{"id":100757,"date":"2024-02-14T08:47:22","date_gmt":"2024-02-14T13:47:22","guid":{"rendered":"https:\/\/schillerinstitute.com\/?p=100757"},"modified":"2024-02-14T08:47:24","modified_gmt":"2024-02-14T13:47:24","slug":"ein-bericht-vom-treffen-der-internationalen-friedenskoalition-ipc-am-9-februar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2024\/02\/14\/ein-bericht-vom-treffen-der-internationalen-friedenskoalition-ipc-am-9-februar\/","title":{"rendered":"Ein Bericht vom Treffen der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 9. Februar."},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"has-text-align-center wp-block-heading\">\u201eWir brauchen eine Kehrtwende im moralischen Universum\u201c<\/h2>\n\n\n\n<p>Von Daniel Platt<\/p>\n\n\n\n<p>Die Online-Diskussion der Internationalen Friedenskoalition (International Peace Coalition, IPC) am 9. Februar begann mit der Feststellung der Moderatorin Anastasia Battle, da\u00df sich die Koalition inzwischen seit 36 Wochen regelm\u00e4\u00dfig jeden Freitag getroffen hat. Ein Schwerpunkt der Aktivit\u00e4ten der Koalition sei jetzt eine Massenmobilisierung, um die Finanzierung des Hilfswerks der Vereinten Nationen f\u00fcr Pal\u00e4stina-Fl\u00fcchtlinge (UNRWA) wiederherzustellen, das ein Opfer unbewiesener Vorw\u00fcrfe des Likud-Regimes in Israel und seiner neokonservativen Unterst\u00fctzer im Westen sei.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Gr\u00fcnderin des Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche, er\u00f6ffnete das Treffen. Sie sagte, die j\u00fcngste unglaubliche, schreckliche Entwicklung im Gazastreifen seien Netanjahus Ablehnung eines Angebots der Hamas zur Freilassung der Geiseln und die Ank\u00fcndigung, die israelischen Streitkr\u00e4fte (IDF) w\u00fcrden die Stadt Rafah angreifen. 1,5 Millionen Pal\u00e4stinenser, die aus anderen Teilen des Gazastreifens gewaltsam vertrieben wurden, leben in Rafah auf engstem Raum zusammengepfercht, wo es kein Entkommen gibt. Ein Angriff der IDF auf diese Fl\u00fcchtlinge h\u00e4tte ein furchtbares Gemetzel zur Folge. Zepp-LaRouche kommentierte auch die Kampagne gegen das UNRWA, das laut UN-Generalsekret\u00e4r Ant\u00f3nio Guterres \u201eunersetzlich\u201c ist. Wenn man dem Hilfswerk die Gelder streiche, \u201everurteilt man die Menschen, die von ihm abh\u00e4ngen, zum Tod\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Selbst in Kreisen des US-Establishments sei man sich bewu\u00dft, da\u00df dieser Zustand nicht ewig so weitergehen kann. Sie erw\u00e4hnte einen Artikel in der einflu\u00dfreichen au\u00dfenpolitischen Zeitschrift <em>Foreign Affairs <\/em>mit der \u00dcberschrift \u201eIsraels Selbstzerst\u00f6rung\u201c, der mit der Schlu\u00dffolgerung endet, da\u00df die Israelis auf die Pal\u00e4stinenser zugehen m\u00fcssen und &#8211; wegen der stark fraktionierten Situation &#8211; auch im eigenen Land aufeinander zugehen m\u00fcssen.<sup>1<\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Zepp-LaRouche erinnerte die Teilnehmer daran, da\u00df trotz der Dringlichkeit der Lage in Pal\u00e4stina nicht vergessen werden d\u00fcrfe, da\u00df die Gefahr einer Eskalation zum Weltkrieg besteht, wenn es nicht gelinge, eine neue Sicherheits- und Entwicklungsinfrastruktur f\u00fcr die Welt umzusetzen, so wie sie dies im November 2022 vorgeschlagen hat.<sup>2<\/sup><\/p>\n\n\n\n<p>Der ungarische Au\u00dfenminister P\u00e9ter Szijj\u00e1rt\u00f3 habe k\u00fcrzlich gewarnt: Wenn zu den Konflikten in der Ukraine und in S\u00fcdwestasien noch ein weiterer gro\u00dfer Konflikt hinzukommt, k\u00f6nne dies einen Weltkrieg bedeuten. Zepp-LaRouche sagte, die wichtigste Aussage in dem legend\u00e4ren Interview von Tucker Carlson mit Wladimir Putin &#8211; das bereits 120 Millionen Menschen gesehen haben &#8211; sei die, da\u00df Putin und Ru\u00dfland niemals die T\u00fcr zur Zusammenarbeit mit dem Westen geschlossen h\u00e4tten.