio\u00f6konomischen Fortschritt. Dieser Standpunkt wird von den meisten Denkern zu diesem Thema anerkannt. Diejenigen, die sich dagegen wehren &#8211; der Imperialismus -, vertreten ein sozio\u00f6konomisches System, das sich meiner Meinung nach \u00fcberlebt hat.<\/p>\n<p>Es ist wichtig, da\u00df wir dies erkennen, und auch erkennen, da\u00df es keine \u201eAbk\u00fcrzung\u201c gibt, um dagegen zu k\u00e4mpfen, sondern wir m\u00fcssen Massen von Menschen mobilisieren und sie auf jede erdenkliche Weise einbeziehen, in dem Versuch, die H\u00e4nde dieser Leute zur\u00fcckzuhalten, die aufgrund der Logik der Kapitalprofite &#8211; aufgrund dessen, wen sie vertreten -, anscheinend die Kontrolle \u00fcber ihr eigenes Handeln verloren haben. Sie repr\u00e4sentieren den Milit\u00e4risch-Industriellen Komplex, die Unternehmen, die unsere Umwelt zerst\u00f6ren, wie \u00d6lfirmen, Bergbauunternehmen, und so weiter. Das sind die Leute, die tats\u00e4chlich an den Hebeln der Macht sitzen.<\/p>\n<p>Der einzige Weg, wie wir dagegen k\u00e4mpfen k\u00f6nnen, ist der, die Massen auf der Stra\u00dfe zu organisieren, um uns dabei zu helfen. Ich danke Ihnen f\u00fcr Ihre Aufmerksamkeit.<\/p>\n<p><\/div><\/div><\/p>\n<p>Connie Rahakundini Bakrie, Dozentin, strategische Analystin (Indonesien): <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=hiAiv_4hNM4&amp;list=PLVX9VzlXUX_ZAc4hJ7opKhyiKVcdpYCuQ&amp;index=9\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em><strong>Unsere Mission in S\u00fcdwestasien<\/strong><\/em><\/a><\/p>\n<p><div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Rede im Wortlaut lesen<\/span><\/a><div class=\"toggle-content\"><\/p>\n<p>Unsere Mission in S\u00fcdwestasien<\/p>\n<p>Von Dr. Connie Rahakundini Bakrie<\/p>\n<p><em>Dr. Connie Rahakundini Bakrie ist strategische Analystin und Dozentin aus Indonesien. In der Internetkonferenz zum Oasenplan am 13. April sagte sie folgendes. (\u00dcbersetzung aus dem Englischen, Zwischen\u00fcberschiften wurden hinzugef\u00fcgt.) <\/em><\/p>\n<p>Zun\u00e4chst m\u00f6chte ich mich bei Frau LaRouche f\u00fcr die Einladung und die inspirierende Er\u00f6ffnungsrede bedanken, und ich m\u00f6chte dem Schiller-Institut meine tiefe Dankbarkeit daf\u00fcr aussprechen, da\u00df es mich hierher eingeladen hat. Und dann m\u00f6chte ich \u00fcber das wichtigste Thema sprechen, \u00fcber das wir heute abend diskutieren: \u00fcber die Mission in S\u00fcdwestasien und \u00fcber die gemeinsamen Merkmale, denn das ist das vorrangige Thema.<\/p>\n<p>Ich denke, im Nahen Osten gibt es mehrere gemeinsame Merkmale, darunter historische und kulturelle Bindungen. Philip Carl Salzman, Professor f\u00fcr Anthropologie an der McGill University, konstatiert, Frieden im Nahen Osten sei nicht m\u00f6glich, weil den Menschen im Nahen Osten andere Werte und Ziele wichtiger seien als Frieden. Dies betrifft die Loyalit\u00e4t gegen\u00fcber der Verwandtschaft, der Klasse und der Kultur sowie die Ehre, die man sich mit dieser Loyalit\u00e4t erwirbt.<\/p>\n<p>Beziehungen zwischen Gruppen verschiedener Abstammung waren im Prinzip immer gegens\u00e4tzlich, weil sich St\u00e4mme als Ganzes in Opposition zu anderen St\u00e4mmen sehen. Die st\u00e4rkste politische Norm unter Stammesangeh\u00f6rigen war Loyalit\u00e4t. Man mu\u00dfte immer die n\u00e4heren Verwandten gegen die entfernteren unterst\u00fctzen. Loyalit\u00e4t wurde mit Ehre belohnt. Seine Verwandten nicht zu unterst\u00fctzen, war unehrenhaft. Und deshalb schrieb Mamoun Fandy: \u201eWir sind das Volk der Blutsverwandten und der Familienbande oder ,Schalal\u2018&#8230;\u201c Seine These ist, da\u00df die islamische Geschichte als eine intellektuelle Revolution beginnt, die dann aber irgendwie in einen Stammesstaat \u00fcberf\u00fchrt wurde. Deshalb \u201ehaben wir jetzt eine Geschichte der St\u00e4mme statt einer Geschichte der Ideen\u201c.<\/p>\n<p>Das scheint mir der Grund zu sein, warum Sultan Suleiman der Pr\u00e4chtige des Osmanischen Reiches nie versucht hat, solche Gruppen durch eine Demarkationslinie zu teilen. Und Jerusalem geno\u00df w\u00e4hrend der Zeit der islamischen Herrschaft aufgrund seiner religi\u00f6sen Bedeutung einen Sonderstatus; so wurde es 400 Jahre lang (1516-1917) von den Osmanen regiert.<\/p>\n<p>Das Osmanische Reich wurde 1923 offiziell aufgel\u00f6st. In der Zwischenzeit gab die britische Regierung die bereits erw\u00e4hnte Balfour-Deklaration heraus (1917), um die j\u00fcdische Meinung, insbesondere in den Vereinigten Staaten, im Ersten Weltkrieg auf die Seite der Alliierten gegen die Mittelm\u00e4chte zu ziehen.<\/p>\n<p>US-Pr\u00e4sident Harry Truman sympathisierte mit dem Zionismus und bef\u00fcrwortete 1947 den UN-Teilungsplan f\u00fcr Pal\u00e4stina, der die Schaffung eines arabischen und eines j\u00fcdischen Staates vorsah. Gegen Widerst\u00e4nde innerhalb seiner Regierung hat diese am 14. Mai 1948 den Staat Israel anerkannt.<\/p>\n<p>Spulen wir vor in der Zeit: Es folgten viele traurige Episoden. T\u00fcrken, Araber und Iraner unternahmen milit\u00e4rische Kampagnen zur Unterdr\u00fcckung der Kurden. Christen, Jesiden, Baha&#8217;i und Juden werden weiterhin ethnisch ges\u00e4ubert. Und Araber und Perser, Sunniten und Schiiten versuchen in einem Konkurrenzkampf die Macht \u00fcber den jeweils anderen zu erlangen, einer der Hauptgr\u00fcnde f\u00fcr die Kriege in S\u00fcdwestasien.<\/p>\n<p>Was also ist zu tun, wo soll man anfangen?<\/p>\n<p>Wenn es um diese Frage geht, wo man anfangen soll, dann sollten wir vielleicht \u00fcber die Vereinigten Staaten sprechen &#8211; Truman hatte ich gerade schon erw\u00e4hnt.<\/p>\n<p>Pr\u00e4sident Clinton f\u00fchrte zur direkten Unterst\u00fctzung des Friedensprozesses im Nahen Osten mehr als 175 Telefongespr\u00e4che mit Staatsoberh\u00e4uptern und stattete der Region sechs Besuche ab. Au\u00dferdem war er Gastgeber einer Reihe von Treffen und Gipfeltreffen in den Vereinigten Staaten, um den Proze\u00df voranzubringen, zum Beispiel die israelisch-syrischen Gespr\u00e4che in Shepherdstown 1999, die Treffen in Wye River 1998, das Gipfeltreffen in Washington 1995, die Unterzeichnung der Washingtoner Erkl\u00e4rung durch Israel und Jordanien 1994 &#8211; die von gro\u00dfer Bedeutung ist, weil sie den Krieg beendete &#8211; sowie die Unterzeichnung der Grundsatzerkl\u00e4rung 1993 mit dem historischen H\u00e4ndedruck zwischen Ministerpr\u00e4sident Jitzhak Rabin und dem Vorsitzenden Jassir Arafat.<\/p>\n<p>Sp\u00e4ter ist in L\u00e4ndern, in denen es keine Monarchien oder starken politischen Institutionen gab, ISIS zur Macht aufgestiegen und mi\u00dfbrauchte seine Macht im Irak, in Syrien und in Libyen, um schwere Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu begehen.<\/p>\n<p>Pr\u00e4sident Trumps gro\u00dfe Errungenschaft mit dem Abraham-Abkommen und der Normalisierung ging mit einer gr\u00f6\u00dferen Vision f\u00fcr soziale und wirtschaftliche Reformen einher. Doch die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain und Marokko verfolgten das Friedensabkommen als Teil einer breiteren regionalen Bem\u00fchung, der Mobilisierung der Extremisten entgegenzuwirken und die Region zu stabilisieren, nachdem sie mit den schwierigen Herausforderungen des Arabischen Fr\u00fchlings konfrontiert waren.<\/p>\n<p>Die Verantwortung von Briten und Franzosen<\/p>\n<p>Die Frage ist jetzt: Soll das Gewicht der Welt auf einer oder auf zwei Schultern ruhen? Frieden mu\u00df bedeuten: legitime Rechte f\u00fcr die Pal\u00e4stinenser und echte Sicherheit f\u00fcr Israel.<\/p>\n<p>Dabei mu\u00df man mit etwas noch Grundlegenderem beginnen: Die Briten haben alles angesto\u00dfen, also mu\u00df Gro\u00dfbritannien die volle Verantwortung \u00fcbernehmen. Die Balfour-Erkl\u00e4rung gilt weithin als Vorl\u00e4ufer der pal\u00e4stinensischen Nakba von 1948, als zionistische bewaffnete Gruppen von den Briten ausgebildet wurden.<\/p>\n<p>Frankreich seinerseits war, wie hier auch schon erw\u00e4hnt wurde, am Sykes-Picot-Abkommen beteiligt und k\u00fcndigte seine Unterst\u00fctzung noch vor der Ver\u00f6ffentlichung der Balfour-Deklaration an. Im Mai 1917 brachte ein Brief des franz\u00f6sischen Diplomaten Jules Cambon an den polnischen Zionisten Nahum Sokolow die wohlwollende Haltung der franz\u00f6sischen Regierung gegen\u00fcber der \u201ej\u00fcdischen Kolonisation in Pal\u00e4stina\u201c zum Ausdruck. Der Brief galt als Vorl\u00e4ufer der Balfour-Erkl\u00e4rung.<\/p>\n<p>Das Balfour-Dokument ist sehr umstritten, denn erstens wurde es, wie der pal\u00e4stinensisch-amerikanische Akademiker Edward Said feststellte: \u201evon einer europ\u00e4ischen Macht&#8230; \u00fcber ein au\u00dfereurop\u00e4isches Gebiet gemacht&#8230;, unter Mi\u00dfachtung sowohl der Anwesenheit als auch der W\u00fcnsche der in diesem Gebiet lebenden einheimischen Mehrheit\u201c.<\/p>\n<p>Zweitens war die Deklaration eines von drei widerspr\u00fcchlichen Kriegsversprechen der Briten. Als sie ver\u00f6ffentlicht wurde, hatte Gro\u00dfbritannien den Arabern bereits 1915 die Unabh\u00e4ngigkeit vom Osmanischen Reich versprochen. Au\u00dferdem hatten die Briten den Franzosen im Sykes-Picot-Abkommen von 1916 separat versprochen, da\u00df der gr\u00f6\u00dfte Teil Pal\u00e4stinas unter internationaler Verwaltung stehen w\u00fcrde und die beiden Kolonialm\u00e4chte sich den Rest der Region nach dem Krieg aufteilen w\u00fcrden. Die Deklaration bedeutete jedoch, da\u00df Pal\u00e4stina unter britischer Besatzung stehen w\u00fcrde und da\u00df die dort lebenden pal\u00e4stinensischen Araber nie die Unabh\u00e4ngigkeit erlangen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Drittens wurde in der Deklaration ein Begriff eingef\u00fchrt, den es im V\u00f6lkerrecht so noch nie gegeben hatte: die \u201enationale Heimstatt\u201c. Die Verwendung des vagen Begriffs \u201enationale Heimstatt\u201c f\u00fcr das j\u00fcdische Volk, im Gegensatz zu \u201eStaat\u201c, lie\u00df die Bedeutung f\u00fcr jede Interpretation offen.<\/p>\n<p>Indonesiens Haltung zu Pal\u00e4stina<\/p>\n<p>Nun m\u00fcssen wir noch erfahren, wie Indonesien dazu steht.<\/p>\n<p>Indonesiens Verteidigung Pal\u00e4stinas gegen den israelischen Kolonialismus ist eigentlich einzigartig in der Welt: Sie ist in der Pr\u00e4ambel unserer Verfassung von 1945 verankert. Im wesentlichen verurteilt sie alle Formen des Kolonialismus und setzt sich f\u00fcr den Frieden und die Fortsetzung der festen Haltung von Pr\u00e4sident Sukarno ein.<\/p>\n<p>Daher mu\u00df Indonesien bereit sein &#8211; politisch, milit\u00e4risch, diplomatisch und finanziell. Zugegeben, Indonesien ist nicht in der Lage, seine milit\u00e4rische Macht so weit in dieses Gebiet zu projizieren; ganz zu schweigen davon, da\u00df wir waffentechnisch peinlich unterlegen sind.<\/p>\n<p>Ich denke, die f\u00fchrenden islamischen M\u00e4chte wollten in der wichtigen Frage Pal\u00e4stina den Anschein einer Einheitsfront erwecken, aber faktisch hat es die bestehenden Spaltungen nur noch verst\u00e4rkt. Wichtig ist, da\u00df in der gemeinsamen Erkl\u00e4rung zwar die \u201ezentrale Bedeutung der pal\u00e4stinensischen Sache\u201c als Voraussetzung f\u00fcr Frieden und Stabilit\u00e4t in der Region hervorgehoben wird, die Aktionen der einzelnen L\u00e4nder jedoch ihre nationalen und geostrategischen Interessen offenbaren &#8211; und nicht die pal\u00e4stinensische Sache.<\/p>\n<p>Letztendlich macht der Charakter den Unterschied aus. Wir haben in der gesamten Menschheitsgeschichte gesehen, da\u00df Nationen aufsteigen, sich entwickeln, gedeihen, an St\u00e4rke gewinnen und gro\u00dfe Herausforderungen letztlich durch die St\u00e4rke ihres Charakters \u00fcberwinden, nicht unbedingt durch ihre materiellen Ressourcen.<\/p>\n<p>Leider werden, wie <em>Al Jazeera <\/em>einmal feststellte, die meisten muslimischen L\u00e4nder von korrupten, autokratischen, despotischen, nichtsnutzigen Herrschern regiert. In der Hoffnung, da\u00df Indonesien etwas \u201eBedeutendes\u201c tut, weil wir eines der gr\u00f6\u00dften muslimischen L\u00e4nder der Welt sind, denke ich, da\u00df wir innenpolitisch einen langen und steilen Weg vor uns haben.<\/p>\n<p>Was Indonesien meiner Meinung nach tun kann, ist als erstes, die UNO zu ermutigen, das ganze Problem beim Ursprung anzupacken: Wie man England und Frankreich dazu bringt, sich zusammenzusetzen und ernsthaft \u00fcber eine L\u00f6sung nachzudenken, denn schlie\u00dflich sind sie die beiden L\u00e4nder, die alles angefangen haben. Es geht also nicht um die islamischen L\u00e4nder und die s\u00fcdwestasiatischen L\u00e4nder vor Ort, sondern um die beiden ehemaligen Kolonialherren und die gr\u00f6\u00dften Ursachen dieses Krieges.<\/p>\n<p>Ich denke deshalb, die gr\u00f6\u00dfte Hausaufgabe f\u00fcr eine vertrauensbildende Strategie der UNO ist es, die Nervosit\u00e4t in der Frage zu \u00fcberwinden, wie man Franzosen und Briten zur Verantwortung zieht. Das ist mein Punkt. Ich danke Ihnen.<\/p>\n<p><\/div><\/div><\/p>\n<p>S.E. Pavel Shidlovsky, Gesch\u00e4ftstr\u00e4ger von Wei\u00dfrussland in den USA: <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=sk5TtjasAL8&amp;list=PLVX9VzlXUX_ZAc4hJ7opKhyiKVcdpYCuQ&amp;index=8\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong><em>Die belarussische Perspektive f\u00fcr Dialog, Sicherheit, Frieden und Entwicklung<\/em><\/strong><\/a><\/p>\n<p><div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Rede im Wortlaut lesen<\/span><\/a><div class=\"toggle-content\"><\/p>\n<p>\u201eDie belarussische Perspektive f\u00fcr Dialog, Sicherheit, Frieden und Entwicklung\u201c<\/p>\n<p>Von Pavel Schidlowski<\/p>\n<p><em>Pavel Schidlowski ist Gesch\u00e4ftstr\u00e4ger Wei\u00dfru\u00dflands in den Vereinigten Staaten. In der Konferenz des Schiller-Instituts zum Oasenplan am 13. April sagte er folgendes. (\u00dcbersetzung aus dem Englischen, Zwischen\u00fcberschriften wurden hinzugef\u00fcgt.)<\/em><\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte der Leitung des Internationalen Schiller-Instituts f\u00fcr die Einberufung dieser wichtigen und zeitgem\u00e4\u00dfen Konferenz danken. Ich sch\u00e4tze die professionellen, profunden, nuancierten und n\u00fcchternen Vortr\u00e4ge der angesehenen Redner zu den Themen, die ganz oben auf der Tagesordnung der politischen Entscheidungstr\u00e4ger der Welt stehen und die k\u00fcnftige Weltordnung pr\u00e4gen.<\/p>\n<p>Ich stimme voll und ganz mit der Aussage der Konferenzveranstalter \u00fcberein, da\u00df es unsere Aufgabe ist, daf\u00fcr zu sorgen, da\u00df jedes Leben auf der Welt heilig ist, da\u00df das V\u00f6lkerrecht Vorrang haben mu\u00df, um V\u00f6lkermord zu verhindern, und da\u00df die wirtschaftliche Entwicklung der Motor f\u00fcr den Frieden sein mu\u00df. Wir in Belarus verfolgen denselben Ansatz.<\/p>\n<p>Ich freue mich und f\u00fchle mich geehrt, da\u00df ich die Gelegenheit habe, die Vision von Belarus zu den Themen unseres heutigen Panels vorzustellen: Dialog, Sicherheit, Frieden und Entwicklung &#8211; mit besonderem Augenmerk auf S\u00fcdwestasien.