{"id":47150,"date":"2018-07-02T10:27:32","date_gmt":"2018-07-02T08:27:32","guid":{"rendered":"http:\/\/stage.schillerinstitute.com\/?page_id=47150\/"},"modified":"2018-08-31T02:26:04","modified_gmt":"2018-08-31T00:26:04","slug":"schiller-institute-conference-%e2%80%a2-bad-soden-%e2%80%a2-june-30-july-1-2018","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/schiller-institute-conference-%e2%80%a2-bad-soden-%e2%80%a2-june-30-july-1-2018\/","title":{"rendered":"Schiller-Institut Konferenz Bad Soden \u2022 30. Juni &#8211; 1. Juli 2018"},"content":{"rendered":"<ul class=\"tabs\" data-tab-id=\"\">\n<li><a href=\"#tab1\">Panel I<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#tab2\">Panel II<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#tab3\">Panel III<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#tab4\">Panel IV<\/a><\/li>\n<li><a href=\"#tab5\">Interviews<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<div class=\"tab-container\">\n<div class=\"tab-content\">\n<div class=\"big-title\">\n<div class=\"bar\"><\/div>\n<h2>Panel I<\/h2>\n<p class=\"sub-title-empty\">&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"small-title\">\n<h3>\u201eDie Geopolitik und die Gefahr eines neuen Weltkriegs \u00fcberwinden\u201c<\/h3>\n<div class=\"long-bar\"><\/div>\n<\/div>\n<p>Der Zeitpunkt f\u00fcr die j\u00fcngste Konferenz des Schiller-Instituts, die am 30.6.\/1.7. 2018 in Bad Soden am Taunus stattfand, h\u00e4tte nicht besser gew\u00e4hlt werden k\u00f6nnen, denn sie fand zu einem Zeitpunkt statt, an dem sich das Momentum f\u00fcr die Konsolidierung eines neuen Paradigmas unter dem Einflu\u00df der mit Chinas Wirtschaftsg\u00fcrtel-Initiative (BRI) verbundenen Diplomatie und Wirtschaftspolitik verst\u00e4rkt.<\/p>\n<p>In den letzten Monaten vollzogen sich wesentliche Ver\u00e4nderungen, und eine wachsende Zahl von Nationen bewegt sich in Richtung der neuen strategischen Geometrie eines B\u00fcndnisses zwischen Ru\u00dfland, China und den Vereinigten Staaten, das sich trotz des massiven Widerstands britischer und amerikanischer Netzwerke, die die alte, gef\u00e4hrliche Weltordnung der Geopolitik erhalten wollen, weiter ausbildet.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" width=\"960\" height=\"540\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/i4SlJy4KjEI?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"autoplay; encrypted-media\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p><strong>Helga Zepp-LaRouche<\/strong>\u00a0hielt die Er\u00f6ffnungsrede zum Thema \u201eDas Zusammenfallen der Gegens\u00e4tze \u2013 die Welt von Morgen\u201c. Sie \u00e4u\u00dferte die Hoffnung, da\u00df bei dem bevorstehenden Treffen zwischen Trump und Putin in Helsinki die Schaffung eines neuen Paradigmas auf die Tagesordnung gesetzt wird, um den neoliberalen Dogmen ein Ende zu setzen, die die Welt in die Katastrophe gef\u00fchrt haben. Die 68 Mio. Fl\u00fcchtlinge, die f\u00fcr Ende 2017 von den Vereinten Nationen gemeldet wurden, seien eine Illustration der Brutalit\u00e4t, mit der im Westen in den letzten Jahren der Austerit\u00e4tspolitik Vorrang vor dem Gemeinwohl einger\u00e4umt wurde. Die Neue Seidenstra\u00dfe biete einen Ausweg, sie sei die Fortsetzung eines Prozesses, der 1975 mit Lyndon LaRouches Vorschlag f\u00fcr eine Internationale Entwicklungsbank begann. Die Neue Seidenstra\u00dfe finde bei der Mehrheit der Menschen Anklang, indem sie den Aufbau einer \u201eGemeinschaft der gemeinsamen Zukunft der gesamten Menschheit\u201c erm\u00f6glicht, und tats\u00e4chlich h\u00e4tten sich bereits 140 Nationen angeschlossen, die schon jetzt die Mehrheit der Weltbev\u00f6lkerung repr\u00e4sentieren und die aus dem Win-Win-Prinzip Nutzen ziehen werden.<\/p>\n<div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Hier ist der Text der deutschen \u00dcbersetzung<\/span><\/a><\/p>\n<div class=\"toggle-content\">\n<div class=\"small-title\">\n<h3><b>Das Zusammenfallen der Gegens\u00e4tze \u2013 die Welt von Morgen<\/b><\/h3>\n<div class=\"long-bar\"><\/div>\n<\/div>\n<p class=\"western\">Meine Damen und Herren, liebe Freunde des Schiller-Instituts!<\/p>\n<p class=\"western\">Nach dem historischen Gipfeltreffen zwischen Pr\u00e4sident Trump und dem Vorsitzenden Kim Jong-un, das die Welt \u00fcberraschte, hatte ich den Vorschlag gemacht, da\u00df man mit diesem Modell eine feindselige Beziehung &#8211; und wir standen tats\u00e4chlich am Rande eines m\u00f6glichen globalen Kriegs &#8211; in das genaue Gegenteil, n\u00e4mlich Kooperation, verwandeln kann, wenn es den guten Willen dazu gibt und die Gro\u00dfm\u00e4chte zusammenarbeiten. In diesem Fall haben die Vereinigten Staaten, China und Ru\u00dfland im Hintergrund zusammengewirkt, damit der Gipfel m\u00f6glich wurde.<\/p>\n<p class=\"western\">Ich schlug deshalb vor, da\u00df der EU-Gipfel, der jetzt gerade zu Ende gegangen ist, nur einen Tagesordnungspunkt haben sollte, n\u00e4mlich die Entwicklung Afrikas durch die Neue Seidenstra\u00dfe. Die EU sollte dazu den chinesischen Pr\u00e4sidenten Xi Jinping und etwa sechs Staatschefs afrikanischer L\u00e4nder, die bereits mit China zusammenarbeiten, einladen und ein Crashprogramm zur Industrialierung Afrikas verk\u00fcnden, um so die Neue Seidenstra\u00dfe auf alle diese L\u00e4nder auszudehnen.<\/p>\n<p class=\"western\">Aufgrund der Anwesenheit von Pr\u00e4sident Xi Jinping, der in Afrika einen sehr guten Ruf genie\u00dft, h\u00e4tte dies absolute Glaubw\u00fcrdigkeit und bedeutete, da\u00df man es ernst meint. Alle jungen Menschen in Afrika erhielten so die Hoffnung, da\u00df sie sich am Aufbau ihrer L\u00e4nder beteiligen k\u00f6nnen. F\u00fcr Europa w\u00e4re dies der einzige menschenw\u00fcrdige Weg, die Fl\u00fcchtlingskrise zu l\u00f6sen.<\/p>\n<p class=\"western\">Mein Vorschlag wurde in zehn oder mehr Sprachen \u00fcbersetzt &#8211; die meisten europ\u00e4ischen Sprachen, russisch, chinesisch, japanisch, koreanisch &#8211; und erhielt international eine weite Verbreitung. Hatte ich geglaubt, da\u00df dies ein realistisches Programm f\u00fcr die EU w\u00e4re? Sicherlich nicht. Aber ist dies die\u00a0<i><\/i>richtige Idee, die unbedingt vorangebracht werden sollte? Ja. Schlie\u00dflich lie\u00dfe sich ein solcher Gipfel von einer Kombination von L\u00e4ndern jederzeit einberufen. Auch auf der UN-Generalversammlung im September k\u00f6nnte dar\u00fcber diskutiert werden.<\/p>\n<p class=\"western\">Inzwischen wurde zwischen Pr\u00e4sident Putin und Pr\u00e4sident Trump ein weiterer Gipfel best\u00e4tigt, der am 16. Juli, nach dem NATO-Treffen, in Helsinki stattfinden soll. Ein Thema wird wahrscheinlich eine amerikanisch-russische Absprache \u00fcber die Zukunft Syriens sein, vielleicht sogar ein umfassender Plan f\u00fcr S\u00fcdwestasien. Au\u00dferdem wird dar\u00fcber gesprochen werden, da\u00df man eine globale nukleare Abr\u00fcstung braucht, was der russische UN-Botschafter Antonow gegen\u00fcber den Vereinigten Staaten geltend machte. Gleichzeitig stellte Pr\u00e4sident Putin jedoch klar, da\u00df er f\u00fcr eine globale Denuklearisierung von einer Position der St\u00e4rke eintrete, denn auf einer Pressekonferenz im Kreml am 1. M\u00e4rz hatte er gesagt, Ru\u00dfland sei bei einigen Waffensystemen dem Westen um Jahre, wenn nicht Jahrzehnte voraus. Inzwischen haben sich bereits die Gener\u00e4le Dunford und Gerasimow in Helsinki getroffen, um den Gipfel vorzubereiten.<\/p>\n<p class=\"western\">Das neoliberale Establishment des Westens ist dar\u00fcber v\u00f6llig entsetzt.\u00a0<i>Die Welt<\/i>\u00a0und die Londoner\u00a0<i>Times<\/i>\u00a0sprachen von einer \u201eapokalyptischen Entwicklung\u201c. Besonders entsetzt ist man \u00fcber die M\u00f6glichkeit, da\u00df Trump die US-Truppen in Europa reduzieren k\u00f6nnte &#8211; was offensichtlich eine gute Sache w\u00e4re, aber die geopolitische Fraktion geriet \u00fcber diese Frage v\u00f6llig au\u00dfer Kontrolle.<\/p>\n<p class=\"western\">Die Reaktion des Westens auf etwas, was jede friedliebende Person begr\u00fc\u00dfen w\u00fcrde, n\u00e4mlich da\u00df sich die Beziehung zwischen den Gro\u00dfm\u00e4chten &#8211; China, Vereinigte Staaten und Ru\u00dfland &#8211; verbessern, zeigt, da\u00df etwas anderes erforderlich ist: Wir brauchen ein ganz neues Paradigma im Denken, wenn es um die Beziehungen zwischen den Nationen geht.<\/p>\n<p class=\"western\"><strong>Das Drama der Fl\u00fcchtlingskrise<\/strong><\/p>\n<p class=\"western\">Kommen wir jetzt zur Fl\u00fcchtlingskrise zur\u00fcck. Nach Angaben des Jahresberichts des UN-Fl\u00fcchtlingswerks, in dem Ende 2017 die globalen Trends ver\u00f6ffentlicht wurden, gab es 68,6 Mio. Vertriebene auf der Welt, das ist fast die Gr\u00f6\u00dfe der deutschen Bev\u00f6lkerung. 2017 gab es 16,2 Mio. neue Fl\u00fcchtlinge: 44.500 neue Fl\u00fcchtlinge jeden Tag oder 1 Person jede Sekunde. Wir sollten dabei bedenken, da\u00df jedes einzelne dieser Individuen Menschen sind, wie ich und Sie alle hier im Raum. Das sind keine abstrakten Zahlen, sondern dies sind Menschen wie Ihr Nachbar, Ihr Freund, Ihre Angeh\u00f6rigen.<\/p>\n<p class=\"western\">Die EU hat auf ihrem j\u00fcngsten Treffen eine Vielzahl sehr vager Beschl\u00fcsse gefa\u00dft; so sollen Auffanglager entstehen, Frontex wird militarisiert und \u00e4hnliche Ma\u00dfnahmen, die s\u00e4mtlich so barbarisch wie unausf\u00fchrbar sind. Die EU-Au\u00dfengrenzen sollen geschlossen werden, Frontex soll ein robustes Mandat erhalten und viel Geld soll ausgegeben werden. EU-Parlamentspr\u00e4sident Tajani verlangte, da\u00df man 6 Mrd. Euro ausgeben sollte, allein um das Mittelmeer vor Libyen zu schlie\u00dfen. Ex-NATO-General Egon Romms forderte sogar ein Bundeswehrmandat, um Frontex zu unterst\u00fctzen. Andere wollen, da\u00df die NATO eingeschaltet wird. Auffanglager sollen zun\u00e4chst auf europ\u00e4ischem Boden, sp\u00e4ter auch in Afrika eingerichtet werden.<\/p>\n<p class=\"western\">Das Problem dabei ist jedoch, da\u00df keines der betroffenen L\u00e4nder solche Lager haben will, weder \u00c4gypten noch Libyen, Marokko, Tunesien oder Algerien. Auch die Albaner und Mazedonier wollen sie nicht. Libyen will solche Lager s\u00fcdlich seiner Grenzen in L\u00e4ndern wie Niger und Mail einrichten, wo es keinerlei Infrastruktur gibt &#8211; dort ist nur W\u00fcste.<\/p>\n<p class=\"western\">Nach einem Bericht im deutschen Fernsehen hat die algerische Regierung 13.000 Fl\u00fcchtlinge ohne Nahrung und Wasser, ohne Handys oder Geld zur\u00fcck in die Sahara geschickt. Bei 48\u00b0C mu\u00dften die Menschen zu einem kleinen Dorf in Niger wandern. Es waren schwangere Frauen und Kinder darunter, viele von ihnen wurden nicht mehr wieder gesehen. Die algerische Regierung hat abgestritten, da\u00df dies wahr sei. Es mag stimmen oder nicht &#8211; in unserer Welt von\u00a0<i>fake news<\/i>\u00a0wei\u00df man das nie.<\/p>\n<p class=\"western\">Aber ich bin mir sicher, da\u00df dies immerzu passiert. Die Menschen wandern durch die Sahara, sterben, und niemand berichtet dar\u00fcber. Papst Franziskus verglich diese Lager, zum Beispiel in Libyen, \u00fcber die die Regierung keinerlei Kontrolle hat, wo die Menschen gefoltert, vergewaltigt, verst\u00fcmmelt und als Sklaven verkauft werden, mit Konzentrationslagern, die jenen in Nazi-Deutschland w\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs gleichkommen.<\/p>\n<p class=\"western\">Nat\u00fcrlich hat jeder Staat das Recht, seine Grenzen zu sch\u00fctzen, aber man kann nicht das Recht auf Leben, das Recht auf Asyl und das Elend der Fl\u00fcchtlinge einfach ignorieren. Der albanische Ministerpr\u00e4sident Edi Rama wird keine solchen Lager dulden; er ist dagegen, da\u00df Menschen, die niemand will, wie Giftm\u00fcll abgeladen werden. Albanien will nicht der Wellenbrecher f\u00fcr die Fl\u00fcchtlinge sein.<\/p>\n<p class=\"western\">Wenn man sich die Fl\u00fcchtlingsdebatte in Europa anschaut, und in den letzten Tagen gab es viele davon, so fragt man sich: Wo sind die \u201ewestlichen Werte\u201c, wo ist die \u201eDemokratie\u201c geblieben? Was man bei der Fl\u00fcchtlingskrise sieht, ist die Verletzung der grundlegendsten Menschenrechte &#8211; das Recht auf Leben, das Recht auf Asyl &#8211; vor den Augen der Welt\u00f6ffentlichkeit.<\/p>\n<p class=\"western\">Dem liegt eine grundlegende \u00c4nderung in unserem Menschenbild zugrunde, was der russische Au\u00dfenminister Lawrow einmal als \u201epostchristliche Werte\u201c beschrieben hat &#8211; eine vollst\u00e4ndige Abstumpfung von Empfindung, ein vollst\u00e4ndiger Verlust der Achtung f\u00fcr die Unantastbarkeit menschlichen Lebens. Einige der schlimmsten Hardliner der sogenannten christlichen Parteien sprechen von \u201eAsyltouristen\u201c oder \u201eFl\u00fcchtlings-Shuttleschiffen\u201c, was eine pathologische Gleichg\u00fcltigkeit gegen\u00fcber dem Leiden und Sterben von Menschen ausdr\u00fcckt.<\/p>\n<p class=\"western\"><strong>Der Niedergang des Westens<\/strong><\/p>\n<p class=\"western\">Nach dem Zweiten Weltkrieg wollte Konrad Adenauer die CDU ausdr\u00fccklich als christliche Partei mit christlichen Werten als Bollwerk aufbauen, damit sich die Greuel der Nazis nie wiederholen w\u00fcrden. Heute spricht der\u00a0<i>Spiegel<\/i>\u00a0von \u201eFaschismus\u201c, wenn es um Pr\u00e4sident Trump geht; aber dessen Politik unterscheidet sich in nichts von der der EU. Wie ist das m\u00f6glich?<\/p>\n<p class=\"western\">Dazu m\u00fcssen wir zu dem Paradigmenwandel zur\u00fcckkehren, der sich im Westen vollzogen hat. Schritt f\u00fcr Schritt sind wir von dem, was Adenauer meinte, zu der Nullwachstums-Ideologie \u00fcbergegangen, wie sie vom Club of Rome, dem World Wildlife Fund und der Umweltbewegung vertreten wird. Danach leben wir in einer Welt mit begrenzten Ressourcen und einem geschlossenen System; darin ist jeder Mensch eine Belastung f\u00fcr die Natur. Die weitere Eskalation kam mit der v\u00f6lligen Deregulierung der M\u00e4rkte, der zunehmenden Macht der Wall Street und der City of London, der Vorherrschaft des neoliberalen Dogmas, da\u00df die M\u00e4rkte die oberste Autorit\u00e4t noch \u00fcber Gott sind. Die Rolle des Staates war nicht mehr, das Gemeinwohl zu sch\u00fctzen, sondern die Rechte der Banken und Spekulanten durchzusetzen.<\/p>\n<p class=\"western\">Das sah man besonders nach 2008, mit der vollst\u00e4ndigen Deregulierung des Finanzsystems, das zum Selbstbedienungsladen f\u00fcr die Reichen auf Kosten der Mehrheit der Bev\u00f6lkerung wurde. Das Gemeinwohl wurde zusammengestrichen, s\u00e4mtliche Bereiche des Lebens und der Wirtschaft wurden privatisiert, und die Ungleichheiten stiegen dramatisch an.<\/p>\n<p class=\"western\">Der Mensch wurde zum Gegenstand von Kosten-Nutzen-Analysen; es verbreitete sich die Vorstellung, da\u00df es keine wi\u00dfbare Wahrheit mehr gebe, nur noch postfaktische Meinungen, nach denen die gesamte Realit\u00e4t dem Wettbewerbsmodell der Wirtschaft unterworfen wird. Selbst die Demokratie mu\u00dfte den M\u00e4rkten angepa\u00dft werden. Frau Merkel hat ja einmal gesagt, da\u00df wir zwar in einer Demokratie leben, die aber m\u00fcsse marktkonform sein. Nach den j\u00fcngsten Wahlen in Italien sagte au\u00dferdem EU-Kommissar Oettinger, der \u00fcber den Wahlsieg von Lega und F\u00fcnfsternepartei erbost war: \u201eDie M\u00e4rkte werden den Italienern schon lehren, wie sie zu w\u00e4hlen haben\u201c &#8211; was die v\u00f6llige Arroganz des neoliberalen Establishments zeigt. Dieses ist v\u00f6llig unf\u00e4hig, die Ursachen f\u00fcr den Niedergang des westlichen Modells zu erkennen. F\u00fcr diesen Niedergang sind nicht China oder Putin verantwortlich, sondern einzig und allein die Politik des Westens.<\/p>\n<p class=\"western\">Als die Sowjetunion 1989-90 die friedliche Wiedervereinigung Deutschlands zulie\u00df, gab es die M\u00f6glichkeit, eine ganz andere Richtung einzuschlagen. Und nach dem Zerfall der Sowjetunion gab es die Chance auf eine Friedensordnung f\u00fcr das 21. Jahrhundert, denn ein Block hatte sich aufgel\u00f6st, und es gab keinen Feind mehr.<\/p>\n<p class=\"western\">Schon 1988 hatte mein Ehemann Lyndon LaRouche &#8211; in weiser Voraussicht des baldigen Endes der Mauer &#8211; die schnelle Wiedervereinigung Deutschlands mit Berlin als Hauptstadt vorhergesagt und vorgeschlagen, Polen als Modell f\u00fcr den gesamten Comecon mit westlichen Technologien zu entwickeln. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion schlugen wir dann vor, das sogenannte Produktive Dreieck Paris-Berlin-Wien nach Eurasien auszudehnen. Wir nannten dies die Eurasische Landbr\u00fccke &#8211; das, was heute zur Neuen Seidenstra\u00dfe wird.<\/p>\n<p class=\"western\">Schon fr\u00fcher hatte Lyndon LaRouche eine Internationale Entwicklungsbank und einen Oasenplan f\u00fcr S\u00fcdwestasien vorgeschlagen; er arbeitete mit Lopez Portillo bei einem Integrationsplan f\u00fcr Lateinamerika, genannt Operation Juarez, zusammen. Wir arbeiteten mit Indira Gandhi an einem 40-Jahresplan f\u00fcr Indien, wir arbeiteten an einem 50-Jahresplan f\u00fcr das Pazifische Becken. Au\u00dferdem hat mein Ehemann die Strategische Verteidigungsinitiative entworfen &#8211; die etwas ganz anderes war, als die Medien sie darstellten und bei der es auch um einen gigantischen Technologietransfer in den Entwicklungssektor ging.<\/p>\n<p class=\"western\">Wenn das neoliberale Establishment das Lebenswerk von Lyndon LaRouche gew\u00fcrdigt h\u00e4tte, w\u00e4re Afrika heute, das kann ich Ihnen versichern, ein bl\u00fchender Kontinent, und die Welt s\u00e4he ganz anders aus. Statt dessen sagte man sich nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion: \u201eOkay, der Kommunismus ist jetzt besiegt, dann k\u00f6nnen wir jetzt eine unipolare Welt aufbauen &#8211; das Projekt f\u00fcr ein Neues Amerikanisches Jahrhundert. Unterziehen wir Ru\u00dfland einer Schocktherapie und tauschen wir alle Regierungen, die sich dem widersetzen, durch Farbrevolutionen aus. Weg mit dem Glass-Steagall-Gesetz, und wir erfinden L\u00fcgen, um humanit\u00e4re Interventionskriege zu f\u00fchren.\u201c<\/p>\n<p class=\"western\">All das f\u00fchrte zu der Fl\u00fcchtlingskrise im Nahen Osten und zur Verarmung des Entwicklungssektors und auch von S\u00fcdeuropa. Das ist die westliche Politik der letzten 20-30 Jahre, mit dem Ergebnis, da\u00df das westliche System jetzt kollabiert. Es kam zur Revolte von innen: der Brexit, die Wahl Trumps, die Wahlen in \u00d6sterreich, die Rebellion der Visegr\u00e1d-Staaten in Mittel- und Osteuropa. Wenn es jetzt zu einer Merkelschen L\u00f6sung all dieser Probleme kommt, ist das v\u00f6llig jenseits jeder Realit\u00e4t. Man wird sehen, was passiert, denn das Ergebnis des eben beendeten EU-Gipfels ist sehr vage; alles ist freiwillig, und es wird viele bilaterale Verhandlungen geben. Man mu\u00df abwarten, ob Herr Seehofer dies akzeptabel findet, denn vor dem Gipfel erkl\u00e4rte er, wenn die CSU vor Merkel kapituliere, k\u00f6nne sie das\u00a0<i>Requiem<\/i>\u00a0zu singen anfangen. Es w\u00e4re zwar ein riesiger Fortschritt, wenn die CSU endlich einmal klassische Musik s\u00e4nge, aber Seehofer dachte dabei an die anstehenden bayerischen Landtagswahlen.<\/p>\n<p class=\"western\">Man wird wahrscheinlich versuchen, die Dinge noch einmal zu retten, aber das f\u00fchrt zu nichts &#8211; vor allem deshalb, weil die Gefahr eines neuen Finanzkrachs droht; s\u00e4mtliche Finanzparameter sind etwa 40% schlechter als 2008. Der Schuldenstand, besonders bei den Unternehmen, und die Level-3-Derivate stehen alle 40% schlechter. Es besteht deswegen die Gefahr eines Absturzes ins Chaos.<\/p>\n<p class=\"western\">Vor ein paar Tagen beschlossen die Verteidigungsminister von neun EU-L\u00e4ndern, eine europ\u00e4ische Eingreiftruppe zu schaffen, um mit den Krisen auf der Welt umzugehen &#8211; eine ziemliche Anma\u00dfung, wenn man es noch nicht einmal schafft, die gesamte EU hinter einem solchen Ansatz zu vereinigen. All das zeigt indes, da\u00df von der EU und vom Westen insgesamt keine positive Initiative ausgeht, um die strategischen Probleme auf der Welt anzugehen.<\/p>\n<p class=\"western\"><strong>Die ganz andere Perspektive<\/strong><\/p>\n<p class=\"western\">Aber es gibt eine ganz andere Politik und Perspektive. Vor fast f\u00fcnf Jahren hat Pr\u00e4sident Xi Jinping die Neue Seidenstra\u00dfe auf die Agenda gesetzt, als Mittel zur Wiederbelebung der antiken Seidenstra\u00dfe, die dem Austausch von G\u00fctern, Kulturen und Technologien diente und das Leben aller beteiligten L\u00e4nder verbesserte. Inzwischen ist die Neue Seidenstra\u00dfe, auch Belt and Road Initiative genannt, zum gr\u00f6\u00dften Infrastrukturprojekt der Welt geworden. Nach Darstellung des chinesischen Au\u00dfenministers Wang Yi sind daran bereits 140 L\u00e4nder beteiligt, die auf einer Win-Win-Basis zusammenarbeiten. Sechs gro\u00dfe Korridore in Eurasien werden realisiert sowie Hunderte Projekte in Afrika, Lateinamerika und Asien &#8211; Bahnstrecken, Industrieparks, Wasserkraft.<\/p>\n<p class=\"western\">Aber das ist nicht nur ein Wirtschaftsprogramm. Pr\u00e4sident Xi nennt dies eine \u201eGemeinschaft f\u00fcr die gemeinsame Zukunft der Menschheit\u201c &#8211; ein v\u00f6llig neues Modell von Beziehungen zwischen Nationen, die sich eine Win-Win-Perspektive teilen, ihre nationale Souver\u00e4nit\u00e4t und die Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten des anderen achten. Das ist ein ganz anderes soziales System.<\/p>\n<p class=\"western\">Auf dem 19. Parteitag der Kommunistischen Partei Chinas entwickelte Xi Jinping eine weltweit beispiellose Vision f\u00fcr die n\u00e4chsten 35 Jahre. Bis 2020 soll in China s\u00e4mtliche Armut verschwunden sein. Nachdem China bereits 700 Mio. Menschen aus der Armut befreit hat, betreibt die Regierung jetzt ein gigantisches Programm, um sich um jeden einzelnen Haushalt zu k\u00fcmmern, der noch in Armut lebt, und man kann absolut sicher sein, da\u00df ihnen dies gelingt. Bis 2025 will China in mehreren Bereichen der Wissenschaft und Technologie f\u00fchrend sein. Bis 2035 soll China ein vollst\u00e4ndig modernisiertes sozialistisches Land sein, und bis 2050 ein gro\u00dfes, modernes Land, bl\u00fchend, stark, demokratisch, kulturell entwickelt, harmonisch und sch\u00f6n, wo Reichtum f\u00fcr jeden verf\u00fcgbar ist. Die Chinesen werden gl\u00fccklicher und sicherer leben und ein aktives Mitglied der Weltgemeinschaft sein.<\/p>\n<p class=\"western\">Es ist au\u00dferdem f\u00fcr alle Parteimitglieder absolut verpflichtend, sich dem Gemeinwohl zu widmen, dem h\u00f6chsten moralischen Standard zu folgen und sich mit ganzem Herzen f\u00fcr die Verbesserung des Lebensstandards der ganzen Bev\u00f6lkerung einzusetzen. Xi Jinping berief sich auf die reiche kulturelle Tradition von 5000 Jahren und die wichtigen Beitr\u00e4ge, die China f\u00fcr die universelle Entwicklung der Menschheit gemacht hat. Er nannte es den chinesischen Traum, einen Beitrag daf\u00fcr zu leisten, da\u00df die gesamte Menschheit ein gl\u00fccklicheres Leben f\u00fchren kann, und da\u00df wir eine sch\u00f6nere Welt schaffen.<\/p>\n<p class=\"western\">Die chinesische Wirtschaft basiert auf Innovation, das politische System auf einer Meritokratie. Das gilt nicht nur f\u00fcr China selbst, denn China stellt den Entwicklungsl\u00e4ndern die modernsten Technologien zur Verf\u00fcgung, besonders im Bereich der Kernenergie, und es bietet allen die Kooperation bei der Weltraumforschung an.<\/p>\n<p class=\"western\">Dieses chinesische Modell der Neuen Seidenstra\u00dfe ist offenbar sehr viel attraktiver. Nach Jahrzehnten des Kolonialismus und der ber\u00fcchtigten Auflagen von IWF und Weltbank vergibt China heute an Afrika und andere Entwicklungsregionen billige Kredite und sogar Zusch\u00fcsse. Zum ersten Mal kommt in vielen L\u00e4ndern Afrikas, Lateinamerikas und Asiens die Hoffnung auf, da\u00df Armut und Unterentwicklung \u00fcberwunden werden k\u00f6nnen und Arbeitspl\u00e4tze f\u00fcr junge Menschen entstehen.<\/p>\n<p class=\"western\">Die verschiedenen westlichen Denkfabriken, die den Fortschritt der Neuen Seidenstra\u00dfe mehr als vier Jahre lang arrogant ignoriert haben, sind nun pl\u00f6tzlich aufgewacht und beobachten die unglaubliche Dynamik dahinter. Auf einmal tauchen zahlreiche entr\u00fcstete Artikel auf, die behaupten, China verfolge ganz andere Interessen, China sei ein autorit\u00e4res System usw.<\/p>\n<p class=\"western\">Wenn man Leute im Entwicklungssektor fragt, denken sie genau das nicht. Sie denken, China gebe ihnen zum ersten Mal Hoffnung. Das Problem ist, da\u00df die neoliberalen Eliten die Welt durch die geopolitische Brille sehen und sie darauf ihre eigenen Intentionen projizieren. Da ihre eigene Politik neokolonialistisch ist, k\u00f6nnen sie sich gar nicht vorstellen, da\u00df es auf diesem Planeten ein Land gibt, das sich um das Gemeinwohl der gesamten Weltbev\u00f6lkerung k\u00fcmmert.<\/p>\n<p class=\"western\"><strong>Konfuzius und Cusa studieren<\/strong><\/p>\n<p class=\"western\">Wenn China von einem Sozialismus mit chinesischen Charakteristiken spricht, gehe ich pers\u00f6nlich davon aus, da\u00df sich dies vor allem auf die 2500 Jahre des Konfuzianismus bezieht, der in China die vorherrschende Philosophie ist, ausgenommen nur die zehn Jahre der Kulturrevolution. Es ist unbedingt erforderlich, Konfuzius zu studieren, denn er vertritt ein Menschenbild, das dem alten Humanismus, den wir einmal in Europa hatten, sehr nahe kommt. Der Konfuzianismus vertritt die Idee des lebenslangen Lernens, und jeder Mensch hat das Potential, ein\u00a0<i>Junzi<\/i>\u00a0zu werden, was im wesentlichen ein Weiser bedeutet. Dahinter steht die gleiche Idee wie die sch\u00f6ne Seele von Friedrich Schiller: Wenn man sich durch lebenslanges Lernen entwickelt, gibt es Harmonie in den Familien. Wenn jeder sein gesamtes Potential umsetzen kann, erm\u00f6glicht dies Harmonie im Staat und Harmonie unter den Staaten.<\/p>\n<p class=\"western\">Das geopolitische Establishment und die meisten normalen B\u00fcrger im Westen sind v\u00f6llig unf\u00e4hig, sich das auf der konfuzianischen Philosophie basierende Win-Win-Konzept vorzustellen, denn sie haben nur ein Nullsummenspiel im Kopf &#8211; einer gewinnt, der andere verliert.<\/p>\n<p class=\"western\">Es gibt einen westlichen Philosophen, der der beste P\u00e4dagoge ist, um uns beizubringen, anders zu denken, und das ist Nikolaus von Kues mit seinem Konzept der\u00a0<i>coincidentia oppositorum<\/i>\u00a0&#8211; des Zusammenfalls der Gegens\u00e4tze. In China ist er nicht bekannt; ich habe nur einen Professor f\u00fcr vergleichende Religion gefunden, der ihn kennt. Dabei war Nikolaus von Kues nicht nur ein religi\u00f6ser Mensch, er war der Begr\u00fcnder der modernen Wissenschaftsmethode des souver\u00e4nen Nationalstaats, des repr\u00e4sentativen Systems, und auch wenn viele seine Argumente aus dem religi\u00f6sen Bereich abgeleitet sind, haben sie dennoch eine ungeheure philosophische und wissenschaftliche Bedeutung.<\/p>\n<p class=\"western\">Auf der R\u00fcckreise von Konstantinopel 1437-38, auf der er die Delegation der griechischen orthodoxen Kirche zu den Konzilen von Ferrara und Florenz begleitete, hatte er, so schreibt er, eine pl\u00f6tzliche Eingebung, die ihn alle Fragen in einem ganz anderen Licht sehen lie\u00df, n\u00e4mlich den Zusammenfall der Gegens\u00e4tze. Das richtete sich direkt gegen Aristoteles, der immer argumentiert hatte, da\u00df widerspr\u00fcchliche \u00c4u\u00dferungen nicht gleichzeitig wahr sein k\u00f6nnten. Cusa schrieb, da\u00df dies das gemeinsame Axiom der gesamten bisherigen Philosophie gewesen sei, und Aristoteles habe dies nur am ausdr\u00fccklichsten formuliert. Dann zitiert er Philo von Alexandria, der sagte, die Logik des aristotelischen Denkens stehe auf keiner h\u00f6heren Ebene als die\u00a0<i>Ratio<\/i>\u00a0der Tiere.<\/p>\n<p class=\"western\">In einer sehr wichtigen Schrift mit dem Titel\u00a0<i>Apologia doctae ignorantiae<\/i>\u00a0(\u201eVerteidigung der belehrten Unwissenheit\u201c), einer Gegenschrift gegen den Scholastiker Johannes Wenck, beschreibt Cusa, warum der Aristotelianismus eine mangelhafte Denkmethode ist, die nur zu einem methodologischen Hin und Her f\u00e4hig sei. In seiner\u00a0<i>De Docta Ignorantia<\/i>\u00a0schreibt er:<\/p>\n<p class=\"western\">\u201eNach diesen Worten mahnte mich der Meister, zu beachten, da\u00df die wissende Unwissenheit einem hohen Turme gleich jeden zur Schau erhebe. ,Denn wer dort oben steht, \u00fcbersieht alles, was der unten \u00fcber das Feld Schweifende auf verschiedenen Wegen nach Spuren forschend sucht; er erblickt auch, inwieweit der Suchende sich dem Gesuchten n\u00e4hert oder entfernt.\u2019\u201c<\/p>\n<p class=\"western\">In einer anderen Schrift mit dem Titel\u00a0<i>De Visione Dei<\/i>\u00a0(\u201eVom Sehen Gottes\u201c) entwickelt er eine P\u00e4dagogik, wie man den Geist erziehen kann, um im Sinne der\u00a0<i>coincidentia oppositorum\u00a0<\/i>zu denken und so die geistige Mauer zu \u00fcberwinden, hinter der sich die Ebene der Vernunft verbirgt. In\u00a0<i>De Docta Ignorantia<\/i>\u00a0spricht Nikolaus vom\u00a0<i>spirit universorum<\/i>, der Religionen, L\u00e4nder und V\u00f6lker vereint, die alle Elemente der Unterscheidung sind, aber das Universum als Ganzes ist der vollkommenste Ausdruck f\u00fcr die Vorbedingung allen Seins.<\/p>\n<p class=\"western\"><i>Quodlibet in quolibet<\/i>\u00a0ist ein ber\u00fchmter Satz des Nikolaus: \u201eAlles hat Teil an allem\u201c. F\u00fcr die politische Ordnung bedeutet dies, die Vielfalt der Menschen l\u00e4\u00dft sich einbeziehen, ohne ihre besondere Identit\u00e4t zu verletzen, wegen der Gesamtheit der Ordnung, die es bereits gibt. Nach Nikolaus ist jeder Mensch ein Mikrokosmos, der in Keimform den gesamten Makrokosmos auf komplexe, unausgefaltete Weise in sich birgt, was sehr stark dem Monadenkonzept von Leibniz entspricht. Nach dieser Philosophie ist eine Friedensordnung nur m\u00f6glich, wenn sich alle Mikrokosmen auf bestm\u00f6gliche Weise entwickeln, da\u00df die Entwicklung des anderen das reziproke Eigeninteresse eines jeden ist, damit Harmonie funktioniert.<\/p>\n<p class=\"western\">Wenn man eine L\u00f6sung f\u00fcr die politischen Probleme von heute finden will, mu\u00df man im Sinne der\u00a0<i>coincidentia oppositorum<\/i>\u00a0denken; man mu\u00df zuerst an die gemeinsamen Ziele der Menschheit denken, denn das Eine hat eine h\u00f6here Ordnung als die Gr\u00f6\u00dfe des Vielen. Deswegen erfordern Selbstvervollkommnung und Veredlung eine Zunahme der relativen potentiellen Bev\u00f6lkerungsdichte als Vorbedingung f\u00fcr die Existenz zuk\u00fcnftiger Generationen.<\/p>\n<p class=\"western\">Mein Ehemann Lyndon LaRouche hat in zahlreichen Schriften bewiesen, warum eine Zunahme der relativen potentiellen Bev\u00f6lkerungsdichte und eine st\u00e4ndige Zunahme der Energieflu\u00dfdichte zwingend erforderlich sind. Auf jedem gegebenen Technologieniveau erreicht man irgendwann einen Punkt, wo sich die Ressourcen und Kosten ersch\u00f6pfen. Dies erfordert st\u00e4ndige qualitative Durchbr\u00fcche im Wissen \u00fcber die physikalischen Prinzipien des Universums, eine st\u00e4ndig h\u00f6here Arbeitsteilung und immer mehr kreative K\u00f6pfe, die sich am grenzenlosen Fortschritt der\u00a0<strong>Menschheit beteiligen.<\/strong><\/p>\n<p class=\"western\"><strong>Der\u00a0<i>spirit universorum\u00a0<\/i>ist heute die Neue Seidenstra\u00dfe<\/strong><\/p>\n<p class=\"western\">Heute existiert der\u00a0<i>spirit universorum\u00a0<\/i>in Form des Geistes der Neuen Seidenstra\u00dfe. Die Gemeinschaft der Nationen als Grundlage f\u00fcr das Gemeinwohl aller ist der einzige Weg, die Probleme von heute anzugehen. Diesen Geist sp\u00fcrt man in Asien, Lateinamerika und Afrika und auch in immer mehr europ\u00e4ischen L\u00e4ndern. Nikolaus von Kues hat in einer Predigt zum Dreik\u00f6nigsfest in Brixen am 6. Januar 1456 &#8211; von Kommentatoren eine \u201eHymne auf die Zivilisation\u201c genannt &#8211; die K\u00fcnste und die Naturwissenschaften als gro\u00dfes Geschenk an die Menschheit bezeichnet, an dem sich jeder beteiligen m\u00fcsse, so da\u00df die Entwicklung nicht eines einzigen Menschen verlangsamt werde. Genau das ist die Rolle der Neuen Seidenstra\u00dfe heute.<\/p>\n<p class=\"western\">Der Geist der Neuen Seidenstra\u00dfe hat den Gipfel von Singapur m\u00f6glich gemacht, und in diesen Tagen finden weitere Gipfeltreffen statt, auf denen \u00fcber den Bau von Eisenbahnstrecken entlang der West- und bald auch der Ostk\u00fcste Nordkoreas gesprochen wird, wodurch S\u00fcd- und Nordkorea Anschlu\u00df an die chinesischen Transportkorridore und die Transsibirische Eisenbahn finden. Pr\u00e4sident Trump hat zugesichert, da\u00df Nordkorea bald ein reiches Land sein werde, und China und Ru\u00dfland sicherten ebenso zu, dabei eine wichtige Rolle zu spielen. In der chinesischen\u00a0<i>Global Times<\/i>\u00a0hie\u00df es: \u201eDie geographische Lage Nordkoreas pr\u00e4destiniert das Land f\u00fcr eine Integration in die Belt and Road Initiative\u201c, und das werde viel schneller geschehen, als man sich das vorstellen k\u00f6nne.<\/p>\n<p class=\"western\">Wir schlagen vor, den gleichen Ansatz auch f\u00fcr Afrika zu verfolgen; statt einer Militarisierung der Fl\u00fcchtlingspolitik brauchen wir einen Plan f\u00fcr die Neue Seidenstra\u00dfe. Wenn die EU Milliarden von Euros f\u00fcr Lager und die Festung Europa ausgeben will, sollten wir dieses Geld lieber f\u00fcr Kredite zur Industrialisierung, die grundlegende Infrastruktur, f\u00fcr Wasserprojekte, Schnellbahnen, Magnetbahnen, Gesundheits- und Erziehungseinrichtungen, Raumfahrtprogramme und den Bau neuer St\u00e4dte auf Grundlage modularer urbaner Entwicklung ausgeben. Wenn sich alle europ\u00e4ische L\u00e4nder mit China, Indien, Japan und auch den Vereinigten Staaten zusammentun, um all dies mit den afrikanischen Staaten anzugehen, die Teil eines solchen Crashprogramms sein wollen, k\u00f6nnen wir eine Wende in der Fl\u00fcchtlingskrise schaffen.<\/p>\n<p class=\"western\">Dieser Ansatz erfordert eine leidenschaftliche Liebe f\u00fcr die Menschheit. Genauso hat sich der \u00e4thiopische Ministerpr\u00e4sident Abiy Ahmed auf einer j\u00fcngsten Massenversammlung vor einer halben Million Menschen ausgedr\u00fcckt, kurz bevor es zu einem Mordanschlag gegen ihn gekommen war: \u201eDer einzige Weg, sich angesichts der ganzen Geschichte vorw\u00e4rts zu bewegen, ist Vergebung und Liebe. Rache ist f\u00fcr die Schwachen. Und da die \u00c4thiopier nicht schwach sind, brauchen wir keine Rache. Wir werden mit Liebe gewinnen.\u201c<\/p>\n<p class=\"western\">Handeln wir also entsprechend. Die Welt befindet sich in einem unglaublichen Aufruhr. Es ist sehr komplex, und ich glaube nicht, da\u00df sich die Probleme durch noch so viele Einzell\u00f6sungen \u00fcberwinden lassen. Wir brauchen eine h\u00f6here Ebene der Vernunft, die die gesamte Menschheit vereint. Ich denke, wir haben das Ende einer Epoche, das Ende der Geopolitik erreicht. Wir m\u00fcssen das neue Paradigma verwirklichen, d.h. im Sinne des Zusammenfalls der Gegens\u00e4tze denken &#8211; dem, was Xi Jinping eine \u201eGemeinschaft der gemeinsamen Zukunft der Menschheit\u201c genannt hat. Wenn Europa \u00fcberleben will, m\u00fcssen wir die europ\u00e4ischen L\u00e4nder daf\u00fcr gewinnen.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>Das Thema des anschlie\u00dfenden ersten Konferenzabschnitts lautete \u201eDie Geopolitik und die Gefahr eines neuen Weltkriegs \u00fcberwinden\u201c. Erster Redner war\u00a0<strong>Wladimir Morosow<\/strong>\u00a0(47:18), der Programmkoordinator des Russischen Rats f\u00fcr Internationale Angelegenheiten (Russian International Affairs Council, RIAC), einer f\u00fchrenden Denkfabrik, die mit dem russischen Au\u00dfenministerium verbunden ist. Er sprach \u00fcber \u201eRu\u00dflands Rolle in der Neuen Weltordnung\u201c \u2013 einer Weltordnung, die auf der Wiederherstellung des gegenseitigen Vertrauens zwischen M\u00e4chten beruht, die bisher nur ihre eigenen Interessen verfolgten.<\/p>\n<div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Hier ist der Text der deutschen \u00dcbersetzung<\/span><\/a><\/p>\n<div class=\"toggle-content\">\n<div class=\"small-title\">\n<h3><b>Ru\u00dflands Rolle in der Neuen Weltordnung<\/b><\/h3>\n<div class=\"long-bar\"><\/div>\n<\/div>\n<p>Zun\u00e4chst einmal m\u00f6chte ich dem Schiller-Institut und Frau Zepp-LaRouche pers\u00f6nlich f\u00fcr diese gro\u00dfe Gelegenheit danken, hier heute bei Ihnen zu sein und mit den interessanten und hochgesch\u00e4tzten G\u00e4sten \u00fcber die Zukunft der globalen Weltordnung und die Rolle zu diskutieren, die verschiedene L\u00e4nder, Regionen und auch Nationen darin spielen k\u00f6nnen.<br \/>\nIch teile auch die Idee, da\u00df es angesichts der gegenw\u00e4rtigen politischen und wirtschaftlichen Dynamik sowohl im globalen wie im regionalen und nationalen Ma\u00dfstab h\u00f6chste Zeit ist, da\u00df wir offen \u00fcber die Zukunft der internationalen Beziehungen diskutieren, und dar\u00fcber, welche Prinzipien den Umgang zwischen den Staaten und Regionen leiten sollten.<br \/>\nLassen Sie mich zun\u00e4chst einmal einige Schl\u00fcsselideen darstellen, \u00fcber die ich mit Ihnen sprechen m\u00f6chte.<\/p>\n<p>Erstens gibt es, auch wenn wir annehmen, da\u00df die unipolare Welt mit der absoluten Vorherrschaft einer Supermacht schon bald enden wird, bisher keine Alternative, die klar und machbar und in greifbarer N\u00e4he ist. Eine multipolare Welt, f\u00fcr die sich viele L\u00e4nder schon lange einsetzen, kann keine bessere Alternative sein.<\/p>\n<p>Zweitens wird Ru\u00dflands Rolle in der neuen globalen Ordnung mehr von der inneren Dynamik bestimmt sein als von der Komposition der Weltordnung selbst. Aber Ru\u00dfland wird eine wichtige Rolle in all den verschiedenen Regionen und m\u00f6glicherweise auch global spielen, und versuchen, nicht nur seine unmittelbare Nachbarschaft zu stabilisieren, sondern auch als eines der Bindeglieder in Eurasien wirken, sowie als Garant der globalen Sicherheit und Stabilit\u00e4t.<\/p>\n<p>Drittens, und ich denke, das ist ein entscheidender Punkt, k\u00f6nnen wir die globale Ordnung nicht \u00fcber Nacht \u00e4ndern. Wenn wir eine evolution\u00e4re \u00c4nderung wollen, anstelle einer revolution\u00e4ren \u00c4nderung, die einen globalen Krieg implizieren w\u00fcrde, dann m\u00fcssen wir uns zun\u00e4chst darauf konzentrieren, das Vertrauen wieder herzustellen. Aber Vertrauen ist etwas, was wir nicht \u00fcber Nacht wieder aufbauen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Es wird oft angenommen, da\u00df die einzige Alternative zum gegenw\u00e4rtigen Status quo eine multipolare Welt sei. Wenn wir \u00fcber die Zukunft der Weltordnung sprechen, dann stimmt fast jeder in Ru\u00dfland, in Europa, in China, im Nahen Osten \u00fcberein, da\u00df die w\u00fcnschenswerte Weltordnung multipolar sein sollte. Aber die Idee der Multipolarit\u00e4t reicht zur\u00fcck in die 1970er Jahre, mit dem Aufstieg der asiatisch-pazifischen L\u00e4nder, mit der Schaffung der Trilateralen Kommission etc., und diese Ideen waren bis Mitte der 1990er \u00e4u\u00dferst popul\u00e4r.<br \/>\nAber unsere Welt ist im Grunde immer noch nicht multipolar. Und wenn wir \u00fcber Polarit\u00e4t sprechen &#8211; Multipolarit\u00e4t, Unipolarit\u00e4t &#8211; dann tendieren die Menschen dazu, verwirrt zu sein in Bezug auf die Definition, was Polarit\u00e4t ist.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich ist Multipolarit\u00e4t eine andere Version des Wiener Kongresses, eine Weltordnung, die beherrscht ist von einem Gleichgewicht der M\u00e4chte und die in mehrere Machtzentren geteilt ist, die miteinander um die begrenzten globalen Ressourcen konkurrieren. Auch wenn eine solche Ordnung auf den Interessen von mehr als einem Staat gr\u00fcndet, ber\u00fccksichtigt sie nie die Interessen der kleineren Staaten, und die Staaten, die nicht Teil des globalen Gleichgewichts sind, werden von den global players \u00fcbersehen. Diese Ordnung wird gewisserma\u00dfen eine R\u00fcckkehr zur Geopolitik sein &#8211; das, was wir alle vermeiden wollen, wenn wir \u00fcber die Zukunft der globalen Ordnung sprechen.<\/p>\n<p>Multilateralismus<\/p>\n<p>Aber was kann die Alternative zur unipolaren und multipolaren Weltordnung sein? Es gibt eine wachsende Debatte in Ru\u00dfland dar\u00fcber, und wir haben k\u00fcrzlich einen neuen Artikel unseres Generaldirektors ver\u00f6ffentlicht, in dem gesagt wird, eine Alternative zur Multipolarit\u00e4t k\u00f6nne der Multilateralismus sein. [\u201eWarum die Welt nicht multipolar werden wird\u201c, von Andrej Kortunow]. Dies k\u00f6nne die beste Alternative sein, die verhindert, da\u00df die Welt in eine Konfrontation und damit in einen Weltkrieg abgleitet.<\/p>\n<p>Der wesentliche Unterschied zwischen Multipolarit\u00e4t und Multilateralismus ist, da\u00df der Multilateralismus auf einem Ausgleich der Interessen anstatt auf einem Gleichgewicht der Macht beruht. Eine solche Ordnung kann nur unzureichend auf den existierenden Strukturen des Westens aufgebaut werden, wie der NATO, der Europ\u00e4ischen Union, NAFTA, etc., sondern sie mu\u00df auch die UN, die G-20, die OECD, die Schanghaier Organisation f\u00fcr Zusammenarbeit, die Asiatisch-Pazifische Wirtschaftskooperation, und m\u00f6glicherweise &#8211; m\u00f6glicherweise! &#8211; k\u00f6nnen wir auch zu einer Art kollektivem Sicherheitssystem im Nahen Osten und Afrika gelangen.<\/p>\n<p>Aber wir sollten ber\u00fccksichtigen, da\u00df das, was Donald Trump tut, ein Symptom institutioneller Erm\u00fcdung ist, nicht nur im Westen, sondern auch im Osten. Und deshalb m\u00fcssen wir uns, wenn wir zu einer multilateralen Welt \u00fcbergehen wollen, nicht nur auf die Institutionen konzentrieren, sondern auch auf die Regeln, die internationalen Regeln, und vor allem auf die Nichtweiterverbreitung [von Nuklearwaffen] und Hilfe bei der Entwicklung.<br \/>\nWenn wir \u00fcber Ru\u00dflands Rolle in der neuen globalen Ordnung sprechen, dann denke ich, da\u00df Ru\u00dflands Rolle vor allem von seiner inneren Dynamik bestimmt sein wird. Putin hat seine letzte Amtszeit angetreten, und nun wird er sich wahrscheinlich mehr auf die einheimische Agenda konzentrieren als auf die internationale. Das bedeutet mehrere gro\u00dfe wirtschaftliche Reformen, den Umgang mit den Pensionen, mit der Wirtschaftsleistung etc., und nat\u00fcrlich der Frage des \u00dcbergangs der Macht und der politischen Stabilit\u00e4t nach 2024.<\/p>\n<p>Aber das bedeutet nicht, da\u00df Ru\u00dfland von der internationalen B\u00fchne abtreten wird. Wir brauchen uns nicht in alle Fragen einmischen, die sich uns auf der Welt bieten, aber wesentlich f\u00fcr Ru\u00dflands Au\u00dfenpolitik und Ru\u00dflands Position in der Welt ist, da\u00df Ru\u00dflands h\u00f6chste au\u00dfenpolitische Priorit\u00e4t die innere und \u00e4u\u00dfere Sicherheit ist. Das bedeutet, da\u00df Ru\u00dfland selbst nicht bereit ist, die Regionen an den Grenzen von Ru\u00dfland zu destabilisieren, wie ihm immer wieder vom Westen vorgeworfen wird, sondern vielmehr bereit ist, seine milit\u00e4rische Macht einzusetzen und sogar nach \u00dcbersee zu projizieren, etwa im Nahen Osten, wie im Fall von Syrien, um die Stabilit\u00e4t zu f\u00f6rdern und die nationalen Interessen des Landes zu f\u00f6rdern.<\/p>\n<p>Das ist etwas, was Ru\u00dfland deutlich von der EU und China unterscheidet, die sich milit\u00e4risch nicht in \u00dcbersee engagieren, aber auch von den Vereinigten Staaten, die sich st\u00e4ndig in globale Angelegenheiten einmischen, um kurzfristige Interessen zu verfolgen.<br \/>\nZweitens ist Ru\u00dfland zwar daran interessiert, seine Grenzregionen zu stabilisieren, insbesondere die gemeinsame Nachbarschaft zwischen der Europ\u00e4ischen Union und Ru\u00dfland, zwischen Ru\u00dfland und China, etc., aber Ru\u00dfland wird mehr Gewicht auf die chinesische G\u00fcrtel- und Stra\u00dfen-Initiative legen. Die G\u00fcrtel- und Stra\u00dfen-Initiative ist f\u00fcr Ru\u00dfland kein reines Wirtschaftsprojekt, das Ru\u00dflands Position als Umschlagsplatz und Bindeglied in Eurasien st\u00e4rkt, sondern auch ein Weg, seine gef\u00e4hrlichste Nachbarschaft zu stabilisieren, was die zentralasiatischen L\u00e4nder und Afghanistan betrifft, die m\u00f6glicherweise explodieren k\u00f6nnten, wenn wir die Ausbreitung des Extremismus dort nicht aufhalten, und wenn wir den Menschen keine geeignete wirtschaftliche Alternative zum Drogenanbau und zum Terrorismus bieten. Und deshalb wird Ru\u00dfland auch weiterhin mit China kooperieren, insbesondere durch diese gemeinsame Entwicklungs-Initiative, die Pr\u00e4sident Putin und Pr\u00e4sident Xi Jinping mit der gemeinsamen Entwicklung der Eurasischen Wirtschaftsunion und der G\u00fcrtel- und Stra\u00dfen-Initiative gefunden haben.<\/p>\n<p>Wenn wir \u00fcber die au\u00dfenpolitische Identit\u00e4t Ru\u00dflands sprechen, dann bin ich eher skeptisch gegen\u00fcber der Idee des \u201eEurasianismus\u201c in der russischen Au\u00dfenpolitik. Ich pers\u00f6nlich ziehe den Begriff der Europazifischen Macht vor; d.h., da\u00df wir davon ausgehen m\u00fcssen, da\u00df Ru\u00dfland ein europ\u00e4isches Land ist. Aber es hat Zugang zur Pazifik-Region, es wird an allen Fragen und an allen Problemen, an allen Konflikten beteiligt sein, die sich in der Pazifikregion abspielen, und es kann auch als eine der Parteien dienen, die daran interessiert sind, diese Konflikte beizulegen, insbesondere im Fall von Nordkorea. Und noch wichtiger: durch seinen Zugang zur Asien-Pazifik-Region hat Ru\u00dfland nicht nur eine besondere Beziehung zu China, sondern auch zur Republik Korea, Japan und auch zu den Vereinigten Staaten.<\/p>\n<p>Wir k\u00f6nnen auch davon ausgehen, da\u00df Ru\u00dfland sich weiter in Syrien engagieren wird, insbesondere nachdem die Lage stabilisiert und der Terrorismus besiegt ist. Was Ru\u00dfland immer wieder vorschl\u00e4gt, abgesehen nat\u00fcrlich vom Wiederaufbau von Syrien unter Beteiligung der Europ\u00e4ischen Union, der Vereinigten Staaten und nat\u00fcrlich auch Chinas, ist die Schaffung eines kollektiven Sicherheitssystems f\u00fcr den Nahen Osten, das nicht nur Syrien umfassen sollte, sondern auch Israel, Saudi-Arabien, Iran, China, die USA und die Europ\u00e4ische Union, und nat\u00fcrlich Ru\u00dfland, als Garanten eines dauerhaften Friedens in der Region.<\/p>\n<p>Die Idee der Eurasischen Landbr\u00fccke gef\u00e4llt mir, aber sie ist nicht nur ein Infrastrukturprojekt, bei dem schnelle Bahnlinien von Deutschland nach Moskau gebaut werden, es geht auch um die Kontakte von Mensch zu Mensch. Solange wir immer noch Visaregelungen zwischen der Europ\u00e4ischen Union und Ru\u00dfland haben, behindert dies die Kontakte von Mensch zu Mensch und den Austausch der Kulturen, den Austausch der Ideen und den Austausch von Chancen.<\/p>\n<p>Und last but not least: Auch wenn wir alle verstehen, da\u00df die globale Ordnung nicht \u00fcber Nacht ge\u00e4ndert werden kann, k\u00f6nnen wir doch einige Sofortma\u00dfnahmen vorschlagen, die in der Zwischenzeit helfen k\u00f6nnen, die Beziehungen zwischen Ru\u00dfland und dem Westen und insbesondere zwischen Ru\u00dfland und den USA zu stabilisieren.<\/p>\n<p>Das Gipfeltreffen von Helsinki<\/p>\n<p>Ich denke, da\u00df viele hier sehr viel von dem bevorstehenden Gipfeltreffen zwischen Trump und Putin in Helsinki im Juli erwarten &#8211; vielleicht nicht soviel, wie man vom Trump-Kim-Gipfel erwartet hat, aber ich denke trotzdem, da\u00df wir nicht zuviel von diesen Gespr\u00e4chen erwarten sollten, vor allem, weil die beiden L\u00e4nder mit ausdr\u00fccklichen Pl\u00e4nen kommen, die bilateralen Beziehungen wiederherzustellen und die Beziehungen zwischen Ru\u00dfland und dem Westen wieder ins Gleis zu heben.<\/p>\n<p>Aber ich denke, wenn dieses Gipfeltreffen stattfindet, dann wird dies ein gro\u00dfer Durchbruch sein gegen\u00fcber den letzten vier oder f\u00fcnf Jahren, denn ich glaube, das letzte solche Gipfeltreffen war das vor sechs Jahren, 2012 zwischen Obama und Medwedjew. Und diese Gespr\u00e4che k\u00f6nnen eine Atmosph\u00e4re des Vertrauens schaffen, und eine Atmosph\u00e4re der Kooperation, die helfen kann, die Beziehungen wieder auf Kurs zu bringen. Das gilt auch hinsichtlich des m\u00f6glicherweise bevorstehenden Besuchs von Vertretern des US-Kongresses in Ru\u00dfland.<\/p>\n<p>Was k\u00f6nnten solche Sofortma\u00dfnahmen sein?<br \/>\nZun\u00e4chst einmal m\u00fcssen wir die diplomatischen Vertretungen der Vereinigten Staaten in Ru\u00dfland und Ru\u00dflands in den Vereinigten Staaten wieder herstellen, denn die Ausweisung von Diplomaten behindert nicht nur den politischen Dialog, sondern auch Kontakte zwischen den Menschen &#8211; bis ein russischer B\u00fcrger ein Visum f\u00fcr die Vereinigten Staaten erh\u00e4lt, vergeht jetzt oft ein halbes oder ein ganzes Jahr, und ich denke, in den Vereinigten Staaten ist es genauso.<br \/>\nSobald wir einen politischen Dialog haben, ist die wichtigste Frage, \u00fcber die die beiden Pr\u00e4sidenten reden sollten, die Erhaltung der strategischen Stabilit\u00e4t. Dies umfa\u00dft nicht nur den neuen START-Vertrag und seine m\u00f6gliche Verl\u00e4ngerung, und die weitere nukleare Abr\u00fcstung, sondern auch die Zukunft des INF-Vertrags [\u00fcber die nuklearen Mittelstreckenraketen]. Die Erhaltung des letzteren ist wesentlich f\u00fcr die Sicherheit in Europa, wenn wir einen immer gr\u00f6\u00dferen R\u00fcstungswettlauf und eine m\u00f6gliche, beispiellose Eskalation vermeiden wollen. Wir brauchen einen offenen Dialog nicht nur zwischen den Politikern, sondern auch zwischen den technischen Spezialisten einschlie\u00dflich der Milit\u00e4rs \u00fcber die Probleme, die wir bei der Umsetzung dieser Vertr\u00e4ge haben und was wir tun k\u00f6nnen, um unsere Differenzen beizulegen.<br \/>\nDer n\u00e4chste Schritt werden nat\u00fcrlich die Gespr\u00e4che \u00fcber Syrien und die Stabilisierung dieses Landes sein und nat\u00fcrlich dar\u00fcber, den Terroristen die Kontrolle zu nehmen und an die legitime Regierung zur\u00fcckzugeben. Und mit dem Problem der Ukraine umzugehen. Ich erwarte nicht, da\u00df in Bezug auf die Ukraine viel geschehen wird, aber wenn wir diese Atmosph\u00e4re des Vertrauens haben und wenn wir diese Atmosph\u00e4re der Kooperation haben, dann werden wir in der Lage sein, sie zu l\u00f6sen.<\/p>\n<p>Ich danke Ihnen nochmals f\u00fcr Ihre Aufmerksamkeit und freue mich auf Ihre Fragen.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p><strong>Dr. Xu Jian<\/strong>, Vizepr\u00e4sident und Senior Research Fellow des China Institute of International Studies (CIIS) sowie Direktor des Akademischen Rats des CIIS sprach \u00fcber \u201eDie Umkehrung der Globalisierung und die Herausforderung f\u00fcr Chinas Au\u00dfenpolitik in der Neuen \u00c4ra\u201c. Die Ver\u00e4nderungen in der Weltordnung werfen eine Reihe fundamentaler Probleme auf, die das System der Globalisierung und der Marktwirtschaft hinterlassen hat. China schlage vor, eine Gemeinschaft der gemeinsamen Zukunft der gesamten Menschheit zu schaffen, eine Form der internationalen Beziehungen, die auf gegenseitigem Respekt und Win-Win f\u00fcr alle Seiten beruhe, der Entwicklung einer realen wirklichen Partnerschaft.<\/p>\n<div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Hier ist der Text der deutschen \u00dcbersetzung<\/span><\/a><\/p>\n<div class=\"toggle-content\">\n<div class=\"small-title\">\n<h3>\u201e<b>Die Umkehrung der Globalisierung und die Herausforderung f\u00fcr Chinas Au\u00dfenpolitik in der Neuen \u00c4ra\u201c<\/b><\/h3>\n<div class=\"long-bar\"><\/div>\n<\/div>\n<p class=\"western\">Sehr geehrte Frau Zepp-LaRouche, verehrte G\u00e4ste, meine Damen und Herren,<\/p>\n<p class=\"western\">ich freue mich sehr, hier an dieser Konferenz teilzunehmen.<\/p>\n<p class=\"western\">Wir stehen heute vor einer Welt, in der sich grundlegende \u00c4nderungen vollziehen, darunter der Trend zur Multipolarit\u00e4t, eine sich intensivierende Konkurrenz zwischen den Gro\u00dfm\u00e4chten und ein Trend zu Schw\u00e4chung der globalen Steuerung und Koordination. Und einige dieser Trends machen diese Welt recht gef\u00e4hrlich. Vor diesem Hintergrund werde ich Ihnen daher meine Ansichten dar\u00fcber mitteilen, wie wir diese \u00c4nderungen auf der Welt betrachten und analysieren sollten, was die wesentliche Orientierung der chinesischen Au\u00dfenpolitik ist, und vor welchen Schwierigkeiten und Herausforderungen China heute steht.<\/p>\n<p class=\"western\">Zuerst will ich den Trend der Entglobalisierung analysieren. Wir haben bereits den Brexit gesehen, die Wahl Donald Trumps zum Pr\u00e4sidenten der Vereinigten Staaten und viele andere Ph\u00e4nomene, die die gewaltige Wirkung dieses Trends in der heutigen Welt zeigen. Die Umkehrung der Globalisierung und der Protektionismus im globalen Handel sind keine zuf\u00e4lligen Ph\u00e4nomene, es gibt einen tief wurzelnden Hintergrund f\u00fcr ihr Aufkommen, und sie sind eng verbunden mit einigen Problemen der Globalisierung.<\/p>\n<p class=\"western\">Die prominentesten unter diesen Problemen sind die Ungleichheit der sozialen Verteilung und die ungleiche Entwicklung unter den Nationen. Ungleiche soziale Verteilung ist eine Schw\u00e4che, die der Marktwirtschaft innewohnt, aber die wirtschaftliche Globalisierung versch\u00e4rft dieses Problem noch. In der Marktwirtschaft schwankt der Profit der unterschiedlichen wirtschaftlichen Faktoren deutlich, wobei der Unterschied zwischen Kapital und anderen Produktionsfaktoren der herausragendste ist.<\/p>\n<p class=\"western\">Das Problem der ungleichen Entwicklung von L\u00e4ndern, das sich aus der Globalisierung ergibt, ist so grundlegend wie komplex, und das zeigt sich auf zweierlei Weise, als Nord-S\u00fcd-Problem und als Ost-West-Problem. F\u00fcr das Nord-S\u00fcd-Problem hat die Globalisierung nicht nur eine Gruppe von Schwellenl\u00e4ndern hervorgebracht, die zum Aufschwung der Entwicklungsl\u00e4nder beitragen, sondern auch einige L\u00e4nder marginalisiert. Solche L\u00e4nder haben nicht nur einen begrenzten Nutzen von der Globalisierung, sie sind auch mit gr\u00f6\u00dferen Risiken und Druck konfrontiert. Daher vergr\u00f6\u00dfert sich der Abstand zwischen ihnen und den entwickelten und den Schwellen-L\u00e4ndern weiter. Diese Lage hat die politische und soziale \u00d6kologie in diesen L\u00e4ndern versch\u00e4rft und ist auch einer der wesentlichen Faktoren in den fortgesetzten regionalen Konflikten und Unruhen.<\/p>\n<p class=\"western\">Das Ost-West-Ungleichgewicht manifestiert sich vor allem zwischen den Schwellenl\u00e4ndern und den entwickelten L\u00e4ndern. Der unaufhaltsame Aufstieg einer gro\u00dfen Zahl von Entwicklungsl\u00e4ndern in den letzten 20 oder 30 Jahren, insbesondere gro\u00dfer Schwellenl\u00e4nder, hat die Vorherrschaft der entwickelten L\u00e4nder des Westens im internationalen M\u00e4chtegleichgewicht ver\u00e4ndert. Die Weltarchitektur durchl\u00e4uft \u00c4nderungen, die seit Jahrhunderten ohne Beispiel sind und die die Entwicklung der Multipolarisierung stark vorantreiben. Diese ungleiche Entwicklung hat wichtige positive Wirkungen auf den Fortschritt der menschlichen Gesellschaft.<\/p>\n<p class=\"western\">Aber dieser Trend verschlimmert auch den Widerspruch zwischen den entwickelten und den aufstrebenden L\u00e4ndern in der internationalen Ordnung, insbesondere nach der internationalen Finanzkrise waren die westlichen entwickelten L\u00e4nder, darunter die Vereinigten Staaten und europ\u00e4ische L\u00e4nder, mit vielen Entwicklungsdilemmas konfrontiert und die Widerspr\u00fcche wurden deutlicher.<\/p>\n<p class=\"western\">Schlie\u00dflich ist die Umkehrung der Globalisierung auch das Resultat von Problemen bei der Gerechtigkeit und der ungleichen Entwicklung im Proze\u00df der Globalisierung. Die L\u00f6sung dieser ist eine gemeinsame Verpflichtung aller Teilnehmer der Globalisierung.<\/p>\n<p class=\"western\">Chinas Au\u00dfenpolitik in der Neuen \u00c4ra<\/p>\n<p class=\"western\">Vor diesem Hintergrund wende ich mich nun Chinas Au\u00dfenpolitik f\u00fcr die neue \u00c4ra zu. Beim 19. Nationalkongre\u00df der KP China fa\u00dfte Xi Jinping Chinas Sicht der Welt zusammen, indem er argumentierte: \u201eDie Welt durchl\u00e4uft gro\u00dfe Entwicklungen, Transformationen und Anpassungen, aber Frieden und Entwicklung bleiben weiterhin die Aufgabe unserer Zeit.\u201c<\/p>\n<p class=\"western\">In diesem Proze\u00df, betonte Xi Jinping, \u201eist unsere Welt voller Hoffnung und Herausforderungen.\u201c Auf der einen Seite \u201eschreitet der Trend zur globalen Multipolarit\u00e4t, zur wirtschaftlichen Globalisierung, zu IT-Anwendungen und zur kulturellen Vielfalt weiter voran, die \u00c4nderungen im System der globalen Gouvernanz und in der internationalen Ordnung beschleunigen sich, die L\u00e4nder werden immer st\u00e4rker vernetzt und voneinander abh\u00e4ngig, das globale Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnis wird ausgewogener und Frieden und Entwicklung bleiben irreversible Trends\u201c.<\/p>\n<p class=\"western\">Aber auf der anderen Seite \u201estehen wir als eine Welt vor wachsender Unsicherheit und destabilisierenden Faktoren. Dem globalen Wirtschaftswachstum mangelt es an Energie, der Abstand zwischen reich und arm w\u00e4chst weiter, in einigen Regionen entwickeln sich oft Krisenpunkte, und unkonventionelle Bedrohungen der Sicherheit, wie Terrorismus, Unsicherheit im Internet, gro\u00dfe Infektionskrankheiten und der Klimawandel breiten sich weiter aus. Als Menschen haben wir viele gemeinsame Herausforderungen, denen wir uns stellen m\u00fcssen.\u201c<\/p>\n<p class=\"western\">Es gibt zwei zentrale S\u00e4ulen des Rahmens der chinesischen Au\u00dfenpolitik in der neuen \u00c4ra. Die erste ist, \u201eeine Gemeinschaft mit einer gemeinsamen Zukunft f\u00fcr die Menschheit aufzubauen, eine offene, inklusive, saubere und sch\u00f6ne Welt aufzubauen, die dauerhaften Frieden, universelle Sicherheit und gemeinsame Prosperit\u00e4t genie\u00dft.\u201c Die zweite ist, \u201eeine neue Form der internationalen Beziehungen zu schmieden, auf der Grundlage von gegenseitigem Respekt, Fairne\u00df, Gerechtigkeit und Win-Win-Kooperation\u201c.<\/p>\n<p class=\"western\">Daher ist der Grundansatz der chinesischen Au\u00dfenpolitik, globale Partnerschaften zu entwickeln und die gemeinsamen Interessen mit anderen L\u00e4ndern auszuweiten.<\/p>\n<p class=\"western\">Drei Fallen<\/p>\n<p class=\"western\">Trotzdem steht China nun vor enormen \u00e4u\u00dferen Herausforderungen, insbesondere drei Fallen und der Frage, wie mit der \u201eThukydides-Falle\u201c, der \u201eKindleberger-Falle\u201c und der Falle des Kalten Krieges umzugehen ist.<\/p>\n<p class=\"western\">Die erste Herausforderung ist, wie mit dem Paradox zwischen den beiden miteinander verbundenen Fallen umzugehen ist. Auf dieses Paradox hat zuerst Professor Joseph S. Nye von der Harvard-Universit\u00e4t hingewiesen, obwohl er es als ein Problem bezeichnete, vor dem die Vereinigten Staaten stehen. Nye argumentierte unmittelbar nach Trumps Amtsantritt in einem Artikel: \u201eAls gew\u00e4hlter Pr\u00e4sident der Vereinigten Staaten, der die Politik seiner Regierung gegen\u00fcber China formuliert, sollte Trump sich vor den beiden Fallen h\u00fcten, die die Geschichte f\u00fcr ihn bereitet hat.\u201c<\/p>\n<p class=\"western\">Die eine ist die \u201eThukydides-Falle\u201c. Das bezieht sich auf die Warnung des griechischen Historikers, da\u00df ein schrecklicher Krieg ausbrechen kann, wenn eine etablierte Macht (wie die Vereinigten Staaten) Angst bekommt vor einer aufstrebenden Macht (wie China).<\/p>\n<p class=\"western\">Prof. Nye zufolge mu\u00df sich Trump aber auch vor der ,Kindleberger-Falle\u2019 h\u00fcten: \u201eCharles Kindleberger, einer der geistigen V\u00e4ter des Marshallplans, der sp\u00e4ter am MIT lehrte, argumentierte, da\u00df die verheerende Dekade der 1930er Jahre verursacht wurde, als die USA Gro\u00dfbritannien als gr\u00f6\u00dfte Macht abl\u00f6sten, aber es vers\u00e4umten, die britische Rolle bei der Sorge um das globale Gemeinwohl zu \u00fcbernehmen. Die Folge war der Absturz des globalen Systems in Depression, V\u00f6lkermord und Weltkrieg.\u201c<\/p>\n<p class=\"western\">Der interessanteste Punkt in Nyes Argument liegt in dem Dilemma, vor dem die Vereinigten Staaten stehen k\u00f6nnten, wenn sie versuchen, mit diesen beiden Fallen umzugehen. Auf der einen Seite kommt das Hauptproblem der Thukydides-Falle f\u00fcr die USA von \u201eeinem China, das eher zu stark als zu schwach erscheint\u201c. Auf der anderen Seite k\u00f6nnte die Kindleberger-Falle entstehen, wenn China \u201eeher zu schwach als zu stark erscheint\u201c &#8211; ein klares Paradox &#8211; um f\u00fcr das globale Gemeinwohl zu sorgen.