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Botschafter S\u00fcdafrikas in Mexiko richtete Gru\u00dfworte an die Sitzung, und die IPC-Mitglieder dankten S\u00fcdafrika f\u00fcr seinen wichtigen Beitrag im Kampf um Gerechtigkeit f\u00fcr Pal\u00e4stina mit seiner Klage gegen Israel vor dem Weltgerichtshof (IGH).<\/p>\n\n\n\n<p>Das Interview mit Putin<\/p>\n\n\n\n<p>Der ehemalige CIA-Analyst und Mitbegr\u00fcnder der \u201eGeheimdienstveteranen f\u00fcr Vernunft\u201c (Veteran Intelligence Professionals for Sanity, VIPS), Ray McGovern, pr\u00e4sentierte eine Analyse von Carlsons Interview. Schon US-Pr\u00e4sident Eisenhower habe gewarnt, wenn die Amerikaner schlecht informiert seien, dann werde der Milit\u00e4risch-Industrielle Komplex Amerikas Politik bestimmen. Ein Mann, dem es gelang, eine Bresche in das ansonsten allgegenw\u00e4rtige Klima erzwungener Ignoranz zu schlagen, sei Julian Assange. Tucker Carlson habe nun einen weiteren wichtigen Beitrag geleistet.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein wichtiger Aspekt des Interviews sei, da\u00df die Zuschauer daran erinnert wurden, da\u00df es im Fr\u00fchjahr 2022 in Istanbul schon ein fertiges Abkommen zwischen Ru\u00dfland und der Ukraine zur Beendigung des Krieges gab, aber die USA und die Briten intervenierten und die unterzeichneten Dokumente \u201ein den M\u00fclleimer der Geschichte warfen\u201c. Die Folge davon sei der sinnlose Tod von bis zu einer halben Million Ukrainer, der Bl\u00fcte des Landes, gewesen.<\/p>\n\n\n\n<p>Carlson fragte Putin, wer seiner Meinung nach in Washington das Sagen habe, und Putin antwortete, er wisse es nicht, aber es sei mit Sicherheit nicht der Pr\u00e4sident. McGovern kommentierte, Putin habe Grund zur Sorge, wer in Amerika \u201ewirklich den Atomknopf kontrolliert\u201c. Der enorme Gegensatz zwischen Putin und Biden zeige sich daran, da\u00df das US-Justizministerium gerade ernsthaft erkl\u00e4rte, man m\u00fcsse Unwahrheiten Bidens entschuldigen, weil er alt und nicht immer Herr seiner Sinne sei.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fchrende Geistliche mobilisieren f\u00fcr Frieden<\/p>\n\n\n\n<p>Bei dem Treffen kamen auch mehrere Geistliche und religi\u00f6se Aktivisten zu Wort. Ein Pfarrer aus der Stadt Dearborn im US-Staat Michigan emp\u00f6rte sich dar\u00fcber, da\u00df die amerikanischen Medien behaupten, Israel f\u00fchre einen Krieg gegen die Hamas, w\u00e4hrend es sich in Wirklichkeit um einen Krieg gegen die Zivilisten in Pal\u00e4stina handele. Aber wer die Wahrheit sagt, werde als \u201eAntisemit\u201c abgestempelt. Dearborn wurde k\u00fcrzlich in einem Kommentar im <em>Wall Street Journal <\/em>als \u201eDschihadisten-Stadt\u201c verleumdet, was eine emp\u00f6rte Reaktion des B\u00fcrgermeisters hervorrief, der verst\u00e4rkte Sicherheitsvorkehrungen wegen der Gefahr islamfeindlicher Gewalt anordnete. Der Geistliche warnte vor der Gefahr, da\u00df Israel den Krieg auf den Libanon und andere Nachbarl\u00e4nder ausweitet, und sagte, man m\u00fcsse es zu einem wichtigen Thema machen, da\u00df israelische Demonstranten humanit\u00e4re Hilfe f\u00fcr den Gazastreifen blockieren. Er schlo\u00df mit der Bemerkung, die T\u00f6tung der vielen Zivilisten durch die IDF werde zur Folge haben, da\u00df die Hamas neue Mitglieder rekrutiert, der Kreislauf der Gewalt gehe dann weiter und werde wiederum dazu f\u00fchren, da\u00df in Israel noch mehr Extremisten wie Netanjahu an die Macht kommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Andere religi\u00f6se F\u00fchrer er\u00f6rterten Zitate aus christlichen, j\u00fcdischen und islamischen Schriften, die man auf die gegenw\u00e4rtige strategische Krise beziehen kann, und kamen zu dem Schlu\u00df: \u201eWir brauchen eine Kehrtwende im moralischen Universum.