{"id":100826,"date":"2024-02-24T07:45:30","date_gmt":"2024-02-24T12:45:30","guid":{"rendered":"https:\/\/schillerinstitute.com\/?p=100826"},"modified":"2024-02-24T07:49:22","modified_gmt":"2024-02-24T12:49:22","slug":"eine-friedensvision-fuer-milliarden-jahre-ein-bericht-vom-treffen-der-internationalen-friedenskoalition-ipc-am-16-februar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2024\/02\/24\/eine-friedensvision-fuer-milliarden-jahre-ein-bericht-vom-treffen-der-internationalen-friedenskoalition-ipc-am-16-februar\/","title":{"rendered":"Eine Friedensvision f\u00fcr Milliarden Jahre &#8211; Ein Bericht vom Treffen der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 16. Februar."},"content":{"rendered":"\n<p>Von Kevin Gribbroek<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-pullquote\"><blockquote><p>\u201eWir sind an einem Punkt in der Geschichte angelangt, an dem wir uns, weil wir alle in einem Boot sitzen, auf die Ebene der Vernunft erheben m\u00fcssen, um eine L\u00f6sung f\u00fcr die gesamte Menschheit zu finden.\u201c<\/p><cite>Helga Zepp-larouche<\/cite><\/blockquote><\/figure>\n\n\n\n<p>Die 37. Internetkonferenz der Internationalen Friedenskoalition (International Peace Coalition, IPC) am 16. Februar war dem Kampf gegen den Pragmatismus gewidmet, der das Denken der meisten Menschen in der heutigen Gesellschaft hemmt und verhindert, da\u00df sie \u00fcbergeordnete L\u00f6sungen f\u00fcr die schweren Krisen der Menschheit aufgreifen. Die Menschen verheddern sich oft in den Einzelheiten der verschiedenen Konflikte \u2013 etwa Gaza oder die Ukraine \u2013, und das nimmt ihnen die F\u00e4higkeit, sich eine \u00fcbergreifende, dauerhafte L\u00f6sung vorzustellen, die die Bed\u00fcrfnisse aller L\u00e4nder der Welt ber\u00fccksichtigen mu\u00df. Dies war die Herausforderung, der sich die IPC mit der Premiere des neuen Videos <em>Der Oasenplan \u2013 LaRouches L\u00f6sung f\u00fcr den Nahen Osten<\/em> stellte.<\/p>\n\n\n\n<p>Helga Zepp-LaRouche, die Gr\u00fcnderin des Schiller-Instituts und Initiatorin der IPC, er\u00f6ffnete die Veranstaltung mit einem strategischen \u00dcberblick und erw\u00e4hnte die j\u00e4hrliche M\u00fcnchner Sicherheitskonferenz, die gerade stattfindet. Diese Konferenz sei in der Vergangenheit ein Forum f\u00fcr die Suche nach L\u00f6sungen f\u00fcr wesentliche Sicherheitsfragen gewesen, sei aber inzwischen zu einer PR-Veranstaltung f\u00fcr den Milit\u00e4risch-Industriellen Komplex verkommen \u2013 der Tenor sei Konfrontation, nicht Diplomatie.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Ausnahme bilde UN-Generalsekret\u00e4r Ant\u00f3nio Guterres, der dort beklagte, da\u00df 1,4 Millionen Pal\u00e4stinensern in Rafah ein ungeheuerliches Schicksal droht. Und der Pr\u00e4sident Ghanas forderte in M\u00fcnchen eine gerechte neue Wirtschaftsordnung: Es k\u00f6nne nicht so weitergehen, da\u00df ein Teil der Welt im \u00dcberflu\u00df lebt und der andere Teil hungert.<\/p>\n\n\n\n<p>Zepp-LaRouche berichtete weiter, da\u00df ab dem 19. Februar 52 L\u00e4nder eine Woche lang vor dem Weltgerichtshof in Den Haag zu einer Klage der UN-Vollversammlung vom 30. Dezember 2022&nbsp; gegen israelische Menschenrechtsverletzungen an den Pal\u00e4stinensern \u00fcber einen Zeitraum von 55 Jahren aussagen werden. Das sei zwar gut und richtig, aber man m\u00fcsse das Problem noch viel grundlegender angehen: Solange sich an der scheinbaren Ausweglosigkeit der Lage nichts \u00e4ndere, k\u00f6nne man keine L\u00f6sung finden. Deshalb sei Lyndon LaRouches \u201eOasenplan\u201c aus dem Jahr 1975 f\u00fcr die wirtschaftliche Entwicklung ganz S\u00fcdwestasiens entscheidend. Solange man nicht das geopolitische Spiel \u00fcber den Haufen wirft \u2013 was der Oasen-Plan tut \u2013 und ein neues Entwicklungsparadigma schafft, g\u00e4be es keine Hoffnung.