<\/p>\n<p class=\"western\">Leider scheint dieses Paradox auch f\u00fcr China zu gelten. In einer Zeit, in der die Regierung Trump eine Strategie des \u201eAmerika zuerst\u201c verfolgt und sich darauf vorbereitet, die amerikanischen Beitr\u00e4ge zur Sicherung des globalen Gemeinwohls zu reduzieren, mu\u00df der Druck der Kindelberger-Falle auf China zwangsl\u00e4ufig wachsen. Wenn China sich weigert oder z\u00f6gert, mehr Verantwortung bei der Sicherstellung des globalen Gemeinwohls zu \u00fcbernehmen, dann ist fast sichergestellt, da\u00df mehr Kritik zu h\u00f6ren sein wird, da\u00df China weiterhin ein Trittbrettfahrer sei, anstatt zur bestehenden internationalen Ordnung beizutragen. Tut China aber das Gegenteil, und \u00fcbernimmt mehr internationale Verantwortung, dann wird man unvermeidlich Vorw\u00fcrfe h\u00f6ren, es strebe nach regionaler oder sogar nach globaler Hegemonie.<\/p>\n<p class=\"western\">Liest man die Vorw\u00fcrfe gegen China in der Nationalen Sicherheitsstrategie der USA, die im Dezember 2017 von Pr\u00e4sident Trump unterzeichnet wurde, versteht man besser, wie ernst dieses Dilemma werden kann. Darin wird argumentiert, da\u00df die USA \u201evor dreierlei Herausforderungen stehen &#8211; den revisionistischen M\u00e4chten Ru\u00dfland und China, den Schurkenstaaten Iran und Nordkorea, und der Bedrohung durch transnationale Organisationen, insbesondere dschihadistische Terrorgruppen\u201c. Insbesondere wird hervorgehoben: \u201eChina und Ru\u00dfland fordern Amerikas Macht, Einflu\u00df und Interessen heraus und versuchen, Amerikas Sicherheit und Prosperit\u00e4t zu erodieren. Sie sind entschlossen, die Volkswirtschaften weniger frei und weniger fair zu machen\u201c, etc.<\/p>\n<p class=\"western\">Deshalb mu\u00df China mehr tun, um die Kindleberger-Falle zu vermeiden. Gleichzeitig soll es weniger tun, um der Gefahr der Thukydides-Falle zu entgehen. China mu\u00df also ein Gleichgewicht finden.<\/p>\n<p class=\"western\">Zus\u00e4tzlich steht China unter den gegenw\u00e4rtigen internationalen Bedingungen auch noch vor einer dritten Falle, der Falle des Kalten Krieges. Diese betrifft sowohl die Thukydides-Falle als auch potentielle Konflikte bez\u00fcglich der ideologischen Differenzen zwischen China und dem Westen. Wie Joseph Nye bez\u00fcglich der Thukydides-Falle zwischen China und den USA richtig sagt, \u201enichts ist unvermeidlich\u201c, weil die Wirkung der Falle oft \u00fcbertrieben wird. D.h. da\u00df beide M\u00e4chte offene Konflikte vermeiden, weil sie genau wissen, da\u00df die Kosten eines solchen Konflikts zu hoch sind.<\/p>\n<p class=\"western\">Vertrauen bilden<\/p>\n<p class=\"western\">Trotz dieser m\u00f6glichen positiven Aussicht, offene milit\u00e4rische Konflikte zu vermeiden, werden China und die USA immer noch Gefahr laufen, in die Falle des Kalten Krieges zu tappen, wenn die beiden Seiten es vers\u00e4umen, zwei Themenkomplexe anzugehen: Der eine ist die St\u00e4rkung des gegenseitigen strategischen Vertrauens, der andere, die D\u00e4mpfung der gegenseitigen Widerspr\u00fcche im ideologischen Bereich.<\/p>\n<p class=\"western\">Die Erfahrungen deuten darauf hin, da\u00df beides nicht leicht zu erreichen ist. Das gegenseitige Vertrauen und Zutrauen in den chinesisch-amerikanischen Beziehungen war in den vergangenen Jahrzehnten immer unzureichend. Was den ideologischen Faktor angeht, werfen die negativen Reaktionen der USA und der gro\u00dfen europ\u00e4ischen L\u00e4nder auf China nach dem 19. Nationalkongre\u00df der KPC einen gro\u00dfen Schatten.<\/p>\n<p class=\"western\">Die schon erw\u00e4hnte Nationale Sicherheitsstrategie der USA nimmt eine ziemlich harte Haltung gegen\u00fcber China ein, indem sie nicht nur von bilateralen Differenzen in den Bereichen Wirtschaft und Sicherheit spricht, sondern auch im ideologischen Bereich. Z.b. behauptet sie: \u201eChina und Ru\u00dfland wollen eine Welt schaffen, die den amerikanischen Werten und Interessen entgegengesetzt ist\u201c, und \u201edies sind grundlegende politische Dispute zwischen denen, die repressive Systeme bef\u00fcrworten, und denen, die freie Gesellschaften vorziehen.\u201c Auch europ\u00e4ische L\u00e4nder wie Deutschland und Frankreich haben negative \u00c4u\u00dferungen \u00fcber Chinas Rolle in der internationalen Ordnung, seinem Ansatz gegen\u00fcber der globalen Regierungsf\u00fchrung und andere Fragen gemacht. Und der Handelskrieg, der sich zwischen China und den Vereinigten Staaten entwickelt, k\u00f6nnte zu einem Kalten Krieg f\u00fchren, wenn er weiter eskaliert.<\/p>\n<p class=\"western\">Die negative Haltung der westlichen L\u00e4nder und der USA deutet darauf hin, da\u00df ein pessimistischer Trend in den Beziehungen zwischen China und den westlichen M\u00e4chten aufkommt. Dies ist nat\u00fcrlich nicht gut f\u00fcr die F\u00f6rderung von Frieden, Stabilit\u00e4t und Prosperit\u00e4t in der Welt. Daher sollten alle gemeinsame Bem\u00fchungen unternehmen, um zu verhindern, da\u00df diese Trends sich weiter entwickeln.<\/p>\n<p class=\"western\">Pr\u00e4sident Xi Jinping sagte vor der 70. Vollversammlung der UN: \u201eDas gr\u00f6\u00dfte Ideal ist die Schaffung einer Welt, die wirklich von allen geteilt wird. Frieden, Entwicklung, Gleichheit, Gerechtigkeit, Demokratie und Freiheit sind gemeinsame Werte der gesamten Menschheit und die hehren Ziele der Vereinten Nationen. Aber diese Ziele sind bei weitem nicht erreicht, und wir m\u00fcssen unsere Bestrebungen fortsetzen, sie zu erreichen.\u201c<\/p>\n<p class=\"western\">Bei einer anderen Gelegenheit sagte er: \u201eKein Land kann die vielen Herausforderungen, vor denen die Menschheit steht, alleine meistern. Kein Land kann es sich leisten, sich in die Isolation zur\u00fcckzuziehen.\u201c Gleichzeitig zeigte er eine recht positive Haltung, indem er dazu aufrief: \u201eWir sollten unsere Tr\u00e4ume nicht aufgeben, weil die Realit\u00e4t der Ungerechtigkeiten zu kompliziert ist. Wir sollten nicht aufh\u00f6ren, unseren Idealen zu folgen, weil sie au\u00dfer Reichweite zu liegen scheinen.\u201c<\/p>\n<p class=\"western\">Ich denke, diese Konferenz bildet einen sehr guten Rahmen, das gegenseitige Verst\u00e4ndnis zwischen China und den westlichen L\u00e4ndern zu st\u00e4rken.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>Dritter Redner der Runde war Landessenator\u00a0<strong>Richard Black<\/strong>\u00a0aus Virginia (USA), der an die Konferenz eine Videobotschaft \u00fcber \u201eDas wahre Interesse der Vereinigten Staaten\u201c \u00fcbermittelt hatte. Black verurteilte den \u201eunerkl\u00e4rten Krieg\u201c, den die Vereinigten Staaten gegen Syrien f\u00fchren, das eine zentrale Rolle im Kampf gegen den internationalen Terrorismus spiele.<\/p>\n<div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Hier ist der Text der deutschen \u00dcbersetzung<\/span><\/a><\/p>\n<div class=\"toggle-content\">\n<div class=\"small-title\">\n<h3>\u201e<b>Das wahre Interesse der Vereinigten Staaten\u201c<\/b><\/h3>\n<div class=\"long-bar\"><\/div>\n<\/div>\n<p class=\"western\">Ich bin Senator Dick Black, und ich freue mich, zu dieser wichtigen Konferenz beitragen zu k\u00f6nnen. Meine Bemerkungen werden sich auf den Nahost-Konflikt und auf Amerikas unerkl\u00e4rten Krieg gegen das syrische Volk konzentrieren.<\/p>\n<p class=\"western\">Unsere gegenw\u00e4rtigen Aktionen gegen Syrien sind rechtswidrig und sie verletzen unsere vitalen nationalen Interessen. Noch wichtiger, sie bringen uns direkt auf den Weg in einen viel gr\u00f6\u00dferen und viel gef\u00e4hrlicheren und unberechenbaren Krieg gegen den Iran und seine Nachbarn.<\/p>\n<p class=\"western\">Syrien ist das Gravitationszentrum des Kriegs gegen den Terror. In anderen Worten, sein \u00dcberleben als lebensf\u00e4higer, intakter Staat kann sehr wohl \u00fcber den Ausgang des globalen Kriegs gegen den Terror entscheiden. Sollte es den Amerikanern gelingen, ihr seit langem verfolgtes Ziel zu erreichen und die syrische Regierung zu st\u00fcrzen, dann k\u00f6nnte dies zu einer beispiellosen Ausweitung des dschihadistischen Terrors f\u00fchren. Innerhalb weniger Monate w\u00fcrden der Libanon und Jordanien fallen, und das w\u00fcrde vermutlich Pr\u00e4sident Erdogan, den t\u00fcrkischen Diktator, dazu ermutigen, Horden kampferprobter Dschihadisten von den Schlachtfeldern zu vertreiben, damit sie die europ\u00e4ischen Nationen \u00fcberrennen. Aus diesem Grund stellt Amerikas verbissene Feindschaft gegen den syrischen Nationalstaat eine klare und gegenw\u00e4rtige Gefahr f\u00fcr Europa und die gesamte Zivilisation dar.<\/p>\n<p class=\"western\">Lassen Sie mich klarstellen: Ich rede nicht als Pazifist. Ich habe 32 Jahre lang in Uniform gedient. Ich wurde im Kampf verwundet, als Fliegerverbindungsoffizier im 1. Regiment der Marineinfanterie, und ich f\u00fchrte 70 Kampfpatrouillen, meist bei Nacht, weit hinter den Linien des Feindes durch. Ich wurde bei einem Angriff verwundet und meine beiden Funker starben an meiner Seite. Davor flog ich 269 Kampfeins\u00e4tze als Hubschrauberpilot. Mein Flugzeug wurde bei vier Eins\u00e4tzen von feindlichem Feuer getroffen. Schlie\u00dflich diente ich als Divisionschef im B\u00fcro der Obersten Milit\u00e4rstaatsanwaltschaft im Pentagon. Dort bereitete ich Exekutivanordnungen f\u00fcr die Unterschrift des Pr\u00e4sidenten vor und vertrat die US-Armee bei Anh\u00f6rungen des Kongresses.<\/p>\n<p class=\"western\">Ich sage das, damit Sie wissen, da\u00df ich unser Land liebe, ich habe daf\u00fcr geblutet. Und ich respektiere die M\u00e4nner und Frauen, die die Befehle ausf\u00fchren, die ihnen gegeben werden, wenn wir sie in den Krieg schicken, auch wenn ich oft denke, da\u00df diese Befehle au\u00dferordentlich schlecht beraten sind.<\/p>\n<p class=\"western\">Ich bin zutiefst besorgt \u00fcber die Richtung der amerikanischen Au\u00dfenpolitik, insbesondere was Syrien betrifft, weil diese Nation ein wichtiges Tor zur T\u00fcrkei und damit nach Europa ist.<\/p>\n<p class=\"western\">Bevor der Syrienkrieg 2011 begann, war Syrien eines der f\u00fcnf sichersten L\u00e4nder auf der Erde. Es hatte die gr\u00f6\u00dften Frauenrechte und die gr\u00f6\u00dfte Religionsfreiheit unter allen arabischen Nationen. Es war schuldenfrei, es erzeugte seine eigene Energie und Nahrungsmittel und viele Industrieprodukte, seine Volkswirtschaft war ausgewogen und das Land war autark. Syrien war seit 40 Jahren im Frieden mit Israel. 2013 &#8211; nur um den weltlichen Charakter des Landes zu zeigen &#8211; errichtete Syrien eine der gr\u00f6\u00dften Christus-Statuen der Welt, sie erhebt sich \u00fcber Israel, Libanon und Syrien. Syrien ist ein vielf\u00e4ltiges Land. Es ist die Heimat f\u00fcr zwei Millionen Christen und zwei Millionen Alawiten &#8211; die Alawiten sind eine sehr moderne Bev\u00f6lkerungsgruppe. Au\u00dferdem haben sie Drusen und eine gro\u00dfe sunnitische und eine kleinere schiitische Bev\u00f6lkerungsgruppe unter den Muslimen. Die gro\u00dfe Mehrheit aller dieser religi\u00f6sen Gruppen unterst\u00fctzt die zentrale Regierung. Der Gro\u00dfmufti Ahmad Hassoun ist das geistige Oberhaupt der sunnitischen Muslime in Syrien. Ahmad ist ein unersch\u00fctterlicher Unterst\u00fctzer des syrischen Pr\u00e4sidenten Baschar Al-Assad.<\/p>\n<p class=\"western\">In den sieben brutalen Jahren des Krieges hat die syrische Nation von etwa 23 Millionen Menschen sich gesammelt und den vereinten Kr\u00e4ften von zwei Dritteln der milit\u00e4rischen und industriellen Macht der Welt widerstanden. Aber trotz des ungeheuren internationalen Drucks gab es keinen einzigen Mordversuch gegen Pr\u00e4sident Assad, der die \u00fcberw\u00e4ltigende und leidenschaftliche Unterst\u00fctzung der Armee und der Bev\u00f6lkerung genie\u00dft. Syrien stand der vereinten Macht der Amerikaner, Briten, Franzosen, Israelis, T\u00fcrken, Katarer und Saudis gegen\u00fcber.<\/p>\n<p class=\"western\">USA bewaffnen Terroristen<\/p>\n<p class=\"western\">Nach jeder vern\u00fcnftigen Definition befinden sich die Vereinigten Staaten im Krieg gegen Syrien. Seit 2012 betreiben die Vereinigten Staaten Ausbildungslager f\u00fcr Terroristen in Jordanien, der T\u00fcrkei, Katar, Saudi-Arabien und nun auch in Syrien selbst. Wir haben den Terroristen Waffen, Munition, Ausbildung und Geh\u00e4lter im Wert von zig Milliarden Dollars gegeben. Das geschah unter dem Geheimprogramm der CIA \u201eTimber Sycamore\u201c.<\/p>\n<p class=\"western\">Nachdem dieses Programm enth\u00fcllt worden war, wurde es schnell eingestellt, aber amerikanisch finanzierte Waffen, Ausbildung und Arbeitkr\u00e4fte flie\u00dfen im Rahmen anderer verdeckter Programme immer noch ungehindert an Terroristen. Trotz dieses langen Angriffskrieges wurde\u00a0<i>kein einziger Terrorist jemals zu einer popul\u00e4ren Figur<\/i>\u00a0unter den Syrern. Sie stehen felsenfest hinter Pr\u00e4sident Assad und den syrischen Streitkr\u00e4ften.<\/p>\n<p class=\"western\">Denken Sie daran, da\u00df es Al-Kaida war, das am 11. September 2001 Flugzeuge entf\u00fchrte und sie in die Twin Towers und in das Pentagon flog, und 3000 Amerikaner t\u00f6tete. Trotzdem haben die USA sich im gesamten Syrienkrieg mit Al-Kaida und seinen Ablegern in Syrien verb\u00fcndet. Praktisch jede der sogenannten \u201emoderaten Rebellengruppen\u201c hat zeitweise Schulter an Schulter mit Al-Kaida oder ISIS gek\u00e4mpft. Die vorherrschenden Dschihadisten haben geschworen, alle christlichen und alawitischen M\u00e4nner zu enthaupten und ihre Frauen, T\u00f6chter und Kinder zu Sexsklaven zu machen. Aus diesem Grunde k\u00f6nnte ein Erfolg des amerikanischen Unternehmens in Syrien sehr wohl einen der gr\u00f6\u00dften V\u00f6lkermorde der j\u00fcngeren Geschichte ausl\u00f6sen.<\/p>\n<p class=\"western\">Im Gegensatz zur westlichen Propaganda war der Krieg niemals ein Volksaufstand. Pr\u00e4sident Assad ergriff keine harten Ma\u00dfnahmen gegen anf\u00e4ngliche Demonstranten; tats\u00e4chlich ordnete er an, da\u00df die Truppen f\u00fcr die Aufstandsbek\u00e4mpfung mit Schlagst\u00f6cken auftraten anstatt mit Gewehren. Infolgedessen starben viele von ihnen durch die H\u00e4nde von Al-Kaida und der Moslem-Bruderschaft, bevor er schlie\u00dflich nachgab und ihnen erlaubte, sich mit geladenen Waffen zu verteidigen.<\/p>\n<p class=\"western\">Die Giftgasl\u00fcge<\/p>\n<p class=\"western\">Nun, lassen Sie mich etwas \u00fcber die oft zitierte Behauptung sagen, Assad habe Giftgas eingesetzt und damit eine \u201erote Linie\u201c \u00fcberschritten. Diese Behauptung ist absolut falsch. Der gleiche Propagandatrick wurde von der CIA auch schon als Vorwand benutzt, die Invasion des Irak zu starten. Diese T\u00e4uschung erwies sich als so erfolgreich bei der Schaffung der Voraussetzungen f\u00fcr den Irakkrieg, da\u00df sie w\u00e4hrend des Konflikts in Syrien mehrfach eingesetzt wurde, um Pr\u00e4sident Assad vorzuwerfen, er vergase die eigene Zivilbev\u00f6lkerung. Diese L\u00fcge hat die Amerikaner dazu verleitet, sich immer tiefer in den Syrienkrieg zu verstricken.<\/p>\n<p class=\"western\">Aber fragen Sie sich selbst: Wenn Syrien Giftgas einsetzen wollte, warum dann gegen Kleinkinder und ihre Eltern, anstatt sie in den verzweifelten K\u00e4mpfen, die im ganzen Land w\u00fcten, gegen ISIS und Al-Kaida einzusetzen? Giftgas wird nicht eingesetzt, um Nadelstich-Angriffe gegen zivile Ziele durchzuf\u00fchren. Wenn es eingesetzt wird, setzt man es massiv ein, in Verbindung mit gro\u00dfangelegten Angriffsman\u00f6vern auf dem Schlachtfeld.<\/p>\n<p class=\"western\">Jeder dieser drei Giftgasangriffe unter falscher Flagge, die von Al-Kaida und ihren Verb\u00fcndeten inszeniert wurden, wurde \u00fcberzeugend von dem respektiertesten Enth\u00fcllungsjournalisten der Welt widerlegt, dem Pulitzer-Preistr\u00e4ger Seymour Hersh &#8211; dem Mann, der den Bericht \u00fcber das My-Lai-Massaker in Vietnam schrieb und \u00fcber die Mi\u00dfbr\u00e4uche im Gef\u00e4ngnis von Abu Ghraib im Irak. Er hat heute besseren Zugang zu den inneren Vorg\u00e4ngen in der CIA und im Pentagon als irgendein anderer Journalist. Angesichts der vorhersehbaren Gegenreaktionen und des Fehlens jeglicher milit\u00e4rischer Vorteile in Syrien, w\u00e4re es vollkommen irrational f\u00fcr Pr\u00e4sident Assad, Giftgas einzusetzen.<\/p>\n<p class=\"western\">Die USA streben schon lange einen Regimewechsel in Syrien an. Nach Aussage von General Wesley Clark, dem fr\u00fcheren Obersten Kommandeur der Alliierten Streitkr\u00e4fte in Europa, begannen die Amerikaner schon 2001, Pl\u00e4ne f\u00fcr einen Umsturz in Syrien zu machen. WikiLeaks hat tats\u00e4chliche Geheimpl\u00e4ne ver\u00f6ffentlicht, die 2006 an der US-Botschaft in Damaskus ausgearbeitet wurden. Diese Pl\u00e4ne beschrieben detailliert Schritte zur Destabilisierung und zum Sturz der legitimen Regierung von Syrien.<\/p>\n<p class=\"western\">2010 wurde Hillary Clinton US-Au\u00dfenministerin: Sie setzte Pl\u00e4ne f\u00fcr den Umsturz in Libyen um, um dort das Waffenarsenal zu erobern und sie f\u00fcr die Bewaffnung der Terroristen in Syrien zu verwenden. Als Libyens F\u00fchrer, Oberst Muammar Gaddafi, 2011 ermordet wurde, waren wir unter dem Vorwand einer \u201eFlugverbotszone\u201c nach Libyen einmarschiert. Wir haben den T\u00fcrken die Kontrolle \u00fcber einen Flugplatz \u00fcbergeben und dann begannen sie, die gepl\u00fcnderten libyschen Waffen in die T\u00fcrkei zu fliegen, unter Einsatz katarischer Flugzeuge. Das erste Flugzeug, das von Libyen aus losgeschickt wurde, brachte auch 700 tunesische Terroristen, die dann \u00fcber die t\u00fcrkische Grenze nach Syrien geschickt wurden.<\/p>\n<p class=\"western\">Warum f\u00fchrt Amerika Kriege im Nahen Osten?<\/p>\n<p class=\"western\">Von 2011 bis heute haben die USA gek\u00e4mpft, um die vom Volk gew\u00e4hlte Regierung von Baschar Al-Assad zu st\u00fcrzen und ein Marionetten-Regime zu installieren. Aber warum k\u00e4mpfen wir \u00fcberhaupt in Syrien? Warum k\u00e4mpfen wir \u00fcberhaupt\u00a0<i>irgendwo<\/i>\u00a0im Nahen Osten? Unsere eigenen Aktionen haben riesige Armeen von ISIS- und Al-Kaida-Terroristen hervorgebracht. Wenn wir nicht dort w\u00e4ren, w\u00fcrden der Irak und Syrien sehr schnell die letzten \u00dcberreste dieser Terrorgruppen zerschlagen und die Ordnung in ihren Nationen wieder herstellen. K\u00e4mpfen wir also dort, um amerikanischen Interessen zu dienen &#8211; oder ausl\u00e4ndischen? Und schicken wir die mutigen amerikanischen Truppen als eine Art Fremdenlegion dorthin, die man mieten kann?<\/p>\n<p class=\"western\">Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman, der brutale Diktator Saudi-Arabiens, soll gesagt haben: \u201eIch habe Kushner in der Tasche\u201c. Einige glauben, da\u00df Jared Kushner, der Zugang zu Geheimdienstinformationen des Pr\u00e4sidenten hat, die Namen von Saudis verraten hat, die dem saudischen Kronprinz gegen\u00fcber unloyal sind, kurz bevor der saudische Diktator Razzien gegen diese Dissidenten durchf\u00fchren lie\u00df. War das alles f\u00fcr den pers\u00f6nlichen Gewinn? Nun, Kriegsgewinnler haben sicherlich enorme Verm\u00f6gen durch diese Krise angeh\u00e4uft. Und wir wissen, da\u00df unsere Koalitionspartner, Katar und Saudi-Arabien, sie st\u00fcrzen wollen, um lukrative \u00d6l- und Gaspipelines durch das Staatsgebiet von Syrien zu bauen.<\/p>\n<p class=\"western\">Aber was mich erstaunt ist, da\u00df die Amerikaner diese st\u00e4ndigen Kriege im Nahen Osten hinnehmen. Niemand spricht \u00fcber ein Ende der Feindseligkeiten und eine R\u00fcckkehr zum Frieden. Im Gegensatz dazu w\u00e4re es aufschlu\u00dfreich, daran zu erinnern, da\u00df wir im Ersten Weltkrieg nur 17 Monate lang gek\u00e4mpft haben, bevor die Politiker bereits versprechen mu\u00dften, da\u00df dies der \u201eKrieg zur Beendigung aller Kriege\u201c sein w\u00fcrde.<\/p>\n<p class=\"western\">Nun, denken Sie dar\u00fcber nach: Nach 17 Jahren bleiben wir entschlossen, gleichzeitig mehrere Kriege zu f\u00fchren, bei denen kein Ende in Sicht ist. Es zerst\u00f6rt unsere milit\u00e4rischen Kr\u00e4fte und es bankrottiert unsere Nation. Wie viele Amerikaner erkennen, da\u00df\u00a0<i>ein volles Drittel der nationalen Schulden der USA<\/i>\u00a0durch die Kriege im Nahen Osten entstanden sind? Trotz amerikanischer Menschenleben, verwundeter Soldaten und vergeudeter Mittel, trotz anderthalb Millionen get\u00f6teter Libyer, Afghanen, Jemeniten, Iraker und Syrer, trotz Billionen an Sachsch\u00e4den kann ich keinen einzigen Punkt finden, in dem diese Kriege irgend etwas f\u00fcr das amerikanische Volk oder f\u00fcr die vitalen Interessen der Vereinigten Staaten getan haben. Statt dessen haben wir gewaltige Fl\u00fcchtlingsstr\u00f6me geschaffen, die den westlichen Werten feindlich gesinnt sind und entschlossen sind, die europ\u00e4ischen Kulturen zu untergraben.<\/p>\n<p class=\"western\">Wir haben diese Kriege begonnen, als wir es mit einer kleinen Zahl von Terroristen zu tun hatten. Jetzt, eine Generation sp\u00e4ter, haben wir ihre Reihen vertausendfacht, indem wir eben diese Terroristen bewaffnet, ausgebildet und finanziert haben. Wir haben ihnen reale Kampferfahrung verschafft, und sie sind heute die kampferprobteste Streitmacht der Erde.<\/p>\n<p class=\"western\">Autobahnen statt Bomben<\/p>\n<p class=\"western\">Das ist meiner Meinung nach ein selbstm\u00f6rderischer Wahnsinn. Die enorme Angst und Verbitterung, die wir erzeugt haben, haben Generationen an Wohlwollen zerst\u00f6rt. Das macht es fast zu einer Gewi\u00dfheit, da\u00df China den Handel und den Einflu\u00df, den die USA durch Angst und Gewalt aus\u00fcben wollten, durch friedliche Mittel verdr\u00e4ngen wird. Wenn die USA keine Friedensstrategie entwickeln, wird China uns als vorherrschende Macht auf der Welt abl\u00f6sen. Unsere gegenw\u00e4rtige Strategie l\u00e4uft darauf hinaus, Regime auszuwechseln, indem wir Bomben regnen lassen, H\u00e4user zerst\u00f6ren und Leichen auf die Stra\u00dfe sprengen. Im Gegensatz dazu baut China in aller Ruhe Autobahnen, Fabriken, Staud\u00e4mme, Infrastruktur, ohne gewaltt\u00e4tige Putsche anzustacheln.<\/p>\n<p class=\"western\">Nun, welcher Ansatz wird den ausl\u00e4ndischen Nationen besser gefallen? Wenn sie die Wahl haben, werden sie sicherlich Chinas Br\u00fccken, D\u00e4mme und Fabriken den amerikanischen Bomben, der Zerst\u00f6rung und dem Blutvergie\u00dfen vorziehen.<\/p>\n<p class=\"western\">Betrachten Sie nur den Irak: Von 1990an, als der Golfkrieg begann, bis heute haben die USA das Land fast ununterbrochen bombardiert. In diesem 28 Jahre langen Bombenkrieg haben wir mehr als eine Drittel Million Bomben auf den Irak abgeworfen, und die Zahl w\u00e4chst noch immer. Erst in der letzten Woche haben wir &#8211; oder unser Verb\u00fcndeter Israel &#8211; Truppen der Irakischen Volksmiliz bombardiert, 22 Menschen get\u00f6tet und 12 verwundet. Diese Iraker k\u00e4mpften gerade gegen ISIS &#8211; unseren angeblichen Feind. Der Angriff der letzten Wochen rundet 28 Jahre feindlicher Akte auf irakischem Territorium ab &#8211; gegen eine Nation, die ebenso wie Syrien\u00a0<i>niemals<\/i>\u00a0irgendwelche feindseligen Akte gegen die Vereinigten Staaten ver\u00fcbt hat.<\/p>\n<p class=\"western\">Kommen wir auf Syrien zur\u00fcck. Die USA, die einst \u201ekeine Stiefel auf dem Boden\u201c versprochen hatten, haben nun wahrscheinlich bis zu 8000 Soldaten, Marineinfanteristen und Auftragsnehmer in Syrien stationiert. Wir haben mindestens elf St\u00fctzpunkte in Nordostsyrien aufgebaut, eine Tatsache, die die T\u00fcrkei 2017 zu unserer enormen Best\u00fcrzung bekannt gemacht hat. US-Truppen sind derzeit im Einsatz, um einen prek\u00e4ren, landeingeschlossenen Staat abzuspalten, indem sie der kurdischen Minderheit die Herrschaft \u00fcber haupts\u00e4chlich arabisches Land im Nordosten von Syrien geben. Diese Region liegt zwischen dem Euphrat und der t\u00fcrkischen Grenze und umfa\u00dft etwa 30% der syrischen Landmasse.<\/p>\n<p class=\"western\">Nun, auch wenn es nur sehr d\u00fcnn besiedelt ist, enth\u00e4lt es einen gro\u00dfen Teil der \u00d6l- und Gasvorkommen und des landwirtschaftlichen Reichtums, der das gesamte syrische Volk erh\u00e4lt. Sollte der amerikanische \u201ePlan B\u201c den Erfolg haben, Syrien zu spalten, dann werden die Menschen des Landes auf Dauer verarmen &#8211; all das nur zu dem Zweck, da\u00df die USA die alten Handelsrouten, die Syrien, den Irak und den Iran miteinander verbinden, blockieren k\u00f6nnen. Das scheint Teil einer Strategie zu sein, den Boden f\u00fcr einen noch weit gr\u00f6\u00dferen Krieg zu bereiten, der noch bevorsteht.<\/p>\n<p class=\"western\">Aber es gibt gro\u00dfe Hoffnung f\u00fcr Syrien. Die syrischen Streitkr\u00e4fte und ihre Verb\u00fcndeten haben 90% der syrischen Bev\u00f6lkerung befreit. Seit Ru\u00dfland 2015 intervenierte, hat Syrien eine ununterbrochene Serie von Siegen auf dem Schlachtfeld errungen, fast alle gro\u00dfen St\u00e4dte wurden durch die syrische Armee befreit. Nur der Widerstand der Vereinigten Staaten, Israels und der T\u00fcrkei verhindert ein baldiges Ende des Krieges. Es ist h\u00f6chste Zeit, da\u00df die Vereinigten Staaten aus Syrien abziehen und den Nahen Osten verlassen. Wenn wir dort abziehen, wird eine Zeit des Friedens und der Vers\u00f6hnung kommen. Fl\u00fcchtlinge werden zur\u00fcckkehren, und der Wiederaufbau wird sich beschleunigen.<\/p>\n<p class=\"western\">Seit der Befreiung durch die syrischen Streitkr\u00e4fte sind fast eine halbe Million Syrer in die zweitgr\u00f6\u00dfte Stadt des Landes, das ist Aleppo, zur\u00fcckgekehrt. Die Vereinigten Staaten k\u00f6nnten eine beeindruckende humanit\u00e4re Geste machen, indem sie einfach die Seeblockade gegen Syrien aufheben und indem sie die monet\u00e4ren Restriktionen aufheben, um dem Hunger, der Armut, dem Mangel an medizinischen G\u00fctern, den wir ihrem Volk aufgezwungen haben, ein Ende zu setzen.<\/p>\n<p class=\"western\">Die Amerikaner sind gute und anst\u00e4ndige Leute. Unser Land ist besser, als es seine Au\u00dfenpolitik vermuten l\u00e4\u00dft. Wir m\u00fcssen aufh\u00f6ren, Gewalt auszu\u00fcben, indem wir Terrorgruppen unterst\u00fctzen, und den Frieden auf der Welt wiederherstellen.<\/p>\n<p class=\"western\">Vielen Dank.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>Der fr\u00fchere Luftwaffenpilot und NATO-Planer Oberstleutnant a.D.<strong>\u00a0Ulrich Scholz<\/strong>\u00a0(1:49:35) sprach \u00fcber \u201eInteressen-Monster: Demokratie, Menschenrechte und andere Heucheleien\u201c. Menschlichkeit und menschliche Interaktion seien Prinzipien, die in der heutigen Politik v\u00f6llig fehlen, Politiker spr\u00e4chen von \u201eWerten\u201c und \u201eMenschenrechten\u201c, um Kriege zu rechtfertigen, aber tats\u00e4chlich dienen die Kriege nur der Durchsetzung von Interessen. Anstelle der Einsch\u00fcchterungsstrategien, die heute in der westlichen Politik vorherrschen, m\u00fcsse ein Ausgleich auf der Grundlage des Respekts vor den Interessen des anderen gefunden werden, man m\u00fcsse \u00fcber Menschenrechte nicht nur reden, sondern sie auch praktizieren. Wenn man an der Politik der Angst, der Kriege und der Einsch\u00fcchterung festhalte, dann werde dies zum Nuklearkrieg f\u00fchren.<\/p>\n<div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Hier der Text der deutschen \u00dcbersetzung<\/span><\/a><\/p>\n<div class=\"toggle-content\">\n<div class=\"small-title\">\n<h3>\u201eInteressen-Monster: Demokratie, Menschenrechte und andere Heucheleien\u201c<\/h3>\n<div class=\"long-bar\"><\/div>\n<\/div>\n<p class=\"western\">Guten Morgen. Vielen Dank, Frau Zepp-LaRouche und Herr LaRouche, da\u00df Sie mich wieder eingeladen haben, das zu sagen, was mir im Geist und am Herzen liegt.<\/p>\n<div class=\"one-half\">\n<p class=\"western\">Ich war schon vor zwei Jahren hier und habe \u00fcber den Krieg als Pathologie des Westens gesprochen, und dieses Bild, das sie hier sehen (<i>Abbildung 1<\/i>), habe ich auch schon in meinem ersten Vortrag verwendet. F\u00fcr diejenigen unter Ihnen, die diesen Film nicht kennen: es stammt aus der letzten Szene des Films \u201ePlanet der Affen\u201c. Und er zeigt, was mit der Erde geschieht, wenn sie das tun. Wenn sie nicht lernen, da\u00df Krieg kein Mittel zur L\u00f6sung von Problemen ist, dann k\u00f6nnte die Erde so enden. Deshalb verwende ich dieses Bild in allen meinen Vortr\u00e4gen, und ich hielt es f\u00fcr angemessen, das auch hier wieder zu tun.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"one-half last\">\n<div id=\"attachment_47159\" style=\"width: 450px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-47159\" class=\"wp-image-47159\" src=\"http:\/\/stage.schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/download.jpg\" alt=\"download\" width=\"440\" height=\"293\" srcset=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/download.jpg 600w, https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/download-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 440px) 100vw, 440px\" \/><p id=\"caption-attachment-47159\" class=\"wp-caption-text\">Abb. 1: Schlu\u00dfbild aus dem Film \u201ePlanet der Affen\u201c.<\/p><\/div>\n<\/div>\n<div class=\"clearfix\"><\/div>\n<p>Nur ein paar Worte \u00fcber mich selbst. Ich will hier nicht auf Details eingehen, aber im ersten Drittel meiner milit\u00e4rischen Karriere flog ich Phantoms und Tornados. Im zweiten Drittel plante ich Kriege. Erst im dritten Drittel meiner milit\u00e4rischen Karriere habe ich den Krieg verstanden. Und jetzt, in meiner letzten Phase, versuche ist herauszufinden, warum wir das immer noch tun, und wie wir das \u00e4ndern k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"western\">Ich m\u00f6chte mit einem Zitat von George Bernard Shaw beginnen, der einmal sagte: \u201eManchmal zitiere ich mich selbst. Das bringt die W\u00fcrze in die Konversation.\u201c Ich m\u00f6chte mich hier gerne selbst zitieren. Im M\u00e4rz 2003 war ich an der Queens University in Kingston und lehrte dort Sicherheitspolitik, und ich hielt dort einen Vortrag vor \u00f6rtlichen Gesch\u00e4ftsleuten und Politikern, sechs Wochen, bevor George Bush im Irak einmarschierte. Und das war mein Thema. Mein amerikanischer Kollege argumentierte f\u00fcr den Krieg, und ich argumentierte gegen den Krieg. Und manchmal &#8211; ich wu\u00dfte nicht, was geschehen w\u00fcrde, aber ich hatte das Gef\u00fchl, da\u00df wenn wir nicht der UN die F\u00fchrung der Welt \u00fcbergeben, da\u00df wir dann da enden w\u00fcrden, wo wir heute sind. Und wir sind genau da angekommen.<\/p>\n<p class=\"western\">Danach durchlief ich mehrere Lernprozesse. Ich dachte dar\u00fcber nach, wie man die UN ver\u00e4ndern k\u00f6nnte, und ich denke, was wir brauchen, ist keine organisatorische Ver\u00e4nderung, aber das Vetorecht sollte gestoppt werden.<\/p>\n<p class=\"western\">Ich denke, das Problem ist nicht die Organisation. Das Problem ist vielleicht, da\u00df die UN, die in ihrer wichtigsten Mission gescheitert ist, das ist die Erhaltung des Friedens auf der Welt, sich mehr darauf konzentrieren sollte, die Interessen auszugleichen. Und dieses Wort habe ich heute morgen oft geh\u00f6rt. Ich denke, das Problem ist, da\u00df Nationen Interessen haben und wir darauf keine R\u00fccksicht nehmen, gerade die gro\u00dfen.<\/p>\n<p class=\"western\">Und das zweite ist die menschliche Seite der Gespr\u00e4che \u00fcber Interessen. Wir interagieren als Menschen, was auf der Mikroebene funktioniert, in den Familien, was sehr gut funktioniert, wenn wir versuchen, Konflikte beizulegen &#8211; aber wir mi\u00dfachten diesen Aspekt, wenn es um Politik geht. Sie betrachten die NATO und die amerikanischen Regierungsorganisationen, aber sie sind immer noch Menschen, und wir sollten uns mehr darauf konzentrieren, wie wir diese Menschen zusammenbringen.<\/p>\n<p class=\"western\"><strong>Durchsetzung von Interessen<\/strong><\/p>\n<p class=\"western\">Kommen wir auf die Heucheleien. Dies ist ein Bild von\u00a0<i>Desert Storm<\/i>: Der Westen hat seit 1990 viele Male Krieg gef\u00fchrt &#8211; Kosovo, Libyen, mehrmals Irak, Afghanistan. Und alle diese Kriege werden immer gerechtfertigt, entweder \u201eWir tun dies im Interesse der internationalen Gemeinschaft\u201c &#8211; was immer das ist -, oder sie tun es unter der Flagge der UN und reden von \u201eSchutzverantwortung\u201c oder \u201ehumanit\u00e4ren Interventionen\u201c. Ich argumentiere &#8211; und ich kann es auch beweisen, aber das will ich heute nicht tun &#8211; da\u00df das alles nur Vorw\u00e4nde sind, es ist Heuchelei. Der wahre Grund f\u00fcr den Westen ist, da\u00df es um Interessen geht.<\/p>\n<p class=\"western\">General Horner machte eine interessante \u00c4u\u00dferung, bevor der Krieg begann. Bevor er seine Piloten losschickte, um den Irak zu bombardieren, sagte er seinen Piloten: \u201eEs gibt kein Ziel im ganzen Irak, dass es Wert ist, dass man daf\u00fcr stirbt. Werft also eure Bomben ab, aber wenn es zu gef\u00e4hrlich wird, bringt eure Bomben zur\u00fcck.\u201c Und ich m\u00f6chte dieses Zitat etwas weiter fassen, ich w\u00fcrde sagen: Es gibt keine Ziele auf der Welt, die es wert sind, da\u00df man daf\u00fcr t\u00f6tet.\u201c [Applaus.]<\/p>\n<p class=\"western\">Ich habe meine Generalstabsausbildung in Amerika gemacht, ich war am Air War College der US Air Force. Ich mag die amerikanische Denkweise, und ich mag die Amerikaner. Es sind viele gute Leute unter ihnen. Dies hier ist aus Obamas Nationaler Sicherheitsstrategie, und er sagt darin ganz, ganz klar, da\u00df es um Interessen geht. Sie k\u00f6nnen das im Internet lesen, Sie k\u00f6nnen diese Seite aufrufen, und Sie k\u00f6nnen dort lesen, da\u00df Amerika dort hingeht, und da\u00df es dabei allein um Interessen geht. Es geht ihnen um Interessen, und nicht um Werte. Und ich will diesen Punkt beweisen, da\u00df es nicht um Werte geht.<\/p>\n<p class=\"western\">Ich m\u00f6chte Ihnen einen Einblick in die Philosophie der amerikanischen Au\u00dfenpolitik geben. Das beginnt mit Thomas Hobbes, dem englischen Philosophen des 17. Jahrhunderts, der das Buch\u00a0<i>Der Leviathan<\/i>\u00a0geschrieben hat. Das ist ein Monstrum aus der Antike, und Hobbes nutzte das als Bild f\u00fcr den allm\u00e4chtigen Staat. Er erlebte die Brutalit\u00e4t des englischen B\u00fcrgerkriegs im 17. Jahrhundert, und er sagte, um das Interesse der Menschen zu gewinnen, brauche man einen starken Staat.<\/p>\n<p class=\"western\">Und das ist sozusagen die Bibel der amerikanischen Au\u00dfenpolitik nach dem Zweiten Weltkrieg. Sie wurde verfa\u00dft von Hans Joachim Morgenthau, einem in Deutschland geborenen Politikwissenschaftler, der das ber\u00fchmte Buch \u201ePolitik zwischen den Nationen\u201c geschrieben hat. Die amerikanische Au\u00dfenpolitik beruht auf Morgenthaus Philosophie.<\/p>\n<p class=\"western\">\n<div class=\"info-box\">\n<h3 class=\"info-box-title\" style=\"\">Abb. 2: Kernpunkte der au\u00dfenpolitischen Philosophie von Hans Joachim Morgenthau:<\/h3>\n<div class=\"info-box-content\" style=\"\">\n<p class=\"western\">1. Politische Macht dient Interessen.<\/p>\n<p class=\"western\">2. Ausgleichen, nicht einsch\u00fcchtern<\/p>\n<p class=\"western\">3. Werte sind Interessen = Heuchelei<\/p>\n<p class=\"western\">4. Die Grenzen universeller Werte<\/p>\n<p class=\"western\">\n<\/div>\n<\/div>\n<p>Abb. 2: Kernpunkte der au\u00dfenpolitischen Philosophie von Hans Joachim Morgenthau:<\/p>\n<p class=\"western\">Ich habe hier die vier wichtigsten Kernpunkte dieser Philosophie ausgesucht (<i>Abbildung 2<\/i>). Der erste davon ist selbstverst\u00e4ndlich. Politische Macht dient Interessen &#8211; sie dient den Interessen des\u00a0<i>Volkes<\/i>. Und ich denke, die Neocons haben seit 1990 sehr oft gegen diesen wesentlichen Punkt versto\u00dfen. Sie zogen in den Krieg, aber nicht wegen eines Interesses, sondern wegen etwas anderem. Dazu werde ich gleich noch etwas sagen.<\/p>\n<div class=\"one-half\">\n<p class=\"western\">Es geht also um Interessen. Und ich komme gleich auch noch auf die anderen Punkte, zwei, drei und vier.<\/p>\n<p class=\"western\">Morgenthau differenziert hier und sagt, wenn man Politik im Interesse der Menschen f\u00fchren will, dann mu\u00df man die Interessen auf der Welt ausgleichen. Das ist der ethische Weg, Au\u00dfenpolitik zu betreiben, und nicht, andere einzusch\u00fcchtern, was das Konzept der Neokons ist, wie man den Interessen dient: Entweder marschieren sie ein, um andere zu bedrohen, oder sie marschieren ein, um sie zu beherrschen. Und seit 1990 hat das niemals funktioniert &#8211; es wurde nur immer schlimmer! Und wenn es wirklich schlimm wird, dann hat man globalen Terrorismus als\u00a0<i>perpetuum bellum<\/i>, und im schlimmsten Fall einen nuklearen Krieg. Wir m\u00fcssen die Interessen ausgleichen, und die Neue Seidenstra\u00dfe ist ein Projekt, das in diese Richtung f\u00fchrt.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"one-half last\">\n<p class=\"western\"><em>Grafik: Ulrich Scholz<\/em><\/p>\n<div id=\"attachment_47170\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-47170\" class=\"wp-image-47170 size-full\" src=\"http:\/\/stage.schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Scholz2-300x224.jpg\" alt=\"Scholz2-300x224\" width=\"300\" height=\"224\" \/><p id=\"caption-attachment-47170\" class=\"wp-caption-text\">Abb. 3: Die Einsch\u00fcchterungspolitik der Neocons gr\u00fcndet letztendlich auf Angst, eine auf Ausgleich der Interessen abzielende Politik auf Ethik.<\/p><\/div>\n<\/div>\n<div class=\"clearfix\"><\/div>\n<p class=\"western\"><strong>Angst\/Ethik<\/strong><\/p>\n<p class=\"western\">Ich m\u00f6chte eine kleine Zeichnung nutzen, um die beiden Seiten der US-Au\u00dfenpolitik oder der westlichen Au\u00dfenpolitik zu zeigen, wenn sie Interessen vertritt (<i>Abbildung 3<\/i>). Da ist der Weg der Neokons, das zu tun. Wenn man sicherstellen will, da\u00df die Welt sich zu seinen Gunsten verh\u00e4lt, dann marschiert man pr\u00e4ventiv in ein Land ein, man spielt ein Nullsummenspiel, oder man schummelt, wie man es in einem Nullsummenspiel tut, wie es die Amerikaner mit Ru\u00dfland getan haben. Wenn Sie zwei plus machen, dann mache ich zwei minus. Nach dieser Haltung ist mein Gewinn dein Verlust, und das f\u00fchrt zum Krieg, das ist jedenfalls meine Erfahrung. Regimewechsel f\u00fchren zum Krieg.<\/p>\n<p class=\"western\">Der andere Weg, der meines Erachtens zu wenig Beachtung findet, ist der Ausgleich der Interessen. Und dazu braucht man menschliche Eigenschaften wie Empathie, Toleranz, das Anstreben von Win-Win-Situationen, gegenseitigen Respekt und Gewaltlosigkeit.<\/p>\n<p class=\"western\">Wenn Sie die Ursachen betrachten, die diesen beiden Haltungen zugrunde liegen &#8211; und damit komme ich in den Bereich der Psychologie, meine Frau hat Psychologie studiert. Und als ich ihr das zeigte, da war sie bei der Sache, weil die eigentlichen Ursachen wirklich sehr menschlich sind.<\/p>\n<div class=\"one-half\">\n<p class=\"western\">Man braucht gar nicht \u00fcber Menschenrechte zu sprechen, man mu\u00df nur diesen Geist des Ausgleichs haben, dann ist man auch ethisch. Jemand hat einmal gesagt, Ethik ist wie ein unterirdischer Wasserstrom, der mit dem einhergeht, was man tut und sagt, was man ist &#8211; dann ist man auch ethisch. Man kann das nicht als ein Ziel oder etwas in der Art verk\u00fcnden.<\/p>\n<p class=\"western\">Und Interessen, und da sind wir dann wirklich im Bereich der Psychologie, sind von Angst getrieben. Beim Einsch\u00fcchtern fl\u00f6\u00dfen wir den Anderen Angst ein, und ich w\u00fcrde sagen, ein Psychologe w\u00fcrde sagen: man hat auch selbst Angst, und deshalb ist man aggressiv.<\/p>\n<p class=\"western\">Wie kann man das \u00e4ndern? Wie k\u00f6nnen wir dieser Haltung beikommen, da\u00df wir in der Politik sozusagen dem Strom der Angst folgen?<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"one-half last\">\n<div id=\"attachment_47180\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-47180\" class=\"wp-image-47180 size-full\" src=\"http:\/\/stage.schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/scholz3-300x225.jpg\" alt=\"scholz3-300x225\" width=\"300\" height=\"225\" \/><p id=\"caption-attachment-47180\" class=\"wp-caption-text\">Abb. 4: Die Arabische Delegation 1919 in Paris, geleitet von Faisal bin Hussein bin Ali Al-Hashemi, dem sp\u00e4teren K\u00f6nig Faisal I. von Syrien. 3.v.r. ist der Brite \u201eLawrence von Arabien\u201c (T.E. Lawrence), der das Vertrauen der Araber gewann und im britischen Interesse beeinflu\u00dfte.<\/p><\/div>\n<\/div>\n<div class=\"clearfix\"><\/div>\n<p class=\"western\">Vertrauen. Dieses Bild (<i>Abbildung 4<\/i>) zeigt die arabische Delegation 1919 in Paris, und Sie sehen hier Faisal, den Sohn des Emirs von Jerusalem, und rechts von ihm Lawrence of Arabia, T.E. Lawrence, der junge britische Arch\u00e4ologe, der vor dem Krieg als Arch\u00e4ologe auf der Arabischen Halbinsel wirkte, und der ein Freund von Faisal wurde. Das haben die Briten nat\u00fcrlich ausgenutzt &#8211; er wurde Offizier, Major, und f\u00fchrte die Araber gegen die T\u00fcrken, um den Briten zu helfen, den Krieg zu gewinnen. Und als sie nach Paris kamen, um ihre Belohnung abzuholen, da haben die Briten und die Franzosen das Versprechen vergessen. T.E. Lawrence trug die arabische Kopfbedeckung, und seine Vorgesetzten haben sich dar\u00fcber ge\u00e4rgert, aber so zeigte er seine Solidarit\u00e4t mit seinen arabischen Freunden. Es war also Freundschaft, jenseits aller Religion und Kultur, und er konnte die Araber bewegen, da\u00df sie auf ihre Weise hilfreich waren.<\/p>\n<div class=\"one-half\">\n<p class=\"western\">Und ich w\u00fcrde sagen, wenn wir dieses Vertrauen heute in der Politik erreichen wollen, dann brauchen wir Menschen, die sich auf allen Ebenen der Diplomatie, der Politik, der Wirtschaft engagieren, wo wir zwischenmenschliche Beziehungen aufbauen, die nicht nur auf Empathie, sondern auf Sympathie beruhen. Wir brauchen Leute, die sich gegenseitig m\u00f6gen. Und dann k\u00f6nnen wir langfristige Beziehungen entwickeln.<\/p>\n<p class=\"western\">Diese Leute m\u00fcssen keine Experten sein, sie m\u00fcssen nur dabei sein. Und wenn wir in einen Konflikt geraten, dann sollten sie die Gespr\u00e4che f\u00fchren und den Konflikt l\u00f6sen.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"one-half last\">\n<em>Grafik: Ulrich Scholz<\/em><\/p>\n<div id=\"attachment_47191\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-47191\" class=\"wp-image-47191 size-full\" src=\"http:\/\/stage.schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Scholz4-300x252.jpg\" alt=\"Scholz4-300x252\" width=\"300\" height=\"252\" \/><p id=\"caption-attachment-47191\" class=\"wp-caption-text\">Abb. 5: Unterschiedliche Wahrnehmungen erzeugen unterschiedliche Realit\u00e4ten<\/p><\/div>\n<\/div>\n<div class=\"clearfix\"><\/div>\n<p class=\"western\">Und\u00a0<i>last not least<\/i>\u00a0&#8211; ich will hier nicht weiter ins Detail gehen &#8211;<i>\u00a0last not least<\/i>, denke ich, haben wir ein gro\u00dfes Defizit in der Bildung. Wir alle. Denn wenn wir in die Welt hinausgehen, dann denken wir immer, wie betrachten die Welt so, wie sie ist. Ich m\u00f6chte Ihnen dazu dieses Bild zeigen. Dies (<i>Abbildung 5<\/i>) ist ein Bild der zweiten Ordnung der Kybernetik. Wenn Sie diesen verbogenen Nagel anschauen, dann h\u00e4ngt es davon ab, aus welchem Winkel sie ihn betrachten &#8211; je nachdem sieht er anders aus. Und wenn man versucht, jemanden zu \u00fcberzeugen, da\u00df die eigene Sichtweise die richtige ist, dann haben wir gleich einen Konflikt. Wir haben also diese beiden Kerlchen, die es aus verschiedenen Winkeln betrachten, und jeder denkt, er sieht es auf die richtige Weise.<\/p>\n<p class=\"western\">Was wir tun sollten, und das ist eine Dynamik der zweiten Ordnung, wir sollten uns dar\u00fcber erheben und auf uns herabschauen, auf den anderen\u00a0<i>und<\/i>\u00a0auf uns selbst, vielleicht sind wir das Problem, unsere Sichtweise. Und das ist der systemische Ansatz, das ist Kybernetik der zweiten Ordnung, und es ist sehr einfach. Aber die Menschen da drau\u00dfen, auf der Mikroebene und auf der Makroebene, glauben immer noch, da\u00df die Art und Weise, wie sie die Dinge\u00a0<i>wahr<\/i>nehmen, etwas mit\u00a0<i>Wahrheit<\/i>\u00a0zu tun hat. Und das ist f\u00fcr mich bereits der erste Schritt in einen Konflikt, der dann vielleicht sogar gewaltt\u00e4tig werden kann.<\/p>\n<p class=\"western\">Dabei m\u00f6chte ich es belassen, denn ich bin da mitten drin. Ich unterrichte im Moment Kinder, und ich versuche, ihnen dieses Denken beizubringen. Es ist nicht nur Empathie, es geht darum, sich selbst zu betrachten. Denn vielleicht sind wir das Problem, die Art, wie wir denken. Vielen Dank.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>Der Vortrag von\u00a0<strong>Oberst a.D. Alain Corvez<\/strong>, ehemaliger Berater des franz\u00f6sischen Verteidigungs- und des Innenministeriums, hatte das Thema: \u201eDie amerikanische Verweigerung einer multipolaren Welt macht den \u00dcbergang schmerzhaft\u201c. Pr\u00e4sident Trump habe den Staat im Staat in den Vereinigten Staaten herausgefordert, jene verdeckte Oligarchie, die ihn gezwungen habe, die Milit\u00e4rinterventionen fortzusetzen. Diese brutale Politik sei nicht im Interesse des \u201eEuropa der Nationen\u201c, wie es de Gaulle nannte. F\u00fcr Frankreich sei die Frage, wann es endlich Saudi-Arabien und Katar wegen deren Aggressionspolitik im Nahen Osten, gegen Syrien und Jemen, verurteilen werde? Auch die von der EU verh\u00e4ngten Sanktionen gegen den Iran seien nicht im Interesse des wahren Europa. Das j\u00fcngste Treffen der SCO habe eine Alternative zum G-7-Gipfel der M\u00e4chte des alten Paradigmas aufgezeigt.<\/p>\n<div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Hier ist der Text der deutschen \u00dcbersetzung<\/span><\/a><\/p>\n<div class=\"toggle-content\">\n<div class=\"small-title\">\n<h3>\u201eDie amerikanische Verweigerung einer multipolaren Welt macht den \u00dcbergang schmerzhaft\u201c<\/h3>\n<div class=\"long-bar\"><\/div>\n<\/div>\n<p>Die Welt ist in eine Phase st\u00e4ndiger Turbulenzen eingetreten, infolge der immer brutaleren Konfrontation zwischen der alten, von den USA dominierten unipolaren Welt &#8211; eine Dominanz, die durch den Kollaps der Sowjetunion gerechtfertigt war, die bis dahin ihr einziger wirklicher Gegner im Gleichgewicht des nuklearen Schreckens war; einer unipolaren Welt, die sich weigert, die neue Realit\u00e4t des Entstehens anderer M\u00e4chte zu akzeptieren, die logischerweise ihre eigenen Forderungen an die F\u00fchrung in der Welt haben.<\/p>\n<p>Diese multipolare Welt ist seither eine unvermeidliche Realit\u00e4t geworden, und der Kandidat Trump hat dies offenbar w\u00e4hrend seines Wahlkampfs verstanden. Die L\u00e4nder, die sich unter der anf\u00e4nglichen Bezeichnung BRICS versammelt haben, organisieren sich auf strategischer und wirtschaftlicher Ebene, um eine neue Welt der Zusammenarbeit zwischen souver\u00e4nen Staaten anzustreben; einige Staaten sind Nuklearm\u00e4chte, andere klassische M\u00e4chte, die einen wichtigen Einflu\u00df aus\u00fcben, wie Brasilien, S\u00fcdafrika und Iran.<\/p>\n<p>Getrieben von dem amerikanischen \u201edeep state\u201c, sah sich Pr\u00e4sident Trump nach seiner Wahl gezwungen, die repressive Politik der versteckten Oligarchie zu betreiben, die tats\u00e4chlich die Vereinigten Staaten regiert, und die Grausamkeiten gegen Staaten zu verst\u00e4rken, die ihre Vormachtstellung anfechten, die durch nichts mehr gerechtfertigt ist: Schl\u00e4ge gegen Syrien bei verschiedenen Anl\u00e4ssen unter fadenscheinigsten Vorw\u00e4nden, Drohungen, Nordkorea unter einer Welle von Feuer und Blut verschwinden zu lassen, robuste Interventionen in verschiedenen L\u00e4ndern wie Afghanistan, Somalia, Jemen (zusammen mit ihrem saudischen Verb\u00fcndeten), Afrika, wo sie ihre Milit\u00e4rpr\u00e4senz verst\u00e4rkt hatten, Drohungen, das gleiche in Kuba und Venezuela zu veranstalten.<\/p>\n<p>Kurz, die Vereinigten Staaten wollen die Unipolarit\u00e4t der Welt wider alle Vernunft ausdehnen, dabei angeregt und sogar getrieben von Israel, das sich seine Existenz nur in permanentem Konflikt mit seinen Nachbarn vorstellen kann, ungeachtet der UN-Resolutionen, die zur Zur\u00fcckhaltung gegen\u00fcber der einheimischen pal\u00e4stinensischen Bev\u00f6lkerung auffordern, die es r\u00fccksichtslos unterdr\u00fcckt und der es die grundlegendsten Rechte verweigert. Die Brutalit\u00e4t seines Verhaltens gibt uns zu denken, da\u00df dieser Schurkenstaat wei\u00df, er repr\u00e4sentiert eine geopolitische Inkongruenz, die von den meisten Nationen verurteilt wird und die nur m\u00f6glich ist wegen der bedingungslosen Unterst\u00fctzung durch die Vereinigten Staaten, deren Politik er durch die Finanzmacht seiner zionistischen Netzwerke kontrolliert.<\/p>\n<p>Um die repressive Seite dieser Politik zu untermauern, verletzte Donald Trump das V\u00f6lkerrecht erneut, indem er entschied, die amerikanische Botschaft nach Jerusalem zu verlegen und den von seinem Vorg\u00e4nger und f\u00fcnf Mitgliedern des UN-Sicherheitsrats plus Deutschland am 14. Juli 2015 mit dem Iran unterzeichneten Vertrag aufzuk\u00fcndigen. Die USA werfen dem Iran vor, f\u00fcr den islamischen Terrorismus verantwortlich zu sein, w\u00e4hrend im Gegenteil der Iran an vorderster Front dagegen k\u00e4mpft und die USA einen wachsenden sch\u00e4dlichen Einflu\u00df im Nahen Osten aus\u00fcben, der paradoxerweise das Ergebnis der milit\u00e4rischen Interventionen im Irak und Jemen durch Trumps Vorg\u00e4nger ist.<\/p>\n<p>Europa sieht seinem Schicksal ins Auge: ein historischer Augenblick<\/p>\n<p>In diesem kriegstreiberischen Umfeld sieht sich die Europ\u00e4ische Union in einem entscheidenden Moment ihrer Geschichte, zerrissen zwischen ihrem Atlantizismus, der seit ihrer Gr\u00fcndung durch Vertr\u00e4ge verst\u00e4rkt wurde, die sie an die Atlantische Allianz und die NATO binden, einerseits, und andererseits ihren wirtschaftlichen und strategischen Interessen, die sie zu einer Entente und Zusammenarbeit mit dem Iran und Ru\u00dfland bringt.<\/p>\n<p>Die EU war in den Augen der Vereinigten Staaten im letzten Krieg eine \u201eFestung\u201c, die sie kontrollieren mu\u00dften, urspr\u00fcnglich gegen die UdSSR und heute gegen Ru\u00dfland. Es ist offensichtlich, da\u00df die europ\u00e4ische F\u00fchrung nicht wei\u00df, wie sie sinnvoll auf die amerikanische Aufk\u00fcndigung des Nuklearabkommens mit dem Iran reagieren soll. Sie versucht, die amerikanischen Sanktionen gegen ihre Unternehmen zu umgehen, die wichtige Gesch\u00e4fte in diesem Land betreiben, ohne jedoch die perverse Bindung an ihren Verb\u00fcndeten auf der anderen Seite des Atlantiks abzubrechen. Unter dem Druck dieser Sanktionen und der \u00f6ffentlichen Meinung in den Mitgliedsstaaten, die ihre wirtschaftlichen Richtlinien scharf kritisieren, ist die EU in ihren Grundfesten ersch\u00fcttert. Der Augenblick scheint f\u00fcr sie gekommen zu sein, endlich zu begreifen, da\u00df ihre Interessen denen der imperialistischen USA entgegengesetzt sind und da\u00df sie sich von dieser t\u00f6dlichen Bevormundung emanzipieren mu\u00df. Der R\u00fcckzug Donald Trumps aus dem Gemeinsamen umfassenden Aktionsplan (JCPA) ist der erwartete Moment, um endlich das Europa der Nationen aufzubauen, das General de Gaulle wollte. Ansonsten wird es der impotente Wirtschaftsriese bleiben, der es seit seiner schlecht durchdachten Vergr\u00f6\u00dferung politisch geworden ist, denn die EU ist lediglich eine technokratische Organisation, die aufgrund ihrer supranationalen und f\u00f6deralen Formen, die f\u00fcr die Diversit\u00e4t von V\u00f6lkern und Nationen, aus denen sie besteht, v\u00f6llig ungeeignet sind, zu keiner politischen Existenz f\u00e4hig ist.<\/p>\n<p>Es ist traurig, sich daran zu erinnern, da\u00df der General all dies bereits vorausgesagt hatte, wie Andr\u00e9 Malraux in seinem Buch Les Ch\u00eanes qu&#8217;on abat&#8230; (dt: \u201eEichen, man f\u00e4llt\u201c berichtet. Es ist die Geschichte seines vortrefflichen Dialogs in Colombey am 11. Dezember 1969, weniger als ein Jahr vor dem Tod des Generals:<\/p>\n<p>\u201eIch empfand es nie als gut, das Schicksal eines Landes jemandem anzuvertrauen, der verschwindet, wenn das Land bedroht wird. \u00dcbertragen wir ihm lieber [die Verantwortlichkeit f\u00fcr] Europa! \u2026 Letztendlich habe ich getan, was ich konnte. Wenn wir mit ansehen m\u00fcssen, da\u00df Europa stirbt, so soll es so sein; das geschieht nicht alle Tage.\u201c<\/p>\n<p>Es scheint jedoch nicht so zu sein, da\u00df die EU die Richtung der Unabh\u00e4ngigkeit von den Vereinigten Staaten einschl\u00e4gt, wenn man sieht, da\u00df Frankreich die USA in Syrien unterst\u00fctzt, indem unsere Armee illegal losgeschickt wird, um das amerikanische Vorgehen gegen die von Pr\u00e4sident Baschar al Assad vorgeschlagene politische L\u00f6sung zu decken, welche von Ru\u00dfland, dem Iran und der T\u00fcrkei unterst\u00fctzt wird, auch wenn die Rolle der letzteren zweideutig bleibt. Allen ist klar, da\u00df die amerikanisch-europ\u00e4ische Option, Syrien aufzuspalten und seinen rechtm\u00e4\u00dfigen Pr\u00e4sidenten zu beseitigen, gescheitert ist, und da\u00df wir gut beraten w\u00e4ren, unsere Diplomatie darauf auszurichten, endlich den Dialog mit Syrien unter Baschar al Assad wiederaufzunehmen.<\/p>\n<p>Ganz \u00e4hnlich warten wir nach wie vor darauf, da\u00df die franz\u00f6sische Regierung die Verbrechen verurteilt, die von Saudi-Arabien mit Unterst\u00fctzung der Vereinigten Staaten und Gro\u00dfbritanniens im Jemen begangen werden; schlimmer noch, wir haben k\u00fcrzlich erfahren, da\u00df der franz\u00f6sische Pr\u00e4sident entschieden hat, die franz\u00f6sische Armee nach dem Jemen zu schicken, um die Minen am Hafen von Hodeidah zu r\u00e4umen, dem wichtigsten Zugang f\u00fcr alle humanit\u00e4re Hilfe. Wenn dies ein Versuch ist, eine Vermittlerrolle zwischen den verfeindeten Lagern zu spielen, w\u00e4ren wir hocherfreut, aber wenn dies eine Reaktion auf saudische und emiratische Forderungen ist, was wohl wahrscheinlicher ist, dann w\u00e4re dies einmal mehr eine Parteinahme f\u00fcr die arabischen Verb\u00fcndeten der USA in Opposition zum Iran, mit dem wir angeblich unsere politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zu erhalten versuchen.<br \/>\nEs ist also nicht koh\u00e4rent, wenn man behauptet, wir seien das Land der Menschenrechte, wenn man gleichzeitig die Diktaturen am Golf und ihre Verbrechen im Jemen unterst\u00fctzt und nicht nur den Iran, sondern auch alle anderen L\u00e4nder vor den Kopf st\u00f6\u00dft, die die grausame Zerst\u00f6rung eines armen, aber sch\u00f6nen Landes, der Wiege des Arabismus und H\u00fcter arabischer und sogar universeller Kulturreicht\u00fcmer, ablehnen. Sein uraltes arch\u00e4ologisches Erbe geht in Rauch und Flammen auf durch Flugzeugangriffe, Bomben und verschiedene andere Waffen der Saudis und der Emirate, die f\u00fcr Milliarden von Dollars im Westen eingekauft wurden. Das j\u00fcngste Treffen in Paris, zu dem alle Kriegsparteien zusammenkamen, kann diese Inkoh\u00e4renz nur unterstreichen.<\/p>\n<p><strong>Kriegsgrollen<\/strong><\/p>\n<p>Die Kriegsdrohungen gegen den Iran, die von Israel und seinen amerikanischen Golf-Verb\u00fcndeten ausgesto\u00dfen werden, werden immer pr\u00e4ziser. Aber die Strategen in Washington und Tel Aviv wissen sehr wohl, da\u00df der Iran inzwischen milit\u00e4risch zu stark geworden ist und starke Verb\u00fcndete hat, wie Ru\u00dfland und China. Selbst ohne Kernwaffen schreckt der Iran seine Feinde mit zerst\u00f6rerischen Gegenschl\u00e4gen ab, die er bei einem Angriff lancieren kann.<br \/>\nWenn man die verschiedenen Provinzen des Iran besucht, kann man \u00fcberdies feststellen, da\u00df das Land vorbereitet ist. Seine administrativen, wirtschaftlichen, sozialen und Sicherheitseinrichtungen funktionieren in allen St\u00e4dten gut; eine Subsistenzwirtschaft ist aktiv trotz der 30j\u00e4hrigen Sanktionen, und Donald Trumps Projekt, das in Wirklichkeit auf einen Regimewechsel abzielt, ist bereits gestorben, bevor es \u00fcberhaupt begonnen hat, denn alle Iraner haben unter den jetzigen Widrigkeiten ihre Unterst\u00fctzung f\u00fcr ihre F\u00fchrung verst\u00e4rkt.<br \/>\nIn Korea hat sich die amerikanische Regierung nach anf\u00e4nglichen Beleidigungen seltener Vulgarit\u00e4t seit September letzten Jahres besonnen, da sie verstanden hat, da\u00df sie ein Land nicht l\u00e4nger milit\u00e4risch in Schranken halten kann, das Kernwaffen und Atomraketen besitzt, die das Gebiet der Vereinigten Staaten erreichen k\u00f6nnen. Trump erkl\u00e4rte sich zu Verhandlungen bereit, deren erster Schritt das Treffen beider Pr\u00e4sidenten in Singapur am 8. Juni war.<\/p>\n<p><strong>Singapur und die Geburt einer neuen Welt?<\/strong><\/p>\n<p>Der Gipfel zwischen Kim Jong-un und Donald Trump war f\u00fcr beide Pr\u00e4sidenten ein Medienerfolg und l\u00e4\u00dft die Hoffnung aufkommen, da\u00df eine neue \u00c4ra der Beziehungen zwischen den Nationen eingeleitet wurde, die den jetzigen milit\u00e4rischen Zwang zur Durchsetzung der Ansichten des vermeintlich St\u00e4rkeren durch eine Konfliktl\u00f6sung mittels Dialog und Verhandlungen ersetzt.<\/p>\n<p>Aber h\u00fcten wir uns vor einer falschen Analyse: Der Gipfel erfolgte unter den von Kim Jong-un gesetzten Bedingungen, denn der koreanische Pr\u00e4sident hatte nukleare Abschreckung in seinem Verhandlungskoffer, was die USA aus Angst vor Vergeltung daran hinderte, Korea anzugreifen. Ansonsten w\u00e4re Korea \u201ein einer Flut aus Blut und Feuer\u201c zerst\u00f6rt worden, wie es ein Donald Trump versicherte, der letztlich verstanden hat, da\u00df nur Verhandlungen diese Konfrontation beenden k\u00f6nnte. Es war Abschreckung durch einen \u201eSchwachen gegen den St\u00e4rkeren\u201c, die hier ins Spiel kam; der Schw\u00e4chste wurde unangreifbar aufgrund der unertr\u00e4glichen Zerst\u00f6rungen, die er seinem Angreifer zuf\u00fcgen kann.<\/p>\n<p>Kim wei\u00df um Trumps Neigung, internationale Vertr\u00e4ge zu zerrei\u00dfen, die sein Land einmal unterschrieben hat, und er wird sein Nukleararsenal nicht aufgeben, bevor er nicht als Gegenleistung die Entmilitarisierung der Halbinsel und die Aufhebung aller gegen sein Land verh\u00e4ngten Sanktionen erreicht hat. Er hat seine Weitsicht gen\u00fcgend unter Beweis gestellt und ist in der Lage, entweder Gewalt oder \u00d6ffnung anzuwenden, so da\u00df wir sicher sein k\u00f6nnen, da\u00df er seine Druckmittel nicht aus der Hand geben wird, bevor er erh\u00e4lt, was er will: Eine friedliche Verst\u00e4ndigung mit seinem s\u00fcdlichen Nachbarn, der dazu ebenfalls bereit ist. J\u00fcngste Absprachen haben bereits den enormen Fortschritt in diese Richtung gezeigt -Entmilitarisierung der gesamten Halbinsel, d.h. auch die Aufl\u00f6sung der US-Milit\u00e4rbasen zusammen mit ihren THAAD-Systemen.<\/p>\n<p>All das wird zwangsl\u00e4ufig zu einer Distanzierung S\u00fcdkoreas von den Vereinigten Staaten, zumindest in Verteidigungsfragen, und zu einer Ann\u00e4herung an China f\u00fchren, das zweifellos seine guten Dienste anbieten wird. Ru\u00dfland wird auch sicherlich zu diesem Proze\u00df beitragen, aber auch Indien und andere L\u00e4nder werden diesen Proze\u00df hin zu einer gelasseneren Welt begleiten, in der nicht milit\u00e4rische Gewalt herrscht, sondern Wirtschaftskooperation die Entwicklung eines jeden erm\u00f6glicht und unausweichliche Interessenkonflikte durch konstruktiven Dialog \u00fcberwunden werden.<\/p>\n<p>Japan seinerseits, das mit dem Norden und dem S\u00fcden der Halbinsel wegen seiner geographischen N\u00e4he und durch das Thema Unfrieden gleicherma\u00dfen direkt befa\u00dft ist, wird seine Diplomatie und seine Verteidigung anpassen m\u00fcssen, d.h. sich von den USA distanzieren und sich China ann\u00e4hern. J\u00fcngste Erkl\u00e4rungen zeigen, da\u00df sich Japan zunehmend in einen Detente-Proze\u00df mit seinen Nachbarn begeben k\u00f6nnte, da es verstanden hat, da\u00df die Zukunft der Region und die der \u00fcbrigen Welt in der Beilegung von Interessenkonflikten durch Dialog und Verhandlungen liegt und nicht l\u00e4nger durch Krieg, denn letzterer ist durch die Realit\u00e4t von Kernwaffen unm\u00f6glich geworden &#8211; ein wirkliches Damoklesschwert, von dem sich der Planet jedoch eines Tages befreien wird.<\/p>\n<p>Durch die Ank\u00fcndigung \u00fcber die Schaffung eines neuen Spacewar-Kommandos am 18. Juni hat sich die amerikanische Regierung nicht gerade dem Frieden zugewandt und hat damit einen weiteren Vertrag verletzt, den aus dem Jahr 2015, der den Einsatz von Massenvernichtungswaffen im Weltraum untersagt.<\/p>\n<p>Die wichtigen Abkommen, die auf dem j\u00fcngsten Gipfel der Shanghai Cooperation Organisation (SCO) am 9.-10. Juni in Qingdao verabschiedet wurden, zeigen, da\u00df die BRICS und ihre Verb\u00fcndeten sich organisieren und eine Entente anstreben, um eine neue Welt aufzubauen, der mehr und mehr Nationen sich anschlie\u00dfen wollen &#8211; eine Welt, die aus vielerlei Formen der Zusammenarbeit besteht. Der Erfolg dieses Gipfels ist um so beeindruckender, wenn man an das totale Scheitern der G-7 in Kanada denkt, auf dem die Europ\u00e4er gegeneinander und gegen die USA k\u00e4mpften, und die Japaner nur erstaunt zuschauten.