{"id":62459,"date":"2020-09-12T10:22:47","date_gmt":"2020-09-12T08:22:47","guid":{"rendered":"https:\/\/schillerinstitute.com\/?page_id=62459"},"modified":"2020-10-23T13:41:38","modified_gmt":"2020-10-23T11:41:38","slug":"marco-zanni-warum-das-eu-superstaatprojekt-zum-scheitern-verurteilt-ist","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/marco-zanni-warum-das-eu-superstaatprojekt-zum-scheitern-verurteilt-ist\/","title":{"rendered":"Marco Zanni: &#8222;Warum das EU-Superstaatprojekt zum Scheitern verurteilt ist&#8220;"},"content":{"rendered":"\n<p>Sehen Sie hier die Rede von Marco Zanni (Italien), Vorsitzender der Fraktion \u201eIdentit\u00e4t und Demokratie\u201c im Europ\u00e4ischen Parlament w\u00e4hrend der internationalen Internet-Konferenz <em><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/blog\/2020\/08\/13\/conference-war-drive-towards-armageddon-or-a-new-paradigm-among-sovereign-nations-united-by-the-common-aims-of-mankind\/\" target=\"_blank\">\u201eKriegstreiberei bis zum Armageddon oder ein neues Paradigma souver\u00e4ner Nationen, geeint durch die gemeinsamen Ziele der Menschheit?\u201c<\/a><\/em><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed-youtube wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Warum das EU-Superstaatprojekt zum Scheitern verurteilt ist-Marco Zanni\" width=\"960\" height=\"540\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/YjNusQGxrXM?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Die Rede lesen<\/span><\/a><div class=\"toggle-content\"><\/p>\n<p>Wir brauchen ein System, das auf souver\u00e4nen Staaten gr\u00fcndet<\/p>\n<p>Von Marco Zanni<\/p>\n<p>Guten Tag allerseits, und vielen Dank an das Schiller-Institut, da\u00df Sie mir die Gelegenheit geben, in einer so wichtigen Konferenz und vor einem so wichtigen Publikum zu sprechen.<\/p>\n<p>Es liegt auf der Hand, da\u00df wir gerade jetzt in besonderen Zeiten leben, in dem Sinne, da\u00df heute die Schwierigkeiten, die die Europ\u00e4ische Union bereits vor der COVID-19-Krise hatte, durch diese Pandemie noch komplizierter und sch\u00e4dlicher werden, verglichen mit dem Wirtschaftsmodell, f\u00fcr das wir uns entschieden haben und das wir seit vielen Jahren nutzen.<\/p>\n<p>Heute werde ich versuchen, meine Perspektiven als Mitglied des Europ\u00e4ischen Parlaments und auch als italienischer Politiker darzulegen, zu den Geschehnissen vor der Pandemie und insbesondere unmittelbar nach der Finanzkrise 2008, die die ganze Welt in Mitleidenschaft gezogen hat, wie die Pandemie die Welt pr\u00e4gt, und was wir in Zukunft brauchen, um Wohlstand, Wachstum und Multilateralismus in der Welt wiederherzustellen.<\/p>\n<p>Ich werde aus der europ\u00e4ischen Perspektive beginnen. Sie wissen, da\u00df sich die Europ\u00e4ische Union und insbesondere die Eurozone, nachdem sie von der Wirtschafts- und Finanzkrise 2008 betroffen war, die sich in der Eurozone in eine Staatsschuldenkrise verwandelte, nie ganz von dieser Krise erholen konnte. So hatte die Eurozone M\u00fche, das Niveau der wirtschaftlichen Aktivit\u00e4t, das wir vor 2008 hatten, wieder zu erreichen. Dabei st\u00fctzten wir uns auf schlechte Regeln &#8211; d.h. auf Austerit\u00e4t, die sich auf das Niveau der wirtschaftlichen Aktivit\u00e4ten auswirkte, insbesondere auf die H\u00f6he der Investitionen in die Infrastruktur in der Europ\u00e4ischen Union, die heute in den europ\u00e4ischen L\u00e4ndern auf historischen Tiefst\u00e4nden sind, und auf die Macht einer unvollst\u00e4ndigen Zentralbank, wie es die EZB [Europ\u00e4ische Zentralbank] heute ist. Aber leider gab es nichts anderes, und so versuchte die EZB, mit ihrer au\u00dfergew\u00f6hnlichen und unkommerziellen Geldpolitik, das gesamte Konstrukt der Europ\u00e4ischen Union mit ihrem falschen Wirtschafts- und Entwicklungsmodell aufrechtzuerhalten und zu retten.