{"id":62485,"date":"2020-09-13T16:09:15","date_gmt":"2020-09-13T14:09:15","guid":{"rendered":"https:\/\/schillerinstitute.com\/?page_id=62485"},"modified":"2020-09-30T15:42:07","modified_gmt":"2020-09-30T13:42:07","slug":"dr-bernard-bigot-iter-kernfusion-eine-option-fuer-die-zukunft","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/dr-bernard-bigot-iter-kernfusion-eine-option-fuer-die-zukunft\/","title":{"rendered":"Dr. Bernard Bigot: &#8222;ITER &#8211; Kernfusion, eine Option f\u00fcr die Zukunft&#8220;"},"content":{"rendered":"\n<p>Sehen Sie hier die Rede von Dr. Bernard Bigot (Frankreich) dem Generaldirektor des Internationalen Thermonuklearen Versuchsreaktors (ITER) und ehemaligem Direktor der franz\u00f6sischen Kommission f\u00fcr alternative Energien und Atomenergie (CEA) im Rahmen der internationalen Internet-Konferenz <em><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2020\/08\/13\/conference-war-drive-towards-armageddon-or-a-new-paradigm-among-sovereign-nations-united-by-the-common-aims-of-mankind\/\" target=\"_blank\">\u201eKriegstreiberei bis zum Armageddon oder ein neues Paradigma souver\u00e4ner Nationen, geeint durch die gemeinsamen Ziele der Menschheit?\u201c<\/a><\/em><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed-youtube wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Dr. Bernard Bigot: ITER - Kernfusion, eine Option f\u00fcr die Zukunft\" width=\"960\" height=\"540\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/KgQe950j4PM?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Die Rede lesen<\/span><\/a><div class=\"toggle-content\"><\/p>\n<p>Vielen Dank, da\u00df Sie mich zur Teilnahme an der Konferenz des Internationalen Schiller-Instituts eingeladen haben. Ich freue mich sehr, Ihnen das ITER-Projekt vorzustellen. Es soll zeigen, da\u00df die Wasserstofffusion in Zukunft eine Option f\u00fcr die Energieversorgung der Welt sein k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Am ITER-Standort l\u00e4uft der Aufbau und die Installation der verschiedenen Geb\u00e4ude und Anlagen. Dieses sehr gro\u00dfe Projekt wird von 35 beteiligten L\u00e4ndern und sieben Hauptpartnern verwaltet.<\/p>\n<p>Jedermann wei\u00df, da\u00df wir bei den fossilen Brennstoffen, die wir seit \u00fcber 150 Jahren nutzen, an Grenzen sto\u00dfen. Und die alternativen M\u00f6glichkeiten sind begrenzt. Wir sind auf einige bekannte physikalische Ph\u00e4nomene angewiesen. Nat\u00fcrlich haben wir die erneuerbaren Energietr\u00e4ger, die recht attraktiv sind, aber aus meiner Sicht ist das nur eine Teill\u00f6sung, wegen der niedrigen Leistungsdichte, verbunden mit Unterbrechungen der Verf\u00fcgbarkeit f\u00fcr gro\u00dfe Ballungsr\u00e4ume. Die Megast\u00e4dte erfordern eine massive Energieerzeugung, die zuverl\u00e4ssig sein mu\u00df. Sicherlich ist auch die Kernspaltung eine Option. Aber wie Sie wissen, gibt es einen Nachteil und eine weitere Einschr\u00e4nkung: Wie Sie wissen, sind auch die Uranressourcen nicht unbegrenzt.<\/p>\n<p>Die Option der Fusionsenergie<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen also eine andere L\u00f6sung, eine andere Option finden. Daf\u00fcr k\u00f6nnen wir uns anschauen, was im Universum geschieht. Im Universum ist die h\u00e4ufigste Art der Energieerzeugung die Wasserstoff-Fusion, wie bei der Sonne und den Sternen. Die Sonne ist nur eine gro\u00dfe Wasserstoffblase, 300.000 Mal so schwer wie die Erde. Und im Zentrum der Sonne befindet sich ein sehr hei\u00dfes Plasma von 15 Millionen Grad Celsius, ein Plasma hoher Dichte, und der Wasserstoff fusioniert und erzeugt Energie.<\/p>\n<p>Wie geschieht das? Die Wasserstoffkerne werden zusammengepre\u00dft, sie kommen einander immer n\u00e4her, und wenn der Abstand klein genug ist, verschmelzen sie und erzeugen zwei neue Teilchen: Neutronen und Helium. Sie fliegen davon und setzen viel Energie frei.