{"id":19630,"date":"2014-09-16T14:09:25","date_gmt":"2014-09-16T12:09:25","guid":{"rendered":"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/?post_type=portfolio_cpt&#038;p=19630"},"modified":"2014-10-13T14:32:14","modified_gmt":"2014-10-13T12:32:14","slug":"geopolitisches-denken-truebt-das-urteil-des-westens","status":"publish","type":"portfolio_cpt","link":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/portfolio\/geopolitisches-denken-truebt-das-urteil-des-westens\/","title":{"rendered":"Geopolitisches Denken tr\u00fcbt das Urteil des Westens"},"content":{"rendered":"<div class=\"wide-bar\" style=\"padding-top:20px;padding-bottom:20px;margin-bottom:0px;\"><\/p>\n<p><div class=\"title-big\"><h2 class=\"title-big-title\"><strong>Geopolitisches Denken<\/strong> tr\u00fcbt das Urteil des Westens<\/h2><\/div><\/p>\n<p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>In dem <a class=\"layout-processed\" href=\"http:\/\/bueso.de\/node\/7669\">Internetforum vom 11. September 2014<\/a> wurde die B\u00fcSo-Vorsitzende Helga Zepp-LaRouche darauf angesprochen, da\u00df sich um die BRICS-Gruppe herum eine Alternative zur derzeitigen westlichen Politik entwickelt. In ihrer Antwort berichtete Helga Zepp-LaRouche \u00fcber die Eindr\u00fccke ihres Chinabesuchs:<\/em><\/p>\n<p>\u201eWir waren ja gerade auf einer sehr interessanten Reise in China. Der erste Teil davon hat uns in den Westen Chinas gef\u00fchrt, auf den Spuren der alten Seidenstra\u00dfe, wo wir eine Art Fact-Finding-Tour gemacht haben. Wir sind zu einigen der Knotenpunkte der alten Seidenstra\u00dfe gereist, als Teil eines Gesamtprogramms, und haben uns dort auch mit der alten Seidenstra\u00dfe besch\u00e4ftigen k\u00f6nnen. Das war ein unglaublich guter sinnlicher Eindruck, da\u00df die alte Seidenstra\u00dfe ein ungeheurer Durchbruch war, denn die Hindernisse, die damals, vor 2000 Jahren zur Zeit der Han-Dynastie, \u00fcberwunden werden mu\u00dften, waren gigantisch &#8211; wie die W\u00fcste Gobi und noch mehr die W\u00fcste Taklamakan, wo es Sandd\u00fcnen von 200 m H\u00f6he gibt und Sandst\u00fcrme, die dann alles wieder verwehen.<\/p>\n<p>Und wir haben dort nicht nur einiges vom kulturellen Erbe besichtigen k\u00f6nnen, sondern auch Filme gesehen \u00fcber die alte Seidenstra\u00dfe. Wir haben die ber\u00fchmten Grotten von Dunhuang besichtigt, wir waren an mehreren Stellen der Gro\u00dfen Mauer &#8211; der \u00e4u\u00dferste Zipfel, wo wir waren, war schon fast an der Grenze von Xinjiang -, die aus der Zeit von vor 2000 Jahren stammt&#8230;<\/p>\n<p>Das hat mich ein bi\u00dfchen an das Gedicht <a class=\"layout-processed\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ozymandias\">Ozymandias [von Percy Shelley]<\/a> erinnert, wo Statuen und Geb\u00e4ude im W\u00fcstensand verwehen und dann nach 2000 Jahren die Frage ist: Was bleibt von dem, was der Mensch mit seinem Leben macht? Das hatte auf mich eine ganz interessante Wirkung. Auf jeden Fall war das alles sehr, sehr begeisternd und sehr instruktiv, denn die chinesische Regierung macht offensichtlich unheimliche Anstrengungen, das Bewu\u00dftsein \u00fcber dieses Kulturerbe in der Bev\u00f6lkerung wachzuhalten und zu verst\u00e4rken.<\/p>\n<h2>Ein riesiges Bauprogramm<\/h2>\n<p>Aber wir haben nat\u00fcrlich auch gesehen, wie mit einem enormen Elan diese Eisenbahnstrecke von Lanzhou und Dunhuang gebaut wird, das soll bis Urumqui gehen, d.h., es wird wirklich die alte Seidenstra\u00dfe bis nach Xinjiang neu mit einem Schnellbahnsystem verbunden.