<\/p>\n<p>Wir erlebten also, wie ich bereits sagte, ein verlangsamtes Wirtschaftswachstum, historisch niedrige Investitionen insbesondere in die Infrastruktur, ein historisch niedriges Niveau der wirtschaftlichen und industriellen Aktivit\u00e4ten in einigen L\u00e4ndern &#8211; sehr schwere Zeiten bei dem Versuch, die L\u00fccke zu anderen Entwicklungsl\u00e4ndern auf der Welt zu schlie\u00dfen, z.B. in Bezug auf Investitionen in neue Technologien, in k\u00fcnstliche Intelligenz, in \u201eFin-Tech\u201c [Finanztechnologie], in neue Technologien, die bei der Entwicklung der Welt helfen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Und zu dieser Schwierigkeit addierte sich die Pandemie ab Dezember 2019 und Januar 2020. Wir alle erlebten aufgrund der COVID-19-Krise einen enormen R\u00fcckgang des BIP, unserer wirtschaftlichen Aktivit\u00e4ten, im Grunde auf der ganzen Welt. Wir haben heute Schwierigkeiten, zu verstehen, wie wir uns von dem gewaltigen Schlag erholen k\u00f6nnen, den wir erlebt haben und immer noch erleben &#8211; aber auch, wie wir diese Situation, diese Krise nutzen k\u00f6nnen, um die Wirtschafts- und Entwicklungsmodelle, auf denen die modernen Volkswirtschaften basierten und auf die sie sich in den letzten 20 Jahren gest\u00fctzt haben, einer gr\u00fcndlichen \u00dcberpr\u00fcfung zu unterziehen. Und auch, wie man die multilateralen Institutionen, die zur Unterst\u00fctzung dieses Systems geschaffen wurden, so gestalten kann, da\u00df sie besser geeignet sind f\u00fcr die Realwirtschaft, f\u00fcr die Menschen und f\u00fcr einen sicheren Weg des Wachstums und des Wohlbefindens f\u00fcr unsere Menschen und unsere L\u00e4nder. Das ist nicht leicht, denn das Modell, von dem wir ausgehen, hat unsere Volkswirtschaften zerr\u00fcttet, hat Divergenzen geschaffen und st\u00fctzt sich auf Strategien, die die F\u00e4higkeiten unserer L\u00e4nder noch mehr einschr\u00e4nken. Wir brauchen diese F\u00e4higkeiten und das Konzept der nationalen Souver\u00e4nit\u00e4t.<\/p>\n<p>Was war falsch?<\/p>\n<p>Schauen wir uns an, was an unserem Wirtschafts- und Entwicklungsmodell falsch war; schauen wir uns an, was die Pandemie zu unseren Schwierigkeiten beigetragen hat; schauen wir uns die Krise des Multilateralismus an, der auf spekulativer Finanzierung, auf spekulativem Handel statt auf der Realwirtschaft beruht. Ich kann mir eine neue Art der Entwicklung vorstellen, die nicht mehr auf spekulativer Finanzierung, auf Banken, auf Derivaten und auf der Kluft zwischen Armen und Reichen beruht &#8211; einen Multilateralismus, der auf dem Konzept der souver\u00e4nen Nationen beruht.<\/p>\n<p>Das erste, was wir also tun m\u00fcssen, um unser wirtschaftliches Entwicklungsmodell zu verbessern, ist, das Konzept <i>souver\u00e4ner Nationen<\/i> als zentral zu bekr\u00e4ftigen, denn eine Zusammenarbeit, von der alle profitieren, kann nur garantiert werden, wenn wir die Souver\u00e4nit\u00e4t anderer L\u00e4nder anerkennen und die Tatsache, da\u00df souver\u00e4ne Nationen der Hauptpfeiler moderner Demokratien sind. Es handelt sich hier nicht um Globalisierung auf der Grundlage spekulativer Finanzen, sondern um eine multilaterale Zusammenarbeit auf der Grundlage souver\u00e4ner Nationen.<\/p>\n<p>Dazu m\u00fcssen wir die Art und Weise, wie wir damit in den vergangenen Jahren umgegangen sind, neu gestalten. Wir wissen, da\u00df der Tiefe Staat in modernen Volkswirtschaften versucht, den Aufstieg oder die Renaissance souver\u00e4ner Nationen zu verhindern. Sie zogen es eindeutig vor, unser Entwicklungsmodell auf eine unkontrollierte Globalisierung und unkontrollierte Finanzen zu st\u00fctzen. Aber dieses Modell f\u00fchrte uns in eine Krise, weil diese unkontrollierte finanzielle Freiheit Finanzblasen f\u00fctterte. Um das Platzen dieser Finanzblasen zu verhindern, mu\u00dften die Zentralbanken eingreifen und noch mehr Finanzblasen f\u00fcttern. Dieses System, das System, das von den Eliten auf der ganzen Welt, in vielen entwickelten L\u00e4ndern vom Tiefen Staat unterst\u00fctzt wird, schadet also dem \u00dcberleben unserer Volkswirtschaften sehr.<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen dem Einhalt gebieten. Wir m\u00fcssen unsere multilateralen Institutionen umgestalten. Wir m\u00fcssen ein neues Konzept souver\u00e4ner Staaten schaffen. Wir m\u00fcssen das respektieren, und wir m\u00fcssen unser wirtschaftliches Entwicklungsmodell auf der Grundlage eines Multilateralismus mit souver\u00e4nen Nationen umgestalten.<\/p>\n<p>Ich denke, was im November in den Vereinigten Staaten geschehen wird, wird von grundlegender Bedeutung daf\u00fcr sein, wie es in Zukunft weitergeht. Und daf\u00fcr, ob wir unser System auf die Art und Weise umgestalten k\u00f6nnen, von der ich spreche.