\u201c Sie berichteten \u00fcber die neuesten Aktivit\u00e4ten und Zukunftspl\u00e4ne. Pax Cristi plant in den USA zum \u201eTax Day\u201c &#8211; dem Tag, an dem die Steuererkl\u00e4rung f\u00e4llig wird &#8211; zahlreiche Aktionen gegen die Waffenhersteller, die \u201eH\u00e4ndler des Todes\u201c, die ungeheure Summen vom amerikanischen Steuerzahler erhalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Aktivisten aus Mexiko und New York berichteten von erfolgreichen Besuchen bei Botschaften, wo sie auf die Finanzierung des UNRWA und Unterst\u00fctzung S\u00fcdafrikas beim IGH dr\u00e4ngten. Es fanden auch Kundgebungen vor verschiedenen Botschaften statt, besonders von L\u00e4ndern, die ihre Zahlungen an das UNRWA eingestellt haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Kandidatin f\u00fcr den US-Senat, Diane Sare, die gerade an einer solchen Kundgebung teilnahm und von dort der IPC-Sitzung zugeschaltet war, betonte, sie blicke optimistisch in die Zukunft, weil sie sieht, wie viele junge Menschen gegen den V\u00f6lkermord in Gaza protestieren. Aber die Frage sei nun: \u201eWie geht es weiter? Was f\u00fcr eine Welt wollen wir eigentlich? Das verrottete alte Imperium ist tot, was tritt an seine Stelle?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend der informellen Diskussion kommentierten die Teilnehmer das Putin-Interview, es zeige, da\u00df Ru\u00dfland nach wie vor bereit sei, einen Dialog mit dem Westen aufzunehmen. Der ehemalige Staatspr\u00e4sident von Guyana, Donald Ramotar, bemerkte, man k\u00f6nne aus dem Interview erkennen, da\u00df Putin wisse, da\u00df er eine milit\u00e4rische L\u00f6sung erreichen kann, aber eine politische L\u00f6sung auf dem Verhandlungsweg vorziehe. Ramotar lobte die s\u00fcdafrikanische Regierung, sie handle als Gewissen der ganzen Menschheit. Sie habe \u201eden V\u00f6lkermord-Akteuren in Israel und Amerika die Maske vom Gesicht gerissen\u201c und die Korruption der Staatsf\u00fchrer der arabischen Welt entlarvt. Er verteidigte die jemenitischen Huthis, ihre Aktionen gegen israelische Schiffe seien \u201ekein Terrorismus, sondern Solidarit\u00e4t\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>In ihren abschlie\u00dfenden Bemerkungen betonte Helga Zepp-LaRouche, man m\u00fcsse jetzt besonders die Situation in Rafah mit gr\u00f6\u00dfter Dringlichkeit beobachten. Niemand k\u00f6nne mehr von einer \u201eregelbasierten Ordnung\u201c sprechen, wenn der Westen die Vorg\u00e4nge in Gaza duldet. \u201eWerden wir nach dem Gesetz des Dschungels leben oder nach den universellen Prinzipien der UN-Charta?\u201c Diese Ideen m\u00fcssen unsere Aktivit\u00e4ten in den kommenden Wochen leiten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Anmerkungen:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>1.<em> <a href=\"https:\/\/www.foreignaffairs.com\/israel\/israels-netanyahu-self-destruction\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.foreignaffairs.com\/israel\/israels-netanyahu-self-destruction<\/a><\/em><\/p>\n\n\n\n<p>2<em>. <a href=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2022\/11\/30\/zehn-prinzipien-fuer-eine-neue-internationale-sicherheits-und-entwicklungsarchitektur\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2022\/11\/30\/zehn-prinzipien-fuer-eine-neue-internationale-sicherheits-und-entwicklungsarchitektur\/<\/a><\/em><\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eWir brauchen eine Kehrtwende im moralischen Universum\u201c Von Daniel Platt Die Online-Diskussion der Internationalen Friedenskoalition (International Peace Coalition, IPC) am 9. 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