<\/p>\n<p>Auf der Erde k\u00f6nnen wir die Energie nicht auf dem gleichen Weg erzeugen, wie Sie sich vorstellen k\u00f6nnen. Aber unsere Physiker waren klug genug, sich eine alternative Option einfallen zu lassen. Diese alternative Option ist die Verwendung eines Plasmas <i>sehr niedriger Dichte<\/i>, aber bei <i>h\u00f6herer Temperatur, <\/i>150 Millionen Grad &#8211; das Zehnfache der Temperatur des Sonnenkerns. Denn in diesem Zustand kann man die Wasserstoffkerne auf sehr hohe Geschwindigkeiten beschleunigen, und wenn sie dann kollidieren, werden sie mit hoher Wahrscheinlichkeit verschmelzen und auf diese Weise zwei neue Teilchen erzeugen: wiederum die Heliumkerne und die Neutronen.<\/p>\n<p>Die Energie des Heliums, das bei dem Zusammensto\u00df herauskommt, ist in der Gr\u00f6\u00dfenordnung f\u00fcnfmal gr\u00f6\u00dfer als die Summe der Energie der an der Kollision beteiligten Elemente, und die der Neutronen ist zwanzigmal gr\u00f6\u00dfer. Diese beiden Teilchen (Neutronen und Helium) sto\u00dfen an die Wand und wandeln ihre kinetische Energie in W\u00e4rme um. Auf diese Weise k\u00f6nnen wir mit der Wasserstoffusion Energie erzeugen.<\/p>\n<p>Das Gute daran ist, da\u00df es bei diesem Ph\u00e4nomen eine sehr hohe Energiedichte gibt, denn ein Gramm Fusionsbrennstoff entspricht acht Tonnen Erd\u00f6l.<\/p>\n<p>Es gibt also sehr gro\u00dfe Vorteile dieser Technologien, denn<\/p>\n<p>&#8211; sie kann eine massive, zuverl\u00e4ssige und potentiell kontinuierliche oder sogar variable Energiequelle sein, die die erneuerbaren Energien erg\u00e4nzt;<\/p>\n<p>&#8211; sie ist sicher, es werden zu jedem Zeitpunkt nur zwei Gramm Wasserstoff verwendet. Und wenn irgendein Parameter von den \u201enormalen\u201c Werten abweicht, h\u00f6rt die Reaktion einfach auf;<\/p>\n<p>&#8211; sie ist auch umweltschonend, weil wir nur Helium produzieren, das eine sehr wenig aktive Chemikalie und nicht radioaktiv ist;<\/p>\n<p>&#8211; sie gibt uns einen fast unbegrenzten Vorrat an Brennstoff f\u00fcr Hunderte von Millionen Jahren, der \u00fcber die ganze Welt verteilt ist;<\/p>\n<p>&#8211; sie hat keine Auswirkungen auf das Klima, da keine Treibhausgase ausgesto\u00dfen werden;<\/p>\n<p>&#8211; au\u00dferdem gibt es keine langlebigen hochradioaktiven Stoffe, nur eine winzige Menge, die aus Tritium und einigen aktivierten Teilen der Reaktorw\u00e4nde kommt.<\/p>\n<p>Die ITER-Mission<\/p>\n<p>Die ITER-Mission ist recht einfach:<\/p>\n<p>&#8211; sie soll die wissenschaftliche und technische Machbarkeit der Fusionsenergie f\u00fcr friedliche Zwecke demonstrieren;<\/p>\n<p>&#8211; dazu soll ein brennendes Plasma erzeugt werden, wie ich bereits erw\u00e4hnt habe, bei 150 Millionen Grad;<\/p>\n<p>&#8211; sie soll eine Ausbeute von \u00fcber 10 erreichen, wenn man die aus der Reaktion austretende Energie (500 MW) mit der Leistung vergleicht, die man in das Plasma einspeisen mu\u00df (50 MW).<\/p>\n<p>Gr\u00f6\u00dfe ist absolut entscheidend, es kommt auf die Gr\u00f6\u00dfe an.<\/p>\n<p>Den Weltrekord bei der Fusionsenergie h\u00e4lt derzeit der JET (der Joint European Torus im britischen Culham) mit einem Plasmavolumen von 80 Kubikmetern. Im ITER wird es mit 830 m<sup>3 <\/sup>zehnmal gr\u00f6\u00dfer sein. Die Leistung, die in das JET-Plasma eingespeist wird, liegt in der Gr\u00f6\u00dfenordnung von 23 MW, aber sie erzeugen nur 16 MW aus der Fusion, was eine Ausbeute von unter 1 bedeutet &#8211; was nicht besonders attraktiv ist. Beim ITER hingegen ist die Heizleistung doppelt so hoch (50 MW) und die Fusionsleistung sogar drei\u00dfig Mal so hoch (500 MW). Es kommt also definitiv auf die Gr\u00f6\u00dfe an, und das macht diese Option etwas komplizierter als einige andere.