<\/p>\n<p>Die SCO zieht immer mehr Nationen an, die in ihr ein Mittel politischer, wirtschaftlicher und strategischer Kooperation sehen, was sie gegen die imperialistischen Ambitionen der USA r\u00fcckversichert. Die SCO kann \u00fcber die alten Rivalit\u00e4ten unter Staaten hinausgehen und Ziele vorgeben, die allen n\u00fctzen. Das ist beispielsweise der Fall f\u00fcr Indien und Pakistan, st\u00e4ndige Mitglieder neben China, Ru\u00dfland, Kasachstan, Kirgistan, Tadschikistan, Usbekistan, d.h. acht L\u00e4nder, die insgesamt \u00fcber 3 Mrd. Einwohner z\u00e4hlen. Wenn man noch die 125 Mio. Einwohner der vier L\u00e4nder mit Beobachterstatus hinzunimmt, Iran, Afghanistan, die Mongolei und Wei\u00dfru\u00dfland, kommt die SCO auf 3,2 Mrd. Einwohner, mehr als 42% der Weltbev\u00f6lkerung und nach den Statistiken des IWF mehr als 37.000 Mrd. Dollar Wirtschaftsleistung.<\/p>\n<p>Der Gipfel vom 9.-10. Juni zeigte volle Unterst\u00fctzung der Mitgliedsstaaten f\u00fcr den Iran, insbesondere von China und Ru\u00dfland, und ihre feste Absicht, nachhaltige Handelsbeziehungen mit der Islamischen Republik Iran zu entwickeln &#8211; \u00fcber die \u00fcblichen strategischen Konvergenzen hinaus, die bekr\u00e4ftigt wurden.<\/p>\n<p><strong>Schlu\u00df<\/strong><\/p>\n<p>Wie General de Gaulle 1964 vor mexikanischen Studenten sagte: Wenn wir uns nicht in einer schrecklichen nuklearen Katastrophe zerst\u00f6ren, ist die Zukunft der Welt gekommen, weil sie die Zukunft des Menschen ist und damit der Zusammenarbeit zwischen den Staaten und der Hilfe des St\u00e4rksten f\u00fcr den Schw\u00e4chsten. \u201eJenseits der Entfernungen, die k\u00fcrzer werden, der Ideologien, die sich aufl\u00f6sen, der Politik, der die Luft ausgeht und solange sich die Menschheit nicht eines Tages durch ungeheure Zerst\u00f6rung ausl\u00f6scht, ist die Tatsache, die die Zukunft bestimmen wird, die Einheit unseres Universums; ein Anliegen, das des Menschen; eine Notwendigkeit, die des weltweiten Fortschritts und damit der Hilfe an alle L\u00e4nder, die sie f\u00fcr ihre Entwicklung w\u00fcnschen; eine Pflicht, die des Friedens &#8211; das sind f\u00fcr unsere Gattung die eigentlichen Bedingungen des Lebens.\u201c<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>Die Runde wurde abgeschlossen mit einer Videobotschaft von\u00a0<strong>Roger Stone<\/strong>\u00a0(2:33:36), der per Live-Schaltung zugeschaltet war. Stone ist politischer Stratege des Trump-Fl\u00fcgels in der Republikanischen Partei der USA, sein Vortrag hatte den Titel: \u201eDer Pr\u00e4sident Trump, den die Europ\u00e4er nicht kennen.\u201c Das Problem der Vereinigten Staaten sei das \u201e\u00fcble Zwei-Parteien-Duopol\u201c, die Parteien der Bushs und der Clintons. Schlie\u00dflich h\u00e4tten die acht Jahre unter Obama die amerikanische Bev\u00f6lkerung so emp\u00f6rt, da\u00df sie einen Au\u00dfenseiter ins Wei\u00dfe Haus w\u00e4hlten. Der sog. \u201eRussiagate\u201c-Skandal diene dazu, davon abzulenken, da\u00df der Mi\u00dfbrauch der staatlichen Macht gegen einen Pr\u00e4sidentschaftskandidaten schon im Mai 2016 begann, als Trumps Wahl noch lange nicht feststand. Die Kollusion des Duopols werde immer noch fortgesetzt, wie man an Stones eigenem Fall sehen k\u00f6nne, der von Sonderermittler Robert Mueller \u2013 der schon in den 1980er Jahren gegen LaRouche eingesetzt wurde \u2013 daran gehindert wurde, in Person an der Konferenz teilzunehmen.<\/p>\n<div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Hier ist der Text der deutschen \u00dcbersetzung<\/span><\/a><\/p>\n<div class=\"toggle-content\">\n<div class=\"small-title\">\n<h3>\u201eDer Pr\u00e4sident Trump, den die Europ\u00e4er nicht kennen\u201c<\/h3>\n<div class=\"long-bar\"><\/div>\n<\/div>\n<p>Zun\u00e4chst einmal m\u00f6chte ich mich daf\u00fcr entschuldigen, da\u00df ich nicht in Person bei Ihnen sein kann. Ich wei\u00df es sehr zu sch\u00e4tzen und danke dem Schiller-Institut und meinem guten Freund Harley Schlanger daf\u00fcr, da\u00df sie diese Videoschaltung arrangiert haben.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte dem Schiller-Institut und Helga Zepp-LaRouche auch zu Ihrer weitsichtigen Agenda und ihrem Einsatz f\u00fcr eine Wirtschafts- und Finanzreform gratulieren, von der ich glaube, da\u00df diese mit Hilfe der Regierung Trump unser globales Denken v\u00f6llig ver\u00e4ndern und uns auf den Weg zu Frieden und Prosperit\u00e4t auf weltweiter Basis bringen kann.<br \/>\nIch bin sehr vertraut mit dem au\u00dferordentlichen und prophetischen Denken von Lyndon LaRouche, dem ich schon im Pr\u00e4sidentschaftswahlkampf 1980 in New Hampshire w\u00e4hrend der republikanischen Vorwahl f\u00fcr die Pr\u00e4sidentschaft der Vereinigten Staaten begegnet bin. Und als fr\u00fcherer Mitarbeiter von Pr\u00e4sident Ronald Reagan erkenne ich die wichtige Rolle, die Lyndon LaRouche bei der letzten Wahl eines Nichtneokons und Au\u00dfenseiters zum Pr\u00e4sidenten der Vereinigten Staaten gespielt hat.<\/p>\n<p>Ich mu\u00df sagen, da\u00df ich 1980 noch ein eher konventioneller konservativer Republikaner gewesen bin, und da\u00df ich die Ansichten von Herrn LaRouche damals f\u00fcr ziemlich exotisch hielt. Aber heute w\u00fcrde ich sagen, ich habe mich so weit entwickelt, da\u00df ich die Rolle eines \u00fcblen Zwei-Parteien-Duopols erkenne, das die Vereinigten Staaten leider in den Graben gesteuert hat. Dieses Zwei-Parteien-Duopol der Bushs und der Clintons, die zusammenarbeiten, hat uns endlose Auslandskriege beschert, in denen unser nationales Interesse niemals erkennbar war. Die Erosion unserer B\u00fcrgerrechte, in der eine Regierung die Metadaten von Amerikanern erfa\u00dft, unsere E-Mails liest, unsere Text-Botschaften beobachtet und unsere Telefongespr\u00e4che katalogisiert, hat uns eine Handelspolitik gebracht, die auf internationalen Handelsabkommen beruht, in denen alle \u00fcber den gleichen Kamm geschoren werden, was scheinbar unseren Handelspartnern, aber nur sehr selten den Vereinigten Staaten gen\u00fctzt hat. Wir haben eine Einwanderungspolitik verfolgt, die diejenigen betrog, die sich in die Warteschlange stellten, um in unser Land zu kommen und ihr B\u00fcrgerrecht auf legale Weise erworben haben, zugunsten derer, die sich an den Wartenden vorbeigedr\u00e4ngt und versucht haben, illegal in unser Land zu gelangen &#8211; und in vielen F\u00e4llen unsere Stra\u00dfen und Stadtviertel unsicher gemacht haben.<\/p>\n<p>Nun, ich bin seit 40 Jahren mit Donald Trump befreundet, und die Evolution meines Denkens und meiner Meinungen zwischen 1980 und 1988 f\u00fchrten mich dazu, Trump als einen Mann zu betrachten, der f\u00fcr das Pr\u00e4sidentenamt kandidieren sollte, mit der n\u00f6tigen Statur und dem Mut und der Unabh\u00e4ngigkeit von dem gescheiterten Zwei-Parteien-Duopol, das unser Land beherrscht hat. Ich habe schon 1988 versucht, ihn zu einer Pr\u00e4sidentschaftskandidatur zu \u00fcberreden. Ich habe im Jahr 2000 versucht, ihn zur Kandidatur zu \u00fcberreden, und 2012 erneut. Und schlie\u00dflich, mit Erfolg, 2016.<\/p>\n<p>Nun, ich gebe zu, da\u00df die Zeit trotz meines damaligen Enthusiasmus wahrscheinlich noch nicht reif war f\u00fcr eine Kandidatur im Stile Trumps. Es ist das erste Mal, da\u00df die Amerikaner keinen Karrierepolitiker oder Milit\u00e4rhelden, sondern einen Gesch\u00e4ftsmann zum Pr\u00e4sidenten gew\u00e4hlt haben. Das war in den 1980er Jahren wahrscheinlich noch undenkbar. Aber nach den acht Jahren der Pr\u00e4sidentschaft Obamas war die B\u00fchne bereit f\u00fcr einen reformorientierten Pr\u00e4sidenten, der entschlossen ist, die Beziehungen zu Ru\u00dfland und China zu verbessern, der die Neue Weltordnung zur\u00fcckweist, wie sie von Pr\u00e4sident George Bush vorgeschlagen und von dessen Sohn, Pr\u00e4sident George W. Bush vorangetrieben wurde, eine Agenda, die nahtlos weiterverfolgt wurde, egal, ob der Pr\u00e4sident ein Republikaner oder ein Demokrat oder der Pr\u00e4sident ein Clinton war oder ein Bush.<\/p>\n<p>\u201eRussiagate\u201c soll vom eigentlichen Skandal ablenken<\/p>\n<p>Nun haben wir in den Vereinigten Staaten einen Skandal, in dem Behauptungen \u00fcber angebliche russische \u201eKollusion\u201c dazu benutzt werden, den tats\u00e4chlich gr\u00f6\u00dften Skandal in unserer Geschichte zu vertuschen, n\u00e4mlich, da\u00df die Macht und Autorit\u00e4t des Staates dazu benutzt wurden, den Wahlkampf des republikanischen Pr\u00e4sidentschaftskandidaten auszusp\u00e4hen und zu untergraben.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich erkenne ich als Veteran der Regierung Nixon, da\u00df Nixon von der Macht entfernt wurde, weil M\u00e4nner, die mit seinem Wahlkampf verbunden waren, dabei erwischt wurden, als sie in das Watergate-Geb\u00e4ude einbrachen, um dort Wanzen zu platzieren (die niemals wirklich funktioniert haben), um seine Gegner und die Demokraten auszuspionieren. Er wurde auch abgesetzt, weil M\u00e4nner, die mit seinem Wahlkampf verbunden waren, dabei erwischt wurden, da\u00df sie die Wahlkampfkomitees seiner Gegenkandidaten, Senator Hubert Humphrey und sp\u00e4ter Senator George McGovern, unterwanderten.<\/p>\n<p>Der Skandal, den wir jetzt erleben, ist noch viel ungeheuerlicher! Im Fall von Nixon &#8211; und es wurde niemals bewiesen, da\u00df Nixon selbst irgendwelche dieser illegalen Aktivit\u00e4ten abgesegnet hat -, aber im Fall von Nixon waren die Personen, die erwischt wurden, private B\u00fcrger. Hier haben wir einen viel schlimmeren Fall von Machtmi\u00dfbrauch, n\u00e4mlich den Einsatz der Autorit\u00e4t des Staates und seiner au\u00dferordentlichen technischen M\u00f6glichkeiten, um die Pr\u00e4sidentschaftswahl 2016 zu kapern und die Demokratie selbst zu untergraben, in dem Versuch, die Wahl f\u00fcr Hillary Clinton festzuzurren.<\/p>\n<p>Die gesamte Russiagate-Untersuchung \u00fcber die v\u00f6llig unbewiesenen Vorw\u00fcrfe russischer Kollusion sind eine Nebelkerze, um die illegalen Aktivit\u00e4ten der Regierung Obama in ihrem Versuch, die letzte Wahl zu kapern, zu vertuschen, d.h. das, was in den Text-Mitteilungen des FBI-Agenten Peter Strzok als \u201eVersicherung\u201c bezeichnet wurde. Wir wissen jetzt, da\u00df das FBI unter Barack Obama Trumps Wahlkampf schon im Mai 2016 unterwandert hat &#8211; viel fr\u00fcher, als sie es zugegeben haben, und zwar als sie ihre Ermittlungen \u00fcber die angebliche \u201erussische Kollusion\u201c in Trumps Wahlkampf begannen.<\/p>\n<p>Die Rolle des britischen Geheimdienstes in all dem ist nicht zu untersch\u00e4tzen. Wir wissen, da\u00df Professor Stefan Halper an Mitglieder des Trump-Wahlkomitees herangetreten ist, in dem Versuch, Beweise f\u00fcr eine russische Kollusion unterzuschieben. D.h. auf unterster Ebene &#8211; das sollte ich erw\u00e4hnen. Es ist fast l\u00e4cherlich, da\u00df die Washington Post und die New York Times weiterhin behaupten, da\u00df die Aktivit\u00e4ten von Halper und anderen ein Versuch gewesen seien, die russische Kollusion aufzusp\u00fcren, w\u00e4hrend dies in Wahrheit Versuche waren, eine vorget\u00e4uschte russische Kollusion zu planen, die sp\u00e4ter festgestellt werden sollte, in dem Versuch, Trump in dem vermeintlich unwahrscheinlichen Fall seines Wahlsiegs zu untergraben.<\/p>\n<p>Mainstream-Medien haben ihr Monopol verloren<\/p>\n<p>Ich hatte niemals irgendwelche Zweifel daran, da\u00df Trump die Wahl von 2016 gewinnen konnte. Es ist wichtig zu erkennen, da\u00df das Jahr 2016 das Jahr war, in dem die Mainstream-Medien ihr erdr\u00fcckendes Monopol \u00fcber den politischen Diskurs verloren haben. Das ist dem Aufstieg lebendiger und robuster alternativer Medien zu verdanken, was wiederum den Ideen und Prinzipien von Lyndon LaRouche und den Ideen und Prinzipien von Donald Trump viel gr\u00f6\u00dfere Geltung verschafft hat, um die Weltb\u00fchne wieder f\u00fcr eine kooperative Handelspartnerschaft und Beziehung zu den Russen und den Chinesen und ein Ende der neokonservativen Politik des Krieges und des Bankrotts zu bereiten, die sie leider mit Nachdruck verfolgt haben.<\/p>\n<p>Nun, leider sehen wir in den Vereinigten Staaten und vielleicht auch weltweit den Versuch, \u201edie Zahnpasta wieder in die Tube zu bringen\u201c, d.h., einen Krieg der Internet-Zensur zu f\u00fchren, in dem versucht wird, beispielsweise Stimmen wie mich und meine Freunde bei Infowars, alternative Medien wie Breitbart und den Daily Caller und andere, die den Trumpismus vertreten, zum Schweigen zu bringen und zu l\u00f6schen &#8211; aus Facebook, aus Twitter, aus Youtube. Es ist ein Ausschaltungskrieg und ein Versuch, unsere Rechte nach dem ersten Zusatz der US-Verfassung zu unterdr\u00fccken und Monopolpraktiken und wettbewerbsfeindliche Unternehmenspraktiken einzusetzen, um unsere Redefreiheit und unseren Zugang zu diesem wunderbaren Medium des Internets, das unseren Dialog hier \u00fcberhaupt erst m\u00f6glich macht, abzuschaffen.<\/p>\n<p>Ich mu\u00df sagen, da\u00df die Aussicht auf ein Gipfeltreffen zwischen Trump und Putin einigen Kreisen in Washington D.C. und in Whitehall die Haare zu Berge stehen l\u00e4\u00dft, bis an den Rand der Hysterie. Pr\u00e4sident Donald Trump ist jemand, der glaubt, da\u00df wenn der Gegner Nuklearwaffen hat und eine gewaltige wirtschaftliche Macht, da\u00df es dann besser ist, einen Dialog mit ihm zu f\u00fchren als einen Kalten Krieg. Und deshalb bin ich fest \u00fcberzeugt, da\u00df diese Reise nach Helsinki, um Wladimir Putin zu treffen, eine Mission des Friedens ist, eine Mission der zuk\u00fcnftigen wirtschaftlichen Kooperation und vielleicht der Zusammenarbeit, um die Elemente der extremistischen Islamisten zu zerschlagen, die unseren beiden Nationen Schaden zuf\u00fcgen.<\/p>\n<p>Hexenjagd gegen Trump und seine Berater<\/p>\n<p>Was in den Vereinigten Staaten abl\u00e4uft, mit der Strafverfolgung gegen eine Reihe der wichtigsten Berater von Pr\u00e4sident Trump, erinnert an die Taktiken, die schon in den 1980er Jahren von den Bushs gegen Lyndon LaRouche eingesetzt wurden. Einer der Hauptgr\u00fcnde, warum ich nicht in der Lage bin, pers\u00f6nlich bei Ihnen zu sein, ist, wie sie vielleicht gelesen haben, da\u00df Robert Mueller, der nicht in der Lage ist, eine russische \u201eKollusion\u201c meinerseits nachzuweisen, und nicht in der Lage ist, irgendeine Zusammenarbeit mit WikiLeaks bez\u00fcglich der verheerenden Enth\u00fcllungen \u00fcber das Demokratische Nationalkomitee und Hillary Clinton nachzuweisen, und nicht in der Lage ist, irgendwelche Beweise daf\u00fcr zu finden, da\u00df ich im Voraus irgendwelche Kenntnisse \u00fcber die Ver\u00f6ffentlichung von John Podestas E-Mails hatte, nun versucht, irgendwelche anderen Vorw\u00fcrfe gegen mich zu erfinden und vielleicht auch zu fabrizieren und zusammenzuschustern, vielleicht bez\u00fcglich meiner Gesch\u00e4fte oder meiner Finanzen oder meiner Taktik.<\/p>\n<p>Das ist der gleiche Robert Mueller, der in den 1980er Jahren Lyndon LaRouche verfolgt hat und nun mich verfolgt, und das nur wegen meiner Unterst\u00fctzung f\u00fcr Pr\u00e4sident Donald Trump.<br \/>\nJetzt werde ich vom Demokratischen Nationalkomitee verklagt, ich werde von einer mit Obama verbundenen Gruppe namens Project Democracy verklagt, ich werde von einem chinesischen Milliard\u00e4r verklagt &#8211; allesamt v\u00f6llig ungerechtfertigte Klagen schlechter Verlierer, die jedoch au\u00dferordentlich teuer sind. Dar\u00fcber hinaus mu\u00df ich mich gegen die Versuche von Robert Mueller wehren, verlogene Vorw\u00fcrfe gegen mich zu erheben, um mich entweder zum Schweigen zu bringen oder mich zur Kooperation und Aussage gegen meinen Freund, seit fast 40 Jahren, Donald J. Trump zu bewegen. Das wird nicht geschehen.<\/p>\n<p>Aber meine Freunde haben einen Fonds f\u00fcr meine juristische Verteidigung eingerichtet, unter https:\/\/www.stonedefensefund.com\/. Ich mu\u00df sagen, Beitr\u00e4ge ausl\u00e4ndischer Staatsangeh\u00f6riger sind vollkommen zul\u00e4ssig, und denjenigen, die dazu beitragen m\u00f6chten, gilt mein herzlicher Dank. Ich stehe vor einem au\u00dferordentlich schwierigen Abwehrkampf, denn der Staat im Staat hat mich zum Ziel erkoren, wegen meiner langj\u00e4hrigen Verbindung zu Donald Trump und meiner Unterst\u00fctzung f\u00fcr seine nicht-interventionistische Au\u00dfenpolitik und seine Politik zur wirtschaftlichen Wiederbelebung der Vereinigten Staaten.<\/p>\n<p>Wir sehen eine steile Zunahme der Gewalt in den Vereinigten Staaten und geradezu eine Hysterie im linken Lager, die fast ausschlie\u00dflich auf dem wachsenden Erfolg und der Popularit\u00e4t der Politik von Trump gr\u00fcndet. Wir werden im kommenden Quartal ein Wirtschaftswachstum von mehr als 4% haben. Uns wurde unter Pr\u00e4sident Obama gesagt, solche Wachstumsraten des BIP seien strukturell unm\u00f6glich. Sie haben sich geirrt.<br \/>\nWir haben die Schaffung von einer Million Arbeitspl\u00e4tzen erlebt, allein im Monat Mai 228.000. Wir haben gesehen, da\u00df der Pr\u00e4sident unmittelbar vor einem historischen Friedensabkommen mit den Koreas steht, und vielleicht vor der erfolgreichen Denuklearisierung einer Nation, die wir lange Zeit f\u00fcr unseren gr\u00f6\u00dften Feind gehalten haben. Wie ironisch, da\u00df der Pr\u00e4sident ein Friedensabkommen mit den Koreas anstrebt, das von den Mainstream-Medien als \u201ebrillant\u201c bezeichnet worden w\u00e4re, wenn es von Barack Obama erreicht worden w\u00e4re, aber nun als \u201eriskant\u201c bezeichnet wird, weil es von Donald Trump erreicht wird.<\/p>\n<p>Der Pr\u00e4sident verfolgt eine nichtinterventionistische, friedensorientierte Politik und eine Reformagenda bez\u00fcglich der Wiederbelebung unserer Wirtschaft, bez\u00fcglich der Reform unserer Einwanderungsgesetze, bez\u00fcglich der Neuverhandlung unserer Handelsabkommen, damit sie f\u00fcr beide Seiten einen Wert haben, und bez\u00fcglich der Schaffung neuer Beziehungen zu den Russen und den Chinesen, die auf unserem gemeinsamen Wunsch nach Frieden und Prosperit\u00e4t gr\u00fcnden.<\/p>\n<p>Ich habe volles Vertrauen zu diesem Pr\u00e4sidenten. Aber ich untersch\u00e4tze auch nicht die Bem\u00fchungen des \u201eStaats im Staat\u201c, seine Pr\u00e4sidentschaft zu zerst\u00f6ren und ihn aus dem Amt zu entfernen. Es wurde erst gestern von Bloomberg News berichtet, da\u00df Robert Mueller sich nun auf die russische \u201eKollusion\u201c konzentrieren will. Das ist au\u00dferordentlich! Er ist schon seit zwei Jahren an der Arbeit, und hat schon mehr als 17 Millionen Dollar Steuergelder verbraucht, und man dachte, da\u00df er sich dabei auf die russische \u201eKollusion\u201c konzentriert hat. Aber wie die Versuche, mich zu verfolgen, zeigen, hat das alles gar nichts mit russischer \u201eKollusion\u201c zu tun, w\u00e4hrend Herr Mueller versucht, irgendein Verbrechen in Verbindung mit der Entlassung von FBI-Direktor James Comey, einer au\u00dferordentlich korrupten Figur, zu finden. Oder die Entlassung von General Michael Flynn, einem wahren amerikanischen Patrioten, der ebenfalls der Verfolgungen und den juristischen Fallstricken Robert Muellers und seiner Kabale ausgesetzt war.<\/p>\n<p>Die Aussichten f\u00fcr Trumps Pr\u00e4sidentschaft sind also gut, denn in dem Ma\u00df, wie seine politische St\u00e4rke w\u00e4chst und Unterst\u00fctzung in der Bev\u00f6lkerung im ganzen Land erzeugt, verschafft ihm dies eine freiere Hand, um mit Muellers \u00dcbergriffen umzugehen, und mit der Tatsache, da\u00df er ein v\u00f6llig parteilicher Ankl\u00e4ger ist, dem von Trumps eigenem Justizministerium und solchen Quieslingen wie [dem stellv. Justizminister] Rod Rosenstein breite und uneingeschr\u00e4nkte Vollmachten erteilt wurden, die nichts weniger versuchen, als das ungeschehen zu machen, was sie 2016 an der Wahlurne nicht verhindern konnten.<\/p>\n<p>Ich freue mich sehr \u00fcber die Gelegenheit, bei Ihnen zu sein. Wie einige von Ihnen vielleicht wissen, ist nun mein sechstes Buch, mit dem Titel Stone\u2019s Rules (\u201eStones Regeln\u201c) \u00fcberall erh\u00e4ltlich. Dieses Buch ist &#8211; ich w\u00fcrde es in eine Reihe mit Macchiavellis Der F\u00fcrst oder Sunzis Die Kunst des Krieges stellen &#8211; eine Art Handbuch f\u00fcr den Sieg, das von jeder Person, egal welcher Profession, verwendet werden kann, egal, ob sie in der Gesch\u00e4ftswelt, in der Politik, Technologie, Medien oder Mode oder sogar in der Landwirtschaft t\u00e4tig sind. Es sind erprobte Regeln, die harten Lektionen, die ich in 40 Jahren in der amerikanischen Arena gelernt habe. Ich empfehle Ihnen dieses Buch, Sie k\u00f6nnen es \u00fcber Amazon oder \u00fcber Barnes and Noble beziehen. Ich denke, die meisten seri\u00f6sen Buchh\u00e4ndler haben es vorr\u00e4tig, und ich glaube, es wird ihnen gefallen.<\/p>\n<p>Ich danke Ihnen sehr f\u00fcr die freundliche Einladung, heute zu Ihnen zu sprechen. Ich freue mich auf eine neue Welt, die auf der F\u00fchrung eines amerikanischen Pr\u00e4sidenten gr\u00fcndet, der zutiefst entschlossen ist zu einer neuen Politik, und der die Politik der Neocons und ihrer britischen Mitverschw\u00f6rer ablehnt, und einen neuen Geist des weltweiten Friedens und der Kooperation f\u00f6rdert. Ich habe dem Pr\u00e4sidenten dringend geraten, die Politik der Seidenstra\u00dfe zu studieren, f\u00fcr die Sie sich so sehr begeistern, und die auch ich mit offenen Armen aufgenommen habe.<\/p>\n<p>Ich gr\u00fc\u00dfe Sie und danke Ihnen sehr f\u00fcr Ihre Zeit. Vielen Dank.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"tab-content\">\n<div class=\"big-title\">\n<div class=\"bar\"><\/div>\n<h2>Panel II<\/h2>\n<p class=\"sub-title-empty\">&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"small-title\">\n<h3>Wie G\u00fcrtel und Stra\u00dfe Afrika und S\u00fcdwestasien ver\u00e4ndern<\/h3>\n<div class=\"long-bar\"><\/div>\n<\/div>\n<p><iframe loading=\"lazy\" width=\"960\" height=\"540\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/O-6e3dmzDoQ?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"autoplay; encrypted-media\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>Der zweite Konferenzabschnitt befa\u00dfte sich mit den \u00c4nderungen in Afrika und S\u00fcdwestasien durch die chinesische G\u00fcrtel- und Stra\u00dfen-Initiative (BRI) als einzig menschliche L\u00f6sung der Fl\u00fcchtlingskrise.<\/p>\n<p>Der S\u00fcdwestasien-Koordinator des Schiller-Instituts,\u00a0<strong>Hussein Askary<\/strong>, betonte in seiner Einleitung zu den Vortr\u00e4gen, die L\u00f6sung der vielen Fl\u00fcchtlingskrisen auf der Welt k\u00f6nne nicht darin liegen, nur die Symptome zu lindern, indem man den Fl\u00fcchtlingen hilft, sondern man m\u00fcsse die Ursachen aller dieser Krisen bek\u00e4mpfen und eine neue, gerechte Weltordnung schaffen.<\/p>\n<div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Hier finden Sie den deutschen Text seiner Rede<\/span><\/a><\/p>\n<div class=\"toggle-content\">\n<div class=\"small-title\">\n<h3>Die einzige humane L\u00f6sung f\u00fcr die Fl\u00fcchtlingskrise<\/h3>\n<div class=\"long-bar\"><\/div>\n<\/div>\n<div class=\"box\">\n<div class=\"boxa w480\">\n<p>Ich freue mich und bin sehr geehrt, diese hochgesch\u00e4tzte und interessante Vortragsrunde er\u00f6ffnen zu d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>Mein Name ist Hussein Askary, ich bin der S\u00fcdwestasien-Koordinator des internationalen Schiller-Instituts und arbeite seit 23 Jahren f\u00fcr das Schiller-Institut. Ich bin auch Koautor des Sonderberichts \u201eDie Neue Seidenstra\u00dfe nach Westasien und Afrika verl\u00e4ngern\u201c, der hier in diesem Saal bei einer internationalen Konferenz im vergangenen November vorgestellt wurde (<i>Abbildung 1<\/i>).<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/hussein1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-47404\" src=\"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/hussein1.jpg\" alt=\"hussein1\" width=\"600\" height=\"837\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>Abb. 1: Cover Afrikabericht<\/em><\/p>\n<p>Dieser Bericht \u2013 den wir hier haben, jeder sollte ein Exemplar davon haben \u2013 ist ein wunderbares Zeugnis des Optimismus, der dadurch ausgel\u00f6st wurde, da\u00df Afrika sich dem Neuen Paradigma, das durch die G\u00fcrtel- und Stra\u00dfen-Initiative 2013 und die Erkl\u00e4rung der BRICS-Staaten von Fortaleza 2014 definiert wurde, angeschlossen hat. Die meisten afrikanischen Nationen arbeiten jetzt zusammen mit China und anderen L\u00e4ndern intensiv an konkreten Entwicklungspl\u00e4nen.<\/p>\n<p>Der Bericht ist zudem ein Fahrplan in eine gl\u00e4nzende Zukunft, die auf die kommenden Generationen der Afrikaner und der Menschen in S\u00fcdwestasien, dem sog. Nahen Osten wartet. \u201eNaher Osten\u201c ist der falsche Ausdruck, man sollte von S\u00fcdwestasien sprechen.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<h3>Afrika ist ein wunderbarer Kontinent<\/h3>\n<p><a href=\"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/hussein2a.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-47384\" src=\"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/hussein2a.jpg\" alt=\"hussein2a\" width=\"290\" height=\"305\" \/><\/a><a href=\"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/hussein2b.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-47394\" src=\"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/hussein2b.jpg\" alt=\"hussein2b\" width=\"293\" height=\"305\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>Abb. 2: Afrika bei Nacht, 2015 und 2050<\/em><\/p>\n<p>Dies hier (<i>Abbildung 2<\/i>) ist Afrika bei Nacht. Links sehen wir eine echte Aufnahme von Afrika bei Nacht, aufgenommen von Satelliten der NASA. Man sieht einen in v\u00f6llige Dunkelheit geh\u00fcllten Kontinent \u2013 schlicht und einfach, weil es dort keine Elektrizit\u00e4t gibt. Das Bild daneben, von Afrika 2050, wurde nach meinen Anleitungen von meinem Freund Chance McGee erstellt, es zeigt, wie wir uns Afrika bei Nacht im Jahr 2050 vorstellen.<\/p>\n<p>2030 wird der gr\u00f6\u00dfte Teil des Bev\u00f6lkerungswachstums aller Regionen der Welt auf S\u00fcdwestasien und Afrika entfallen, eine Zunahme um 46,9% gegen\u00fcber 2015. Bis 2030 wird ihre Bev\u00f6lkerung auf 1,9 Mrd. steigen, bei einem erstaunlich jungen Durchschnittsalter von nur 23 Jahren. Um 2050 wird dann das Bev\u00f6lkerungswachstum der Welt vor allem in Afrika stattfinden. Von den zus\u00e4tzlichen 2,4 Mrd. Menschen, die voraussichtlich zwischen 2015 und 2050 geboren werden, werden 1,3 Mrd. Menschen in Afrika hinzukommen.<\/p>\n<p>Viele Menschen, die von der britischen Propaganda beeinflu\u00dft sind, halten so etwas f\u00fcr ein Problem oder sogar eine Katastrophe, wir dagegen sind \u00fcberzeugt, da\u00df es eine wundervolle Herausforderung und eine gro\u00dfe Chance ist. Und ich denke, so sieht auch China Afrika. Wenn man sich Pr\u00e4sident Xi Jinpings Reden bei den China-Afrika-Gipfeln anh\u00f6rt, sp\u00fcrt man, da\u00df er in Afrika eine gro\u00dfe Chance sieht.<\/p>\n<p>Wie Helga Zepp-LaRouche heute vormittag schon gesagt hat, m\u00fcssen wir in das neue Paradigma einsteigen \u2013 Europa mu\u00df sich dem neuen Paradigma anschlie\u00dfen. Dabei geht es keineswegs nur darum, sich am Bau von Eisenbahnen in Afrika zu beteiligen. Wir m\u00fcssen unsere Einstellung zu Afrika und seinen Menschen grundlegend \u00e4ndern! Denn in Europa und Amerika verbindet man Afrika immer nur mit Problemen, weil sie das einzige sind, was \u00fcber Afrika berichtet wird. Deshalb m\u00fcssen wir ein Umdenken der Politiker und der Bev\u00f6lkerung in Europa und den Vereinigten Staaten bewirken, denn Afrika ist kein \u201eProblem\u201c. Afrika ist eine gro\u00dfe Herausforderung, aber es ist auch eine gro\u00dfe Chance. Ich denke, das ist etwas, was wir alle aus Chinas Engagement in Afrika lernen sollten.<\/p>\n<p>Ich will hier unseren Bericht nicht im Detail vorstellen, das habe ich schon im letzten Jahr getan, Sie sollten ihn einfach selbst lesen. Einige der Projekte, die in diesem Bericht beschrieben werden, sind bereits fertiggestellt, andere sind im Bau oder es wird ernsthaft dar\u00fcber verhandelt, wor\u00fcber einige unserer verehrten Redner uns sicherlich noch mehr sagen werden. Mindestens ein Land in Afrika \u2013 \u00c4thiopien \u2013 wird jetzt auch \u201edas Land mit dem zweistelligen Wirtschaftswachstum\u201c genannt, und viele weitere werden diesem Club noch beitreten. Was auf diesem wunderbaren Kontinent erreicht werden kann, hat keine Grenzen, und dieser Herausforderung m\u00fcssen wir auch mit unserem Ehrgeiz, unseren Visionen und Pl\u00e4nen gerecht werden.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/hussein3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-47354\" src=\"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/hussein3.jpg\" alt=\"hussein3\" width=\"600\" height=\"600\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>Abb. 3: Panafrikanisches Stra\u00dfennetz<\/em><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/hussein4.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-47364\" src=\"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/hussein4.jpg\" alt=\"hussein4\" width=\"600\" height=\"300\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>Abb. 4: Hochgeschwindigkeitsbahn<\/em><\/p>\n<p>Dies (<i>Abbildung 3)<\/i>\u00a0ist eine Karte des afrikanischen Netzes von Hochgeschwindigkeitsbahnen (Abbildung 4), wie wir es uns vorstellen. Dieser Plan existiert bei der Afrikanischen Union schon seit vielen, vielen Jahren, aber er zeigt Autobahnen, die nie gebaut wurden. Nun jedoch werden Schritt f\u00fcr Schritt Eisenbahnen gebaut, wie die Eisenbahn Dschibuti-Addis Abeba, die 2017 mit Chinas Hilfe fertiggestellt wurde. Es gibt die Eisenbahn Mombasa-Nairobi, die im vergangenen Jahr festiggestellt wurde (<i>Abbildung 5<\/i>). Diese Projekte brechen alle fr\u00fcheren Rekorde, was den Bau an geht, die Geschwindigkeit, die Effizienz und die Kosten. Der Plan, von dem die Afrikanische Union tr\u00e4umt und f\u00fcr den sie Pl\u00e4ne erstellt hat, wird nun verwirklicht (<i>Abbildung 6<\/i>). Die sprichw\u00f6rtlichen Spatenstiche werden getan. Es ist nichts, was erst irgendwann in der Zukunft geschehen wird.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/hussein5.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-47374\" src=\"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/hussein5.jpg\" alt=\"hussein5\" width=\"600\" height=\"408\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>Abb. 5: Eisenbahnstrecke Mombasa-Nairobi<\/em><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/hussein6.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-47344\" src=\"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/hussein6.jpg\" alt=\"hussein6\" width=\"400\" height=\"403\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>Abb. 6: Ostafrikanisches Eisenbahnnetz<\/em><\/p>\n<h3>Ich war selbst ein Fl\u00fcchtling<\/h3>\n<p>Unsere Vortragsrunde zum Thema \u201eWie die G\u00fcrtel- und Stra\u00dfen-Initiative Afrika ver\u00e4ndert: die einzige humane L\u00f6sung f\u00fcr die Fl\u00fcchtlingskrise\u201c k\u00f6nnte zu keinem passenderen Zeitpunkt stattfinden. Denn das alte Paradigma richtet leider immer noch in vielen L\u00e4ndern Unheil an, wie in Syrien und im Jemen, und man sp\u00fcrt immer noch die Folgen der fehlgeleiteten und bewu\u00dft destruktiven Politik, die den L\u00e4ndern seit 40 oder mehr Jahren aufgezwungen wurde, in Form von weitverbreitetem Hunger, Epidemien, Nahrungsmittelknappheit und Mangel an lebenswichtigen Dienstleistungen.<\/p>\n<p>Ich selbst war ein Fl\u00fcchtling und habe mit meiner Familie enorm gelitten, als wir \u2013 ich selbst, mein Vater, meine Mutter, zwei j\u00fcngere Schwestern und ein j\u00fcngerer Bruder \u2013 im April 1991 als Folge des von George Bush senior gestarteten Golfkriegs oder Kuwaitkrieges, von dem schon Herr Scholz gesprochen hat [siehe\u00a0<i>Neue Solidarit\u00e4t<\/i>\u00a028\/2018] \u2013 aus der irakisch-kurdischen Stadt Sulaimaniyya fliehen mu\u00dften.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/hussein7.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-47334\" src=\"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/hussein7.jpg\" alt=\"hussein7\" width=\"600\" height=\"394\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>Abb. 7: Irakische Fl\u00fcchtlinge 1991<\/em><\/p>\n<p>Wir liefen sechs Tage und N\u00e4chte lang bei schlechtem Wetter durchs Gebirge (<i>Abbildung 7<\/i>), es regnete, zeitweise schneite es sogar. Wir hatten nichts bei uns au\u00dfer kleinen Taschen mit getrocknetem Obst, bis wir zur iranischen Grenze gelangten, wo wir in riesigen Zelten untergebracht wurden.<\/p>\n<p>Als wir in diesen Fl\u00fcchtlingslagern ankamen, war die Lage schrecklich und demoralisierend. Die physischen Bedingungen waren schrecklich, dennoch gelang es uns \u2013 meiner Familie und mir, und besonders meinen Schwestern \u2013, den Staub von den F\u00fc\u00dfen zu sch\u00fctteln und uns \u00fcber die Zust\u00e4nde zu erheben. Wir arbeiteten f\u00fcr internationale Organisationen wie das Rote Kreuz und \u00c4rzte ohne Grenzen. Ein Jahr sp\u00e4ter kam ich schlie\u00dflich nach Norwegen. Ich war sp\u00e4ter sogar die Hauptfigur eines Dokumentarfilms \u00fcber die Fl\u00fcchtlingskrise, der 1994 in Norwegen ausgestrahlt wurde. Das war Teil einer Serie von Dokumentarfilmen mit dem Titel \u201eBesichtigung der Realit\u00e4t: einer der Gl\u00fccklichen\u201c. Damit war ich gemeint; ich war damals 23 Jahre alt.<\/p>\n<p>Wie Helga schon sagte: Wenn man diese Fl\u00fcchtlinge sieht \u2013 das sind nicht nur Objekte auf dem Bildschirm. Es sind ganz reale Menschen. Viele haben ihre Hoffnungen, sie sehen f\u00fcr sich eine Aufgabe im Leben, sie sind nicht blo\u00df Zahlen. Zwei Jahre, nachdem ich 1992 nach Norwegen gekommen war, lernte ich in Oslo das Schiller-Institut kennen.<\/p>\n<p>Ich wei\u00df also aus erster Hand, was es bedeutet, als Fl\u00fcchtling zu leiden \u2013 alles zur\u00fcckzulassen und sein Leben zu riskieren, um einen Ort zu erreichen, von dem man hofft, da\u00df er sicher ist und man dort in W\u00fcrde leben kann.<\/p>\n<p>Aber ich war schon immer davon \u00fcberzeugt, da\u00df die L\u00f6sung f\u00fcr alle diese vielen Fl\u00fcchtlingskrisen nicht darin liegen kann, nur die Symptome zu lindern, indem man den Fl\u00fcchtlingen Hilfe leistet, auch wenn das notwendig ist und unbedingt getan werden mu\u00df, sondern indem man die Ursachen aller dieser Krisen an der Wurzel packt. Das kann und wird nur geschehen durch die Schaffung einer neuen und gerechten Weltwirtschaftsordnung.<\/p>\n<p>Daher war es f\u00fcr mich ganz nat\u00fcrlich, mich 1994 dem Schiller-Institut anzuschlie\u00dfen und meine Zeit und Energie daf\u00fcr einzusetzen, zum Aufbau dieses neuen Paradigmas beizutragen, zusammen mit Helga und Lyndon LaRouche und den vielen anderen wunderbaren Menschen, die ich in all diesen Jahren kennengelernt habe und mit denen ich zusammenarbeite.<\/p>\n<p>Deshalb sollten Sie sich alle, ob sie nun ein Fl\u00fcchtling sind oder ein Einheimischer, ein B\u00fcrger, ein Einwohner Europas oder der Vereinigten Staaten oder sonst irgendwo, dem Schiller-Institut anschlie\u00dfen. Denn das ist der einzige Weg, das sagt meine Erfahrung, um die Welt so zu ver\u00e4ndern, da\u00df es f\u00fcr jeden Menschen auf diesem Planeten etwas bewirkt. Inzwischen sind wir viele, mit der Weltlandbr\u00fccke. Ganze L\u00e4nder schlie\u00dfen sich dem Neuen Paradigma an. Und wir alle k\u00f6nnen sehen, da\u00df die Aussicht auf eine sch\u00f6ne und bl\u00fchende Zukunft f\u00fcr alle Nationen in greifbarer N\u00e4he ist.<\/p>\n<p>So lege ich es allen ans Herz: Richten wir auch inmitten der schlimmsten Leiden unsere Augen nicht auf den Schmutz unter unseren F\u00fc\u00dfen, sondern erheben sie zu den gl\u00e4nzenden Sternen \u00fcber uns.<\/p>\n<p>Vielen Dank!<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p><strong>Wang Hao<\/strong>\u00a0(14:45), der 1. Sekret\u00e4r f\u00fcr Wirtschaft und Handel an der Botschaft der Volksrepublik China in der Bundesrepublik Deutschland, forderte die EU auf, sich der Neuen Seidenstra\u00dfe anzuschlie\u00dfen. \u201eAls gr\u00f6\u00dfter Handelspartner Chinas sollte die EU sich an der BRI beteiligen.\u201c China habe nur begrenzte Ressourcen und brauche die anderen, darunter auch Deutschland und Europa. 19 L\u00e4nder Europas seien Mitglieder der AIIB, Deutschland sei der gr\u00f6\u00dfte nichtasiatische Partner. Europ\u00e4ische Unternehmen sollten ihre eigenen Projekte verfolgen. Die Kooperation zwischen China und Europa werde beiden Seiten helfen \u2013 wirtschaftlich, in den Lebensbedingungen und bei der Sicherheit.<\/p>\n<div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Die deutsche \u00dcbersetzung seiner Rede finden Sie hier.<\/span><\/a><\/p>\n<div class=\"toggle-content\">\n<div class=\"small-title\">\n<h3>Eine Rolle f\u00fcr Europa in der Belt &amp; Road Initiative<\/h3>\n<div class=\"long-bar\"><\/div>\n<\/div>\n<p class=\"western\">Guten Tag allerseits! Es ist mir eine gro\u00dfe Ehre, eingeladen zu sein, heute an Ihrer Konferenz teilzunehmen. Zun\u00e4chst einmal m\u00f6chte ich dem Schiller-Institut meinen herzlichen Dank daf\u00fcr aussprechen, da\u00df es viel M\u00fche und Leidenschaft aufgewandt hat, um diese Konferenz zu organisieren.<\/p>\n<p class=\"western\">Mein Thema lautet \u201eEine Rolle f\u00fcr Europa in der Belt &amp; Road Initiative\u201c. Das ist ein Thema, das mir von den Organisatoren vorgegeben wurde. Ich fand das Thema schwierig, aber sinnvoll. Schwierig, weil es mir als Diplomat schwer f\u00e4llt, Europa zu sagen, wie es sich an der Belt &amp; Road Initiative beteiligen soll. Aber auf der anderen Seite ist es sinnvoll, da\u00df die Europ\u00e4ische Union als der gr\u00f6\u00dfte Handelspartner Chinas sich an dieser Initiative beteiligen sollte.<\/p>\n<p class=\"western\">Auch Europas Unternehmer haben ihr Interesse gezeigt. Ich m\u00f6chte daher gerne mit Ihnen \u00fcber dieses Thema diskutieren.<\/p>\n<p class=\"western\"><strong>Warum die Belt &amp; Road Initiative?<\/strong><\/p>\n<p class=\"western\">Zun\u00e4chst einmal m\u00f6chte ich Ihnen mitteilen, warum China die Belt &amp; Road Initiative vorgeschlagen hat. Der Geist der Seidenstra\u00dfe bestand darin, die V\u00f6lker miteinander zu verbinden. Auch im Zeitalter der Globalisierung hat dieser Geist noch seine Bedeutung. Eine der Voraussetzungen f\u00fcr die Verbindung zwischen den V\u00f6lkern ist Infrastruktur, wie etwa Stra\u00dfen und Eisenbahnen. China hat von den Imperialisten gelernt, wie wichtig Verkehrsnetze f\u00fcr die Entwicklung der Wirtschaft sind.<\/p>\n<p class=\"western\">Ich m\u00f6chte Ihnen etwas \u00fcber meine eigene Geschichte sagen. Als ich noch ein Kind war, fuhr ich oft zu meinen Gro\u00dfeltern, die in der Provinzhauptstadt lebten, die weniger als 200 km entfernt war. Aber wegen des schlechten Zustands der Stra\u00dfen damals dauerte die Reise fast einen ganzen Tag. Dadurch ging nicht nur viel Zeit verloren, es zeigte sich auch in der Ineffizienz der Wirtschaft. Heute sind die beiden St\u00e4dte durch eine Autobahn miteinander verbunden, wie die meisten chinesischen St\u00e4dte, und die Reise dauert keine zwei Stunden. Wir Chinesen haben ein Sprichwort: \u201eUm reich zu werden, mu\u00dft du als erstes eine Stra\u00dfe bauen.\u201c<\/p>\n<p class=\"western\">Heute ist China die zweitgr\u00f6\u00dfte Volkswirtschaft der Welt, und der Aufbau eines modernen Infrastrukturnetzes hat einen wichtigen Beitrag dazu geleistet. Derzeit hat China 136.000 km Autobahnen und 25.000 km Hochgeschwindigkeitsbahnen, das sind zwei Drittel aller Strecken weltweit. Sieben der zehn gr\u00f6\u00dften Seeh\u00e4fen der Welt liegen in China. Sowohl der Personen- als auch der G\u00fcterverkehr der Eisenbahnen entwickelt sich in China sehr schnell. All das hat das Leben der Menschen ver\u00e4ndert, und es hat ein solides Fundament f\u00fcr die schnelle Entwicklung der chinesischen Wirtschaft gelegt.<\/p>\n<p class=\"western\">Im Zeitalter der Globalisierung gibt es immer noch viele Orte auf der Welt, die unterentwickelt sind und wo grundlegende Infrastruktur fehlt. Der Bedarf dieser Gebiete ist enorm. Nach Einsch\u00e4tzung der Asiatischen Entwicklungsbank mu\u00df Asien allein von 2017 bis 2030 jedes Jahr eine Billion Dollar in die Infrastruktur investieren, um sein Wirtschaftswachstum aufrecht zu erhalten.<\/p>\n<p class=\"western\">Wie Sie vielleicht wissen, geh\u00f6rt die Schaffung von Einrichtungen zur Vernetzung zu den f\u00fcnf Priorit\u00e4ten der Belt &amp; Road Initiative. Mit Einrichtungen sind hier nicht nur Verkehrsanlagen gemeint, sondern auch \u00d6l- und Gaspipelines, Elektrizit\u00e4tsnetze und der Bau von grenz\u00fcberschreitenden Kabeln. Das Ziel ist es, die Eisenbahn- und Stra\u00dfenverbindungen auszubauen und die Verkehrsengp\u00e4sse zu beseitigen, um den internationalen Verkehr und Handel zu erleichtern, und die H\u00e4fen, \u00d6l- und Gaspipelines, Leitungs- und Kabelnetze in Asien zu verbessern.<\/p>\n<p class=\"western\">Wir glauben, da\u00df eine gute Verkehrsinfrastruktur die Grundlage f\u00fcr wirtschaftliche Entwicklung darstellt. Das ist einer der Gr\u00fcnde, warum China die Belt &amp; Road Initiative vorgeschlagen hat.<\/p>\n<p class=\"western\">Ich m\u00f6chte hier betonen, da\u00df die Belt &amp; Road Initiative keine Strategie ist, sondern eine Initiative. Jede Nation kann sich daran beteiligen und Nutzen daraus ziehen. Die Belt &amp; Road Initiative ist ein \u00f6ffentliches Gut, das China der Welt anbietet: Sie ist ein Schnellzug zur Prosperit\u00e4t, der bereit ist, jeden mitzunehmen. Sie ist auch ein massives, langfristiges Projekt und dient nicht nur dem kurzfristigen Profit.<\/p>\n<p class=\"western\"><strong>Europa profitiert schon jetzt<\/strong><\/p>\n<p class=\"western\">China ist ein Land mit begrenzten Ressourcen und Kapazit\u00e4ten, es ist auf die aktive Teilnahme anderer Partner, darunter Deutschland und Europa, angewiesen.<\/p>\n<p class=\"western\">Wie kann Europa einen Beitrag leisten und davon profitieren?<\/p>\n<p class=\"western\">19 europ\u00e4ische L\u00e4nder, darunter Deutschland, Gro\u00dfbritannien und Frankreich, sind schon Mitglieder der Asiatischen Infrastruktur-Investitionsbank (AIIB), die solide finanzielle Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Seidenstra\u00dfen-Initiative liefert. Deutschland ist als gr\u00f6\u00dfter Partner au\u00dferhalb der Region in der AIIB vertreten. Die Deutsche Bank geh\u00f6rte zu der ersten Gruppe von Anbietern finanzieller Dienstleistungen f\u00fcr die Seidenstra\u00dfen-Initiative, die nicht aus der Region kommen.<\/p>\n<p class=\"western\">An Projekten im Rahmen der Belt &amp; Road Initiative beteiligen sich auch europ\u00e4ische Unternehmen mit ihrer Technologie, Kapital, Produkten und Knowhow. Ich m\u00f6chte betonen, da\u00df europ\u00e4ische Unternehmen selbst Initiativen ergreifen sollten, um sich an Belt &amp; Road zu beteiligen, und nicht darauf warten sollten, da\u00df das Projekt zu ihnen kommt. Sie sollten ihre Chancen suchen. In dieser Hinsicht k\u00f6nnen die europ\u00e4ischen Handelskammern in den L\u00e4ndern entlang der Routen eine wichtige Rolle spielen.<\/p>\n<p class=\"western\">Meine Damen und Herren, von der Kooperation an G\u00fcrtel und Stra\u00dfe werden sowohl China als auch Europa wirtschaftlich profitieren, und die Staaten an den Routen erhalten Verbesserungen der wirtschaftlichen Entwicklung und Lebensbedingungen, was weitere neue Gelegenheiten f\u00fcr Gesch\u00e4fte schaffen und die innere und \u00e4u\u00dfere Sicherheit Europas verbessern wird.<\/p>\n<p class=\"western\">Es gibt bereits einige sichtbare Errungenschaften, etwa, da\u00df 2017 mehr als 3000 Schnellz\u00fcge zwischen China und Europa gefahren sind &#8211; 48 davon zwischen China und Deutschland. Der Schnellzug wurde zum Symbol f\u00fcr die Initiative in Europa. Duisburg und Hamburg sind zwei wichtige Destinationen in Europa und haben viel davon profitiert. Auch andere St\u00e4dte, wie Mannheim, Rostock und Bremen, haben gro\u00dfes Interesse am Betrieb der Schnellz\u00fcge gezeigt. Wir ermutigen weitere europ\u00e4ische L\u00e4nder, Schnellz\u00fcge zum Transport ihrer G\u00fcter nach China und in andere asiatische L\u00e4nder zu nutzen und so Zeit zu sparen und die Kosten zu senken.<\/p>\n<p class=\"western\">Doch <i>last but not least<\/i> hoffe ich sehr, da\u00df Europa und China sich dem Zug der Zeit anschlie\u00dfen, eine offene Win-Win-Kooperation eingehen, Reformen und Innovationen annehmen und die historische Gelegenheit der Belt &amp; Road Initiative wahrnehmen werden.<\/p>\n<p class=\"western\">Ich bitte um Entschuldigung, da\u00df ich vorzeitig abreisen mu\u00df und mich nicht an der Podiumsdiskussion beteiligen kann, obwohl ich das gerne tun w\u00fcrde, aber mein Kollege und ich m\u00fcssen unseren Zug zur\u00fcck nach Berlin erreichen, denn unser Premierminister wird kommende Woche Deutschland besuchen. Es wartet also viel Arbeit auf uns.<\/p>\n<p class=\"western\">Ich w\u00fcnsche dieser Konferenz viel Erfolg und w\u00fcnsche Ihnen allen einen guten Tag.<\/p>\n<p class=\"western\">Vielen Dank.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p><strong>S. E. Yusuf Maitama Tuggar<\/strong>\u00a0(24:22), Botschafter der Bundesrepublik Nigeria in Deutschland, betonte in seinen Ausf\u00fchrungen: \u201eBetrachten Sie nicht alles durch die bin\u00e4re Linse China contra Europa, ein \u00dcberbleibsel des Kalten Krieges. Wir brauchen die Kooperation aller drei. Afrika sitzt mit am Tisch, und mu\u00df immer bei den Diskussionen \u00fcber Infrastruktur, Entwicklung und Migration vertreten sein.\u201c Als Beispiel nannte er das Projekt, den Tschadsee wiederaufzuf\u00fcllen: \u201eDas ist ein Transformationsprojekt von der Art, die wir f\u00fcr eine nachhaltige Entwicklung brauchen, und wir m\u00fcssen es finanzieren und unterst\u00fctzen. Es wird gelingen, wenn alle ihre H\u00e4nde und K\u00f6pfe zusammentun.\u201c<\/p>\n<div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Hier finden Sie den deutschen Text seiner Rede<\/span><\/a><\/p>\n<div class=\"toggle-content\">\n<div class=\"small-title\">\n<h3>Nach dem Transaqua-Durchbruch: Nigeria tritt ins Blickfeld<\/h3>\n<div class=\"long-bar\"><\/div>\n<\/div>\n<p>Lassen Sie mich zun\u00e4chst den Organisatoren, dem Schiller-Institut, mein Lob daf\u00fcr aussprechen, da\u00df sie eine solche Konferenz veranstalten, die \u00fcber etwas diskutieren will, das dem Pr\u00e4sidenten der Bundesrepublik Nigeria und mir selbst besonders am Herzen liegt, n\u00e4mlich den Wassertransfer vom Kongo-Becken in das Becken des Tschadsees.<\/p>\n<p>Als ich eingeladen wurde, sollte dies eine Podiumsdiskussion sein, ich habe mich also darauf vorbereitet, einfach nur zu diskutieren. Das Thema sollte sein: \u201eNach dem Transaqua-Durchbruch: Nigeria tritt ins Blickfeld\u201c. Anstatt eine Rede vorzubereiten, beschlo\u00df ich daher, an meinem Diskussionsbeitrag festzuhalten, und das werde ich tun, w\u00e4hrend ich hier stehe, und ich hoffe, das Sie mir das nicht \u00fcbel nehmen.<\/p>\n<h3>Wassertransfer zur Rettung des Tschadsees<\/h3>\n<p>Bei dem Wassertransfer zwischen den Becken wird versucht, etwa 100 Mrd. m<sup>3<\/sup>\u00a0pro Jahr aus dem Kongo-Becken ins Becken des Tschadsees zu leiten, insbesondere zum Tschadsee selbst, der seit Jahren schrumpft. Dies wurde zum Gegenstand internationaler Diskussionen, weil es unterstreicht, wor\u00fcber sich die meisten von uns Sorgen machen \u2013 den Klimawandel, die Ausbreitung der W\u00fcsten, Konflikte. Denn die Sahara-Region und insbesondere das Becken des Tschadsees ist ein Gebiet, wo viele Probleme zusammenkommen. Es ist ein Komplex von Konflikten, Migration, Exploration von Rohstoffen, weil in der Republik Niger und im Tschad Erd\u00f6l und Erdgas gefunden wurden.<\/p>\n<p>Und nat\u00fcrlich kennen wir alle den Konflikt mit Boko Haram, der sich dort abspielt, der zum Gl\u00fcck durch die notwendige Kooperation zwischen den afrikanischen L\u00e4ndern \u00fcberwunden wurde, weil die Region eine der kompliziertesten Grenzregionen in Afrika ist, wenn nicht die komplizierteste, wo vier L\u00e4nder aneinander grenzen: Niger, Tschad, Kamerun und Nigeria. Einer der Gr\u00fcnde, warum es bei der Reaktion auf das Problem Boko Haram eine Verz\u00f6gerung gab, bestand darin, da\u00df man das nicht gleich als das identifiziert hat, was es ist, n\u00e4mlich, als einen grenz\u00fcberschreitenden Konflikt, und die L\u00e4nder in der Region nicht zusammengearbeitet haben, um das Problem zu l\u00f6sen.<\/p>\n<p>Aber das hat sich zum Gl\u00fcck ge\u00e4ndert, als der gegenw\u00e4rtige Pr\u00e4sident, Mohammadu Buhari, 2015 das Amt antrat. F\u00fcnf Tage nach seiner Vereidigung unternahm er eine Reise nach Niger, Kamerun und Tschad und erkl\u00e4rte sinngem\u00e4\u00df: \u201eSchaut, Leute, wir m\u00fcssen uns einigen. Wir m\u00fcssen zusammenarbeiten und dieses Problem l\u00f6sen.\u201c<\/p>\n<p>Das war keine Eintagsfliege, denn zuf\u00e4llig ist er auch ein fr\u00fcherer Gouverneur des Bundesstaats Borno, der im Zentrum dieses Konfliktes stand, er kannte also die Region sehr gut. Und er wu\u00dfte, wenn man in der Geschichte zu F\u00e4llen wie Rabih Zubayr (1897) und \u00e4hnlichen F\u00e4llen zur\u00fcckgeht, da\u00df man eine Zusammenarbeit aller dieser L\u00e4nder brauchte.<\/p>\n<p>Jedenfalls existierte seit 1964 eine Institution daf\u00fcr, dieses Problem anzupacken. In der Frage des Wassertransfers hat die Kommission f\u00fcr das Tschadseebecken das Heft in die Hand genommen. Zum Gl\u00fcck haben wir den f\u00fchrenden Experten f\u00fcr diesen Wassertransfer hier unter den Rednern, ich freue mich sehr, hier seinen Namen zu sehen: Herr Mohammed Bila. Um die Wahrheit zu sagen: Er h\u00e4tte vor mir reden sollen, dann h\u00e4tte ich einfach mitschwimmen k\u00f6nnen, aber ich will mein bestes tun. Aber ich bin mir sicher, da\u00df er die technischen Details, die tieferen Einsichten in das, was damit erreicht werden kann, erkl\u00e4ren wird.<\/p>\n<h3>China und Europa in Afrikas Entwicklung<\/h3>\n<p>Ich will dieses Projekt oder auch die anderen Entwicklungsprojekte, die in Afrika und insbesondere in Nigeria durchgef\u00fchrt werden, nicht durch eine bin\u00e4re Linse \u201eChina gegen Europa\u201c betrachten \u2013 ein bin\u00e4rer Ansatz, der vielleicht noch aus der Zeit des Kalten Krieges verblieben ist, wo man denkt, wenn China ins Spiel kommt, sind die Europ\u00e4er drau\u00dfen, oder wenn Europa im Spiel ist, bleibt China au\u00dfen vor. Wir brauchen die Kooperation, die Kooperation aller drei, denn es geht nicht um Europa und auch nicht um China; auch Afrika sitzt mit am Tisch und es mu\u00df sichergestellt werden, da\u00df Afrika immer vertreten ist und an den Diskussionen beteiligt ist, wenn L\u00f6sungen gesucht werden \u2013 sei es bei der Infrastruktur, Entwicklung, Migration oder etwas anderem. Afrika mu\u00df immer daran beteiligt sein.<\/p>\n<p>Einer der Gr\u00fcnde, warum wir in der Frage des Tschadsees die volle Mitarbeit und Beteiligung Europas und nicht nur Chinas brauchen, ist der, da\u00df dies ein Teil der G\u00fcrtel- und Stra\u00dfen-Initiative sein wird, die perfekt in das Konzept der Globalisierung hineinpa\u00dft, weil es dabei um die Vernetzung geht, und das ist unsere Auffassung der Welt.<\/p>\n<p>\u00c4hnliches ist im Verlauf der Menschheitsgeschichte immer wieder geschehen. Wir m\u00fcssen die Landkarte der Welt neu definieren, oder des Teils der Welt, den wir kennen, so wie wir es auch fr\u00fcher taten, noch bevor wir erkannt haben, da\u00df die Welt eine Kugel ist, wie bei der\u00a0<i>Tabula Rugeriana<\/i>\u00a0des Al-Idrisi (1154), die sozusagen auf dem Kopf steht (<i>siehe Abbildung<\/i>). Er betrachtete die Welt anders.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/tabula-rugeriana.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-47414\" src=\"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/tabula-rugeriana.jpg\" alt=\"tabula-rugeriana\" width=\"920\" height=\"413\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>Abb. Die Tabula Rugeriana des Al-Idrisi aus dem Jahr 1154.<\/em><\/p>\n<p>\u00c4hnlich m\u00fcssen wir anfangen, diese Globalisierung zu betrachten, diese Vernetzung. Vielleicht m\u00fcssen wir mehr Wert auf Karten legen, die die Infrastrukturnetze zeigen, die Eisenbahnlinien, \u00dcbertragungslinien f\u00fcr Strom, Stra\u00dfen usw., im Gegensatz zu einem Ansatz wie bei Halford Mackinder, der nur die eurasische Weltinsel sah und alles darum herum als Randgebiete, als Pufferzonen betrachtete.<\/p>\n<p>Wir brauchen diese Kooperation, denn f\u00fcr mich ist es so etwas wie\u00a0<i>Kismet<\/i>\u00a0(Schicksal), da\u00df diese Konferenz ausgerechnet in Deutschland stattfindet. Denn einige der ersten Migranten, die ins Becken des Tschadsees kamen, waren aus Deutschland! Das war Heinrich Barth in den 1850er Jahren, das war Gustav Nachtigal, der umfangreiche Studien der Fauna und Flora, der Kultur und vieler anderer Dinge im Gebiet des Tschadsees unternahm. Vielleicht m\u00fcssen wir alle diese Kenntnisse und Daten, die so erfa\u00dft wurden, wieder anzapfen, um f\u00e4hig zu sein, derma\u00dfen gro\u00dfe Wassermengen vom Kongobecken ins Tschadseebecken zu leiten \u2013 was die ganze Subregion, wenn nicht den gesamten Kontinent v\u00f6llig verwandeln w\u00fcrde. Mit einer solchen Gro\u00dftat k\u00f6nnte man Strom erzeugen, man w\u00fcrde Wasser f\u00fcr die Bew\u00e4sserung bereitstellen, Verkehr und Fischfang erm\u00f6glichen, und noch viel mehr. Es w\u00fcrde Arbeit f\u00fcr die zahllosen jungen Menschen geschaffen, die jetzt immer darauf hoffen, die W\u00fcste zu durchqueren. Auch die Frage der irregul\u00e4ren Migration w\u00fcrde also durch dieses Projekt ber\u00fchrt.<\/p>\n<p>Damit wurde schon einiges gesagt. Ich erinnere mich daran, wie der Pr\u00e4sident von Nigeria vereidigt wurde. Kurz danach hatte ich ein Treffen mit ihm, in dem ich betonte, da\u00df die neue Regierung endlich Fortschritte in Bezug auf den Wassertransfer machen m\u00fcsse. Ich berichtete ihm, wie schon in den 90er Jahren Vorst\u00f6\u00dfe dazu unternommen wurden, und da\u00df im Jahr 2000 von der Legislative in Nigeria ein Regionalausschu\u00df f\u00fcr den Tschadsee geschaffen wurde, um einige der Finanzierungsfragen, der sensitiven Fragen anzupacken; jeder Mitgliedstaat sollte zwei Abgeordnete haben, die sie in der Kommission f\u00fcr das Tschadseebecken vertraten. Und er sagte zu mir: \u201eSehen Sie, damit habe ich mich schon in den 1970er Jahren befa\u00dft und daf\u00fcr eingesetzt.\u201c Damals war er Erd\u00f6lminister, und er flog mit dem damaligen Pr\u00e4sidenten Obasanjo und dem Au\u00dfenminister Joe Garba nach Kamerun, um dort Ahmadou Ahidjo zu treffen.<\/p>\n<p>Sie sehen also, das alles reicht schon sehr weit zur\u00fcck. Jetzt mu\u00df es gemacht werden. Es gibt Transformationsprojekte, die wir brauchen, um das zu erreichen, wovon wir immer wieder reden: nachhaltige Entwicklung. Eine nachhaltige Entwicklung erreicht man nicht, indem man einfach nur Ziele aufz\u00e4hlt. Wir m\u00fcssen solche Transformationsprojekte identifizieren, finanzieren, f\u00f6rdern, f\u00fcr ihre Verwirklichung sorgen. Der einzige Weg, wie wir das erreichen werden, ist es, da\u00df wir alle applaudieren und es unterst\u00fctzen mit unseren H\u00e4nden und K\u00f6pfen \u2013 China, Europa und Afrika gemeinsam.<\/p>\n<p>Vielen Dank!<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p><strong>Mohammed Bila<\/strong>\u00a0(38:30), Experte des Tschadsee-Observatoriums der Kommission f\u00fcr das Tschadseebecken, erl\u00e4uterte das Transaqua-Projekt und seinen derzeitigen Stand, nachdem die acht Staats- und Regierungschefs der Mitgliedstaaten bei ihrem j\u00fcngsten Treffen im M\u00e4rz 2018 in Abuja dem Transaqua-Projekt zugestimmt hatten. Es wird sieben beteiligten Staaten unmittelbar und indirekt f\u00fcnf weiteren L\u00e4ndern wirtschaftliche Entwicklung bringen und die Sicherheit verbessern. Bila erkl\u00e4rte, wie der \u00f6konomische Wert des Wassers auf dem Weg zum Tschadsee steigt. Das Konzept des geteilten Nutzens k\u00f6nnte auch den regionalen Handel steigern, neue wirtschaftliche Infrastruktur wie Binnenh\u00e4fen, Containerterminals, agroindustrielle Zonen und neue Stra\u00dfen entlang der 2400 km langen Wasserstra\u00dfe schaffen.<\/p>\n<div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Hier finden Sie den deutschen Text seiner Rede<\/span><\/a><\/p>\n<div class=\"toggle-content\">\n<div class=\"small-title\">\n<h3>Ausblick: Wird Afrika zum neuen China?<\/h3>\n<div class=\"long-bar\"><\/div>\n<\/div>\n<h3>Einf\u00fchrung<\/h3>\n<p>Sehr geehrte Damen und Herren, die Kommission f\u00fcr das Becken des Tschadsees (LCBC) freut sich sehr, da\u00df Sie Gelegenheit hat, sich hier mit dem Schiller-Institut auszutauschen. Ich kann Ihnen leider nur die besten Gr\u00fc\u00dfe unseres Exekutivsekret\u00e4rs \u00fcbermitteln, er kann aus verschiedenen Gr\u00fcnden hier nicht bei Ihnen sein. Deshalb hat er mich geschickt, damit ich hier den Teilnehmern dieser Konferenz die Ansichten der LCBC vorstelle.<\/p>\n<p>Ich arbeite seit 2002 f\u00fcr die LCBC als Modellierer. Ich habe also alle die Entwicklungen miterlebt, in Nigeria sogar schon vor 2002, ich habe die Folgen des Austrocknens des Tschadsees gesehen. Ich sah die Versuche verschiedener Regierungen, das Problem zu l\u00f6sen. Ich habe die Unterst\u00fctzung der internationalen Gemeinschaft f\u00fcr das Tschadseebecken und die Mitgliedstaaten gesehen. Aber seit 2012 haben wir eine v\u00f6llig andere, neue Herausforderung, n\u00e4mlich einen offenen Konflikt mit Menschen, die glauben, alle anderen \u00e4ndern zu m\u00fcssen [die Terrorgruppe Boko Haram]. Wenn wir schon vor 30 Jahren eine L\u00f6sung gesucht h\u00e4tten, dann w\u00e4re es wahrscheinlich gar nicht so weit gekommen.<\/p>\n<p>Der Plan des Wassertransfers zwischen den Becken des Kongo und des Tschadsees als L\u00f6sung f\u00fcr das Austrocknen des Tschadsees wurde bekannt, als das 8. Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs der LCBC, das im M\u00e4rz 1994 in Abuja stattfand, eine internationale Kampagne f\u00fcr die Rettung des Tschadsees begann. Nach der Wahl von Pr\u00e4sident Mohammadu Buhari 2015 und seinem Appell an die internationale Gemeinschaft, bei der Wiederauff\u00fcllung des Tschadsees zu helfen, um die wirtschaftlichen Aktivit\u00e4ten wiederzubeleben und den Terrorismus zur\u00fcckzudr\u00e4ngen, beschlo\u00df die LCBC, den \u00e4ltesten Vorschlag, der uns vorlag, das sog. Transaqua-Projekt, genauer anzuschauen. Dieser Vorschlag wurde in den 80er Jahren als umfassende L\u00f6sung f\u00fcr die Rekordd\u00fcrre in der Sahelzone entwickelt. Diese D\u00fcrre hatte schon 1973 begonnen und herrschte in den 80er Jahren immer noch.<\/p>\n<h3>Die Abuja-Konferenz von 2018<\/h3>\n<p>Im M\u00e4rz 2018 kamen acht afrikanische Staats- und Regierungschefs in Abuja, um an der Internationalen Konferenz \u00fcber den Tschadsee in Abuja teilzunehmen. Diese acht Staatsoberh\u00e4upter und Regierungschefs w\u00e4hlten auf der Grundlage der Vortr\u00e4ge und Diskussionen in den Arbeitsgruppen das Transaqua-Projekt aus, als die machbarste Option, um den Tschadsee zu retten, aber auch, um Afrika zu transformieren.<\/p>\n<p>Bei diesem Treffen waren f\u00fcnf Staatschefs von Mitgliedstaaten der LCBC anwesend, dazu kamen ein Vertreter der Regierung Libyens und auch Pr\u00e4sident Ali Bongo Ondimba von der zentralafrikanischen Republik Gabun. Wir hatten auch die Zustimmung des Pr\u00e4sidenten von Kongo-Brazzaville, Denis Sassou Nguesso, zu den Ergebnissen der Konferenz; er rief w\u00e4hrend der Konferenz an und sagte: \u201eIch gebe allem, was bei dieser Konferenz herauskommt, meinen Segen.\u201c Das war das erste Mal, da\u00df afrikanische Staatsf\u00fchrer zusammengekommen sind und versucht haben, eine gemeinsame L\u00f6sung f\u00fcr dieses Problem zu finden.<\/p>\n<p>Der Transaqua-Vorschlag besteht in einer 2400 km langen Wasserstra\u00dfe, um 30-50 Mrd. m<sup>3<\/sup>\u00a0Wasser aus den rechten Nebenfl\u00fcssen des Kongo in den Tschadsee zu leiten. Bei dem urspr\u00fcnglichen Vorschlag, der in den 1980er Jahren von dem italienischen Ingenieur Marcello Vichi kam, sch\u00e4tzte man, da\u00df man 100 Mrd. m<sup>3<\/sup>\u00a0Wasser aufnehmen und zum Tschadsee leiten k\u00f6nnte. Aber seit damals bis heute hatten wir st\u00e4ndige D\u00fcrre, deshalb geht man allgemein davon aus, da\u00df wir wahrscheinlich nicht auf 100 Mrd. m<sup>3<\/sup>\u00a0kommen werden, aber den rechten Nebenfl\u00fcssen des Kongo zwischen 30 und 50 Mrd. m<sup>3<\/sup>\u00a0Wasser entnehmen k\u00f6nnen, um sie zum Tschadsee zu leiten. Man erwartet, da\u00df das Projekt sieben afrikanischen L\u00e4ndern direkten wirtschaftlichen Nutzen schafft und f\u00fcnf weiteren L\u00e4ndern, die mit den Becken des Kongo und des Tschadsees verbunden sind, indirekten Nutzen bringen wird.