<\/p>\n<p>Wir alle wissen, da\u00df die sich abzeichnende multipolare und gerechtere Weltordnung f\u00fcr den kollektiven Westen, der seine politische, finanzielle und wirtschaftliche Vorherrschaft mit allen Mitteln und um jeden Preis aufrechterhalten will, kategorisch inakzeptabel ist.<\/p>\n<p>Belarus ist seit langem als Netto-Geberland f\u00fcr Frieden, Sicherheit und Stabilit\u00e4t in der Region bekannt. Die internationale Gemeinschaft betrachtet Belarus als eine tragende S\u00e4ule der regionalen Sicherheit. Wir waren die ersten, die einseitig auf den Besitz von Atomwaffen verzichtet haben. Wir waren unter den ersten, die den Vertrag \u00fcber konventionelle Streitkr\u00e4fte in Europa umgesetzt haben. Wir haben die \u201eIntegration der Integrationen\u201c im postsowjetischen Raum und dar\u00fcber hinaus vorgeschlagen. Bekannt sind unsere Initiativen wie die Schaffung eines atomwaffenfreien Raums in Mittel- und Osteuropa, die Anerkennung der unterschiedlichen Entwicklungspfade der Staaten, die Einrichtung eines Helsinki-2-Dialogs und die Entwicklung des G\u00fcrtels der digitalen Nachbarschaft, um nur einige zu nennen.<\/p>\n<p>Jeder kennt das Minsker Abkommen, das dazu beigetragen hat, zwischen 2015 und 2022 massive menschliche Opfer in der Ostukraine zu vermeiden, und das der einzige Weg zum Frieden in dieser Region war. Es ist nicht unsere Schuld, da\u00df die Vereinbarungen nicht umgesetzt wurden.<\/p>\n<p>Als 2022 die russische Milit\u00e4rische Sonderoperation in der Ukraine begann, initiierte Belarus drei Runden von Friedensgespr\u00e4chen zwischen Ru\u00dfland und der Ukraine und richtete diese aus. Der Vertragsentwurf wurde von den Parteien paraphiert &#8211; Ru\u00dfland machte darin erhebliche Zugest\u00e4ndnisse -, aber irgend jemand im Westen wollte keinen Frieden in der Ukraine, sondern wollte den Krieg bis zum letzten Ukrainer. Daher wurden die Gespr\u00e4che nach der vierten Runde in Istanbul ganz eingestellt.<\/p>\n<p>Wei\u00dfru\u00dfland k\u00f6nnte die Rolle einer dritten Partei bei der L\u00f6sung des Konflikts zwischen Ru\u00dfland und der Ukraine spielen, sagte der wei\u00dfrussische Pr\u00e4sident Alexander Lukaschenko k\u00fcrzlich. Erst vergangenen Donnerstag [11. April] hat Lukaschenko seine Bereitschaft erkl\u00e4rt, bei Verhandlungen zwischen Moskau und Kiew zu helfen.<\/p>\n<p>Weder die Ukrainer noch der Westen haben es n\u00f6tig, die Beziehungen zu Belarus zu verschlechtern. Eine dritte Partei ist immer dann von Vorteil, wenn zwei Staaten, und hier sogar eine Nation, gegeneinander ausgespielt werden. In diesem Fall sieht es so aus, als br\u00e4uchten sowohl Ru\u00dfland als auch die Ukraine ein friedliebendes, ruhiges und berechenbares Belarus.<\/p>\n<p>Dialog mit allen Seiten<\/p>\n<p>Belarus verf\u00fcgt \u00fcber einen starken Staat, der auf der Einheit und dem Patriotismus des Volkes, dem Engagement der Wei\u00dfrussen f\u00fcr eine friedliche evolution\u00e4re Entwicklung und der kategorischen Ablehnung zerst\u00f6rerischer Farbrevolutionen beruht. Der letzte Versuch des Westens, im Jahr 2020 eine Farbrevolution in Belarus zu inszenieren, ist gescheitert &#8211; und wir haben seitdem umfassende Ma\u00dfnahmen ergriffen, um sicherzustellen, da\u00df sich das nie wiederholen wird.<\/p>\n<p>Wir bek\u00e4mpfen den Informationskrieg, der gegen uns gef\u00fchrt wird, mit der Wahrheit. Wir haben eine landesweite, umfassende Untersuchung der Verbrechen des V\u00f6lkermords eingeleitet, die von Nazideutschland und seinen Kollaborateuren am wei\u00dfrussischen Volk begangen wurden. Wir stellen sicher, da\u00df der Nazismus in Belarus nie wieder sein h\u00e4\u00dfliches Haupt erhebt.<\/p>\n<p>Belarus hat eine strategische Entscheidung getroffen &#8211; es wird nicht m\u00f6glich sein, unser Land von Ru\u00dfland loszurei\u00dfen. Aber ein normaler Dialog mit dem Westen ist im Interesse beider Seiten. Wei\u00dfru\u00dfland ist bereit, den Dialog mit dem Westen wieder aufzunehmen und gemeinsam nach Auswegen aus der derzeitigen Situation zu suchen. Wir appellieren an unsere westlichen Partner, die aktuelle Lage realistisch einzusch\u00e4tzen und alles gr\u00fcndlich zu \u00fcberdenken.<\/p>\n<p>Die F\u00e4higkeit, als logistisches Bindeglied zwischen Asien und Europa zu fungieren, ist die wichtigste Grundlage f\u00fcr die politische \u00d6konomie der belarussischen Staatlichkeit. Belarus spielt eine wesentliche geostrategische Rolle in den logistischen Verkehrsnetzen zwischen Asien und Europa durch den \u201eN\u00f6rdlichen Korridor\u201c, der \u00fcber Ru\u00dfland und Belarus verl\u00e4uft. Die Instabilit\u00e4t im Nahen Osten und am Roten Meer hat die Nachfrage nach Landtransporten \u00fcber diese Route erh\u00f6ht.<\/p>\n<p>Wir sehen enorme Vorteile in der Zusammenarbeit mit regionalen Organisationen wie der Bewegung der Blockfreien Staaten, in der wir seit langem Mitglied sind. Unsere Zusammenarbeit mit den L\u00e4ndern des Globalen S\u00fcdens, einschlie\u00dflich S\u00fcdwestasiens, hat sich erheblich weiterentwickelt. Der historische Proze\u00df des Beitritts von Belarus zur Shanghaier Organisation f\u00fcr Zusammenarbeit ist in seine letzte Phase eingetreten. Belarus hat seinen Beitritt zur BRICS-Gruppe eingeleitet. Die systematische Arbeit zur Intensivierung der Zusammenarbeit mit ASEAN wurde fortgesetzt, unter anderem durch die F\u00f6rderung des Antrags von Belarus auf Beitritt zum Bali-Vertrag.<\/p>\n<p>In unserer Au\u00dfenpolitik ist unser wichtigstes Ziel Fairne\u00df. In unserem Handeln haben pragmatische wirtschaftliche \u00dcberlegungen Vorrang vor ideologischen Positionen. Wir haben zahlreiche Verbindungen zu internationalen Partnern im Globalen S\u00fcden und anderswo aufgebaut.<\/p>\n<p>F\u00fcr einen historischen Kompromi\u00df im Nahen Osten<\/p>\n<p>Zum Nahen Osten: Im Oktober 2023 \u00e4u\u00dferte Belarus seine ernste Besorgnis \u00fcber die drastische Versch\u00e4rfung der Lage im Nahen Osten. Wir waren zutiefst schockiert \u00fcber die exorbitante Zahl von Opfern. Wir trauern mit den Angeh\u00f6rigen und Freunden der Verstorbenen und w\u00fcnschen den Verletzten baldige Genesung.<\/p>\n<p>Wir sind der Auffassung, da\u00df jede Form von Aggression inakzeptabel ist. Opfer unter der Zivilbev\u00f6lkerung sind unannehmbar. Wir rufen die Konfliktparteien auf, dringend Ma\u00dfnahmen zur Deeskalation der Spannungen in der Region zu ergreifen, sich an den Verhandlungstisch zu setzen und Wege zur Wiederaufnahme des Dialogs zu finden, damit sich eine solche Trag\u00f6die nicht wiederholt. Das Hauptziel ist es, einen historischen Kompromi\u00df zu erreichen. Wir sind davon \u00fcberzeugt, da\u00df der Weg direkter Verhandlungen f\u00fcr eine langfristige Beilegung der pal\u00e4stinensisch-israelischen Krise alternativlos ist.<\/p>\n<p>Belarus ist der Ansicht, da\u00df die Schaffung eines dauerhaften Friedens im Nahen Osten eine wichtige Grundlage f\u00fcr wirtschaftliche Entwicklung und Wohlstand, einen Wachstumsfaktor f\u00fcr den internationalen Handel sowie die langfristige Stabilit\u00e4t der Staaten in der gesamten Region darstellt. Wir sind \u00fcberzeugt, da\u00df der Frieden in der Region das ist, woran die L\u00e4nder in der ganzen Welt heute interessiert sind.<\/p>\n<p>Wir gehen davon aus, da\u00df der Konflikt ausschlie\u00dflich auf einer internationalen Rechtsgrundlage durch die Umsetzung des Prinzips \u201eZwei Staaten f\u00fcr zwei V\u00f6lker\u201c gel\u00f6st werden kann.<\/p>\n<p>Belarus hat den Oasenplan noch nicht gepr\u00fcft, aber in Hinsicht auf das gerade Gesagte w\u00fcrden wir jede Initiative unterst\u00fctzen, die darauf abzielt, eine langfristige und dauerhafte L\u00f6sung und Frieden zu sichern. Programme, die eine nachhaltige Entwicklung vorsehen, sind von besonderem Wert, da es sich dabei zweifellos um L\u00f6sungen handelt, von denen alle Seiten profitieren. Der Oasenplan ist ehrgeizig, aber er ergibt sich aus der Situation vor Ort und bietet Vorteile f\u00fcr alle Parteien. Je mehr man sich mit ihm besch\u00e4ftigt, desto mehr w\u00e4chst er einem ans Herz. Hoffen wir, da\u00df die Hauptakteure und die internationale Gemeinschaft insgesamt den Appell beherzigen und sich der Initiative anschlie\u00dfen werden.<\/p>\n<p>Ich danke Ihnen.<\/p>\n<p><\/div><\/div><\/p>\n<p>Prof. Georgy Toloraya, Direktor, Russisches Nationales Komitee f\u00fcr BRICS-Forschung: <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=gg4oEFs8QGI&amp;list=PLVX9VzlXUX_ZAc4hJ7opKhyiKVcdpYCuQ&amp;index=7\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong><em>Die Rolle der BRICS bei der Entwicklung S\u00fcdwestasiens<\/em><\/strong><\/a><\/p>\n<p><div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Rede im Wortlaut lesen<\/span><\/a><div class=\"toggle-content\"><\/p>\n<p>Die Rolle der BRICS bei der Entwicklung S\u00fcdwestasiens<\/p>\n<p>Von Prof. Georgij Toloraja<\/p>\n<p><em>Professor Georgij Toloraja, Direktor des Russischen Nationalen Komitees f\u00fcr BRICS-Forschung, hielt im ersten Abschnitt der Internetkonferenz zum Oasenplan am 13. April den folgenden Vortrag.<\/em><\/p>\n<p>Zun\u00e4chst m\u00f6chte ich dem Schiller-Institut und Dr. Helga Zepp-LaRouche daf\u00fcr danken, da\u00df sie mich zu diesem sehr interessanten Treffen eingeladen haben. Obwohl ich den gr\u00f6\u00dften Teil meiner diplomatischen Laufbahn in Ostasien verbracht habe und in den letzten Jahren bei den Vereinten Nationen und den BRICS t\u00e4tig war, ist die Frage des Nahen Ostens und des Konflikts dort allen Wissenschaftlern der internationalen Beziehungen bekannt und interessant.<\/p>\n<p>Ich erinnere mich daran, wie ich als Sch\u00fcler vor fast 60 Jahren im Geographieunterricht einen Bericht schreiben sollte &#8211; wir hatten in der Sowjetunion eine gute Ausbildung, jeder verfa\u00dfte eine Art von Bericht \u00fcber L\u00e4nder und Territorien -, und ich begann diesen Bericht mit den Worten: \u201eDer Libanon hat eine sehr g\u00fcnstige geographische und klimatische Lage.\u201c Und der Lehrer, der sehr streng war &#8211; und ich bekam damals meistens die Note sehr gut -, sagte: \u201eNein, ich gebe dir ein ungen\u00fcgend.\u201c Ich fragte: \u201eWarum?\u201c \u201eWeil der Libanon direkt neben Israel liegt, und das ist ein Ort, an dem es immer wieder Konflikte und Kriege geben wird.\u201c<\/p>\n<p>Ich wandte ein: \u201eHerr Lehrer, politische Konflikte und Kriege sind vor\u00fcbergehende Dinge, aber eine geographische Lage ist dauerhaft.\u201c Und er sagte: \u201eNein, auch das ist dauerhaft.\u201c<\/p>\n<p>60 Jahre sp\u00e4ter w\u00fcrde ich sagen, da\u00df die Region des Nahen Ostens im Gro\u00dfen und Ganzen immer noch weit vom Frieden entfernt ist, und die Konflikte, die dort toben, k\u00f6nnen sogar zu einem globalen Krieg f\u00fchren. Das ist es, was wir heute erleben. Und obwohl sich die Weltordnung seither schon einmal ge\u00e4ndert hat und wir jetzt, nach dem Ende des Kalten Krieges, zum zweiten Mal erleben, wie sich die unipolare Welt in eine multipolare oder, ich bevorzuge den Ausdruck \u201epolyzentrische\u201c Weltordnung verwandelt, ist dieser Konflikt noch lange nicht gel\u00f6st.<\/p>\n<p>Gibt es also irgendeine M\u00f6glichkeit, neue Ans\u00e4tze und L\u00f6sungen zu finden, vielleicht im Rahmen des Neuen Paradigmas, einer Weltordnung, die auf Souver\u00e4nit\u00e4t und auf der Ber\u00fccksichtigung der Interessen aller L\u00e4nder und Parteien beruht? Das ist es, was BRICS f\u00f6rdert.<\/p>\n<p>Ich sehe, da\u00df jetzt zwei L\u00e4nder der Region, Saudi-Arabien und \u00c4gypten, an den Aktivit\u00e4ten der BRICS beteiligt sind. Vielleicht sollten die BRICS diesem Konflikt also mehr Aufmerksamkeit schenken. Denn ich unterst\u00fctze allgemein die Theorie des Schiller-Instituts, da\u00df Entwicklung und Wohlstand die Grundlage f\u00fcr einen dauerhaften Frieden sind, obwohl man diese auch ohne Frieden erreichen kann. Was kommt also zuerst? Wie auch immer, glaube ich nicht, da\u00df ohne zuk\u00fcnftige, nachhaltige Entwicklung irgendein Friedensabkommen langfristig und dauerhaft sein wird.<\/p>\n<p>Wie k\u00f6nnten die BRICS also helfen?<\/p>\n<p>Wie wir wissen, haben die BRICS die Aufgabe, eine neue Weltordnungspolitik einzuf\u00fchren, die die Interessen der sich entwickelnden L\u00e4nder des Globalen S\u00fcdens vertritt, und das auf dem Dollar basierende Finanzsystem abzuschaffen, durch die Einf\u00fchrung einer physischen Wirtschaft und eines neuen Finanzsystems sowie eines neuen Sicherheitsparadigmas. Wie l\u00e4\u00dft sich das auf die Situation im Nahen Osten \u00fcbertragen?<\/p>\n<p>Wissen Sie, als Wissenschaftler kann ich keine Untersuchungen anstellen, die all diese Fragen wirklich beantworten k\u00f6nnen. Aber ich habe geh\u00f6rt, da\u00df einige Institutionen, gro\u00dfe Einrichtungen, ich glaube sogar die Weltbank, spezielle Analyseeinheiten haben, die damit beauftragt sind, v\u00f6llig unrealistische Ideen zu entwickeln und zu erforschen, wie sie realisiert werden k\u00f6nnten, wie sie umgesetzt werden k\u00f6nnten &#8211; was passieren kann, wenn sich eine verr\u00fcckte Idee durchsetzen sollte.<\/p>\n<p>Ich erinnere mich auch an einen Roman eines russischen Schriftstellers, er hie\u00df Wassili Aksjonow, mit dem Titel <em>Die Insel Krim<\/em>. Sie wissen, da\u00df die Krim eine Halbinsel ist, aber dieser Autor sprach davon, was w\u00e4re, wenn die Krim eine Insel w\u00e4re, wie Taiwan, und sich von der Sowjetunion abspalten w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Das ist lange her, aber ich versuche, den gleichen Ansatz zu verwenden. Wie w\u00e4re es, wenn ich einen neuen Weg vorschlagen w\u00fcrde, was eine der M\u00f6glichkeiten der Zukunft w\u00e4re? Diese Zukunft kann ein BRICS-Mandat f\u00fcr Pal\u00e4stina sein. Wir hatten ein britisches Mandat, aber ich spreche jetzt \u00fcber so etwas wie Gaza als ein neues Hongkong &#8211; \u00fcbrigens ist Hongkong dreimal so gro\u00df wie der Gazastreifen.<\/p>\n<p>W\u00e4re es m\u00f6glich, im Gazastreifen eine Art BRICS-Pachtgebiet zu schaffen, das f\u00fcr hundert Jahre oder wie auch immer gepachtet oder f\u00fcr eine gewisse Zeit den BRICS-L\u00e4ndern zur Verwaltung \u00fcberlassen w\u00fcrde, wobei zum Beispiel Saudi-Arabien und \u00c4gypten die Betreiber dieses Projekts w\u00e4ren?<\/p>\n<p>Dann k\u00f6nnen wir eine Antwort darauf finden, wie der Oasenplan finanziert werden k\u00f6nnte. Denn die Neue Entwicklungsbank der BRICS-Staaten k\u00f6nnte eine f\u00fchrende Rolle bei der Entwicklung der Infrastruktur \u00fcbernehmen, und die inneren Angelegenheiten des Gazastreifens w\u00fcrden von einer lokal gew\u00e4hlten Regierung geregelt &#8211; sagen wir, der Hamas, denn die Hamas wurde gew\u00e4hlt -, aber die Fragen der Au\u00dfenpolitik und der Sicherheit w\u00fcrden in die Zust\u00e4ndigkeit der BRICS-Staaten fallen.<\/p>\n<p>Damit w\u00e4re der direkte Kontakt zwischen Israel und Gaza und den Pal\u00e4stinensern beendet. Tats\u00e4chlich wird es keinen direkten Kontakt geben, weil in diesem Fall der gr\u00f6\u00dfte Teil der Finanzen, der Technologie und des Au\u00dfenhandels \u00fcber das Meer und vielleicht auf dem Landweg durch \u00c4gypten kommen w\u00fcrde. Und in diesem Fall k\u00f6nnte sich dieses Gebiet sehr schnell entwickeln!