<\/p>\n\n\n\n<p>Es sei extrem wichtig, das Video \u00fcber den Oasen-Plan weit zu verbreiten, um mit diesem Konzept die Diskussion zu \u00fcbernehmen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Monetarismus und Malthusianismus \u00fcberwinden<\/h3>\n\n\n\n<p>Anschlie\u00dfend wurde das viertelst\u00fcndige Video gezeigt, und der Produzent des Videos, Jason Ross von der amerikanischen LaRouche-Organisation (TLO), stellte sich den Fragen der IPC-Teilnehmer. Ross betonte einleitend, auf dem Weg zum Frieden m\u00fcsse man manchmal \u201edas Terrain wechseln\u201c. Denn unter dem heute herrschenden Hegemoniedenken sei kein Frieden m\u00f6glich.<\/p>\n\n\n\n<p>Zwei Aspekte dieses Paradigmas m\u00fc\u00dften ge\u00e4ndert werden: Die UNO sch\u00e4tze, da\u00df der Wiederaufbau des Gazastreifens 20 Milliarden Dollar \u00fcber einen Zeitraum von 70 Jahren kosten wird. Doch das sei monetaristische Sichtweise, die nicht ber\u00fccksichtigt, da\u00df nicht nur Gaza, sondern die gesamte Region in einer Weise umgestaltet werden mu\u00df, die allen Menschen dort zugutekommt.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein zweites Problem sei, da\u00df es viele Menschen gibt, die zwar v\u00f6llig zu Recht gegen den Krieg, gleichzeitig aber auch gegen den Frieden sind. Ross nannte als Beispiel die Energiepolitik: Der Oasen-Plan erfordere die Atomkraft, weil es die effizienteste Energiequelle ist. Doch leider h\u00e4tten viele Friedensaktivisten eine gr\u00fcne, wachstumsfeindliche, malthusianische Ideologie und seien Atomkraftgegner. Diese Ideologie verdamme zahllose Menschen zu Armut und unn\u00f6tigem Tod und verhindere ein neues Paradigma des Friedens durch wirtschaftliche Entwicklung. Abschlie\u00dfend betonte Ross, da\u00df der Oasenplan \u00fcberhaupt nicht im Widerspruch zur Notwendigkeit eines Waffenstillstands steht.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Neue Wege der Finanzierung<\/h3>\n\n\n\n<p>Ein Teilnehmer aus Gro\u00dfbritannien stie\u00df eine sehr n\u00fctzliche Diskussion an, indem er die Frage stellte, wie man Entwicklung ohne die Konditionalit\u00e4ten finanzieren k\u00f6nne, die arme L\u00e4nder zu Sklaven der westlichen Finanzwelt machen. Ross antwortete, es gebe heute ein neues Paradigma der Kreditvergabe au\u00dferhalb der \u201eSchuldsklaverei\u201c von IWF und Weltbank, bei dem die Kreditvergabe f\u00fcr realwirtschaftliche Entwicklung im Mittelpunkt steht. Als Beispiele nannte er die Afrikanische Entwicklungsbank, die Neue Entwicklungsbank der BRICS sowie verschiedene chinesische Banken, die die G\u00fcrtel- und Stra\u00dfen-Initiative (BRI) finanzieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Dennis Small vom Schiller-Institut erg\u00e4nzte, die britischen und US-Banken des bankrotten transatlantischen Finanzsystems w\u00fcrden Kredite f\u00fcr echte Entwicklung erst vergeben, \u201ewenn die H\u00f6lle zufriert\u201c. Mit zwei Billiarden Dollar (!) an Finanztiteln in ihren B\u00fcchern verg\u00e4ben westliche Banken heute Kredite nur f\u00fcr einen einzigen Zweck: mehr Spekulation. Eine solche Art der Kreditvergabe solle den Zustand zementieren, da\u00df keine physische wirtschaftliche Entwicklung stattfindet, und den armen Nationen der Welt malthusianische Entv\u00f6lkerung aufzwingen. Die Leute, die gerne \u00fcber China schimpfen \u2013 das ein Hauptbestandteil des neuen Kreditparadigmas ist \u2013, m\u00fc\u00dften erst einmal erkl\u00e4ren, wie es China gelungen ist, 850 Millionen Menschen aus der Armut zu befreien.