<\/p>\n<h3>Die Erkl\u00e4rung von Abuja und Transaqua<\/h3>\n<p>Am Ende der Konferenz einigten sich die Staatschefs auf die Erkl\u00e4rung von Abuja; darin weisen sie darauf hin, wie das Austrocknen des Tschadsees und der Verlust der Mittel zum Lebensunterhalt in der Sahelregion die Sicherheit der Menschen beeintr\u00e4chtigt: Wanderung nach S\u00fcden und Ausbreitung von Konflikten nach Zentralafrika und Kongo, Gefahr f\u00fcr Leben und Besitz in der Sahelzone, in der Tschadseeregion und in Westafrika allgemein, sowie langfristiger Verlust der Stabilit\u00e4t in Zentralafrika. Das nimmt nach und nach zu.<\/p>\n<p>Seit 1973 sind diejenigen, die etwas besa\u00dfen, also diejenigen, die Herden hatten, aus der Sahelzone fortgezogen. Sie ziehen zur Mitte Afrikas hin, wo das Gras noch gr\u00fcn ist. Sie versuchen, den wenigen Besitz zu erhalten, den sie haben, indem sie nach S\u00fcden ziehen. Diese Wanderung f\u00fchrt sie in neue Regionen, wo sie auf Menschen anderer Kulturen treffen, die andere Sprachen sprechen. Das ist die Hauptursache der Probleme in der Zentralafrikanischen Republik. Deshalb kamen wir zu dem Schlu\u00df, da\u00df diese S\u00fcdwanderung in Regionen, die schon jetzt unter inneren Konflikten leiden, noch mehr Probleme ausl\u00f6sen wird, wenn wir die Lage nicht herumrei\u00dfen. Der Verlust der Existenzgrundlage veranla\u00dft auch die jungen Menschen in der Sahelzone, nach Norden durch Libyen nach Europa zu emigrieren.<\/p>\n<p>In der Erkl\u00e4rung von Abuja wird die Transaqua-Initiative f\u00fcr den Wassertransfer zwischen den Becken als ein panafrikanisches Projekt unterst\u00fctzt, das notwendig ist, um den Tschadsee wieder aufzuf\u00fcllen, f\u00fcr Frieden und Sicherheit in der Tschadseeregion und zur F\u00f6rderung von Schiffahrt, industrieller und wirtschaftlicher Entwicklung im gesamten Kongobecken.<\/p>\n<p>Die Afrikanische Entwicklungsbank wurde beauftragt, die Schaffung eines Tschadseefonds von 50 Mrd. $ zu organisieren. Die Finanzierungsquellen sollen eine soziale Komponente haben, die aus \u00f6ffentlichen Mitteln der afrikanischen Staaten finanziert wird, und eine wirtschaftliche Komponente, die aus \u00f6ffentlichen Mitteln sowie Krediten und Spenden von Afrikas Entwicklungspartnern kommen soll.<\/p>\n<h3>Transaqua, gemeinsamer Nutzen und Wirtschaftswachstum in Afrika<\/h3>\n<div class=\"fr w500 mb20 ml20 i\">\u00a0<a href=\"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/bila1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-47424\" src=\"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/bila1.jpg\" alt=\"bila1\" width=\"600\" height=\"640\" \/><\/a><\/div>\n<p><em>Abb. 1: Fertige und geplante Eisenbahnstrecken in Afrika und das Transaqua-Projekt.<\/em><\/p>\n<p>Dieses Bild (<i>Abbildung 1<\/i>) zeigt die notwendige Eisenbahninfrastruktur, die mit Hilfe Chinas gebaut wird. Das Blaue in der Mitte ist der Transaqua-Schiffahrtskanal, ausgehend von der Region s\u00fcdlich des Victoriasees, in der Kivu-Region. Er wird dann das Wasser unter Zuhilfenahme der Schwerkraft in die Zentralafrikanische Republik leiten, wo wir eine Industriezone aufbauen wollen. Der Kanal wird das Wasser in den Chari-Flu\u00df leiten, der dann den Tschadsee wieder auff\u00fcllen wird.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/bila2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-47434\" src=\"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/bila2.jpg\" alt=\"bila2\" width=\"500\" height=\"255\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>Abb. 2: Entwicklungsplan f\u00fcr die Region des Transaqua-Projektes.<\/em><\/p>\n<p>Dies (<i>Abbildung 2<\/i>) ist die Region, die vom Transaqua-Projekt profitieren wird. Sie k\u00f6nnen sehen, da\u00df der erste Nutznie\u00dfer die Demokratische Republik Kongo sein wird, denn das Wasser stammt aus diesem Becken. Wir brauchen neue Konzepte, um das, was dort geschieht, zu beschreiben. Die traditionelle Vorstellung ist, da\u00df man vorhandenes Wasser zwischen Staaten oder einer Gruppe von Nutzern aufteilt. Aber bei dem neuen Konzept des geteilten Nutzens, der Win-Win-Situation, k\u00f6nnen wir diese traditionelle Vorstellung nicht anwenden. Hier ist vorgesehen, da\u00df eine bestimmte Wassermenge, die einen bestimmten Wert hat, dem Kongo entnommen und durch den Kanal geleitet wird. Sie erzeugt Mehrwert durch den Transport von Waren, sie erzeugt Mehrwert durch die Auff\u00fcllung des Kanals. So gelangt das Wasser in die Zentralafrikanische Republik.<\/p>\n<p>Wenn dieses Wasser flie\u00dft, werden Staud\u00e4mme gebaut. Wir haben lokalisiert, wo an den Nebenfl\u00fcssen Staud\u00e4mme gebaut werden. Diese Staud\u00e4mme erzeugen Strom \u2013 ein weiterer Wert, der durch dieses Wasser geschaffen wird. Und wenn es in die Zentralafrikanische Republik gelangt, kann auch dort die Wasserkraft genutzt werden, und das Wasser kann auch zur Bew\u00e4sserung genutzt werden. Das gleiche Wasser wird dann zum Tschadsee geleitet. Kamerun kann das Wasser zur Bew\u00e4sserung nutzen, Kamerun kann auch einen Teil des erzeugtens Stroms nutzen, ebenso der Tschad, denn alle diese Regionen haben bisher keine Elektrizit\u00e4t. Das alles ist Nutzen, den dieses Projekt hervorbringt.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich gelangt das Wasser in den Tschadsee. Niger wird Nutzen ziehen aus der Bew\u00e4sserung und was immer sie sonst mit dem Wasser tun wollen. Es ist eine gro\u00dfe Chance, um Waren und Dienstleistungen aus Zentralafrika in den Sahel zu bringen, mit neuen Bew\u00e4sserungsprojekten. Anstatt jedes Jahr Milliarden Tonnen Reis zu importieren, wird Afrika diesen Reis dann selbst erzeugen. Die Industriezonen und die Containerterminals, die entlang des Schifffahrtskanals entstehen, werden neue wirtschaftliche Entwicklung bringen.<\/p>\n<p>Diese Wassermenge wird auch die Biodiversit\u00e4t wiederbeleben, insbesondere im Kongobecken, wo es gro\u00dfe Naturreservate gibt. Wenn man mehr Wasser in diese Gebiete bringt, f\u00f6rdert man eine Zunahme der Biodiversit\u00e4t in diesen Reservaten. Das Projekt wird Afrika nicht nur wirtschaftlich entwickeln, sondern auch helfen, die Artenvielfalt in der Zentralafrikanischen Republik zu beleben und zu sch\u00fctzen und die Biodiversit\u00e4t im Tschadsee zu beleben. Es wird den regionalen Handel antreiben, es wird neue wirtschaftliche Infrastruktur wie Binnenh\u00e4fen, Containerterminals, agroindustrielle Zonen und neue Stra\u00dfen schaffen. In einigen Gebieten gibt es bisher noch keine Stra\u00dfen. Wenn man in der Demokratischen Republik Kongo von einer Stadt in eine andere gelangen will, die nicht am Kongoflu\u00df liegt, dann ist das eine gewaltige Herausforderung. Man mu\u00df entweder mit dem Fahrrad oder dem Motorrad fahren. Diese Projekte werden mit Sicherheit neue Stra\u00dfen hervorbringen.<\/p>\n<h3>Von Anfang an finanzielle Ertr\u00e4ge<\/h3>\n<p>Das Projekt mu\u00df auch nicht auf einen Schlag umgesetzt werden. Das Unternehmen, mit dem wir zusammenarbeiten, die Bonifica-Gruppe in Italien, hat Simulationen erstellt. Ihre Simulationen besagen, da\u00df man das Projekt in bis zu 12 Abschnitte (Lose) unterteilen kann. Vom ersten Baulos an k\u00f6nnen wir Wirtschaftsg\u00fcter produzieren, und mit dem Geld, das durch den Verkauf dieser G\u00fcter erl\u00f6st wird, k\u00f6nnen wir dann zur n\u00e4chsten Phase \u00fcbergehen, zum n\u00e4chsten Baulos. So werden die afrikanischen L\u00e4nder mit der Zeit sogar in der Lage sein, sie so zu planen, da\u00df sie Partner ihrer Wahl hinzuziehen k\u00f6nnen, die sich an der Entwicklung der verschiedenen Baulose beteiligen.<\/p>\n<p>Der Simulation zufolge k\u00f6nnen die finanziellen Ertr\u00e4ge, die sich schon bei der ersten Phase einstellen werden, in den kommenden 30 Jahren f\u00fcr ein stabiles Wachstum sorgen, das ist die erwartete Dauer f\u00fcr die Realisierung des Projekts. Es wird also einen st\u00e4ndigen Kapitalzuflu\u00df geben, konstante finanzielle Resultate, die dann in die n\u00e4chste Phase des Projekts einflie\u00dfen. Das Projekt wird also von Anfang an finanziell tragf\u00e4hig sein.<\/p>\n<p>Der erste Bauabschnitt, den Bonifica simuliert hat, ist der Bau eines Damms in der Zentralafrikanischen Republik, der 200 MW Strom aus Wasserkraft erzeugt; Schaffung von vier Bew\u00e4sserungsanlagen mit zusammen mehr als 40,000 ha Land; Bau von bis zu 600 km Stra\u00dfen, mehreren neuen st\u00e4dtischen Siedlungen und einem Industrie- und Logistikkomplex, der direkt 20.000 Menschen besch\u00e4ftigen und noch einmal so viele Arbeitspl\u00e4tze indirekt schaffen wird. Das ganze beruht auf Investitionen von lediglich etwa 4 Mrd. Euro. Das kann bis 2025 erreicht werden.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/bila3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-47444\" src=\"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/bila3.jpg\" alt=\"bila3\" width=\"600\" height=\"374\" \/><\/a>Grafik: Bonifica<\/p>\n<p><em>Abb. 3: Erste Schritte zu einem gro\u00dfen Fortschritt: Es ist m\u00f6glich, das Projekt in verschiedene operationelle Abschnitte zu unterteilen.<\/em><\/p>\n<h3>Nkrumah hatte diesen Traum<\/h3>\n<p>Kommen wir nun zur\u00fcck zu der Frage: \u201eWird Afrika das n\u00e4chste China werden?\u201c Die Antwort lautet \u201eJa\u201c \u2013 wenn wir diese Investitionen in der Zentralafrikanischen Republik vornehmen und in dieser Partnerschaft zwischen Afrika, Europa und China in den kommenden 50 Jahren fortsetzen. 2016 hat China Pr\u00e4sident Mohammadu Buhari zugesagt, in dieses Projekt zu investieren. Sie waren die ersten, die mit einer Machbarkeitsstudie daf\u00fcr begonnen haben. Sp\u00e4ter beschlo\u00df Italien, sich zu beteiligen, was uns sehr freut. In der Konferenz in Abuja spendete Italien 2,5 Mio. Euro f\u00fcr eine Machbarkeitsstudie. China hat also bereits 1,8 Mio. Dollar investiert, dann folgte Italien mit 2,5 Mio. Euro. Wir sind nun in der Lage, eine umfassende Studie des Transaqua-Projektes durchzuf\u00fchren. Es ist mehr als blo\u00df ein Wasserprojekt, es ist ein Transformationsprojekt f\u00fcr Wirtschaftswachstum in Afrika.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/bila4.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-47454\" src=\"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/bila4.jpg\" alt=\"bila4\" width=\"500\" height=\"283\" \/><\/a>Grafik: Bonifica<\/p>\n<p><em>Abb. 4: Entwicklung der Tschadsee-Region durch das Transaqua-Projekt bis 2087.<\/em><\/p>\n<p>Wenn das Infrastrukturprojekt Transaqua mit Unterst\u00fctzung und in Partnerschaft mit Europa und China realisiert wird, dann wird das Afrika mit Sicherheit auf den Weg zu wirtschaftlichem Wachstum, Sicherheit f\u00fcr die Menschen, Industrialisierung, Frieden und Entwicklung bringen. Der Traum panafrikanischer Staatsm\u00e4nner wie Dr. Kwame Nkrumah w\u00fcrde wahr. Nkrumah hatte seinen Traum 1964. Wenn wir jetzt damit anfangen, in diese Partnerschaft zu investieren, dann wird Afrika in 50 Jahren das neue China sein.<\/p>\n<p>Wir haben bereits die Stra\u00dfen geplant, die notwendig sein werden, um den ersten Abschnitt in der Zentralafrikanischen Republik zu realisieren. Wir gehen davon aus, da\u00df der Tschadsee im Jahr 2087 ein durchgehender See sein wird, nicht mehr aufgeteilt in verschiedene Teiche, wie es derzeit der Fall ist. Wir werden einen einzigen gro\u00dfen See haben. Wir haben eine Karte der Gebiete erstellt, die dann in allen L\u00e4ndern rund um den Tschadsee bew\u00e4ssert werden (<i>Abbildung 4<\/i>). Wir sind fest davon \u00fcberzeugt, da\u00df dies Afrika v\u00f6llig verwandeln wird.<\/p>\n<p>Vielen Dank f\u00fcr Ihre Aufmerksamkeit.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>Der Historiker\u00a0<strong>Amzat Boukari-Yabara\u00a0<\/strong>(1:01:18), Generalsekret\u00e4r der Panafrikanischen Liga Umoja, verwies auf die langen Beziehungen zwischen China und Afrika. Die Kritik der westlichen Medien an Chinas Pr\u00e4senz in Afrika, sagte er, sei eher motiviert vom R\u00fcckgang des euro-amerikanischen Einflusses auf M\u00e4rkten, die sie f\u00fcr ihre eigenen gehalten hatten, als von einem wirklichen Interesse an der Zukunft der Afrikaner. F\u00fcr diese k\u00f6nne es nicht darum gehen, einen Kolonialismus durch einen anderen zu ersetzen, sondern nur darum, wie sie ihre Souver\u00e4nit\u00e4t zur\u00fcckgewinnen. Wenn China oder andere mit afrikanischen L\u00e4ndern verhandeln, dann m\u00fc\u00dften Afrikaner das Interesse ganz Afrikas ber\u00fccksichtigen. Dazu m\u00fcsse die nationale Politik in \u00dcbereinstimmung mit einer kontinentalen Politik gebracht werden.<\/p>\n<div class=\"small-title\">\n<h3>die deutsche \u00dcbersetzung seiner Rede folgt in K\u00fcrze&#8230;<\/h3>\n<div class=\"long-bar\"><\/div>\n<\/div>\n<p><strong>Abdullatif Elwashali und Aiman Al-Mansour<\/strong>\u00a0(1:21:12) von der jemenitischen Vereinigung INSAN f\u00fcr Menschenrechte und Frieden berichteten dann \u00fcber die schreckliche Lage in ihrem Land, die durch den Krieg der saudisch gef\u00fchrten Koalition herbeigef\u00fchrt wurde. Nach drei Jahren Krieg sei das Land zerst\u00f6rt, es gebe bisher 36.000 Zivilopfer, darunter 14.000 Tote. Die Infrastruktur sei zerst\u00f6rt, durch die Luft- und Seeblockade werde ein Wirtschaftskrieg gegen das Land gef\u00fchrt. 55% der medizinischen Einrichtungen seien ganz oder teilweise zerst\u00f6rt, ebenso 896 Schulen. Millionen Menschen fehle medizinische Versorgung, Nahrungsmittel, Trinkwasser, humanit\u00e4re Hilfe gelangen nicht in das Land und die internationale Gemeinschaft schaue nur zu. Den Saudis gehe es nur darum, die jemenitischen Streitkr\u00e4fte zu schw\u00e4chen und die Kontrolle \u00fcber das Land zu gewinnen und dessen geopolitische Lage zu nutzen. Sie wollten nicht, da\u00df die Jemeniten selbst entscheiden. Diese humanit\u00e4re Krise m\u00fcsse gel\u00f6st werden, bevor das Land sich an der Neuen Seidenstra\u00dfe beteiligen k\u00f6nne. Saudi-Arabien und die Emirate m\u00fc\u00dften dazu gebracht werden, da\u00df sie den Jemen in Ruhe lassen.<\/p>\n<div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Hier finden Sie den Text der Rede<\/span><\/a><\/p>\n<div class=\"toggle-content\">\n<div class=\"small-title\">\n<h3>Aktuelle Lage und Herausforderungen f\u00fcr den Frieden im Jemen<\/h3>\n<div class=\"long-bar\"><\/div>\n<\/div>\n<p class=\"western\"><i><b>Abdullatif Elwashali:<\/b><\/i> Mein Name ist Abdullatif Elwashali, und ich werde mit meinem Kollegen Dr. Aiman Al-Mansor von der Organisation INSAN f\u00fcr Menschenrechte und Frieden einen schnellen \u00dcberblick \u00fcber die aktuelle humanit\u00e4re Lage im Jemen und die Herausforderungen des Friedens im Jemen geben.<\/p>\n<p class=\"western\">Der Jemen ist ein uraltes Land, das 5000 Jahre Geschichte hat, ein Land, das in der Geschichte den Namen \u201eFelix Arabia\u201c hatte. Im Jemen leben fast 28 Millionen Menschen, und 19% davon geh\u00f6ren zu der Bev\u00f6lkerungsgruppe, die unter 15 Jahre alt sind. Die Arbeitslosigkeit aktuell ist ungef\u00e4hr 64%, vor dem Krieg war die Arbeitslosigkeit 37%.<\/p>\n<p class=\"western\">Der Anteil der Bev\u00f6lkerung, der in Armut lebt, ist aktuell 85%, vor dem Krieg waren es 54%.<\/p>\n<p class=\"western\">Das ist die Lage der Bev\u00f6lkerung. Es stimmt vielleicht nicht 100% \u00fcberein mit der aktuellen Situation im Land, aber dies sind Zahlen, die ungef\u00e4hr reflektieren, wie das Land im Moment dasteht.<\/p>\n<p class=\"western\">Das Land Jemen liegt an der S\u00fcdwestseite der Arabischen Halbinsel, und es steht heute vor dem \u201eDreieck des Schreckens\u201c: Krieg, Hunger und Epidemien.<\/p>\n<p class=\"western\">F\u00fcr den Krieg wurde eine Kriegskoalition gebildet, sie besteht aus 17 Staaten, diese Koalition wird von Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten angef\u00fchrt.<\/p>\n<p class=\"western\">Welche Gr\u00fcnde hat dieser Krieg? Der vorgeschobene Grund f\u00fcr den Krieg ist die R\u00fcckkehr des von Saudi-Arabien abh\u00e4ngigen Pr\u00e4sidenten Hadi und seiner Regierung nach Sanaa, um ihn wieder an die Macht zu bringen.<\/p>\n<p class=\"western\">Welche Folgen hat dieser Krieg f\u00fcr uns? Aktuell, nach drei Jahren Krieg, ist das Land komplett zerst\u00f6rt, \u00fcber 36.000 Zivilisten sind \u00fcber drei Jahre Opfer dieses Krieges, 14.000 davon sind tot. Die Infrastruktur ist zum gro\u00dfen Teil zerst\u00f6rt, es besteht bis heute eine Luft- und Seeblockade, es wird ein Wirtschaftskrieg gef\u00fchrt, und das Versagen des Finanzsystems zeigt sich an der Zahlungsunf\u00e4higkeit der Zentralbank in Sanaa. Die Geh\u00e4lter k\u00f6nnen f\u00fcr viele, viele Menschen nicht gezahlt werden.<\/p>\n<p class=\"western\">Nicht nur das Einkommen der Menschen ist eingeschr\u00e4nkt, sondern auch das Gesundheitssystem ist zum gro\u00dfen Teil funktionsunf\u00e4hig. Laut UN sind 55% der Gesundheitseinrichtungen teilweise oder komplett zerst\u00f6rt. 22 Millionen Menschen sind von Epidemien und Hunger bedroht.<\/p>\n<p class=\"western\">Das (<i>Abb.1-4<\/i>) sind Bilder vom Krieg, wir m\u00f6chten mit diesen Bildern niemand erschrecken, aber es sind schreckliche Bilder, die zeigen, wie massiv der Krieg die Zivilbev\u00f6lkerung trifft.<\/p>\n<p class=\"western\"><a href=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/INSAN1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-48340\" src=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/INSAN1.jpg\" alt=\"INSAN1\" width=\"892\" height=\"647\" srcset=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/INSAN1.jpg 892w, https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/INSAN1-300x218.jpg 300w, https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/INSAN1-768x557.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 892px) 100vw, 892px\" \/><\/a><\/p>\n<p class=\"western\"><em>Abb. 1: Eine zerst\u00f6rte Schule im Jemen.<\/em><\/p>\n<p class=\"western\"><a href=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/INSAN2-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-48350\" src=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/INSAN2-1.jpg\" alt=\"INSAN2-1\" width=\"960\" height=\"637\" srcset=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/INSAN2-1.jpg 960w, https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/INSAN2-1-300x199.jpg 300w, https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/INSAN2-1-768x510.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 960px) 100vw, 960px\" \/><\/a><\/p>\n<p class=\"western\"><em>Abb. 2: Ein zerst\u00f6rter Markt in Saada.<\/em><\/p>\n<p class=\"western\"><a href=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/INSAN3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-48360\" src=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/INSAN3.jpg\" alt=\"INSAN3\" width=\"892\" height=\"633\" srcset=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/INSAN3.jpg 892w, https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/INSAN3-300x213.jpg 300w, https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/INSAN3-768x545.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 892px) 100vw, 892px\" \/><\/a><\/p>\n<p class=\"western\"><em>Abb. 3: Eine zerst\u00f6rte Krankenstation der \u00c4rzte ohne Grenzen.<\/em><\/p>\n<p class=\"western\"><a href=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/INSAN4.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-48370\" src=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/INSAN4.jpg\" alt=\"INSAN4\" width=\"965\" height=\"635\" srcset=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/INSAN4.jpg 965w, https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/INSAN4-300x197.jpg 300w, https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/INSAN4-768x505.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 965px) 100vw, 965px\" \/><\/a><\/p>\n<p class=\"western\"><em>Abb. 4: Der Hafen von Al-Hodaidah.<\/em><\/p>\n<p class=\"western\">Auf dem ersten Bild sehen Sie einige Kinder, die in einer zerst\u00f6rten Schule stehen. Wenn man die Statistiken betrachtet, wie viele Schulen und Institute wurden zerst\u00f6rt? Das waren \u00fcber drei Jahre schon jede Menge an Bildungsinstituten, die aktuelle Zahl ist 869 Schulen und Institute, die durch diesen Krieg zum Teil oder komplett zerst\u00f6rt wurden (<i>Abbildung 1<\/i>).<\/p>\n<p class=\"western\">Auf dem n\u00e4chsten Bild ist ein Markt in Saada, der letztes Jahr zerst\u00f6rt wurde, um ein Uhr nachts (<i>Abbildung 2<\/i>). Was hat dieser Markt mit dem Krieg zu tun? Das ist ein gro\u00dfes Fragezeichen.<\/p>\n<p class=\"western\">Das untere Bild links (<i>Abbildung 3<\/i>) ist eine Krankenstation, sie wurde von \u00c4rzte ohne Grenzen genutzt, um den Menschen dort zu helfen. Sie wurde am 16. August 2016 durch einen Luftangriff zerst\u00f6rt, viele Menschen kamen ums Leben oder wurden verletzt, darunter auch das Team der \u00c4rzte ohne Grenzen.<\/p>\n<p class=\"western\">Zur Zerst\u00f6rung der Infrastruktur k\u00f6nnte man vieles sagen, aber eine der gr\u00f6\u00dften und ganz aktuell ist der Hafen Al-Hodaidah (<i>Abbildung 4<\/i>), er wurde mehrfach durch Luftangriffe angegriffen, ebenso wie Br\u00fccken, Zivileinrichtungen, Gesundheitseinrichtungen, Flugh\u00e4fen, auch diese wurden durch diesen Krieg zum gro\u00dfen Teil getroffen.<\/p>\n<p class=\"western\">Die humanit\u00e4re Lage ist katastrophal. 22 Millionen Menschen stehen vor einer gro\u00dfen Katastrophe, einem gro\u00dfen Mangel an medizinischer Versorgung, es herrscht gro\u00dfer Mangel an Lebensmitteln, und die Einkommen sind extrem gering, die Geh\u00e4lter werden nicht gezahlt. Was resultiert daraus? Ein Zusammenbruch des Finanzsystems, Zerst\u00f6rung von zivilen Einrichtungen, Zusammenbruch der Wasserversorgung in gro\u00dfen Teilen des Landes. Das Gesundheitssystem ist, wie schon erw\u00e4hnt, zum gro\u00dfen Teil auch funktionsunf\u00e4hig, dazu kommen verz\u00f6gerte humanit\u00e4re Hilfe und das Zur\u00fcckhalten der internationalen Gemeinschaft.<\/p>\n<p class=\"western\">F\u00fcr diesen Krieg werden viele Gr\u00fcnde angef\u00fchrt. Was wurde da behauptet? Mit diesem Krieg will man angeblich dem Jemen als Land helfen, der Bev\u00f6lkerung helfen. Ich glaube nicht, da\u00df irgend jemand von uns hier bei dieser Konferenz diese Behauptung glaubt.<\/p>\n<p class=\"western\">Deswegen wird der Kollege Aiman Al-Mansor jetzt weiterf\u00fchren und \u00fcber die Herausforderung f\u00fcr den Frieden und die unsichtbaren Gr\u00fcnde f\u00fcr diesen Krieg sprechen. Vielen Dank. [Applaus.]<\/p>\n<p class=\"western\"><i><b>Dr. Aiman Al-Mansor:<\/b><\/i> (Ich finde es etwas lustig, da\u00df wir, die aus dem Jemen kommen, die einzigen sind, die in dieser Konferenz deutsch sprechen; das ist toll.)<\/p>\n<p class=\"western\">Mein Kollege hat schon erw\u00e4hnt und auch gezeigt, was jetzt im Jemen passiert ist, und ich glaube, man braucht Tage und vielleicht Monate, um alles zu zeigen, was da passiert ist, es ist schrecklich. Wir haben noch unsere Familien da, und wir k\u00e4mpfen jeden Tag damit, welche Nachrichten wir bekommen.<\/p>\n<p class=\"western\">Die Behauptung, dem Jemen zu helfen, indem der schon zur\u00fcckgetretene Pr\u00e4sident Hadi wieder an die Macht gebracht werden soll, die Behauptung, da\u00df Saudi-Arabien und die Arabischen Emirate die Demokratie in den Jemen zur\u00fcckbringen wollen, das ist zum Lachen. Da\u00df zwei L\u00e4nder, die mit Demokratie \u00fcberhaupt nichts zu tun haben, wo die Frauen erst jetzt, vor einer Woche oder vor einigen Tagen, Auto fahren d\u00fcrfen, die Demokratie im Jemen befestigen wollen, das ist einfach zum Lachen. [Applaus.]<\/p>\n<p class=\"western\">Den Jemeniten dadurch zu helfen, da\u00df man ihre Infrastruktur zerst\u00f6rt und die Krankenh\u00e4user bombardiert und die Kinder erschreckt und die Schulzeiten ver\u00e4ndert, so da\u00df viele Kinder gar nicht zur Schule gehen k\u00f6nnen &#8211; das kann man nicht glauben! Ein normaler Mensch, der ganz normal denken kann, der kann das nicht glauben.<\/p>\n<p class=\"western\">In diesem Krieg gibt es, wie mein Kollege gezeigt hat, 35.000 Zivilopfer. Das ist die gr\u00f6\u00dfte humanit\u00e4re Katastrophe des 21. Jahrhunderts, laut UN.<\/p>\n<p class=\"western\">Deswegen: Warum findet dieser Krieg statt?<\/p>\n<p class=\"western\">Die unsichtbaren Kriegsgr\u00fcnde sind folgende: Sie wollen das jemenitische Milit\u00e4r schw\u00e4chen, sie wollen die politische Kontrolle durch die Saudis und indirekt auch durch die Amerikaner nicht verlieren. Saudi-Arabien hat sich schon immer eingemischt in die jemenitischen Angelegenheiten, schon seit Ewigkeiten &#8211; 1934, 1967 und jetzt 2015 -. und sie k\u00f6nnen es einfach nicht zulassen, da\u00df die Jemeniten selber entscheiden, wie die politische Situation sich entwickeln soll, wer gew\u00e4hlt wird. Die Saudis haben immer entschieden, wer Minister wird und wer der Stellvertreter wird und welcher B\u00fcrgermeister in welcher Stadt gew\u00e4hlt wird; aber seit 2015 haben sie diese Entscheidungen verloren, und das ist auch einer der unsichtbaren Gr\u00fcnde, warum der Krieg begonnen wurde.<\/p>\n<p class=\"western\">Auch die geopolitische Lage des Jemen ist immens wichtig f\u00fcr die Saudis und f\u00fcr die Emirate, weil sie diese Win-Win-Situation nicht verstehen, da\u00df wenn der Jemen seine wirtschaftliche und geopolitische Lage gut nutzen kann, dann auch die anderen alle davon profitieren k\u00f6nnen. Das verstehen sie nicht, das ist eine egoistische Denkweise, wie die beiden L\u00e4nder damit umgehen.<\/p>\n<p class=\"western\">Auch die wirtschaftlichen Interessen sind sehr gro\u00df, denn an der Grenze zu Saudi-Arabien und auch an der K\u00fcste zum Roten Meer d\u00fcrfen die Jemeniten nichts machen, sie d\u00fcrfen nicht selber entscheiden, was da passiert und welche wirtschaftlichen Fortschritte da begonnen werden k\u00f6nnten.<\/p>\n<p class=\"western\"><a href=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/INSAN5.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-48380\" src=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/INSAN5.jpg\" alt=\"INSAN5\" width=\"1732\" height=\"1029\" srcset=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/INSAN5.jpg 1732w, https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/INSAN5-300x178.jpg 300w, https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/INSAN5-768x456.jpg 768w, https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/INSAN5-1024x608.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 1732px) 100vw, 1732px\" \/><\/a><\/p>\n<p class=\"western\"><em>Abb. 5: Lage des Jemen am RotenMeer, an der Bab-el-Mandab-Stra\u00dfe und am Golf von Aden.<\/em><\/p>\n<p class=\"western\">Ich komme nun zu der Karte (<i>Abb.5<\/i>), die auch mein Kollege schon gezeigt hat, wo der Jemen liegt und welche wichtige Rolle diese geographische Lage f\u00fcr den Jemen bedeutet. Denn der Jemen liegt am Roten Meer, der Verbindung zwischen dem Suezkanal und dem Golf von Aden und weiter zum Arabischen Meer, als Verbindung zwischen Europa und Asien und Afrika. Weil der Jemen auch diese Mandab-Meerenge und den Golf von Aden hat, darf Jemen nicht angegriffen werden, schon um die internationale Wirtschaft zu sch\u00fctzen. Damit alle diese Win-Win-Situation haben, darf der Jemen nicht angegriffen werden, und wir d\u00fcrfen einfach nicht zulassen, da\u00df die Saudis und die Emirate sich naiv und wie Kinder verhalten in dieser Region. Denn das bedroht die internationale Wirtschaft.<\/p>\n<p class=\"western\">Was wir hier von dieser Konferenz erhoffen oder uns w\u00fcnschen, was wir machen k\u00f6nnten, bevor wir Jemen in die Seidenstra\u00dfe einbeziehen: Der Jemen hat jetzt die gr\u00f6\u00dfte humanit\u00e4re Katastrophe. Die Menschen m\u00fcssen die Empathie der internationalen Gemeinschaft sp\u00fcren, damit der Jemen mitmacht. Der Jemen selbst mu\u00df gar nicht \u00fcberzeugt werden, aber die Saudis und die Emirate m\u00fcssen \u00fcberzeugt werden, den Jemeniten diese Entscheidung zu \u00fcberlassen. Und dann werden die Jemeniten auch mitmachen. Der Kollege, der chinesische Diplomat, hat ein Sprichwort gesagt: Wenn du reich werden willst, mu\u00dft du eine Stra\u00dfe bauen. Und wir sagen: Wenn wir die Teilnahme des Jemen an den wirtschaftlichen Pl\u00e4nen f\u00fcr notwendig halten, dann sollten wir den Jemen aus dieser Katastrophe herausholen.<\/p>\n<p class=\"western\">Deswegen ist dies eine Herausforderung f\u00fcr uns alle. Denn wir alle als Menschen m\u00fcssen auch an uns alle als Menschen denken. Wer seine Familie hier hat und gut essen kann und ruhig ins Bett gehen kann, der mu\u00df einfach daran denken, da\u00df die Menschen im Jemen und in vielen anderen L\u00e4ndern wie in Syrien das nicht k\u00f6nnen. Und wir d\u00fcrfen nicht so lange zuschauen, wie wir es in Syrien gemacht haben, wir haben zu lange einfach zugeguckt. Wir haben so lange gewartet, bis die Katastrophe zu uns kam, und dann erst haben wir die Augen aufgemacht, als wir uns selber und unsere Wirtschaft bedroht gef\u00fchlt haben. Deswegen darf man einfach nicht so lange zuschauen, und der Krieg mu\u00df beendet werden.<\/p>\n<p class=\"western\">Das ist das Hauptkriterium, eine Voraussetzung f\u00fcr wirtschaftliche Interessen, und man mu\u00df Jemen auch als souver\u00e4nes Land sehen. Es mu\u00df ein offener Dialog f\u00fcr alle politischen Probleme im Land gef\u00fchrt werden, wir brauchen Volksgerichte, eine Verfassung und Neuwahlen, die katastrophale humanit\u00e4re Lage mu\u00df bew\u00e4ltigt werden, es mu\u00df ein Wiederaufbauplan vorbereitet werden, und wir brauchen die Bereitschaft und Beteiligung der internationalen Gemeinschaft am Wiederaufbau des Jemen.<\/p>\n<p class=\"western\">Das ist die allgemeine Herausforderung eines Friedens. Was wir z.B. von den BRICS-Staaten wollen, von China oder Ru\u00dfland oder jedem, der einfach wirtschaftliche Interessen hat, der vielleicht nicht an die menschliche Situation im Jemen denkt, aber L\u00e4nder, die einfach wirtschaftlich denken, m\u00fcssen eine eigene Friedensinitiative bilden. Man mu\u00df nicht auf die UN warten, wir m\u00fcssen nicht darauf warten, wie die EU reagiert. Wir m\u00fcssen selber etwas machen und eine eigene Friedensinitiative bilden.<\/p>\n<p class=\"western\">Wir m\u00fcssen auch die unabh\u00e4ngigen weltweiten Medien erreichen. Es wird so wenig gezeigt \u00fcber den Jemen, obwohl die UN gesagt hat, es ist die gr\u00f6\u00dfte humanit\u00e4re Katastrophe des 21. Jahrhunderts. Aber es wird wenig gezeigt. Das mu\u00df gezeigt werden, das ist auch ein Druckmittel, da\u00df die Saudis damit aufh\u00f6ren, es ist auch ein Druckmittel, da\u00df die Emirate damit aufh\u00f6ren.<\/p>\n<p class=\"western\">Und wir brauchen eine schnelle Bew\u00e4ltigung der humanit\u00e4ren Katastrophe. Wir m\u00fcssen uns die Probleme im Jemenan anschauen &#8211; was die Leute brauchen. Sie brauchen Schulen, sie brauchen Stra\u00dfen, sie brauchen medizinische Hilfe, sie brauchen unsere Empathie. Wir m\u00fcssen schnell reagieren, und selbst etwas tun, und nicht warten, was die UN macht und was sie vorbereitet hat, wir m\u00fcssen selbst etwas tun. Die Medien m\u00fcssen das auch sp\u00fcren. Und den Wiederaufbau des Landes, das kann vielleicht Herr Askary erkl\u00e4ren.<\/p>\n<p class=\"western\">Vielen Dank.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p><strong>Hussein Askary<\/strong>\u00a0(1:41:00) schlo\u00df die Vortragsrunde mit der Vorstellung eines neuen Berichts \u00fcber die \u201eOperation Felix\u201c. Das Ziel der Operation Felix sei es nicht, den Jemen so wiederherzustellen, wie er vor dem Krieg war \u2013 als das \u00e4rmste Land der Region -, sondern eine \u201eWirtschaftsplattform\u201c f\u00fcr ein bl\u00fchendes und fortschrittliches Land zu schaffen und es an die BRI anzuschlie\u00dfen. Askary zeigte, wie die jemenitische Volkswirtschaft \u00fcber 30 Jahre unter dem Diktat des IWF und der Weltbank zerst\u00f6rt wurde, und beschrieb dann Schritte, mit denen diese Entwicklung r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht werden kann, wie die Gr\u00fcndung einer Jemenitischen Nationalbank f\u00fcr Wiederaufbau und Entwicklung, um den Wiederaufbau des Landes und den Bau von Entwicklungskorridoren zu finanzieren, die den Jemen mit Afrika und \u00fcber Oman und den Iran mit der Neuen Seidenstra\u00dfe zu verbinden.<\/p>\n<div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Die deutsche \u00dcbersetzung seiner Rede finden Sie hier.<\/span><\/a><\/p>\n<div class=\"toggle-content\">\n<div class=\"small-title\">\n<h3>Das Wunder des Wiederaufbaus des Jemen und die Verbindung zur Neuen Seidenstra\u00dfe<\/h3>\n<div class=\"long-bar\"><\/div>\n<\/div>\n<p class=\"western\">Der Jemen ist, denke ich, ein perfektes Beispiel daf\u00fcr, wie eine Trag\u00f6die in einen Sieg verwandelt werden kann, einen Sieg nicht nur f\u00fcr den Jemen oder das jemenitische Volk, sondern f\u00fcr die gesamte Menschheit. Ich werde erkl\u00e4ren, warum.<\/p>\n<p class=\"western\">Wie unsere Freunde soeben beschrieben haben, hat der saudische Krieg gegen Jemen, unterst\u00fctzt von Gro\u00dfbritannien, den Vereinigten Staaten, Frankreich und anderen L\u00e4ndern, seit dreieinhalb Jahren viele Trag\u00f6dien mit sich gebracht, aber auch viele Ironien. Sie zeigen, da\u00df die scheinbar Schwachen nicht notwendigerweise gegen die Starken verlieren m\u00fcssen.<\/p>\n<p class=\"western\">Die Jemeniten sind zwar das \u00e4rmste Volk in der Region, aber sie haben ein tiefverwurzeltes historisches Selbstwertgef\u00fchl und eine Kultur, die Jahrtausende zur\u00fcckreicht. Sie sind ein stolzes Volk mit einem republikanischen Freiheitsgef\u00fchl und einer rauhen Landschaft, die sehr vorteilhaft ist f\u00fcr den Verteidigungskrieg. Alle diese Faktoren versetzten sie in die Lage, der saudischen Koalition zu widerstehen, die von einigen der m\u00e4chtigsten Streitkr\u00e4fte auf dem Planeten unterst\u00fctzt werden, und das seit mehr als drei Jahren. Aber, wie wir noch sehen werden, zu einem sehr hohen Preis.<\/p>\n<p class=\"western\">Eine weitere Ironie ist, da\u00df sich einige Jemeniten inmitten schlimmster Kriegzeiten mit der von Lyndon LaRouche und dem Schiller-Institut entwickelten Wirtschaftslehre besch\u00e4ftigen, um herauszufinden, wie man eine moderne \u00d6konomie aufbaut und das Desaster der Vergangenheit vermeidet. Sie haben auch die Neue Seidenstra\u00dfe studiert und wollen, da\u00df sich Jemen der Belt-and-Road-Initiative anschlie\u00dft. Wie ich bereits zuvor in diesem Panel gesagt habe: um zu \u00fcberleben, mu\u00df man zu den Sternen aufschauen, d.h. in die Zukunft und daraus Inspiration und Mut ziehen, um den jetzigen Kampf zu \u00fcberleben und auch den Weg zu ebnen, um die Krise zu l\u00f6sen.<\/p>\n<p class=\"western\"><em>Abb. 1: Die Teilnehmer eines Seminars am Hauptsitz des Allgemeinen Investitionsamtes (GIA) unterst\u00fctzten in der \u201eSanaa-Erkl\u00e4rung\u201c den Bericht \u00fcber die \u201eOperation Felix\u201c.<\/em><\/p>\n<p class=\"western\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-48208\" src=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Jemen1.jpg\" alt=\"Jemen1\" width=\"960\" height=\"433\" srcset=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Jemen1.jpg 960w, https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Jemen1-300x135.jpg 300w, https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Jemen1-768x346.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 960px) 100vw, 960px\" \/><\/p>\n<p class=\"western\"><em>Abb. 2: Titelseite des Berichts \u201eOperation Felix: Der Wiederaufbaus des Jemen und die Verbindung zur Neuen Seidenstra\u00dfe\u201c.<\/em><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Jemen2-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-48228\" src=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Jemen2-1.jpg\" alt=\"Jemen2\" width=\"540\" height=\"711\" srcset=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Jemen2-1.jpg 540w, https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Jemen2-1-228x300.jpg 228w\" sizes=\"auto, (max-width: 540px) 100vw, 540px\" \/><\/a><\/p>\n<p class=\"western\">Anfang des Monats, am 6. Juni, hat in Sanaa, der Hauptstadt des Jemen, mitten in einer weiteren Kriegseskalation ein Seminar stattgefunden, und zwar am Hauptsitz des Allgemeinen Investitionsamtes (GIA), wo die Sanaa-Erkl\u00e4rung verabschiedet wurde (<i>Abbildung 1<\/i>). In die Erkl\u00e4rung wurde der 86seitige Bericht des Schiller-Instituts \u201eOperation Felix: Der Wiederaufbaus des Jemen und die Verbindung zur Neuen Seidenstra\u00dfe\u201c (<i>Abbildung 2<\/i>) aufgenommen, der von mir verfa\u00dft wurde. Der GIA-Vizedirektor Ingenieur Khaled Sharafeddin er\u00f6ffnete das Seminar, indem er Helga Zepp-LaRouche, der Pr\u00e4sidentin des Schiller-Instituts, f\u00fcr ihre unerm\u00fcdliche Unterst\u00fctzung f\u00fcr das jemenitische Volk dankte. Er dr\u00fcckte seine volle Unterst\u00fctzung f\u00fcr die in dem Bericht gemachten Vorschl\u00e4ge aus und betonte, das GIA werde mit der Regierung in Sanaa zweigleisig zusammenarbeiten: Einmal soll der Bericht zu einem Aktionsplan f\u00fcr die Regierung umgeschrieben werden, und zum anderen sollen alle in dem Bericht erw\u00e4hnten Infrastruktur- und Finanzierungsvorschl\u00e4ge genau studiert werden, um den Wiederaufbauproze\u00df einleiten zu k\u00f6nnen, sobald der Aggressionskrieg beendet ist.<\/p>\n<p class=\"western\">In dem Bericht beschreibe ich im Detail, wie die Bombardierungen und die komplette Luft- und Seeblockade der Saudi-Koalition die heutige schreckliche humanit\u00e4re Katastrophe hervorgerufen hat. Dann beschreibe ich den Wiederaufbau-Proze\u00df und die Verbindung zur Belt and Road Initiative.<\/p>\n<p class=\"western\">Die Zerst\u00f6rung des Jemen vor dem Krieg 2015<\/p>\n<p class=\"western\">Ein wichtiges Kapitel in meinem Bericht dreht sich darum, wie die Wirtschaft des Jemen bereits <i>vor <\/i>dem Kriegsbeginn im M\u00e4rz 2015 ruiniert wurde, und zwar durch 30 Jahre einer falschen Wirtschaftspolitik haupts\u00e4chlich unter Anleitung von IWF und Weltbank. Diese Politik brachte dem Jemen den Beinamen \u201e\u00e4rmstes Land im Nahen Osten\u201c ein.<\/p>\n<p class=\"western\">Ich habe sehr sorgf\u00e4ltig beschrieben, was mit der Wirtschaft und den Menschen im Jemen vor dem Krieg geschehen ist, um so die verantwortlichen Politiker vor den Fallstricken der Wirtschafts- und Finanzmethoden zu warnen, die im transatlantischen alten Paradigma und seiner Kunden\/Opfer vorherrschend waren. Man mu\u00df diese Dinge kennen, denn es besteht die Gefahr, da\u00df sich die gleichen Wirtschaftsmethoden auch dieses Mal wieder in sogenannter \u201eWiederaufbauhilfe\u201c verstecken.<\/p>\n<p class=\"western\">Ein Ph\u00e4nomen, an dem die jemenitische Regierung selbst schuld ist, ist definiert hier als Mentalit\u00e4t eines \u201eRentierstaats\u201c, das einen Staat beschreibt, der sich fast ausschlie\u00dflich auf den Export seiner leicht ausbeutbaren reichlichen Rohstoffe st\u00fctzt, um die eigenen Bed\u00fcrfnisse zu decken, ohne sich gro\u00df um Investitionen zur Verbesserung der einheimischen produktiven Kapazit\u00e4ten zu k\u00fcmmern. Saudi-Arabien, die Golfstaaten und andere OPEC-Staaten sind gute Beispiele hierf\u00fcr. Jemen ist ein extremes Beispiel.<\/p>\n<p class=\"western\"><em>Abb. 3. Anstieg und Absturz des \u00d6lpreises.<\/em><\/p>\n<p class=\"western\"><a href=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/jemen3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-48238\" src=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/jemen3.jpg\" alt=\"jemen3\" width=\"600\" height=\"548\" srcset=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/jemen3.jpg 600w, https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/jemen3-300x274.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/p>\n<p class=\"western\">In Jemen wurden 1986 Erd\u00f6lvorkommen entdeckt, und der \u00d6lexport begann 1987, wodurch der Staat pl\u00f6tzlich mit Devisen \u00fcberschwemmt wurde (<i>Abbildung 3<\/i>). Als jedoch 1997 die Asienkrise die globale Wirtschaft traf, sank der \u00d6lpreis pl\u00f6tzlich von 40 Dollar in den Bereich von 20 Dollar. Er erholte sich nicht bis zum 11. September 2001 und der anschlie\u00dfenden Invasion des Irak, als er auf 100-120 Dollar anstieg. Nach der Finanzkrise 2007-2008 kollabierte der Preis jedoch wieder.<\/p>\n<p class=\"western\">Dieser Faktor machte den Jemen zur Geisel schwankender globaler Preise und seiner fast vollst\u00e4ndigen Abh\u00e4ngigkeit von \u00d6lexporten, um die erforderlichen Importe von Nahrungsmitteln und fast allen anderen Waren zu finanzieren.<\/p>\n<p class=\"western\">1995 kamen IWF und Weltbank dem Jemen \u201ezu Hilfe\u201c, um seine Finanzprobleme zu l\u00f6sen. Es gab vier Runden sogenannter \u201eStruktureller Anpassungsprogramme\u201c von jeweils f\u00fcnf Jahren, die den Staat zwangen, seine Unternehmen zu privatisieren, staatliche Subventionen f\u00fcr Nahrung und Waren des t\u00e4glichen Bedarfs zu streichen, Zehntausende Staatsbedienstete zu entlassen und den Binnenmarkt f\u00fcr konkurrierende ausl\u00e4ndische G\u00fcter zu \u00f6ffnen.<\/p>\n<p class=\"western\">Diese radikale Freimarktpolitik t\u00f6tete die noch vorhandene einheimische Produktion ab. Es er\u00fcbrigt sich zu sagen, da\u00df es dem Staat nicht l\u00e4nger erlaubt war, die Infrastruktur und Industrie aufzubauen, noch Landwirtschaftsprojekte zu unterst\u00fctzen. Seine Souver\u00e4nit\u00e4t \u00fcber die Wirtschaft ging verloren. Die massive Privatisierungskampagne staatlicher Unternehmen erm\u00f6glichte es einigen korrupten Eliten, sich durch die Eigentums\u00fcbertragung dieser Besitzt\u00fcmer zu bereichern.<\/p>\n<p class=\"western\">Trotz der schlechten Versorgungslage im Land, besonders nach der globalen Krise der Nahrungsmittelpreise 2008, wurde der Jemen ermutigt, den Export sogenannter <i>cash crops<\/i> wie Obst und Gem\u00fcse zu erh\u00f6hen, wobei Saudi-Arabien und die Golfstaaten die Hauptabnehmer waren. Ohne Unterst\u00fctzung oder Schutz f\u00fcr den einheimischen Getreideanbau gingen die Bauern zum lohnenderen Anbau von Obst und Gem\u00fcse \u00fcber, oder schlimmer noch zu der Droge Quat, deren Konsum in dieser Zeit expodierte und sp\u00e4ter weiter anstieg. Der Fischereisektor war der einzige Bereich, in den deutlich investiert wurde, aber der Zweck war nicht die Versorgung der Bev\u00f6lkerung, sondern die Exportm\u00e4rkte. Nach all diesen gro\u00dfartigen Bem\u00fchungen von IWF und Weltbank war dies das Ergebnis (<i>Abbildungen 4 <\/i>und<i> 5<\/i>):<\/p>\n<p class=\"western\">\n<div class=\"small-title\">\n<h3><b>Abbildung 3: Kollaps von Gesundheit, sozialer Lage und Dienstleistungen<\/b><\/h3>\n<div class=\"long-bar\"><\/div>\n<\/div>\n<table>\n<thead>\n<tr>\n<th><\/th>\n<th>1990<\/th>\n<th>2000<\/th>\n<th>2014<\/th>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Unterern\u00e4hrung (%)<\/td>\n<td>28,9<\/td>\n<td>29,6<\/td>\n<td>26,1<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>BIP\/Kopf (US-$, Kaufkraftparit\u00e4t)<\/td>\n<td>3441<\/td>\n<td>4018<\/td>\n<td>3832<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Untergewicht bei Kindern unter f\u00fcnf Jahren (%)<\/td>\n<td>29,6<\/td>\n<td>43,1<\/td>\n<td>35,5<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Abh\u00e4ngigkeit von Getreideimporten (%)<\/td>\n<td>69,9<\/td>\n<td>78,6<\/td>\n<td>81,2<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Zugang zu sauberem Trinkwasser (% der Bev\u00f6lkerung)<\/td>\n<td>66,3<\/td>\n<td>59,8<\/td>\n<td>54,9<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Nahrungsmittelimporte (Mio. US-$)<\/td>\n<td>613<\/td>\n<td>719<\/td>\n<td>3682<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Anteil der Armen (%)<\/td>\n<td><\/td>\n<td>33%<\/td>\n<td>54%<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Nahrungsmittelexporte (Mio. US-$)<\/td>\n<td>30<\/td>\n<td>32<\/td>\n<td>180<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><strong>Abb. 4: Entwicklung des Handelsdefizits bei Nahrungsmitteln<\/strong><\/p>\n<table style=\"height: 172px;\" width=\"352\">\n<thead>\n<tr>\n<th>Nettohandel (Mio. US-$)<\/th>\n<th>1990<\/th>\n<th>2000<\/th>\n<th>2014<\/th>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Getreide<\/td>\n<td>\u00a0-251<\/td>\n<td>\u00a0-302<\/td>\n<td>-1917<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Fr\u00fcchte und Gem\u00fcse<\/td>\n<td>-16<\/td>\n<td>-13<\/td>\n<td>-146<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Fleisch<\/td>\n<td>-27<\/td>\n<td>-62<\/td>\n<td>-217<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Milchprodukte<\/td>\n<td>-62<\/td>\n<td>-78<\/td>\n<td>-285<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Fisch<\/td>\n<td>14<\/td>\n<td>16<\/td>\n<td>193<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p class=\"western\"><strong>L\u00f6sungsvorschl\u00e4ge<\/strong><\/p>\n<p class=\"western\"><em>Abb. 6: Lage des Jemen im Infrastrukturnetz der Weltlandbr\u00fccke<\/em><\/p>\n<p class=\"western\"><a href=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Jemen6.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-48248\" src=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Jemen6.jpg\" alt=\"Jemen6\" width=\"1548\" height=\"972\" srcset=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Jemen6.jpg 1548w, https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Jemen6-300x188.jpg 300w, https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Jemen6-768x482.jpg 768w, https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Jemen6-1024x643.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 1548px) 100vw, 1548px\" \/><\/a><\/p>\n<p class=\"western\">Doch sprechen wir jetzt von den L\u00f6sungsvorschl\u00e4gen.<\/p>\n<p class=\"western\">Die Republik Jemen liegt geographisch g\u00fcnstig am Schnittpunkt des Wirtschaftsg\u00fcrtels der Neuen Seidenstra\u00dfe und der maritimen Seidenstra\u00dfe bzw. von Belt and Road (<i>Abbildung 6<\/i>). Der Jemen kann zur Br\u00fccke zwischen Asien und Afrika sowie zwischen Indischem Ozean und Mittelmeer werden &#8211; und damit ein wichtiger Bestandteil dieses riesigen Entwicklungsprojekts und gleichzeitig ein gro\u00dfer Nutznie\u00dfer.<\/p>\n<p class=\"western\">Der Jemen spielte in der Antike eine \u00e4hnliche Rolle, als er den Handel \u00fcber die sogenannte Weihrauchstra\u00dfe beherrschte. Viele gro\u00dfe L\u00e4nder aus Ost und West kamen mit Segelschiffen und Kamelkarawanen in seine Richtung, um Waren und Wissen auszutauschen. Der Grund, warum ich die Bezeichnung \u201eOperation Felix\u201c w\u00e4hlte, war, da\u00df die alten Griechen und sp\u00e4ter auch die R\u00f6mer den Jemen \u201eArabia Felix\u201c (Gl\u00fcckliches Arabien) nannten, denn das Land war als reiche und gl\u00fcckliche Nation bekannt.<\/p>\n<p class=\"western\"><em>Abb. 7: Bev\u00f6lkerungspyramide des Jemen<\/em><\/p>\n<p class=\"western\"><a href=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Jemen7.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-48258\" src=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Jemen7.jpg\" alt=\"Jemen7\" width=\"610\" height=\"425\" srcset=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Jemen7.jpg 610w, https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Jemen7-300x209.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 610px) 100vw, 610px\" \/><\/a><\/p>\n<p class=\"western\"><em>Abb. 8: Bev\u00f6lkerungswachstum im Jemen<\/em><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Jemen8.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-48268\" src=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Jemen8.jpg\" alt=\"Jemen8\" width=\"1346\" height=\"801\" srcset=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Jemen8.jpg 1346w, https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Jemen8-300x179.jpg 300w, https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Jemen8-768x457.jpg 768w, https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Jemen8-1024x609.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 1346px) 100vw, 1346px\" \/><\/a><\/p>\n<p class=\"western\">Heute verf\u00fcgt der Jemen \u00fcber gro\u00dfe menschliche Ressourcen, denn die Bev\u00f6lkerungspyramide (<i>Abbildung 7<\/i>) zeigt ein sehr junges Land mit einem erstaunlichen mittleren Durchschnittsalter von 19,2 Jahren 2015, das bis 2050 auf 29 Jahre ansteigen soll (<i>Abbildung 8<\/i>). Eine solche junge Gesellschaft hat ein gro\u00dfes Entwicklungspotential in der Zukunft, wenn es umfassende und langfristige Visionen und Wirtschaftspl\u00e4ne gibt. Jemen verf\u00fcgt auch \u00fcber reichliche Rohstoffe und ein vielf\u00e4ltiges Klima, das eine integrierte agro-industrielle Entwicklung beg\u00fcnstigt.<\/p>\n<p class=\"western\">Was im Jemen fehlt, ist das, was der amerikanische \u00d6konom Lyndon LaRouche die \u201eWirtschaftsplattform\u201c grundlegender Infrastruktur nennt, um all diese Ressourcen auf ein h\u00f6heres Produktivit\u00e4tsniveau zu heben und ihr Potential umzusetzen.<\/p>\n<p class=\"western\">Politische Umkehr: 1. Finanzrekonstruktion<\/p>\n<p class=\"western\">Der Wiederaufbau- und Entwicklungsplan wird beginnen, wie im Bericht vorgeschlagen, indem der amtierende Pr\u00e4sident in Sanaa noch vor Vereinbarung eines Waffenstillstands eine \u00f6ffentliche Erkl\u00e4rung abgibt und mitteilt, da\u00df die Regierung der Republik Jemen beabsichtigt, einen Wiederaufbauproze\u00df und einen Entwicklungsplan f\u00fcr das Land einzuleiten. Er definiert die vorrangigen Projekte und Ziele des Plans, angefangen mit dem sofortigen Aktionsplan zum Wiederaufbau der zerst\u00f6rten Infrastruktur und der Bereitstellung sofortiger Nahrungsmittel- und medizinischer Hilfe, wobei befreundete Staaten eingeladen werden, sich an Infrastrukturprojekten zu beteiligen und die zuk\u00fcnftige Beziehung zur Belt and Road Initiative zu definieren. Unmittelbar im Anschlu\u00df daran wird er in der gleichen Erkl\u00e4rung die Einrichtung einer nationalen Wiederaufbau- und Entwicklungsbank ank\u00fcndigen, um den ganzen Proze\u00df zu finanzieren.<\/p>\n<p class=\"western\">Damit der Jemen nach dem Krieg eine wirklich unabh\u00e4ngige und souver\u00e4ne Nation wird, mu\u00df er \u00fcber einen eigenen Kreditsch\u00f6pfungsmechanismus verf\u00fcgen. Der Wiederaufbau- und Entwicklungsproze\u00df erfordert die Einrichtung einer nationalen Entwicklungsbank, um die nationalen Projekte in Infrastruktur, Landwirtschaft und Industrie zu finanzieren (im Bericht hypothetisch \u201eDie Jemenitische Nationalbank f\u00fcr Wiederaufbau und Entwicklung\u201c, JNBWE, genannt). Diese Bank wird alle Kredite vergeben, die f\u00fcr den Wiederaufbauproze\u00df erforderlich sind, ausgef\u00fchrt von einheimischen Unternehmen mit eigenen Ressourcen, au\u00dferhalb und jenseits des Staatshaushaltes. Dieses \u201enationale Kreditsystem\u201c hat seinen Ursprung in den Ideen des ersten amerikanischen Finanzministers Alexander Hamilton, der in der jungen amerikanischen Republik die Erste Amerikanische Nationalbank gr\u00fcndete.<\/p>\n<p class=\"western\">Die weitere zus\u00e4tzliche Finanzierungsquelle f\u00fcr Wiederaufbau- und Entwicklungsprojekte &#8211; besonders solche, die ausl\u00e4ndische Technologien, Maschinen und Fremdfirmen erfordern &#8211; sind Exportkreditvereinbarungen mit L\u00e4ndern, deren Unternehmen die notwendigen Materialien und Technologien f\u00fcr die Entwicklungsprojekte beschaffen. Ein sehr gutes Beispiel aus dem Jemen selbst hierf\u00fcr ist das China-Jemen-Abkommen von 2013, um das Container-Erweiterungsprojekt in Aden zu finanzieren. Das Projekt sollte von einer chinesischen Firma ausgef\u00fchrt werden, und die Kosten von 500 Mio. Dollar sollten \u00fcber einen Kredit der chinesischen Exim-Bank an die jemenitische Regierung finanziert werden. Das Projekt kam jedoch aufgrund der sich verschlechternden Sicherheitslage 2014 nicht zustande. Mit dem Projekt w\u00e4re das Containerterminal von Aden zu einer der gr\u00f6\u00dften Hafenanlagen im westlichen Indischen Ozean geworden. Das Abkommen wurde 2013 unterzeichnet, ein Monat, nachdem Pr\u00e4sident Xi Jinping das Konzept der Maritimen Seidenstra\u00dfe des 21. Jahrhunderts verk\u00fcndet hatte, wobei Aden und andere jemenitische H\u00e4fen ein wichtiger Bestandteil dieses globalen Projekts geworden w\u00e4ren.<\/p>\n<p class=\"western\">2. Die jemenitischen Entwicklungskorridore<\/p>\n<p class=\"western\"><a href=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Jemen9.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-48278\" src=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Jemen9.jpg\" alt=\"Jemen9\" width=\"1752\" height=\"1090\" srcset=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Jemen9.jpg 1752w, https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Jemen9-300x187.jpg 300w, https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Jemen9-768x478.jpg 768w, https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Jemen9-1024x637.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 1752px) 100vw, 1752px\" \/><\/a><\/p>\n<p class=\"western\"><em>Abb. 9: Entwicklungskorridore des Jemen<\/em><\/p>\n<p class=\"western\">Ein wichtiger Bestandteil des in dem Bericht vorgeschlagenen Entwicklungsplans ist der Bau des \u201eJemenitischen Entwicklungskorridors\u201c (<i>Abbildung 9<\/i>). Basierend auf LaRouches Konzept des \u201eEntwicklungskorridors\u201c entwirft der Bericht den \u201eJemenitischen Entwicklungskorridor\u201c mit dem Nord-S\u00fcd-Korridor Saada-Aden als \u201eR\u00fcckgrat\u201c, wobei die Ost-West-Erweiterungen davon die \u201eGliedma\u00dfen\u201c des nationalen Entwicklungsprojekts und internationaler Anbindungen sind.<\/p>\n<p class=\"western\">Drei Faktoren gingen in die Definition der Routen der Korridore ein:<\/p>\n<p class=\"western\"><a href=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Jemen10.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-48288\" src=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Jemen10.jpg\" alt=\"Jemen10\" width=\"520\" height=\"328\" srcset=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Jemen10.jpg 520w, https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Jemen10-300x189.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 520px) 100vw, 520px\" \/><\/a><\/p>\n<p class=\"western\"><em>Abb. 10: Bev\u00f6lkerungsdichte<\/em><\/p>\n<p class=\"western\"><a href=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Jemen11.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-48298\" src=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Jemen11.jpg\" alt=\"Jemen11\" width=\"945\" height=\"627\" srcset=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Jemen11.jpg 945w, https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Jemen11-300x199.jpg 300w, https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Jemen11-768x510.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 945px) 100vw, 945px\" \/><\/a><\/p>\n<p class=\"western\"><em>Abb. 11: Landwirtschaft im Jemen<\/em><\/p>\n<p class=\"western\"><a href=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Jemen12.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-48308\" src=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Jemen12.jpg\" alt=\"Jemen12\" width=\"318\" height=\"318\" srcset=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Jemen12.jpg 318w, https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Jemen12-150x150.jpg 150w, https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Jemen12-300x300.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 318px) 100vw, 318px\" \/><\/a><\/p>\n<p class=\"western\"><em>Abb. 12: Niederschl\u00e4ge im Jemen<\/em><\/p>\n<p class=\"western\"><a href=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Jemen13.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-48318\" src=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Jemen13.jpg\" alt=\"Jemen13\" width=\"1280\" height=\"906\" srcset=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Jemen13.jpg 1280w, https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Jemen13-300x212.jpg 300w, https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Jemen13-768x544.jpg 768w, https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Jemen13-1024x725.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 1280px) 100vw, 1280px\" \/><\/a><\/p>\n<p class=\"western\"><em>Abb. 13: Konzentration der Rohstoffe<\/em><\/p>\n<p class=\"western\">1. Die derzeitige Verteilung der Bev\u00f6lkerungsdichte (<i>Abbildung 10<\/i>), bestehende Agraraktivit\u00e4ten (<i>Abbildung 11<\/i>), verf\u00fcgbare Wasserressourcen und Niederschl\u00e4ge (<i>Abbildung 12<\/i>) sowie die Konzentrationen von Mineralvorkommen (<i>Abbildung 13<\/i>).<\/p>\n<p class=\"western\">2. Die notwendige Diversifikation der demographischen Verteilung und des zuk\u00fcnftigen Wachstums zur Westk\u00fcste und das \u00f6stliche Plateau, wobei beide Regionen ein ungenutztes agro-industrielles Potential repr\u00e4sentieren, vor allem im Bereich der kommerziellen Landwirtschaft und dem Getreideanbau, um die Abh\u00e4ngigkeit von Getreideimporten zu reduzieren und sp\u00e4ter ganz abzuschaffen.<\/p>\n<p class=\"western\">3. Die Verbindung zur Belt-and-Road-Initiative, zu Land nach Oman und \u00fcber die Stra\u00dfe von Hormus nach Iran und Asien, sowie nach Westen \u00fcber eine Tunnel- oder Br\u00fcckenverbindung nach Dschibuti und Afrika. Die andere Verbindung zur BRI geht \u00fcber die Haupth\u00e4fen von Aden, Al-Hudaidah und Mokha, wo neben G\u00fcterumschlag und Logistik neue Industrieparks entstehen k\u00f6nnen, die von den nahen internationalen Handelsrouten und den lokal reichen Menschen- und Naturressourcen profitieren.<\/p>\n<p class=\"western\">Der Bericht erw\u00e4hnt die gewaltigen Entwicklungen, die aufgrund unterschiedlicher Initiativen der BRI und Chinas im Umfeld des Jemen stattgefunden haben, z.B. die Eisenbahn Dschibuti-Addis Abeba, die Eisenbahn Mombasa-Nairobi und der Korridor Lamu Port-S\u00fcdsudan-\u00c4thiopien sowie viele weitere Projekte, die Ostafrika in eine der am schnellsten wachsenden Regionen verwandeln. Das ist ein gro\u00dfer Vorteil f\u00fcr den Jemen, der diese Region als gro\u00dfen Markt und sich selbst als gro\u00dfes Logistikkreuz betrachten sollte.<\/p>\n<p class=\"western\">\u00d6stlich von Jemen, in Oman, hat die von China initiierte Asiatische Infrastruktur-Investitionsbank (AIIB) bereits die Machbarkeitsstudien und erste Arbeiten an einem omanischen Eisenbahnnetz finanziert, das sich von der Stra\u00dfe von Hormus zur Grenze zum Jemen erstreckt, sowie von neuen H\u00e4fen und Industrieparks an der K\u00fcste des Arabischen Meers.<\/p>\n<p class=\"western\">Ein interessanter Aspekt der Entwicklung, die in Jemens Nachbarl\u00e4ndern wie \u00c4thiopien stattfindet, ist die \u00c4hnlichkeit der Topographie, der Demographie und der wirtschaftlich\/finanziellen Bedingungen. Jemenitische Politiker finden dort bestehende Beispiele \u00e4hnlicher Infrastrukturprojekte, an denen sie die Vorteile, Schwierigkeiten, technische Aspekte und die Finanzierung untersuchen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"western\"><a href=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/jemen12.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-48328\" src=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/jemen12.jpg\" alt=\"jemen12\" width=\"600\" height=\"338\" srcset=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/jemen12.jpg 600w, https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/jemen12-300x169.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/p>\n<p class=\"western\"><em>Abb. 14: Topographie des Horns von Afrika<\/em><\/p>\n<p class=\"western\">Ich w\u00e4hlte ein Beispiel, um dies mit dem vorgeschlagenen Nord-S\u00fcd-Korridor Saada-Aden zu vergleichen. Das ist die \u00e4thiopische Bahnstrecke Mekele-Weldiya-Awash, die derzeit im Bau ist (<i>Abbildung 14<\/i>). Die Bahnstrecke ist 622 km lang (im Vergleich zu dem Projektvorschlag im Jemen von 607 km), und die physischen Merkmale der Strecke sind erstaunlich \u00e4hnlich. Beide m\u00fcssen Berggegenden von 800 m auf \u00fcber 2300 m \u00fc.d.M \u00fcberwinden. F\u00fcr die \u00e4thiopische Bahnstrecke m\u00fcssen 31 Tunnel von einer Gesamtl\u00e4nge von 20 km, 140 Br\u00fccken (mit einer Gesamtl\u00e4nge von 20 km) und 1300 Abzugskan\u00e4le (mit einer Gesamtl\u00e4nge von 40 km) gebaut werden. Die Gesamtkosten beider Abschnitte der Eisenbahn sind 4 Mrd. US-Dollar. Der \u00e4thiopische Staat finanzierte intern den ersten Abschnitt mit 1,5 Mrd. Dollar, und 2,5 Mrd. Dollar wurden \u00fcber Exportkredite durch die chinesische und t\u00fcrkische Exim-Bank sowie \u00fcber \u00f6sterreichische und schwedische Auslandskreditfazilit\u00e4ten bereitgestellt. Weitere Projekte betreffen die Wasser- und Energieversorgung, Landwirtschaft, Industriebetriebe, Industrieparks, Logistikzentren usw.