<\/p>\n<p>Schauen Sie sich doch einmal in der N\u00e4he um: Tel Aviv war vor hundert Jahren noch eine W\u00fcste! Jetzt sehen wir eine moderne Stadt. Warum also nicht das gleiche in Gaza tun? Aber die Frage der Finanzierung und der Mittel f\u00fcr die Entwicklung ist hier genauso wichtig wie das Konzept der Entwicklung selbst.<\/p>\n<p>Im Ernst: Ich finde den Oasen-Plan gut, aber die erste Frage, die sich mir aufdr\u00e4ngt, ist, wie er finanziert und umgesetzt werden kann, selbst wenn die Friedensbem\u00fchungen irgendwie vereinbart werden und wenn es eine Zweistaatenl\u00f6sung gibt: Eine davon w\u00e4re ein Pal\u00e4stina mit dem Gazastreifen als Teil davon. Wie wird es entwickelt werden? Wer wird das finanzieren? Wer wird den Menschen dort helfen, ein friedliches und wohlhabendes Leben aufzubauen?<\/p>\n<p>Es tut mir leid, wenn ich mich paradox ausgedr\u00fcckt habe, aber ich denke, ich habe den verehrten Teilnehmern dieses Treffens einige Denkanst\u00f6\u00dfe gegeben, zur Rolle der BRICS im allgemeinen und zu einer gewisserma\u00dfen paradoxen L\u00f6sung f\u00fcr den Konflikt &#8211; f\u00fcr das Problem, das seit so vielen Jahren, Jahrzehnten und sogar Jahrhunderten nicht gel\u00f6st worden ist. Ich danke Ihnen.<\/p>\n<p><\/div><\/div><\/p>\n<p><strong>Panel 2 \u2013 20:30 Uhr \u2013 Der Oasenplan, die physische Grundlage f\u00fcr die wirtschaftliche Entwicklung von S\u00fcdwestasien (<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=UDbrSw9qJSE&amp;list=PLVX9VzlXUX_YJ8o2v_b-ubMLC0luvMvZK\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Playlist<\/a>)<\/strong><\/p>\n<p>Moderator: Stephan Ossenkopp, Schiller-Institut<\/p>\n<p>Jason Ross, wissenschaftlicher Berater des Schiller-Instituts:<strong> <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=UDbrSw9qJSE&amp;t=3s\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em>Die wirtschaftliche Grundlage f\u00fcr Frieden in S\u00fcdwestasien<\/em><\/a><\/strong><\/p>\n<p><div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Rede im Wortlaut lesen<\/span><\/a><div class=\"toggle-content\"><\/p>\n<p>Bevor ich auf einige Besonderheiten der physischen wirtschaftlichen Entwicklung der Region eingehe und darlege, wie eine Perspektive, die diesen Ansatz einbezieht, das Potential f\u00fcr Frieden und breitere politische Erfolge ver\u00e4ndert, m\u00f6chte ich an einige allgemeine Gedanken aus der vorangegangenen Sitzung ankn\u00fcpfen. Die wenigen Elemente des Hintergrundes, die ich hervorheben m\u00f6chte, sind:<\/p>\n<ul>\n<li>Erstens der globale Finanzkollaps, der die transatlantische Welt heimsucht, wo wir eine hohe Inflation und einen Verfall der industriellen und anderen Produktion, ein Wachstum der Finanzanlagen und des Gelddruckens erleben, w\u00e4hrend gleichzeitig die physische Wirtschaftsleistung zur\u00fcckgeht \u2013 etwas, das Lyndon LaRouche in den 1990er Jahren in einem Schema, der sogenannten Tripelkurve, dargestellt hat.<\/li>\n<\/ul>\n<p>\u00a0<\/p>\n<ul>\n<li>Der zweite Aspekt ist, wie sich dieser Zusammenbruch mit einer Tendenz zu allgemeiner Kriegsf\u00fchrung \u00fcberschneidet oder besser besagt, sie verursacht oder provoziert. Man sieht das in der Ukraine, wo der Konflikt zwischen der NATO und Ru\u00dfland, der sich gr\u00f6\u00dftenteils auf dem Territorium dieses Landes abspielt, zu einem breiteren Konflikt ausufern k\u00f6nnte.\n<p>\u00c4hnlich verh\u00e4lt es sich in S\u00fcdwestasien, wo Israel \u2013 nicht zufrieden damit, was es im Gazastreifen anrichtet \u2013 es f\u00fcr angebracht hielt, in Damaskus in Syrien eine iranische diplomatische Einrichtung anzugreifen, die durch das Wiener \u00dcbereinkommen gesch\u00fctzt ist. Was ist dabei das Ziel? Es ist der Versuch, einen breiteren Krieg herbeizuf\u00fchren.<\/p>\n<\/li>\n<li>Der dritte Aspekt, den ich nur kurz erw\u00e4hnen m\u00f6chte, ist die Rolle Gro\u00dfbritanniens bei der Einleitung dieses Konflikts. (Auch dieser Aspekt wurde in der ersten Sitzung ausf\u00fchrlicher behandelt.) Denken Sie an die britische Operation \u201eteile und herrsche\u201c \u2013 Menschen gegeneinander aufbringen. Die Briten haben viel Erfahrung mit der Kolonisierung gro\u00dfer Teile der Welt, und ein wesentlicher Aspekt ihres Erfolges dabei war es, daf\u00fcr zu sorgen, da\u00df lokale Gruppen sich gegenseitig bek\u00e4mpften, statt gegen die Briten zu k\u00e4mpfen.\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Ich glaube, das spielt auch heute noch eine Rolle, wo es in Israel und Pal\u00e4stina viel Ha\u00df gibt \u2013 das ist nicht die einzige Emotion, aber er ist sicherlich vorhanden. Ich denke, wir m\u00fcssen diejenigen ins Visier nehmen, die dieses ganze Spiel inszenieren, bei dem man die Menschen in der Region wie Schachfiguren benutzt.<\/p>\n<p>Wir brauchen also eine politische L\u00f6sung. Wir brauchen Frieden. Und wir m\u00fcssen auch mehr dar\u00fcber reden, welche Zukunftsperspektive einen solchen Frieden tats\u00e4chlich m\u00f6glich macht, und dabei alles zusammenbringen: die politischen Diskussionen, die milit\u00e4rischen Diskussionen, die wirtschaftlichen Diskussionen, die Diskussionen \u00fcber Entwicklung.<\/p>\n<p>Der letzte wichtige Aspekt, den ich in diesem Zusammenhang ansprechen m\u00f6chte, ist die chinesische Belt and Road-Initiative (\u201eG\u00fcrtel und Stra\u00dfe\u201c, BRI) und im weiteren Sinne die wachsende weltweite Rolle der BRICS-Staaten und ihrer Institutionen, wie zum Beispiel der Neuen Entwicklungsbank (NDB). Die Tatsache, da\u00df wir uns in einem internationalen Umfeld befinden, in dem es mehrere Finanzierungsquellen f\u00fcr Projekte wie dieses gibt, nicht mehr nur die Weltbank, ver\u00e4ndert meiner Meinung nach wirklich das Potential dessen, was erreicht werden kann.<\/p>\n<h3>Die Bedeutung des Menschen<\/h3>\n<p>Beginnen wir mit einem Blick von oben herab: Was bedeutet es, ein Mensch zu sein? Ich m\u00f6chte mit einem kurzen Zitat von Albert Einstein beginnen. Er sagte: \u201eDas ewig Unbegreifliche an der Welt ist ihre Begreiflichkeit.\u201c<\/p>\n<p>Was hat er damit gemeint? In gewissem Sinne sind wir so sehr an die Idee der menschlichen Vernunft gew\u00f6hnt \u2013 und daran, da\u00df wir, anders als die Tiere, unser Verh\u00e4ltnis zur Natur ver\u00e4ndert haben \u2013, da\u00df wir manchmal vergessen, was f\u00fcr ein gewaltiges Wunder es ist, da\u00df diese Gedanken, die wir in unserem Geist haben, physische Macht \u00fcber die Welt um uns herum haben und unser Verh\u00e4ltnis zu ihr sich durch sie ihr ver\u00e4ndern l\u00e4\u00dft. Das ist eine sehr tiefgr\u00fcndige \u00dcberlegung.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte dazu auch ein Zitat von Lyndon LaRouche vorlesen. Es stammt aus einem Aufsatz von 1995 mit dem Titel <i>What is God, that Man is in his Image<\/i> (\u201eWas ist Gott, wenn der Mensch sein Ebenbild ist\u201c):<\/p>\n<p>\u201eJeder Mensch ist mit einem intellektuellen Potential ausgestattet, das kein Tier hat, mit der Macht, sich nicht nur Naturzust\u00e4nde vorzustellen, die es im Universum noch nie gegeben hat, sondern diese Ideen auch dem Universum unter bestimmten Bedingungen allgemein wirksam aufzuzwingen. Die Voraussetzung daf\u00fcr ist, da\u00df diese Vorstellungskraft mit der universellen Gesetzm\u00e4\u00dfigkeit in Einklang gebracht wird. Die so definierte Kreativit\u00e4t stellt den Intellekt des einzelnen Menschen dar, der nach dem Bild des wirksam sch\u00f6pferischen Intellekts Gottes geschaffen wurde&#8230; Auf diese Weise ist man in der Lage, unter den eigenen wirksamen Formen intellektueller Zust\u00e4nde eine Qualit\u00e4t zu erkennen, die ein Abbild Gottes ist.\u201c<\/p>\n<p>LaRouche setzte diese Sichtweise in seinem Buch <i>Es gibt keine Grenzen des Wachstums<\/i> um, das eine Antwort auf die Ver\u00f6ffentlichung des Club of Rome <i>Die Grenzen des Wachstums<\/i> war.<\/p>\n<p>Der Club of Rome hatte gesagt, die Menschheit sei praktisch dem Untergang geweiht, egal was wir tun, weil uns entweder die Ressourcen ausgehen oder uns die Umweltverschmutzung \u00fcberw\u00e4ltigt, oder riesige Menschenmassen, die nirgendwo leben k\u00f6nnen. Die L\u00f6sung, die der Club of Rome vorschlug, bestand darin, die Wachstumsraten zu verringern, die Bev\u00f6lkerung zu reduzieren und den Lebensstandard zu senken, um diese \u201eunvermeidliche\u201c Katastrophe hinauszuz\u00f6gern.<\/p>\n<p>LaRouche sagte: Vergessen Sie das! Das ist der falsche Ansatz. Die einzigen Grenzen des Wachstums sind die, die wir uns selbst auferlegen. Die Grenzen, denen die Menschheit gegen\u00fcbersteht, sind in gewisser Weise Naturgesetze, vor allem aber die Grenzen unseres unvollkommenen Wissens \u00fcber diese Naturgesetze. Wir schaffen Ressourcen \u2013 Tiere nutzen Ressourcen. Wir nutzen Ressourcen, aber wir schaffen sie auch, darin sind wir grundlegend anders.<\/p>\n<p>Diese Auffassung vom Unterschied zwischen Mensch und Natur wird heute in der Herangehensweise an die \u00d6kologie und verwandte Themen v\u00f6llig auf den Kopf gestellt. Es gibt eine axiomatische Annahme, wonach das ganz falsch ist, wenn wir so etwas tun \u2013 da\u00df es eine Art S\u00fcnde ist, unsere F\u00e4higkeiten zu nutzen, um die Natur zu ver\u00e4ndern. Es sei besser, die Natur in Ruhe zu lassen, ohne da\u00df wir eingreifen.<\/p>\n<h3>Gr\u00fcne Idiotie<\/h3>\n<p>Ich zeige Ihnen dazu einen kurzen Videoclip von Lyndon LaRouche, der sich zu dieser Sichtweise \u00e4u\u00dfert.<\/p>\n<p>\u201e<i>Lyndon LaRouche:<\/i> Alle Gr\u00fcnen, die sich als Wissenschaftler ausgeben, m\u00fcssen aus dem Beruf ausgeschlossen werden, weil sie einen Betrug begehen. Jeder Gr\u00fcne, der sagt, er sei Wissenschaftler, begeht allein schon dadurch einen Betrug.<\/p>\n<p><i>Ross:<\/i> Wir wissen, da\u00df es eine Grundlage f\u00fcr die Wissenschaft gibt, die menschliche Entwicklung einschlie\u00dfen mu\u00df. Wenn man das also ausschlie\u00dft oder sagt, das sei etwas B\u00f6ses, dann kann man kein Wissenschaftler sein.<\/p>\n<p><i>LaRouche:<\/i> Nein, das ist man nicht. So jemand ist ein Schwindler. Wer an die gr\u00fcne Politik glaubt, der ist als Wissenschaftler ein F\u00e4lscher. Jeder, der an die gr\u00fcne Politik glaubt, ist ein Schwindler, wenn er behauptet, wissenschaftliche F\u00e4higkeiten zu haben. Wenn sie sagen wollen, da\u00df sie dumm sind, dann sagt ihnen: \u201eGut, Sie sind dumm, das ist wahr.\u201c<\/p>\n<p><i>Creighton Jones:<\/i> Sie behaupten, da\u00df sie versuchen, die Existenz in einem Universum aufrechtzuerhalten und fortzusetzen, obwohl sie leugnen, da\u00df es darin ein Prinzip der fortdauernden Existenz gibt.<\/p>\n<p><i>LaRouche:<\/i> Das ist alles Unsinn; das ist einfach nur Geschw\u00e4tz. Es ist nicht wahr, wahrlich nicht. Zu jedem solchen Professor mu\u00df man sagen: ,Sie sind ein Idioten-Professor. Sie haben eine Professur f\u00fcr Idiotie\u2026\u2018\u201c<\/p>\n<p>Die gr\u00fcne Ideologie ist ein echtes Hindernis f\u00fcr die Verwirklichung des Oasenplans und die Art von Entwicklung, f\u00fcr die er steht. Das sollte man im Hinterkopf behalten.<\/p>\n<p>Sprechen wir nun ein wenig mehr dar\u00fcber, was die menschliche Gattung einzigartig macht. Tiere machen manchmal Dinge, von denen Sie vielleicht geh\u00f6rt haben, da\u00df nur Menschen sie tun, wie zum Beispiel Werkzeuge benutzen. Ein Affe benutzt einen Stock, um K\u00e4fer zu sammeln; ein Otter knackt Muscheln an seiner Brust mit einem Stein. Tiere benutzen zwar Werkzeuge, aber nicht so wie wir.<\/p>\n<p>Das Besondere der menschlichen Gattung kommt sehr deutlich in der griechischen Geschichte von Prometheus zum Ausdruck, der dem Menschen das Feuer bringt. Aischylos erz\u00e4hlt diese Geschichte in einer Trilogie von Theaterst\u00fccken, von denen nur das erste erhalten ist. In diesem ersten St\u00fcck erz\u00e4hlt Aischylos, wie Prometheus das Feuer vom Himmel holte und es den Menschen schenkte, und was Prometheus sonst noch getan hat, damit der Mensch sich von den Tieren unterscheidet. Prometheus sagt:<\/p>\n<p><i>\u201e\u2026Doch h\u00f6rt, was meine Schuld <br \/>An den Menschen ist, die, Tr\u00e4umer sonst und stumpfen Sinns, <br \/>Des Geistes m\u00e4chtig und bewu\u00dft ich werden lie\u00df! <br \/>Nicht einer Schuld zu zeihn die Menschen, sag ich das, <br \/>Nur um die Wohltat meiner Gabe darzutun. <br \/>Denn sonst mit offnen Augen sehend sahn sie nicht, <br \/>Es h\u00f6rte nichts ihr H\u00f6ren, \u00e4hnlich eines Traums <br \/>Gestalten mischten und verwirrten fort und fort <br \/>Sie alles blindlings\u2026<\/i><\/p>\n<p><i>Von keinem Merkmal wu\u00dften sie f\u00fcr Winters Nahn <br \/>Noch f\u00fcr den blumenduftgen Fr\u00fchling, f\u00fcr den Herbst, <br \/>Den erntereichen; sonder Einsicht griffen sie <br \/>Alljedes Ding an, bis ich ihnen deutete <br \/>Der Sterne Aufgang und verh\u00fclltren Niedergang; <br \/>Die Zahlen, aller Wissenschaften trefflichste, <br \/>Der Schrift Gebrauch erfand ich und die Erinnerung, <br \/>Die sagenkundige Amme aller Musenkunst. <br \/>Dann spannt ins Zugjoch ich zum erstenmal den Ur\u2026\u201c<\/i><\/p>\n<p>Prometheus erkl\u00e4rt, da\u00df er durch seine Gabe des Feuers \u2013 seine Gabe des Wissens \u2013 die F\u00e4higkeiten der Menschheit ver\u00e4ndert hat.<\/p>\n<h3>Infrastruktur und neue Arten von \u201eFeuer\u201c<\/h3>\n<p>Ich m\u00f6chte kurz darauf eingehen, welche Formen des Feuers wir Menschen verwendet haben.<\/p>\n<p>Als erstes unterschied sich die Menschheit von den Tieren dadurch, da\u00df sie einfaches Holzfeuer benutzte. Das erm\u00f6glicht uns verschiedene Dinge: es erm\u00f6glicht uns, Essen zu kochen, wodurch es besser schmeckt und uns nicht umbringt; es erm\u00f6glicht uns, Materialien zu bearbeiten; und es hilft, uns vor Tieren zu sch\u00fctzen, indem es sie vertreibt \u2013 um nur einige Beispiele zu nennen.<\/p>\n<p>Die wichtigste n\u00e4chsth\u00f6here Form des Feuers war die Entwicklung der Holzkohle. Holzkohle wurde hergestellt, indem man gro\u00dfe Holzstapel nahm, sie mit Erde bedeckte und sie dann verbrannte. Was kam dabei heraus? Holzkohle. Was konnte man mit Holzkohle machen? Man konnte sie verbrennen, und sie erzeugte viel weniger Rauch als Holz; sie hatte eine h\u00f6here Energiedichte und lieferte gen\u00fcgend W\u00e4rme und Energie, um uns den Einstieg in die Welt der Metallurgie zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n<div class=\"fr w400 mb20 ml20 i\"><img decoding=\"async\" class=\"w400 mt10 b1\" src=\"https:\/\/solidaritaet.com\/images27\/ross1.jpg\" vspace=\"3\" \/> Abb. 1: Mithilfe von Holzkohle kann man aus Malachit (rechts) Kupfer (links) gewinnen.<\/div>\n<p>Auf <i>Abbildung 1<\/i> ist das gr\u00fcne Gestein auf der rechten Seite ein Mineral namens Malachit, auf der linken Seite sehen Sie einen kleinen Klumpen Kupfer. Dieses Kupfer wurde aus einem St\u00fcck dieses Malachits hergestellt. Kohle erm\u00f6glicht es uns, mehr Elemente des Periodensystems zu verwenden, und verschafft uns mehr M\u00f6glichkeiten.