<\/p>\n\n\n\n<p>Bob Cushing von Pax Christi begann mit einer Lesung aus <em>Jesaja, Kapitel 58, Verse 6-14<\/em> \u00fcber das Thema Fasten. Dazu nannte er ein Zitat der Dichterin und Aktivistin Frida Berrigan, um dann mit den Worten zu schlie\u00dfen: \u201eHier ist die ,Aufgaben-Liste\u2018: la\u00dft die Gefangenen frei; befreit die Unterdr\u00fcckten; teilt euer Essen mit den Hungrigen; \u00f6ffnet den Obdachlosen die T\u00fcr; kleidet die Nackten; beendet die Kriege. Und jetzt la\u00dft uns an die Arbeit gehen!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Dennis Speed vom Schiller-Institut betonte, mit dem Verfahren vor dem Internationalen Gerichtshof im Auftrag der UN-Vollversammlung (s.o.) \u00f6ffne sich ein ausgezeichnetes Aktionsfeld, um unsere Intervention in die strategische Situation zu verst\u00e4rken.<\/p>\n\n\n\n<p>Alejandro Zenteno Ch\u00e1vez von der mexikanischen Gesellschaft \u201eVernunft und Denken\u201c \u00fcberbrachte Gr\u00fc\u00dfe an die IPC und \u00e4u\u00dferte seine \u00dcberzeugung, da\u00df der Oasenplan einen Weg zu einer L\u00f6sung f\u00fcr die ganze Welt bietet.<\/p>\n\n\n\n<p>Helga Zepp-LaRouche nahm die IPC-Teilnehmer in ihren Schlu\u00dfworten mit auf einen Rundgang durch den \u201elangen Bogen der Geschichte\u201c. Sie erinnerte an verschiedene Hochphasen der menschlichen Zivilisation, vom Konfuzianismus in China \u00fcber die griechische Klassik bis zur italienischen Renaissance und der Amerikanischen Revolution. Bei diesem langen Bogen der Geschichte sei die Dynamik aber immer so gewesen, da\u00df ein Teil der Welt eine Renaissance erleben konnte, w\u00e4hrend ein anderer in einem dunklen Zeitalter steckte. Heute sei das anders, die Menschheit \u201esitzt in einem Boot\u201c: Atomwaffen w\u00fcrden uns alle vernichten; das Internet erm\u00f6glicht eine globale Vernetzung; Pandemien treffen \u00fcber den Flugverkehr die ganze Welt. Wegen dieser Dynamik w\u00fcrden regional begrenzte L\u00f6sungen f\u00fcr Krisen nicht mehr funktionieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Zepp-LaRouche fuhr fort, Nationalstaaten blieben zwar wichtig, aber man m\u00fcsse ein Paradigma schaffen, das nicht zul\u00e4\u00dft, da\u00df die Interessen eines einzelnen Landes \u00fcber die Interessen der Menschheit gestellt werden. Die gemeinsame wirtschaftliche Entwicklung aller L\u00e4nder mache dies m\u00f6glich. Wir br\u00e4uchten eine Diskussion dar\u00fcber, eine Vision zu entwickeln, wie wir unsere Unsterblichkeit als Spezies bewahren k\u00f6nnen \u2013 und das nicht nur hier auf der Erde, sondern angesichts der Tatsache, da\u00df unser Sonnensystem irgendwann in den n\u00e4chsten Milliarden Jahren unweigerlich untergehen wird, in der gesamten Galaxis. Angesichts des ungeheuren F\u00fchrungsvakuums in der nordatlantischen Region bestehe unsere Aufgabe darin, die Idee des Neuen Paradigmas in den \u00f6ffentlichen Diskurs einzubringen. Dazu geh\u00f6re u.a., alle Diskussionsforen mit der Idee des Oasenplans \u201ezu fluten\u201c. Wenn eine Handvoll f\u00fchrende Pers\u00f6nlichkeiten sich f\u00fcr das neue Paradigma einsetzt, k\u00f6nne sich das wie ein Lauffeuer verbreiten und eine allgemeine Renaissance ausl\u00f6sen.<\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Kevin Gribbroek \u201eWir sind an einem Punkt in der Geschichte angelangt, an dem wir uns, weil wir alle in einem Boot sitzen, auf die Ebene der Vernunft erheben m\u00fcssen, um eine L\u00f6sung f\u00fcr die gesamte Menschheit zu finden.\u201c Helga Zepp-larouche Die 37. 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