<\/p>\n<p class=\"western\"><strong>Schlu\u00df: Die Grundlage eines dauerhaften Friedens<\/strong><\/p>\n<p class=\"western\">Auf dem Seminar am 6. Juni in Sanaa habe ich vorgeschlagen, da\u00df die dortige Regierung diesen Plan zu einem wesentlichen Bestandteil jeglicher Friedens- und Vers\u00f6hnungsgespr\u00e4che zwischen den verschiedenen kriegf\u00fchrenden Parteien im Jemen macht, auf den man sich im Voraus einigt, da\u00df es getan werden mu\u00df, wenn wir Frieden haben wollen.<\/p>\n<p class=\"western\">Wie ich schon in dem Bericht sage: Wir wollen den Jemen nicht so wieder aufbauen, wie er vor dem Krieg war. Denn vor dem Krieg war der Jemen, wie Sie sich erinnern werden, \u201edas \u00e4rmste Land der Region\u201c. Es ist also nicht unsere Absicht, den Jemen dorthin zu bringen, wo er war; wir wollen den Jemen f\u00fcr die Zukunft transformieren.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"tab-content\">\n<div class=\"big-title\">\n<div class=\"bar\"><\/div>\n<h2>Panel III<\/h2>\n<p class=\"sub-title-empty\">&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"small-title\">\n<h3><strong>Die Zukunft der europ\u00e4ischen Nationen<\/strong><\/h3>\n<div class=\"long-bar\"><\/div>\n<\/div>\n<p>Den dritten Abschnitt der Konferenz am Sonntagvormittag bildete eine optimistische und enthusiastische Diskussion \u00fcber die notwendigen Reformen und \u00c4nderungen, die notwendig sind, wenn Europa sich an der \u201eWin-Win\u201c-Diplomatie und der wirtschaftlichen Entwicklung des Neuen Paradigmas beteiligen soll.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" width=\"960\" height=\"540\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/aC1KwHEBbIY?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"autoplay; encrypted-media\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p><strong>Jacques Cheminade<\/strong>, Pr\u00e4sident der Partei Solidarit\u00e9 et Progr\u00e8s und dreifacher Kandidat f\u00fcr das Amt des franz\u00f6sischen Staatspr\u00e4sidenten, er\u00f6ffnete die Runde mit der Herausforderung, da\u00df Europa wieder zu der Idee zur\u00fcckkehren m\u00fcsse, etwas zur \u201emenschlichen Zivilisation\u201c beizutragen. Europa habe sich dem Empire der Londoner City und der Wall Street unterworfen, das die Nationen Europas und ihre Nachbarn in Afrika und im Nahen Osten zerst\u00f6re. Das Scheitern des EU-Gipfels am 28.\/29.6. im Umgang mit der Fl\u00fcchtlingskrise beruhe darauf, da\u00df die EU-Politik \u201ekeinen wirklichen Wohlstand erzeugt, sie erzeugt keine Kinder und sie begr\u00fc\u00dft keine Ausl\u00e4nder, weil sie die Regeln des Nullsummen-Universums akzeptiert\u201c. Wie k\u00f6nne man unter diesen Umst\u00e4nden moralisch und kulturell optimistisch sein? Dazu brauche man ein \u201eneues Modell der Beziehungen zwischen den gro\u00dfen M\u00e4chten \u2013 das Modell der Neuen Seidenstra\u00dfe\u201c. Aber anstatt das harmonische Modell der Seidenstra\u00dfe zu betrachten, laufe Europa Gefahr, \u201eaus Mangel an Kreativit\u00e4t im Nichts zu verschwinden\u201c. Das k\u00f6nne verhindert werden, wenn man die besten Traditionen der europ\u00e4ischen Kultur wiederbelebe.<\/p>\n<div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Die deutsche \u00dcbersetzung seiner Rede finden Sie hier.<\/span><\/a><\/p>\n<div class=\"toggle-content\">\n<div class=\"small-title\">\n<h3>Europas Zukunft darf die Neuen Seidenstra\u00dfen und die Weltlandbr\u00fccke nicht ausgrenzen<\/h3>\n<div class=\"long-bar\"><\/div>\n<\/div>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Wir sollten Klartext reden. Die Europ\u00e4ische Union ist zu einem Schatten auf zwei Beinen, einem moralischen Leichnam geworden. Auf Italienisch spricht man vielleicht von \u201eeinem sprechenden Toten\u201c. Doch es w\u00e4re selbstzerst\u00f6rerisch, dar\u00fcber in einen Zustand verbissener Schadenfreude zu verfallen, in die Bequemlichkeit der Selbstanklage. Angesichts des Britischen Empire ist Pessimismus unser Hauptfeind, weil er unseren Willen l\u00e4hmt. Jenseits aller Kritik existiert die Idee und der Beitrag Europas zur menschlichen Zivilisation, was mit der Europ\u00e4ischen Union rein gar nichts zu tun hat. Denn diese Idee ist das Europa der Nationen, eine Vielheit, die ein Einziges hervorgebracht hat, einen unsterblichen Beitrag zur Menschheit, den die Welt braucht.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"en-GB\"><span lang=\"de-DE\">Unsere Aufgabe ist es, dieses Europa aus seinem gegenw\u00e4rtigen Alptraum wachzur\u00fctteln, es aus dem Tal der Ahnungslosen, wo es stagniert, herauszuholen und zu einem neuen Leuchtturm der Hoffnung zu machen, der den neuen Seidenstra\u00dfen Licht spendet. De Gaulle scheute sich nicht, es so zu formulieren: Frankreich, <\/span><span lang=\"de-DE\"><i>La France<\/i><\/span><span lang=\"de-DE\">, die Prinzessin der Mythen, mu\u00df mobilisiert werden, um die europ\u00e4ische Kathedrale zu bauen. Aber eine Kathedrale ist, im konkreten wie im \u00fcbertragenen Sinne, nichts Selbstgen\u00fcgsames, sondern ein Orientierungspunkt f\u00fcr alle Au\u00dfenstehenden und ein Ort des Denkens, Betens und harten Arbeitens f\u00fcr eine bessere Welt f\u00fcr alle, die kommen.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Davon sind wir noch weit entfernt, aber wegen der Weltlage und wegen unserer eigenen Lage d\u00fcrfen wir nicht verlieren. Um zu gewinnen, m\u00fcssen wir zun\u00e4chst nach innen schauen, von oben herab, und die Gewissensfrage stellen &#8211; eine freudige Gewissensfrage, denn wenn wir \u00fcber unseren gegenw\u00e4rtigen Geisteszustand zu den notwendigen h\u00f6heren Zust\u00e4nden hinauswachsen, wird uns das von den Fesseln der Ohnmacht befreien und uns unsere Selbstachtung zur\u00fcckgeben.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Verpflichten wir uns also dazu, uns aus dem Schlamm unseres europ\u00e4ischen Waterloo zu erheben. Seit \u00fcber drei\u00dfig Jahren haben unsere Staatsf\u00fchrer weder auf die Forderungen ihrer V\u00f6lker reagiert noch haben sie sich den Herausforderungen der internationalen Lage gewachsen gezeigt. Als Resultat verweigern wir Europ\u00e4er uns dem Wandel und befinden uns in einem Proze\u00df der Balkanisierung, der Aufl\u00f6sung unserer Identit\u00e4t. Wir haben uns der Londoner City und der Wall Street unterworfen, lassen sie uns und unsere Nachbarn in Afrika und dem Nahen Osten ruinieren und geben dann den Menschen, die aus den durch unsere Politik ruinierten Gegenden fliehen, die Schuld an unserer Not und und unserem Ungl\u00fcck.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Welche Heuchelei! Beim letzten Europ\u00e4ischen Rat am 28. und 29. Juni reduzierten unsere ma\u00dfgeblichen Politiker die Fl\u00fcchtlingsfrage zu einem Ding an sich und versuchten ihren Partnern zuzuschieben, was alle als Last betrachten, ohne die geringste Absicht einer auch nur minimalen Solidarit\u00e4t. Einige wollen die Fl\u00fcchtlinge zur Kontrolle in \u201eHotspots\u201c in europ\u00e4ischen L\u00e4ndern sammeln, andere wollen das Problem vertraglich in die L\u00e4nder verlagern, aus denen sie kommen. Keiner ist f\u00e4hig, sich etwas anderes als \u201eHotspots\u201c auszudenken &#8211; die nichts anderes sind als Lager zur menschlichen Triage -, anstatt sich um die wirklichen Gr\u00fcnde von Migrationen zu k\u00fcmmern. Unsere Staatsf\u00fchrer werfen einander Statistiken und Zahlen an den Kopf und reduzieren damit Menschenleben zu Buchhaltungsgr\u00f6\u00dfen. Italien mu\u00dfte Ende 2014 mangels europ\u00e4ischer Unterst\u00fctzung die Seenotrettungsoperation \u201eMare Nostrum\u201c aufgeben, was die relativ beste, von einem Staat organisierte humanit\u00e4re Operation gewesen war. Alles lief dann darauf hinaus, den Job den NGOs aufzuladen, die jetzt als Komplizen der Schmuggler hingestellt werden. Als logische Folge werden jetzt in diesem Zusammenhang H\u00e4fen f\u00fcr Schiffe mit Fl\u00fcchtlingen geschlossen, und alle europ\u00e4ischen Staatsf\u00fchrer m\u00fcssen f\u00fcr die kriminelle Unt\u00e4tigkeit ihrer L\u00e4nder verantwortlich gemacht werden.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Ich habe mich entschieden, diese moralische Frage als erstes anzusprechen, denn eine Union von Staaten, in der kein Mitgliedstaat Migrationsbewegungen als eine Herausforderung ansieht, die nur durch massive Hilfe f\u00fcr die Herkunftsl\u00e4nder zu l\u00f6sen ist, und wo niemand sich angemessen f\u00fcr die Aufnahme der Menschen organisiert, die als Zukunftspotential kommen &#8211; das ist eine Union, die das Mandat des Himmels verloren hat, wie die Chinesen sagen w\u00fcrden.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Alle europ\u00e4ischen Nationen h\u00e4ngen einer geopolitischen Konzeption unseres Planeten an, eines relativ endlichen Universums, einer Art Rettungsboot, das nur begrenzten Raum f\u00fcr eine wachsende Bev\u00f6lkerung hat. Das eben ist das eigentliche Problem der EU: Sie produziert keinen wirklichen Reichtum, sie setzt keine Kinder in die Welt und hei\u00dft keine Ausl\u00e4nder willkommen, weil sie die Herrschaft eines Nullsummen-Universums akzeptiert hat, einer Art Festung Europa, die gegen die Menschen gerichtet ist, aber zuvorkommend gegen\u00fcber Finanzspekulation, mit einem Euro, der daf\u00fcr als \u00dcbertragungsriemen fungiert.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Alle europ\u00e4ischen Reformer und genauso die sogenannten Populisten &#8211; mit einigen wenigen Ausnahmen &#8211; versuchen, ein Problem mit den Mitteln zu l\u00f6sen, die es \u00fcberhaupt erst geschaffen haben. Keiner setzt sich mit der Ursache auseinander &#8211; der Politik des Britischen Empire, der Wall Street und der City.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Macron zeigte an der Sorbonne oder in Griechenland rednerisches Talent, besch\u00e4ftigte sich aber nur mit Worten, nicht mit der Realit\u00e4t. Er ruft zu einer \u201eNeugr\u00fcndung Europas\u201c auf, aber auf der Grundlage des finanziellen Liberalismus. Er war unf\u00e4hig, ein Glass-Steagall-Gesetz zu unterst\u00fctzen, als er als Berater und sp\u00e4ter Finanzminister von Hollande die Gelegenheit dazu hatte, und genauso heute, obwohl zumindest ein Teil der italienischen Minister und viele ihrer Berater es fordern. Macron tut so, als sei er ein \u201eVorsteiger\u201c, aber in Wirklichkeit bettelt er um deutsches Geld, um aufsteigen zu k\u00f6nnen, w\u00e4hrend Angela Merkel mit ihrer Regierung Possen treibt und f\u00fcr Finanzinteressen, die wie die Deutsche Bank alle potentiell bankrott sind, Vertuschungsoperationen unternimmt. Andere wandern in alle m\u00f6glichen Richtungen, ohne eine Vision zu haben. Niemand hat den Mut, weiter als die eigene Nasenspitze zu schauen.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\"><strong>Ein neues optimistisches Modell<\/strong><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Wie k\u00f6nnen wir vor diesem Hintergrund moralisch und kulturell optimistisch sein? Weil es &#8211; wenn wir \u00fcber unseren schrecklichen Zustand hinausschauen &#8211; seit September 2013 eine neue Entwicklung gibt, ein neues Modell f\u00fcr die Beziehungen zwischen den gro\u00dfen M\u00e4chten, das Modell der Neuen Seidenstra\u00dfen. Dieses Modell beruht auf dem Prinzip der unbedingten Achtung der Souver\u00e4nit\u00e4t anderer; es ist eine neue Weltordnung auf der Grundlage von gegenseitigem Vertrauen und Nutzen.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"en-GB\"><span lang=\"de-DE\">Die Absicht, formuliert vom chinesischen Au\u00dfenminister Wang Yi, besteht darin, die \u00fcberholten Konzepte des Kampfes der Kulturen, den Kalten Krieg, zu \u00fcberwinden und \u00fcber das Denken in der Geometrie von Nullsummenspielen oder exklusiven Clubs hinauszugehen. Es ist genau <\/span><span lang=\"de-DE\"><i>das <\/i><\/span><span lang=\"de-DE\">Modell, das uns in Europa heute befl\u00fcgeln sollte.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">W\u00e4hrend seiner Chinareise im Januar sagte Emmanuel Macron in seiner Rede in Xian: \u201eWir haben eine Zeit erreicht, in der Frankreich und China es sich leisten k\u00f6nnen, zusammen zu tr\u00e4umen\u201c; einen Punkt, an dem \u201edie neuen Seidenstra\u00dfen eine kollektive Vorstellung reaktivieren, eine Vorstellung, die man miteinander teilt\u201c.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Das ist sch\u00f6n gesagt, aber typisch f\u00fcr die gegenw\u00e4rtige europ\u00e4ische Herangehensweise versucht er, dieses Momentum innerhalb eines liberalen Finanzmodells zu lokalisieren. Ich w\u00fcrde sagen, das sind die Gef\u00e4ngnisgitter seiner Ideologie. Man hat hier ein klinisches Beispiel der heutigen verfehlten Geistesverfassung Europas: Man versucht, eine Nachtigall in einen K\u00e4fig zu sperren.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"en-GB\"><span lang=\"de-DE\">Dem v\u00f6llig entgegengesetzt ist das chinesische Konzept des<\/span><span lang=\"de-DE\"><i> Tianxia<\/i><\/span><span lang=\"de-DE\"> (\u201eunter dem Himmel\u201c), das von Konfuzius und Menzius weiterentwickelt wurde und das Xi Jinpings Politik inspiriert. Es besagt, da\u00df etwas Neues, das von au\u00dfen kommt, innerlich angenommen werden sollte, mit einer Haltung, die nicht die eines exklusiven Clubs oder eines geschlossenen Ladens ist, der etwas aufnimmt, ohne sich zu \u00e4ndern, sondern mit einer dynamischen Bewegung, wodurch die Bedingungen f\u00fcr einen entwickelteren Grad an Koexistenz geschaffen werden. \u201eBei der Politik handelt es sich nicht, wie einige wohl glauben, um Beherrschung durch Macht, sondern sie ist die Kunst, eine globale Zusammenarbeit zu schaffen.\u201c Sie ist deshalb nicht Gleichf\u00f6rmigkeit oder Beherrschung, sondern das, was in chinesischen philosophischen Begriffen als \u201ePrinzip der Erg\u00e4nzung\u201c bezeichnet wird, und hat die Qualit\u00e4t von Nichtausgrenzung, Verbundenheit und Anziehungskraft. <\/span><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">\u201eAha\u201c, werden einige sagen, \u201eda kommen Sie mit einem Modell aus Asien. Glauben Sie wirklich, es pa\u00dft f\u00fcr Europa?\u201c Die Antwort darauf lautet: Nein, nicht nur Europa, sondern f\u00fcr die ganze Welt!<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"en-GB\"><span lang=\"de-DE\">Warum ich mir dessen so sicher bin? Weil das schon unser gro\u00dfer europ\u00e4ischer Philosoph Leibniz verstanden hat. In seinem Werk <\/span><span lang=\"de-DE\"><i>Novissima Sinica<\/i><\/span><span lang=\"de-DE\"> und in verschiedenen Briefen an befreundete Jesuiten schrieb er, da\u00df das Konzept der \u201esozialen Harmonie\u201c der Chinesen die europ\u00e4ische Kultur bereichern w\u00fcrde!<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Die Gelegenheit dazu wurde verpa\u00dft, von der Feudaloligarchie und den britischen Finanziers sabotiert, doch es hat in unserem Europa Fu\u00dfspuren hinterlassen. Interessanterweise entspricht das \u201ePrinzip der Erg\u00e4nzung\u201c dem Leibnizschen \u201ePrinzip der Vollst\u00e4ndigkeit\u201c: keine zerst\u00f6rerische Gleichmacherei, sondern gegenseitige harmonische Inspiration.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">F\u00fcr den Westen ist es heute offensichtlich schwierig, diese neue Dynamik der Seidenstra\u00dfen zu begreifen. Die Wahrheit ist, da\u00df Europa, wie sich an der Fl\u00fcchtlingsfrage zeigt, in der Falle des alten Paradigmas der Geopolitik und des sogenannten \u201efreien und fairen\u201c Wettbewerbs feststeckt, etwas, das es in Wirklichkeit nie gegeben hat.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"en-GB\"><span lang=\"de-DE\">In einem provokativen Buch mit dem Titel <\/span><span lang=\"de-DE\"><i>Le viol d\u2019Europe<\/i><\/span><span lang=\"de-DE\"> (\u201eDie Vergewaltigung Europas\u201c) beschreibt der franz\u00f6sische Historiker Robert Salais, wie die Europ\u00e4ische Union von Anfang an unter der Doppelherrschaft von Freihandel und, schlimmer noch, finanzieller Liberalisierung stand, die gegen die explizite Konzeption des souver\u00e4nen Nationalstaats gerichtet war.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Das ist mein Punkt: Europa sollte aus diesem finanziellen und ideologischen K\u00e4fig befreit werden, wie am Beispiel Macrons und aller europ\u00e4ischen Staatsf\u00fchrer gezeigt wurde. Man kann sagen, Europa mu\u00df von einer solchen Erbs\u00fcnde befreit werden, die nun zunehmend mit einem rachs\u00fcchtigen Bekehrungseifer verbreitet wird, der dem konfuzianischen und leibnizschen Harmoniebegriff v\u00f6llig entgegengesetzt ist.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Anders ausgedr\u00fcckt: Die Europ\u00e4ische Union ist keine harmonische Union, sondern ein induktives\/deduktives Konstrukt, das auf Codes, Standards und Regeln beruht, die sie \u201eRichtlinien\u201c nennen. Sie ist auf fixen Kategorien gegr\u00fcndet und als solche aus Mangel an Kreativit\u00e4t zur Selbstzerst\u00f6rung, zur Aufl\u00f6sung in ein Nichts verurteilt. Nicht zerst\u00f6rt durch andere, sondern durch ihre eigenen, anti-kreativen Axiome, ihre mentale Abgeschlossenheit. Ich betrachte die heutige Europ\u00e4ische Union als ein unendliches Vieleck (Frankreich bezeichnet sich selbst als Sechseck), das nicht in der Lage ist, zur h\u00f6heren Ordnung des Kreises zu gelangen, wie Cusa es beschrieb. Dabei sieht sich jedes Polygon selbst als die Realit\u00e4t oder gibt vor, der Kreis zu sein; jedes sieht sich als etwas einzelnes, unf\u00e4hig, das h\u00f6here Prinzip der Rotation zu verstehen, das den Kreis \u00fcberhaupt erst erzeugt.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\"><strong>Das beste der europ\u00e4ischen Kultur wiederbeleben<\/strong><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Was mich am meisten emp\u00f6rt, ist die Gegenkultur, die \u00fcberall auf dem Vormarsch ist und menschliche Wahrnehmung und W\u00fcnsche banalisiert, von \u00e4u\u00dferst gewaltt\u00e4tigen Videospielen bis zum Schwachsinn der sogenannten \u201eWeltmusik\u201c. Das schlimmste Beispiel ist, was Macron auf den Stufen des \u00c9lys\u00e9e-Palastes organisierte, um den \u201eMusiktag\u201c am 21. Juni zu feiern. Er, der vorgibt die Philosophie und den Pomp und Reichtum des Hofes zu lieben, lud eine Horde von DJ-Stars ein, die den \u00c9lys\u00e9e-Palast in einen gigantischen Nachtclub verwandelten und solche Zeilen \u201esangen\u201c wie \u201ekomm, komm zum Tanz, du Mutterficker\u201c und \u201ela\u00dft uns dieses Haus niederbrennen von oben nach unten\u201c oder \u201e\u00fcberall Schei\u00dfe, sie leckte mir den Schwanz\u201c usw&#8230; Alle h\u00fcpften nat\u00fcrlich halbnackt herum und gaben vor einer bereits desorientierten Bev\u00f6lkerung das schlimmste Abbild schwarzer Afrikaner ab.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"en-GB\"><span lang=\"de-DE\">Kein Wunder, da\u00df die Konzentrationsspanne der Kinder sinkt und da\u00df die Mehrheit der Erwachsenen &#8211; au\u00dfer ihrer Aufmerksamkeit f\u00fcr diese voyeuristischen Shows &#8211; nicht mehr darauf neugierig ist, wie andere leben. Das geschieht in unserem Europa, in dem die sozialen Bezugspunkte kollabieren &#8211; in einer Gesellschaft, die von denen beherrscht wird, die vorgeben, f\u00fcr die Menschenrechte zu k\u00e4mpfen. Europa hat seine positive Bedeutung verloren, weil die Ideale sozialer Werte verschwinden und es keine Anstrengung f\u00fcr eine bessere Zukunft gibt. Die Leute sehen die Europ\u00e4ische Union und den Euro h\u00f6chstens als einen Schutz vor den anderen, als eine Art gigantisches Kondom, und ganz gewi\u00df nicht als eine <\/span><span lang=\"de-DE\"><i>Ode an die Freude<\/i><\/span><span lang=\"de-DE\">. Man sehe nur Macron, der vorgibt, Europa zu lieben und der Beethovens <\/span><span lang=\"de-DE\"><i>Ode an die Freude<\/i><\/span><span lang=\"de-DE\"> wie eine magische Formel spielt, w\u00e4hrend er gleichzeitig den \u00c9lys\u00e9e-Palast in einen riesigen, verkommenen Nachtclub verwandelt.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"en-GB\"><span lang=\"de-DE\">Noch einmal: Warum bin ich mir trotzdem so sicher, da\u00df Europa tauglich ist f\u00fcr den Anschlu\u00df an das neue Paradigma? Weil, wie das Beispiel Leibniz zeigt, Europa Ressourcen birgt, die wiederbelebt werden k\u00f6nnen und denen Geist eingehaucht werden kann. Europa und die Vereinigten Staaten waren, historisch gesehen, die Anf\u00fchrer einer aktiven Form des Humanismus. Es war der von Helga Zepp-LaRouche so gesch\u00e4tzte Nikolaus von Kues, der erkl\u00e4rte, wie ein menschlicher Geist eine h\u00f6here Ordnung schaffen kann, in der alle Streitigkeiten \u00fcberwunden werden. In seinen Sp\u00e4tschriften bezog er sich darauf als das <\/span><span lang=\"de-DE\"><i>posse facere omnia<\/i><\/span><span lang=\"de-DE\"> oder <\/span><span lang=\"de-DE\"><i>posse ipsum<\/i><\/span><span lang=\"de-DE\">,<\/span><i> <\/i><span lang=\"de-DE\">was der menschliche Geist nicht als einen festen Punkt erkennen kann, sondern nur durch das Werden, den Moment, wenn die menschliche Sch\u00f6pferkraft mit dem Proze\u00df des Universums \u00fcbereinstimmt, so wie wenn das Licht sich in sichtbaren Objekten manifestiert. In solchen Augenblicken ist ein Mensch wirklich, auf kreative Art und Weise menschlich und tr\u00e4gt mit neuen Endeckungen zur Zukunft der menschlichen Gesellschaft bei, jenseits der formalen, etablierten Regeln der Logik, auf einer Stufe, auf der das scheinbar Widerspr\u00fcchliche es nicht l\u00e4nger ist, d.h. auf einer h\u00f6heren Ordnung. Es ist das, was Kues das \u201eIneinanderfallen der Gegens\u00e4tze\u201c nannte, eine Inspiration, in die unbekannte Zukunft zu reichen &#8211; etwas, was die Richtlinien der Europ\u00e4ischen Union verbieten.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"en-GB\"><span lang=\"de-DE\">Deshalb kann man sagen, da\u00df die Europ\u00e4ische Union als Konstrukt das beste der europ\u00e4ischen Kultur vergewaltigt hat, das wiederzubeleben unsere Aufgabe ist. Die h\u00f6here Ordnung des Makrokosmos kann nur bestehen, wenn es die gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche Entwicklung aller Mikrokosmen gibt. Menschen sollten sich zu ihrem Maximum entwickeln und im gegenseitigen Interesse an einer harmonischen Welt handeln. Das ist der Geist des Westf\u00e4lischen Friedens: um Krieg hinter sich zu lassen, mu\u00df man seine Au\u00dfenpolitik auf die Neugier und das Interesse an anderen gr\u00fcnden. Es ist das Prinzip einer wirklichen Republik, und es erg\u00e4nzt sich nicht nur mit <\/span><span lang=\"de-DE\"><i>Tianxia<\/i><\/span><span lang=\"de-DE\">, sondern entspringt aus der gleichen erkenntnism\u00e4\u00dfigen und emotionalen Quelle. Das Prinzip ist \u201eMenschheit zuerst!\u201c, der Einsatz f\u00fcr Menschen wie f\u00fcr Nationen. Wie Schiller sagte: Pflicht und Leidenschaft, Freiheit und Notwendigkeit werden eins.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"en-GB\"><span lang=\"de-DE\">Das schlummert in den Speichern und Vorratskammern unserer Geschichte. Also la\u00dft uns unsere kleinm\u00fctigen Streitereien beenden, la\u00dft uns aufh\u00f6ren, uns wie Kinder auf einem tragischen Spielplatz zu verhalten, und uns unsere philosophischen Klassiker wieder vornehmen, um die des Ostens zu treffen und unsere Inspiration in Lyndon LaRouches <\/span><span lang=\"de-DE\"><i>Die n\u00e4chsten f\u00fcnfzig Jahre der Erde<\/i><\/span><span lang=\"de-DE\"> finden, das 2004 geschrieben wurde, aber in unsere Zukunft hineinreicht. Ich rate auch Rabelais und Heine zu lesen, besonders Rabelais, um die unzul\u00e4ssigen und kriminellen herrschenden M\u00e4chte mit dem Mittel des kreativen Gel\u00e4chters zur\u00fcckzuweisen &#8211; gegen alle Karrieristen und H\u00f6flinge, die die Antworten und Stimmungen hervorw\u00fcrgen, welche die F\u00fcrsten und M\u00e4chte einer selbstzerst\u00f6rerischen Welt erwarten. Glass-Steagall, eine Nationalbank, Kredit f\u00fcr Infrastruktur und Entwicklung, Kernfusion und die noch fortgeschritteneren Beitr\u00e4ge der Wissenschaft: Lyndon LaRouches Vier Gesetze, nicht als Proselytismus, um zu bekehren, sondern als gemeinsame Inspiration, um zusammen zu bauen.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Lassen Sie mich, auf das Gesagte bezogen, mit einem Zitat des Konfuzius enden: \u201eTriffst du einen Mann von hohem Wert, versuche so wie er zu sein; triffst du einen mittelm\u00e4\u00dfigen Mann, versuche seine Unzul\u00e4nglichkeiten in dir selbst zu erkennen.\u201c Das ist eines der Geheimnisse, das \u201eRen\u201c &#8211; das souver\u00e4ne Gute f\u00fcr den Vorteil des anderen &#8211; zu erreichen, in einer harmonischen Welt der wirkliche B\u00fcrger einer Republik oder einer vollkommeneren Union zu sein, nicht ihrer von selbstzufriedenen Nullen bewohnten Karikatur. Es ist unser Instrument, in die Zukunft zu reichen und Europa wiederzuentdecken als Pfad zur Weltlandbr\u00fccke.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>Auf Cheminade folgte\u00a0<strong>Dr. Hans K\u00f6chler<\/strong>\u00a0(29:17), Professor f\u00fcr Philosophie und Pr\u00e4sident der International Progress Organization (IPO), der \u00fcber \u201eDie Wiederherstellung des V\u00f6lkerrechts\u201c sprach. Warum, sagte er, wurden in der \u00c4ra seit 2003, die von zerst\u00f6rerischen Kriegen und Regimewechseln charakterisiert war, die verantwortlichen Nationen und deren F\u00fchrer nicht zur Verantwortung gezogen? Wenn Rechtsnormen verletzt werden, m\u00fcsse dies geahndet werden. Haben wir heute Normen des V\u00f6lkerrechts, die auch durchgesetzt werden? Die Antwort laute \u201eNein.\u201c In zahlreichen internationalen Dokumenten seien der Einsatz und die Androhung von Gewalt verboten worden, aber das werde nicht durchgesetzt, weil die f\u00fcnf permanenten Mitglieder des Rates Veto einlegen k\u00f6nnen, wenn es darum geht, ihre eigenen aggressiven Akte zu sanktionieren. Das m\u00fcsse korrigiert werden \u2013 und wenn dies nicht m\u00f6glich sei, dann m\u00fcsse man dar\u00fcber nachdenken, die UN durch eine neue Institution abzul\u00f6sen.<\/p>\n<div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Die deutsche \u00dcbersetzung seiner Rede finden Sie hier.<\/span><\/a><\/p>\n<div class=\"toggle-content\">\n<div class=\"small-title\">\n<h3>Die Wiederherstellung des V\u00f6lkerrechts<\/h3>\n<div class=\"long-bar\"><\/div>\n<\/div>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Die dringende Notwendigkeit eines neuen Paradigmas in den internationalen Beziehungen:<br \/>\nEine auf der Entwicklung der Nationen gegr\u00fcndete Friedensordnung<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\"><b>I. Diagnose: Antagonismus zwischen Recht und Realpolitik<\/b><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Bevor die Staatengemeinschaft daran gehen kann, das V\u00f6lkerrecht wiederherzustellen, mu\u00df Klarheit herrschen \u00fcber die Natur des Rechts. In vielen Debatten \u00fcber eine Reform des Systems der internationalen Beziehungen haben Mi\u00dfverst\u00e4ndnisse dar\u00fcber, was eine Rechtsnorm ausmacht, zu falschen Erwartungen und zur Ern\u00fcchterung \u00fcber die Weltordnung insgesamt gef\u00fchrt.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Recht ist ein System von gesellschaftlichen Verhaltensnormen, deren Befolgung &#8211; konsistent und dauerhaft &#8211; vom Staat auf der Grundlage seines <i>Gewaltmonopols<\/i> erzwungen wird.<sup>1<\/sup> Der Begriff \u201eRechtsstaat\u201c bezeichnet ein System, in dem die Normen mithilfe der staatlichen Zwangsgewalt durchgesetzt werden, wobei &#8211; zwecks Vermeidung von Willk\u00fcr &#8211; eine funktionierende Gewaltenteilung (\u201echecks and balances\u201c) entscheidend ist. Generell gilt: Eine Norm ohne Sanktionen ist keine Rechts-, sondern eine <i>Moralnorm<\/i>. Auch wenn Rechtsnormen auf dem moralischen Prinzip des <i>bonum commune<\/i> (Gemeinwohl) gr\u00fcnden sollen, haben sie als solche nicht den Charakter moralischer Gebote. Die <i>differentia specifica<\/i> zwischen Recht und Moralit\u00e4t liegt in der <i>Durchsetzung<\/i>. Eine Verletzung moralischer Normen hat Konsequenzen im idealen (metaphysischen) Bereich. Die \u00dcbertretung rechtlicher Vorschriften hingegen hat Auswirkungen <i>hic et nunc<\/i>, n\u00e4mlich eine Sanktion (Strafe) in der realen Welt.<sup>2<\/sup> Nur letzteres sichert Frieden und Stabilit\u00e4t in einem gegebenen gesellschaftlichen System. Die konsequente Durchsetzung von Normen macht das Wesen des Rechtsstaates aus und ist das Kriterium, das einen legitimen von einem \u201egescheiterten\u201c Staat (\u201efailed state\u201c) unterscheidet. Was die innerstaatliche Rechtsordnung angeht, wird diese Verkn\u00fcpfung von Norm und gesellschaftlicher Wirklichkeit nicht bestritten.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Die entscheidende Frage ist, ob dieses Kriterium auch im Bereich des V\u00f6lkerrechts erf\u00fcllt ist: Gibt es &#8211; <u>widerspruchsfreie<\/u> und <u>wirksame<\/u> &#8211; Regelungen zur Durchsetzung der Normen des zwischenstaatlichen Verhaltens, insbesondere was das Gewaltverbot, den Grundpfeiler des UNO-Systems der internationalen Rechtsstaatlichkeit, betrifft? Die Antwort lautet schlicht und einfach: nein. Gibt es ein System der Gewaltenteilung bez\u00fcglich der gemeinschaftlichen Durchsetzung von Normen &#8211; v.a. f\u00fcr den Bereich der kollektiven Sicherheit? Wiederum lautet die Antwort: nein.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Man mu\u00df zun\u00e4chst die Illusionen \u00fcber das V\u00f6lkerrecht im gegenw\u00e4rtigen System der Vereinten Nationen \u00fcberwinden, bevor man Abhilfe schaffen kann. Wir m\u00fcssen daher die <i>Gr\u00fcnde identifizieren<\/i>, warum das internationale System &#8211; und insbesondere die Organisation der Vereinten Nationen &#8211; die wesentlichen Kriterien f\u00fcr die Herrschaft des Rechts nicht erf\u00fcllt &#8211; und dies vor allem im zentralen Bereich von Frieden und internationaler Sicherheit oder, allgemeiner gesagt, globaler Gerechtigkeit.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Die Symptome sind f\u00fcr jeden offensichtlich. Auch die Ursachen der Dysfunktionalit\u00e4t des V\u00f6lkerrechts sind einfach zu erkennen, werden aber zumeist \u00fcbersehen &#8211; schlicht und einfach deshalb, weil man sozusagen das Kleingedruckte in der UNO-Charta nicht liest. Das gegenw\u00e4rtige System des V\u00f6lkerrechts, wie es in der bisher einzigen universellen zwischenstaatlichen Organisation, den Vereinten Nationen, verk\u00f6rpert ist, war von Anfang an mit M\u00e4ngeln behaftet. Das zeigt sich insbesondere in den folgenden Bestimmungen der Charta \u00fcber Zust\u00e4ndigkeiten und Entscheidungsabl\u00e4ufe, und in den Wechselbeziehungen zwischen diesen beiden Bereichen:<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">1. Die Rechtsdurchsetzung ist allein dem Sicherheitsrat als oberstem Exekutivorgan der Weltorganisation &#8211; das sich nach und nach auch als de facto Legislativgewalt etabliert hat<sup>3<\/sup> &#8211; anvertraut. Nach Kapitel VII der Charta, das die Mechanismen der <i>kollektiven Sicherheit<\/i> umfasst, hat der Sicherheitsrat in allen Fragen, die mit der Einhaltung der zentralen v\u00f6lkerrechtlichen Norm des <i>Gewaltverbotes <\/i>(Artikel 2[4] der UNO-Charta) zusammenh\u00e4ngen, die oberste Autorit\u00e4t. Er steht mit dieser Zust\u00e4ndigkeit auch \u00fcber der nationalen Souver\u00e4nit\u00e4t der Mitgliedsstaaten: Die Entscheidungen des Rates nach Kapitel VII sind f\u00fcr alle Mitgliedstaaten<i> rechtlich bindend<\/i>. Die Zwangsgewalt des Rates ist in dieser Hinsicht praktisch unbegrenzt. Sie reicht von der Verh\u00e4ngung diplomatischer und wirtschaftlicher Sanktionen und der Unterbrechung von Verkehrsverbindungen und aller Arten von Kommunikation bis hin zum Einsatz von Waffengewalt. Die konkreten Ma\u00dfnahmen stehen im freien Ermessen des Rates &#8211; ohne jede Berufungsm\u00f6glichkeit seitens der betroffenen Staaten. (Der Internationale Gerichtshof ist in Angelegenheiten der kollektiven Sicherheit nicht zust\u00e4ndig.)<sup>4<\/sup> Die Durchsetzung der Resolutionen des Sicherheitsrates nach Kapitel VII wird sichergestellt durch die st\u00e4ndige Mitgliedschaft derjenigen L\u00e4nder, die 1945, als die Organisation gegr\u00fcndet wurde, die m\u00e4chtigsten waren. Dies bezieht sich vor allem auf deren milit\u00e4risches Potential. Durch mehrere Jahrzehnte waren diese f\u00fcnf L\u00e4nder (die Vereinigten Staaten, die Sowjetunion [jetzt Ru\u00dfland], China [urspr\u00fcnglich die Republik China auf Taiwan, jetzt die Volksrepublik China], das Vereinigte K\u00f6nigreich und Frankreich) auch die einzigen Nuklearm\u00e4chte. Der Charta zufolge ist ein \u201eGeneralstabsausschu\u00df\u201c (Military Staff Committee) zu bilden, der aus den Generalstabschefs der st\u00e4ndigen Mitglieder besteht und \u201ef\u00fcr die strategische Leitung aller dem Sicherheitsrat zur Verf\u00fcgung gestellten Streitkr\u00e4fte verantwortlich\u201c ist (Artikel 47 [3]). Auch wenn diese spezielle Bestimmung bisher nur auf dem Papier besteht, l\u00e4\u00dft sich daraus deutlich der Grundgedanke der UNO-Doktrin der kollektiven Sicherheit ablesen: n\u00e4mlich, da\u00df in allen Fragen, die mit der Erhaltung oder Wiederherstellung des Friedens und der internationalen Sicherheit zusammenh\u00e4ngen, prim\u00e4r die <u>m\u00e4chtigsten<\/u> L\u00e4nder mit der Durchsetzung der Regeln betraut sind &#8211; auch wenn grunds\u00e4tzlich alle Mitgliedsstaaten des Rates daf\u00fcr gemeinsam und im Namen aller UNO-Mitglieder verantwortlich und zust\u00e4ndig sind (Artikel 24[1]).<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">2. Gleichzeitig sind diese f\u00fcnf Staaten, die vorrangig f\u00fcr die Durchsetzung der Regeln (Normen) zust\u00e4ndig sind, nicht nur <i>de facto<\/i>, sondern auch <i>de jure<\/i> von allen Zwangsma\u00dfnahmen ausgenommen, sollten sie selbst die Regeln verletzen. Die Rechtsnormen (konkret: das Gewaltverbot) gelten faktisch nicht f\u00fcr ihr eigenes au\u00dfenpolitisches Handeln. Dies folgt aus den Bestimmungen des Artikels 27(3) der Charta \u00fcber das Abstimmungsverfahren im Sicherheitsrat. Die Formulierungen sind eindeutig und lassen keinen Interpretationsspielraum zu:<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">(a) Alle Entscheidungen &#8211; au\u00dfer in Verfahrensfragen &#8211; erfordern die Zustimmung der f\u00fcnf st\u00e4ndigen Mitglieder. Das bedeutet, da\u00df der Rat keine Zwangsma\u00dfnahmen beschlie\u00dfen kann, wenn eines der st\u00e4ndigen Mitglieder ein <u>Veto<\/u> einlegt.<sup>5<\/sup><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">(b) Die allgemeine Norm, wonach eine Streitpartei sich der Stimme enthalten mu\u00df &#8211; sozusagen ein Gebot rechtlicher Vernunft &#8211; gilt <u>nicht<\/u> f\u00fcr Entscheidungen des Rates nach Kapitel VII. Das bedeutet, da\u00df ein st\u00e4ndiges Mitglied v\u00f6llig \u201eungestraft\u201c einen Akt der Aggression gegen einen anderen Staat begehen kann. Dieses Mitglied kann jede gegen seine eigene Aggression gerichtete Zwangsma\u00dfnahme des Sicherheitsrates mit seinem Veto verhindern. Die Folgen k\u00f6nnen mit keiner wie immer gearteten rechtlichen Interpretation sch\u00f6ngeredet werden: <i>Das v\u00f6lkerrechtliche Gewaltverbot gilt faktisch nicht f\u00fcr die st\u00e4ndigen Mitglieder. <\/i><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">(c) In diesem statutarischen Rahmen gibt es keinerlei Gewaltenteilung. Es gibt kein Verfassungsgericht der Vereinten Nationen, das \u00fcber Zwangsentscheidungen des Sicherheitsrates urteilen k\u00f6nnte. (Wie schon erl\u00e4utert, ist der Internationale Gerichtshof daf\u00fcr nicht zust\u00e4ndig.) Es gibt auch keine legislative Instanz, die vom Sicherheitsrat unabh\u00e4ngig w\u00e4re. Die UNO-Vollversammlung ist kein Parlament mit gesetzgeberischen Vollmachten, sondern ein beratendes Gremium, das lediglich Empfehlungen aussprechen kann und in Fragen von Frieden und Sicherheit sogar diese bescheidene Kompetenz nicht wahrnehmen darf, solange der Sicherheitsrat in einer Streitigkeit oder Situation die ihm zugewiesene Aufgabe wahrnimmt (Artikel 12 der Charta).<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Diese Regelungen bedeuten schlicht und einfach, da\u00df in der Charta der Vereinten Nationen <i>Macht vor Recht geht<\/i>. Von den Vereinten Nationen ist also genau dann nichts zu erwarten, wenn ein st\u00e4ndiges Mitglied an einem Streit beteiligt oder selbst der Aggressor ist. Was den Frieden und die internationale Sicherheit anlangt, arbeitet die Weltorganisation, die sich selbst als Garant der internationalen Herrschaft des Rechts versteht, tats\u00e4chlich auf der Grundlage des <i>Machtprinzips<\/i>. Darin liegt sozusagen der Konstruktionsfehler des V\u00f6lkerrechts seit der Gr\u00fcndung der Weltorganisation. <i>Es kann kein Recht geben, wenn es kein System widerspruchsfreier Regeln zur Durchsetzung des Rechtes gibt.<\/i> Eine Politik des Messens mit zweierlei Ma\u00df zugunsten der m\u00e4chtigsten Mitgliedsstaaten, wie sie in der Charta festgeschrieben ist, ist ein Affront gegen\u00fcber der V\u00f6lkergemeinschaft und macht die Hervorhebung der \u201esouver\u00e4nen Gleichheit\u201c aller Mitgliedstaaten als \u201eGrundsatz\u201c (Principle) der Vereinten Nationen (Artikel 2[1]) zur Farce.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Zusammengefa\u00dft: Die Vereinten Nationen sind aus zwei einfachen Gr\u00fcnden <i>ineffizient<\/i> und <i>dysfunktional<\/i>:<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">a. weil das m\u00e4chtigste Land \/ die m\u00e4chtigsten L\u00e4nder (die st\u00e4ndigen Mitglieder) aus verfahrens<u>rechtlichen<\/u> Gr\u00fcnden im Falle ihrer eigenen \u00dcbertretungen nichts zu bef\u00fcrchten haben;<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">b. weil die st\u00e4rksten Akteure gerade aufgrund ihrer Macht, gesch\u00fctzt durch das Vetoprivileg, die Rechte und Interessen der anderen auch <u>realpolitisch<\/u> nicht ber\u00fccksichtigen m\u00fcssen.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Aus der mi\u00dflichen Lage, in welche das Abstimmungsverfahren (siehe oben Punkt [a]) die Organisation gebracht hat, gibt es keinen Ausweg, solange der \u201eSelbstimmunisierungsmechanismus\u201c, den die Gr\u00fcnderstaaten der UNO &#8211; n\u00e4mlich die st\u00e4ndigen Mitglieder (mit Ausnahme Frankreichs) &#8211; in die Charta \u201eeingebaut\u201c haben, in Kraft ist: Gem\u00e4\u00df Artikel 108 kann nicht einmal ein Komma in der Charta ge\u00e4ndert werden, wenn die f\u00fcnf st\u00e4ndigen Mitglieder nicht zustimmen.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Unter diesen Voraussetzungen m\u00fcssen Appelle an die Gro\u00dfm\u00e4chte, sich bei der Aus\u00fcbung ihres Vetorechts zur\u00fcckzuhalten, wirkungslos bleiben. Was allein diese Staaten von der Notwendigkeit zur Zur\u00fcckhaltung \u00fcberzeugen k\u00f6nnte, ist ein <i>Machtgleichgewicht<\/i> zwischen denen, die \u00fcber das Vetoprivileg verf\u00fcgen, also den st\u00e4ndigen Mitgliedern. In gewissem Ma\u00dfe existierte eine solche Konstellation in den Anfangsjahren der Vereinten Nationen. Im Verlauf des Kalten Krieges wandelte sie sich zu einem bipolaren Gleichgewicht zwischen den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion. Die beiden seinerzeitigen Superm\u00e4chte hielten sich gegenseitig in Schach, was bedeutete, da\u00df es f\u00fcr jeden von ihnen praktisch unm\u00f6glich war, den Sicherheitsrat <i>einseitig<\/i> f\u00fcr die eigenen Ziele zu nutzen.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Die Wahrheit ist schlicht und einfach: Wenn es keine rechtliche (konstitutionelle) <i>Gewaltenteilung<\/i> gibt, verlagert sich die M\u00f6glichkeit, die Willk\u00fcr der Machtaus\u00fcbung zu begrenzen, auf die Ebene der Realpolitik: es geht um die Herausbildung eines <i>Machtg<\/i><i>leichgewichtes<\/i>, sei es multipolar oder bipolar. Mit dem Ende des Kalten Krieges verlor jedoch dieses \u201eKorrektiv der Machtpolitik\u201c pl\u00f6tzlich seine Wirkung. Die Vereinigten Staaten als <i>einzige verbliebene Supermacht<\/i> sahen sich nunmehr in der Lage, nicht nur rechtlich, sondern auch realpolitisch vollkommen \u201estraflos\u201c zu agieren &#8211; ohne nachteilige Konsequenzen aus Verst\u00f6\u00dfen gegen die UNO-Charta bef\u00fcrchten zu m\u00fcssen -, wie sich in wiederholten Verletzungen des Gewaltverbotes u.a. im Kosovo-Krieg 1999 und im Irak-Krieg 2003 zeigte.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Angesichts dieser Umst\u00e4nde besteht gegenw\u00e4rtig die einzige Hoffnung auf einen Wandel in der schrittweisen Herausbildung eines neuen weltweiten Machtgleichgewichtes. Wie sich an der Kooperation der BRICS-Staaten (Brasilien, Ru\u00dfland, Indien, China, S\u00fcdafrika) und an der Gr\u00fcndung neuer regionaler Organisationen zeigt, wird dieses Gleichgewicht wahrscheinlich multipolar sein. Diese \u201eglobale Neupositionierung\u201c, um einen Begriff des verstorbenen Zbigniew Brzezinski zu verwenden,<sup>6<\/sup> wird aber wohl ein langfristiger Proze\u00df sein.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\"><b>II. Die Wiederherstellung des V\u00f6lkerrechts<\/b><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">In den Jahrzehnten seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde offensichtlich, da\u00df das V\u00f6lkerrecht nur unter der Voraussetzung eines nicht blo\u00df <i>satzungsm\u00e4\u00dfigen<\/i>, sondern auch <i>realen<\/i> Machtgleichgewichtes existieren kann. Der Organisation der Vereinten Nationen in ihrer gegenw\u00e4rtigen Form mangelt es selbst an den grundlegendsten Verfahrensregeln zu einer <i>konsistenten<\/i> und <i>konsequenten<\/i> Durchsetzung des V\u00f6lkerrechts. Es gibt nun einmal kein Recht ohne eindeutige und pr\u00e4zise Mechanismen der Rechtsdurchsetzung. Wenn diese fehlen, herrscht das \u201eGesetz des Dschungels\u201c. Dies war von Anfang an auch das Problem der sogenannten \u201eNeuen Weltordnung\u201c, wie sie vom Pr\u00e4sidenten der einzig verbliebenen Supermacht nach dem Ende des Machtgleichgewichtes des Kalten Krieges proklamiert wurde.<sup>7<\/sup> Tats\u00e4chlich ist es so, da\u00df sich unter den Bedingungen der heutigen Realpolitik die \u201einternationale Herrschaft des Rechts\u201c (international rule of law) &#8211; ein feierlich verk\u00fcndetes Ziel der Vereinten Nationen &#8211; immer mehr verfl\u00fcchtigt hat.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Die <u>Wiederherstellung<\/u> des V\u00f6lkerrechts wird nur m\u00f6glich sein, wenn folgende Voraussetzungen zutreffen bzw. die folgenden Entwicklungen eintreten:<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">a. <b>Machtgleichgewicht:<\/b> Die realpolitischen Tatsachen m\u00fcssen zur Kenntnis genommen werden. Wenn es um die Wiederbelebung des internationalen Rechtssystems geht, wird daher die Herausbildung einer neuen <i>multipolaren<\/i> Ordnung von entscheidender Bedeutung sein. Nur wenn die Arroganz der Macht wirksam durch die Macht der anderen eingeschr\u00e4nkt ist (d.h., wenn ein Machtgleichgewicht zwischen den Gro\u00dfm\u00e4chten besteht), wird es eine realistische Chance geben, da\u00df sich die Staaten \u201ean die Spielregeln halten\u201c. Eine solche Entwicklung k\u00f6nnte dann auch kleineren und schw\u00e4cheren Staaten im globalen Konzert der M\u00e4chte einen gewissen Handlungsspielraum er\u00f6ffnen.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">b. <b>Nationale Souver\u00e4nit\u00e4t:<\/b> Die \u201esouver\u00e4ne Gleichheit\u201c der Staaten (Artikel 2[1]),<sup>8<\/sup> einer der zentralen Grunds\u00e4tze der Charta der Vereinten Nationen, darf nicht weiter durch Verfahrensregeln wie das Vetoprivileg von f\u00fcnf namentlich genannten L\u00e4ndern (Artikel 27[3]) kompromittiert werden. Gleichheit vor dem Gesetz als wesentlicher Rechtsgrundsatz hat keine Bedeutung, wenn es einige gibt, die \u201egleicher\u201c sind als die anderen.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">c. <b>UNO-Reform: <\/b>Die Charta der Vereinten Nationen mu\u00df deshalb so reformiert werden, da\u00df ihre grundlegenden Normen durchsetzbar werden. Nur auf diese Weise kann der Begriff der internationalen Herrschaft des Rechts \u00fcberhaupt einen Sinn haben. Vorrangiges Ziel der Reformma\u00dfnahmen m\u00fc\u00dfte daher sein, alle normativen Widerspr\u00fcche in der UNO-Charta zu eliminieren.<sup>9<\/sup> Nur dies kann der Politik des Messens mit zweierlei Ma\u00df ein Ende setzen, f\u00fcr welche die Weltorganisation unr\u00fchmlich bekannt geworden ist.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Die Ma\u00dfnahmen unter (c) m\u00fc\u00dften insbesondere eine Reform des Sicherheitsrates mit einschlie\u00dfen &#8211; sowohl was seine Zusammensetzung als auch was die Abstimmungsregeln betrifft. (Eine solche Reform ist eine notwendige Konsequenz der unter den Punkten [a] und [b] erw\u00e4hnten Voraussetzungen bzw. Entwicklungen.) Die Vetoregelung des Artikels 27(3) w\u00e4re so zu modifizieren, da\u00df das Vetorecht die Erfordernis eines Konsenses zwischen den wichtigen Weltregionen bedeutet. Anstatt die mit diesem Privileg verbundene st\u00e4ndige Mitgliedschaft an die Machtkonstellation einer vergangenen \u00c4ra zu kn\u00fcpfen (mit drei westlichen L\u00e4ndern plus Ru\u00dfland, als Nachfolgestaat der Sowjetunion, und China als den einzigen \u201eNutznie\u00dfern\u201c), sollte die Charta den Begriff der st\u00e4ndigen Mitgliedschaft im Hinblick auf die <i>globalen Regionen<\/i> neu definieren. Dementsprechend sollten nicht bestimmte namentlich genannte Staaten, sondern kollektive K\u00f6rperschaften &#8211; regionale Organisationen wie die Afrikanische Union, die Europ\u00e4ische Union, der Verband S\u00fcdostasiatischer Staaten (ASEAN), etc. &#8211; den Status von st\u00e4ndigen Mitgliedern im Sicherheitsrat erhalten. Jede bindende Entscheidung nach Kapitel VII der Charta w\u00fcrde somit einen Konsens zwischen den Regionen erfordern.<sup>10<\/sup> Dies w\u00e4re nicht nur demokratischer als die bisherige Regelung, sondern es b\u00f6te auch einen zus\u00e4tzlichen Schutz f\u00fcr kleinere und schw\u00e4chere Staaten gegen\u00fcber dem Machtmi\u00dfbrauch der st\u00e4rksten Mitgliedsstaaten.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Vor allem aber m\u00fcssen die Formulierungen der Charta ge\u00e4ndert werden, die es Streitparteien &#8211; insbesondere Staaten, die einen Angriffskrieg f\u00fchren &#8211; gewisserma\u00dfen indirekt erm\u00f6glichen, das Veto dazu zu benutzen, sich selbst zu sch\u00fctzen.<sup>11<\/sup> Dies h\u00e4tte eine enorme \u201ezivilisierende Wirkung\u201c auf diese Staaten, und es w\u00fcrde helfen, das Vertrauen der internationalen Gemeinschaft in die Weltorganisation wiederherzustellen. Ein v\u00f6lkerrechtliches Gewaltverbot ist so lange nicht glaubw\u00fcrdig, als der Aggressor Richter in eigener Sache sein kann.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Die Idee, die dieser l\u00e4ngst \u00fcberf\u00e4lligen Anpassung der Charta an die Welt von heute &#8211; und damit an die Erfordernisse der Demokratie und der Rechtsstaatlichkeit &#8211; zugrunde liegt, ist keineswegs, Strukturen eines <i>Weltstaates<\/i> zu schaffen. Dieser w\u00e4re ein totalit\u00e4rer Kolo\u00df, der die Souver\u00e4nit\u00e4t der bestehenden Staaten v\u00f6llig absorbieren, die kulturelle Vielfalt bedrohen und die Rolle aller internationalen Akteure marginalisieren w\u00fcrde. Hauptziel der Reformma\u00dfnahmen mu\u00df vielmehr sein, ein konsistentes (widerspruchsfreies) System der Entscheidungsfindung und der Koordinierung der Politik zwischen einer Vielzahl souver\u00e4ner Staaten auf der Grundlage der <i>Gegenseitigkeit<\/i> zu schaffen. Dies ist auch der Sinn des Grundsatzes der souver\u00e4nen Gleichheit in der Charta.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Man darf sich allerdings keiner Illusion hingeben: unter den gegenw\u00e4rtigen &#8211; satzungsm\u00e4\u00dfigen wie politischen &#8211; Bedingungen ist das vorhin Skizzierte immer noch ein Traum, denn die Inhaber der Macht und der mit ihr verbundenen Privilegien werden ihre Sonderstellung nicht einfach aufgeben, zumal sie diese mithilfe des Vetos gem\u00e4\u00df Artikel 108 der Charta bequem verteidigen k\u00f6nnen. Allerdings k\u00f6nnte die bereits absehbare Entwicklung einer <i>multipolaren Machtkonstellation<\/i> nach und nach auch diejenigen, die bisher am meisten vom Status quo in der UNO profitiert haben, \u00fcberzeugen, da\u00df ein weiteres Insistieren auf ihren Privilegien letztendlich ihren eigenen nationalen Interessen (einschlie\u00dflich ihrer vitalen wirtschaftlichen Interessen) schadet.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Da sich die Natur des Menschen &#8211; und somit auch des <i>kollektiven Handelns<\/i> &#8211; im Alltag der zwischenstaatlichen Beziehungen nicht \u00e4ndern wird, liegt die einzige Hoffnung auf eine Wiederbelebung des V\u00f6lkerrechts in einer <i>klugen, mit Umsicht gef\u00fchrten Realpolitik<\/i>. Eine Neufassung der Charta der Vereinten Nationen entlang den hier skizzierten Linien wird dazu unerl\u00e4\u00dflich sein. Sollte sich dies als unm\u00f6glich erweisen, wird die Gemeinschaft der V\u00f6lker wohl nicht umhin kommen, \u00fcber einen <i>Neubeginn<\/i> in einem <i>anderen normativen Rahmen<\/i> nachzudenken. Dies w\u00fcrde bedeuten, da\u00df eine Organisation, die das Denken und die Machtkonstellation von 1945 verk\u00f6rpert (n\u00e4mlich die UNO), durch eine <i>Organisation souver\u00e4ner Staaten<\/i> ersetzt wird, deren Satzung auf den Realit\u00e4ten des 21. Jahrhunderts beruht.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Dementsprechend mu\u00df der <u>Wiederherstellung<\/u> des V\u00f6lkerrechts eine <u>Neukonzeption<\/u> (\u201eReinvention\u201c) der Organisation zwischensaatlicher Beziehungen auf der Grundlage der souver\u00e4nen Gleichheit <u>aller<\/u> Staaten &#8211; und nicht nur derjenigen, die zu einem bestimmten Zeitpunkt gerade die m\u00e4chtigsten sind &#8211; vorausgehen.<sup>12<\/sup> Wie stets in der Geschichte besteht die Herausforderung nicht darin, einen Vorschlag zu erarbeiten, sondern wie man den f\u00fcr die Erreichung der Ziele notwendigen Paradigmenwechsel im normativen Rahmen herbeif\u00fchren und so den Abstand zwischen Idee und Wirklichkeit \u00fcberbr\u00fccken kann. Wenn die feierlichen Erkl\u00e4rungen der Pr\u00e4ambel und die Ziele und Grunds\u00e4tze der UNO-Charta mehr sein sollen als blo\u00dfe Ermahnungen, dann darf die Herrschaft des Rechts nicht durch das Diktat der Machtpolitik kompromittiert werden.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\"><em><strong>Fu\u00dfnoten:<\/strong><\/em><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">1. Der Begriff \u201eGewaltmonopol\u201c wurde von Max Weber gepr\u00e4gt: <i>Wirtschaft und Gesellschaft: Grundri\u00df der verstehenden Soziologie<\/i> [1921\/22]. Hrsg. Johannes Winckelmann. 5., rev. Ausgabe. T\u00fcbingen: Mohr, 2009, \u00a7 17 (\u201ePolitischer Verband, Hierokratischer Verband\u201c).<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">2. Hans Kelsen,<i> Reine Rechtslehre<\/i>. (Studienausgabe der 2. Auflage 1960.) Hrsg. M. Jestaedt. T\u00fcbingen\/Wien: Mohr Siebeck \/ Verlag \u00d6sterreich, 2017, Kapitel I\/6\/c: <i>Das Recht als normative Zwangsordnung<\/i>, S. 94ff.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\"><span lang=\"en-US\">3. Zu den Details siehe Hans K\u00f6chler, <\/span><span lang=\"en-US\"><i>The Security Council as Administrator of Justice? Reflections on the Antagonistic Relationship between Power and Law.<\/i><\/span> Studies in International Relations, Bd. XXXII. Wien: International Progress Organization, 2011, S. 64ff.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">4. Vgl. das Urteil des Internationalen Gerichtshofes vom 27. <span lang=\"en-US\">Februar 1998: <\/span><span lang=\"en-US\"><i>Case Concerning Questions of Interpretation and Application of the 1971 Montreal Convention arising from the Aerial Incident at Lockerbie (Libyan Arab Jamahiriya v. United States of America). Preliminary Objections<\/i><\/span><span lang=\"en-US\">, Paragraph 43 (per Implikation).<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">5. Nach Artikel 27(3) bed\u00fcrfen Entscheidungen des Sicherheitsrates der Zustimmung s\u00e4mtlicher st\u00e4ndigen Mitglieder (\u201econcurring votes of the permanent members\u201c). Obwohl die Formulierung dieser Bestimmung semantisch eindeutig ist, hat die inzwischen etablierte Praxis, Enthaltungen der st\u00e4ndigen Mitglieder als Zustimmung (\u201econcurring votes\u201c) zu werten, zu einer betr\u00e4chtlichen Ambiguit\u00e4t gef\u00fchrt. Diese Interpretation zu akzeptieren erfordert in der Tat ein <i>sacrificium intellectus<\/i>: man mu\u00df den Begriff der \u201eEnthaltung\u201c n\u00e4mlich so umdefinieren, da\u00df er auch \u201eZustimmung\u201c umfa\u00dft.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\"><span lang=\"en-US\">6. Zbigniew Brzezinski, \u201eToward a Global Realignment\u201c, in: <\/span><span lang=\"en-US\"><i>The American Interest<\/i><\/span><span lang=\"en-US\">, Bd. 11, Nr. 6 (Juli\/August 2016), S. 1-3.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\"><span lang=\"en-US\">7. Zu den Details siehe Hans K\u00f6chler, <\/span><span lang=\"en-US\"><i>Democracy and the New World Order<\/i><\/span><span lang=\"en-US\">. <\/span>Studies in International Relations, Bd. XIX. Wien: International Progress Organization, 1993.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">8. In der UNO-Charta ist die \u201esouver\u00e4ne Gleichheit\u201c ein <i>normativer<\/i>, kein <i>deskriptiver<\/i> Begriff. Demgem\u00e4\u00df darf er nicht so verstanden werden, als ob alle Staaten gleich an Macht oder Einflu\u00df w\u00e4ren. \u201eGleichheit\u201c bezieht sich vielmehr auf die Rechte und Pflichten aller Staaten im Rahmen der Rechtsordnung der Vereinten Nationen.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\"><span lang=\"en-US\">9. Zu den Details siehe die Analyse des Verfassers: \u201eNormative Inconsistencies in the State System with Special Emphasis on International Law\u201c, in: <\/span><span lang=\"en-US\"><i>The Global Community &#8211; Yearbook of International Law and Jurisprudence 2016<\/i><\/span><span lang=\"en-US\">. Hrsg. Giuliana Ziccardi Capaldo. Oxford: Oxford University Press, 2017, S. 175-190.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\"><span lang=\"en-US\">10. Vgl. dazu dem fr\u00fcheren Vorschlag des Verfassers: <\/span><span lang=\"en-US\"><i>The United Nations and International Democracy: The Quest for UN Reform<\/i><\/span><span lang=\"en-US\">. Studies in International Relations, Bd. XXII. Wien: International Progress Organization, 1997, insb. <\/span>S. 17ff.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">11. Dies erfordert eine Neufassung des letzten Satzes von Paragraph 3 des Artikels 27, indem die Passage \u201ebei Beschl\u00fcssen auf Grund des Kapitels VI und des Artikels 52 Absatz 3\u201c gestrichen wird.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\"><span lang=\"en-US\">12. Zum Dilemma der UNO zwischen Macht und Recht vgl. allgemein auch die Analyse des Verfassers: \u201eThe United Nations Organization and Global Power Politics: The Antagonism between Power and Law and the Future of World Order\u201c, in: <\/span><span lang=\"en-US\"><i>Chinese Journal of International Law<\/i><\/span><span lang=\"en-US\">, Bd. 5, Nr. 2 (2006), S. 323-340.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der italienische Europaparlamentarier\u00a0<strong>Marco Zanni<\/strong>\u00a0(1:01:57) sprach dann \u00fcber das Scheitern der EU im Umgang mit der Banken- und Finanzkrise, Sicherheitsfragen und dem Fl\u00fcchtlingsproblem. Seit 2010 habe sich die EU \u201eals unf\u00e4hig erwiesen, das Wirtschaftswachstum wieder herzustellen\u201c, und sie habe statt dessen \u201emakro\u00f6konomische Ungleichgewichte und wachsende Spaltungen in der EU geschaffen\u201c. Europa sei wirtschaftlich und in der Sicherheit zu stark von anderen abh\u00e4ngig. Als Alternative schlug Zanni vor, Europa zu einer \u201eBr\u00fccke zwischen den USA und den aufstrebenden M\u00e4chten des Ostens\u201c zu machen. Dies sei mit der Regierung Trump m\u00f6glich. Die Regierungen in der EU m\u00fc\u00dften die richtigen Fragen stellen. \u201eWas sind die Gemeinsamkeiten? Welche Politik bringt gemeinsamen Nutzen?\u201c Die EU m\u00fcsse China als Modell betrachten, vor allem in der Kreditpolitik, und die Fl\u00fcchtlingskrise anpacken. Das gegenw\u00e4rtige System funktioniere nicht. Das Ziel der neuen italienischen Regierung sei es, die EU zu reformieren, und sie werde ein Beispiel liefern, wie man mit China zusammenarbeiten k\u00f6nne.<\/p>\n<div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Hier finden Sie den deutschen Text der Rede<\/span><\/a><\/p>\n<div class=\"toggle-content\">\n<div class=\"small-title\">\n<h3>Ist die europ\u00e4ische Integration zu weit gegangen?<\/h3>\n<div class=\"long-bar\"><\/div>\n<\/div>\n<p class=\"western\">Guten Morgen, allerseits! Es ist immer eine Freude, vor einem solchen Publikum zu sprechen. Es ist das dritte Mal, da\u00df ich an einer vom Schiller-Institut veranstalteten Konferenz teilnehme, und es ist eine wirklich sch\u00f6ne Erfahrung.<\/p>\n<p class=\"western\">Wie Stefan [Ossenkopp, der Moderator der Vortragsrunde] schon sagte, bin ich hier, um \u00fcber die Zukunft der Europ\u00e4ischen Union zu sprechen, und die Frage, die ich heute gerne stellen m\u00f6chte, ist eine sehr wichtige. Letzte Woche, am Donnerstag und Freitag, hatten wir ein Treffen des Europ\u00e4ischen Rates, das klar gezeigt hat, da\u00df die europ\u00e4ischen L\u00e4nder gespalten und nicht mehr in der Lage sind, Fortschritte bez\u00fcglich der Zukunft der Europ\u00e4ischen Union zu machen. Es gibt keine Einigung zur Immigration, es gibt keine Einigung \u00fcber die Zukunft der Eurozone. Das einzige, worauf sie sich einigen konnten, war, am Status quo festzuhalten und das Problem auf unbestimmte Zeit zu verschieben.<\/p>\n<p class=\"western\">Das wird immer mehr zur obersten Politik der Europ\u00e4ischen Union. Es ist also sehr wichtig, diese Frage anzusprechen, denn die Menschen \u00e4rgern sich \u00fcber das Versagen der Europ\u00e4ischen Union und der europ\u00e4ischen Institutionen bei der L\u00f6sung der drei gro\u00dfen Probleme, vor denen wir heute stehen.<\/p>\n<p class=\"western\">Europas Versagen bei drei Problemen<\/p>\n<p class=\"western\">Erstens dauert die Wirtschaftskrise in vielen L\u00e4ndern immer noch an. Europa hat, was das Wirtschaftswachstum angeht, unter den gro\u00dfen L\u00e4ndern und L\u00e4ndergruppen der Welt die schlechtesten Ergebnisse.<\/p>\n<p class=\"western\">Das zweite ist das Problem der inneren Sicherheit. \u00dcberall in Europa haben die Menschen Angst wegen des Mangels an Sicherheit, unter dem wir in unseren St\u00e4dten in ganz Europa leiden.<\/p>\n<p class=\"western\">Das dritte gro\u00dfe Problem ist die Bew\u00e4ltigung der Migrationsstr\u00f6me in Europa. Die unkontrollierte Einwanderung nach Europa in den letzten Jahren hat enorme Folgen. Die Europ\u00e4ische Union war weitgehend erfolglos darin, auf dieses Problem zu reagieren, und darin, Afrika und dem Nahen Osten bei der L\u00f6sung ihrer Probleme zu helfen. Europa verbesserte nicht die Bedingungen in den Heimatl\u00e4ndern der Menschen, die versuchen, in die Europ\u00e4ische Union zu gelangen, damit sie lieber in ihren Heimatl\u00e4ndern bleiben, weil sie dort gute Chancen h\u00e4tten.<\/p>\n<p class=\"western\">Als Antwort schickt die EU im Rahmen des sog. Junckerplans f\u00fcr Afrika viel Geld in diese L\u00e4nder. Das ist eine Art Plan f\u00fcr finanzielle Tricks, mit wenig frischem Geld und viel Herumspielen mit fiktivem Geld, den die Europ\u00e4ische Kommission anpreist. In diesem Punkt sollte die Europ\u00e4ische Union betrachten, was China in Afrika und anderen Entwicklungsl\u00e4ndern tut.<\/p>\n<p class=\"western\">Die Vergabe dieser Gelder ist f\u00fcr die Europ\u00e4ische Union wirklich ineffektiv. Wir waren nicht in der Lage, wirtschaftliche Entwicklung in diesen L\u00e4ndern zu schaffen. Wir haben mit dieser Entwicklungshilfe, die wir afrikanischen L\u00e4ndern geben, keine Werte geschaffen.<\/p>\n<p class=\"western\">Das chinesische Modell hingegen ist in seiner Arbeitsweise hocheffizient, weil der gesamte Flu\u00df der Gelder, die die Chinesen in afrikanische L\u00e4nder vergeben &#8211; nach Ostafrika und Zentralafrika, aber auch in den Nahen Osten und den Balkan -, von der chinesischen Regierung streng \u00fcberwacht wird. Die Resultate und die Werte, die mit diesem Geld geschaffen werden, werden von der Regierung mit einer zentralisierten Strategie streng \u00fcberwacht.