<\/p>\n<p>Indem wir von B\u00e4umen auf Kohle umgestiegen sind, konnten wir enorme Mengen an Energie freisetzen. Dampfmaschinen ver\u00e4nderten die Produktion, indem sie Waren, die zuvor nur f\u00fcr wenige erh\u00e4ltlich gewesen waren, f\u00fcr die breite Masse verf\u00fcgbar machten. Und die Kohle ver\u00e4nderte unser Gef\u00fchl f\u00fcr Entfernungen, Raum und Zeit, indem sie den Antrieb von Z\u00fcgen erm\u00f6glichte, die riesige Entfernungen \u00fcberwinden und Gemeinschaften, Menschen, G\u00fcter, Ressourcen und Zwischenprodukte n\u00e4her zueinander bringen konnten, was die Produktionsweise in einer Region v\u00f6llig ver\u00e4nderte.<\/p>\n<p>Eine der h\u00f6chsten Formen des Feuers, die wir heute nutzen, ist das elektrische Feuer. Mit ihm k\u00f6nnen wir Dinge tun, die mit einer Dampfmaschine nicht m\u00f6glich w\u00e4ren. Man kann Maschinen zur Metallbearbeitung mit einer mechanischen Dampfmaschine antreiben, aber mit einem Laser erzielt man viel bessere Wirkung.<\/p>\n<p>Die h\u00f6chste Form des Feuers ist die nukleare. Die Verbrennung eines Molek\u00fcls Methan erzeugt acht Energieeinheiten. Vergleichen Sie das mit der Kombination von Deuterium und Tritium in einer Kernfusionsreaktion. Dabei werden \u00fcber 14 Millionen Energieeinheiten erzeugt, also <i>\u00fcber eine Million Mal mehr Energie<\/i>. Das ist die Kraft des Atomkerns.<\/p>\n<p>Das Konzept, das Lyndon LaRouche verwendet, um dies zusammenzufassen, nennt er \u201eEnergieflu\u00dfdichte\u201c. Das ist nicht dasselbe wie der Energieflu\u00df selbst, die transportierte Energie; LaRouche sagt, entscheidend sei nicht nur die Menge der Energie, sondern ihre <i>Qualit\u00e4t<\/i>.<\/p>\n<div class=\"fr w600 mb20 ml20 i\"><img decoding=\"async\" class=\"w600 b1\" src=\"https:\/\/solidaritaet.com\/images27\/ross2.jpg\" vspace=\"3\" \/> Abb. 2: Energie- und Stromverbrauch in China in kWh (1985-2020) <br \/>Obere Kurve: Energieverbrauch pro Kopf, untere Kurve Stromverbrauch pro Kopf.\n<p>\u00a0<\/p>\n<div class=\"p12 n\">Quelle: U.S. Energy Information Administration (2023); Energy Institute, Statistical Review of World Energy (2023); Bev\u00f6lkerungszahl: verschiedene Quellen, 2023)<\/div>\n<\/div>\n<p>Ich veranschauliche dies mit zwei Diagrammen \u00fcber Chinas Entwicklung (<i>Abbildung 2<\/i>).<\/p>\n<p>Die obere Kurve zeigt den Energie\u00adverbrauch aller Energieformen pro Person in China. Sie k\u00f6nnen sehen, da\u00df im Zeitraum von 1985 bis 2022 ein enormer Anstieg zu verzeichnen ist, es hat sich in diesem Zeitraum mehr als verf\u00fcnffacht.<\/p>\n<p>Die untere Kurve zeigt speziell den Stromverbrauch pro Person in China. Elektrizit\u00e4t ist eine Teilmenge der Gesamtenergie. Bei der Elektrizit\u00e4t ist ein noch st\u00e4rkerer Anstieg zu verzeichnen.<\/p>\n<p>Kombiniert man diese beiden, so sieht man, da\u00df der Anteil der elektrischen Energie am Gesamtenergieverbrauch in China von etwa 5-6% auf 20% gestiegen ist. Die Art der genutzten Energie ist von h\u00f6herer Natur.<\/p>\n<p>Dies ist von entscheidender Bedeutung f\u00fcr die M\u00f6glichkeiten, die uns die Energie bietet, und wir werden von anderen Rednern h\u00f6ren, welche Auswirkungen der Besitz leistungsstarker Energiequellen auf das Wasser hat.<\/p>\n<div class=\"fr w600 mt10 mb20 ml20 i\"><img decoding=\"async\" class=\"w600 b1\" src=\"https:\/\/solidaritaet.com\/images27\/ross3.jpg\" vspace=\"3\" \/> Abb. 3: Produktion von gebundenem Stickstoff, weltweit (blau-gr\u00fcne Kurve) und in den USA (rote Kurve)<\/div>\n<p>Nehmen wir als Beispiel f\u00fcr die Material\u00adproduktion den Stickstoff (<i>Abbildung 3<\/i>). Durch den Einsatz des energieintensiven Haber-Bosch-Verfahrens k\u00f6nnen wir Stickstoff \u2013 den das Leben braucht und der einen Gro\u00dfteil der Atmosph\u00e4re ausmacht \u2013 in eine organische Form umwandeln. Das k\u00f6nnen wir viel besser als die Biosph\u00e4re allein.<\/p>\n<p>Ein weiteres Beispiel daf\u00fcr ist die Aluminiumproduktion, die im letzten Jahrhundert um mehr als 3800% gestiegen ist. Wie war das m\u00f6glich? Sie erfordert enorme Mengen an Elektrizit\u00e4t, und wir ver\u00e4ndern damit unsere Beziehung zu Materialien.<\/p>\n<p>Soviel allgemein zum Konzept der Infrastruktur. Hier ist noch ein Zitat von Lyndon LaRouche aus dem Jahr 2010:<\/p>\n<p>\u201eDer Mensch als Sch\u00f6pfer nach dem Ebenbild des gro\u00dfen Sch\u00f6pfers dr\u00fcckt sich darin aus, da\u00df die Menschheit die ,k\u00fcnstlichen Umgebungen\u2018 schafft, die wir manchmal ,Infrastruktur\u2018 nennen.\u201c<\/p>\n<p>Diese Infrastruktur nimmt verschiedene Formen an. Die Verkehrsinfrastruktur ver\u00e4ndert unsere r\u00e4umlichen Beziehungen. Die Infrastruktur eines Energienetzes und dessen Verf\u00fcgbarkeit und Best\u00e4ndigkeit ver\u00e4ndern v\u00f6llig die Art der Produktionsprozesse, die man durchf\u00fchren kann. Sie ver\u00e4ndert v\u00f6llig, welche Art von Fabrik man errichten und erwarten kann, da\u00df sie einen wirtschaftlichen, physischen Gewinn abwirft. Wir schaffen auch k\u00fcnstliche oder synthetische Umgebungen auf soziale Weise. Schaffen wir ein Umfeld, in dem Frieden m\u00f6glich ist? Schaffen wir ein Umfeld, in dem ein h\u00f6herer Lebensstandard erreicht werden kann, der eine wachsende Bev\u00f6lkerung reichlich ern\u00e4hren kann?<\/p>\n<h3>Der Fall S\u00fcdwestasien<\/h3>\n<div class=\"fr mb20 ml20 i\">\n<div class=\"fl p13 r n\">\u00a9 CC\/Jacques Descloitres (links), Israeli Meteorological Service (rechts)<\/div>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"fl w300 b1\" src=\"https:\/\/solidaritaet.com\/images27\/ross4.jpg\" \/> <img decoding=\"async\" class=\"fr w300 bfff b1\" src=\"https:\/\/solidaritaet.com\/images27\/ross5.jpg\" \/><\/p>\n<div class=\"fl w300 mt10 mb20 i\">Abb. 4 (links): Satellitenaufnahme von Israel und Pal\u00e4stina, 2003. Die satte Gr\u00fcnf\u00e4rbung Israels zeigt, da\u00df dort viel mehr Wasser zur Bew\u00e4sserung in der Landwirtschaft eingesetzt wird als in den besetzten Gebieten. <br \/>Abb. 5 (rechts): Durchschnittliche j\u00e4hrliche Niederschl\u00e4ge (1981-2010, in mm) in verschiedenen Regionen Israels und der Pal\u00e4stinensischen Beh\u00f6rde.<\/div>\n<\/div>\n<p>Wenden wir uns nun S\u00fcd\u00adwest\u00adasien zu. Hier sehen Sie eine Karte von Israel und Pal\u00e4stina, (<i>Abbildung 4<\/i>). Sie stammt direkt aus Google Earth oder einem vergleichbaren Produkt und ist nicht retuschiert. Wenn Sie einen Blick darauf werfen, werden Sie feststellen, da\u00df der Gazastreifen und das Westjordanland im Vergleich zu den israelisch verwalteten Gebieten direkt daneben nicht so gr\u00fcn aussehen. Das ist keine Einbildung. Das Wasser und die Wasserknappheit sind in diesem Gebiet ein gewaltiger Faktor.<\/p>\n<p>Betrachtet man den Wasserverbrauch pro Person, so zeigt sich eine enorme Diskrepanz zwischen Israelis, denen 247 Liter pro Person und Tag zur Verf\u00fcgung stehen (einschlie\u00dflich der Siedler im Westjordanland), und Pal\u00e4stinensern im Westjordanland mit 82,4 Litern. Pal\u00e4stinenser im Westjordanland, die nicht an das Wassernetz angeschlossen sind, haben einen individuellen Tagesverbrauch von nur 26 Litern. Dies liegt weit unter dem von der Weltgesundheitsorganisation empfohlenen Minimum. Wie kann es eine Zweistaatenl\u00f6sung geben, wenn ein Staat wegen Wassermangels nicht lebensf\u00e4hig ist?<\/p>\n<p>Dies ist eine Karte der Niederschlagsmenge (<i>Abbildung 5<\/i>). Ich m\u00f6chte anmerken: Wenn ich diese Karte verwende, will ich damit die Golanh\u00f6hen nicht als Teil Israels anerkennen; die Statistiken stammen einfach von dort. Sie k\u00f6nnen sehen, da\u00df es im Norden regnet, im S\u00fcden jedoch nur sehr wenig.<\/p>\n<p>Betrachtet man die Menge an sogenanntem \u201enat\u00fcrlichem\u201c Wasser, die den Menschen in der Region zur Verf\u00fcgung steht, so stellt man fest, da\u00df die T\u00fcrkei (4500 m\u00b3), der Irak (4400 m\u00b3) und der Libanon (3000 m\u00b3) \u00fcber eine Wassermenge verf\u00fcgen, die von den weltweiten Beh\u00f6rden als ausreichend angesehen wird. Syrien (1300 m\u00b3) und \u00c4gypten (1200 m\u00b3) verf\u00fcgen \u00fcber weit weniger, etwa das Doppelte dessen, was als Untergrenze f\u00fcr die Wasserversorgung pro Person angesehen wird. Das Schlu\u00dflicht bilden Israel (300 m\u00b3), Jordanien (300 m\u00b3) und die Pal\u00e4stinensische Autonomiebeh\u00f6rde (160 m\u00b3), deren Wassermenge unter oder sogar weit unter dem erforderlichen Niveau liegt.<\/p>\n<p>Was w\u00e4re also zu tun? Was man tun, um aus dieser wasserarmen Region ein Land des \u00dcberflusses, einen Brotkorb zu machen? Und wie wird das die Politik ver\u00e4ndern?<\/p>\n<div class=\"fr mb20 ml20 i\"><img decoding=\"async\" class=\"fl w300 b1\" src=\"https:\/\/solidaritaet.com\/images27\/ross6.jpg\" \/>\n<p>\u00a0<\/p>\n<div class=\"box fr w300 p11 r\">\n<div class=\"boxa w200 l\">\u00a9 CC\/NielsF<\/div>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"fr w300 bfff b1\" src=\"https:\/\/solidaritaet.com\/images27\/ross7.jpg\" \/><\/p>\n<\/div>\n<div class=\"fl w300 mt3 mb20 i\">Abb. 6: Das Einzugsgebiet des Jordan (links), Abb. 7: Die nationale Hauptwasser\u00adleitung Israels (rechts).<\/div>\n<\/div>\n<p>Dies ist eine Karte des Einzugsgebiets des Jordan (<i>Abbildung 6<\/i>). Die helleren Bereiche, ein Flu\u00dfeinzugsgebiet, zeigen an, aus welchem Gebiet Regen, der dort f\u00e4llt, in einem bestimmten Flu\u00df landet. Sie k\u00f6nnen \u00f6stlich des Sees von Galil\u00e4a im Norden den Jarmuk und andere Fl\u00fcsse in Syrien sehen.<\/p>\n<p>Israels Sorge ist, da\u00df diese Fl\u00fcsse aufgestaut werden k\u00f6nnten und das Wasser nie den See Genezareth erreicht. Das Wasser k\u00f6nnte dann nicht in Israels nationales Wasserversor\u00adgungs\u00adnetz gelangen, das Wasser aus dem See Genezareth entnimmt.<\/p>\n<p>Die Frage der Golanh\u00f6hen ist also nicht nur eine politische Frage. Es geht nicht nur um die H\u00f6hen und den Abschu\u00df von Raketen aus einem bestimmten Gebiet, es geht auch um Wasser. Wie k\u00f6nnte die L\u00f6sung des Territorialstreits auf dem Golan erleichtert werden, wenn es nicht ein so gro\u00dfes Risiko f\u00fcr Israel g\u00e4be, ohne die Kontrolle \u00fcber die Golanh\u00f6hen den Zugang zu Wasser zu verlieren?<\/p>\n<p>Dies ist eine Karte der nationalen Hauptwasserleitung Israels (<i>Abbildung 7<\/i>). Das Wasser kommt aus dem Norden vom See Genezareth, und wird dann durch Kan\u00e4le, Tunnel usw. in den S\u00fcden geleitet. Wie Sie sehen k\u00f6nnen, teilt es sich im linken Bildbereich in mehrere Zweige. Dieses Wasser erm\u00f6glicht zu einem gro\u00dfen Teil die landwirtschaftliche Produktivit\u00e4t Israels. Israel nutzt sein Wasser auch sehr intensiv, indem es Tr\u00f6pfchen-Bew\u00e4sserung und andere Technologien einsetzt, um das Beste aus jedem Tropfen Wasser herauszuholen.<\/p>\n<p>Israel hat auch Entsalzungsanlagen gebaut. Insgesamt reicht die israelische Produktion von entsalztem Meerwasser aus, um den gr\u00f6\u00dften Teil des Trinkwassers in den israelischen St\u00e4dten zu liefern, sie macht bereits ein Viertel des israelischen Wasserverbrauchs aus. Das verringert zwar den Druck auf den nationalen Wasserversorger und den See Genezareth, aber die derzeitigen Entsalzungskapazit\u00e4ten reichen f\u00fcr die Aufgaben nicht aus.<\/p>\n<div class=\"fr w600 mb20 ml20 i\">\n<div class=\"fr w600 p13 n r\">\u00a9 EIR<\/div>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"w600 b1\" src=\"https:\/\/solidaritaet.com\/images27\/ross8.jpg\" \/> Abb. 8: Im Oasenplan vorgeschlagene Infrastrukturprojekte zur Verbesserung der Wasserversorgung und zur Erschlie\u00dfung und Einbindung der Region in das globale Infrastrukturnetz der Weltlandbr\u00fccke.<\/p>\n<\/div>\n<p>Was w\u00e4re, wenn diese Produktionszahl h\u00f6her w\u00e4re? Was w\u00fcrde sich dadurch f\u00fcr das Wasser ver\u00e4ndern, das den anderen L\u00e4ndern in der Region zur Verf\u00fcgung steht?<\/p>\n<p>Seit Jahrzehnten macht man sich Gedanken \u00fcber den Ausbau der Wasserressourcen in der Region \u2013 darunter nat\u00fcrlich auch Lyndon LaRouche mit dem Oasenplan aus den 1970er Jahren (<i>Abbildung 8<\/i>). Es gibt verschiedene Vorschl\u00e4ge f\u00fcr Kan\u00e4le, die das Mittelmeer entweder direkt mit dem Toten Meer verbinden oder weiter flu\u00dfaufw\u00e4rts entlang des Jordan den Zuflu\u00df zum Toten Meer zu erh\u00f6hen, was den gleichen Effekt h\u00e4tte. Es gibt auch Vorschl\u00e4ge f\u00fcr eine Wasserleitung vom Roten Meer durch Jordanien hinauf zum Toten Meer. Ich werde nur wenig dazu sagen, ich wei\u00df, da\u00df wir in diesem Gremium einen Experten [William DeOreo] haben, der viel mehr dazu sagen kann.<\/p>\n<p>Einer der Vorschl\u00e4ge ist eine direkte Verbindung vom Mittelmeer im Westen zum Toten Meer im Osten. Bei diesem Szenario w\u00fcrde man den erheblichen H\u00f6henunterschied zum Toten Meer nutzen und dort ein Wasserkraftwerk bauen.<\/p>\n<p>\u00c4hnlich gibt es einen Vorschlag f\u00fcr eine Route vom Roten Meer zum Toten Meer, die durch das K\u00f6nigreich Jordanien f\u00fchrt. Dazu w\u00fcrde man Wasser aus dem Golf von Akaba, dem Roten Meer, pumpen. Man pumpt es aufw\u00e4rts und entsalzt es, um neue Gemeinden in diesem Gebiet mit Wasser zu versorgen. Durch die Entsalzung entsteht S\u00fc\u00dfwasser, aber man mu\u00df auch etwas mit dem Salz machen. Dabei entstehen keine Salzbl\u00f6cke, sondern sehr salzhaltiges Wasser. Wir w\u00fcrden dieses stark salzhaltige Wasser getrennt halten, es nicht wieder hineinmischen. Wir k\u00f6nnen es zum Toten Meer bringen, dem das zus\u00e4tzliche Salz nichts ausmacht.<\/p>\n<p>Auf dem Weg des Wassers zum Toten Meer kann man mehr entsalzen, mit Wasserversorgung bis nach Amman in Jordanien, einer Stadt, die unter erheblicher Wasserknappheit leidet. W\u00e4hrend die Sole und das zus\u00e4tzliche Wasser ins Tote Meer flie\u00dfen, wird Strom erzeugt. Die notwendige Energiemenge, um den Durchflu\u00df des Jordan zu verdoppeln und die Wasserversorgung der Menschen in dieser Region drastisch zu verbessern, ist eigentlich gar nicht so gro\u00df.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte noch ein Wort dazu sagen, was der Oasenplan <i>nicht<\/i> ist. Einer der Vorschl\u00e4ge f\u00fcr diese Region war der sog. Ben-Gurion-Kanal. Das sollte eine schiffbare Wasserstra\u00dfe sein, die das Mittelmeer mit dem Roten Meer verbindet, mit anderen Worten, eine Alternative zum Suez-Kanal. Das ist nicht das, was wir vorschlagen. Der Suezkanal hat gen\u00fcgend Kapazit\u00e4t f\u00fcr die Schiffahrt. Uns geht es hier um das Wasser.<\/p>\n<h3>Ein h\u00f6heres Konzept von Frieden<\/h3>\n<p>Nimmt man all dies zusammen mit den geplanten Eisenbahnlinien und anderen Verkehrsverbindungen und denkt an die weitere Region in einem Rahmen wie der G\u00fcrtel- und Stra\u00dfeninitiative, dann sehen wir einen Teil der Welt, der ein nat\u00fcrlicher Knotenpunkt der Konnektivit\u00e4t ist. Hier treffen die Kontinente zusammen: Europa, Asien, Afrika. Es ist ein fantastischer Standort. Mit ausreichend Wasser, einer friedlichen Entwicklung und Transportm\u00f6glichkeiten w\u00fcrde dieses Gebiet wirklich bl\u00fchen und gedeihen.