<\/p>\n<p>Wie k\u00f6nnen wir diese Kollision bei 150 Millionen Grad und einer sehr hohen Geschwindigkeit herbeif\u00fchren?<\/p>\n<p>Wir kennen den Weg: Wir m\u00fcssen ausnutzen, was wir \u201edie magnetischen Kr\u00e4fte\u201c nennen. Nicht die Gravitationskr\u00e4fte wie bei der Sonne und den Sternen, sondern die magnetischen Kr\u00e4fte. Sie erinnern sich sicherlich: Wenn ein elektrisches Teilchen in die N\u00e4he eines Magnetfeldes kommt, wird dieses Teilchen von dem Magnetfeld eingefangen und auch kontinuierlich beschleunigt, indem es sich um die magnetische Feldlinie dreht.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>\u00a9 Conleth Brady\/IAEA\/cc-by-sa 2.0<\/em><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Bigot1-979x1024.jpg\" alt=\"This image has an empty alt attribute; its file name is Bigot1-979x1024.jpg\" width=\"496\" height=\"519\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>Abb. 1: Plastisches Modell des ITER. Die magnetischen \u201eK\u00e4fige\u201c sind rund 20 m hoch und rund 20 m breit.<\/em><\/p>\n<p>Aus diesem Grund m\u00fcssen wir also gro\u00dfe magnetische K\u00e4fige bauen. <i>Abbildung 1 <\/i>zeigt das enorme Ausma\u00df dieser K\u00e4fige: mit 18 vertikalen Spulen, 6 horizontalen Spulen und den zentralen Magneten, alle fast 20 Meter breit und 20 Meter hoch.<\/p>\n<p>Und wir brauchen eine sehr hohe Pr\u00e4zision, damit die Teilchen sehr effizient auf der kreisf\u00f6rmigen Magnetlinie zirkulieren k\u00f6nnen. Deshalb m\u00fcssen wir die Achse der Magnetk\u00e4fige mit einer Pr\u00e4zision von weniger als einem Millimeter zur Achse des Vakuumbeh\u00e4lters positionieren, den wir Tokamak nennen.<\/p>\n<p>Dies ist also der Grund f\u00fcr die Gr\u00f6\u00dfe und die Komplexit\u00e4t des ITER, die 35 L\u00e4nder veranla\u00dft hat, sich dazu mit sieben gro\u00dfen Mitgliedsorganisationen zusammenzutun. Am 20. Juni 2005 wurde ein erstes \u00dcbereinkommen zwischen den sieben Mitgliedern erzielt, und das eigentliche ITER-Abkommen wurde im November 2006 in Paris unterzeichnet. Die sieben gro\u00dfen ITER-Mitglieder repr\u00e4sentieren zusammen mehr als 50% der Weltbev\u00f6lkerung und etwa 85% des BIP der Welt.<\/p>\n<p>Da alle Mitglieder wirklich davon \u00fcberzeugt sind, da\u00df die Wasserstoff-Fusion ein Durchbruch f\u00fcr die Zukunft der Weltenergieversorgung sein k\u00f6nnte, haben sie beschlossen, die verschiedenen Komponenten der Anlage als \u201eSachleistungen\u201c beizutragen. Sie bilden die Besten ihres Fachgebiets aus, um die Machbarkeit und Kapazit\u00e4t der Herstellung der gro\u00dfen Komponenten wie der Magnetspulen, des Vakuumbeh\u00e4lters und aller anderen Ausr\u00fcstung zu demonstrieren.<\/p>\n<p>Es ist eine betr\u00e4chtliche Herausforderung, die erforderlichen Qualit\u00e4ten zu erreichen. Deshalb brauchten wir eine langfristige Planung. Wir beschlossen 2015, nach einer gr\u00fcndlichen \u00dcberpr\u00fcfung des Projekts, nach einem Fahrplan fortzufahren, unter dem wir das erste Plasma im Jahr 2025 haben sollten, nachdem wir jetzt, in diesen Jahren &#8211; 2020, 2021 und 2022 &#8211; alle Komponenten erhalten haben und sie vor Ende 2024 zusammenbauen. Und nach der Inbetriebnahme der Anlage werden wir 2025 unser erstes Plasma erzeugen.<\/p>\n<p>Danach werden wir einen, wie wir es nennen, \u201estufenweisen Ansatz\u201c verfolgen, um die volle Fusionsenergie zu erreichen, und zwar mit einem speziellen Brennstoff, Deuterium-Tritium. Wir haben im weiteren eine zeitliche Abfolge geplant, um erg\u00e4nzende Ausr\u00fcstung zum Einsammeln der Energie zu installieren; um das Magnetfeld effizienter aufzuheizen, und um den verbrauchten Brennstoff, der im Tokamak verschmolzen wurde, wieder aufzubereiten.