<\/p>\n<p class=\"western\">Die Europ\u00e4ische Union dagegen delegiert die Verwaltung der Auslandshilfe f\u00fcr afrikanische L\u00e4nder an private Firmen. Wir haben also keine Kontrolle \u00fcber das Geld, das wir nach Afrika schicken. Wir haben keine Werkzeuge zur Kontrolle der Effizienz und der Resultate in Hinsicht auf Wachstum, Besch\u00e4ftigung und die Schaffung realer Werte f\u00fcr diese L\u00e4nder, die das Geld der europ\u00e4ischen Steuerzahler verwenden. Deshalb ist unsere Entwicklungshilfe f\u00fcr diese L\u00e4nder so ineffektiv. Wir sollten vom chinesischen Modell lernen, um das Problem der Einwandererstr\u00f6me an der Quelle zu beseitigen.<\/p>\n<p class=\"western\">Was die Wirtschaftskrise angeht, ist ziemlich offensichtlich, da\u00df die Politik, die die europ\u00e4ischen Institutionen in den letzten sieben Jahren seit dem Beginn der Eurokrise 2010 verfolgt haben, bei der Wiederherstellung von Wachstum und Besch\u00e4ftigung in der Eurozone und in der ganzen Europ\u00e4ischen Union versagt hat. Diese Fehler schufen nicht nur makro\u00f6konomische Ungleichgewichte in der Europ\u00e4ischen Union, sondern sie bewirkten auch ein starkes Auseinanderdriften und eine Balkanisierung unter den Mitgliedstaaten der Europ\u00e4ischen Union. Was letzte Woche beim Treffen des Europ\u00e4ischen Rates geschah &#8211; s\u00e4mtliche Verhandlungen \u00fcber die Zukunft der Europ\u00e4ischen Union wurden ausgesetzt, weil es keine Einigung gab und das Vertrauen zwischen den europ\u00e4ischen L\u00e4ndern fehlt -, ist ein Zeichen, da\u00df wir die Kooperation zwischen den europ\u00e4ischen L\u00e4ndern \u00fcberdenken m\u00fcssen.<\/p>\n<p class=\"western\">Es ist f\u00fcr jeden ziemlich klar ersichtlich, nicht nur in der Europ\u00e4ischen Union, sondern auch au\u00dferhalb der Europ\u00e4ischen Union &#8211; und ich werde noch etwas \u00fcber die Haltung der neuen US-Regierung gegen\u00fcber Europa sagen -, da\u00df Europa gespalten ist. Europa kann nicht weitermachen mit einer Zwangsintegration, die von den Menschen in Europa abgelehnt wird.<\/p>\n<p class=\"western\">Ist die Integration zu weit gegangen?<\/p>\n<p class=\"western\">Deshalb ist das die Kernfrage meiner Rede: \u201eIst die Integration zu weit gegangen?\u201c Und meine Antwort und mein Denken zu dieser Frage lautet \u201eJa\u201c. Die Zwangsintegration f\u00fchrt zum Zerfall Europas und der europ\u00e4ischen Werte, der europ\u00e4ischen Wirtschaft und Europas als einer der wichtigsten S\u00e4ulen des Wachstums der Weltwirtschaft und der Zivilisation in den vergangenen Jahrhunderten.<\/p>\n<p class=\"western\">Die gro\u00dfe Frage, die Europas Anf\u00fchrer beantworten m\u00fcssen, lautet also: \u201eSind wir f\u00e4hig, einen anderen institutionellen Rahmen zu entwerfen und zu schaffen, der auf anderen Werten beruht, die Wohlstand, Kooperation und Solidarit\u00e4t in Europa wiederherstellen k\u00f6nnen?\u201c<\/p>\n<p class=\"western\">Das ist die gro\u00dfe Frage. Es ist klar, da\u00df der aktuelle institutionelle Rahmen, der in Br\u00fcssel und in den Institutionen der Europ\u00e4ischen Union &#8211; vor allem in der Kommission &#8211; zentralisiert ist, es nicht schafft, die Probleme der europ\u00e4ischen B\u00fcrger zu l\u00f6sen. Es ist klar, da\u00df diese Fragmentierung und Balkanisierung der Interessen in der Europ\u00e4ischen Union ein gewaltiges Problem f\u00fcr die Stabilit\u00e4t schafft, nicht nur f\u00fcr die L\u00e4nder, die immer noch unter der Wirtschaftskrise leiden &#8211; die sog. PIGS-L\u00e4nder (Portugal, Italien, Griechenland und Spanien) -, sondern f\u00fcr die gesamte Europ\u00e4ische Union, einschlie\u00dflich der L\u00e4nder, die als positive Beispiele und als Gewinner der europ\u00e4ischen Integration gelten.<\/p>\n<p class=\"western\">Die Bez\u00fcge auf Deutschland sind stark, derzeit wird viel \u00fcber Deutschland gesprochen, in Hinsicht auf das Geschehen und auf den Mangel an Legitimit\u00e4t der Europ\u00e4ischen Union und ihrer Institutionen. Die deutsche Kanzlerin ist seit Jahren das Symbol f\u00fcr die Einheit und die Werte der Europ\u00e4ischen Union und galt als starke Regierungschefin unter den europ\u00e4ischen Mitgliedstaaten. Die Schwierigkeiten, die die Kanzlerin, Frau Merkel, derzeit erlebt, sind das Resultat der falschen Politik, die sie auf der Ebene der Europ\u00e4ischen Union unterst\u00fctzt und verfolgt hat, nicht nur bei der Immigration &#8211; das ist heute wahrscheinlich die am meisten debattierte Frage in Deutschland -, sondern auch bei der Entwicklung und F\u00f6rderung eines falschen Wirtschaftsmodells als Grundlage der Eurozone.<\/p>\n<p class=\"western\">Dieses Wirtschaftsmodell ist sehr anf\u00e4llig und l\u00e4\u00dft sich nicht aufrechterhalten. Warum? Weil es zu sehr von \u00e4u\u00dferen Faktoren abh\u00e4ngig ist.<\/p>\n<p class=\"western\">Unsere Wirtschaft in der Eurozone beruht darauf, die internen Kosten zu senken &#8211; Inflation und Arbeitskosten -, um unsere Produkte aus der Europ\u00e4ischen Union, aus der Eurozone zu exportieren. Wir sollen also einen gr\u00f6\u00dferen \u00e4u\u00dferen \u00dcberschu\u00df anstreben, um die einheimische Wirtschaft zu speisen. Aber diese Strategie scheitert jetzt, weil sie zu sehr von der Pr\u00e4misse abh\u00e4ngt, da\u00df \u00e4u\u00dfere oder Drittl\u00e4nder au\u00dferhalb der Eurozone solch einen riesigen \u00dcberschu\u00df absorbieren werden.<\/p>\n<p class=\"western\">So ist es nicht nur mit der Regierung Trump, sondern mit den Vereinigten Staaten allgemein. Schon in der Zeit der Regierung Obama haben die Vereinigten Staaten angefangen, die gro\u00dfen Export\u00fcbersch\u00fcsse der Eurozone und vor allem Deutschlands in Frage zu stellen. Das Wirtschaftsmodell, auf dem die Eurozone beruht, h\u00e4ngt also zu stark von den Entscheidungen dritter Parteien ab, von L\u00e4ndern au\u00dferhalb der Eurozone. Es ist offensichtlich nicht aufrechtzuerhalten.<\/p>\n<p class=\"western\">Was ist mit der Sicherheit? Das ist ein weiteres wichtiges Problem, mit dem wir in der Europ\u00e4ischen Union leben. Und auch in diesem Punkt ist die Europ\u00e4ische Union zu abh\u00e4ngig von den Entscheidungen von Drittl\u00e4ndern. Die NATO, der Nordatlantikpakt, wird von den Vereinigten Staaten angef\u00fchrt, was die Investitionen in die milit\u00e4rischen Kapazit\u00e4ten und in die Sicherheit angeht. Die Europ\u00e4ische Union war und ist unf\u00e4hig, gemeinsame Milit\u00e4rkapazit\u00e4ten aufzubauen oder ihren Teil zur Verteidigung, zur NATO beizutragen. Wir h\u00e4ngen bei der milit\u00e4rischen Verteidigung immer noch zu sehr von den Vereinigten Staaten ab &#8211; von einer Regierung, die wir nicht steuern k\u00f6nnen. Bei der Bew\u00e4ltigung des Immigrantenstroms sind wir immer noch zu sehr abh\u00e4ngig von den Entscheidungen von L\u00e4ndern in Afrika und im Nahen Osten und ihrer F\u00e4higkeit, Vereinbarungen einzuhalten.<\/p>\n<p class=\"western\">Es ist also klar, da\u00df die Strategie, die die europ\u00e4ischen F\u00fchrer in den letzten sieben Jahren verfolgt haben, bei der Bew\u00e4ltigung der drei wichtigsten Fragen v\u00f6llig versagt hat, weil wir zu sehr von externen Entscheidungen abh\u00e4ngen.<\/p>\n<p class=\"western\">Je fr\u00fcher dieser Zustand endet, desto besser, weil der unhaltbare politische Rahmen, auf dem die Europ\u00e4ische Union beruht, schlicht falsch ist. Wir m\u00fcssen diesen Rahmen \u00e4ndern und statt dessen eine Form der Kooperation suchen; also nicht nur \u00fcber die Zusammensetzung der Europ\u00e4ischen Union nachdenken &#8211; die 27 Mitgliedstaaten, die ab M\u00e4rz 2019 die Europ\u00e4ische Union bilden werden -, sondern ernsthaft \u00fcber die Entwicklung eines alternativen Rahmens nachdenken, der die Europ\u00e4ische Union auf einen positiven Weg zum Wachstum bringen kann.<\/p>\n<p class=\"western\">Europa als Br\u00fccke<\/p>\n<p class=\"western\">Wenn Europa die geopolitische Bedeutung, die es in der Vergangenheit hatte, zur\u00fcckgewinnen will, sollte dazu auch die Rolle der Europ\u00e4ischen Union und Europas als Br\u00fccke zwischen den Vereinigten Staaten &#8211; der traditionellen internationalen Macht, die alle internationalen Institutionen des 20. Jahrhunderts gestaltet hat &#8211; und der aufstrebenden Macht auf der \u00f6stlichen Seite des Globus, China, geh\u00f6ren. Wenn Europa wieder reales Wirtschaftswachstum hat, wird es seine Rolle als Bindeglied zwischen den neuen, aufstrebenden M\u00e4chten im Osten und dem neuen Ansatz, den die Trump-Administration in der Au\u00dfenpolitik begonnen hat, wieder zur\u00fcckgewinnen.<\/p>\n<p class=\"western\">Dank des Ansatzes von Herrn Trump beim j\u00fcngsten Treffen der G-7, hat Italien mit dem neuen italienischen Premierminister [Giuseppe Conte] die geopolitische Bedeutung in der internationalen Debatte zur\u00fcckerlangt.<\/p>\n<p class=\"western\">Vor dem Treffen des Europ\u00e4ischen Rates und anderen internationalen Treffen, an denen der neue italienische Premierminister k\u00fcrzlich teilgenommen hat, hatten viele gesagt, wegen der radikalen Haltung der neuen italienischen Regierung w\u00fcrden die anderen L\u00e4nder Italien isolieren. Aber die Realit\u00e4t ist, da\u00df dank der Unterst\u00fctzung der Vereinigten Staaten und ihrer Offenheit f\u00fcr den Versuch, eine starke Beziehung auch zu China aufzubauen, und dank unseres Unterstaatssekret\u00e4rs f\u00fcr wirtschaftliche Entwicklung [Michele Geraci], der gro\u00dfe Erfahrungen in China und in den Beziehungen zu China hat, Italien wieder geopolitische Bedeutung f\u00fcr die Gestaltung der Zukunft Europas gewinnt.<\/p>\n<p class=\"western\">Ein neuer institutioneller Rahmen<\/p>\n<p class=\"western\">Wir brauchen aber einen neuen institutionellen Rahmen, der eine neue \u00c4ra f\u00fcr Europa pr\u00e4gt, eine neue \u00c4ra, die nicht l\u00e4nger auf Zentralisierung beruht, auf Entscheidungen, die nicht gew\u00e4hlte B\u00fcrokraten in Br\u00fcssel und der Europ\u00e4ischen Zentralbank treffen. Wir brauchen einen institutionellen Rahmen, der die Unterschiede zwischen den 27 Mitgliedstaaten der Europ\u00e4ischen Union respektiert. Das sind nicht nur Unterschiede, wie wir die Wirtschaft und die wirtschaftliche Entwicklung betrachten, sondern auch Unterschiede der politischen Systeme und kulturellen Systeme, die wir auf der Ebene der Europ\u00e4ischen Union und in den Mitgliedstaaten haben.<\/p>\n<p class=\"western\">Dieser neue institutionelle Rahmen sollte, wenn Europa die Krise \u00fcberstehen soll, auf mehr Subsidiarit\u00e4t beruhen. Wir sollten uns fragen: Was sind die Gemeinsamkeiten, die wir heute in der Europ\u00e4ischen Union und Europa haben? Was haben wir gemeinsam, was wir f\u00f6rdern k\u00f6nnen, zum gemeinsamen Nutzen und zum gegenseitigen Vorteil der europ\u00e4ischen L\u00e4nder? Und auf der anderen Seite: Was sind die Themen, bei denen die Abweichungen zu gro\u00df sind, wo die Meinungsverschiedenheiten zu gro\u00df sind, und wo es unm\u00f6glich ist, gemeinsamen Boden und Einigungen zu finden, die alle europ\u00e4ische L\u00e4nder befriedigen k\u00f6nnen?<\/p>\n<p class=\"western\">Mit mehr Subsidiarit\u00e4t, bei der einige Zust\u00e4ndigkeiten und Befugnisse an die nationalen Hauptst\u00e4dte zur\u00fcckgegeben werden, kann Europa \u00fcberleben und wieder den Weg des Wachstums beschreiten und seine Rolle im Zentrum der geopolitischen Debatte zur\u00fcckgewinnen, als Bindeglied zwischen dem neuen Ansatz der USA gegen\u00fcber den internationalen Institutionen und den aufstrebenden M\u00e4chten in Asien und im Nahen Osten. Die Arbeit, mit der die neue italienische Regierung diesen neuen institutionellen Rahmen zu gestalten versucht, wird sehr wichtig sein als Beispiel f\u00fcr andere europ\u00e4ische L\u00e4nder, die den gleichen Weg gehen wollen.<\/p>\n<p class=\"western\">Aussichten nach 2019<\/p>\n<p class=\"western\">Was k\u00f6nnte aus dieser Sicht nach 2019 geschehen? Das Jahr 2019 wird f\u00fcr die Zukunft Europas und der Europ\u00e4ischen Union sehr wichtig werden. Im Mai haben wir Neuwahlen f\u00fcr das Europ\u00e4ische Parlament, die Versammlung des Europ\u00e4ischen Parlaments wird also neu bestimmt. Wie Sie vielleicht wissen, gibt es drei wesentliche Institutionen der Europ\u00e4ischen Union: den Europ\u00e4ischen Rat (den Rat der Europ\u00e4ischen Union), die Kommission und das Parlament.<\/p>\n<p class=\"western\">Wir haben Mitgliedstaaten, wir haben die Kommission, die eine Art Exekutive sein soll, und wir haben das Parlament.<\/p>\n<p class=\"western\">Heute hat der Europ\u00e4ische Rat seine Sicht der Zukunft der Europ\u00e4ischen Union ge\u00e4ndert. Mit der italienischen Regierung, mit der neuen \u00f6sterreichischen Regierung, mit anderen Regierungen, mit neuen Parteien, die in den Europ\u00e4ischen Rat eintreten, wird der Ansatz gegen\u00fcber der Zukunft der Europ\u00e4ischen Union st\u00e4rker auf Subsidiarit\u00e4t beruhen, auf der Verteidigung der Interessen der europ\u00e4ischen V\u00f6lker und der Suche nach Gemeinsamkeiten bei Dingen, die wir gemeinsam besser tun k\u00f6nnen. Aber nach 2019 wird es eine weitere Institution geben, das neugew\u00e4hlte Europ\u00e4ische Parlament, das einen Kurswechsel der europ\u00e4ischen Politik f\u00f6rdern wird. Es wird wahrscheinlich drei gro\u00dfe politische Familien im n\u00e4chsten Europ\u00e4ischen Parlament geben: Einerseits werden die traditionellen Parteien, die auseinanderbrechen, was den Konsens und die W\u00e4hler mit sozialistischer Orientierung angeht, wahrscheinlich verschwinden. In der Mitte werden wir den Scharlatan Macron haben, der angeblich der neue Anf\u00fchrer der europ\u00e4ischen Integration sein soll, der Anf\u00fchrer, der Europa als Vereinigte Staaten von Europa einen wird. Macrons Macht in Frankreich zerf\u00e4llt, er hat innenpolitisch gro\u00dfe Schwierigkeiten und er hat keine Unterst\u00fctzung im Rat f\u00fcr seinen Vorschlag zur Reform der Europ\u00e4ischen Union. Auf der anderen Seite werden wir eine st\u00e4rkere Gruppe von \u201eEurokritikern\u201c haben, noch st\u00e4rker als heute, die die Politik des Europ\u00e4ischen Parlaments sehr stark pr\u00e4gen werden.<\/p>\n<p class=\"western\">Wenn Europa gerettet werden will, dann m\u00fcssen wir unseren institutionellen Rahmen radikal ver\u00e4ndern: keine weitere Zentralisierung in Br\u00fcssel, keine Entscheidungen und Wirtschaftsysteme mehr, die nur auf die Bed\u00fcrfnisse der gro\u00dfen Banken und der Londoner City zugeschnitten sind, sondern ein kooperatives System, das die Unterschiede zwischen den Nationalstaaten achtet, die Spielr\u00e4ume der Demokratie und die Entscheidungen und die Bereitschaft der europ\u00e4ischen V\u00f6lker. Die Europ\u00e4er wollen keine Vereinigten Staaten von Europa. Sie wollen eine Kooperation zwischen gleichrangigen europ\u00e4ischen Nationen und souver\u00e4nen Staaten, um Europa und der Welt mehr Wohlstand zu bringen und um die drei wesentlichen Probleme zu l\u00f6sen, die sie heute erleben, die ich anfangs in meiner Rede erw\u00e4hnt habe.<\/p>\n<p class=\"western\">Schlu\u00dfbemerkung<\/p>\n<p class=\"western\">Ich hoffe, da\u00df sich in naher Zukunft weitere Regierungen den Bem\u00fchungen der neuen italienischen Regierung um eine Reform Europas mit gleichberechtigten, stabileren und solideren Institutionen anschlie\u00dfen werden. Ohne diese Reform, die wir dringend brauchen, ist die Europ\u00e4ische Union dazu verdammt, zu scheitern und eine gewaltige geopolitische Krise im Herzen der Welt auszul\u00f6sen.<\/p>\n<p class=\"western\">Lassen Sie mich schlie\u00dfen, indem ich sage: Unser Europa wird sich entweder in diesem Sinne reformieren, oder die Europ\u00e4ische Union ist am Ende und die europ\u00e4ischen L\u00e4nder werden von einer neuen Krise erfa\u00dft, die gr\u00f6\u00dfer sein wird als die, die wir nach 2010 erlebt haben. Unser System funktioniert nicht mehr, unser System ist ungerecht und f\u00f6rdert Auseinanderdriften und Ungleichgewichte in Europa. Das m\u00fcssen wir \u00e4ndern.<\/p>\n<p class=\"western\">Meine Hoffnung ist, da\u00df wir sehr bald in der Lage dazu sein werden. Wenn nicht, wird die Europ\u00e4ische Union sehr bald auf chaotische Weise enden und den europ\u00e4ischen V\u00f6lkern enormes Leid bringen. Aber ich bin zuversichtlich, da\u00df in Europa neue Politiker und neue Parteien aufkommen, die f\u00e4hig sind, das so schnell wie m\u00f6glich zu \u00e4ndern.<\/p>\n<p class=\"western\">Vielen Dank.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der letzte Vortrag dieser Runde kam von\u00a0<strong>Dr. Armin Azima<\/strong>\u00a0(1:30:40) von der Universit\u00e4t Hamburg, der kurz und treffend den Unsinn der EU-Politik der \u201eErneuerbaren Energien\u201c aufzeigte und statt dessen vorschlug, die Kernfusionstechnik zu meistern, \u201edie das Tor f\u00fcr eine neue und wunderbare Welt mit M\u00f6glichkeiten schafft, die derzeit noch undenkbar sind\u201c. Das Problem der nuklearen Abf\u00e4lle sei durch einen neuen Reaktortyp gel\u00f6st, der jetzt in Ru\u00dfland in Betrieb genommen wurde (BN-800) und der \u201eAtomm\u00fcll\u201c verbrennen k\u00f6nne, \u201eals w\u00e4re es konventioneller Kernbrennstoff\u201c. Abschlie\u00dfend stellte er die Frage, was wir tun k\u00f6nnten, \u201ewenn Strom extrem billig w\u00e4re und wenn Energie im \u00dcberflu\u00df vorhanden w\u00e4re\u201c, was m\u00f6glich sei, wenn wir die Kernfusion entwickeln.<\/p>\n<div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Hier finden SIe die deutsche \u00dcbersetzung seiner Rede<\/span><\/a><\/p>\n<div class=\"toggle-content\">\n<div class=\"small-title\">\n<h3>Die beherrschbare Energie<\/h3>\n<div class=\"long-bar\"><\/div>\n<\/div>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Meine Damen und Herren, verehrte Konferenzleitung, liebe Helga Zepp-LaRouche!<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Vielen Dank f\u00fcr die Einladung, da\u00df ich diesen Vortrag hier halten kann. Es ist eine Ehre f\u00fcr mich, hier zu sein, und ich glaube, ich werde die Zuh\u00f6rer davon \u00fcberzeugen, da\u00df die Physik in unserer modernen Welt sehr aufregend ist. Es gibt derzeit vielversprechende Entwicklungen, von denen Sie vielleicht noch gar nichts geh\u00f6rt haben. Deswegen erlauben Sie mir, Sie \u00fcber wunderbare Fortschritte im Bereich der Energietechnologie zu informieren, die man heute auf der Welt erleben kann.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">In meinem Vortrag m\u00f6chte ich mich auf die folgenden Themen konzentrieren:<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">&#8211; Ich werde Ihnen einige interessante Zahlen \u00fcber die deutsche Energiewende vorlegen und zeigen, was dies praktisch f\u00fcr die Menschen in Deutschland bedeutet.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">&#8211; Dann werde ich mich mit zwei Schwerpunkten der Nuklearwissenschaft in der Welt besch\u00e4ftigen, die sehr vielversprechend sind und die Hoffnung auf eine sch\u00f6ne Zukunft mit billigen, sauberen und leistungsf\u00e4higen Energiequellen verhei\u00dfen.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">&#8211; Besonders die Beherrschung der Fusionstechnologie wird die T\u00fcr zu einer neuen wunderbaren Welt mit derzeit undenkbaren M\u00f6glichkeiten aufsto\u00dfen.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">&#8211; Und ich m\u00f6chte Ihnen einige Ideen vorstellen, was getan werden k\u00f6nnte, wenn Energie billig w\u00e4re.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">In der Geschichte der Menschheit wissen wir jedoch alle, da\u00df jede Technologie entweder zum Nutzen oder zur Zerst\u00f6rung eingesetzt werden kann. Und nat\u00fcrlich: je st\u00e4rker und leistungsf\u00e4higer die Technologie &#8211; angefangen von der Erfindung des Stahls bis hin zur ersten Spaltung eines Atomkerns -, desto gef\u00e4hrlicher die entsprechende Waffe. Deswegen empfinde ich es als meine Verantwortung, mich laut gegen den Einsatz von Kernwaffen ganz allgemein auszusprechen, was ich im letzten Teil meines Vortrags wissenschaftlich untermauern will.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">\n<div class=\"info-box\">\n<h3 class=\"info-box-title\" style=\"\"><em>Abb. 1: Lyndon LaRouches \u201eVier Gesetze\u201c<\/em><\/h3>\n<div class=\"info-box-content\" style=\"\">\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">1. Glass-Steagall<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">2. Nationalbanksystem<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">3. St\u00e4ndige Steigerung der allgemeinen Energieflu\u00dfdichte<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">4. Nutzung der Kernfusionstechnologie<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">\n<\/div>\n<\/div>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Doch bevor ich mit Technologie beginne, m\u00f6chte ich erneut LaRouches Vier Gesetze erw\u00e4hnen (<i>Abbildung 1<\/i>): Erstens die Wiedereinf\u00fchrung des Glass-Steagall-Gesetzes, zweitens die Gr\u00fcndung eines Nationalbanksystems, und drittens die st\u00e4ndige Erh\u00f6hung der allgemeinen Energieflu\u00dfdichte in der Gesamtgesellschaft. Diese Forderung verlangt die Weiterentwicklung der zivilen Infrastruktur, die in der Lage sein mu\u00df, die starken Energiequellen zur Steigerung der produktiven realwirtschaftlichen Erzeugung zu nutzen.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Und viertens eine Frage, die mir als Physiker pers\u00f6nlich am Herzen liegt, die Erforschung und Nutzung der Kernfusion als ultimative Energiequelle, die meiner pers\u00f6nlichen \u00dcberzeugung nach die einzige M\u00f6glichkeit ist, in einer wachsenden Welt ein hohes Prosperit\u00e4tsniveau f\u00fcr die gesamte Menschheit in Zukunft aufrechtzuerhalten.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Ich m\u00f6chte mit einem der wichtigen Aspekte in LaRouches vier Gesetzen beginnen, der Energieflu\u00dfdichte, die jetzt mit dem Buchstaben <span style=\"font-family: TimesNewRomanPS-BoldMT, Times New Roman;\"><b>\u03a6<\/b><\/span> abgek\u00fcrzt werden soll.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Konsequenzen der Energiewende<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\"><a href=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Azima2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-48069\" src=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Azima2.jpg\" alt=\"Azima2\" width=\"438\" height=\"563\" srcset=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Azima2.jpg 438w, https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Azima2-233x300.jpg 233w\" sizes=\"auto, (max-width: 438px) 100vw, 438px\" \/><\/a><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\"><em>Abb. 2: Verteilung der in Deutschland installierten Windturbinen (kleine Punkte, Stand 2011) und Kernkraftwerke (gro\u00dfe Punkte, Stand 2016): Der Anteil der Windkraft und der Kernkraft am Energiemix betrug 2016 jeweils ca. 14%. Die weite Verteilung der Windkraftanlagen erfordert ein komplexes und umfassendes Leitungsnetz zur Verteilung der Elektrizit\u00e4t.<\/em><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\"><em>Quelle: Verteilung der Windkraftanlagen: European Environment Agency (EEA), Standorte der Kernkraftwerke: BMU<\/em><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Angesichts der bekannten Energiewende in Deutschland hin zu regenerativen Energiequellen m\u00f6chte ich Ihnen diese Karte zeigen (<i>Abbildung 2<\/i>), in der alle installierten Windturbinen in Deutschland als braune Punkte dargestellt sind. Zusammen erzeugen sie etwa die gleiche Menge Energie wie die sieben roten Punkte, die die Kernkraftwerke im Jahr 2016 darstellen. Ich meine, diese Skizze verdeutlicht das Konzept von Energieflu\u00dfdichte wirklich eindr\u00fccklich.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Wie Sie wissen, werden diese roten Punkte im Jahr 2022 verschwinden, wenn der vollst\u00e4ndige Ausstieg aus der Kernenergie vollzogen sein wird.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Was jeder leicht versteht, ist, da\u00df die gro\u00dffl\u00e4chige Verteilung von Kraftmaschinen, was man in Deutschland \u201eDezentralisierung der Energieproduktion\u201c nennt, ein komplexes und teures Stromverteilungsnetz erfordert &#8211; insbesondere im Vergleich zu der Zeit vor etwa 20 Jahren, als der Energiemix von einigen starken zentralen Stromerzeugungsanlagen bestimmt war.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Ganz sicher sind die Energiekosten angestiegen und werden in der Zukunft weiter ansteigen. Derzeit haben wir den \u00dcbergang zu etwa 30% regenerativer Energiequellen in unseren Energiemix erreicht, und der Strompreis ist dabei inflationsbereinigt um \u00fcber 50% angestiegen. Und das Ziel ist, im Jahr 2050 80% zu erreichen!<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Die Bundesregierung behauptet indes, die Strompreise werden nach 2025 wieder sinken, dem ich jedoch das Wort \u201evielleicht\u201c hinzuf\u00fcgen m\u00f6chte.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Wir werden es sehen&#8230;<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Ich habe die Gesamtstromrechnung f\u00fcr Deutschland berechnet und diese mit Frankreich verglichen, das mehr als 50% Kernenergie in seinem Strommix hat. Sicher ist Deutschland ein reiches Land, und viele Leute k\u00f6nnen sich die h\u00f6heren Strompreise leisten &#8211; nicht alle, aber viele. Aber f\u00fcr ein vergleichbar gro\u00dfes und vergleichbar dicht besiedeltes Entwicklungsland w\u00e4re eine Stromrechnung von 150 Mrd.\u20ac im Jahr eindeutig zu hoch.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Somit d\u00fcrfte der franz\u00f6sische Energiemix f\u00fcr deren Bed\u00fcrfnisse besser geeignet sein, um es einmal diplomatisch auszudr\u00fccken.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Kernkraft<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\"><a href=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Azima3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-48079\" src=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Azima3.jpg\" alt=\"Azima3\" width=\"642\" height=\"391\" srcset=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Azima3.jpg 642w, https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Azima3-300x183.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 642px) 100vw, 642px\" \/><\/a><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\"><em>Abb. 3: Vergleich der Energieflu\u00dfdichten<\/em><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\"><em>Die Energieflu\u00dfdichte (\u03a6 = kWh\/m<sup>2<\/sup> pro Jahr) der Kernkraft ist weit gr\u00f6\u00dfer als die anderer Energiequellen, wie z.B. Wind- oder Solarkraft oder Braunkohle; \u03a6<sub>(Atom) <\/sub>ist 40-50 Mal so gro\u00df wie die anderer Kraftquellen. Hier zwei verschiedene Berechnungen der Werte von \u03a6, links die Kalkulation des Verfassers, rechts die von Dr. G\u00fcnter Keil (Quelle: http:\/\/www.ageu-die-realisten.com\/archives\/1473); blau = Biogas, rot = Windkraft, gr\u00fcn = Braunkohle, lila = Kernkraft, einige Werte sind zu klein, um sie sichtbar darstellen zu k\u00f6nnen.<\/em><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\"><em>Zitat aus der Tagesschau: \u201eEine Windfarm, die ein Kernkraftwerk ersetzen k\u00f6nnte, m\u00fc\u00dfte etwa die Fl\u00e4che des Bundeslands Bremen haben.<\/em><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Aber konzentrieren wir uns etwas genauer auf die Kernenergie. Wie wir bereits festgestellt haben, ist die Energieflu\u00dfdichte der Kernspaltung unter allen heutigen Energiequellen derzeit die h\u00f6chste technisch verf\u00fcgbare (<i>Abbildung 3<\/i>).<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Aber trotz dieses Umstands hat die Bundesregierung beschlossen, in Deutschland bis 2022 ganz aus der Kerntechnik auszusteigen. Die Frage ist: warum? Von einem rationalen Standpunkt k\u00f6nnten nur die folgende Kritikpunkte der Grund gewesen sein:<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">&#8211; Das Problem der Atomm\u00fclllagerung<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">&#8211; die Reaktorsicherheit und<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">&#8211; die Verhinderung der Weiterverbreitung von Kernwaffen.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Wegen der begrenzten Zeit m\u00f6chte ich mich nur auf den ersten Punkt konzentrieren.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Zun\u00e4chst einige schnelle Fakten. Fast alle unsere Kernkraftwerke sind Leichtwasserreaktoren, die mit thermischen, d.h. \u201elangsamen\u201c Neutronen arbeiten. Die Kettenreaktion verbessert sich so erheblich, da die langsamen Neutronen viel effizienter mit dem Brennstoff interagieren. Das hat jedoch seinen Preis, denn diese Neutronen verlieren ihre F\u00e4higkeit, Isotope mit gerader Massenzahl zu spalten, was die Menge m\u00f6glicher Kernbrennstoffe f\u00fcr diese Reaktoren erheblich einschr\u00e4nkt.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Das nat\u00fcrliche Uran besteht haupts\u00e4chlich aus U-238, mit gerader Massenzahl, das von den thermischen, langsamen Neutronen nicht gespalten werden kann. Deswegen wird er mit dem Isotop U-235 angereichert. Nach drei Betriebsjahren ist das meiste U-235 verbrannt, w\u00e4hrend die Menge an U-238 fast noch die gleiche ist wie zuvor. Jedoch sind neue Stoffe erbr\u00fctet worden, wie Plutonium und andere, unbedeutende Aktiniden, die man als \u201enuklearen Abfall\u201c bezeichnet.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Das nat\u00fcrliche Uran wird angereichert, verbrannt, der Abfall wird abgetrennt und schlie\u00dflich gelagert, und ein Teil des Brennstabes wird recycelt und wiederverwendet.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Das Problem dabei: Das Endlager mu\u00df den Abfall mehr als 300.000 Jahre sicher beherrschen, was bisher nicht erreichbar ist.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Der russische \u201eSchnelle Brenner\u201c BN-800<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\"><a href=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Azima4.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-48089\" src=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Azima4.jpg\" alt=\"Azima4\" width=\"1088\" height=\"721\" srcset=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Azima4.jpg 1088w, https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Azima4-300x199.jpg 300w, https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Azima4-768x509.jpg 768w, https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Azima4-1024x679.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 1088px) 100vw, 1088px\" \/><\/a><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\"><em>Abb. 4: In Ru\u00dfland entwickelte Technologie: der BN-800<\/em><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\"><em>links: Mit den vor 2016 eingef\u00fchrten Technologien mu\u00dften die nuklearen \u201eAbf\u00e4lle\u201c mehr als 300.000 Jahre sicher eingelagert werden.<\/em><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\"><em>rechts: Durch den 2016 in Betrieb genommenen Reaktor BN-800 in Belojarsk\/Ru\u00dfland entsteht ein neuer Urankreislauf, der Brennstoff kann immer wieder verwendet werden, und die wenigen Abfallstoffe m\u00fcssen nur f\u00fcr 100 Jahre eingelagert werden. Der BN-800 ist ein schneller Hochtemperaturreaktor, der als K\u00fchlmittel fl\u00fcssiges Natrium verwendet.<\/em><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\"><a href=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Azima5.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-48099\" src=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Azima5.jpg\" alt=\"Azima5\" width=\"1077\" height=\"748\" srcset=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Azima5.jpg 1077w, https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Azima5-300x208.jpg 300w, https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Azima5-768x533.jpg 768w, https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Azima5-1024x711.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 1077px) 100vw, 1077px\" \/><\/a><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\"><em>Abb. 5: Der BN-800-Reaktor<\/em><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\"><em>Der BN-800-Reaktor hat insgesamt f\u00fcnf Schutzh\u00fcllen, um zu verhindern, da\u00df Radioaktivit\u00e4t aus dem Reaktor austritt:<\/em><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\"><em>1. Brennstoffpellet<\/em><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\"><em>2. H\u00fclle des Brennstabes<\/em><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\"><em>3. Reaktordruckgef\u00e4\u00df<\/em><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\"><em>4. Schutztank<\/em><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\"><em>5. Reaktorbeh\u00e4lter aus Stahlbeton<\/em><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\"><em>Quelle: St. Petersburg Research and Design Institute, via http:\/\/nuklearia.de\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/Atomenergoproekt_BN-800_NPP.pdf<\/em><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Ru\u00dfland hat sich f\u00fcr einen anderen Weg entschieden. Seit 2016 ist dort ein neuer Reaktortyp &#8211; BN-800 genannt &#8211; in Betrieb (<i>Abbildungen 4<\/i> und <i>5<\/i>). Dieser Reaktor hei\u00dft \u201eSchneller Brenner\u201c, nicht zu verwechseln mit \u201eSchneller Br\u00fcter\u201c. Dieser hier ist kein Br\u00fcter, sondern ein Brenner. Er verwendet <i>schnelle <\/i>Neutronen, weswegen diese Neutronen s\u00e4mtliche schweren Isotope, auch jene mit gerader Massenzahl, mit \u00e4hnlicher Effizienz spalten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Das ist der Trick dabei: Dieser Reaktor kann seinen eigenen \u201eAbfall\u201c in einem langen Zyklus als neuen Brennstoff immer und immer wiederverwenden. Der viel kleinere Anteil an nuklearem Abfall im Vergleich zu konventionellen Reaktoren hat den weiteren Vorteil, viel schneller zu zerfallen. Bereits nach 100 Jahren kann er aus dem Lager entnommen werden. D.h. mit dieser Technologie braucht man gar kein Endlager mehr!<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Um es noch einmal zu sagen: Der BN-800 verbrennt \u201enuklearen Abfall\u201c, als w\u00e4re dieser konventioneller Kernbrennstoff;<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">&#8211; f\u00fcr die Endprodukte dieses Reaktors ist kein Endlager erforderlich<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">&#8211; und dieser Reaktor ist jetzt, in diesem Augenblick, in Betrieb.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Daraus folgt auch, da\u00df dieser Reaktor das Wort \u201enuklearer Abfall\u201c umgedeutet hat, denn was ist jetzt eigentlich Abfall?<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Tats\u00e4chlich hat Lyndon LaRouche genau das vor etwa zehn Jahren vorausgesagt. Er sagte bereits damals: \u201eEs gibt keinen nuklearen Abfall, nur haben wir derzeit nicht die Technologie, um die Endprodukte nutzen zu k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Ich streiche deshalb diesen Punkt aus der Liste von Kritikpunkten. Problem gel\u00f6st!<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\"><strong>Neutronenfreie Fusion<\/strong><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Gehen wir schnell zu einer anderen Frage \u00fcber. Ich m\u00f6chte Ihnen die neuesten Entwicklungen in der Fusionsforschung zeigen.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Ich m\u00f6chte Ihnen eine Firma mit Namen Tri-Alpha Energy (TAE) aus Kalifornien vorstellen. Die Mission dieser Firma ist die Beherrschung einer besonderen Form der Kernfusion, die weitestgehend unbekannt ist &#8211; die sogenannte p-B-11-Reaktion. Die Besonderheit hierbei ist die neutronenfreie Eigenschaft der Endprodukte.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Klassische Fusionsanlagen wie der Tokamak-ITER sind f\u00fcr die Verwendung von D-T-Brennstoff ausgelegt, der im wesentlichen zu energiereichen Neutronen als Endprodukt verbrennt. Aber diese kleinen Teilchen sind schwer zu handhaben, da sie elektrisch neutral sind und leicht s\u00e4mtliche Materie durchdringen, weshalb man sie nicht leicht in Elektrizit\u00e4t umsetzen kann.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\"><a href=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Azima6.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-48109\" src=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Azima6.jpg\" alt=\"Azima6\" width=\"572\" height=\"533\" srcset=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Azima6.jpg 572w, https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Azima6-300x280.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 572px) 100vw, 572px\" \/><\/a><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\"><em>Abb. 6: Arbeitsprinzip des TAE Colliding-Beam-Reaktors<\/em><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\"><em>Zwei Plasmaringe kollidieren mit 250 km\/s und bilden bei der Kollision ein torusf\u00f6rmiges Plasma, das sich selbst ohne ein \u00e4u\u00dferes einschlie\u00dfendes Magnetfeld stabilisiert.<\/em><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\"><em>&#8211; Bisher erreichte Werte: Stabiles Plasma 11 ms lang aufrechterhalten und 20 Mio. \u00b0C<\/em><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\"><em>&#8211; Ziel: Netto-Energieproduktion bei 3000 Mio. \u00b0C \u00fcber 1000 ms<\/em><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\"><em>&#8211; Wesentliche Besonderheiten: neutronenfrei, direkte Umwandlung von Kernkraft in Elektrizit\u00e4t mit einem Wirkungsgrad von 90%!<\/em><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\"><em>(Quelle: TAE Technologies)<\/em><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Bevor es zu komplex wird, m\u00f6chte ich Ihnen einige Skizzen zeigen, aus denen das Prinzip schnell deutlich wird.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">In der oberen Zeichnung sehen Sie einen \u00dcberblick des Reaktors. Von links und rechts werden zwei Plasmaringe abgefeuert, die in der Mitte zusammenprallen. Am Kollisionspunkt verschmelzen die beiden Ringe und bilden eine torusf\u00f6rmige Plasmasph\u00e4re, die sich stabilisieren und einschlie\u00dfen l\u00e4\u00dft. Der Rekord, der mit dieser Maschine aufgestellt wurde, war ein stabiles Plasma von etwas mehr als 10 ms. Und vor kurzem wurde gezeigt, da\u00df man Temperaturen von bis zu 20 Mio.\u00b0C erreichen kann, was f\u00fcr dieses Projekt einen Meilenstein bedeutet (vgl. <i>https:\/\/www.geekwire.com\/2018\/tae-technologies-pushes-plasma-machine-new-high-fusion-frontier<\/i>).<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Nat\u00fcrlich ist es noch ein langer Weg, schlie\u00dflich 3 Mrd. \u00b0C f\u00fcr 1 s zu erreichen. Aber da die Endprodukte positiv geladen sind, funktioniert die direkte Umwandlung der Fusionsenergie in elektrischen Strom mit einem Wirkungsgrad von 90%. Man braucht keine Turbinen und keinen Dampferzeuger, was die Gr\u00f6\u00dfe der Anlage erheblich reduziert und einen 100-MW-Reaktor von der Gr\u00f6\u00dfe eines Lastwagens m\u00f6glich macht.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\"><a href=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Azima7.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-48119\" src=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Azima7.jpg\" alt=\"Azima7\" width=\"1107\" height=\"378\" srcset=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Azima7.jpg 1107w, https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Azima7-300x102.jpg 300w, https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Azima7-768x262.jpg 768w, https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Azima7-1024x350.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 1107px) 100vw, 1107px\" \/><\/a><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\"><em>Abb. 7: Neutronenfreier Fusionsreaktor treibt Rakete mit Ionentriebwerk an<\/em><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\"><em>Direkte Umwandlung von Kernkraft in Elektrizit\u00e4t treibt ein Ionentriebwerk an, um 3% der Lichtgeschwindigkeit und eine permanente Beschleunigung oder Verz\u00f6gerung von 1g zu erreichen, mit einer Reisezeit von zwei Wochen auf dem Weg zwischen Erde zum Mars.<\/em><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"it-IT\"><em>(Quelle: Bussard et.al.)<\/em><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Eine solche Anlage l\u00e4\u00dft einen von zuk\u00fcnftigen Maschinen tr\u00e4umen wie z.B. der, die der amerikanische Physiker Robert Bussard hier vorgeschlagen hat (<i>Abbildung 7<\/i>). Die direkte Umwandlung von Kernkraft in Strom erm\u00f6glicht es, einen Ionen-Antriebsmotor zu betreiben, der in einem stetigen Beschleunigungs- und Abbremsvorgang von +\/- 1g eine Rakete auf einige Prozent Lichtgeschwindigkeit beschleunigt. Dadurch verk\u00fcrzte sich die Reisedauer zwischen Erde und Mars auf weniger als zwei Wochen! Die inneren Planeten w\u00fcrden erreichbar.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Im Moment erscheint dies noch wie ein Traum, aber Wissenschaftler arbeiten tats\u00e4chlich an derartigen Maschinen.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Das bringt mich direkt zu weiteren Visionen, was mit einem solchen Fusionsreaktor m\u00f6glich w\u00e4re. Was, wenn Energie extrem billig w\u00e4re, und was, wenn Energie im \u00dcberflu\u00df verf\u00fcgbar w\u00e4re?<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Man k\u00f6nnte an Entsalzung von Meerwasser in gro\u00dfem Stil denken, an k\u00fcnstliche Erd\u00f6lsynthese oder an meine Lieblingsidee, ein revolution\u00e4res M\u00fcllrecyclingsystem, das Abfall nicht nur zu CO<sub>2<\/sub> und Asche verbrennt, sondern statt dessen mit noch mehr Energie die Asche weiter in einen Plasmazustand versetzt. Dies ist nat\u00fcrlich ein Proze\u00df mit sehr hohem Energieverbrauch mit Hilfe der Lichtbogenplasma-Technologie. Aber in dem Plasmazustand w\u00e4re es m\u00f6glich, jeden Bestandteil jeden Materials in seine Molek\u00fcle oder sogar Atome zu zerlegen, die dann weiter umsortiert und elementweise aus dem Abfall extrahiert werden k\u00f6nnen, was ein nahezu 100%iges Recyclingsystem erg\u00e4be.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Letztlich bedeutete diese Idee, Hunger und Durst f\u00fcr alle Menschen zu beenden!<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Last but not least m\u00f6chte ich Sie noch an LaRouches beide letzten Gesetze erinnern. Denkt man an das, was ich eben dargestellt habe, meine ich, da\u00df diese Forderungen weder abstrakt noch unrealistisch sind. Im Gegenteil, wenn wir diese Ziele erreichen, w\u00e4re unsere Welt in jeder Hinsicht besser, weswegen wir weiter daran arbeiten sollten, sie zu verwirklichen.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Danke f\u00fcr Ihre Aufmerksamkeit.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"tab-content\">\n<div class=\"big-title\">\n<div class=\"bar\"><\/div>\n<h2>Panel IV<\/h2>\n<p class=\"sub-title-empty\">&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"small-title\">\n<h3>Wirtschaftliche und politische Potentiale von G\u00fcrtel und Stra\u00dfe<\/h3>\n<div class=\"long-bar\"><\/div>\n<\/div>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">In der letzten Vortragsrunde der Konferenz sprachen Redner aus Deutschland und mehreren s\u00fcdosteurop\u00e4ischen Nationen \u00fcber die Potentiale, die durch den Beitritt zur BRI erschlossen werden.<\/span><\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" width=\"960\" height=\"540\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/Ic8b23CxBSU?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"autoplay; encrypted-media\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p><strong>Elke Fimmen<\/strong>\u00a0(10:54) vom Schiller-Institut er\u00f6ffnete die Debatte mit dem Vortrag \u201eEin neuer Bauplan f\u00fcr die Zukunft \u2013 wie Ost- und S\u00fcdosteuropa an der Schaffung eines neuen globalen Wirtschaftswunders teilhaben k\u00f6nnen\u201c. Sie forderte die westeurop\u00e4ischen L\u00e4nder auf, \u201eihre Hausaufgaben zu machen und zu erkennen, da\u00df langfristige Prosperit\u00e4t, Stabilit\u00e4t und Frieden nur durch Kooperation mit Chinas Seidenstra\u00dfen-Projekt, mit Ru\u00dfland und der Eurasischen Wirtschaftsunion erreicht werden k\u00f6nnen\u201c. Der wahre Reichtum der Nationen liege in der Entwicklung der Kreativit\u00e4t der Bev\u00f6lkerung. Sie berichtete \u00fcber die Fortschritte, die im Kontext der \u201e16+1\u201c-Kooperation zwischen China und dem Mittel- und Osteurop\u00e4ischen L\u00e4ndern erreicht wurden, als Beispiel f\u00fcr das, was getan werden m\u00fcsse. \u201eDie europ\u00e4ischen Nationen k\u00f6nnen und d\u00fcrfen die zweite Chance nach 1989 nicht wieder verpassen.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Hier finden Sie die deutsche \u00dcbersetzung der Rede <\/span><\/a><\/p>\n<div class=\"toggle-content\">\n<div class=\"small-title\">\n<h3>Wie Ost- und S\u00fcdosteuropa sich an der Schaffung eines neuen globalen Wirtschaftswunders beteiligen k\u00f6nnen<\/h3>\n<div class=\"long-bar\"><\/div>\n<\/div>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Es ist offensichtlich, da\u00df die sogenannten f\u00fchrenden westeurop\u00e4ischen Nationen endlich ihre Hausaufgaben machen und erkennen m\u00fcssen, da\u00df langfristiger Wohlstand, Stabilit\u00e4t und Frieden, wie wir es auf dieser Konferenz diskutiert haben, nur durch die Zusammenarbeit mit Chinas Seidenstra\u00dfenprojekt, mit Ru\u00dfland und der Eurasischen Wirtschaftsunion erreicht werden kann. Frieden durch Entwicklung ist der Polarstern, dem wir folgen m\u00fcssen &#8211; und das ist keine Option, denn mit den alten Methoden wird Europa untergehen.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Schon der Vorschlag, da\u00df extrem arme L\u00e4nder wie z. B. Albanien und Mazedonien Fl\u00fcchtlingslager im Austausch gegen eine EU-Mitgliedschaft einrichten k\u00f6nnten, ist keine Politik, sondern einfach nur gedankenloser &#8211; und gef\u00e4hrlicher &#8211; Wahnsinn. Wollen wir wirklich die Balkanl\u00e4nder, die nach den geopolitisch motivierten Kriegen und der sogenannten Transformation der 1990er und 2000er Jahre immer noch zerbrechlich sind, erneut destabilisieren, indem wir auf den alten geopolitischen Machtspielen bestehen und ihnen die l\u00e4ngst \u00fcberf\u00e4llige wirtschaftliche Entwicklung verweigern?<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\"><a name=\"_GoBack\"><\/a> Sind nicht solche Pl\u00e4ne zu bevorzugen, wie des albanischen Pr\u00e4sidenten Edi Rama, der einen 15-Jahre-Plan zur nationalen Entwicklung &#8211; einschlie\u00dflich der Modernisierung der Infrastruktur und der Verbindung mit Chinas Seidenstra\u00dfe &#8211; entworfen hat? Warum sollte sich die EU gegen ein Projekt aussprechen, welches die seit langem notwendige Peljesac-Br\u00fccke in Kroatien bauen w\u00fcrde? Oder was ist mit dem Bau der Hochgeschwindigkeits-Bahnverbindung Belgrad- Budapest, als einem wichtigen Teilst\u00fcck der Verbindung vom griechischen Hafen Pir\u00e4us durch Makedonien, Serbien und Ungarn nach Mittel- und Westeuropa?<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Wird diese EU Blockadehaltung und das Bestehen auf Austerit\u00e4tspolitik, wie ihr Insistieren, da\u00df keine chinesischen Kredite f\u00fcr die Projekte akzeptiert werden d\u00fcrfen, irgend etwas dazu beitragen, die Wunden der Vergangenheit zu heilen und eine gemeinsame Zukunftsperspektive f\u00fcr alle V\u00f6lker in diesen L\u00e4ndern zu schaffen?<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Die Albaner erinnern sich immer noch mit Schrecken &#8211; und das sollten wir auch tun &#8211; an die Verzweiflung und das Chaos der 1990er Jahre, als nach dem Zusammenbruch des kommunistischen Systems 25.000 Albaner auf Booten nach Italien flohen und dann, nach f\u00fcnf Jahren sogenannter westlicher Marktreformen, ein riesiges spekulatives Pyramidensystem zusammenbrach, was den Gro\u00dfteil der Bev\u00f6lkerung ihre winzigen Ersparnisse kostete und zu einem landesweiten Zusammenbruch der sozialen und staatlichen Ordnung, zu Pl\u00fcnderungen der verzweifelten Bev\u00f6lkerung und zum Tod von mehr als tausend Menschen f\u00fchrte. Schlie\u00dflich intervenierte die OSZE, und internationale Friedenstruppen aus Griechenland, Italien, Spanien, Frankreich, der T\u00fcrkei und Rum\u00e4nien stellten die Ordnung und die grundlegenden Staatsfunktionen wieder her. 1999 flohen 300.000 Kosovaren nach Albanien, einem Land mit 2,8 Millionen Menschen mit einem Durchschnittsalter von 33 Jahren, was das Land erneut vor gro\u00dfe Herausforderungen stellte.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Jetzt wird \u00fcber eine neue \u201ealbanische\u201d Balkanroute f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge geredet, weil viele von ihnen versuchen, von Griechenland \u00fcber Albanien, Montenegro, Bosnien und durch Kroatien und die Slowakei nach Westeuropa zu kommen. Schon zuvor waren viele Fl\u00fcchtlinge in Serbien, wo die Grenze nach Ungarn und Kroatien geschlossen wurde. Jetzt gehen sie nach Bosnien, das eine 1000 km lange Grenze zu Kroatien hat. Dies f\u00fchrt zu neuen Spannungen zwischen den benachbarten L\u00e4ndern, einschlie\u00dflich einer neuen Krise, die sich gerade in Bosnien entwickelt. Keine Lager, egal wo, werden diese Dynamik stoppen, sondern nur richtige weltweite Entwicklung.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Die Chance der 16+1-Initiative<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Vor diesem Hintergrund ist das kommende Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs der mittel- und osteurop\u00e4ischen Staaten der \u201e16+1\u201c-Initiative in Sofia\/Bulgarien am kommenden Wochenende [6.\/7.7.], bei dem der chinesische Premierminister Li Keqjang sprechen wird, eine ausgezeichnete Gelegenheit auch f\u00fcr die westeurop\u00e4ischen Nationen, sich anzuschlie\u00dfen und die Wachstums- und Wohlstands-Initiative, \u00fcber die bei dem Gipfel in Sofia gesprochen werden wird, zu unterst\u00fctzen, anstatt diese L\u00e4nder weiterhin an der Zusammenarbeit mit China zu hindern und sie zu erpressen.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Chinas erfolgreiche Politik spiegelt erprobte Prinzipien der Wirtschaftswissenschaft wieder, die der Westen lange vernachl\u00e4ssigt hat, trotz der Tatsache, da\u00df eben jene Methoden grundlegend waren f\u00fcr die Entwicklung der USA, Deutschlands, Frankreichs, Japans und anderer zu Industrienationen.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Die Physische \u00d6konomie gibt dem \u201e<i>Einpflanzen der Produktivkr\u00e4fte von Nationen<\/i>\u201d, wie es der deutsch-amerikanische \u00d6konom Friedrich List nannte, Vorrang. Dem gegen\u00fcber stehen die finanzielle Ausbeutung und der sogenannte Freihandel des Britischen Empires.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">In der physischen Wirtschaft hingegen bilden gro\u00dffl\u00e4chige Infrastrukturprojekte und die Betonung von Wissenschaft und Technologie die Schl\u00fcssel zur Steigerung der Produktivkr\u00e4fte der Nation. Der wahre Wohlstand einer Nation liegt tats\u00e4chlich in der Entwicklung der <i>Kreativit\u00e4t ihrer Bev\u00f6lkerung.<\/i><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Chinas Neue Seidenstra\u00dfe oder G\u00fcrtel- und Stra\u00dfen-Initiative schafft ein komplett neues eurasisches Netzwerk von Kontinente \u00fcberspannender Infrastruktur und Handelsbeziehungen. Sie hat auch f\u00fcr die mittel-, ost- und s\u00fcdosteurop\u00e4ischen L\u00e4nder die l\u00e4ngst \u00fcberf\u00e4llige M\u00f6glichkeit geschaffen, ihre nationalen Wirtschaften wieder zu industrialisieren, ihr produktives Potential in Landwirtschaft, Maschinenbau, Hochtechnologie und Forschung (d.h. im nuklearen Bereich) zu entfalten und endlich die katastrophalen Folgen der neoliberalen \u201eSchocktherapie\u201d und der sozialen sowie wirtschaftlichen Zerst\u00f6rung durch die Serie der geopolitischen Balkankriege der 1990er Jahre zu \u00fcberwinden.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Die G\u00fcrtel- und Stra\u00dfeninitiative mit Europa verbinden<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Nach dem Finanzkrach von 2007\/2008 haben sich die osteurop\u00e4ischen L\u00e4nder nach neuen strategischen M\u00f6glichkeiten umgesehen, ihre Volkswirtschaften wieder aufzubauen. W\u00e4hrend die EU eine grausame Austerit\u00e4tspolitik durchsetzte, initiierte China das \u201e16+1\u201c-Format mit den mittel- und osteurop\u00e4ischen L\u00e4ndern (CEEC) und startete j\u00e4hrliche Treffen der Staats- und Regierungschefs. Das erste Treffen fand 2012 in Warschau\/Polen statt, und das n\u00e4chste wird am kommenden Wochenende in Sofia\/Bulgarien abgehalten.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Die 16 CEEC-L\u00e4nder, so verschieden sie auch sein m\u00f6gen, stellen auf Grund ihrer geographischen Lage eine wichtige Br\u00fccke dar, um die infrastrukturelle und wirtschaftliche Entwicklung Eurasiens durch die Projekte der Neuen Seidenstra\u00dfe bzw. OBOR umzusetzen. Sie \u00fcberspannen Europa von Norden nach S\u00fcden, zwischen dem gro\u00dfen russischen Wirtschaftsmarkt und Westeuropa. Zu diesen Staaten geh\u00f6ren die baltischen Staaten (Estland*, Litauen*, Lettland*), die zentraleurop\u00e4ischen Staaten (Polen*, die Tschechische Republik*, die Slowakei* und Ungarn*) sowie die s\u00fcdosteurop\u00e4ischen L\u00e4nder und Balkanstaaten (Albanien, Bosnien-Herzegowina, Bulgarien*, Kroatien*, Makedonien, Montenegro, Serbien, Slowenien* und Rum\u00e4nien*).<sup>1<\/sup><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Li Keqiang, Chinas Premierminister, hat in seiner Rede beim letzten 16+1-Treffen der Staatsoberh\u00e4upter im November 2017 in Budapest davon gesprochen, einen \u201eneuen Entwurf f\u00fcr die Zukunft\u201d zu pr\u00e4sentieren. Er pr\u00e4sentierte ein ehrgeiziges Programm f\u00fcr eine verst\u00e4rkte China-CEEC-Kooperation durch die Verbindung der G\u00fcrtel- und Stra\u00dfen-Initiative mir den Entwicklungsstrategien der CEEC-L\u00e4nder. Er sagte, China habe ein \u201egedeihendes Europa\u201d zum Ziel. Eine engere Zusammenarbeit mit den 16 L\u00e4ndern, von denen elf Mitglied der EU sind, w\u00fcrden die Zusammenarbeit zwischen der EU und China \u201ein n\u00fctzlicher Weise erg\u00e4nzen.\u201d<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Er betonte, da\u00df der 19. Parteitag neue Richtlinien und Perspektiven f\u00fcr ein offeneres und gedeihendes China entwickelt habe und dadurch mehr und gr\u00f6\u00dfere M\u00f6glichkeiten f\u00fcr alle L\u00e4nder auf der Welt geschaffen worden seien. Der Premierminister sch\u00e4tzte, da\u00df Chinas Importe in den kommenden f\u00fcnf Jahren auf acht Billionen Dollar ansteigen sollen, w\u00e4hrend China von einem Hochgeschwindigkeits- zu einem Hochqualit\u00e4ts-Wachstum \u00fcbergehe.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Neben seinem Aufruf, Schl\u00fcsselprojekte zur Vernetzung, wie z.B. die Hochgeschwindigkeitsbahn Ungarn-Serbien, zu beschleunigen, schlug Premierminister Li Keqiang vor, den Ausbau der Produktionskapazit\u00e4ten durch Handels- und Wirtschaftskooperationszonen und durch die Schaffung von Industrie-, Wertsch\u00f6pfungs- und Logistikketten auszudehnen. Er rief auch dazu auf, die Kooperation zwischen mittelst\u00e4ndischen Unternehmen zu f\u00f6rdern. Dieses Thema ist f\u00fcr alle CEE-Nationen wichtig, weil sie dringend ihren eigene hochtechnologische Industrie, den Mittelstand und andere Produktionsst\u00e4tten entwickeln wollen.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Der Ansatz, reales Wachstum und Entwicklung durch infrastrukturelle, wissenschaftliche und andere produktive Investitionen zu erleichtern, hat einen neuen, optimistischen, l\u00e4ngst f\u00e4lligen Impuls in Osteuropa und den Balkanl\u00e4ndern geschaffen.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Obwohl bei der Konferenz der europ\u00e4ischen Verkehrsminister 1994 auf Kreta Verkehrskorridore definiert wurden, wurde der Bau dieser Projekte nicht &#8211; oder nur in unzureichendem Umfang &#8211; begonnen. Erst nach der EU-Osterweiterung nach 2004 kamen diese Projekte langsam in Gang. Aber bis zum heutigen Tage kann das EU-Verkehrsnetzwerk bestenfalls als Flickenteppich bezeichnet werden, weil die gegenw\u00e4rtige Finanzierung der EU f\u00fcr eine integrierten, hochpriorisierten Ansatz nicht ausreicht. W\u00e4hrend sich die tats\u00e4chlich notwendigen Ausgaben, um das bestehende transeurop\u00e4isches Verkehrsnetz (TEN-T) auf den heutigen Standard zu bringen, auf mindestens 500 Mrd. Euro zwischen 2021 und 2030 belaufen, wie dies in der Erkl\u00e4rung von Ljubljana von Vertretern des Transportsektors und \u00e4hnlicher Bereiche verlangt wurde, umfa\u00dft der Haushalt der \u201eConnecting Europe\u201c-Fazilit\u00e4t zur Unterst\u00fctzung des Verkehrsnetzes lediglich 30,5 Mrd. Euro. Der Haushalt f\u00fcr 2014-2020 bel\u00e4uft sich auf 21,3 Mrd. Euro.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Im Gegensatz dazu sind bei der CEEC-China-Kooperation der transnationale und eurasische Verkehr und Logistik ein wesentlicher Aspekt: Im Mai 2016 wurde in Riga, der Hauptstadt Lettlands im Baltikum, das 16+1-Sekretariat f\u00fcr logistische Kooperation eingeweiht. Au\u00dferdem wurde im Oktober 2017 das Warschauer Sekretariat f\u00fcr Maritime Zusammenarbeit er\u00f6ffnet. Die \u201eRigaer Erkl\u00e4rung\u201d identifiziert als eine zentrale Frage die \u201eKooperation der Seeh\u00e4fen an Adria, Ostsee und Schwarzem Meer\u201c, die sich auf die Entwicklung von \u201eVerkehrs-Knotenpunkten mit H\u00e4fen und Industrieparks in den K\u00fcstengebieten der Adria, der Ostsee und des Schwarzen Meeres und entlang der Binnenwasserstra\u00dfen, die Zusammenarbeit beim Aufbau von Industrieclustern in den H\u00e4fen und die Schaffung moderner Schienen-, Stra\u00dfen- und Schiffahrtskorridore zu ihrer Verbindung\u201c konzentrieren sollte. Dies w\u00fcrde \u201e\u2026 den Entwicklungsbed\u00fcrfnissen aller 17 L\u00e4nder dienen\u201d und \u201edamit zu einer engeren Beziehung zwischen der EU und China beitragen, indem Synergien der spezifischen Bed\u00fcrfnisse und Vorteile bei der infrastrukturellen Entwicklung und technologischen Weiterentwicklung erzielt werden\u2026 in der Absicht, das wirtschaftliche Wachstum eines jeden Landes in der gesamten Region zu f\u00f6rdern.\u201c<sup>2<\/sup><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">China wird eine weitere Mrd. $ f\u00fcr die zweite Phase der Finanzierung des Investitionsfonds f\u00fcr die Kooperation zwischen China und Mittel- und Osteuropa zur Verf\u00fcgung stellen. Der Fonds plant, 10 Mrd. Euro in der CEEC-Region zu investieren. Polen und Ungarn sind Vollmitglieder der Asiatischen Infrastruktur-Investitionsbank, Rum\u00e4nien wurde im November 2017 als zuk\u00fcnftiges Mitglied aufgenommen.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Dies sind nur einige Beispiele dieser Zusammenarbeit und ihres Potentials. Mehr k\u00f6nnen sie dar\u00fcber in der gerade neu ver\u00f6ffentlichten Studie des Schiller-Instituts \u00fcber die Fortschritte der Weltlandbr\u00fccke lesen, Exemplare finden Sie an unserem B\u00fcchertisch.<sup>3<\/sup><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Lassen sie mich schlie\u00dfen mit der Feststellung:<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Mit dem globalen \u00dcbergang zu einem neuen Paradigma des \u201eFriedens durch wirtschaftliche Entwicklung\u201d, \u00fcber den wir bei dieser Konferenz gesprochen haben, werden die mittel-, ost- und s\u00fcdosteurop\u00e4ischen L\u00e4nder endlich in der Lage sein, sich auf die reale Entwicklung ihrer L\u00e4nder zu konzentrieren, anstatt als geopolitischer <i>cordon sanitaire<\/i> oder als Milit\u00e4rst\u00fctzpunkte gegen Ru\u00dfland mi\u00dfbraucht zu werden. Chinas Initiative der Neuen Seidenstra\u00dfe hat gemeinsam mit Ru\u00dfland und der Eurasischen Wirtschaftsunion das Potential f\u00fcr eine stabile Friedensstrategie f\u00fcr Europa, Eurasien, Afrika und dar\u00fcber hinaus geschaffen. Diese zweite Chance nach 1989 darf nicht verpa\u00dft werden.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Lassen sie uns jetzt eine wahre humanistische Renaissance in Europa schaffen, die f\u00fcr die gesamte Welt und die Menschheit von Vorteil sein wird! Ich danke Ihnen.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Anmerkung:<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">1. * = EU Mitgliedsstaaten.