<\/p>\n<div class=\"fr w690 mb20 ml20 i\">\n<div class=\"fr w690 p13 n r\">\u00a9 Wikimedia Commons\/cc-by-sa 3.0<\/div>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"w690 b1\" src=\"https:\/\/solidaritaet.com\/images27\/ross9.jpg\" \/> Abb. 9: L\u00e4ndergrenzen in Deutschland zur Zeit des Westf\u00e4lischen Friedens. Die Beendigung des Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Friedens gelang durch ein h\u00f6heres Konzept des Friedens.<\/p>\n<\/div>\n<p>Das letzte Thema, das ich ansprechen m\u00f6chte, ist der Westf\u00e4lische Frieden, der zum Abschlu\u00df des Drei\u00dfig\u00adj\u00e4hrigen Krieges von 1618 bis 1648 unterzeichnet wurde. Dies ist eine Karte des Heiligen R\u00f6mischen Reiches zu dieser Zeit \u2013 eine sehr komplexe politische Situation (<i>Abbildung 9<\/i>). Wenn Sie dachten, Sie h\u00e4tten schon einmal schwie\u00adrige L\u00e4ndergrenzen gesehen, dann schauen Sie sich diese hier an. Diskontinuierlich, ein Chaos, nicht wahr? Eine Menge Schwierigkeiten. In diesem Krieg sind acht Millio\u00adnen Menschen umgekom\u00admen. Der Krieg wurde zum gro\u00dfen Teil zwischen Protes\u00adtanten und Katholiken ausge\u00adtragen. In vielen Gebieten wurde mehr als ein Drittel der Bev\u00f6lkerung, in einigen sogar zwei Drittel und mehr ausgel\u00f6scht.<\/p>\n<p>Wie wurden diese K\u00e4mpfe beendet? Der Westf\u00e4lische Frieden verfolgte einen zukunftsorientierten Ansatz. Ich m\u00f6chte zum Abschlu\u00df dieses Vortrags einige Zitate aus diesem Vertrag vorlesen, weil ich denke, da\u00df sie f\u00fcr unsere heutigen Bed\u00fcrfnisse relevant sind.<\/p>\n<p>Aus Artikel I des Westf\u00e4lischen Friedens:<\/p>\n<p>\u201eEs soll dieser [Friede] aufrichtig und ernstlich eingehalten und beachtet werden, auf da\u00df jeder Teil des anderen Nutzen, Ehre und Vorteil f\u00f6rdere\u2026\u201c<\/p>\n<p>Jede Seite soll zum Nutzen der anderen Seite handeln; Wohlwollen.<\/p>\n<p>Und aus Artikel II:<\/p>\n<p>\u201eBeide Seiten gew\u00e4hren einander immerw\u00e4hrendes Vergessen und Amnestie (<i>perpetua oblivio et amnestia<\/i>) alles dessen, was seit Beginn der Kriegshandlungen an irgendeinem Ort und auf irgendeine Weise von dem einen oder anderen Teil, h\u00fcben wie dr\u00fcben, in feindlicher Absicht begangen worden ist\u2026 Vielmehr sollen alle insgesamt und einzeln auf beiden Seiten \u2013 sowohl vor dem Kriege als auch im Kriege \u2013 mit Worten, Schriften oder Taten zugef\u00fcgten Beleidigungen, Gewalttaten, feindselige Handlungen, Sch\u00e4den und Unkosten ohne Ansehen der Person oder Sachen in der Weise g\u00e4nzlich gegeneinander aufgehoben sein, auf da\u00df alles, was dieserhalb die eine von der anderen Partei fordern k\u00f6nnte, immerw\u00e4hrendem Vergessen anheimgegeben sei.\u201c<\/p>\n<p>Ich schlie\u00dfe mit einem kurzen Zitat von Lyndon LaRouche aus dem Jahr 1979. Er sagte:<\/p>\n<p>\u201eDas einzig Menschliche ist, dem Leben und Leiden der Toten einen Sinn zu geben. Nicht nur durch die Schaffung von Frieden im Nahen Osten, sondern durch die Schaffung der Grundlage f\u00fcr einen Frieden, der dem Leben der gegenw\u00e4rtigen und zuk\u00fcnftigen Generationen der Pal\u00e4stinenser und anderer Araber einen Sinn gibt, und damit dem heiligen Leben der Toten einen Sinn und eine Erf\u00fcllung.\u201c<\/p>\n<p>Das gilt nat\u00fcrlich auch f\u00fcr die Israelis.<\/p>\n<p>Fragen Sie sich: Wie ver\u00e4ndert eine zukunftsorientierte Politik, bei der die Wasserknappheit mit einer internationalen Perspektive der regionalen und globalen Entwicklung \u00fcberwunden wird, das politische Umfeld? Welche Art von Frieden kann erreicht werden?<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p><\/div><\/div><\/p>\n<p>Ilya Andreev, Erster Sekret\u00e4r, Experte f\u00fcr humanit\u00e4re Angelegenheiten, Mission der Russischen F\u00f6deration bei den Vereinten Nationen:<strong> <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=euz670sUC4M\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em>Der Oasenplan, ein Beitrag zur wirtschaftlichen Stabilit\u00e4t S\u00fcdwestasiens\u00a0<\/em><\/a><\/strong><\/p>\n<p><div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Rede im Wortlaut lesen<\/span><\/a><div class=\"toggle-content\"><\/p>\n<p>Der Oasenplan, ein Beitrag zur wirtschaftlichen Stabilit\u00e4t S\u00fcdwestasiens<\/p>\n<p>Von Ilja Andrejew<\/p>\n<p><em>Ilja Andrejew ist Erster Sekret\u00e4r und Experte f\u00fcr humanit\u00e4re Angelegenheiten an der Mission der Russischen F\u00f6deration bei den Vereinten Nationen. Im zweiten Abschnitt der Konferenz zum Oasenplan am 13. April sagte er folgendes. (\u00dcbersetzung aus dem Englischen.)<\/em><\/p>\n<p>Guten Tag, verehrte Kollegen. Zun\u00e4chst m\u00f6chte ich mich bei den Veranstaltern der heutigen Konferenz f\u00fcr die Gelegenheit bedanken, unsere Ansichten zur Lage im Gazastreifen und allgemein zu den Entwicklungsperspektiven der Region S\u00fcdwestasien darzulegen.<\/p>\n<p>Leider sind wir Zeugen einer katastrophalen humanit\u00e4ren Situation im Gazastreifen, wo die r\u00fccksichtslose Milit\u00e4roperation Israels entgegen der Resolution 2728 des UN-Sicherheitsrates, die einen sofortigen Waffenstillstand fordert, weitergeht. Zwei zuvor angenommene Resolutionen des UN-Sicherheitsrats zur Frage des Zugangs f\u00fcr humanit\u00e4re Hilfe sind ebenfalls \u201enicht wirksam\u201c. Israel schafft weiterhin Hindernisse f\u00fcr die humanit\u00e4ren Helfer vor Ort, denen angemessene und sichere Bedingungen vorenthalten werden. Der Beschu\u00df geht weiter und t\u00f6tet Zivilisten, medizinisches und humanit\u00e4res Personal sowie Freiwillige, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, den Bed\u00fcrftigen in dieser schwierigen Situation zu helfen.<\/p>\n<p>Eines der j\u00fcngsten Beispiele ist der Angriff auf die Organisation World Central Kitchen. Leider handelt es sich dabei nicht um einen Einzelfall. Dieser spezielle Fall wurde in der \u00d6ffentlichkeit breitgetreten, weil B\u00fcrger aus westlichen L\u00e4ndern get\u00f6tet wurden.<\/p>\n<p>Unter den derzeitigen Umst\u00e4nden ist es nat\u00fcrlich wichtig und notwendig, \u00fcber den Wiederaufbau Pal\u00e4stinas zu sprechen und das Entwicklungsparadigma der gesamten Region zu \u00e4ndern, auch wenn das im Moment nicht die wichtigste Aufgabe ist. Die Hauptsache ist heute ein dringend n\u00f6tiger, echter Waffenstillstand. Nur so kann die Apokalypse verhindert werden, nach der es vielleicht nichts mehr wiederaufzubauen gibt. Man mu\u00df bedenken, da\u00df der \u201epal\u00e4stinensische Kollaps\u201c unweigerlich die gesamte Region erfassen wird, wenn es den Parteien nicht gelingt, in naher Zukunft ein Friedensabkommen zu schlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Verehrte Teilnehmerinnen und Teilnehmer, am Vorabend der Konferenz haben die Veranstalter einen Ausschnitt aus einem Interview mit der Gr\u00fcnderin des internationalen Schiller-Instituts, Frau Helga Zepp-LaRouche, als \u201eDenkansto\u00df\u201c ver\u00f6ffentlicht. Wir unterst\u00fctzen die Hauptbotschaft in Bezug auf die Umsetzung des gro\u00dfangelegten Oasenplans zur Versorgung der Region mit Wasser, auch f\u00fcr die Bew\u00e4sserung. Gerade ein solches gro\u00dfes internationales Infrastrukturprojekt k\u00f6nnte als Anreiz f\u00fcr die Wirtschaft Pal\u00e4stinas, Syriens, Jemens und anderer L\u00e4nder dienen. Sein Start h\u00e4tte mit Sicherheit positive Auswirkungen auf die Schaffung von Arbeitspl\u00e4tzen f\u00fcr junge Menschen, auch qualifizierte, auf die Schaffung von Voraussetzungen f\u00fcr die R\u00fcckkehr von Fl\u00fcchtlingen und auf die wirtschaftliche Stabilit\u00e4t der gesamten Region. Das ist sicherlich eine sehr attraktive Idee.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich h\u00e4ngt ihre Umsetzung nicht nur vom politischen Willen der Staaten, sondern auch von erheblichen Investitionen ab. Verschiedenen Expertensch\u00e4tzungen zufolge hat Israel bereits mehr als 100 Milliarden Dollar f\u00fcr den Krieg in Gaza ausgegeben, und dabei ist die humanit\u00e4re Hilfe, die die internationale Gemeinschaft in die Region schickt oder zu schicken versucht, um die Folgen zu bew\u00e4ltigen, noch gar nicht mitgerechnet. Ich lasse die Argumente zu dem Preis an Menschenleben au\u00dfen vor &#8211; er l\u00e4\u00dft sich \u00fcberhaupt nicht bemessen.<\/p>\n<p>Stellen Sie sich einfach vor, diese Mittel k\u00f6nnten f\u00fcr friedliche Zwecke verwendet werden, was theoretisch auch im Interesse Israels sein m\u00fc\u00dfte. Vielleicht h\u00e4tten diese Mittel nicht ausgereicht, um ein solches Gro\u00dfprojekt, von dem Frau Zepp-LaRouche erz\u00e4hlt hat, zu realisieren, aber die Grundlage daf\u00fcr w\u00e4re auf jeden Fall geschaffen worden. Wir k\u00f6nnten den Multiplikatoreffekt in der Wirtschaft bereits sehen, und Wachstumsanreize w\u00fcrden definitiv auftreten.<\/p>\n<p>Es gibt auch Sch\u00e4tzungen der Weltbank und des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen, da\u00df der Wiederaufbau des Gazastreifens nach dem heutigen Stand rund 18 Milliarden Dollar erfordern wird. Auch die UNCTAD arbeitet an solchen Berechnungen. Aber inzwischen sind auch die Grundwasserleiter im Gazastreifen besch\u00e4digt. Daher ist es zum jetzigen Zeitpunkt schwierig zu berechnen, wieviel Zeit und Geld es braucht, um eine so komplexe Umweltsituation im Gazastreifen zu verbessern.<\/p>\n<p>Wir sind nach wie vor der Ansicht, da\u00df die wirtschaftliche Entwicklung von Staaten auf der Grundlage eines offenen Handels die entscheidende Basis f\u00fcr Stabilit\u00e4t ist. Der Kampf gegen die Armut, von dem im UN-System so oft die Rede ist, beruht ebenfalls auf dem Prinzip der wirtschaftlichen Entwicklung. Es ist unm\u00f6glich, den Hunger zu beseitigen, wenn man nur verzehrfertige Lebensmittel anbietet; man mu\u00df den Bed\u00fcrftigen die sprichw\u00f6rtliche Angelrute geben. Die Staaten sollten Infrastrukturprojekten, auch internationalen, mehr Aufmerksamkeit schenken. Eine solche Zusammenarbeit, die auf den Grunds\u00e4tzen der gegenseitigen Achtung beruht, schafft in der Tat die starken industriellen Bindungen und Gemeinsamkeiten, die es den V\u00f6lkern erm\u00f6glichen, in Frieden und Harmonie zu leben.<\/p>\n<p>Sehr geehrte Damen und Herren, leider ist heute nicht der beste Zeitpunkt, um \u00fcber die langfristigen Aussichten f\u00fcr eine israelisch-pal\u00e4stinensische L\u00f6sung zu sprechen. Wie ich bereits sagte, besteht die Hauptaufgabe im Moment darin, daf\u00fcr zu sorgen, da\u00df die \u201eeisernen Schwerter\u201c so schnell wie m\u00f6glich wieder in die Scheide gesteckt werden. Das h\u00e4lt uns nat\u00fcrlich nicht davon ab, \u00fcber neue Ans\u00e4tze f\u00fcr die langfristige L\u00f6sung eines der komplexesten und verwirrendsten Konflikte unserer Zeit nachzudenken.<\/p>\n<p>Wir sind froh, da\u00df solche Arbeiten, auch unter der Schirmherrschaft des Schiller-Instituts, im Gange sind, und wir sind zuversichtlich, da\u00df sie nach dem Beginn der bisher verz\u00f6gerten, aber dennoch unvermeidlichen grundlegenden Ver\u00e4nderungen, die sowohl die pal\u00e4stinensische als auch die israelische Gesellschaft zunehmend ver\u00e4ndern werden, gefragt sein werden.<\/p>\n<p>Ich danke Ihnen f\u00fcr Ihre Aufmerksamkeit.<\/p>\n<p><\/div><\/div><\/p>\n<p>Dr. Pierre Berthelot, Associate Researcher am IPSE, Mitglied der Acad\u00e9mie de l\u2019Eau und Direktor der Zeitschrift <i>Orients Strat\u00e9giques:<strong> <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=_fJEEJuhjBY\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Maximierung der Wasserressourcen in S\u00fcdwestasien\u00a0<\/a><\/strong><br \/><\/i><\/p>\n<p><div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Rede im Wortlaut lesen<\/span><\/a><div class=\"toggle-content\"><\/p>\n<p>\u201eEs gibt viele technische M\u00f6glichkeiten, mit Wasser zum Frieden zu kommen\u201c<\/p>\n<p>Von Dr. Pierre Berthelot<\/p>\n<p><em>Dr. Pierre Berthelot ist assoziierter Forscher am sicherheitspolitischen Institut IPSE (Institut Prospective et S\u00e9curit\u00e9 en Europe), Direktor der Zeitschrift Orients Strat\u00e9giques und Mitglied der Acad\u00e9mie de l&#8217;Eau in Frankreich. In der Konferenz des Schiller-Instituts zum Oasenplan am 13. April 2024 sagte er folgendes. (\u00dcbersetzung aus dem Englischen<\/em><em>, die Zwischen\u00fcberschriften wurden hinzugef\u00fcgt.)<\/em><\/p>\n<p>Zun\u00e4chst einmal danke ich Ihnen f\u00fcr die freundliche Einladung zu dieser internationalen Konferenz. Ich f\u00fchle mich sehr geehrt und freue mich, einige Bemerkungen zur aktuellen Situation machen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ich habe keine Dokumente, die ich heute abend hier vorstellen k\u00f6nnte, da die gro\u00dfe Mehrheit meiner Arbeiten leider auf Franz\u00f6sisch ist. Das macht nichts. Mein Thema heute abend ist ganz klar: Es geht um die Frage, ob Wasser im Nahen Osten eine M\u00f6glichkeit ist, zum Frieden zu gelangen, oder ob es umgekehrt vielleicht eher ein Hindernis f\u00fcr den Frieden ist.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst einmal sollten wir, wenn wir uns die Geschichte ansehen, pessimistisch sein. Warum? Man k\u00f6nnte es so sagen: Wasser ist gew\u00f6hnlich eher ein Zankapfel zwischen L\u00e4ndern. Und warum? Weil wir uns im Nahen Osten in einem Gebiet befinden, in dem Wasser knapp ist, und mit dem Klimawandel wird das immer schlimmer. Das Wasser wird also in dieser besonderen Zeit immer knapper. Das ist der erste Grund. Der zweite Grund ist, da\u00df Wasser in den letzten 60-70 Jahren oft Gegenstand von Konflikten war, wenn auch nicht immer von Kriegen. Manchmal war es einfach nur ein Streitobjekt.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte ein paar Beispiele anf\u00fchren: Zum Beispiel, als die T\u00fcrkei in den 1980er Jahren beschlo\u00df, immer mehr D\u00e4mme im S\u00fcdosten der T\u00fcrkei zu bauen. Warum? Weil sie die Produktion von Weizen u.a. steigern und auch den Kampf um die L\u00f6hne der t\u00fcrkischen Kurden entsch\u00e4rfen wollte.<\/p>\n<p>Das war ein gro\u00dfes Problem f\u00fcr die Nachbarn, insbesondere f\u00fcr Syrien. Die beiden L\u00e4nder standen um das Jahr 2000 herum kurz vor einem Krieg.<\/p>\n<p>Ein anderes Beispiel sind Israel und seine Nachbarn, wie im ersten Vortrag heute abend sehr deutlich wurde. Wir haben gesehen, da\u00df Israel auch seine Landwirtschaft entwickeln wollte und ebenso mehr Wasser f\u00fcr seine wachsende Bev\u00f6lkerung brauchte. Die Mehrheit kam, wie Sie wissen, entweder aus Europa oder aus arabischen L\u00e4ndern. Sie brauchten also mehr Wasser.<\/p>\n<p>Und das geschah durch Abkommen mit den Nachbarn, denn leider wurde Eisenhowers Vorschlag, der Johnston-Plan aus den 1950er Jahren, nicht umgesetzt. Wie die Geschichte zeigt, war das einer der Hauptgr\u00fcnde f\u00fcr den Sechs-Tage-Krieg. Nur ein paar Monate vor dem Sechs-Tage-Krieg kam es zwischen Syrien und Israel zu heftigen Spannungen wegen der Wasserressourcen.