<\/p>\n<p>Wir haben z.B. auf dem Weg vom Flughafen von Lanzhou bis nach Lanzhou &#8211; das ist eine Busfahrt von etwa einer Stunde &#8211; gesehen, da\u00df da wie wild gebaut wird. Man sieht Br\u00fccken, dann einige Kilometer weiter D\u00e4mme f\u00fcr die Eisenbahn, dann sieht man wieder nur die Trassen oder die Befestigung &#8211; alles wirklich mit einem unglaublichen Tempo, was in einem v\u00f6lligen Kontrast steht zu der doch sehr verhaltenen Art und Weise, wie bei uns Projekte gebaut werden. F\u00fcr den ICE von K\u00f6ln nach Frankfurt hat man z.B. zehn Jahre gebraucht, w\u00e4hrend China offensichtlich jetzt diese Entwicklung der inneren Regionen und nat\u00fcrlich auch den Ausbau der Seidenstra\u00dfe mit ziemlichem Tempo und auch auf hoher Qualit\u00e4t vorantreibt. Das war also sehr interessant.<\/p>\n<p>In der zweiten Woche hatten wir dann sehr viele Treffen und Konferenzen in Beijing selbst, und da mu\u00df ich wirklich noch einmal die Summe meiner Erfahrungen zusammenfassen.<\/p>\n<h2>Geopolitisches Denken des Westens<\/h2>\n<p>Es ist mir ganz wichtig: Wir m\u00fcssen es schaffen, da\u00df die deutsche Bev\u00f6lkerung und die anderen Bev\u00f6lkerungen in Europa und Amerika wirklich ein richtiges Verst\u00e4ndnis kriegen von dem, was da in China mit der Seidenstra\u00dfe und mit der Politik der Weltraumprogramme vor sich geht. In einigen Tagen findet z.B. eine gro\u00dfe Weltraumkonferenz in Beijing statt, mit allen Astronauten, Kosmonauten und Taikonauten, die jemals im All waren, und die werden alle von China eingeladen, bei der kommenden chinesischen Raumstation mitzumachen.<\/p>\n<p>Es ist mir ganz wichtig, da\u00df das verstanden wird, was das ist. Denn wenn man hier den Denkfabriken im Westen zuh\u00f6rt, aus Amerika und Europa, dann sagen die alle: \u201eJa, China will jetzt seinen Einflu\u00df vergr\u00f6\u00dfern, es will jetzt imperialistische Expansion betreiben.\u201c Aber nichts ist falscher als das. Denn was jetzt benutzt wird von diesem Denkfabriken zur Charakterisierung der chinesischen Politik der <em>Neuen Seidenstra\u00dfe<\/em> oder auch anderer chinesischer Initiativen, wie z.B. der Weltraumpolitik: das wird alles beurteilt vom Standpunkt der Projektion dessen, was man selber macht, wenn man selber, wie die EU, geostrategische Interessen verfolgt und die EU immer weiter vergr\u00f6\u00dfern will. Jetzt sollen auch noch Balkanstaaten dazukommen. Ich glaube, es war Solana, und sp\u00e4ter auch Barroso, die haben ja gesagt, es gibt keine Grenze der Ausweitung der EU.<\/p>\n<p>Die EU ist also ein neoimperiales Gebilde, das geopolitische Interessen verfolgt und diese in einem eklatanten Widerspruch sieht zu angeblichen geopolitischen Interessen von anderen Staaten wie den USA, Ru\u00dfland, China, BRICS. Und das ist eben falsch.<\/p>\n<h2>Chinas Entwicklungsperspektive<\/h2>\n<p>Man kommt also an das Problem, was die chinesische Politik tats\u00e4chlich ist, die ja nun wirklich zum Leitstern geworden ist f\u00fcr die BRICS-Staaten und immer weitere Staaten, die sich jetzt auf diese neue Kombination zuordnen. Das ist eben nicht Geopolitik. Die Leute im Westen k\u00f6nnen sich gar nicht vorstellen, da\u00df es Staaten gibt, die nicht auf der Basis von Neoliberalismus, von Monetarismus, von Positivismus, von Geopolitik operieren, sondern die sich auf einer Axiomatik befinden, die vielleicht nicht ganz identisch, aber doch sehr vergleichbar ist mit den Gedanken und Prinzipien, die Gottfried Leibniz am Ende des 17. und Anfang des 18. Jahrhunderts propagiert hat &#8211; n\u00e4mlich eine wirkliche Entwicklungsperspektive f\u00fcr die Universalgeschichte der Menschheit, die durchaus vergleichbar war mit der Politik der Amerikanischen Revolution oder auch von John Quincy Adams, einem der ersten Pr\u00e4sidenten, der gesagt hat: Wir brauchen eine Allianz von souver\u00e4nen Republiken, die sich zum gemeinsamen Vorteil aller gemeinsam an den Zielen der Menschheit beteiligen.<\/p>\n<p>Und das ist emphatisch das, was China heute macht.<\/p>\n<p>Ich wei\u00df, da\u00df jetzt viele Leute das nicht verstehen oder nicht glauben. Aber ich kann wirklich nach meinem besten Wissen und Gewissen sagen: China operiert im Augenblick auf der Basis von 5000 Jahren chinesischer Geschichte. Das mu\u00df man sich auch erstmal vergegenw\u00e4rtigen, da\u00df China ja die einzige Kultur ist, die diesen langen Zeitraum von 5000 Jahren ohne Unterbrechung und ohne gro\u00dfe territoriale Verschiebungen als Kontinuum \u00fcberlebt hat.