<\/p>\n<p>Ich denke, was Herr Trump bisher getan hat, war wirklich erstaunlich. Bedenken Sie, da\u00df er vom Tiefen Staat der USA bek\u00e4mpft wurde, der keinen Frieden in der Welt will, der kein System will, das aus einer multilateralen Win-Win-Kooperation besteht. Wenn es Trump also gelingt, ein zweites Mandat zu erhalten, werden meiner Meinung nach alle Spannungen, die wir in der Vergangenheit zwischen den Vereinigten Staaten, der Europ\u00e4ischen Union, China und Ru\u00dfland erlebt haben, \u00fcberwunden sein. Und der Win-Win-Multilateralismus wird endlich etabliert werden.<\/p>\n<p>Ich denke, da\u00df dies die Gelegenheit sein wird, alle f\u00fchrenden Politiker der Welt &#8211; USA, Europ\u00e4ische Union, Ru\u00dfland, China, Japan, Entwicklungsl\u00e4nder, G-20 &#8211; an einen Tisch zu bringen, um das Tempo f\u00fcr ein neues Wirtschaftssystem festzulegen, das nicht mehr auf spekulativen Finanzen, nicht mehr auf zu gro\u00dfen Banken und auf Derivaten basiert, sondern auf einer Politik, die f\u00fcr die Realwirtschaft gemacht ist, und einer Politik, die darauf abzielt, die Kluft zwischen den reichsten und den \u00e4rmsten Menschen zu verringern.<\/p>\n<p>Diese Kluft hat in den letzten 20 Jahren zugenommen. Wir brauchen ein System, das diese Kluft schnell verringert &#8211; ein System, das viel in die Infrastruktur und in neue Technologien investiert. Wir brauchen dies nicht nur in Volkswirtschaften, die in Bezug auf BIP und Wachstum d\u00fcstere Zeiten erlebt haben, wie mein Land Italien, sondern auch in vermeintlich reichen L\u00e4ndern wie Deutschland. Das Niveau der Infrastruktur in Deutschland ist noch problematischer als in Italien oder anderen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern. Dasselbe gilt f\u00fcr die Vereinigten Staaten. Wir brauchen ein System, das Werte f\u00fcr unsere B\u00fcrger und unsere Unternehmen schafft, statt nur f\u00fcr die Banker. Das ist das System, das ich will.<\/p>\n<p>Die Pandemie gibt uns die Gelegenheit, unser Wirtschafts- und Entwicklungsmodell neu zu gestalten, es zu \u00fcberdenken. Wir werden bei der Wiederherstellung des Wachstums, bei der Wiederherstellung des Wohlstands in unseren L\u00e4ndern und bei unseren Menschen nur erfolgreich sein, wenn wir verstehen, da\u00df das, was wir in der Vergangenheit gemacht haben, falsch ist. Das F\u00fcttern von Wirtschafts- und Finanzblasen bedroht unser System, bedroht unsere Lebensweise. Wir m\u00fcssen zu einem System \u00fcbergehen, das nicht mehr auf spekulativen Finanzen beruht, sondern auf sichtbar souver\u00e4nen Staaten, die in einer Win-Win-Kooperation zusammenarbeiten. Das ist die Art und Weise, wie wir mit der enormen Krise umgehen m\u00fcssen, mit der wir heute leben.<\/p>\n<p>Nochmals herzlichen Dank an meine Freunde vom Schiller-Institut. Vielen Dank an Ihre Zuh\u00f6rer, und ich hoffe, Sie alle bald pers\u00f6nlich zu sehen, damit wir unsere Ideen f\u00fcr eine bessere Welt aus souver\u00e4nen Nationen, die miteinander kooperieren, besser entwickeln k\u00f6nnen. Auf Wiedersehen.<\/p>\n<p><\/div><\/div><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>\u00a0<\/p><!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sehen Sie hier die Rede von Marco Zanni (Italien), Vorsitzender der Fraktion \u201eIdentit\u00e4t und Demokratie\u201c im Europ\u00e4ischen Parlament w\u00e4hrend der internationalen Internet-Konferenz \u201eKriegstreiberei bis zum Armageddon oder ein neues Paradigma souver\u00e4ner Nationen, geeint durch die gemeinsamen Ziele der Menschheit?\u201c \u00a0 \u00a0 Die Rede lesen Wir&hellip;<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on get_the_excerpt --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on get_the_excerpt --><\/p>\n","protected":false},"author":34,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"_lmt_disableupdate":"no","_lmt_disable":"","footnotes":""},"categories":[],"tags":[],"class_list":["post-62459","page","type-page","status-publish","hentry"],"featured_image_src":null,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/62459","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/34"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=62459"}],"version-history":[{"count":11,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/62459\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":63477,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/62459\/revisions\/63477"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=62459"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=62459"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=62459"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}