<\/p>\n<p>Positive Ver\u00e4nderungen<\/p>\n<p>Wenn man also all diese Erkl\u00e4rungen sieht, mu\u00df man ziemlich pessimistisch werden. Aber andererseits m\u00f6chte ich optimistisch sein, auch wenn das heute sehr schwierig erscheint. Ich m\u00f6chte es positiv sehen. Warum? Weil sich die Situation in gewisser Weise ge\u00e4ndert hat.<\/p>\n<p>Was hat sich ge\u00e4ndert? Zum einen hat Israel jetzt genug Wasser, es ist eines der f\u00fchrenden L\u00e4nder bei der Meerwasserentsalzung. Sie haben viele Anlagen, das wurde im ersten Vortrag mit sehr guten Karten gezeigt.<sup>1<\/sup> Israel kann heute sogar Wasser an Jordanien verkaufen; das ist also der erste Punkt.<\/p>\n<p>Diese Entsalzungs-Revolution findet nicht nur in Israel statt, sondern auch in den Vereinigten Arabischen Emiraten, in Saudi-Arabien usw. Das ist ein sehr wichtiger Punkt.<\/p>\n<p>Wenn Israel heute zum Beispiel sagt, \u201eWir k\u00f6nnen keinen unabh\u00e4ngigen pal\u00e4stinensischen Staat gr\u00fcnden, weil die Gefahr f\u00fcr uns ist, da\u00df der k\u00fcnftige pal\u00e4stinensische Staat sein Wasser selbst bewirtschaftet, ohne israelische Kontrolle wie jetzt. Dann haben wir Angst, da\u00df uns das Wasser fehlt.\u201c &#8211; Die beiden L\u00e4nder haben eine sehr verwickelte Bewirtschaftung der Wasserquellen, Sie wissen, da\u00df es z.B. im Westjordanland Grundwasservorkommen gibt. &#8211; Wenn das ein Argument Israels ist, denke ich, da\u00df dieses Argument nicht mehr stichhaltig ist. Denn jetzt hat Israel meiner Meinung nach genug Wasser\u2026, deshalb gibt es auch die Vereinbarungen mit Jordanien.<\/p>\n<p>Das ist der erste Grund, warum ich ziemlich optimistisch bin, was die Zukunft dieser Sache angeht.<\/p>\n<p>Ein anderes Beispiel: Erst k\u00fcrzlich wurde ein Abkommen zwischen dem Libanon und Israel geschlossen. Dabei ging es nicht direkt um die Wassersituation, sondern um Energie, speziell um die Seegrenze zwischen Libanon und Israel. Interessant ist, da\u00df die gr\u00f6\u00dfte libanesische politische Partei, die Hisbollah, bekanntlich dem Iran sehr nahe steht, und die Hisbollah noch vor einigen Jahren sagte, der Libanon d\u00fcrfe sich niemals auf ein Abkommen mit Israel einlassen, denn es sei der Erzfeind. Offiziell ist das immer noch die Meinung, aber sehr interessant ist, da\u00df die Hisbollah der libanesischen Regierung keine Kn\u00fcppel vor die Beine geworfen hat, damit das Abkommen nicht zustande kommt. Sie unterst\u00fctzt es also nicht offiziell, aber sie tut auch nicht dagegen; das ist hochinteressant. Es zeigt, da\u00df man auch mit einem Erzfeind in der Region ein Friedensabkommen schlie\u00dfen kann.<\/p>\n<p>Deshalb bin ich recht optimistisch, auch wenn es jetzt unm\u00f6glich erscheint, weil wir jeden Tag die schreckliche Lage im Gazastreifen sehen. Wenn man sagt, da\u00df wir vielleicht in f\u00fcnf oder zehn Jahren Frieden zwischen den Pal\u00e4stinensern und Israelis haben werden, w\u00fcrde man von einigen f\u00fcr verr\u00fcckt erkl\u00e4rt, denn das sei unm\u00f6glich. Aber ich bin trotz allem optimistisch, denn ich habe Ihnen gerade ein Beispiel genannt, das zeigt, da\u00df selbst die schlimmsten Feinde eine Einigung erzielen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Im Falle der Pal\u00e4stinenser wird es vielleicht in f\u00fcnf Jahren, in zwei Jahren oder in zehn Jahren eine Einigung geben. Ich halte das f\u00fcr m\u00f6glich, auf der Grundlage von Wirtschaftspl\u00e4nen und Handel zwischen Israel und den Pal\u00e4stinensern. Zuerst wird sich zwar z.B. die Hamas dagegen wehren, aber vielleicht wird sie nicht alles gegen das Abkommen tun. Offiziell w\u00fcrde sie sagen, wir sind nicht f\u00fcr dieses Abkommen, aber vielleicht, wenn wir in einigen Jahren einen neuen pal\u00e4stinensischen Pr\u00e4sidenten haben, kann er vielleicht ein Abkommen mit Israel bez\u00fcglich der Wassersituation erreichen.<\/p>\n<p>Ich meine, das ist nicht unm\u00f6glich, wenn man das Beispiel des Libanon und Israels nimmt, die sich offiziell immer noch im Krieg befinden. Es gibt keinen Friedensvertrag zwischen Israel und dem Libanon, aber mit der anderen Art von Vermittlung, die sehr interessant als Vorbild ist, haben sie dieses Abkommen \u00fcber die Meerwassergrenze erzielt.<\/p>\n<p>Denn wie Sie wissen, gibt es vor der K\u00fcste des Libanon ein Energiepotential an Offshore-\u00d6l und -Gas, und wie Sie wissen, beutet Israel diese \u00d6l- und Gasressourcen seit vielen Jahren aus, was im Hinblick auf unser Thema heute abend und speziell f\u00fcr Lyndon LaRouches Oasenplan sehr interessant ist.<\/p>\n<p>Denn wir brauchen Energie, wenn die Entsalzung funktionieren soll. Eine M\u00f6glichkeit ist nat\u00fcrlich \u00d6l und Gas, eine andere ist die Solarenergie, und nat\u00fcrlich ist auch die Kernenergie eine M\u00f6glichkeit. Wie Sie wissen, gibt es einige L\u00e4nder im Nahen Osten, die sich jetzt mit der zivilen Nutzung der Kernenergie besch\u00e4ftigen, wie zum Beispiel die Vereinigten Arabischen Emirate. Es war fr\u00fcher ein Projekt von Oberst Gaddafi in Libyen; er wollte die Kernenergie einf\u00fchren, nicht die milit\u00e4rische, sondern die zivile Kernenergie. Warum? Um genau das zu tun, was LaRouche in den 1970er Jahren vorschlug, n\u00e4mlich diese Kernenergie zur Versorgung von Entsalzungsanlagen zu nutzen, was eine hochinteressante Idee ist.<\/p>\n<p>Wasser kennt keine Grenzen<\/p>\n<p>Zum Schlu\u00df m\u00f6chte ich sagen, da\u00df Frieden m\u00f6glich ist und da\u00df Wasser ein Weg zum Frieden sein kann. Denn wie einige Experten sagen, kennt Wasser keine Grenzen. Wasser flie\u00dft und durchquert viele L\u00e4nder, also ist es im Interesse aller Nachbarn im Nahen Osten, Frieden zu schaffen.<\/p>\n<p>Das war auch der Geist der New Yorker Vereinbarungen von 1997. Das war ein Projekt der Vereinten Nationen, der Internationalen Rechtskommission, um einige Regeln f\u00fcr die gemeinsame Nutzung internationaler Fl\u00fcsse aufzustellen. Eine dieser Regeln besagt, da\u00df man kein Wasser aus internationalen Fl\u00fcssen entnehmen darf, ohne seinen Nachbarn dar\u00fcber zu informieren, weil es sich um eine gemeinsame Ressource handelt.<\/p>\n<p>Das ist ein sehr interessanter Punkt. In der Vergangenheit gab es auch viele Projekte zur F\u00f6rderung des Friedens durch Wasser. In den 90er Jahren gab es einen t\u00fcrkischen Plan, sogar zwischen Israel und der T\u00fcrkei, der aber im letzten Moment scheiterte.<\/p>\n<p>Das war auch der Plan des \u00e4gyptischen Pr\u00e4sidenten Sadat. Denn als er 1979 im Camp-David-Abkommen Frieden mit Israel schlo\u00df, waren nat\u00fcrlich viele arabische muslimische L\u00e4nder, und sogar einige \u00c4gypter, ziemlich abgeneigt diesem Abkommen zwischen \u00c4gypten und Israel gegen\u00fcber, sie sahen es als eine Art von Verrat an. Deshalb schlug Pr\u00e4sident Sadat damals vor, frisches Wasser aus dem \u00e4gyptischen Nil nach Israel zu bringen, vor allem nach Jerusalem, weil es eine heilige Stadt ist, nicht nur f\u00fcr Juden, nicht nur f\u00fcr Christen, auch f\u00fcr Muslime. Man w\u00fcrde also Wasser nach Jerusalem bringen, und die Pal\u00e4stinenser w\u00fcrden von diesem Wasser profitieren. Die Idee war, durch Wasser den Frieden zu f\u00f6rdern. Leider war auch dieses Projekt nicht erfolgreich. Bekanntlich wurde Pr\u00e4sident Sadat von Extremisten ermordet.<\/p>\n<p>Im Nahen Osten gibt es immer die Vorstellung, da\u00df Wasser zu Krieg f\u00fchren kann, weil es so knapp ist; gleichzeitig kann Wasser aber auch eine M\u00f6glichkeit sein, Frieden zu schaffen, denn jeder braucht Wasser. Dazu gibt es das Vorbild der Vereinbarungen zum internationalen Wasser, der internationalen Grundwasserschichten und Fl\u00fcsse.<\/p>\n<p>Die wichtigste M\u00f6glichkeit, auch entlegene Gebiete zu versorgen, ist die Einbeziehung aller L\u00e4nder in einen globalen Plan. Das war die Grundidee des Johnston-Plans in der Eisenhower-\u00c4ra, und ich glaube, wir sollten in der internationalen Gemeinschaft an dieser M\u00f6glichkeit arbeiten. Denn wie der fr\u00fchere israelische Pr\u00e4sident Schimon Peres sagte: Wenn wir Frieden wollen, wird Wasser kein Problem sein. Meiner Meinung nach gibt es also entweder genug Wasser in einigen Gebieten, oder man kann dort, wo es kein Wasser gibt, neue L\u00f6sungen finden, um mehr Wasser zu bekommen. Deshalb ist dieses Projekt (der Oasenplan) sehr lohnenswert, und es w\u00e4re ein Erfolg f\u00fcr die Wasserentsalzung und f\u00fcr alle L\u00e4nder im Nahen Osten.<\/p>\n<p>Wir wissen, da\u00df wir die Technologie haben, und wir k\u00f6nnen diese Technologie nat\u00fcrlich mit neuen Energiequellen und vielleicht mit Kernenergie verst\u00e4rken. Deshalb bin ich immer noch optimistisch. Vielleicht nicht im n\u00e4chsten Jahr, vielleicht in f\u00fcnf oder zehn Jahren, aber es gibt heute viele technische M\u00f6glichkeiten, mit Wasser zum Frieden zu kommen. Ich danke Ihnen vielmals.<\/p>\n<p>Anmerkung:<\/p>\n<ol>\n<li>Siehe \u201eDie wirtschaftliche Grundlage f\u00fcr den Frieden in S\u00fcdwestasien\u201c, <em>Neue Solidarit\u00e4t<\/em> 20\/2024.<\/li>\n<\/ol>\n<p><\/div><\/div><\/p>\n<p>Dr. Kelvin Kemm, Kernphysiker, ehemaliger Vorsitzender der South African Nuclear Energy Corporation:<strong> <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=arMhMupF0rg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em>Mit Wissenschaft politische Konflikte \u00fcberwinden\u00a0<\/em><\/a><\/strong><\/p>\n<p><div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Rede im Wortlaut lesen<\/span><\/a><div class=\"toggle-content\"><\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen den Strom- und Wasserverbrauch vervielfachen<\/p>\n<p>Von Dr. Kelvin Kemm<\/p>\n<p><em>Dr. Kelvin Kemm ist Kernphysiker und ehemaliger Vorsitzender der South African Nuclear Energy Corporation. Im zweiten Abschnitt der Konferenz zum Oasenplan am 13. April sagte er folgendes. (\u00dcbersetzung aus dem Englischen, die Zwischen\u00fcberschriften wurden hinzugef\u00fcgt.)<\/em><\/p>\n<p>Wenn es etwas gibt, das \u00fcber viele Jahrhunderte hinweg politische Konflikte \u00fcberdauert hat, dann ist es die Wissenschaft. Wissenschaftler, die in Zeiten von Konflikten weiter miteinander reden, sind sehr wichtig.<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen uns jetzt etwas ansehen, n\u00e4mlich die direkte Korrelation zwischen dem BIP eines Landes und seinem Stromverbrauch. Es gibt ein recht bekanntes Diagramm in der Wirtschaftswissenschaft, das belegt, da\u00df es eine ganz direkte Korrelation gibt &#8211; eine gerade Linie. Es gibt keine L\u00e4nder, die nicht auf dieser Linie oder mindestens nahe an ihr liegen. Wenn man das Einkommen eines Menschen verdoppeln will, dann mu\u00df man den Stromverbrauch des Landes verdoppeln. Punktum. Niemand verdient Geld ohne Strom, er ist das Lebenselixier eines Landes. Es ist das Lebenselixier, das alles am Laufen h\u00e4lt. Genauso wie Ihr ganzer K\u00f6rper nicht mehr funktioniert, Leber, Magen und alles andere, wenn Ihr Herz aufh\u00f6rt zu schlagen, genauso geht ein Land zugrunde, wenn dort der Strom ausf\u00e4llt.<\/p>\n<p>Die Technik an sich ver\u00e4ndert die Menschheit. Es kommen nicht nur neue Ger\u00e4te auf den Markt, K\u00fcchenmaschinen, Mikrowellenherde usw., es werden auch immer mehr Menschen durch Dinge wie Facebook, E-Mail, das Internet usw. individuell beeinflu\u00dft. So k\u00f6nnen Menschen, die noch vor ein paar Jahren im Hintergrund standen, jetzt weltweit bekannt werden, indem sie ins Internet gehen, usw.<\/p>\n<p>Aber das geht jetzt noch weiter. Elon Musk hat zum Beispiel Tausende von Starlink-Satelliten gestartet. Starlink-Satelliten werden es den Menschen erm\u00f6glichen, direkt im Internet zu kommunizieren, ohne \u00fcber einen lokalen Dienstanbieter zu gehen, was bedeutet, da\u00df man nicht durch die Politik seines Landes eingeschr\u00e4nkt wird &#8211; es sei denn, diese beschlie\u00dft, die \u00dcbertragung zu blockieren, was passieren kann.<\/p>\n<p>Es bekommen also immer mehr Menschen immer mehr individuellen Einflu\u00df. Das hat eine gute Seite, aber leider gibt es, wie so oft, auch eine schlechte Seite. Denn, ob es uns gef\u00e4llt oder nicht, jede Gesellschaft braucht sozialen Zusammenhalt und soziale Disziplin.<\/p>\n<p>Es gibt jetzt Teenager, die in T-Shirts herumlaufen, auf denen steht \u201eNo Rules\u201c &#8211; \u201ekeine Regeln\u201c. Das macht sich gro\u00dfartig, wenn man sagt, \u201eich mache einfach mein eigenes Ding, ich halte mich nicht an die Regeln der Gesellschaft\u201c, als junger Mensch f\u00fchlt es sich gut an, diese Meinung zu haben.<\/p>\n<p>Aber leider funktioniert die Gesellschaft nicht so. Helga (Zepp-LaRouche) hat uns vorhin gesagt, da\u00df die Linksgr\u00fcnen in Deutschland sehr diktatorisch geworden ist. Einige dieser Linken sagen, sie h\u00e4tten eine Version der Gesellschaft, die wie diese \u201efreie Version\u201c der Gesellschaft ist, ohne Regeln usw. Sie sind der Meinung, da\u00df das die beste Gesellschaft ist. Aber dann kommen sie an und sagen: \u201eJetzt werdet ihr tun, was wir sagen. Ihr werdet euer Leben so f\u00fchren, wie wir es sagen.\u201c So machen sie daraus ihre Regeln, die sie allen anderen aufzwingen.<\/p>\n<p>Das ist sehr besorgniserregend. Es verletzt die Freiheit der anderen, die nicht mitmachen wollen. Meiner Meinung nach ist das eine Kraft in der Welt, die im Moment sehr besorgniserregend ist. Ich denke, da\u00df einige der Kommentare von Lyndon LaRouche, die wir vorhin gesehen haben, direkt darauf zutreffen.<\/p>\n<p>Diese Leute kommen an und sagen, ihr Plan f\u00fcr das Leben sei es, da\u00df wir \u201eeinfach leben\u201c. Der einzelne soll nicht mehr durch Kapitalismus usw. m\u00e4chtig werden. Jeder soll ein einfaches Leben haben. Aber man kann die Gesellschaft nicht mit Solarzellen auf jedem Dach betreiben. Man kann einen elektrischen Zug nicht \u00fcber Hunderte von Kilometern mit Solarzellen betreiben. Es ist ja sch\u00f6n und gut, wenn man ein Solarpanel hat, das einem hilft, seine Stromrechnung zu senken. Aber mit Solarzellen und Windkraft kann man keine L\u00e4nder versorgen. Man kann die Menschen nicht zu diesem sogenannten einfachen Leben zwingen.<\/p>\n<p>Was also passiert, ist, da\u00df dieses linke Element diese Gesellschaft ohne Regeln haben will, aber unter der Annahme, da\u00df alles weiter funktioniert: Die Stra\u00dfen sollen funktionieren, die Eisenbahnen, die Telefonverbindungen, das Fernsehen w\u00fcrde weiter funktionieren. Dies und das, alles soll funktionieren, aber es soll keine Regeln geben.<\/p>\n<p>Nachfrage nach Elektrizit\u00e4t und Wasser wird weiter wachsen<\/p>\n<p>So funktioniert es aber leider nicht. Schauen Sie sich zwei der kritischen Dinge an, \u00fcber die wir gesprochen haben: Strom und Wasser. Strom und Wasser sind in unserer modernen Welt sozusagen zu einer Verl\u00e4ngerung der grundlegenden Menschenrechte geworden. Es kann kein Recht in dem Sinne sein, da\u00df niemand daf\u00fcr bezahlen mu\u00df, aber Strom und Wasser sind lebenswichtig.