<\/p>\n<p>Das macht sich u.a. dadurch bemerkbar, da\u00df z.B. die Rolle des Konfuzianismus ganz entscheidend f\u00fcr die Identit\u00e4t Chinas ist. Das macht sich auch in solchen netten Sachen bemerkbar wie einer ausgezeichneten K\u00fcche, die ja weltber\u00fchmt ist. In China kann man wirklich tausende von Gerichten essen, die alle vorz\u00fcglich sind, und die immer wieder neu sind, es gibt hunderte von regionalen Unterschieden.<\/p>\n<p>Das ist einfach eine Kulturnation, die nicht imperialistisch ist, sondern die ein Interesse hat, da\u00df sich die Menschheit voran entwickelt. Und dieses Konzept der <em>Neuen Seidenstra\u00dfe<\/em> ist etwas, was China in gewisser Weise selbst erfahren hat in der Entwicklung seit der Kulturrevolution oder \u00fcberhaupt, seitdem die Volksrepublik China 1949 gegr\u00fcndet worden ist. Da gab es nat\u00fcrlich gewisse Anfangsschwierigkeiten, da gab es die Kulturrevolution. Aber sp\u00e4testens seit den Reformen von Deng Xiaoping hat China durch die Anwendung richtiger wissenschaftlicher Prinzipien die gr\u00f6\u00dfte wirtschaftliche Transformation in seinem Land vollzogen, die irgendwo auf diesem Planeten stattgefunden hat. Und sie sind jetzt eben an dem Punkt, wo sie sagen: Wir werden auch die restlichen, noch nicht entwickelten Regionen Chinas so transformieren, den Lebensstandard der Bev\u00f6lkerung erh\u00f6hen, aber wir werden vor allen Dingen dieses Modell der Entwicklung in der Form der <em>Neuen Seidenstra\u00dfe<\/em> in der Tradition der alten Seidenstra\u00dfe weltweit zur Verf\u00fcgung stellen. Und das ist ein offenes Konzept. Da darf jeder mitarbeiten, da ist jeder eingeladen, mitzuarbeiten. Es ist also explizit inklusiv und nicht gegen die angeblichen geostrategischen Interessen anderer Nationen oder Gruppen von Nationen gerichtet.<\/p>\n<p>Das ist ein ganz wichtiger Unterschied. Das ist eben nicht Geopolitik, sondern ein dynamisches Konzept der Aufw\u00e4rtsentwicklung der menschlichen Gattung. Und ich fordere alle unsere Zuschauer heraus, die mir nicht glauben: Schicken Sie mir Fragen, ich bin gerne bereit, mich auf einen Dialog mit Ihnen einzulassen, denn das ist wirklich eine Frage von existentieller Bedeutung f\u00fcr Deutschland, da\u00df wir das verstehen.&#8220;<\/p>\n<p>(Die ganze Diskussion k\u00f6nnen Sie <a class=\"layout-processed\" href=\"http:\/\/bueso.de\/node\/7669\">hier<\/a> sehen.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; In dem Internetforum vom 11. September 2014 wurde die B\u00fcSo-Vorsitzende Helga Zepp-LaRouche darauf angesprochen, da\u00df sich um die BRICS-Gruppe herum eine Alternative zur derzeitigen westlichen Politik entwickelt. In ihrer Antwort berichtete Helga Zepp-LaRouche \u00fcber die Eindr\u00fccke ihres Chinabesuchs: \u201eWir waren ja gerade auf einer sehr interessanten Reise in China. Der erste Teil davon hat [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"featured_media":19632,"menu_order":80,"template":"","meta":{"footnotes":""},"portfolio_category":[182],"class_list":["post-19630","portfolio_cpt","type-portfolio_cpt","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","portfolio_category-helga-zepp-larouche-artikel"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/portfolio_cpt\/19630","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/portfolio_cpt"}],"about":[{"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/portfolio_cpt"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/portfolio_cpt\/19630\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/19632"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=19630"}],"wp:term":[{"taxonomy":"portfolio_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/portfolio_category?post=19630"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}