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">2. <i>http:\/\/english.gov.cn\/news\/international_exchanges\/2016\/11\/06\/content_281475484335120.htm<\/i><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">3. <i>The New Silk Road becomes the World Land-Bridge: A Shared Future for Humanity (Vol. II), <\/i>siehe<i> https:\/\/shop.eir.de\/produkt\/the-new-silk-road-becomes-the-world-land-bridge-a-shared-future-for-humanity-vol-ii\/<\/i><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>Der bulgarische Abgeordnete\u00a0<strong>Prof. Ivo Christov<\/strong>\u00a0(25:48) sprach \u00fcber das \u201eNeue Paradigma aus der Sicht des Balkan\u201c. Er begann seinen Vortrag mit dem geopolitischen Satz: \u201eGeographie ist Schicksal\u201c, und zeigte dann die wichtige Position der Balkan-Region mit ihrer interessanten Geschichte, Wirtschaft und Kultur als Tor zu Europa f\u00fcr die Land- und Seerouten der Neuen Seidenstra\u00dfe. Hier kollidieren die Interessen der Vereinigten Staaten, Ru\u00dflands, der T\u00fcrkei und Chinas. Christov verwies auf den US-St\u00fctzpunkt Camp Bondsteel im Kosovo, der den anderen M\u00e4chten den Zugang zum Balkan verwehrt.<\/p>\n<div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Die deutsche \u00dcbesetzung seine Rede finden Sie hier<\/span><\/a><\/p>\n<div class=\"toggle-content\">\n<div class=\"small-title\">\n<h3>Das Neue Paradigma aus der Sicht des Balkan<\/h3>\n<div class=\"long-bar\"><\/div>\n<\/div>\n<p>Vielen Dank! Zun\u00e4chst einmal m\u00f6chte ich dem Schiller-Institut daf\u00fcr danken, da\u00df man mich hierher eingeladen hat, einige Ideen und Gedanken zum Thema unserer Konferenz mit Ihnen zu teilen. Ich denke, es wird eine fruchtbare Konferenz sein, nicht nur hinsichtlich der Ideen, sondern auch f\u00fcr praktische Aktivit\u00e4ten.<\/p>\n<p>Das Thema meines Vortrags heute lautet \u201eDas Neue Paradigma aus der Sicht des Balkan\u201c. Als Akademiker m\u00f6chte ich an unser Thema, den Balkan und die neuen chinesischen Initiativen, mit einem strategischen Blick von oben herangehen, konkret mit dem Gesamtbild der geopolitischen Gegenwart.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/christov1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-48035\" src=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/christov1.jpg\" alt=\"christov1\" width=\"920\" height=\"510\" srcset=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/christov1.jpg 920w, https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/christov1-300x166.jpg 300w, https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/christov1-768x426.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 920px) 100vw, 920px\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>Abb. 1: Die wesentlichen industriellen und wirtschaftlichen Machtzentren der Welt: Europa, die Vereinigten Staaten, Ru\u00dfland und China.<\/em><\/p>\n<h3 class=\"western\">Machtzentren der Welt<\/h3>\n<p>Es gibt einen Ausspruch, der Napoleon zugeschrieben wird und den der ber\u00fchmte franz\u00f6sische Historiker Fernand Braudel mitgeteilt hat: \u201eGeographie ist Schicksal\u201c. Wenn wir uns die geographische Landkarte betrachten (<i>Abbildung 1<\/i>) und auf die wesentlichen industriellen und wirtschaftlichen Machtzentren der heutigen Welt schauen, verschafft uns das eine wichtige Perspektive.<\/p>\n<p>Aus historischer Sicht ist der erste Kreis der Industrie das westliche Machtzentrum \u2013 wirtschaftlich, milit\u00e4risch usw. Es liegt im S\u00fcden Britanniens in England, und sp\u00e4ter im Ruhrgebiet im westlichen Teil Deutschlands sowie im Nordosten Frankreichs. Das ist ein Proze\u00df, der 200 Jahre w\u00e4hrte, die \u00c4ra der sog. Industriellen Revolution.<\/p>\n<p>Das Resultat hiervon ist, da\u00df westliche L\u00e4nder, insbesondere Gro\u00dfbritannien und danach nat\u00fcrlich Frankreich und sp\u00e4ter Deutschland und die Vereinigten Staaten, sehr viel Macht haben \u2013 nicht nur hinsichtlich ihrer Streitkr\u00e4fte, sondern auch hinsichtlich ihrer Volkswirtschaften und insbesondere auch ihrer kulturellen Ansichten. Es ist offensichtlich, da\u00df dies eine Welt mit dem Westen als Zentrum ist, weil das Machtzentrum, besonders milit\u00e4risch, wirtschaftlich und technisch, dort konzentriert ist. Ihre Vorherrschaft beruht offensichtlich auf ihrer milit\u00e4rischen St\u00e4rke, ganz besonders zur See.<\/p>\n<p>Danach, ganz am Ende der Industriellen Revolution, ist das n\u00e4chste Zentrum politischer und milit\u00e4rischer Macht Nordamerika, vor allem konzentriert im \u00f6stlichen Teil der Vereinigten Staaten, in Neuengland. Und sp\u00e4ter, nach dem Amerikanischen B\u00fcrgerkrieg, verlagerte sich das Zentrum hin zur Mitte, zu den Gro\u00dfen Ebenen, nach Chicago, und dann zur Westk\u00fcste der Vereinigten Staaten. Sie sind das st\u00e4rkste Zentrum, denn es ist offensichtlich, da\u00df Kanada und Mexiko L\u00e4nder sind, die stark von der US-amerikanischen Macht abh\u00e4ngig sind. Zwischen dem westeurop\u00e4ischen Zentrum und dem amerikanischen Zentrum gibt es sehr intensive Str\u00f6me von Waren, Finanzen usw. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Amerika der Hauptakteur. Westeuropa und nach 1989 auch Osteuropa wurden von der amerikanischen Macht abh\u00e4ngig.<\/p>\n<p>Ein weiteres Zentrum wirtschaftlicher und milit\u00e4rischer Macht ist nat\u00fcrlich Ru\u00dfland. Ru\u00dfland stieg nach den Reformen Peters des Gro\u00dfen und mehr noch nach der Gr\u00fcndung der Sowjetunion zur Gro\u00dfmacht auf. In der Stalin-\u00c4ra wurde die Sowjetunion zur st\u00e4rksten milit\u00e4rischen Macht der Welt nach den Vereinigten Staaten.<\/p>\n<p>Das vierte Machtzentrum \u2013 wirtschaftlich, milit\u00e4risch, im Handel usw. \u2013 ist der \u00f6stliche Teil Eurasiens. Historisch waren das zuerst Japan und danach auch Korea und China.<\/p>\n<p>Was zeichnet diese Zentren wirtschaftlicher und kultureller Einfl\u00fcsse aus? Es ist ein ganz spezielles Modell der Gr\u00fcndung moderner Kultur, besonders im modernen Zustand der Wirtschaft. Diese Wirtschaft wurde von oben herab vom Staat, einem sehr starken Staat, geschaffen. Es ist etwas ganz anderes als der freie Markt, die gesamte Wirtschaft ist eine Frucht aktiver staatlicher Politik. Das ist typisch f\u00fcr Japan zu Beginn des 20. Jahrhunderts; danach sieht man es in China w\u00e4hrend der Reformen ab den 1980er Jahren. Es handelt sich um eine sehr spezielle Zusammenarbeit zwischen einem starken Staat auf der einen Seite und der Schaffung neuer wirtschaftlicher Bereiche und Akteure auf der anderen. Im Falle Chinas schafft der chinesische Staat die neuen wirtschaftlichen Zugpferde im Marktbereich auf globaler Ebene.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Jagd nach Handel und Ressourcen<\/h3>\n<p>Zwischen dem westeurop\u00e4ischen und dem nordamerikanischen Kern der westlichen Macht hat sich ein sehr intensiver Handel und andere Wirtschaftsaktivit\u00e4ten entwickelt. Sehr interessant ist, da\u00df ihre wirtschaftliche und politische Macht auf Rohstoffen beruht, ganz besonders \u00d6l- und Gasressourcen, die sich \u2013 mit der Ausnahme Ru\u00dflands \u2013 au\u00dferhalb dieser Regionen befinden. F\u00fcr Amerika beispielsweise sind dies die \u00d6l- und Gasvorkommen im Golf von Mexiko und in Mexiko und nat\u00fcrlich die in Kanada und Alaska. In Europa hingegen beziehen die L\u00e4nder ihre Rohstoffe vor allem von den Golfstaaten im Nahen Osten. Interessant ist, da\u00df f\u00fcr das Wirtschaftsmodell des Fernen Ostens eine enge Bindung an die L\u00e4nder des Nahen Ostens und Nordafrikas f\u00fcr die Energietr\u00e4ger sehr wichtig ist.<\/p>\n<p>Was ist nun an unserer Situation heute grunds\u00e4tzlich neu? Grunds\u00e4tzlich ist die Lage, da\u00df China seine eigenen Aktivit\u00e4ten und seine politische und wirtschaftliche Rolle in der Welt entfalten will \u2013 nicht, um eine Nullsummenstrategie zu verfolgen, sondern aus einer Strategie des gemeinsamen Vorteils heraus (<i>win-win<\/i>): \u201eWir gewinnen und ihr gewinnt bei unseren Kooperationen und dem Handel und den politischen Beziehungen.\u201c Chinas Abh\u00e4ngigkeit von Rohstoffen, besonders aus der Region, ist dabei ein Vorteil, bietet aber auch vor allem den nordamerikanischen L\u00e4ndern einige M\u00f6glichkeiten, Chinas Entwicklung zu blockieren, und zu verhindern, da\u00df es die F\u00fchrung der modernen Welt \u00fcbernimmt.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Engp\u00e4sse auf den Meeren<\/h3>\n<p>Wie? Indem Amerika bisher beispielsweise den sehr wichtigen Knotenpunkt der Malakka-Stra\u00dfe kontrolliert. Die Malakka-Stra\u00dfe ist \u00e4u\u00dferst wichtig, weil durch sie 40% des Welthandels und G\u00fcteraustausches laufen, besonders der Handel aus China, Japan, Korea und anderen asiatischen \u201eTigerstaaten\u201c.<\/p>\n<p>Ein anderer Punkt, an dem China blockiert werden kann, ist die Stra\u00dfe von Hormus zwischen dem Iran und Oman, weil das der Engpa\u00df beim Erreichen der \u00d6lfelder des Nahen Ostens ist.<\/p>\n<p>Ein anderer Engpa\u00df ist die Stra\u00dfe zwischen der Arabischen Halbinsel, Jemen \u2013 das ist sehr interessant in Bezug auf den Vortrag zu diesem Thema gestern (vgl. <i>Neue Solidarit\u00e4t <\/i>30\/2018) \u2013 und Dschibuti, Somalia und \u00c4thiopien. Die Schiffahrt zwischen dem Indischen Ozean und dem Mittelmeer mu\u00df den Bab-El-Mandab und den Suezkanal passieren.<\/p>\n<p>So gesehen ist es interessant, Chinas Strategie zu beobachten, neue G\u00fcrtel des internationalen Handels und der Zusammenarbeit zu entwickeln, nicht nur \u00fcber die Weltmeere, sondern \u00fcber Land in Eurasien, besonders vom Westen Chinas durch Zentralasien, den Iran und dann die T\u00fcrkei zur Mitte Europas. Europa, besonders Deutschland, Frankreich und allgemein der Kern Europas, ist heute der gr\u00f6\u00dfte Markt der Welt. Andererseits gibt es eine weitere Option von Beijing durch den S\u00fcden Ru\u00dflands oder den Norden Kasachstans direkt zu den Ostseeh\u00e4fen und Deutschland. Eine weitere Option ist die s\u00fcdliche Route, von S\u00fcdchina durch Thailand, wiederum eine andere von Westchina direkt durch Pakistan zur pakistanischen Provinz Belutschistan, dies schafft die direkte Verbindung zu den \u00d6lfeldern des Nahen Ostens und am Persischen Golf.<\/p>\n<p><em><a href=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/christov2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-48045\" src=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/christov2.jpg\" alt=\"christov2\" width=\"920\" height=\"530\" srcset=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/christov2.jpg 920w, https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/christov2-300x173.jpg 300w, https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/christov2-768x442.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 920px) 100vw, 920px\" \/><\/a><\/em><\/p>\n<p><em>Abb. 2: \u00dcber den Balkan verlaufen wichtige Verkehrsstr\u00f6me aus dem Nahen Osten und Nordafrika nach Mitteleuropa.<\/em><\/p>\n<h3 class=\"western\">Viele Routen f\u00fchren durch den Balkan<\/h3>\n<p>Warum ist das so wichtig? Warum spreche ich dar\u00fcber, wenn mein Thema der Balkan ist? Es ist interessant in Bezug auf die historische, milit\u00e4rische, wirtschaftliche und andere Dimensionen, diese Lage zu verstehen. Warum ist der Balkan so wichtig? Nicht, weil ich aus dieser Region komme \u2013 ich stamme aus Kiew und lebe in Bulgarien. Die Iberische Halbinsel und die Balkanhalbinsel sind die beiden Eingangstore nach Europa aus Afrika auf der einen Seite und aus dem Nahen Osten auf der anderen.<\/p>\n<p>Deshalb ist diese spezielle Region sehr wichtig. Warum? Erstens gibt es zwei Hauptrichtungen des Handels \u2013 Verkehr von Waren und Menschen usw. \u2013 von Ost nach West \u00fcber die T\u00fcrkei und Istanbul, Bulgarien, Serbien und andere nach Mitteleuropa, besonders Deutschland. Eine weitere Route f\u00fchrt von Nordafrika, besonders \u00c4gypten, \u00fcber Griechenland, Makedonien, Serbien und Kroatien oder Ungarn ebenfalls direkt nach Deutschland (<i>Abbildung 2<\/i>). Das ist sehr wichtig f\u00fcr das Blockieren dieser Handelsstr\u00f6me vom Balkan nach Mitteleuropa.<\/p>\n<p>Ein anderer wichtiger Punkt ist, da\u00df es hier auf dieser kleinen Halbinsel eine solche F\u00fclle von Geschichte, so viele Widerspr\u00fcche und eine Geschichte vieler blutiger Konflikte gibt. Warum? Hier leben drei Zivilisationen zusammen, insbesondere auch Muslime. Das ist Teil der fr\u00fcheren Geschichte des Osmanischen Reiches, die T\u00fcrken bzw. Muslime in Bosnien oder Albanien. Dann ist da die orthodoxe Zivilisation \u2013 Griechen, Bulgaren, Serben und Rum\u00e4nen sind Orthodoxe. Und dann nat\u00fcrlich die katholische Zivilisation, konzentriert im Nordwesten der Halbinsel, besonders in Kroatien, dem kroatischen Teil Bosniens und Slowenien. Deshalb ist dieser kleine Teil Europas das Kampffeld von vier Gro\u00dfm\u00e4chten: die Vereinigten Staaten, Ru\u00dfland, die T\u00fcrkei und China.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Werden die Routen offen sein?<\/h3>\n<p>Was ist interessant f\u00fcr China? China m\u00f6chte Zugang zu diesem sehr wichtigen Gebiet haben. Beispielsweise hat China in Kooperation mit der T\u00fcrkei eine Eisenbahnstrecke von der T\u00fcrkei \u00fcber Istanbul gebaut, die vielleicht nach Bulgarien verl\u00e4ngert wird. Aber nur vielleicht. Ein anderes Eisenbahnprojekt verl\u00e4uft vom griechischen Hafen Pir\u00e4us nach Thessaloniki, Makedonien, Serbien und von dort bis mitten nach Deutschland.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/christov3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-48055\" src=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/christov3.jpg\" alt=\"christov3\" width=\"920\" height=\"545\" srcset=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/christov3.jpg 920w, https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/christov3-300x178.jpg 300w, https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/christov3-768x455.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 920px) 100vw, 920px\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>Abb. 3: Der gr\u00f6\u00dfte amerikanische Milit\u00e4rst\u00fctzpunkt in Osteuropa, Camp Bondsteel, liegt im Kosovo.<\/em><\/p>\n<p>Hier sollte man Camp Bondsteel erw\u00e4hnen. Das ist der gr\u00f6\u00dfte amerikanische Milit\u00e4rst\u00fctzpunkt in Osteuropa, er liegt im Kosovo. Von dort aus haben die USA alle Bem\u00fchungen blockiert, aus irgendeiner Richtung Zugang zur Balkanhalbinsel zu erhalten.<\/p>\n<p>In der Zukunft wird das Projekt der Neuen Seidenstra\u00dfe sehr schwierig praktisch umzusetzen sein. Warum? Es gibt so viele Hindernisse durch die amerikanische Strategie, zu verhindern, da\u00df China sich hier engagiert, und jede Initiative Ru\u00dflands f\u00fcr den Bau neuer \u00d6l- oder Gaspipelines aus Ru\u00dfland z.B. \u00fcber Bulgarien und Serbien zu stoppen.<\/p>\n<p>Was sollten wir tun? Warum ist es so wichtig, da\u00df Europa die Geopolitik in dieser Region ver\u00e4ndert? Wenn der Balkan immer nur das \u201eschwarze Loch\u201c Europas bleibt, wird diese Geopolitik alle Initiativen st\u00f6ren, wenn nicht verhindern, immer wenn man versucht, die geopolitische Lage nicht nur in Europa, sondern auf der ganzen Welt zu ver\u00e4ndern.<\/p>\n<p>Vielen Dank.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>Der bekannte deutsche \u00d6konom\u00a0<strong>Folker Hellmeyer<\/strong>\u00a0(46:34) sprach \u00fcber \u201eDie Integrationsoptionen der Eurasischen Zoll- und Wirtschaftsunion und der OBOR Initiative Chinas\u201c und sagte, die neuen Strukturen f\u00fcr die Kooperation zwischen den Nationen, \u00fcber die mehrere seiner Vorredner gesprochen hatten, k\u00e4men als Ersatz f\u00fcr die alten, versagenden Strukturen des Westens \u2013 wie die EU \u2013 in Betracht, insbesondere die Eurasische Zoll- und Wirtschaftsunion (EAEU) komme als Ersatz, Partner oder Br\u00fccke in Betracht, um Europa in eine Kooperation mit der BRI zu f\u00fchren.<\/p>\n<div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Hier finden Sie den deutschen Text der Rede<\/span><\/a><\/p>\n<div class=\"toggle-content\">\n<div class=\"small-title\">\n<h3>Die Integrationsoptionen der Eurasischen Zoll- und Wirtschaftsunion und der OBOR-Initiative Chinas<\/h3>\n<div class=\"long-bar\"><\/div>\n<\/div>\n<p class=\"western\">Sehr geehrte Frau Zepp-LaRouche, es ist mir eine Ehre, es ist mir eine Freude, hier heute vortragen zu d\u00fcrfen, und bevor ich jetzt in den n\u00e4chsten zwei Stunden das eine oder andere erz\u00e4hlen werde, m\u00f6chte ich mich f\u00fcr das Engagement von Herrn LaRouche und Frau Zepp-LaRouche f\u00fcr dieses Projekt, das Sie wesentlich auch inhaltlich mitbestimmt haben &#8211; \u00fcber Jahrzehnte -, bedanken. Und ich m\u00f6chte Ihnen eines sagen: Es ist das gr\u00f6\u00dfte Wirtschaftsprojekt in der Geschichte der Menschheit, seitdem es Schriftzeichen gibt, seit den Sumerern!<\/p>\n<p class=\"western\">Meine sehr verehrten Damen und Herren, und das ist mir genauso wichtig, und das setzt dann auch an dem Vortrag an, den wir eben geh\u00f6rt haben: Es ist ein Friedensprojekt. Es ist der Aufbau von Infrastruktur. Es ist doch nicht nur die Wachstumsdividende aus dem Aufbau der Infrastruktur, sondern wir m\u00fcssen hier reden \u00fcber die Zweit- und Drittrundeneffekte durch Erschlie\u00dfung des Humankapitals. Das ist eine nachhaltige, die Weltwirtschaft bedeutend ver\u00e4ndernde Initiative, der ich \u00fcbrigens seit f\u00fcnf Jahren, und so lange kennen wir uns auch, glaube ich, mich angeschlossen habe und daf\u00fcr k\u00e4mpfe.<\/p>\n<p class=\"western\">Meine sehr verehrten Damen und Herren, ich m\u00f6chte eines deutlich sagen: Aristoteles war ein guter Grieche, und Aristoteles hat vor 2350 Jahren gesagt: Wer Strukturen ver\u00e4ndert, ver\u00e4ndert nachhaltig die Konjunkturverl\u00e4ufe und ultimativ die Haushaltslagen. Und diese These von Aristoteles bildet das R\u00fcckgrat meiner gesamten Analysen, seitdem ich diesen Job 1997 mal begonnen habe, und diese Thesen werden latent best\u00e4tigt. Und das ist jetzt auch etwas f\u00fcr Sie, Herr Zanni, Deutschland hat reformiert &#8211; Agenda 2010. Wir haben Europa schmerzhaft strukturell reformiert &#8211; und das best\u00e4tigt alles Aristoteles -, und wir haben heute die strukturellen Haushaltsdefizite bereinigt, die Nord-S\u00fcd-Divergenz bereinigt. Europa w\u00e4chst &#8211; und jetzt h\u00f6ren Sie bitte genau hin &#8211; ma\u00dfgeblich auf wiederkehrenden Einkommen, das ist die beste Qualit\u00e4t die es gibt, auch hier wird Aristoteles best\u00e4tigt.<\/p>\n<p class=\"western\">Und das Projekt One Belt One Road, Seidenstra\u00dfe, ist Struktur. Das ist Aristoteles in Reinkultur, das ist Zukunftsf\u00e4higkeit.<\/p>\n<p class=\"western\">Ich soll und werde heute \u00fcber die Eurasische Zoll- und Wirtschaftsunion reden, aber ich bin immer noch nicht durch. Ich m\u00f6chte Ihnen an dieser Stelle etwas sagen, denn die Aktualit\u00e4t brennt: Wir haben heute eine Anfechtung genau dieser Initiativen, One Belt, One Road, weil sie ja l\u00e4nder\u00fcbergreifend sind, durch die Vereinigten Staaten. Und das sollten wir nicht klein schreiben. Ich hatte das Vergn\u00fcgen, vor zwei Wochen hier in Frankfurt mit einem der vier Generaldirektoren der Welthandelsorganisation WTO zusammen zu sein, und der Angriff, der seitens der USA gegen die WTO gefahren wird, ist absolut ernst zu nehmen. Das Ger\u00fcst, das die arbeitsteilige Weltwirtschaft zusammen h\u00e4lt, ist das Grundger\u00fcst der Welthandelsorganisation. Wenn wir diese Welthandelsorganisation in ihrer Funktionalit\u00e4t untergraben, dann werden wir hier einen Sturm ernten, der massiv ist. Denn es gibt heute keine autarken Wirtschaftsnationen mehr. Wir sind von dieser arbeitsteiligen Konstellation absolut abh\u00e4ngig. Deswegen gilt es im Moment sehr aufmerksam zu sein, denn f\u00fcr mich ist der Angriff auf die WTO, auf die Welthandelsorganisation, eben auch ein Angriff auf das Projekt One Belt One Road und Seidenstra\u00dfe.<\/p>\n<p class=\"western\">Aber ich m\u00f6chte Sie gleichzeitig beruhigen. Denn die USA haben heute nur noch 15% Anteil an der Weltwirtschaft, der Rest der Welt sind 85%. Und wenn diese 85% zusammenstehen, meine Damen und Herren, dann wird dieses Konstrukt, das hier im Moment aufgebaut wird &#8211; ma\u00dfgeblich durch China, aber auch durch viele Institutionen &#8211; Bestand haben.<\/p>\n<p class=\"western\">Das m\u00f6chte ich einfach vorneweg als Einf\u00fchrung zu diesem Thema bringen, und jetzt lassen Sie uns gehen zur Eurasischen Zoll- und Wirtschaftsunion. Wir haben eben \u00fcber den Balkan geh\u00f6rt, jetzt schauen wir also im Grunde genommen in Richtung Kasachstan: die Nordroute.<\/p>\n<p class=\"western\">Der immense Aufstieg asiatischer Nationen, den wir seit Jahrzehnten erleben, sucht in der Wirtschaftsgeschichte seinesgleichen. Dabei geht es nicht nur um China oder Indien, meine Damen und Herren, der ganze Kontinent akzeptiert die Vorherrschaft der alten Industrienationen nicht mehr. W\u00e4hrend unsere westliche Welt mit \u00dcberalterung, Politikm\u00fcdigkeit und Verschuldung k\u00e4mpft, zeichnen sich die meisten L\u00e4nder Asiens durch Wachstum sowie eine junge, lernf\u00e4hige, leidensf\u00e4hige und leistungsf\u00e4hige Bev\u00f6lkerung aus.<\/p>\n<p class=\"western\">Meine Damen und Herren, ich will Ihnen das deutlich machen. Ich hatte das Vergn\u00fcgen, vor einigen Jahren hier in Frankfurt mit einem Vorstandsmitglied der chinesischen Zentralbank dinieren zu d\u00fcrfen, und er sagte mir: \u201eHerr Hellmeyer, wir finden Europa phantastisch, das ist der widerstandsf\u00e4higste und gr\u00f6\u00dfte Absatzmarkt f\u00fcr uns &#8211; die Europ\u00e4ische Union mit 500 Millionen Menschen -, wichtiger als die USA, wir kaufen Ihre Industrie, wo wir es nur k\u00f6nnen, aber\u201c &#8211; meine Damen und Herren, und jetzt, Herr Zanni, h\u00f6ren Sie hin &#8211; \u201eSie finden au\u00dfenpolitisch doch gar nicht statt.\u201c &#8211; Ich betone das nochmal: Sie finden au\u00dfenpolitisch nicht statt! &#8211; \u201eMit wem sollen wir denn seitens Chinas reden? Mit Br\u00fcssel? London? Lissabon? Helsinki? Berlin? Paris? Mit wem sollen wir reden? Sie sind ein au\u00dfenpolitischer Eunuch.\u201c<\/p>\n<p class=\"western\">Und jetzt denken Sie genau dar\u00fcber nach, denn wir brauchen auch f\u00fcr die Seidenstra\u00dfe ein starkes Europa, ein Europa, das au\u00dfenpolitisch, Herr Zanni, mit einer Stimme spricht. Das brauchen wir, das ist zwingend erforderlich.<\/p>\n<p class=\"western\">Wir haben den besten und st\u00e4rksten Kapitalstock der Welt. Was ist Kapitalstock? Das sind Unternehmen, meine Damen und Herren. Kapitalstock, das nennt sich \u201e<i>hidden champion<\/i>\u201c, Ein <i>hidden champion<\/i> ist die Nr. 1 in seiner Branche in seinem eigenen Land und unter den Top Drei der ganzen Welt. Davon gibt es 2700. Und die Eurozone hat mit 4,6% der Weltbev\u00f6lkerung 60% dieses innovativen Kapitalstocks. Wir sind das <i>Powerhouse<\/i> der Welt, au\u00dferhalb von Hardware, Software und Biotechnologie, und dieses <i>Powerhouse<\/i> der Welt, dieser Kapitalstock, hat keine sinnstiftende au\u00dfenpolitische Vertretung. Und Herr Zanni, wenn wir in Europa nicht anfangen, unsere Hausaufgaben zu machen, in einer Welt, die in Bl\u00f6cke zerf\u00e4llt, dann werden wir diesen Kapitalstock in 25 Jahren in der Form, wie wir ihn haben, nicht haben. Und den brauchen wir doch gerade f\u00fcr die Seidenstra\u00dfe und das Projekt. Sehen Sie, Ru\u00dfland hat die Rohstoffe, wir haben die <i>hidden champions<\/i>. Und Asien hat die nicht erschlossene Bev\u00f6lkerung und die Bev\u00f6lkerungswachstumspotentiale. Lassen Sie das zusammenwachsen, und dann sind Sie bei einem Modell von Prosperit\u00e4t und Frieden. Und \u00fcbrigens: Frieden ist immer die Grundlage f\u00fcr Prosperit\u00e4t, das sehen wir gerade bei den <i>Regimechange<\/i>-L\u00e4ndern, da klappt das nicht so mit der Prosperit\u00e4t, und deswegen gibt es \u00fcbrigens auch Fl\u00fcchtlingsstr\u00f6me, und deswegen diskutieren wir auch bei den Fl\u00fcchtlingsstr\u00f6men die vollkommen falschen Ursachen. Die <i>Regimechange<\/i>-Politik der letzten 15, 17 Jahre ist die Grundlage f\u00fcr die Fl\u00fcchtlingsstr\u00f6me. &#8211; In welcher Talkshow haben Sie das gesehen? Sagen Sie es bitte &#8211; keiner. Danke!<\/p>\n<p class=\"western\">Meine Damen und Herren, ich will weitermachen, denn es geht ja um die Eurasische Zoll- und Wirtschaftsunion.<\/p>\n<p class=\"western\">Emanzipation der aufstrebenden L\u00e4nder, die sich eben ergeben hat &#8211; denn in den westlichen Institutionen, ob das der IMF ist oder die Weltbank oder auch UNO, da hatten wir heute morgen ja auch schon dr\u00fcber geh\u00f6rt, werden die Interessen dieser aufstrebenden L\u00e4nder nicht gespiegelt, und diese L\u00e4nder emanzipieren sich, mit der Asia Infrastructure Investment Bank, mit der New Development Bank, mit CIPS als Alternative zu SWIFT. Und das Projekt One Belt One Road ist dann doch nur die Kr\u00f6nung des ganzen, indem man sagt: Wir emanzipieren uns &#8211; wow!<\/p>\n<p class=\"western\">Und jetzt habe ich eine Frage an Sie: Wieviel Prozent der Weltwirtschaft stellten die Entwicklungsl\u00e4nder und aufstrebenden L\u00e4nder im Jahr 1990, als der Kommunismus fiel und die Globalisierungspolitik begann? Ich gebe Ihnen drei M\u00f6glichkeiten: 60%, 40% oder 20% der Weltwirtschaft? Und Sie wollen sagen: 20%? Vollkommen richtig, Sie sind im Spiel!<\/p>\n<p class=\"western\">Wieviel Prozent haben die aufstrebenden L\u00e4nder heute? Ich gebe Ihnen drei M\u00f6glichkeiten: 20%, 30% oder 66,798%?<\/p>\n<p class=\"western\">Anders ausgedr\u00fcckt: Wir haben ein Organigramm mit IMF, Vereinten Nationen, das spiegelt das Bild von 1990 ab, als der Westen 80% Anteil an der Weltwirtschaft hatte. Jetzt haben wir noch weniger als 34%, aber die Strukturen sehen immer noch so aus, als h\u00e4tten wir 80%. Das funktioniert nicht! Wenn finanz\u00f6konomische Machtachsen sich ver\u00e4ndern, mu\u00df sich auch was ver\u00e4ndern? Die politische Machtachse! Und wenn das in der Vergangenheit nicht passierte, meine Damen und Herren, dann gab es Krieg. Und was wir heute erleben, sind &#8211; \u00fcber <i>Regimechange<\/i>, Wirtschaftssanktionen, Finanzsanktionen &#8211; hybride Kriege. Es geht nur um das Thema Macht, aber es geht f\u00fcr Europa auch um das Thema Frieden, es geht f\u00fcr die Welt um das Thema Frieden. Wie bekommen wir das hin?<\/p>\n<p class=\"western\">Die Eurasische Zoll- und Wirtschaftsunion<\/p>\n<p class=\"western\">Und da sind wir wieder zur\u00fcck bei der Wirtschafts- und Zollunion Eurasiens. Wir wissen, da\u00df Herr Putin Deutschland phantastisch findet, und in der Eurasischen Zoll- und Wirtschaftsunion wird im Grunde genommen adaptiert, was wir in der Europ\u00e4ischen Union gemacht haben. Sie wurde gegr\u00fcndet am 1. Januar 2015 und ging aus der Eurasischen Wirtschaftsgemeinschaft hervor. Das Gr\u00fcndungsabkommen wurde am 29. Mai 2014 unterschrieben von Kasachstan, Ru\u00dfland und Wei\u00dfru\u00dfland, dann kam Armenien dazu, 2014 im Oktober, und schlie\u00dflich Kirgisistan 2015. Das ist eine \u00fcberschaubare Gr\u00f6\u00dfe an L\u00e4ndern, und auch wenn wir uns dann mal die Anteile anschauen (<i>Tabelle 1<\/i>), dann hat Ru\u00dfland bei Bev\u00f6lkerung und Fl\u00e4che \u00fcber 80%, dann ist das schon sehr stark dominiert von Ru\u00dfland.<\/p>\n<p class=\"western\">\n<div class=\"small-title\">\n<h3>Tab. 1: Mitgliedstaaten der Eurasischen Wirtschaftsunion<\/h3>\n<div class=\"long-bar\"><\/div>\n<\/div>\n<table class=\"stripes border\">\n<thead>\n<tr>\n<th>Land<\/th>\n<th>Unterzeichnungsdatum<\/th>\n<th>Einwohner in Mio.<\/th>\n<th>Ein\u00adwohner in %<\/th>\n<th>Fl\u00e4che in km\u00b2<\/th>\n<th>Fl\u00e4che in %<\/th>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Kasachstan<\/td>\n<td>29. 5. 2014<\/td>\n<td>18,0 (2017)<\/td>\n<td>9,9 %<\/td>\n<td>2.724.900<\/td>\n<td>13,45 %<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Ru\u00dfland<\/td>\n<td>29. 5. 2014<\/td>\n<td>146,5 (Sch\u00e4tzung 2015, mit Krim)<\/td>\n<td>80,2 %<\/td>\n<td>17.102.344 (mit Krim)<\/td>\n<td>84,40 %<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Wei\u00dfru\u00dfland<\/td>\n<td>29. 5. 2014<\/td>\n<td>9,5 (2016)<\/td>\n<td>5,2 %<\/td>\n<td>207.595<\/td>\n<td>1,02 %<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Armenien<\/td>\n<td>10. 10. 2014<\/td>\n<td>3,0 (2018)<\/td>\n<td>1,6 %<\/td>\n<td>29.800<\/td>\n<td>0,15 %<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Kirgisistan<\/td>\n<td>23. 12. 2014<\/td>\n<td>5,6 (Sch\u00e4tzung 2012)<\/td>\n<td>3,0 %<\/td>\n<td>199.900<\/td>\n<td>0,99 %<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Summe<\/td>\n<td><\/td>\n<td>182,6<\/td>\n<td>100 %<\/td>\n<td>20.264.539<\/td>\n<td>100 %<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p class=\"western\" lang=\"it-IT\">Quelle: https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Eurasische_Wirtschaftsunion<\/p>\n<p class=\"western\">Aber es gibt weitere Beitrittskandidaten: Tadschikistan, Usbekistan, Mongolei, Aserbaidschan, Syrien; und wie gesagt, Ziel ist es, am Ende so etwas darzustellen wie die Europ\u00e4ische Union.<\/p>\n<p class=\"western\">Was wurde dort gemacht?<\/p>\n<p class=\"western\">&#8211; Abschaffung von Zollgeb\u00fchren und Zollkontrollen (Zollunion),<\/p>\n<p class=\"western\">&#8211; 2007 einheitlicher Wirtschaftsraum<\/p>\n<p class=\"western\">&#8211; 1. Januar 2015: freier Personen- und Waren- und Dienstleistungsverkehr und Kapitalflu\u00df,<\/p>\n<p class=\"western\">&#8211; 1. Januar 2016: Gemeinsamer Markt f\u00fcr pharmazeutische Mittel und medizinische Ger\u00e4te,<\/p>\n<p class=\"western\">&#8211; 2019: Beginn gemeinsamer Energiemarkt,<\/p>\n<p class=\"western\">&#8211; 2019: Gemeinsamer Strommarkt,<\/p>\n<p class=\"western\">&#8211; 2024: Gemeinsamer Erd\u00f6lmarkt,<\/p>\n<p class=\"western\">&#8211; 2025: Gemeinsamer Gasmarkt,<\/p>\n<p class=\"western\">&#8211; bis 2025: Schaffung der Bedingungen f\u00fcr einheitlichen Finanzmarkt, gemeinsame W\u00e4hrung.<\/p>\n<p class=\"western\">Sehen Sie? Da versucht man doch tats\u00e4chlich, das Modell der Eurozone nachzubauen &#8211; \u00fcbrigens gar nicht so schlecht.<\/p>\n<p class=\"western\">Ein Exkurs: Ist Ihnen eigentlich bewu\u00dft, da\u00df die Eurozone einen Goldstandard hat? Herr Zanni, genau hinh\u00f6ren: einen Goldstandard! Was war der Goldstandard fr\u00fcher? Gro\u00dfe Stabilit\u00e4t. Viele finden ihn ganz toll. Der Goldstandard war: Ein Land benimmt sich nicht, mu\u00df f\u00fcr die Importe die Goldreserven hergeben, irgendwann sind sie alle. Und was mu\u00df es dann machen? Es mu\u00df sich restrukturieren und die Fehler, die selbst gemacht worden sind, dann auch wieder korrigieren. <span lang=\"en-GB\"><i>There is no easy way out, as the British would say, with a stiff upper lip, ladies and gentlemen.<\/i><\/span><\/p>\n<p class=\"western\">Und was hat die Eurozone? Ein Land benimmt sich daneben, rei\u00dft die Defizitgrenzen, dann wird es ermahnt, Strukturreformen zu machen; wenn es die nicht macht, wird der Druck erh\u00f6ht, weil auch die M\u00e4rkte den Druck erh\u00f6hen; und wenn es dann knallt, wie Italien 2012, als man 7% f\u00fcr zehnj\u00e4hrige Staatsanleihen zahlen mu\u00dfte, w\u00e4re ohne die Hilfe der EZB und der Solidargemeinschaft Europas Italien pleite gewesen. Was machen wir? Wir stehen zur Seite, es werden Strukturreformen umgesetzt, meine Damen und Herren, und die Erfolge sind sensationell! Die Eurozone hat, anders als die USA und UK einen Goldstandard light, mit einer sozialen Komponente \u00fcber die Solidarit\u00e4t des Systems. Und ich bin emp\u00f6rt, und das sage ich auch an die Adressen im Europ\u00e4ischen Parlament, ich bin emp\u00f6rt, da\u00df wir diese faktische Lage nicht richtig darstellen.<\/p>\n<p class=\"western\">Die Lage in den Mitgliedstaaten der EAWU<\/p>\n<p class=\"western\">Was wir jetzt in der Eurasischen Zoll- und Wirtschaftsunion sehen, ist eigentlich die Adaption unseres Modells. Und ich darf Ihnen eines sagen: Das ist auch nicht schlecht.<\/p>\n<p class=\"western\">Lassen Sie uns auf die einzelnen L\u00e4nder eingehen.<\/p>\n<p class=\"western\">Ru\u00dfland ist wichtig in diesem Zusammenhang, und dann gucken wir mal auf Wirtschaftsdaten aus Ru\u00dfland (<i>Tabelle 2<\/i>):<\/p>\n<p class=\"western\">&#8212;&#8211;<\/p>\n<p class=\"western\"><b>Ru\u00dfland &#8211; Konjunktur- und Strukturdaten<\/b><\/p>\n<p class=\"western\">BIP-Wachstum 2018: Circa 2%<\/p>\n<p class=\"western\">Verbraucherpreise aktuell: 2,4% im Jahresvergleich<\/p>\n<p class=\"western\">Au\u00dfenhandel: \u00dcbersch\u00fcsse in H\u00f6he von circa 10 Mrd. $ pro Monat<\/p>\n<p class=\"western\">Realer Lohnanstieg: Aktuell circa 7% im Jahresvergleich<\/p>\n<p class=\"western\">\u00d6ffentlicher Haushalt: Defizit bei 0% des BIP per 2018 gem\u00e4\u00df IWF-Prognose<\/p>\n<p class=\"western\">Staatsschulden: 18,7% des BIP gem\u00e4\u00df Prognose des IWF<\/p>\n<p class=\"western\">&#8212;&#8211;<\/p>\n<p class=\"western\">Da haben wir ein Wachstum in diesem Jahr wahrscheinlich von 2% in etwa; Inflation auf dem niedrigsten Niveau seit Gr\u00fcndung Ru\u00dflands, bei 2,4%; im Au\u00dfenhandel \u00dcbersch\u00fcsse &#8211; 10 Mrd. $ pro Monat, also ganz anders als die USA; realer Lohnanstieg inflationsbereinigt 7%, also Wohlstandsgewinne; \u00f6ffentlicher Haushalt: 0% der Wirtschaftsleistung. <i>Something Italy has to go for, really<\/i>. 0%.<\/p>\n<p class=\"western\">Und wie hoch ist eigentlich die Staatsverschuldung Ru\u00dflands? Ich gebe Ihnen drei M\u00f6glichkeiten: so hoch wie in Japan, 240%, so hoch wie in den USA, ca. 108-110%, oder 18,4% der Wirtschaftsleistung? 18,4%! Und wissen Sie, was unsere Ratingagenturen dazu sagen im Westen? M\u00fcll, <i>junk.<\/i> Sie sehen, deswegen wollen diese L\u00e4nder sich von uns emanzipieren, weil wir das mit der Wahrheitsfindung nicht so ernst nehmen.<\/p>\n<p class=\"western\">Meine Damen und Herren, Ru\u00dfland ist damit ein Kernst\u00fcck des ganzen.<\/p>\n<p class=\"western\">&#8212;&#8211;<\/p>\n<p class=\"western\"><b>Wei\u00dfru\u00dfland<\/b><\/p>\n<p class=\"western\">Wirtschaftsentwicklung: Trendwende geschafft<\/p>\n<p class=\"western\">Investitionen: Moderater Anstieg erwartet<\/p>\n<p class=\"western\">Konsum: Verbrauch k\u00f6nnte 2018 um 3% steigen<\/p>\n<p class=\"western\">Au\u00dfenhandel: Deutsche Exporte 2017 mit hohem Zuwachs<\/p>\n<p class=\"western\">&#8212;&#8211;<\/p>\n<p class=\"western\">Dann haben wir Wei\u00dfru\u00dfland, Belarus: Auch da l\u00e4uft die Wirtschaftsentwicklung wieder besser, auch die Beilegung des Zwists mit Ru\u00dfland hilft dabei, die Rohstoffpreise helfen dabei. Bei den Investitionen wird ein moderater Anstieg erwartet, der Konsum, der private Verbrauch, k\u00f6nnte im Jahr 2018 um 3% steigen, auch der Au\u00dfenhandel f\u00e4ngt an, wieder zu wachsen.<\/p>\n<p class=\"western\">Kasachstan ist im Grunde am st\u00e4rksten beg\u00fcnstigt durch dieses Projekt Seidenstra\u00dfe. Wir haben hohe Investitionen. Wenn Sie mal in Astana sind, ich glaube, Hans [von Helldorff], wir hatten dort diese Bilder vom Bahnhof: vollkommen \u00fcberdimensioniert, das erinnert so ein bi\u00dfchen an Napoleon. Alles, was Napoleon gebaut hat, ich komme aus Hamburg, und die Palmaille dort h\u00e4lt noch heutigen Anforderungen stand. Und so \u00e4hnlich ist das auch in Astana, in Kasachstan, man baut im Gro\u00dfen, weil man sagt: Da kommt etwas auf uns zu, \u00fcber die Seidenstra\u00dfe, \u00fcber die Verbindung mit China, \u00fcber Investitionen, die von China laufen. Kasachstan geh\u00f6rt sicherlich zu den L\u00e4ndern, wenn wir \u00fcber die Eurasische Wirtschaftsunion sprechen, die am st\u00e4rksten profitieren.<\/p>\n<p class=\"western\">&#8212;&#8211;<\/p>\n<p class=\"western\"><b>Armenien<\/b><\/p>\n<p class=\"western\">Wirtschaftsentwicklung: Gute Chancen f\u00fcr kr\u00e4ftiges Wachstum<\/p>\n<p class=\"western\">Investitionen: Lang erwartete Trendwende in Sicht<\/p>\n<p class=\"western\">Konsum: Verbraucher geben wieder mehr aus<\/p>\n<p class=\"western\">Au\u00dfenhandel: Gute Aussichten auf weiteren signifikanten Zuwachs<\/p>\n<p class=\"western\">&#8212;&#8211;<\/p>\n<p class=\"western\">Dann haben wir noch Armenien: leider geschlossene Grenzen zur T\u00fcrkei und auch nach Aserbaidschan, und damit so etwas eine Insell\u00f6sung. Die profitieren am wenigsten davon, aber lange Rede kurzer Sinn: auch das sieht alles nicht schlecht aus.<\/p>\n<p class=\"western\">&#8212;&#8211;<\/p>\n<p class=\"western\"><b>Kirgisistan<\/b><\/p>\n<p class=\"western\">Wirtschaftsentwicklung: Nachlassendes Tempo wegen R\u00fcckgang der Goldf\u00f6rderung<\/p>\n<p class=\"western\">Investitionen: Internationale Geber und chinesische Investoren sind bestimmend<\/p>\n<p class=\"western\">Konsum: Einkommensentwicklung stimmt positiv<\/p>\n<p class=\"western\">Au\u00dfenhandel: Einfuhren wachsen stark<\/p>\n<p class=\"western\">&#8212;&#8211;<\/p>\n<p class=\"western\">Kirgisistan kommt dieses Jahr auch wieder, wenn wir die IWF-Prognosen sehen, \u00fcber 4%, und was wir feststellen bei allen diesen L\u00e4ndern, ist, da\u00df die Staatsverschuldung relativ gering ist. Also die Strukturdaten: Aristoteles! Struktur ist das entscheidende, die Struktur bestimmt die Konjunktur! Das ist das A und O. Mit Finanzkosmetik und Interventionen und nivellierenden Standards gewinnen Sie nicht die Zukunft, damit verspielen Sie die Zukunft Ihrer Kinder. Die Strukturdaten in diesen L\u00e4ndern sehen grunds\u00e4tzlich, auch gerade im Vergleich zum Westen, gut aus.<\/p>\n<p class=\"western\">Und dann kommt dieses zus\u00e4tzliche Projekt &#8211; One Belt, One Road, Seidenstra\u00dfe &#8211; als ein potentieller Wachstumstreiber hinzu: Erschlie\u00dfung von Humankapital durch Infrastrukturma\u00dfnahmen, das ist der Schl\u00fcssel zum Erfolg.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"en-GB\">Schlu\u00dfbemerkung<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"en-GB\">&#8212;&#8211;<\/p>\n<p class=\"western\"><span lang=\"en-GB\">Integrationsoptionen: <\/span><span lang=\"en-GB\"><i>\u201eBusiness of sale demands politics of scale\u201c<\/i><\/span><\/p>\n<p class=\"western\">&#8211; Optimierende Verkehrsanbindung f\u00fcr Kirgisistan, Kasachstan, Ru\u00dfland und Wei\u00dfru\u00dfland<\/p>\n<p class=\"western\">&#8211; H\u00f6here Verkehrsdichte mit Wachstumsimplikation (Dienstleistung)<\/p>\n<p class=\"western\">&#8211; Anbindung eigener Produktionszweige an den Weltmarkt \u00fcber neue Verkehrswege<\/p>\n<p class=\"western\">&#8211; Chance verst\u00e4rkter Wirtschaftsclusterbildung im Rahmen eigener St\u00e4rken<\/p>\n<p class=\"western\">&#8211; Chance auf verbesserten kulturellen Austausch<\/p>\n<p class=\"western\">&#8211; Chance auf mehr Tourismus (Dienstleistung)<\/p>\n<p class=\"western\">&#8211; St\u00e4rker im Fokus der Weltwirtschaft =&gt; Mehr Chancen auf internationale F\u00f6rderung<\/p>\n<p class=\"western\">&#8212;&#8211;<\/p>\n<p class=\"western\">Meine Damen und Herren, ich m\u00f6chte schlie\u00dfen.<\/p>\n<p class=\"western\"><a name=\"_GoBack\"><\/a><span lang=\"en-GB\">Integrationsoptionen: \u201e<\/span><span lang=\"en-GB\"><i>Business of sale demands politics of scale.<\/i><\/span><span lang=\"en-GB\">\u201d<\/span><\/p>\n<p class=\"western\">Was will ich damit sagen? Es gibt einige Politiker bei uns in Europa, die glauben, da\u00df man mit den Rezepten der Vergangenheit die Probleme der Zukunft l\u00f6sen kann. Und nichts ist weiter von der Realit\u00e4t entfernt. Der Weg zur\u00fcck zur Nationalstaatlichkeit &#8211; siehe Brexit &#8211; ist extrem teuer. sofern der Brexit stattfindet, gnade Gro\u00dfbritannien Gott, die schie\u00dfen sich dahin, wo sie 1965 waren! In welcher wirtschaftlichen Situation befand sich Gro\u00dfbritannien 1965? Ich gebe Ihnen drei M\u00f6glichkeiten: prek\u00e4r, sehr prek\u00e4r oder \u00e4u\u00dferst prek\u00e4r? Sie wollen sagen, \u00e4u\u00dferst prek\u00e4r, und Sie haben recht.<\/p>\n<p class=\"western\">Also meine Damen und Herren, ich will Ihnen das an einem Beispiel deutlich machen. Als 1990 die Globalisierung sportlich begann, war BASF ein deutsches Unternehmen. Die ma\u00dfgeblichen Produktionsanlagen waren in Deutschland, aus Deutschland wurde exportiert. BASF 2018 ist immer noch ein deutsches Unternehmen, weil es sein Headoffice hier bei uns hat. Aber heute sind die geringsten Produktionsanlagen in Deutschland, und es ist ein \u201eGlobal Player\u201c. Und wenn Sie glauben, mit einer W\u00e4hrung eines kleinen Landes &#8211; Deutschland mit 81 Millionen Menschen von 7,5 Milliarden auf der Welt -, da\u00df wir mit 81 Millionen Menschen die Interessen dieser Institution sch\u00fctzen k\u00f6nnen; wer das glaubt, der glaubt damit, diese Unternehmen mit ihren Produktionsstandorten an uns zu binden, der macht seine Hose mit einer Kneifzange zu, meine Damen und Herren!<\/p>\n<p class=\"western\">Und das funktioniert nicht. Wenn wir <i>business of scale<\/i> haben, so wie wir die arbeitsteilige Welt aufgebaut haben, dann brauchen wir am Ende auch <i>politics of scale<\/i>, um diesen Kapitalstock au\u00dfenpolitisch vertreten zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"western\">Und Sie sehen das im Moment genau in der Auseinandersetzung mit den USA. Da haben wir in Europa ein Problem: Wir sprechen nicht mit einer Zunge, oder? Und damit spielen wir mit diesem Kapitalstock, der die Grundlage ist f\u00fcr die kommenden Generationen, um Sicherheit, um wirtschaftlichen Erfolg zu haben.<\/p>\n<p class=\"western\">Meine Damen und Herren, deswegen: <i>business of scale demands politics of scale<\/i>. Und wer glaubt, mit der Nationalstaatlichkeit hier auch nur eine L\u00f6sung anzubieten, der verkauft die kommende Generation.<\/p>\n<p class=\"western\">Meine Damen und Herren, machen wir weiter. Was haben wir mit dieser Eurasischen Wirtschafts- und Zollunion? &#8211; Das war eigentlich mein Thema, aber ich mu\u00dfte den Rest bringen, ganz im Ernst, ich f\u00fchlte mich dazu verpflichtet. &#8211; Wir haben optimierende Verkehrsanbindung f\u00fcr Kirgisistan, Kasachstan, Ru\u00dfland und Wei\u00dfru\u00dfland. Und jeder, der sich damit auskennt, wei\u00df: Infrastruktur ist dann immer die Grundlage f\u00fcr Ansiedelung von Unternehmen.<\/p>\n<p class=\"western\">Wir haben eine h\u00f6here Verkehrsdichte mit Wachstumsimplikation im Dienstleistungssektor. Wir haben eine Anbindung eigener Produktionszweige an den Weltmarkt aus diesen nationalen \u00d6konomien \u00fcber diese neuen Verkehrswege. Wir haben Chancen verst\u00e4rkter Wirtschaftsclusterbildung. Das ist jetzt im Grunde genommen der entscheidende Punkt, da hat Herr Krugman als Nobelpreistr\u00e4ger ja auch viel f\u00fcr China damals gemacht: Clusterbildung. Was jetzt passieren mu\u00df in diesen L\u00e4ndern, ist, da\u00df man sagt: Wo sind unsere St\u00e4rken? Und dann werden wir Cluster um diese Verkehrswege herum anbinden, um unsere Wirtschaft zu optimieren.<\/p>\n<p class=\"western\">Die Chance auf verbesserten kulturellen Austausch &#8211; das ist mir wichtig, meine Damen und Herren! Weil der kulturelle Austausch immer die Grundlage f\u00fcr die Friedensdividende ist, und alles basiert auf Frieden.<\/p>\n<p class=\"western\">Die Chance auf mehr Tourismus, auch das. Ich habe jetzt mit Frau Welteke gesprochen, der Ehefrau unseres Ex-Bundesbankpr\u00e4sidenten, die kommt aus Aserbaidschan, sie waren gerade in Baku. Das mu\u00df irre sein, ich fahre demn\u00e4chst auch hin! Sie sehen, es klappt.<\/p>\n<p class=\"western\">Meine Damen und Herren: St\u00e4rker im Fokus der Weltwirtschaft ist gleich mehr Chancen auf internationale F\u00f6rderung. Auch das spielt dann eine Rolle.<\/p>\n<p class=\"western\">Lassen Sie mich hier schlie\u00dfen. Die Eurasische Zollunion und Wirtschaftsunion ist im Grunde genommen ein Baby der Europ\u00e4ischen Union, von der Grundstruktur her. Es nimmt den Gedanken \u201e<i>business of scale, politics of scale<\/i>\u201c auf, um eben auch diese Region sinnvoll vertreten zu k\u00f6nnen, um nicht in der Kleinteiligkeit von den R\u00e4dern der Zeitgeschichte zermalmt zu werden, meine Damen und Herren.<\/p>\n<p class=\"western\">Und ich m\u00f6chte schlie\u00dfen mit dem Satz: Im Osten liegt die Zukunft.<\/p>\n<p class=\"western\">Und jetzt ein Wort an Berlin: Wir sind in Deutschland ein sehr exportstarkes Land, habe ich gelesen. Und ich habe auch \u00fcberhaupt nichts dagegen und ich bin \u00fcberhaupt nicht bei Ihnen, Herr Zanni, da\u00df Sie sagen, das m\u00fcssen wir \u00e4ndern, wir m\u00fcssen mehr konsumieren. Mehr Konsum habe ich nichts dagegen, wenn es nicht unbedingt kreditfinanziert ist. Aber wir haben eben die <i>hidden champions<\/i>, und da wollen wir ja nicht schlanker werden, da wollen wir eher gr\u00f6\u00dfer werden! Das sollte unser Streben sein.<\/p>\n<p class=\"western\">Aber zur\u00fcck zu dem Thema: Mit welchen L\u00e4ndern machen wir eigentlich Freihandelsabkommen? Und Sie wollen sagen: Kanada, Japan, wir bem\u00fchen uns gerade um die USA. Meine Damen und Herren, das ist der Blick in den R\u00fcckspiegel, und wir sollten durch die Frontscheibe schauen! Denn die aufstrebenden L\u00e4nder haben 66% Anteil an der Weltwirtschaft, sie wachsen doppelt so schnell wie die westlichen Wirtschaftsnationen, sie haben also demn\u00e4chst 70 und \u00fcber 70% Anteil an der Weltwirtschaft, sie stellen 88% der Weltbev\u00f6lkerung. Sie kontrollieren 70% der Weltdevisenreserven. Dort spielt die Musik! Und Sie sehen an der Form, wie wir die Freihandelsabkommen machen: Wir gucken in den R\u00fcckspiegel. Das ist die Negation des Begriffs Verantwortung in Wirtschafts- und Au\u00dfenhandelspolitik! Und meine Damen und Herren, ich freue mich, da\u00df Sie hier heute da sind, um das zu \u00e4ndern.<\/p>\n<p class=\"western\">Meine Damen und Herren, vielen Dank f\u00fcr Ihre Aufmerksamkeit.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p><strong>Prof. Du\u0161ko Dimitrijevi\u0107<\/strong>\u00a0(1:10:36) vom Institut f\u00fcr Internationale Politik und Wirtschaft in Belgrad behandelte \u201eChinas Neue Seidenstra\u00dfe \u2013 Errungenschaften und Aussichten der Wirtschaftskooperation zwischen Serbien und China\u201c. Chinas BRI-Strategie biete den Nationen Wohlstand anstelle geopolitischer Spaltung. China entwickle freundschaftliche Beziehungen zu Entwicklungsl\u00e4ndern wie Serbien, eine kleine, landeingeschlossene und milit\u00e4risch neutrale Nation, und sei daher ein wichtiger Partner. China glaube, da\u00df der Weg zum Aufbau der chinesisch-europ\u00e4ischen Beziehung durch Osteuropa f\u00fchre. Serbien sei Partner der 16+1-Gruppe und auch ein Partner der BRI. China helfe Serbien, Mitglied der EU zu werden. Serbiens Kooperation mit China sei ein gutes Beispiel f\u00fcr einen konstruktiven Umgang zwischen Ost und West.<\/p>\n<div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Die deutsche \u00dcbersetzung seiner Rede finden Sie hier<\/span><\/a><\/p>\n<div class=\"toggle-content\">\n<div class=\"small-title\">\n<h3>Chinas Neue Seidenstra\u00dfe: Errungenschaften und Aussichten der Wirtschaftskooperation zwischen Serbien und China<\/h3>\n<div class=\"long-bar\"><\/div>\n<\/div>\n<p class=\"western\">Sehr geehrte Exzellenzen und Organisatoren, meine Damen und Herren, guten Tag, bonjour, dobry dan, ni hao.<\/p>\n<p class=\"western\">Es ist mir eine besondere Ehre und Freude, Sie zu gr\u00fc\u00dfen und zu danken f\u00fcr die freundliche Einladung, an dieser Konferenz f\u00fcr eine Weltordnung des Friedens auf der Grundlage der Entwicklung der Nationen teilzunehmen, die vom Schiller-Institut vorbereitet wurde. Ich m\u00f6chte meinen besonderen Dank aussprechen an Herrn Lyndon LaRouche und Frau Helga Zepp-LaRouche, die Gr\u00fcnderin und Pr\u00e4sidentin dieses ber\u00fchmten Tempels der Weisheit, und meine Kollegen, Frau Elke Fimmen und Herrn Klaus Fimmen.<\/p>\n<p class=\"western\">Mein Vortrag, den ich f\u00fcr diese Gelegenheit vorbereitet habe, befa\u00dft sich mit einem sehr interessanten Thema, den Errungenschaften und Aussichten der Wirtschaftskooperation zwischen China und Serbien im Kontext von \u201eG\u00fcrtel und Stra\u00dfe\u201c. Wie die alten R\u00f6mer sagten, <i>scriptas manent<\/i>,<sup>1<\/sup> deshalb habe ich etwas vorbereitet und werde dies nun verlesen.<\/p>\n<p class=\"western\"><strong>Chinas Entwicklungsstrategie<\/strong><\/p>\n<p class=\"western\">Chinas Entwicklungsstrategie f\u00fcr die Neue Seidenstra\u00dfe, mit den beiden Rahmeninitiativen, die unter der Bezeichnung \u201eEin G\u00fcrtel, eine Stra\u00dfe\u201c &#8211; y<i>i dai yi lu<\/i> &#8211; bekannt geworden sind und 2013 vom chinesischen Pr\u00e4sidenten Xi Jinping angek\u00fcndigt wurden, erm\u00f6glicht die langfristige Verbesserung der Beziehungen insbesondere zu den L\u00e4ndern in Asien, Europa und Afrika. Diese Strategie bildet ein ideologisches Konzept der chinesischen Au\u00dfenpolitik, das darauf abzielt, den Weltfrieden zu erhalten und eine gemeinsame und harmonische Entwicklung der ganzen Welt zu f\u00f6rdern. Im Gegensatz zu den geopolitischen Strategien der Gro\u00dfm\u00e4chte, die vor allem auf spaltenden Ans\u00e4tzen beruhen, fokussiert Chinas Neue Seidenstra\u00dfe auf gemeinsame Interessen und Kooperation, um gemeinsamen Nutzen zu erzielen.<\/p>\n<p class=\"western\">Mit der Politik der Offenen T\u00fcr, die seit mehr als drei Jahrzehnten verfolgt wird, versucht China, seine Position in der internationalen Politik zu st\u00e4rken und sich aktiv am Proze\u00df der Globalisierung zu beteiligen, um die Ziele zu erreichen, die in dem Motto \u201eder Chinesische Traum\u201c formuliert sind. China ver\u00e4ndert sich st\u00e4ndig auf der sozialen Ebene, es f\u00fchrt immer wieder Wirtschaftsreformen durch und baut an einer neuen Vision der internationalen Beziehungen auf der Grundlage der F\u00f6rderung der politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Zusammenarbeit und sozialem Fortschritt zwischen den verschiedenen Nationen und Staaten; es baut an einer sogenannten \u201eGemeinschaft gemeinsamer Interessen, Bestimmung und Verantwortung\u201c oder mit anderen Worten einer \u201eGemeinschaft der gemeinsamen Zukunft der Menschheit\u201c.<\/p>\n<p class=\"western\">Daher hat China trotz bedeutender geopolitischer Ver\u00e4nderungen nach dem Kalten Krieg, starken Einflusses der Politik auf das Weltgeschehen und eines bewu\u00dften Opportunismus in den internationalen Beziehungen stets als ein verl\u00e4\u00dflicher Faktor bei der L\u00f6sung gro\u00dfer internationaler Probleme gehandelt; dabei folgte es dem Modell der \u201eF\u00fcnf Prinzipien der friedlichen Koexistenz\u201c,<sup>2<\/sup> die Panchsheel-Prinzipien, die mit den Zielen und Prinzipien der Vereinten Nationen \u00fcbereinstimmen.<\/p>\n<p class=\"western\">Als zweitgr\u00f6\u00dfte Volkswirtschaft der Welt mit fast einem F\u00fcnftel der Weltbev\u00f6lkerung hat sich China verpflichtet, gute Beziehungen zu anderen L\u00e4ndern und insbesondere zu Entwicklungsl\u00e4ndern wie Serbien auszuweiten.<\/p>\n<p class=\"western\"><strong>Die serbisch-chinesischen Beziehungen<\/strong><\/p>\n<p class=\"western\">Geopolitisch gesprochen liegt Serbien im S\u00fcdosten Europas am Kreuzungspunkt der Verbindung vom Schwarzen Meer zur Nordsee und S\u00fcdosteuropas zu Mittel- und Westeuropa. Sein Territorium ist klein, und es hat nur begrenzte politische, wirtschaftliche, soziale und demographische Kapazit\u00e4ten. Serbien ist ein milit\u00e4risch neutrales und defensiv ausgerichtetes Land. Als einer der Nachfolgerstaaten des fr\u00fcheren Jugoslawien hat Serbien eine gemischte nationale Identit\u00e4t und ein gemischtes kulturelles und historisches Erbe, was es zu einem offeneren und verantwortlicheren Partner in den internationalen Beziehungen macht.<\/p>\n<p class=\"western\">Traditionell hat Serbien gute Beziehungen zu den Hauptakteuren der internationalen Politik. Als Mitglied der Vereinten Nationen und anderer gro\u00dfer internationaler Organisationen versucht Serbien, gute Beziehungen zu anderen L\u00e4ndern aufzubauen und Frieden, Stabilit\u00e4t, Gleichberechtigung und gegenseitiges Vertrauen zu f\u00f6rdern. Die Volksrepublik China nimmt in Serbiens aktueller au\u00dfenpolitischer Strategie einen wichtigen Platz ein.<\/p>\n<p class=\"western\">Serbiens Strategie kommt in den vier S\u00e4ulen seiner Au\u00dfenpolitik zum Ausdruck: Die erste S\u00e4ule ist die Europ\u00e4ische Union, deren Mitglied Serbien werden m\u00f6chte. Die zweite S\u00e4ule ist Ru\u00dfland, eine aufstrebende weltpolitische Macht und historischer Partner Serbiens. Die dritte S\u00e4ule sind die Vereinigten Staaten, zu denen Serbien in der Vergangenheit wechselhafte Beziehungen hatte, aber deren Bedeutung und Einflu\u00df in den internationalen Beziehungen Serbien als eine Realit\u00e4t akzeptiert, und die vierte wichtige S\u00e4ule der serbischen au\u00dfenpolitischen Strategie ist China als globale Wirtschaftsmacht und traditionell guter Freund von Serbiens in den internationalen Beziehungen.<\/p>\n<p class=\"western\">Die Beziehungen zwischen Serbien und China folgen der Kontinuit\u00e4t der Beziehungen zwischen Jugoslawien und der Volksrepublik China, die mit der Anerkennung Chinas am 1. Oktober 1949 begannen. Chinas Konzept in der Au\u00dfen- und Sicherheitspolitik gr\u00fcndet auf den Prinzipien der Souver\u00e4nit\u00e4t und territorialen Unverletzlichkeit der Staaten, dem Einsatz f\u00fcr Zusammenarbeit auf der Grundlage von Gleichberechtigung und gegenseitigem Vorteil, sowie der Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten anderer L\u00e4nder. Da die beiden L\u00e4nder freundschaftliche Beziehungen untereinander f\u00f6rdern und sich durch verschiedene Formen der bilateralen und multilateralen Kooperation aktiv an der Entwicklung auf regionaler, subregionaler und globaler Ebene beteiligen, kann man sagen, da\u00df diese Beziehungen eine hervorragende und strategische Bedeutung erlangt haben.<\/p>\n<p class=\"western\"><strong>Wie China S\u00fcd- und Osteuropa betrachtet<\/strong><\/p>\n<p class=\"western\">Heute ist viel klarer als gestern, da\u00df China ein sehr wichtiger Wirtschaftspartner Serbiens in Asien und eine der gro\u00dfen S\u00e4ulen der serbischen Au\u00dfenpolitik ist. Umgekehrt ist Serbien einer der wichtigsten chinesischen Partner in der Region S\u00fcd- und Osteuropa. China sieht S\u00fcd- und Osteuropa vor allem in den Begriffen der wirtschaftlichen Integration mit der Europ\u00e4ischen Union als einem gemeinsamen Markt mit hoher Kaufkraft, und daher als idealen Raum f\u00fcr die Platzierung seiner Produkte. In dieser Hinsicht ist es wichtig zu bemerken, da\u00df China Serbiens Streben nach Vollmitgliedschaft in der EU unterst\u00fctzt, ohne Bedenken wegen seiner eigenen vitalen nationalen Interessen.<\/p>\n<p class=\"western\">An diesem Punkt ist erw\u00e4hnenswert, da\u00df Serbien am 1. M\u00e4rz 2012 der Kandidatenstatus f\u00fcr die Mitgliedschaft zur EU gew\u00e4hrt wurde. Mit diesem neuen Status hat Serbien einen bedeutenden Schritt hin zum gemeinsamen europ\u00e4ischen Markt getan, mit der Aussicht, reales Wirtschaftswachstum und soziale Entwicklung zu erreichen.<\/p>\n<p class=\"western\">China kann auch bei der wirtschaftlichen und sozialen Transformation Serbiens eine entscheidende Rolle spielen. weil es keine geopolitische Umgestaltung Europas anstrebt, sondern die bestehende Ordnung stabilisieren m\u00f6chte. Das beste Mittel dazu ist Chinas Sitz im UN-Sicherheitsrat, wo es entschlossen daf\u00fcr eintritt, die territoriale Integrit\u00e4t Serbiens zu erhalten. Serbien seinerseits unterst\u00fctzt die territoriale Unversehrtheit Chinas, seine Souver\u00e4nit\u00e4t und sein Recht auf die Regelung der Beziehungen zu den fr\u00fcher getrennten Teilen seines Territoriums durch die chinesische Au\u00dfenpolitik &#8211; die Ein-China-Politik.<\/p>\n<p class=\"western\">Die Kooperation zwischen den beiden L\u00e4ndern ist jetzt auf dem h\u00f6chsten Niveau seit der Aufnahme der diplomatischen Beziehungen, und sie wird mit jedem Tag durch neue positive Inhalte ausgeweitet. Ausgehend von dieser St\u00e4rkung, werden Serbiens Haltung gegen\u00fcber China und seine Rolle in Chinas Entwicklungsstrategie der Neuen Seidenstra\u00dfe von vielen Faktoren bestimmt.<\/p>\n<h5 class=\"western\"><a href=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/dimitrijevic1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-48139\" src=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/dimitrijevic1.jpg\" alt=\"dimitrijevic1\" width=\"600\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/dimitrijevic1.jpg 600w, https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/dimitrijevic1-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/>\u00a0\u00a0 <\/a><em>Pressedienst des serbischen Pr\u00e4sidenten<\/em><\/h5>\n<p class=\"western\"><em>Im Juni 2016 empfing Serbiens Pr\u00e4sident Tomislav Nikolic (rechts) Chinas Pr\u00e4sidenten Xi Jinping in Belgrad.<\/em><\/p>\n<p class=\"western\">Wie allgemein bekannt ist, sind die chinesisch-serbischen Beziehungen charakterisiert durch die strategische Partnerschaft, die im August 2009 mit der gemeinsamen Erkl\u00e4rung der damaligen Pr\u00e4sidenten Boris Tadic und Hu Jintao geschaffen wurde. Durch die gemeinsamen Erkl\u00e4rungen der Pr\u00e4sidenten Tomislav Nikolic und Xi Jinping, die im August 2013 und im Juni 2016 unterzeichnet wurden, wurde diese strategische Partnerschaft zu einer \u201eumfassenden strategischen Partnerschaft\u201c ausgeweitet.<\/p>\n<p class=\"western\">Angesichts dieser Tatsachen wurde eine Reihe von Rahmenabkommen \u00fcber die politische und wirtschaftliche Kooperation geschlossen. Ein Beispiel ist das im August 2009 geschlossene Abkommen \u00fcber wirtschaftliche und technische Zusammenarbeit im Bereich der Infrastruktur, das den Weg f\u00fcr viele weitere gemeinsame Vorhaben in den Bereichen Energie, Verkehr, Landwirtschaft, Telekommunikation, Finanzwesen und Kulturaustausch freimachte.<\/p>\n<p class=\"western\"><strong>Der 16+1-Mechanismus<\/strong><\/p>\n<p class=\"western\">Die Bedeutung dieser Projekte und ihre Rentabilit\u00e4t ist nur im Kontext der Umsetzung der chinesischen Entwicklungsstrategie zu verstehen, darunter Ziele der zuvor formulierten globalen Strategie, zu deren Ausnutzung China seine Unternehmen auf den Weltm\u00e4rkten ermutigt. Deshalb st\u00fctzt sich die serbische Position gegen\u00fcber Chinas Entwicklungsstrategie auf das Verst\u00e4ndnis der globalen Prozesse auf der Welt und der geo-\u00f6konomischen Interessen Chinas, die durch den 16+1-Mechanismus kanalisiert werden, eine politische Plattform f\u00fcr die Kooperation zwischen China und den L\u00e4ndern Mittel- und Osteuropas. Da der Kooperationsmechanismus der 16+1 auf einer Linie mit Chinas Ziel liegt, Wachstumspartner mit der EU zu sein, kann Chinas Beziehung zu den mittel- und osteurop\u00e4ischen L\u00e4ndern ein Wachstumsmotor im Rahmen der Beziehungen zwischen China und der EU sein.<\/p>\n<p class=\"western\">China glaubt, da\u00df es durch eine Anhebung des Gesamtniveaus seiner Beziehungen zu den mittel- und osteurop\u00e4ischen L\u00e4ndern in der Lage sein wird, auch ein stabileres und nat\u00fcrlicheres Verh\u00e4ltnis zwischen China und Europa aufzubauen. Ein solcher Ansatz bedingt die Harmonisierung des gesetzlichen Rahmens f\u00fcr die mittel- und osteurop\u00e4ischen L\u00e4nder und ihre nationalen Entwicklungsstrategien, aber auch die Beachtung der Zust\u00e4ndigkeiten, Vorschriften und Standards der EU sowie die Erf\u00fcllung der Verpflichtungen, die in strategischen Dokumenten wie der Agenda 2020 vereinbart wurden, deren Umsetzung von wesentlicher Bedeutung f\u00fcr einen nachhaltigen Erfolg der Kooperation im Rahmen des 16+1-Mechanismus ist.<\/p>\n<p class=\"western\">Da Serbien ein aktiver Teilnehmer am Kooperationsmechanismus 16+1 ist, k\u00f6nnte es auch ein guter Partner bei der Realisierung der chinesischen Entwicklungsstrategie und ihrer Initiative \u201eEin G\u00fcrtel, eine Stra\u00dfe\u201c sein, die die Kooperation zwischen verschiedenen L\u00e4ndern und V\u00f6lkern in verschiedenen Regionen und Kontinenten f\u00f6rdert. Dies l\u00e4\u00dft sich am besten durch die Analyse der Errungenschaften der chinesisch-serbischen Zusammenarbeit demonstrieren.<\/p>\n<p class=\"western\">Obwohl Serbien China als seinen wichtigsten strategischen Partner in Asien betrachtet, sind seine Wirtschaftsbeziehungen zu China durch Asymmetrie in allen wirtschaftlichen Parametern charakterisiert. Das bedeutet jedoch nicht, da\u00df es keine realen M\u00f6glichkeiten f\u00fcr ihr weiteres Wachstum und Entwicklung gibt. China sieht in Serbien einen wesentlichen Partner in der Region S\u00fcdosteuropa wie auch einen aktiven Faktor auf dem Weg zur engeren Verbindung zur Europ\u00e4ischen Union, deren gemeinsamer Markt mit seiner hohen Kaufkraft ein idealer Ort f\u00fcr Investitionen und Produktplatzierungen sein kann. In diesem Sinne unterst\u00fctzt China, wie ich schon sagte, Serbiens Streben nach Vollmitgliedschaft in dieser Organisation.