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>\u00a9 ITER<\/em><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Bigot2-1024x577.jpg\" alt=\"This image has an empty alt attribute; its file name is Bigot2-1024x577.jpg\" width=\"482\" height=\"272\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>Abb. 2: Wer stellt was her? Die ITER-Mitglieder teilen sich die Rechte am geistigen Eigentum.<\/em><\/p>\n<p>Komponenten als \u201eSachleistungen\u201c<\/p>\n<p>Die Komplexit\u00e4t des Managements h\u00e4ngt mit der Entscheidung f\u00fcr diese Aufteilung der Herstellung der Komponenten zusammen, sowie mit der Anforderung, da\u00df die ITER-Mitglieder alle geistigen Eigentumsrechte gemeinsam nutzen werden.<\/p>\n<p>(<i>Abbildung 2<\/i>) zeigt einen Querschnitt des Tokamak, Sie sehen das Vakuumgef\u00e4\u00df, das ist der Torus, eingebettet in die magnetischen K\u00e4fige, und alle diese verschiedenen Komponenten werden sich in dem befinden, was wir \u201eKryostat\u201c nennen, weil die Temperatur f\u00fcr die supraleitenden Korridore ziemlich niedrig sein mu\u00df: minus 270 Grad Celsius. Bei dieser Arbeit gibt es jetzt gro\u00dfen Fortschritt, viele hergestellte Komponenten sind auf dem Weg:<\/p>\n<p>&#8211; Aus <i>China<\/i> kommt eine der \u201ePolaroidalfeldspulen\u201c, wie wir es nennen. Diese Spule ist jetzt fertig und wurde auf das ITER-Gel\u00e4nde transportiert. Sie mu\u00df nun vor der endg\u00fcltigen Positionierung innerhalb des Tokamak \u00fcberpr\u00fcft werden.<\/p>\n<p>&#8211; In Indien wurde der \u201eoberste Deckel\u201c des Tokamak fertiggestellt, er wird jetzt zum ITER-Gel\u00e4nde transportiert;<\/p>\n<p>&#8211; <i>Japan<\/i> wird die K\u00e4figspulen liefern, die Vertikalfeldspulen, die ich bereits erw\u00e4hnt habe.<\/p>\n<p>&#8211; <i>Europa<\/i> stellt Teile des Vakuumbeh\u00e4lters her, ebenso wie <i>Korea<\/i>. Tats\u00e4chlich haben wir inzwischen die ersten Sektoren des Vakuumbeh\u00e4lters. Es gibt neun Sektoren, und der erste ist sicher am Standort angekommen und erf\u00fcllt die Anforderungen vollst\u00e4ndig;<\/p>\n<p>&#8211; Auch die <i>USA<\/i> und <i>Ru\u00dfland<\/i> stellen Material zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>Auf dem ITER-Gel\u00e4nde werden nun die gr\u00f6\u00dften Teile, die man nicht h\u00e4tte transportieren k\u00f6nnen, fertig gestellt. Das sind vier der sog. \u201ePoloidalfeldspulen\u201c. Die gr\u00f6\u00dfte von ihnen hat einen Durchmesser von 24 Metern, und man hielt es nicht f\u00fcr m\u00f6glich, sie aus einem anderen Land herzutransportieren. Deshalb haben wir im letzten Monat eine ziemlich massive Ankunft vieler Komponenten erlebt. Einige der Spulen und einige Ausr\u00fcstungen sind jetzt vor Ort und stehen bereit zur Montage. Wir bereiten jetzt alle diese verschiedenen Komponenten vor, darunter auch die Poloidalfeldspulen, die vor Ort angekommen sind, damit sie zusammengebaut werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Dazu m\u00fcssen wir alle unsere Geb\u00e4ude bereit haben, um die Ausr\u00fcstung unterzubringen. Viele Geb\u00e4ude stehen vor der Fertigstellung, um die Ausr\u00fcstung unterzubringen. Derzeit sind etwa 70 % der Arbeiten vom ersten Entwurf bis zum ersten Plasma abgeschlossen. Und da wir in den letzten f\u00fcnf Monaten recht gut vorankommen sind und diese 70% erreicht haben, denken wir, da\u00df wir auf dem richtigen Weg sind, um das ehrgeizige Ziel des ersten Plasmas im Jahr 2025 zu erreichen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>\u00a9 ITER<\/em><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2020\/09\/Bigot3-1-1024x574.jpg\" alt=\"This image has an empty alt attribute; its file name is Bigot3-1-1024x574.jpg\" width=\"437\" height=\"245\" \/><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>Abb. 3: Erst im August wurde der fast 30 m gro\u00dfe Kryostatsockel mit einer Genauigkeit von unter 5 mm positioniert.