<\/p>\n<p>Dabei mu\u00df man beachten, da\u00df die Gesamtmenge an Wasser auf der Erde feststeht. Es wird kein Wasser verbraucht und kein Wasser hinzugef\u00fcgt, was die Anzahl der Molek\u00fcle auf dem Planeten angeht. Was passiert, ist, da\u00df wir sie umher bewegen. Mutter Natur wird die Niederschlagsmenge auf dem Planeten nicht verdoppeln. Niederschlag ist Wasser, das verdunstet, in die Luft aufsteigt, Wolken bildet, sich in eine bestimmte Richtung bewegt und dann wieder herunterkommt.<\/p>\n<p>Aber wenn man sich die wachsende Gesellschaft anschaut, nimmt nicht nur die Bev\u00f6lkerung des Planeten stark zu, es erwarten auch immer mehr Menschen, da\u00df ihre H\u00e4user mit Strom und Wasser versorgt werden usw. Wir m\u00fcssen uns also dar\u00fcber im klaren sein, da\u00df wir gro\u00dfe Steigerungen brauchen. Wenn man sich den Anstieg der Elektrizit\u00e4t ansieht, hat sich der weltweite Stromverbrauch in den letzten 25 Jahren verdoppelt. Und es gibt keinen Grund anzunehmen, da\u00df er sich in den n\u00e4chsten 25 Jahren nicht wieder verdoppelt. Ich glaube sogar, da\u00df es viel schneller gehen wird; ich denke, da\u00df er sich in 20 Jahren oder fr\u00fcher verdoppeln wird, weil es immer mehr elektrische Ger\u00e4te gibt und viele Menschen Stromanschlu\u00df bekommen. Es ist bekannt, da\u00df es in Afrika immer noch etwa 600 Millionen Menschen gibt, die keinen Stromanschlu\u00df haben. Sie w\u00fcnschen sich Elektrizit\u00e4t. Wir m\u00fcssen also mit einem Anstieg des Stromverbrauchs um 100% rechnen. Und wenn das erreicht ist, wird es weitere 100% geben, und danach weitere 100%.<\/p>\n<p>Diese phantasievollen Vorstellungen, da\u00df jeder Solarpaneele auf dem Dach hat und sich dann alles irgendwie stabilisiert, um angeblich den Planeten zu retten, und da\u00df es keine weitere Industrialisierung geben wird usw., sind schlicht und einfach Unsinn. Wir m\u00fcssen den Stromverbrauch verdoppeln, also m\u00fcssen wir auch die Stromerzeugung verdoppeln.<\/p>\n<p>Das gleiche gilt f\u00fcr Wasser. Der Wasserverbrauch auf unserem Planeten wird sich verdoppeln und dann nochmals verdoppeln. Aber Mutter Natur wird nicht mehr Wasser produzieren. So wird Wasser zu einem Problem der Elektrizit\u00e4t, zu einem Energieproblem. Wir m\u00fcssen das Wasser viel mehr transportieren, also brauchen wir viel mehr Entsalzung, wir brauchen viel mehr Pumpen, Kan\u00e4le und alle m\u00f6glichen wissenschaftlichen Methoden, um das Wasser zu transportieren.<\/p>\n<p>Mein Vorredner hat sehr eloquent \u00fcber die Situation der Wasserverteilung in der Nahost-Region gesprochen &#8211; einige haben dort mehr als andere, usw. Was wir tun m\u00fcssen, ist nun, mehr Wasser aus dem Meer zu holen, es zu entsalzen, es auf das Land zu bringen und es umzuleiten und zu recyceln. Das ist also eine technologische Frage.<\/p>\n<p>Um auf meinen Ausgangspunkt zur\u00fcckzukommen: Wissenschaft und Technik sind tendenziell immer mehr gewesen als Funktionen der Politik. Wir brauchen das. Wenn man sich die Konflikte auf der Welt ansieht, und wie viele Menschen sterben, dann ist das Traurige, da\u00df die Menschen, die sterben, nicht diejenigen sind, die den Konflikt ausgel\u00f6st haben. Sie sind das Kanonenfutter, das dort geopfert wird &#8211; junge M\u00e4nner, Frauen, Kinder -, nachdem die K\u00e4mpfe begonnen haben.<\/p>\n<p>Wir brauchen also eine Gesellschaft, in der es Regeln gibt und eine Struktur. Wir d\u00fcrfen nicht zulassen, da\u00df diese extremen Linksgr\u00fcnen daherkommen und so viel Schaden anrichten, wie sie es jetzt tun. Wir m\u00fcssen den Stromverbrauch verdoppeln und den Wasserverbrauch verdoppeln. Und das bedeutet Dinge wie Entsalzung in gro\u00dfem Ma\u00dfstab.<\/p>\n<p>Die notwendige technische Zusammenarbeit<\/p>\n<p>Ich denke, es ist daher auch sehr wichtig, da\u00df es eine starke technische Zusammenarbeit zwischen den L\u00e4ndern gibt. Wenn wir diese gro\u00dfen Wasserprojekte umsetzen wollen, dann kann das nicht nur innerhalb der politischen Grenzen eines Landes geschehen. Man mu\u00df in der Lage sein, Wasser aus dem Meer durch ein Entsalzungssystem zu leiten, das weit vom Ursprungsort entfernt ist.<\/p>\n<p>Wir in S\u00fcdafrika haben uns mit diesen Herausforderungen befa\u00dft. Wir haben hier in Pretoria einen kleinen modularen Kernreaktor entwickelt. S\u00fcdafrika war das erste Land der Welt, das mit der Entwicklung eines kommerziellen kleinen modularen Reaktors (SMR) begonnen hat. Wir haben jetzt einen einsatzbereiten Reaktor, der 100 MW W\u00e4rme oder 35 MW Strom erzeugt.<\/p>\n<p>Damit \u00e4ndert sich die Psychologie, wie die Energie genutzt werden kann. Die kleinen modularen Reaktoren k\u00f6nnen im Besitz eines Staates, aber auch einer Gemeinde oder einzelner Unternehmen sein, wie Bergbauunternehmen oder landwirtschaftliche Genossenschaften. Es ist nicht mehr notwendig, da\u00df die Stromversorgung dem Staat untersteht. Man braucht kein nationales Stromnetz mehr. Einen kleinen modularen Reaktor kann man \u00fcberall aufstellen, wo man m\u00f6chte. In Afrika kann man weit weg von den vorhandenen \u00dcbertragungsleitungen einen Kernreaktor aufstellen, mit einem Netz mit 2-3 km Durchmesser, das v\u00f6llig unabh\u00e4ngig vom nationalen Netz ist. Wir m\u00fcssen uns also mit einer v\u00f6llig anderen Art der Energieversorgung befassen.<\/p>\n<p>\u00c4hnlich verh\u00e4lt es sich mit Dingen wie dem Transport von Wasser, der Entsalzung von Wasser und dem Pumpen von Wasser \u00fcber sehr weite Strecken. All das ist technisch machbar.<\/p>\n<p>Hier in S\u00fcdafrika ist es jedes Jahr ein bi\u00dfchen ein Gl\u00fccksspiel, wie beim Roulette im Kasino, ob wir eine gute Maisernte haben werden oder nicht. Wenn der Regen zur richtigen Zeit kommt, die richtige Menge Wasser \u00fcber die richtige Anzahl von Tagen, dann gibt es eine reiche Maisernte, und wir exportieren Mais in die ganze Welt und verdienen etwas daran. Im n\u00e4chsten Jahr kommt das Wasser nicht zur richtigen Zeit, dann gibt es eine Maisknappheit und wir m\u00fcssen ihn importieren. Das ist alles nur wegen des Regens. Wenn wir das Wasser dorthin pumpen und die Wasserversorgung jedes Jahr garantieren k\u00f6nnten, dann g\u00e4be es jedes Jahr eine reiche Maisernte, und wir w\u00fcrden viel mehr Mais produzieren, um viel mehr Menschen zu ern\u00e4hren.<\/p>\n<p>Wir haben hier Pipelines, die Benzin und Diesel von der K\u00fcste bis hierher, wo ich lebe, nach Pretoria pumpen. Als das vor Jahren vorgeschlagen wurde, war das eine ziemlich erstaunliche Sache &#8211; die Entfernung betr\u00e4gt 600 km. Sie f\u00fcllen Benzin in die Pipeline und pumpen es ins Landesinnere. Und ob Sie es glauben oder nicht, sie setzen ein Trennst\u00fcck in die Pipeline, dieses Metallteil l\u00e4uft mit entlang, und direkt dahinter wird Diesel eingef\u00fcllt, und danach, gleich hinter einem weiteren Trennst\u00fcck, wird eine andere Benzinsorte eingef\u00fcllt. Das Benzin und der Diesel flie\u00dfen alle durch die 600 km lange Pipeline und kommen in der Region Johannesburg-Pretoria wieder heraus. Wenn wir Benzin und Diesel \u00fcber 600 km durch dieselbe Pipeline pumpen k\u00f6nnen, dann gibt es keinen Grund, warum wir nicht auch Wasser \u00fcber gro\u00dfe Entfernungen von einem Entsalzungspunkt zu dem Ort pumpen k\u00f6nnen, an dem es ben\u00f6tigt wird. Entscheidend ist, wie wir technische Zusammenarbeit erreichen und wie wir Dinge wie unsere kleinen modularen Reaktoren in weiten Gebieten einsetzen k\u00f6nnen. Ich k\u00f6nnte hier stundenlang weitermachen, aber das werde ich nicht tun. Wir w\u00fcrden zum Beispiel in ganz Afrika kleine modulare Reaktoren in jedem Land einsetzen.<\/p>\n<p>Aber um einen Kernreaktor zu betreiben, mu\u00df man mit der Internationalen Atomenergiebeh\u00f6rde zusammenarbeiten; man braucht eine nationale Atomaufsichtsbeh\u00f6rde. S\u00fcdafrika hat eine der \u00e4ltesten nationalen Atomaufsichtsbeh\u00f6rden der Welt; sie ist jetzt 40 Jahre alt. Man kann nicht von jedem Land erwarten, da\u00df es eine hochentwickelte Atomaufsichtsbeh\u00f6rde entwickelt, um einen Atomreaktor besitzen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Deshalb haben wir ins Auge gefa\u00dft, alle diese Reaktoren sozusagen \u00fcber das Internet miteinander zu verbinden. Von einem zentralen Kontrollpunkt aus kann man dann eine ganze Reihe von Reaktoren in verschiedenen L\u00e4ndern sehen. Man kann die Dr\u00fccke und die Durchflu\u00dfraten beobachten, man kann viele Dinge tun und eine ganze Reihe von Kooperationen eingehen. Wenn etwas schief geht, k\u00f6nnen die Aufsichtsbeamten in ein Flugzeug steigen, das dann schnell mit Geigerz\u00e4hlern und \u00e4hnlichem zur \u00dcberpr\u00fcfung dorthin fliegt.<\/p>\n<p>Diese technische Zusammenarbeit ist notwendig, um den Menschen einen guten Lebensstandard zu erm\u00f6glichen. Denn wie ich bereits sagte, h\u00e4ngt das BIP-Wachstum direkt mit der Elektrizit\u00e4t zusammen, die wiederum eine Technologie ist.<\/p>\n<p>Deshalb m\u00fcssen wir irgendwie \u00fcber dieses politische Gez\u00e4nk an den Grenzen hinwegkommen und versuchen, einen h\u00f6heren Intellekt zu finden, der sich damit befa\u00dft, wie wir die moderne Technologie im Makroma\u00dfstab einsetzen, und das auf eine insgesamt viel kooperativere Art und Weise. Dabei m\u00fcssen wir bedenken, da\u00df der einzelne jetzt immer mehr Macht hat, z.B. die M\u00f6glichkeit, \u00fcber die Starlink-Satelliten u.\u00e4. direkt ins Internet zu gehen. Immer mehr Einzelpersonen bekommen M\u00f6glichkeiten, die sie vor ein paar Jahrzehnten noch nicht hatten.<\/p>\n<p>Der Nachteil dabei ist, da\u00df auch immer mehr dieser Menschen von der extremen Linken oder den radikalen Gr\u00fcnen, \u00fcber die wir gerade gesprochen haben, ihre Fantasiepl\u00e4ne umsetzen k\u00f6nnen, die nicht funktionieren werden. Wir brauchen realistische Menschen, die in der Lage sind, die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen, damit wir mit Hilfe der Technik das Beste f\u00fcr die Menschheit erreichen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ich denke, das ist alles m\u00f6glich, aber es ist eine intellektuelle Herausforderung, eine ziemlich gro\u00dfe Herausforderung f\u00fcr alle Beteiligten. Aber ich bin sicher, da\u00df es mit dem richtigen Blickwinkel m\u00f6glich ist, das Problem zu l\u00f6sen. Ich danke Ihnen.<\/p>\n<p><\/div><\/div><\/p>\n<p><span class=\"yt-core-attributed-string yt-core-attributed-string--white-space-pre-wrap\"><span class=\"yt-core-attributed-string--link-inherit-color\">Dr. Izzeldin Abuelaish (Pal\u00e4stina \/ Kanada): <\/span><\/span><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=TE2XjlLwkzY\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong><em>\u201eWir m\u00fcssen Druck auf die politischen Entscheidungstr\u00e4ger aus\u00fcben\u201c<\/em><\/strong><\/a><\/p>\n<p><span class=\"yt-core-attributed-string yt-core-attributed-string--white-space-pre-wrap\"><span class=\"yt-core-attributed-string--link-inherit-color\"><div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Transkript lesen<\/span><\/a><div class=\"toggle-content\"><\/span><\/span><\/p>\n<p class=\"western\"><i>Im Rahmen des zweiten Konferenzabschnitts wurde der folgende Auszug aus einem Interview gezeigt, das der pal\u00e4stinensische Arzt und Friedensaktivist Dr. Izzeldin Abuelaish, Autor des Buches \u201eIch werde nicht hassen\u201c, k\u00fcrzlich Michelle Rasmussen vom d\u00e4nischen Schiller-Institut gegeben hat. <\/i><\/p>\n<p class=\"western\"><i><b>Frage:<\/b><\/i> Welche Bedeutung haben die Idee des \u201eFriedens durch wirtschaftliche Entwicklung\u201c und der \u201eOasenplan\u201c, eine Zukunftsvision der Zusammenarbeit zwischen einem freien Pal\u00e4stina und Israel, f\u00fcr die wirtschaftliche Entwicklung des gesamten Gebiets, und wie k\u00f6nnte dies ein wichtiger Weg zum Frieden sein?<\/p>\n<p class=\"western\"><i><b>Dr. Abuelaish:<\/b><\/i> Ja, Frieden ist ein dynamischer Zustand; er ist nicht statisch. Frieden ist eine Beziehung zwischen und innerhalb von Menschen, und diese Beziehung kann sozial, \u00f6kologisch, erzieherisch, politisch, kulturell und gesellschaftlich sein. Wir brauchen die Mittel daf\u00fcr. Frieden ist mehr als das, was wir als Konflikt und Gewalt bezeichnen. Das, was wir als \u201enegativen Frieden\u201c bezeichnen, ist die Abwesenheit von Krieg und Konflikt. Wir brauchen aber den menschlichen und positiven Frieden, der mit vielen anderen Faktoren und Sektoren zusammenh\u00e4ngt und verbunden ist.<\/p>\n<p class=\"western\">Ein negativer Frieden ist nat\u00fcrlich die Grundlage f\u00fcr friedliche Beziehungen: ein negativer Frieden ohne Krieg und Konflikte, der zu Stabilit\u00e4t und Nachhaltigkeit bei der Entwicklung anderer Beziehungen in den Bereichen Bildung, Soziales und Umwelt f\u00fchrt, und ein Teil davon ist wirtschaftliche Entwicklung. Wirtschaftliche Entwicklung ist sehr wichtig, aber man braucht die Grundlage. Das Kernst\u00fcck des Friedens ist die Abwesenheit von Krieg und Konflikten, die zu wirtschaftlicher Entwicklung und sozialen Beziehungen zwischen den Menschen f\u00fchrt, auf der Grundlage von Gleichheit, Gerechtigkeit, Freiheit, Respekt, Mitgef\u00fchl und W\u00fcrde aller. Daran m\u00fcssen wir in einem umfassenden, ganzheitlichen Ansatz arbeiten, nicht in einer fragmentierten Weise. Denn es gibt eine Wechselwirkung zwischen diesen Bereichen: Wirtschaft, Soziales, Politik und Umwelt.<\/p>\n<p class=\"western\">Man sieht es an den Verh\u00e4ltnissen. Was ist zu tun? Leben wir im Frieden mit unserer Umwelt oder nicht? Wir f\u00fcgen unserer Umwelt Schaden zu, man sieht das an den Umweltver\u00e4nderungen, dem Klimawandel und dem, was in unserer Welt mit der Erde, auf der wir leben, geschieht. Wir m\u00fcssen also lernen, da\u00df Frieden eine Beziehung ist, die auf Zusammenarbeit, Partnerschaft und gemeinsamen Interessen beruht, die zu Stabilit\u00e4t und Nachhaltigkeit f\u00fchren. Und es ist sehr wichtig, da\u00df dieser Frieden dynamisch ist und sich den Bed\u00fcrfnissen und Aktualisierungen anpa\u00dft, denn das Leben ist nicht statisch, es ver\u00e4ndert sich. Also brauchen wir diesen Frieden, um daran zu arbeiten.<\/p>\n<p class=\"western\">Ich sage dazu, da\u00df Frieden eine Reise ist, und auf dieser Reise m\u00fcssen wir flexibel sein, um mit der Reise, mit den Bed\u00fcrfnissen Schritt zu halten. Denn Frieden, Gesundheit, Demokratie, Freiheit, Entwicklung, Gleichheit, Gerechtigkeit, Leben und Bildung &#8211; alles h\u00e4ngt davon ab, wer du bist und wo du bist. Ob du ein Mann bist, ob du eine Frau bist, ob du ein Kind bist, ob du alt bist, ob du Pal\u00e4stinenser bist, ob du ein D\u00e4ne bist. Wir m\u00fcssen also etwas Gemeinsames zwischen den Menschen schaffen, damit sie daran glauben, ihre Bed\u00fcrfnisse befriedigen und nach ihren Bed\u00fcrfnissen handeln.<\/p>\n<p class=\"western\">Daher glaube ich, da\u00df wirtschaftliche Entwicklung von entscheidender Bedeutung ist, sobald wir den negativen Frieden, das Ende von Krieg und Konflikten erreicht haben und damit beginnen k\u00f6nnen, die L\u00fccke in der Gleichberechtigung zu schlie\u00dfen und Gleichheit, Freiheit, Gerechtigkeit und W\u00fcrde zu erreichen. Und nat\u00fcrlich, was am wichtigsten ist, Respekt f\u00fcr alle.