<\/em><\/p>\n<p>Wir bereiten jetzt die Montage der Maschine vor, da die Bauarbeiten weit fortgeschritten sind und die Komponenten vor Ort sind. In diesem Sommer haben wir den sogenannten \u201eKryostatsockel\u201c sowie den unteren und oberen Zylinder &#8211; das sind gro\u00dfe K\u00e4sten mit einem Durchmesser von 30 Metern und einer H\u00f6he von 30 Metern &#8211; zur \u201eTokamak-Grube\u201c transportiert, d.h. in das Geb\u00e4ude, in dem das Plasma verschmelzen wird. Dieser gro\u00dfe \u201eKryostatsockel\u201c wurde fast 50 Meter \u00fcber dem Boden angehoben und auf der Tokamak-Basis abgesetzt, wie Sie auf diesem Bild (<i>Abbildung 3<\/i>) sehen k\u00f6nnen. Das geschah Anfang dieser Woche (am 31. August). Das ist sehr beeindruckend und eine gro\u00dfe Herausforderung, wegen seiner Gr\u00f6\u00dfe und der Pr\u00e4zision, mit der wir diese Teile positionieren m\u00fcssen &#8211; eine Pr\u00e4zision von unter f\u00fcnf Millimetern.<\/p>\n<p>Wir sind jetzt also tats\u00e4chlich bereit f\u00fcr die Vormontage des Vakuumbeh\u00e4lters vor Ort wie auch der Ringfeldspulen mit der Montagelinie, und wir genehmigen nun die Abfolge der Arbeiten, um eine sichere und hohe Qualit\u00e4t zu gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n<p>Erstes Plasma 2025<\/p>\n<p>Ich hoffe somit, da\u00df ich Sie davon \u00fcberzeugt habe, da\u00df die Wasserstoff-Fusion auf dem besten Weg ist, eine Option f\u00fcr die Weltenergieversorgung zu werden. Wir glauben, da\u00df es m\u00f6glich ist, nach einem ersten Plasma 2025 innerhalb von zehn Jahren bis 2035 die volle Fusionskraft zu erreichen, und bis 2040-50 den Nachweis zu erbringen, da\u00df die Energieversorger diese Technologie in Betracht ziehen und den hohen Verbrauch an fossilen Brennstoffen ersetzen k\u00f6nnte, um in Komplementarit\u00e4t mit erneuerbaren Energien Strom zu erzeugen. Diese beiden Technologien k\u00f6nnten sich in der Tat sehr gut erg\u00e4nzen. Die eine ist massiv, vorhersehbar, und die andere ist, wie Sie alle wissen, diffus und intermittierend. Wir haben also eine Option f\u00fcr die Zukunft.<\/p>\n<p><\/div><\/div><\/p>\n<p>\u00a0<\/p><!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sehen Sie hier die Rede von Dr. Bernard Bigot (Frankreich) dem Generaldirektor des Internationalen Thermonuklearen Versuchsreaktors (ITER) und ehemaligem Direktor der franz\u00f6sischen Kommission f\u00fcr alternative Energien und Atomenergie (CEA) im Rahmen der internationalen Internet-Konferenz \u201eKriegstreiberei bis zum Armageddon oder ein neues Paradigma souver\u00e4ner Nationen, geeint&hellip;<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on get_the_excerpt --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on get_the_excerpt --><\/p>\n","protected":false},"author":33,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"_lmt_disableupdate":"no","_lmt_disable":"","footnotes":""},"categories":[],"tags":[],"class_list":["post-62485","page","type-page","status-publish","hentry"],"featured_image_src":null,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/62485","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/33"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=62485"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/62485\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":62930,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/62485\/revisions\/62930"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=62485"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=62485"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=62485"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}