<\/p>\n<p class=\"western\"><i><b>Frage:<\/b><\/i> Was m\u00fcssen die Pal\u00e4stinenser und die Israelis, aber auch die internationale Gemeinschaft tun, um angesichts des V\u00f6lkermords in Gaza diesen Frieden zu schaffen?<\/p>\n<p class=\"western\"><i><b>Abuelaish:<\/b><\/i> Der erste Schritt, die Priorit\u00e4t ist, da\u00df wir diesen anhaltenden V\u00f6lkermord beenden m\u00fcssen. Wir m\u00fcssen das Blutvergie\u00dfen beenden, um einen sofortigen, dauerhaften Waffenstillstand und ein Ende des Krieges zu erreichen. Zweitens m\u00fcssen wir ernsthafte Verhandlungen aufnehmen, um zu sagen: \u201eDas ist das letzte Mal, da\u00df es Blutvergie\u00dfen und Krieg gibt.\u201c<\/p>\n<p class=\"western\">Wir m\u00fcssen dem, wie gesagt, ein Ende setzen, auf der Grundlage der internationalen Resolutionen. Denn ich frage: Wo stehen wir bei den Menschenrechtskonventionen? Wo stehen wir bei der Genfer Konvention? Wo stehen wir mit den Resolutionen der Vereinten Nationen? Wir wollen die Hoffnung in diese Institutionen wiederbeleben, denn die Welt hat ihr Vertrauen verloren &#8211; die \u00d6ffentlichkeit, die Menschen haben ihr Vertrauen in diese Institutionen verloren. Wir m\u00fcssen den internationalen Resolutionen und den internationalen Institutionen wieder eine Aufgabe zuweisen. Wir leben in einer zerrissenen Welt, die gr\u00f6\u00dftenteils von politischen Agenden bestimmt ist, um der politischen Agenda der politischen F\u00fchrer zu dienen, die dort sitzen, um zu kontrollieren, um zu dominieren. Sie sind v\u00f6llig losgel\u00f6st von den Bed\u00fcrfnissen der \u00d6ffentlichkeit.<\/p>\n<p class=\"western\">Wir brauchen also erstens ein Ende dieses V\u00f6lkermords und zweitens ernsthafte Verhandlungen auf der Grundlage internationaler Resolutionen, um die Besatzung und die Ungerechtigkeit zu beenden und vor allem, um zur Rechenschaft zu ziehen, denn wir brauchen Rechenschaft in unserer Welt. Wenn wir von Gewalt sprechen, dann ist jeder, der die W\u00fcrde, die Rechte, die Freiheit und nat\u00fcrlich das Leben eines Menschen verletzt, ein Gewaltt\u00e4ter. Wir m\u00fcssen also zur Rechenschaft ziehen und parallel dazu mit der wirtschaftlichen Entwicklung beginnen, die mit der Stabilit\u00e4t und Nachhaltigkeit im Einklang stehen sollte. Glauben Sie mir, das wird bei den Menschen die Hoffnung wecken, da\u00df sich ihr Leben \u00e4ndert. Das ist der Schl\u00fcssel zum Erfolg einer wirtschaftlichen Entwicklung, auf der Grundlage der Beendigung der Gewalt und des Konflikts, der Besatzung und der Ungerechtigkeit.<\/p>\n<p class=\"western\"><i><b>Frage:<\/b><\/i> Sie haben ein Buch geschrieben, <i>Ich werde nicht hassen<\/i>, nach einer schrecklichen Trag\u00f6die in Ihrer eigenen Familie, bei der Ihre drei T\u00f6chter und Ihre Nichte im letzten Hamas-Israel-Krieg 2009 von einem israelischen Panzer get\u00f6tet wurden. Was ist Ihre Botschaft an die Menschen, um diesen Kreislauf der Gewalt zu beenden und nicht mehr zu hassen?<\/p>\n<p class=\"western\"><i><b>Abuelaish:<\/b><\/i> Meine Botschaft an die Menschen ist, sich bewu\u00dft zu machen, da\u00df das, was im Gazastreifen und in den pal\u00e4stinensischen Gebieten geschieht, ein V\u00f6lkermord ist, wie Sie ihn beschrieben haben. Es ist ein Massenschlachten, Massenmord, Massenvertreibung, Massenvernichtung.<\/p>\n<p class=\"western\">All diese Grausamkeiten, denen die Pal\u00e4stinenser unter den Augen der Weltgemeinschaft ausgesetzt sind, werden offengelegt, und das t\u00e4glich. Das tun bekannte, angesehene Journalisten. Viele Journalisten, mehr als hundert wurden get\u00f6tet. Und Kinder wurden get\u00f6tet, Eltern, sie haben ihre Familien verloren, es gibt 17.000 Waisen. Mehr als 34.000 unschuldige Pal\u00e4stinenser sind get\u00f6tet worden. Die meisten von ihnen sind Kinder, etwa 14.000, und etwa 10.000 Frauen. Warum tun sie das, wenn Frauen die Zukunft sind und ihre Kinder ihre Zukunft und ihr Leben sind? Sie t\u00f6ten das Leben. Ich bezeichne das als Zukunftsmord, als T\u00f6tung der Zukunft. Wir m\u00fcssen das stoppen.<\/p>\n<p class=\"western\">Deshalb appelliere ich an die Welt, sich einzumischen, aktiv zu werden und nicht einfach nur zuzusehen, was passiert. Es hat Auswirkungen auf uns alle, wenn wir zusehen, was passiert. Es ist schmerzhaft, es ist eine schreckliche Situation, entsetzlich und herzzerrei\u00dfend. Erst gestern haben Pal\u00e4stinenser und Muslime das Zuckerfest gefeiert. Viele Pal\u00e4stinenser haben sich alte Videos angesehen. Sie sagten: \u201eWie kann man da essen? Alle, die wir geliebt haben, die wir auf den Videos sehen, mein Bruder, meine Schwester, meine Familien, sie sind alle weg.\u201c Neulich, Sie werden es kaum glauben, ging mein Bruder zu den Gr\u00e4bern meiner T\u00f6chter, von denen Sie sprachen. Sogar die Gr\u00e4ber meiner T\u00f6chter wurden zerst\u00f6rt; die Steine wurden heruntergerissen. Es gibt nicht einmal Gnade f\u00fcr die Toten.<\/p>\n<p class=\"western\">Was k\u00f6nnen wir also tun? Ich appelliere an die internationale Gemeinschaft, die von den Geschehnissen betroffen ist &#8211; denn die Geschehnisse in Pal\u00e4stina sind grenz\u00fcberschreitend, und die Welt ist jetzt zwischen der politischen F\u00fchrung und der \u00d6ffentlichkeit gespalten. Aber die \u00d6ffentlichkeit steht auf, und ich bin sicher, eines Tages wird die \u00d6ffentlichkeit sagen: \u201eEs ist an der Zeit, human zu werden, auszugleichen, zu stabilisieren und zu handeln.\u201c<\/p>\n<p class=\"western\">Und wir m\u00fcssen Druck auf die politischen Entscheidungstr\u00e4ger aus\u00fcben, die voreingenommen, mitschuldig und gleichg\u00fcltig sind oder sogar selektiv handeln, um ihre eigene Agenda zu verfolgen. Es ist an der Zeit, ihnen Einhalt zu gebieten und sie f\u00fcr ihre Taten zur Rechenschaft zu ziehen und aus ihren \u00c4mtern zu vertreiben. Das wird die Garantie daf\u00fcr sein, da\u00df die Zukunft die Zukunft des Volkes ist und nicht die Zukunft der politischen F\u00fchrer.<\/p>\n<p><span class=\"yt-core-attributed-string yt-core-attributed-string--white-space-pre-wrap\"><span class=\"yt-core-attributed-string--link-inherit-color\"><\/div><\/div><\/span> <\/span><\/p>\n<p><span class=\"yt-core-attributed-string yt-core-attributed-string--white-space-pre-wrap\"><span class=\"yt-core-attributed-string--link-inherit-color\">William DeOreo (USA):<strong> <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=g7p9MOqTVh4\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em>Die Potenziale gro\u00dftechnischer Wasserentsalzung zur L\u00f6sung extremer Wasserknappheit\u00a0<\/em><\/a><\/strong><br \/><\/span><\/span><\/p>\n<p><\/div><br \/><div class=\"tab-content\"><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><iframe loading=\"lazy\" title=\"Der Oasenplan: LaRouches Vision f\u00fcr S\u00fcdwestasien\" width=\"960\" height=\"540\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/2qmFdGScraI?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/youtu.be\/551_XoiKUHA\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u0627\u0644\u0639\u0631\u0628\u064a\u0629<\/a>\u00a0\u00a0(ar) \u2022 <a href=\"https:\/\/youtu.be\/2qmFdGScraI\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">English<\/a> (Eng) \u2022\u00a0<a href=\"https:\/\/youtu.be\/7FdPJixhFko\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">espa\u00f1ol<\/a> (es) \u2022 <a href=\"https:\/\/youtu.be\/6ML0rAHC0So\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">fran\u00e7ais<\/a>\u00a0(fr)\u00a0\u2022 <a href=\"https:\/\/youtu.be\/EJl4E918zOg\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">italiano<\/a> (it)\u00a0\u2022\u00a0<a href=\"https:\/\/es-schillerinstitute.nationbuilder.com\/apoya_el_plan_oasis_de_larouche_para_la_paz_y_el_desarrollo_en_el_sudoeste_de_asia_pt\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">portugu\u00eas<\/a> (pt) \u2022\u00a0<a href=\"https:\/\/youtu.be\/voXlaAeKT14\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u4e2d\u6587<\/a> (zh)<\/p>\n<div class=\"toggle-container\">\n<p><div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Die Welt braucht einen \u201eOasenplan\u201c f\u00fcr den Nahen Osten!<\/span><\/a><div class=\"toggle-content\"><\/p>\n<h3 class=\"has-text-align-center\">Das Schiller-Institut ver\u00f6ffentlichte am 17. Oktober die folgende \u201eDringliche Erkl\u00e4rung\u201c:<\/h3>\n<h3 class=\"has-text-align-center\">Die Welt braucht einen \u201eOasenplan\u201c f\u00fcr den Nahen Osten!<\/h3>\n<figure class=\"wp-block-pullquote\">\n<blockquote>\n<p>\u201e<em>Die Wahl ist nicht mehr zwischen Gewalt und Gewaltlosigkeit.<\/em><\/p>\n<p><em>Die Wahl ist die zwischen Gewaltlosigkeit und Nichtexistenz.\u201c<\/em><\/p>\n<p><cite><br \/><em>Rev. Dr. Martin Luther King, Riverside Church, 4. April 1967<\/em><\/cite><\/p>\n<\/blockquote>\n<\/figure>\n<p>17. Oktober \u2013 Die Sonderberichterstatterin der Vereinten Nationen, Francesca Albanese, warnte am 14. Oktober: \u201eIm Namen der Selbstverteidigung versucht Israel zu rechtfertigen, was einer ethnischen S\u00e4uberung gleichk\u00e4me\u2026 Israel hat unter dem Deckmantel des Krieges bereits massenhafte ethnische S\u00e4uberungen an Pal\u00e4stinensern durchgef\u00fchrt.\u201c<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2023\/10\/18\/die-welt-braucht-einen-oasenplan-fuer-den-nahen-osten\/\" class=\"custom-button small\" data-newwindow=\"true\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n<p><\/div><\/div> <div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Zehn Prinzipien f\u00fcr eine neue internationale Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur<\/span><\/a><div class=\"toggle-content\"><\/p>\n<p>Helga Zepp-LaRouche:<\/p>\n<p>\u201eDas neue Paradigma, das die neue Epoche pr\u00e4gen wird und an dem sich die neue globale Sicherheits- und Entwicklungsarchitektur orientieren muss, muss daher das Konzept des Oligarchismus endg\u00fcltig beseitigen und die politische Ordnung so gestalten, dass der wahre Charakter der Menschheit als sch\u00f6pferische Gattung verwirklicht werden kann.<\/p>\n<p>Deshalb schlage ich vor, dass die folgenden Prinzipien diskutiert und, wenn man sich darauf einigt, verwirklicht werden m\u00fcssen. Diese Ideen sind als Denkansto\u00df und Dialog zwischen allen Beteiligten gedacht, um eine Grundlage f\u00fcr eine Weltordnung zu finden, die die dauerhafte Existenz der menschlichen Gattung garantiert.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2022\/11\/30\/zehn-prinzipien-fuer-eine-neue-internationale-sicherheits-und-entwicklungsarchitektur\/\" class=\"custom-button small\" data-newwindow=\"true\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n<p><\/div><\/div> <div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Der Oasenplan: Entwicklung ist der Schl\u00fcssel zum Frieden im Nahen Osten<\/span><\/a><div class=\"toggle-content\"><\/p>\n<p><em>Lyndon LaRouche hielt diese Rede \u00fcber den \u201eOasenplan\u201c zur Entwicklung des Nahen Ostens am 27. April 1994 im Institut f\u00fcr Orientalische Studien in Moskau. Er hielt sich mit seiner Frau Helga Zepp-LaRouche auf Einladung russischer Wissenschaftskreise zu einem sechst\u00e4gigen Besuch in Ru\u00dfland auf. Die Zwischen\u00fcberschriften sind eingef\u00fcgt.<\/em><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.ibykus.online\/article\/der-oasenplan-entwicklung-ist-der-schluessel-zum-frieden-im-nahen-osten\/\" class=\"custom-button small\" data-newwindow=\"true\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n<p><\/div><\/div> <div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Ein Friedensplan im wahren Interesse der Araber und Israelis<\/span><\/a><div class=\"toggle-content\"><\/p>\n<p><em>Von Lyndon H. LaRouche, Jr., 21. August 1990<\/em><\/p>\n<p>Der gegenw\u00e4rtige Krieg im Nahen Osten ist eine direkte Folge der Kontrolle des britischen Geheim\u00addienstes \u00fcber Israel und der Insze\u00adnie\u00adrung der Situation in der arabischen Welt. Die arabische Welt als Ganzes wurde zusammen mit Israel mani\u00adpu\u00adliert. Der [irakische Pr\u00e4sident] Saddam Hussein und der Irak als Ganzes wur\u00adden in eine Ecke gedr\u00e4ngt, in der sie keine andere Wahl hatten, als auf eine bestimmte Art und Weise zu reagieren, und als sie auf eine bestimmte Art und Weise reagierten, wurden sie erneut in eine Ecke gedr\u00e4ngt und gezwungen, entsprechend zu reagieren.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/solidaritaet.com\/neuesol\/2023\/47\/friedensplan.htm\" class=\"custom-button small\" data-newwindow=\"true\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n<p><\/div><\/div><\/p>\n<p>Petition: Unterst\u00fctzung des LaRouche-Oasenplans f\u00fcr Frieden und Entwicklung in S\u00fcdwestasien<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2024\/02\/14\/petition-unterstuetzung-des-larouche-oasenplans-fuer-frieden-und-entwicklung-in-suedwestasien\/\" class=\"custom-button small\" data-newwindow=\"true\">Hier LaRouches Oasenplan unterst\u00fctzen<\/a><\/p>\n<\/div>\n<p><\/div> <\/div><div class=\"clearfix\"><\/div><\/p>\n\n\n<p><\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Oasenplan: Die LaRouche-L\u00f6sung f\u00fcr Frieden durch Entwicklung zwischen Israel und Pal\u00e4stina sowie der gesamten Region S\u00fcdwestasien Internetkonferenz des Schiller-Instituts 13. April 2024 Hier k\u00f6nnen Sie sich Panel 1 und Panel 2 im Englischen Original ansehen. Die deutsche \u00dcbersetzung der Videos und Transkripte finden Sie&hellip;<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on get_the_excerpt --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on get_the_excerpt --><\/p>\n","protected":false},"author":33,"featured_media":101092,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_lmt_disableupdate":"no","_lmt_disable":"","footnotes":""},"categories":[37],"tags":[],"class_list":["post-101091","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein-de"],"featured_image_src":"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Oasenplan-Konferenz.jpg","author_info":{"display_name":"tobi","author_link":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/author\/tobi\/"},"modified_by":"madeleine","cc_featured_image_caption":{"caption_text":"","source_text":"","source_url":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/101091","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/33"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=101091"}],"version-history":[{"count":43,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/101091\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":102680,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/101091\/revisions\/102680"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/101092"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=101091"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=101091"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=101091"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}