<\/p>\n<p class=\"western\">Gute politische Beziehungen zu China geben Serbien die M\u00f6glichkeit, auf verschiedenen Wegen und in verschiedenen Bereichen gute wirtschaftliche Beziehungen zu entwickeln. Derzeit umfa\u00dft die wirtschaftliche Kooperation, gemessen an Umfang, Wert und Struktur, in beiden L\u00e4ndern leider nur einen sehr kleinen Teil ihres weltweiten Wirtschaftsaustausches. Dieser Zustand ist vor allem durch die chinesische Wirtschaftsstrategie bedingt, deren Konstanten folgende sind: globale geo-\u00f6konomische Positionierung, Ausweitung der Exporte, Beschaffung von Energie- und Bergbauressourcen sowie betr\u00e4chtliche logistische und finanzielle Unterst\u00fctzung der staatlichen Strukturen und staatlichen Banken f\u00fcr Unternehmen, die im Ausland operieren.<\/p>\n<p class=\"western\">Im Zuge dieser Bestrebungen steigt China zu einem der gro\u00dfen wirtschaftlichen Investoren auf; es ist daher klar, da\u00df die wirtschaftliche Kooperation mit China f\u00fcr Serbien eine gro\u00dfe wirtschaftliche Herausforderung und ein gro\u00dfer wirtschaftlicher Anreiz ist. Die beiden L\u00e4nder beweisen jedoch den klaren Willen, ihre Wirtschaftsbeziehungen zu verbessern, dies zeigt sich am besten in Chinas ausl\u00e4ndischen Direktinvestitionen (FDI) in die serbischen Verkehrs-, Infrastruktur-, Energie- und Informations- und Kommunikationssektoren. Nach offiziellen Zahlen haben die wichtigsten chinesischen Investitionen in Projekte in der serbischen Wirtschaft ein Niveau von etwa 6 Mrd.$ erreicht.<\/p>\n<p class=\"western\"><strong>Eine Rolle in der globalen Wertsch\u00f6pfungskette<\/strong><\/p>\n<p class=\"western\">Somit stellt die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit China eine enorme Entwicklungschance dar, gleichzeitig liefert sie gute Beweise f\u00fcr die erfolgreiche Umsetzung einer Au\u00dfenpolitik, welche Kooperation auf globaler Ebene f\u00f6rdert und zur konstruktiven Begegnung von Ost und West beitr\u00e4gt. Wenn Serbien jedoch seinen Einflu\u00df und seine Bedeutung in den internationalen Beziehungen auf der Grundlage der Wirtschaftskooperation mit China steigern will, dann d\u00fcrfen seine Gesch\u00e4fte mit China sich nicht nur auf Erfolge und Errungenschaften der Vergangenheit st\u00fctzen, es mu\u00df auch die Verbesserung seiner realwirtschaftlichen Kapazit\u00e4ten durch verschiedene Arten von Investitionen sein. In diesem Sinne mu\u00df Serbien sich bei der industriellen Infrastruktur \u00fcber die globalen Wertsch\u00f6pfungsketten, die nicht nur auf Investitionen in Eigentum, sondern auch auf Portfolioinvestitionen beruhen, erfolgreich an der internationalen Produktion beteiligen.<\/p>\n<p class=\"western\"><em>Beispiele chinesischer Investitionen in Serbien<\/em><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"en-GB\"><em>HBIS Group Serbia Iron and Steel<\/em><\/p>\n<p class=\"western\"><em>Chinas Stahlkonzern HBIS will bis 2020 150 Mio. Euro in das Stahlwerk Smederevo investieren.<\/em><\/p>\n<p class=\"western\"><a href=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/dimitrijevic2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-48149\" src=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/dimitrijevic2.jpg\" alt=\"dimitrijevic2\" width=\"400\" height=\"230\" srcset=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/dimitrijevic2.jpg 400w, https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/dimitrijevic2-300x173.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a><\/p>\n<h5 class=\"western\" lang=\"en-GB\"><em>Wikimedia Commons\/Matija\/cc-by-sa 4.0<\/em><\/h5>\n<p class=\"western\"><em>Die 2014 er\u00f6ffnete Pupin-Br\u00fccke in Belgrad war das erste chinesische Infrastrukturprojekt in Europa.<\/em><\/p>\n<p class=\"western\"><a href=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/dimitrijevic3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-48159\" src=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/dimitrijevic3.jpg\" alt=\"dimitrijevic3\" width=\"600\" height=\"160\" srcset=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/dimitrijevic3.jpg 600w, https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/dimitrijevic3-300x80.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/p>\n<p class=\"western\">Serbien kann auf zweierlei Weise Teil dieser Kette werden:<\/p>\n<p class=\"western\">Erstens durch ausl\u00e4ndische Direktinvestitionen, mit denen die chinesische Seite Besitzrechte, aber auch die Kontrolle \u00fcber serbische Unternehmen erwirbt, beispielsweise durch die Gr\u00fcndung ganz neuer Unternehmen durch Investitionen \u201eauf der gr\u00fcnen Wiese\u201c (<i>greenfield investments<\/i>), durch Investitionen in den Ausbau bestehender Kapazit\u00e4ten (<i>brownfield investments<\/i>), durch Joint Ventures und internationale Firmenfusionen und -\u00fcbernahmen, bei denen Unternehmen aus China und Serbien neue Unternehmen gr\u00fcnden, oder durch den chinesischen Kauf serbischer Unternehmen, um deren Eigentum und Gesch\u00e4ftsverbindungen zu \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p class=\"western\">Zweitens durch indirekte Investitionen, mit denen die chinesische Seite Unternehmenspapiere erwirbt, um Kapital in serbische Unternehmen zu investieren, ohne die Absicht, deren Gesch\u00e4ftspolitik direkt zu beeinflussen.<\/p>\n<p class=\"western\">Auf diese Weise k\u00f6nnte die serbische Wirtschaft durch chinesisches Investitionskapital in die globale Wertsch\u00f6pfungskette integriert werden, und serbische Unternehmen k\u00f6nnten aus dem Export von Produkten und Dienstleistungen von Unternehmen in chinesischem und chinesisch-serbischem Besitz langfristigen Nutzen ziehen.<\/p>\n<p class=\"western\">Wenn die serbische Wirtschaft durch chinesisches Investmentkapital in die globale Wertsch\u00f6pfungskette integriert wird, dann ist es ziemlich sicher, da\u00df serbische Unternehmen reichliche Exporterl\u00f6se realisieren w\u00fcrden, mit chinesischen oder gemischt chinesisch-serbischen Unternehmen als Tr\u00e4ger. Das k\u00f6nnte zu einer weiteren Ausweitung der gegenseitigen Wirtschaftskooperation f\u00fchren, aber auch zur Einbindung einer Reihe von L\u00e4ndern in der mittel- und osteurop\u00e4ischen Region in das chinesisch-serbische Investitionsprojekt.<\/p>\n<p class=\"western\">Da\u00df diese Aussichten realistisch sind, beruht auch auf der Tatsache, da\u00df Serbien angemessene wirtschaftspolitische Ma\u00dfnahmen ergriffen hat und einen soliden gesetzlichen Rahmen geschaffen hat, um die chinesischen Auslandsinvestitionen zu garantieren. In dieser Hinsicht ist wichtig, da\u00df Serbien seine bilateralen Investitionsregelungen mit China st\u00e4ndig erneuert und weiterentwickelt. Ein gutes Beispiel daf\u00fcr ist ein Fall, der sich w\u00e4hrend des Besuchs des chinesischen Pr\u00e4sidenten Xi Jinping in Serbien im Juni 2016 ereignete. Die beiden Seiten unterzeichneten ein neues Abkommen \u00fcber die wirtschaftliche und technische Zusammenarbeit mit 20 weiteren Vereinbarungen und rechtlichen Instrumenten f\u00fcr die Kooperation in verschiedenen Bereichen.<\/p>\n<p class=\"western\"><strong>Ein stabiler und transparenter gesetzlicher Rahmen f\u00fcr Gesch\u00e4fte<\/strong><\/p>\n<p class=\"western\">Die Notwendigkeit dauerhafter Rechtssicherheit f\u00fcr ausl\u00e4ndische Investoren veranla\u00dfte Serbien, ideale Investitionsmodelle einzuf\u00fchren, die einheimischen und ausl\u00e4ndischen Investoren gleichen Rechtsstatus geben. Unabh\u00e4ngig von der Form der ausl\u00e4ndischen Investition, sei es der Erwerb von Anteilen an bestehenden Unternehmen, Gr\u00fcndung neuer Unternehmen, Franchise, Betreibermodelle (BOT), Konzessionen und anderer gesch\u00e4ftlicher Transaktionen, garantiert das serbische Recht seit 2015 die Freiheit der Investitionen, nationale Behandlung, Rechtssicherheit und die Erlaubnis, Gewinne ins Ausland zu transferieren.<\/p>\n<p class=\"western\">Die Weiterentwicklung der wirtschaftlichen Kooperation zwischen Serbien und China bedingte die \u00dcberpr\u00fcfung der Wettbewerbsvorteile, die Serbien hat und beitragen kann, um Struktur und Umfang der chinesischen Investitionen zu vergr\u00f6\u00dfern. Zu diesen Vorteilen geh\u00f6ren einige der folgenden Faktoren: klare au\u00dfenpolitische Zielsetzung, relative makro\u00f6konomische Stabilit\u00e4t, hochqualifizierte und relativ billige Arbeitskr\u00e4fte, regional wettbewerbsf\u00e4hige finanzielle Risiken, ein privatisierter Bankensektor, schnelle Entwicklung der Kapitalm\u00e4rkte, entwickelte Telekommunikations-Infrastruktur, ein liberalisiertes System der Zoll- und Steuergesetzgebung, schnelle Entwicklung des privaten Sektors, ein bedeutendes Einkommensniveau, regulierende und finanzielle Ma\u00dfnahmen des Staates, bestehende Freihandelsabkommen mit der Europ\u00e4ischen Union, CEFTA, AFTA, Ru\u00dfland, Wei\u00dfru\u00dfland, Kasachstan und anderen L\u00e4ndern, Annahme einer nationalen Strategie zur F\u00f6rderung und Entwicklung ausl\u00e4ndischer Investitionen und eine v\u00f6llige Liberalisierung der Visaregelung zwischen China und Serbien.<\/p>\n<p class=\"western\"><strong>Schlu\u00dfbemerkung<\/strong><\/p>\n<p class=\"western\">Lassen Sie mich schlie\u00dfen: Wie die Geschichte zeigt, mu\u00df jedes Land den globalen Trends folgen, um Wohlstand zu erreichen, sonst verliert es den Anschlu\u00df an die Welt. Die Frage ist also: Was sind die gegenw\u00e4rtigen Trends? F\u00fcr China sind dies jedenfalls Frieden, Entwicklung, Kooperation und Fortschritt auf Gegenseitigkeit. China akzeptiert keine Modelle der internationalen Beziehungen, die auf Imperialismus, Neokolonialismus und Hegemonie gr\u00fcnden.<\/p>\n<p class=\"western\">Wie schon erw\u00e4hnt, sagte einer der Vortragenden, China stehe f\u00fcr Multilateralismus in den internationalen Beziehungen und f\u00fcr eine multipolare Weltordnung, in der es keine Alternative zur friedlichen Entwicklung gibt. Daher ist es verst\u00e4ndlich, warum Chinas neue Entwicklungsstrategie der Neuen Seidenstra\u00dfe das gesamte historische Momentum der progressiven Entwicklung der gesamten Menschheit betont, und warum China sich f\u00fcr die weltoffenen Ideen der neuen Normalit\u00e4t einsetzt, womit das fr\u00fchere ideologische Konzept der globalen wirtschaftlichen Entwicklung und Reform der internationalen Gesellschaft zu einer Gemeinschaft gemeinsamer Interessen, Bestimmung und friedlicher Stabilit\u00e4t vertieft wird.<\/p>\n<p class=\"western\">Es ist daher meiner Meinung nach tats\u00e4chlich eine prophetische Aussage der hochgesch\u00e4tzten Frau Helga Zepp-LaRouche, da\u00df die Neue Seidenstra\u00dfe &#8211; die zur Weltlandbr\u00fccke wird und die Grundlage f\u00fcr eine Friedensordnung des 21. Jahrhunderts darstellt &#8211; ein neues Paradigma des Denkens erfordert. Dieses neue Paradigma kann nur eines sein, das von den gemeinsamen Zielen der Menschheit ausgeht. Diese Ziele der Menschheit k\u00f6nnen nur durch den Dialog zwischen den verschiedenen Kulturen erreicht werden. In dieser Hinsicht wiederhole ich die Worte des chinesischen Pr\u00e4sidenten Xi Jinping:<\/p>\n<p class=\"western\">\u201eL\u00e4nder haben Meinungsverschiedenheiten und vielleicht sogar Probleme miteinander, damit mu\u00df man rechnen. Aber wir sollten nicht vergessen, da\u00df wir alle unter demselben Himmel leben und zu ein und derselben Familie geh\u00f6ren. Menschen in aller Welt sollten sich von der Vision lenken lassen, da\u00df alle Menschen unter dem Himmel einer Familie angeh\u00f6ren, einander mit offenen Armen aufnehmen, das gegenseitige Verst\u00e4ndnis st\u00e4rken und Gemeinsamkeiten suchen, w\u00e4hrend man die Differenzen beiseite schiebt. Wir sollten gemeinsam danach streben, eine Gemeinschaft mit einer gemeinsamen Zukunft der Menschheit aufzubauen.\u201c<\/p>\n<p class=\"western\">Vielen Dank.<\/p>\n<p class=\"western\">Anmerkungen:<\/p>\n<p class=\"western\">1. [Gesprochene Worte verhallen], geschriebene bleiben.<\/p>\n<p class=\"western\">2. Unter den F\u00fcnf Prinzipien versteht man: 1. gegenseitige Achtung der territorialen Integrit\u00e4t und Souver\u00e4nit\u00e4t, 2. gegenseitiger Nichtangriff, 3. gegenseitige Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten, 4. Gleichberechtigung und beiderseitiger Nutzen sowie 5. friedliche Koexistenz.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p><strong>Hans von Helldorff\u00a0<b>(1:36:45)<\/b><\/strong>,\u00a0 Sprecher des Bundesverband Deutsche Seidenstra\u00dfe Initiative, sprach \u00fcber \u201eNotwendige ordnungspolitische Rahmenbedingungen f\u00fcr Investitionen der deutschen und europ\u00e4ischen mittelst\u00e4ndischen Wirtschaft in Volkswirtschaften entlang der neuen Seidenstra\u00dfe\u201c. Die Neue Seidenstra\u00dfe sei ein Friedensprojekt von gewaltigen Dimensionen, aber in Deutschland dominiere Skepsis. Diese Haltung f\u00fchre zu Irritationen in China und Ru\u00dfland. Er kritisierte die Passivit\u00e4t der deutschen Regierung und nannte als Beispiel die Sanktionen gegen Ru\u00dfland die die deutsche Wirtschaft und hier insbesondere die kleinen und mittleren Unternehmen tr\u00e4fen.<\/p>\n<div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Hier finden Sie den deutschen Text der Rede<\/span><\/a><\/p>\n<div class=\"toggle-content\">\n<div class=\"small-title\">\n<h3>Notwendige Rahmenbedingungen f\u00fcr Investitionen des Mittelstands entlang der Neuen<br \/>\nSeidenstra\u00dfe<\/h3>\n<div class=\"long-bar\"><\/div>\n<\/div>\n<p class=\"western\">Meine Damen und Herren, liebe Familie Zepp-LaRouche, auch ich schlie\u00dfe mich nat\u00fcrlich mit tiefer \u00dcberzeugung dieser Dankbarkeit an, die hier schon mehrfach ausgesprochen worden ist. Was ich bisher hier gesehen und geh\u00f6rt habe, best\u00e4rkt mich nochmals in meinem Entschlu\u00df, hierher gekommen zu sein und auch vor Ihnen eine Rede zu halten&#8230;<\/p>\n<p class=\"western\">Ich m\u00f6chte ein eventuell auftretendes Mi\u00dfverst\u00e4ndnis vorab einmal aufkl\u00e4ren. Wenn unser Name ist \u201eBundesverband Deutsche Seidenstra\u00dfe Initiative\u201c, dann mag das so klingen, als wenn wir im Auftrag der chinesischen Regierung handeln und vielleicht so etwas wie eine ausgelagerte chinesische Regierungsinstitution sind: Nein, das ist mitnichten so.<\/p>\n<p class=\"western\">Unsere Aufgabe besteht im wesentlichen aus zwei Dingen. Zum einen verstehen wir uns als Kompetenzplattform &#8211; <i>nicht<\/i> als Kompetenzzentrum, sondern als Kompetenzplattform &#8211; f\u00fcr alle Fragen, die die deutsche Politik aber auch die deutsche und europ\u00e4ische Wirtschaft betreffen, rund um das Thema der \u201eOne Belt, One Road\u201c-Initiative (OBOR) der chinesischen Regierung. Und zum zweiten verstehen wir uns nat\u00fcrlich als Interessenvertreter der deutschen und europ\u00e4ischen mittelst\u00e4ndischen Wirtschaft, in Bezug auf die Entdeckung und die Wahrnehmung der unglaublich gro\u00dfen Chancen f\u00fcr die mittelst\u00e4ndische Wirtschaft. Auf dieses Thema werde ich gleich nochmal eingehen.<\/p>\n<p class=\"western\">Lassen Sie mich an den Anfang meiner Rede zwei Thesen stellen, die Ihnen sicherlich nicht neu sind, aber die mir sehr, sehr wichtig sind, um Ihnen nochmal zu verdeutlichen, worum es eigentlich bei dem ganzen Thema \u201eOne Belt, One Road\u201c geht. Zum einen etwas, was Folker Hellmeyer auch schon angesprochen hat, n\u00e4mlich die These, da\u00df eine erfolgreiche und damit auf Kooperation ausgerichtete Wirtschaftspolitik definitiv Friedenspolitik ist. Und zum zweiten: Es ist leider so, da\u00df das in den K\u00f6pfen der deutschen, europ\u00e4ischen, aber auch der westlichen Politik immer noch nicht Eingang gefunden hat: Die K\u00f6nigsdisziplin s\u00e4mtlicher politischer Felder ist die Wirtschaftspolitik. Und sonst gar nichts. Eine wirklich auf Prosperit\u00e4t, auf Kooperation, auf Zukunft ausgerichtete Wirtschaftspolitik schafft die Voraussetzungen f\u00fcr die erfolgreiche Umsetzung s\u00e4mtlicher anderer Politikfelder, ob das zum Beispiel die Gesundheitspolitik ist, ob das die Bildungspolitik ist &#8211; <i>you name it<\/i>. Und das m\u00fcssen wir uns jedesmal wieder international deutlich machen.<\/p>\n<p class=\"western\">Ein letztes Thema, das nicht hier im Skript steht (Entschuldigung, liebe \u00dcbersetzer): Das Interessante im Zusammenhang mit der One Belt One Road Initiative ist auch die Tatsache, da\u00df diese Thesen, von denen ich gerade gesprochen habe, am deutlichsten und am intensivsten von der kommunistischen Regierung des bev\u00f6lkerungsreichsten Landes der Erde begriffen wurden und umgesetzt wurden &#8211; nicht von Amerika, nicht von der Europ\u00e4ischen Union und nicht von anderen, westlich orientierten Regierungen in dieser Welt. Partiell, ansatzweise vielleicht noch im Zusammenhang mit dem Thema, das Folker Hellmeyer auch angesprochen hat, der Eurasischen Wirtschaftsunion, aber da, wie gesagt, spreche ich nur von einer partiellen Umsetzung.<\/p>\n<p class=\"western\"><strong>Chinas Rolle \u00e4ndert sich<\/strong><\/p>\n<p class=\"western\">Jetzt komme ich zum eigentlichen Inhalt meiner Rede, n\u00e4mlich zum Thema \u201eNotwendige ordnungspolitische Rahmenbedingungen f\u00fcr Investitionen der deutschen und europ\u00e4ischen mittelst\u00e4ndischen Wirtschaft in Volkswirtschaften entlang der Neuen Seidenstra\u00dfe\u201c. Und ich sage extra, hier wird zwar viel Bezug genommen auf die Landbr\u00fccke, aber das gilt nat\u00fcrlich gleicherma\u00dfen f\u00fcr die Seidenstra\u00dfe, die durch Afrika gehen wird oder an Afrika entlang bis hin\u00fcber nach S\u00fcdamerika, denn die Bedingungen sind \u00e4hnlich, die Spielregeln und Mechanismen, dito.<\/p>\n<p class=\"western\">Es ist tats\u00e4chlich so, da\u00df die chinesische One Belt One Road Initiative unzweifelhaft als das bisher global gr\u00f6\u00dfte Investitionsprogramm bezeichnet werden kann. Projekte in einer Gr\u00f6\u00dfenordnung von bisher 900 Mrd. $, die sich in der Realisierung befinden, sowie weitere geplante Projekte mit einem Volumen von nahezu vier Billionen $ lassen keinen Zweifel aufkommen, wie ernst es China mit seiner Absicht ist, die f\u00fchrende Wirtschaftsmacht der Erde zu werden.<\/p>\n<p class=\"western\">Nat\u00fcrlich kann man dar\u00fcber diskutieren, ob China die Absicht <span style=\"color: #000000;\">hat, damit <\/span>hegemoniale Ziele zu verfolgen &#8211; und diese Diskussion kann man allerorten in der \u00f6ffentlichen Wahrnehmung feststellen -, oder aber ob es lediglich darum geht, einer globalen Entwicklung zum Wohle vieler eine bisher ungeahnte Dynamik zu verleihen. Sicher ist: Auch China hat nichts zu verschenken, und ja, auch China handelt zuallererst im eigenen Interesse &#8211; was es nicht zu kritisieren gilt.<\/p>\n<p class=\"western\">Das seit langer Zeit stabile gro\u00dfe Wachstum der chinesischen Volkswirtschaft f\u00fchrte zu einer ver\u00e4nderten Rolle und zu einem ver\u00e4nderten Selbstverst\u00e4ndnis der chinesischen Wirtschafts- und Au\u00dfenpolitik.<\/p>\n<p class=\"western\">Genauer betrachtet kommt der Wandel von der Rolle einer Werkbank hin zu einer f\u00fchrenden Technologienation nicht \u00fcberraschend. Basierten erste Erfolge in Richtung Know-How-Transfer zur Hochtechnologiebef\u00e4higung in den Anf\u00e4ngen noch auf Joint Ventures oder zum Teil auch auf der, sagen wir mal, unerlaubten Adaption von geistigem Eigentum westlicher Unternehmen, so investierte China seit Mitte der 80er Jahre konsequent und \u00fcberdurchschnittlich viel in Ausbildung der n\u00e4chsten jungen Generation, aber auch in Forschung und Technologie. Zehntausende von Studenten wurden weltweit auf renommierte Universit\u00e4ten geschickt und nach erfolgreicher Ausbildung mit guten Positionen in der eigenen Wirtschaft versorgt.<\/p>\n<p class=\"western\">Diese Strategie zahlt sich im Verbund mit einer massiven F\u00f6rderung der Industrie und einer erfolgreichen Geld- und Finanzpolitik heutzutage sichtbar aus.<\/p>\n<p class=\"western\">Die massiven Devisenreserven Chinas erm\u00f6glichten es, nicht nur zum gr\u00f6\u00dften Gl\u00e4ubiger der USA zu werden, sondern sie sind auch noch das Fundament einer nicht mehr aufzuhaltenden, stark expansiven internationalen Wirtschaftspolitik. Deren st\u00e4rkstes Signal manifestiert sich derzeit in der One Belt One Road Initiative.<\/p>\n<p class=\"western\">One Belt One Road ist aus Sicht des BVDSI, also aus Sicht des Verbandes, f\u00fcr den ich hier stehe, das strategische Tor zu einer neuen, gerechteren Weltwirtschaftsordnung. Es ist aber auch eine Chance und ein Angebot an die deutsche Volkswirtschaft, ihre enorme Leistungsf\u00e4higkeit und ihren gro\u00dfartigen Ruf in die Waagschale zu werfen.<\/p>\n<p class=\"western\">Leider ist es so, da\u00df diese Sichtweise in der deutschen und in der EU-Politik kaum vorhanden ist, vielmehr dominieren die Skeptiker. Sie reklamieren mit einer merkw\u00fcrdigen Melange von Argumenten die Deutungshoheit in Bezug auf die Bewertung chinesischer Absichten und auch vermeintlicher chinesischer Vers\u00e4umnisse.<\/p>\n<p class=\"western\">Dieses Verhalten f\u00fchrt bislang zu viel Irritationen in den L\u00e4ndern Asiens, Ru\u00dfland und einigen EU-Mitgliedern, wie Ungarn, Griechenland, Tschechien und der Slowakei, um nur einige zu nennen.<\/p>\n<p class=\"western\"><strong>Die deutsche Au\u00dfen- und Wirtschaftspolitik<\/strong><\/p>\n<p class=\"western\">Die Pr\u00e4missen der deutschen Au\u00dfen- und Wirtschaftspolitik orientieren sich eher an ideellen und an moralischen Werten, wie den Menschenrechten, oder an mehr Demokratie. Mit anderen Worten, die Interessen Deutschlands als st\u00e4rkster Exportnation der Welt werden hinten angestellt. Erreicht wird damit eine Abkopplung der politischen von der wirtschaftlichen Geschwindigkeit.<\/p>\n<p class=\"western\">Deutschland l\u00e4uft somit Gefahr, innerhalb kurzer Zeit seinen Anspruch als f\u00fchrende Wirtschaftsnation aufs Spiel zu setzen und sehr bald &#8211; und das mu\u00df man sich wirklich bildhaft mal vorstellen &#8211; nur noch die Rolle als geduldeter Zaungast einnehmen zu d\u00fcrfen. Dar\u00fcber m\u00f6chte ich lieber nicht nachdenken, aber die Gefahr ist real.<\/p>\n<p class=\"western\">Diese einseitige Werte- und Westorientierung hat schon in j\u00fcngster Vergangenheit zu keinem sinnvollen Ergebnis gef\u00fchrt. Als Beispiel sei nur die Bef\u00fcrwortung Deutschlands und der EU f\u00fcr eine Verl\u00e4ngerung der Sanktionen gegen Ru\u00dfland zu nennen.<\/p>\n<p class=\"western\">Ru\u00dfland hat gen\u00fcgend eigene und partnerschaftliche Optionen, und ich benutze diesen Terminus bewu\u00dft, also gen\u00fcgend eigene und partnerschaftliche Optionen, um diese Sanktionen wegzustecken und damit umgehen zu k\u00f6nnen. Die Alternativen der deutschen Wirtschaft dagegen sind \u00fcberschaubar &#8211; besser kann man das nicht beschreiben. Der Austausch von Waren und Dienstleitungen mit Ru\u00dfland ist sp\u00fcrbar zur\u00fcckgegangen. Selbst wenn man dies ignorieren w\u00fcrde, bliebe immer noch das Problem, die sehr schwer besch\u00e4digte Vertrauensbasis zwischen der EU und Ru\u00dfland wiederherzustellen.<\/p>\n<p class=\"western\">Worauf ich hinaus will, ist folgendes: Das Spiel der wirtschaftspolitischen Kr\u00e4fte entwickelt sich immer dynamischer und verlangt eine st\u00e4ndige Anpassung der eigenen Doktrin, mit anderen Worten, wirtschaftspolitisch besteht die erste Aufgabe darin, st\u00e4ndig in den Spiegel zu gucken, wo ich eigentlich noch stehe, und ob es da Verbesserungsoptionen gibt bzgl. der au\u00dfenwirtschaftlichen Ziele.<\/p>\n<p class=\"western\">Diese Anforderungen verlangen allerdings eine Regierung, die einen klaren Blick f\u00fcr Notwendigkeiten besitzt. Diese Anforderungen verlangen dar\u00fcber hinaus eine Regierung, die in der Lage ist, Politik klar und deutlich und wenn n\u00f6tig, auch vision\u00e4r zu formulieren. Leider ist es so, meine Damen und Herren, und das sage ich in aller Deutlichkeit bei jeder Gelegenheit, da\u00df diese F\u00e4higkeiten in Deutschland seit 1983 st\u00e4ndig abnehmen. Und f\u00fcr diejenigen unter Ihnen, die vielleicht in der deutschen Politik nicht so ganz stark bewandert sind: 1983 war das Jahr, als Kanzler Schmidt durch ein konstruktives Mi\u00dftrauensvotum durch Kanzler Dr. Helmut Kohl abgel\u00f6st wurde. Nat\u00fcrlich ist Frau Merkel in seiner Tradition mit den gleichen F\u00e4higkeiten ausgestattet, oder ich wei\u00df nicht, welche Strategie dahintersteckt, aber leider setzt sie das fort.<\/p>\n<p class=\"western\">Die Besch\u00e4ftigung mit Problemen, deren Kleinteiligkeit nun wirklich teilweise nicht mehr in den Bundestag geh\u00f6rt, hat zu einer Aufl\u00f6sung der Glaubw\u00fcrdigkeit der deutschen Volksparteien gef\u00fchrt, und das kann man ganz klar ablesen, da\u00df sich dieser Trend leider Gottes durch eine weitere Zersplitterung und Zerfaserung fortsetzen wird. Ich habe schon vor 15 Jahren gesagt, wir sind auf dem Weg zu italienischen Verh\u00e4ltnissen. Das hat sich da Gott sei dank ein bi\u00dfchen stabilisiert, aber wir sind nun wirklich kr\u00e4ftig dabei, \u00e4hnliche Fehler zu wiederholen.<\/p>\n<p class=\"western\"><strong>Herausforderungen und Chancen<\/strong><\/p>\n<p class=\"western\">Wenn wir diese Situation und deren Ergebnisse auf die Herausforderungen \u00fcbertragen, denen wir uns in Europa gegen\u00fcbersehen, kommen schnell Zweifel auf, ob und wie es die deutsche Politik bewerkstelligen will, dem Projekt One Belt One Road auf Augenh\u00f6he zu begegnen.<\/p>\n<p class=\"western\">Mehr noch, woher soll die deutsche mittelst\u00e4ndische Wirtschaft das Vertrauen gewinnen, mit Hilfe und aktiver Unterst\u00fctzung in den L\u00e4ndern entlang der Seidenstra\u00dfe die n\u00f6tige ordnungspolitische Unterst\u00fctzung zu bekommen und die n\u00f6tigen ordnungspolitischen Rahmenbedingungen vorzufinden und zu schaffen?<\/p>\n<p class=\"western\">Allein in den Volkswirtschaften entlang der traditionellen Seidenstra\u00dfe besteht ein enormer Bedarf an z.B. Infrastrukturprojekten, an Energieprojekten, der Entwicklung von mittelst\u00e4ndischen Industrieclustern, an Ausbildungsprojekten, an Gesundheitsprojekten, usw. usw., diese Liste k\u00f6nnte ich beliebig fortsetzen.<\/p>\n<p class=\"western\">Die Chancen f\u00fcr die deutsche Wirtschaft dagegen sind enorm. Wir vom BVDSI stellen bei vielen unserer Gespr\u00e4che in den Botschaften dieser L\u00e4nder unisono fest, da\u00df der Wunsch nach deutscher Beteiligung an Investitionen im Rahmen des OBOR-Investments Chinas st\u00e4ndig w\u00e4chst. Das Vertrauen in deutsche Technologie, in deutsche Managementqualit\u00e4ten, in deutsche kooperative Business-Kultur und in deutsche Innovationsf\u00e4higkeit treibt diese W\u00fcnsche an. Hinzu kommen die in vielen L\u00e4ndern zwischenzeitlich gemachten Erfahrungen mit der chinesischen Projektkultur, deren St\u00e4rke offensichtlich nicht mit dem Terminus \u201eNachhaltigkeit\u201c umschrieben werden kann. Da besteht also auch auf chinesischer Seite doch noch ein entsprechender Lernbedarf, ich bin aber sicher, China wird lernen, und China wird das auch umsetzen.<\/p>\n<p class=\"western\">Aber zur\u00fcck zum Kern der Herausforderungen f\u00fcr die deutsche mittelst\u00e4ndische Wirtschaft und damit auch f\u00fcr die europ\u00e4ische mittelst\u00e4ndische Wirtschaft.<\/p>\n<p class=\"western\">Wie Sie vermutlich wissen, verf\u00fcgt Deutschland &#8211; und das hat Folker Hellmeyer auch schon mehrfach betont &#8211; \u00fcber eine sehr starke mittelst\u00e4ndische Wirtschaft, die zudem in gro\u00dfen Teilen aus Familienunternehmen besteht. Dieser starke Nukleus der deutschen Wirtschaft hat enorm viel \u201e<i>hidden champions<\/i>\u201c in fast allen Branchen im Weltmarkt hervorgebracht. Diese mittelst\u00e4ndische Wirtschaft ist das Geheimnis des deutschen Exporterfolges und der Innovations- und Investitionsf\u00e4higkeiten Deutschlands.<\/p>\n<p class=\"western\">Es sind nicht in erster Linie die gro\u00dfen DAX-Unternehmen, die unbedingt einer politischen Unterst\u00fctzung bed\u00fcrfen. Die sind in der Regel \u00fcberall gut vertreten und setzen ihre Interessen auch ganz alleine durch und auch um.<\/p>\n<p class=\"western\"><strong>Familienunternehmen brauchen Schutz<\/strong><\/p>\n<p class=\"western\">Nein, es sind die mittelst\u00e4ndischen Familienunternehmen, die der politischen Unterst\u00fctzung bed\u00fcrfen, und genau f\u00fcr diese Zielgruppe haben wir den Bundesverband Deutsche Seidenstra\u00dfen-Initiative auf den Weg gebracht. Diese Familienunternehmen m\u00fcssen sich ordnungspolitisch in einigerma\u00dfen gesichertem Fahrwasser bewegen, und dazu geh\u00f6ren nun mal bi- oder multinationale Abkommen \u00fcber den Schutz von Investitionen und den Schutz von geistigem Eigentum. Dazu geh\u00f6ren auch klare, nachvollziehbare Ma\u00dfnahmen gegen Korruption und staatliche Willk\u00fcr &#8211; ja, meine Damen und Herren, es gibt sie noch auf dieser Welt! Ebenso geh\u00f6ren dazu Garantien f\u00fcr den freien Waren- und Kapitalverkehr. Nicht zuletzt m\u00fcssen Sicherheit gew\u00e4hrleistende Regelungen in Sachen Schadensregulierung und Schadensersatz festgeschrieben werden. Spezielle Export- und Projektfinanzierungen sind ein weiteres Feld von OBOR-ad\u00e4quaten Unterst\u00fctzungsleistungen, die auf den Weg gebracht werden m\u00fcssen, will Deutschland weiterhin die Chancen im internationalen Vergleich behalten.<\/p>\n<p class=\"western\">Erfreulicherweise gibt es schon Beispiele f\u00fcr die Schaffung von wichtigen ordnungspolitischen Rahmenbedingungen. Kasachstan &#8211; auch das hat Folker Hellmeyer angesprochen &#8211; z.B. hat eine beeindruckende Gesetzeslandschaft geschaffen, die in gro\u00dfen Bereichen der deutschen Gesetzgebung entspricht oder sich mindestens an ihr orientiert. Ru\u00dfland hat umfangreiche Garantiepakete und Schiedsstellen geschaffen, mit denen sich die deutsche Wirtschaft in Ru\u00dfland durchaus wohl f\u00fchlt.<\/p>\n<p class=\"western\"><strong>Gleichwohl &#8211; es bleibt immer noch sehr viel zu tun.<\/strong><\/p>\n<p class=\"western\"><a name=\"_GoBack\"><\/a>Die gilt insbesondere in den Bereichen Korruption und Beh\u00f6rdenwillk\u00fcr. Die EU und Deutschland haben enorme Erfahrungen mit der Entwicklung, Vereinbarung und Festschreibung solcher Regelungen und Verfahren. Diese stammen aus den Beitrittsvereinbarungen zur EU, genauso wie aus den Vereinbarungen binationaler oder trinationaler Abkommen. Es kann also nicht am mangelnden Know-How liegen, wenn die notwendige politische Dynamik noch nicht erkennbar ist. Hier mu\u00df dringend ein neuer Geist her.<\/p>\n<p class=\"western\">Bei allen zu treffenden Vereinbarungen mit den L\u00e4ndern der Seidenstra\u00dfe, bei allen zu w\u00fcrdigenden Interessen der Beteiligten mu\u00df eines klar sein: Es geht f\u00fcr Deutschland und die EU weder um eine Abgrenzung und schon gar nicht um eine Konfrontation zur One Belt One Road Initiative. <i>Nur ein kooperativer Ansatz gew\u00e4hrleistet wirklich eine Perspektive.<\/i><\/p>\n<p class=\"western\">Es geht um Teilhabe, es geht um Prosperit\u00e4t und um Partnerschaft. Deutschland hat innen- und au\u00dfenpolitisch die Pflicht, sich neuen globalen Initiativen zuzuwenden. Andernfalls verspielen wir in Europa unsere Chance auf Teilhabe an der Gestaltung einer neuen Weltwirtschaftsordnung. Das aber w\u00e4re dann wirklich nicht China vorzuwerfen, sondern ausschlie\u00dflich dem eigenen politischen Versagen.<\/p>\n<p class=\"western\">Ich danke Ihnen.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p><strong>Leonidas Chrysanthopoulos<\/strong>\u00a0(1:57:55), ehemaliger Generalsekret\u00e4r der Organisation f\u00fcr Schwarzmeer-Wirtschaftskooperation (BSEC), sprach \u00fcber \u201eDie Integration des Eurasischen Kontinents\u201c und hob die Bedeutung der positiven Wirkung der Wirtschaftsprojekte beim Umgang mit den Schwierigkeiten der Zusammenarbeit zwischen fr\u00fcheren Gegnern hervor. Als Beispiel daf\u00fcr nutzte er das Projekt der Ringautobahn um das Schwarze Meer, mit der er als BSEC-Sekret\u00e4r befa\u00dft war, um zu zeigen, da\u00df die wirtschaftlichen Vorteile oft die vorhandenen Probleme \u00fcberwogen. Sein zweiter Punkt war die Kritik an der EU, die sich der wirtschaftlichen Entwicklung widersetze, den Kontakt zur Bev\u00f6lkerung vollkommen verloren habe und nur f\u00fcr den Schutz der Banken arbeite.<\/p>\n<div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Hier finden Sie den Text der deutschen \u00dcbersetzung<\/span><\/a><\/p>\n<div class=\"toggle-content\">\n<div class=\"small-title\">\n<h3>Die Integration des eurasischen Kontinents<\/h3>\n<div class=\"long-bar\"><\/div>\n<\/div>\n<p>Ich m\u00f6chte zu Beginn die Schlu\u00dffolgerung des Papiers zitieren, das ich zur Internationalen Wissenschaftlichen Konferenz \u00fcber die Neue Seidenstra\u00dfe, die im vergangenen Jahr in Belgrad stattfand, eingereicht habe:<br \/>\n\u201eWenn dieses Projekt, das von gr\u00f6\u00dfter Bedeutung f\u00fcr die Menschheit ist, erfolgreich sein soll, dann m\u00fcssen Frieden und Stabilit\u00e4t erhalten bleiben. Aber die Existenz und F\u00f6rderung dieses Projektes kann auch erfolgreiche Friedensinitiativen erleichtern, wenn die Konfliktparteien erkennen, da\u00df die Vorteile ihrer Beteiligung an der G\u00fcrtel- und Stra\u00dfen-Initiative (BRI) die ungewissen Vorteile aus der Fortsetzung des Konfliktes weit \u00fcberwiegen werden. Das war die Erfahrung mit der Ringautobahn um das Schwarze Meer, wo die Streitigkeiten zwischen einigen BSEC-Mitgliedstaaten 1 so weit abgeschw\u00e4cht werden konnten, da\u00df die Autobahn durch Zonen eingefrorener Konflikte gebaut werden konnte. Deshalb ist eine erfolgreiche G\u00fcrtel- und Stra\u00dfen-Initiative schon an sich ein Anreiz zur Befriedung. Man sollte sich nur einmal vorstellen, wie Asien auss\u00e4he, wenn in Afghanistan und im Nahen Osten Frieden herrschte; und die Perspektiven, die sich der Menschheit wissenschaftlich, kulturell, philosophisch und spirituell er\u00f6ffnen w\u00fcrden, wenn weltweit Frieden herrschte, w\u00e4ren immens. Deshalb mu\u00df die G\u00fcrtel- und Stra\u00dfen-Initiative ein Erfolg werden.\u201c<br \/>\nUnd weiter: \u201eDie erfolgreiche Umsetzung der G\u00fcrtel- und Stra\u00dfen-Initiative k\u00f6nnte langfristig die \u00fcberlappenden regionalen Organisationen und Initiativen in Asien in einer gro\u00dfen Organisation vereinen, die ihr Epizentrum in G\u00fcrtel und Stra\u00dfe h\u00e4tte.\u201c<br \/>\nErlauben Sie mir nun, etwas n\u00e4her auf die Probleme einzugehen, denen sich die BRI stellen mu\u00df, damit sie erfolgreich sein kann:<br \/>\n1. Ich will mit der EU beginnen, einer Organisation, die den Kontakt zu den Menschen in Europa verloren hat, eine Organisation, die die demokratischen Prozeduren abgeschafft hat, eine Organisation, die ihre Mitgliedstaaten zerst\u00f6rt. Die EU mag diese Initiative, die auf ihrem Gebiet endet und die ihr n\u00fctzt, \u00fcberhaupt nicht. Im April ver\u00f6ffentlichten die EU-Botschafter in Beijing einen Bericht, der die BRI kritisierte, weil sie den EU-Pl\u00e4nen f\u00fcr die Handelsliberalisierung zuwiderl\u00e4uft und die Machtverh\u00e4ltnisse zugunsten subventionierter chinesischer Unternehmen verschiebt. Einzig Ungarn stimmte dem Inhalt dieses Berichtes nicht zu. China ist beteiligt an Infrastrukturprojekten in Mitteleuropa, wie der<br \/>\nHochgeschwindigkeitsbahn Ungarn-Serbien. Obwohl Ungarn China erlaubt hatte, mit dem Projekt zu beginnen, hat die EU es gestoppt, weil Budapest es angeblich nicht \u00f6ffentlich ausgeschrieben hatte und statt dessen auf eine bilaterale Vereinbarung mit China setzte. Dies zeigt die politische Sorge in Br\u00fcssel und im europ\u00e4ischen Unternehmenssektor. Ein weiteres Problem, das die EU geschaffen hat, besteht darin, da\u00df sie Staatsbetrieben &#8211; die nat\u00fcrlich einen Gro\u00dfteil der chinesischen Auslandsinvestitionen in der BRI stellen &#8211; nicht traut, und man tut alles, um ihre Beteiligung zu verhindern.<br \/>\nDiese Politik der EU ist nat\u00fcrlich sehr heuchlerisch, wenn man bedenkt, da\u00df Griechenland gezwungen wurde, seine Flugh\u00e4fen zu \u201eprivatisieren\u201c, indem sie an die deutsche Fraport verkauft wurden, die in \u00f6ffentlichem Besitz ist. Man fragt sich, was ist hier eigentlich die Definition von Privatisierung? Der europ\u00e4ische Protektionismus nimmt zu, w\u00e4hrend die<br \/>\nchinesischen Unternehmen noch nicht ganz darauf vorbereitet sind, sich den komplizierten Vorschriften der EU zu unterwerfen.<\/p>\n<p>Wenn die BRI ein Erfolg werden soll, dann ist also eine engere bilaterale Kooperation zwischen der EU und China notwendig, damit Europa wieder Endpunkt der Seidenstra\u00dfe werden kann. Einige sagen, ein potentielles Risiko f\u00fcr die BRI bestehe darin, da\u00df die EU sich letztendlich aufl\u00f6st, weil dann keine EU-Gelder mehr verf\u00fcgbar w\u00e4ren. Ich w\u00fcrde das genaue Gegenteil sagen, n\u00e4mlich da\u00df die Aufl\u00f6sung der EU tats\u00e4chlich ein Segen w\u00e4re. Dann k\u00f6nnte man Geldmittel auf bilateraler Ebene mit europ\u00e4ischen L\u00e4ndern aufbringen, und es g\u00e4be keine strengen EU-Vorschriften mehr, die Investitionen von Staatsbetrieben in europ\u00e4ischen L\u00e4ndern verhindern. Au\u00dferdem w\u00fcrden die Sanktionen der EU gegen Ru\u00dfland entfallen, soda\u00df eine bilaterale Kooperation europ\u00e4ischer L\u00e4nder mit Ru\u00dfland und China effizienter<br \/>\nw\u00fcrde. Beispielsweise verbieten es die russischen Gegensanktionen gegen die EU, polnische Agrarerzeugnisse [durch Ru\u00dfland] auf der chinesischen Expre\u00dfbahn \u00fcber die Eurasische Landbr\u00fccke nach China zu exportieren. Wenn die Sanktionen in Kraft bleiben, k\u00f6nnte dem Aufbau der BRI jedenfalls das Risiko schlechter Verkehrsverbindungen im Wege stehen. Allerdings k\u00f6nnte die EU nach dem j\u00fcngsten G7-Treffen, wo die USA isoliert waren, im Zuge ihrer Reaktion auf den Zollkrieg, den Washington angefangen hat, eine etwas andere Position einnehmen.<br \/>\n2. Die Position der USA zur BRI ist wichtig. Derzeit ist die amerikanische Position doppeldeutig, insbesondere, nachdem die USA sich im vergangenen Jahr aus der Transpazifischen Partnerschaft (TPP) zur\u00fcckgezogen haben. Sie unterst\u00fctzen und beteiligen sich am Asien-Afrika-Wachstumskorridor (AAGC), einer Initiative, die von Australien, Indien und Japan gestartet wurde und mit wenig Erfolg als Alternative zur BRI angepriesen wird. Nat\u00fcrlich sehen die USA in China einen Konkurrenten im Rennen um die globale Vorherrschaft. Und solange sie auf diesem Kurs bleiben, werden sie gegen die BRI sein, trotz der Tatsache, da\u00df sie sehr viel davon zu gewinnen haben. Aber solange die USA das Projekt nicht physisch sabotieren, ist das in Ordnung. Es k\u00f6nnte sogar als Reaktion auf die amerikanische Position die Kooperation zwischen den beteiligten L\u00e4ndern verst\u00e4rken.<br \/>\n3. Indien ist ablehnend wegen des Territorialstreits um Kaschmir mit Pakistan. Es bezeichnet die BRI als einen Akt des chinesischen Kolonialismus. Der Chinesisch-Pakistanische Wirtschaftskorridor f\u00fchrt durch das pakistanisch besetzte Kaschmir. Indien treibt das Projekt der Fernstra\u00dfe Indien-Myanmar-Thailand (3200 km) voran, die Indien mit den ASEAN-Staaten verbinden wird. Aber wie schon gesagt, kann der wirtschaftliche Nutzen des Projektes die politischen Hindernisse bei der Konfliktl\u00f6sung \u00fcberwinden.<\/p>\n<p>Wir hatten zwei F\u00e4lle solcher positiven Endergebnisse, als es um die geplante Route der Schwarzmeer-Ringstra\u00dfe ging, eine 7500 km lange Autobahn, die die Mitgliedstaaten der BSEC verbinden und den Stra\u00dfentransport von den Schwarzmeerl\u00e4ndern nach Europa und Asien erleichtern soll.<br \/>\nEines dieser Probleme war in Moldawien, wo die Autobahn entlang einer alten sowjetischen Fernstra\u00dfe durch die Republik Transnistrien f\u00fchren soll, die sich f\u00fcr unabh\u00e4ngig erkl\u00e4rt hat. Den moldawischen Beh\u00f6rden war es zuerst nicht recht, da\u00df die Autobahn durch Tiraspol f\u00fchren sollte. Es gab damals Verhandlungen zwischen beiden Seiten \u00fcber eine m\u00f6gliche Ann\u00e4herung, und der Stolperstein waren die Ausweise von Tiraspol. Also sagten wir Kischinau, sie sollten der anderen Seite anbieten, wenn sie die moldawischen Ausweise akzeptieren, kann die Autobahn \u00fcber Tiraspol f\u00fchren. Und das geschah dann auch. Das zweite Problem war zwischen Ru\u00dfland und Georgien. Die Autobahn sollte \u00fcber Abchasien nach Georgien f\u00fchren, aber nach dem Krieg zwischen Ru\u00dfland und Georgien im August 2008 weigerte sich letzteres, eine Autobahn durch Abchasien nach Georgien zuzulassen. Nachdem wir der georgischen Seite in allen Einzelheiten dargelegt hatten, welche wirtschaftlichen Vorteile sie von der Autobahn h\u00e4tten, wenn sie zulassen, da\u00df diese von<br \/>\nRu\u00dfland aus durch ihr Land f\u00fchrt, konnten wir Tiflis \u00fcberzeugen, dem Bau der Autobahn durch den Roki-Tunnel in S\u00fcdossetien zuzustimmen.<br \/>\nDie negative Haltung der USA ist das wichtigste Element, das den Fortschritt der BRI behindern k\u00f6nnte. Die Teilnehmer sollten bilaterale oder multilaterale Bem\u00fchungen unternehmen, um Washington von den Vorteilen zu \u00fcberzeugen, die es von der Beteiligung an diesem Projekt h\u00e4tte. Das ist zwar fast eine mission impossible, aber man sollte es wenigstens<br \/>\nimmer wieder versuchen, um eine physische Behinderung der BRI-Initiative zu vermeiden. In diesem Sinne sollte man in engerem Kontakt zu Japan, Australien und Indien untersuchen, wie der Asien-Afrika-Wachstumskorridor (AAGC) in das BRI-Projekt eingebunden werden kann.<br \/>\nIn Bezug auf die EU gibt es nicht viel, was getan werden kann, au\u00dfer die EU-Vorschriften \u00fcber die Ausschreibung und Finanzierung der Projekte zu befolgen, damit die ost- und mitteleurop\u00e4ischen L\u00e4nder EU-Gelder nutzen k\u00f6nnen, um ihre Infrastrukturprojekte mitzufinanzieren.<br \/>\nIn einer Welt, in der bewaffnete Konflikte und Gewalt vorherrschen und das V\u00f6lkerrecht nicht mehr existiert, ist es wichtig, die Rolle von Kultur, Philosophie, Humanismus und Spiritualit\u00e4t hervorzuheben. Auch sie m\u00fcssen \u00fcber die Seidenstra\u00dfe transportiert werden, in Form des Austauschs von Ideen und Kultur zwischen Ost und West. Das Schiller-Institut spielt in dieser Hinsicht durch die aktive Beteiligung von Helga Zepp-LaRouche auf vielen internationalen Foren eine sehr positive Rolle. Auch in diesem Sinne hat Griechenland im vergangenen April das erste Treffen des \u201eForums alter Zivilisationen\u201c veranstaltet, an dem auch China teilnahm. Inzwischen gab es weitere Treffen.<br \/>\nFassen wir zusammen: Die erfolgreiche Umsetzung der BRI kann wesentlich dazu beitragen, die internationalen Beziehungen humaner zu machen, die Bev\u00f6lkerung der beteiligten Staaten wirtschaftlich und kulturell zu entwickeln und auf diese Weise die Voraussetzungen f\u00fcr den Weltfrieden zu schaffen. Das mag wie eine Utopie klingen. Aber wenn wir nicht an Utopien glauben, werden sie niemals wahr.<br \/>\nAnmerkung:<br \/>\n1. BSEC = Organisation f\u00fcr Schwarzmeer-Wirtschaftskooperation<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p><strong>Prof. Nuraly Bekturganov<\/strong>\u00a0(2:16:14)<span style=\"font-weight: 400;\">,<\/span>\u00a0der Vizepr\u00e4sident der Akademie der Naturwissenschaften von Kasachstan, schlo\u00df die Vortragsrunden mit einer Videobotschaft zum Thema \u201eDer Eurasien-Kanal und die Neue Seidenstra\u00dfe\u201c. Das Projekt schaffe die M\u00f6glichkeit, mit Frachtschiffen bis zu 100.000 t Tragf\u00e4higkeit vom Kaspischen Meer durch das Schwarze Meer zum Mittelmeer und zu den Weltmeeren zu gelangen, und werde einen neuen Korridor f\u00fcr den Transport durch Eurasien schaffen.<\/p>\n<div class=\"toggle-container\"><a href=\"#\" class=\"toggle\"><span class=\"toggle-sign\"><\/span><span class=\"toggle-title\">Hier finden Sie die deutsche \u00dcbersetzung seiner Rede<\/span><\/a><\/p>\n<div class=\"toggle-content\">\n<div class=\"small-title\">\n<h3>Der Eurasien-Kanal und die Neue Seidenstra\u00dfe<\/h3>\n<div class=\"long-bar\"><\/div>\n<\/div>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Ich bin Nuraly Sultanowitsch Bekturganow und vertrete die Nationale Akademie der Naturwissenschaften von Kasachstan. Wir sind eine Gemeinschaft von Wissenschaftlern in Kasachstan.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Zusammen mit Wissenschaftlern aus Ru\u00dfland und China haben wir eine Reihe von Untersuchungen durchgef\u00fchrt, um dazu beizutragen, den Bau eines Kanals und Wasserkraftwerks voranzutreiben. Der Bau des Kanals wurde 1941 eingestellt, weil der Zweite Weltkrieg ausgebrochen war. Insgesamt wurden von den etwa 750 km, die f\u00fcr den Kanal ben\u00f6tigt werden, etwa 396 km gegraben.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Die Idee, einen solchen Kanal zu schaffen, der das Kaspische mit dem Schwarzen Meer verbindet, hat eine lange Geschichte, die vor allen mit den politischen und milit\u00e4rischen Anwendungen zusammenh\u00e4ngt. Der Ursprung liegt im letzten Jahrhundert, damals nannte man ihn die Manytsch-Wasserstra\u00dfe, und in der zweiten H\u00e4lfte der 1930er Jahre wurde er geplant. Der Wasserkraftkomplex Ust-Manytsch wurde 1936 gebaut. 1941 wurden die Wasserkraftwerke Weselowskij und Proletarskij entwickelt, die aus den gleichen Reservoirs gespeist wurden. Aber der Zweite Weltkrieg setzte den weiteren Planungs- und Bauarbeiten an dem Kanal schlagartig ein Ende.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Vor etwa 15.000 Jahren, w\u00e4hrend der letzten Eiszeit, als die vereisten Polkappen zu schmelzen begannen, war der Wasserspiegel des Kaspischen Meers etwa 100 m h\u00f6her als heute. \u00dcber die Manytsch-Wasserstra\u00dfe flo\u00df das Wasser vom Kaspischen Meer ins Schwarze Meer. Aber nach all den Jahren hat sich die Lage dramatisch gewandelt. Nun ist der Wasserspiegel des Kaspischen Meers viel tiefer als der des Schwarzen Meeres, er liegt 28 m tiefer, der Wasserspiegel f\u00e4llt also 28 Meter \u00fcber eine Entfernung von etwa 750 km. Es w\u00e4ren nur etwa sechs Schleusen notwendig, damit Frachtschiffe durch einen Kanal zwischen den beiden Meeren fahren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\"><strong>Nasarbajew und Putin unterst\u00fctzen den Kanal<\/strong><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Ein solcher Kanal w\u00fcrde in Ru\u00dfland durch die Kalm\u00fccken-Region in die Region Rostow f\u00fchren. Die Pr\u00e4sidenten Kasachstans und Ru\u00dflands haben \u00fcber den Bau eines solchen Kanals schon oft gesprochen. Pr\u00e4sident Nasarbajew, einer der Initiatoren der Kommission f\u00fcr den Eurasien-Kanal, hatte folgendes dar\u00fcber zu sagen:<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">\u201eWir brauchen verschiedene Routen. Nat\u00fcrlich w\u00fcrde man diese G\u00fcter (\u00d6l und Gas) \u00fcber die Routen transportieren, die sich f\u00fcr uns als wirtschaftlich effizienter erweisen. Ein gro\u00dfes Projekt in dieser Hinsicht k\u00f6nnte der Bau des neuen &#8211; Eurasischen &#8211; Schiffahrtskanals sein, der sich vom Kaspischen Meer zum Schwarzen Meer erstreckt.\u201c<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Und der Pr\u00e4sident der Russischen F\u00f6deration, Wladimir Wladimirowitsch Putin, sagte:<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">\u201eDurch die Schaffung eines neuen Kanals erhalten die Staaten der kaspischen Region nicht nur Zugang zum Schwarzen Meer und zum Mittelmeer, es wird auch ihre geopolitische Lage verbessern, sie k\u00f6nnen Seem\u00e4chte werden.\u201c<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\"><a href=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Bekturganow1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-47993\" src=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Bekturganow1.jpg\" alt=\"Bekturganow1\" width=\"1494\" height=\"1032\" srcset=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Bekturganow1.jpg 1494w, https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Bekturganow1-300x207.jpg 300w, https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Bekturganow1-768x531.jpg 768w, https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Bekturganow1-1024x707.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 1494px) 100vw, 1494px\" \/><\/a><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\"><em>Abb. 1: Durch den Bau des Eurasien-Kanals entst\u00fcnde ein neuer, multimodaler Verkehrskorridor zwischen Ostasien und Europa, von der chinesischen Hafenstadt Lianyungang \u00fcber Korgan an der chinesisch-kasachischen Grenze und die Hafenstadt Aktau am Kaspischen Meer und weiter durch den Eurasien-Kanal zum Schwarzen Meer, zur Donau und zum Mittelmeer.<\/em><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Und nat\u00fcrlich haben wir eine Initiative gesehen, die vom Staatschef der Volksrepublik China, Xi Jinping, ausgeht. Seit 2013 setzt er sich aktiv f\u00fcr \u201eEin G\u00fcrtel, eine Stra\u00dfe\u201c ein, wie es die Chinesen nennen. Auch der Eurasische Seidenstra\u00dfen-Kanal ist eine Initiative. Eurasien-Kanal ist eine Kurzbezeichnung f\u00fcr das Nurly-Zhol-Projekt, ein strategisches russisches Verkehrsprojekt. Wenn man sie miteinander verbindet, werden diese Projekte einen multimodalen Verkehrskorridor schaffen, der durch das Territorium von China, Kasachstan und Ru\u00dfland f\u00fchrt (<i>Abbildung 1<\/i>), entlang der Strecke vom Hafen Lianyungang (China) \u00fcber Korgan, Dostyk zum Hafen Aktau (Kasachstan) und weiter durch den Eurasien-Kanal zum Becken des Asowschen Meeres und des Schwarzen Meeres (Ru\u00dfland).<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Die Entfernung betr\u00e4gt im chinesischen Abschnitt etwa 3300 km, in Kasachstan sind es etwa 2200 km, und in Ru\u00dfland etwa 1800 km. Diese Entfernung ist vergleichbar mit anderen Routen entlang des Eurasischen Seidenstra\u00dfen-Kanals durch China, Kasachstan und Ru\u00dfland. Mehr als eine Million Menschen leben in den Orten entlang des Kanal-Korridors in Zentralasien und im Fernen Osten. Alle diese Menschen und deren Familien werden durch Arbeitspl\u00e4tze und Dienstleistungen, die durch dieses Projekt in die Region kommen, Vorteile haben.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\"><strong>Erhobene Daten sprechen f\u00fcr den Bau<\/strong><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Die Realisierung des Eurasischen Seidenstra\u00dfen-Kanalprojekts ist auch auf den Transport von G\u00fctern aus und f\u00fcr Kasachstan \u00fcber diesen Kanal ausgerichtet. Wir untersuchten die Menge der G\u00fcter, die aus China nach Europa transportiert werden, und stellten fest, da\u00df seine Realisierung eine Umleitung eines betr\u00e4chtlichen Teils des Ozeanverkehrs zwischen Europa und China, der heute den Suezkanal passiert, zur Folge h\u00e4tte. Laut Berechnungen, die das chinesische Unternehmen Sinohydro Corp. anstellte, k\u00f6nnten nach der Umsetzung der Seidenstra\u00dfe \u00fcber den Eurasien-Kanal bis 2030 rund 20-25 Mio. t an chinesischen Exporten, die jetzt \u00fcber die Suezkanal-Route geliefert werden, \u00fcber die Route des Eurasien-Kanals geliefert werden, und bis 2050 k\u00f6nnten etwa 34-44 Mio. t chinesische G\u00fcter auf diesem Weg transportiert werden.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Die Verkehrsinfrastruktur der Volksrepublik China ist schon jetzt darauf vorbereitet, diese G\u00fctermenge \u00fcber die \u201eSeidenstra\u00dfe durch den Eurasien-Kanal\u201c zu transportieren, verbunden mit erschwinglichen Tarifen f\u00fcr EU-Mitgliedstaaten.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Nach Betrachtung dieser Daten sowie der Daten, die von Spezialisten aus den Kaspischen Regionen erhoben wurden, berechneten wir auch, da\u00df nach der Fertigstellung des Eurasien-Kanals bis zum Jahr 2050 j\u00e4hrlich rund 120 Mio. t Fracht \u00fcber diese Route geliefert werden k\u00f6nnten. Diese Menge ist schon vergleichbar mit der Frachtmenge, die durch den Panamakanal verschifft wird.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\"><strong>Argumente gegen den Bau wurden widerlegt<\/strong><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">2008-10 f\u00fchrten wir eine vergleichende Untersuchung der technischen und wirtschaftlichen Eigenschaften eines Projektes zum Bau eines schiffbaren Kanals zur Verbindung des Kaspischen und des Schwarzen Meeres durch. In dem Zusammenhang \u00fcberpr\u00fcften wir auch einige der Argumente gegen den Bau. Das wichtigste Gegenargument, auf das wir stie\u00dfen, bezog sich darauf, da\u00df es keinen wirtschaftlich tragf\u00e4higen Frachtstrom g\u00e4be, wobei diese Annahmen auf einem Vergleich mit dem zweiten Wolga-Don-Kanal basierten, f\u00fcr den eine Frachtmenge von nur 3,5 Mio. t angesetzt wurde &#8211; ein Zehntel unserer Berechnungen! Wir kamen zu dem Schlu\u00df, da\u00df dieses Argument wirklich nicht mehr haltbar war.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Wir betrachteten auch die Zahl der G\u00fcterz\u00fcge, die zwischen China und Europa verkehren, und die Frachtmenge, die in beiden Richtungen transportiert wird. Interessanterweise kam bis heute niemand au\u00dfer uns auf die Idee, da\u00df dies auch f\u00fcr den Eurasien-Kanal anwendbar ist!<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\"><a href=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Bekturganow2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-48003\" src=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Bekturganow2.jpg\" alt=\"Bekturganow2\" width=\"1654\" height=\"589\" srcset=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Bekturganow2.jpg 1654w, https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Bekturganow2-300x107.jpg 300w, https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Bekturganow2-768x273.jpg 768w, https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Bekturganow2-1024x365.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 1654px) 100vw, 1654px\" \/><\/a><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\"><em>Abb. 2: Entwicklung des Bahnfrachtaufkommens zwischen China und Europa, 2011-15<\/em><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\"><em>blau: Anzahl der Z\u00fcge von China nach Europa<\/em><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\"><em>rot: Anzahl der Z\u00fcge, die leer nach China zur\u00fcckfahren<\/em><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\"><em>gr\u00fcn: Anzahl der Frachtz\u00fcge von Europa nach China<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Bis 2014, d.h., vor dem Start der Initiative \u201eEin G\u00fcrtel, eine Stra\u00dfe\u201c, gab es Containerfracht von Europa nach China praktisch nicht, aber 2014 fuhren 28 Z\u00fcge mit Fracht beladen nach China zur\u00fcck, und 2015 waren von 815 Z\u00fcgen, die von China nach Westen fuhren, bereits 265 auf dem R\u00fcckweg mit Fracht beladen, eine Steigerung auf das Zehnfache (<i>Abbildung 2<\/i>). Und wenn wir 2016 betrachten, da hat sich die Frachtmenge, die nach China gebracht wird, verdoppelt, auf etwa 52.000 Container pro Jahr. Das Problem der nicht ausgelasteten Container, die von Europa \u00fcber Land nach China transportiert werden, ist inzwischen kleiner als zur See. Nach den j\u00fcngsten Daten ist jeder zweite Container, der aus Europa nach China gebracht wird, voll beladen, w\u00e4hrend es zur See nur jeder dritte ist. Das ist nat\u00fcrlich ein guter Grund, den Eurasien-Kanal zu bauen.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Wir stie\u00dfen auch noch auf ein zweites Argument gegen den Bau des Eurasien-Kanals: Im April 2015 unterzeichnete der Staatschef der Volksrepublik China, Pr\u00e4sident Xi Jinping, eine Investitionsvereinbarung mit Pakistan, um 46 Mrd.$ in den Bau des Kaschgar-Gwadar-Verkehrskorridors zu investieren. Die Fertigstellung dieses Projektes wird den westlichen und zentralen Regionen der Volksrepublik China einen kosteng\u00fcnstigen multimodalen Zugang zu den Weltmeeren verschaffen.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\"><a href=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Bekturganow3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-48013\" src=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Bekturganow3.jpg\" alt=\"Bekturganow3\" width=\"945\" height=\"568\" srcset=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Bekturganow3.jpg 945w, https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Bekturganow3-300x180.jpg 300w, https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Bekturganow3-768x462.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 945px) 100vw, 945px\" \/><\/a><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\"><em>Abb. 3: China und Pakistan realisieren derzeit den Verkehrskorridor Kaschgar-Gwadar. Damit der Korridor durch Kasachstan und Ru\u00dfland mit diesem Korridor konkurrieren kann, mu\u00df der Eurasien-Kanal realisiert werden.<\/em><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Der Eurasische Transitverkehr durch das Territorium von Kasachstan und Ru\u00dfland mu\u00df mit diesem Kaschgar-Gwadar-Korridor konkurrieren k\u00f6nnen, und das ist nur durch den Eurasien-Kanal m\u00f6glich (<i>Abbildung 3<\/i>). Sonst w\u00e4ren Ru\u00dfland und Kasachstan nach der Fertigstellung des Kaschgar-Gwadar-Projektes die Verlierer, sogar bezogen auf die heutigen Frachtmengen. Das ist ein Grund mehr, den Bau des Eurasien-Kanals zu beschleunigen.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\"><strong>Der Kanal n\u00fctzt allen L\u00e4ndern an der Route<\/strong><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Welchen Nutzen h\u00e4tte der Bau des Eurasien-Kanals f\u00fcr Kasachstan? Nach den j\u00fcngsten Zahlen h\u00e4tte Kasachstan erhebliche Einnahmen aus dem Transit von Fracht durch sein Territorium. Heute hat Kasachstan aus dem Transport von 18 Mio. t Fracht Einnahmen von mehr als 1 Mrd.$. Die Fertigstellung des Eurasischen Seidenstra\u00dfen-Kanals wird, wie ich schon erw\u00e4hnte, bis 2030 weitere rund 20-25 Mio. t an chinesischer Exportfracht anziehen, und bis 2050 weitere 34-44 Mio. t, was zus\u00e4tzliche j\u00e4hrliche Einnahmen von 1,9 Mrd.$ bis 2030 und 2,4 Mrd.$ bis 2050 generieren w\u00fcrde.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\"><a href=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Bekturganow4.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-48023\" src=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Bekturganow4.jpg\" alt=\"Bekturganow4\" width=\"1351\" height=\"852\" srcset=\"https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Bekturganow4.jpg 1351w, https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Bekturganow4-300x189.jpg 300w, https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Bekturganow4-768x484.jpg 768w, https:\/\/schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Bekturganow4-1024x646.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 1351px) 100vw, 1351px\" \/><\/a><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\"><em>Abb. 4: \u00d6lf\u00f6rderstelle im Kaschgan-Offshore-\u00d6lfeld<\/em><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Das beste Argument f\u00fcr die Fertigstellung des Eurasien-Kanals ist meiner Meinung nach folgendes: der Transport von Offshore-\u00d6l aus dem Kaspischen Meer. In den letzten vier Jahren wurde dort im sog. Kaschagan-Feld das gr\u00f6\u00dfte \u00d6lvorkommen der Welt entdeckt (<i>Abbildung 4<\/i>). Es liegt am Nordende des Kaspischen Meers, einem Gebiet, das zu Kasachstan geh\u00f6rt. In den letzten 13 Jahren haben dort einige der gr\u00f6\u00dften \u00d6lkonzerne der Welt investiert, darunter Unternehmen wie Total, ENI, ExxonMobil, Chinas nationale \u00d6lgesellschaften, kasachische nationale \u00d6lgesellschaften. Nachdem kolossale Summen investiert wurden, um dieses Offshore-Feld zu erschlie\u00dfen, sind sie nun bereit, die F\u00f6rderung aufzunehmen.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Aber die Frage ist, wie dieses \u00d6l zu den Verbrauchern gebracht werden kann. Nat\u00fcrlich ist die Idee, Pipelines zu nutzen, sehr attraktiv. Aber wenn der Eurasien-Kanal fertiggestellt wird, k\u00f6nnten Schiffe das \u00d6l auch \u00fcber die Meere zum Verbraucher transportieren. Die Produktion von kasachischem Offshore-\u00d6l w\u00fcrde gro\u00dfen Nutzen bringen, vor allem, wenn man bedenkt, da\u00df die F\u00f6rdermenge aus diesem Offshore-Feld schon sehr bald etwa 75 Mio. t \u00d6l erreichen kann. Dies k\u00e4me zu den 25 Mio. t an Fracht hinzu, die \u00fcber den Eurasien-Kanal transportiert w\u00fcrde, es g\u00e4be zus\u00e4tzlich 75 Mio. t \u00d6l, das im Kaschgan-Feld gef\u00f6rdert wird. Auch das ist ein sehr wichtiges Argument, das f\u00fcr den Bau des Eurasien-Kanals spricht.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Um das Kanalprojekt wieder aufzunehmen, f\u00fchrten wir einige Untersuchungen der technischen und wirtschaftlichen Indikatoren im Zusammenhang mit seinem Bau und Betrieb durch. Wir studierten entsprechend den russischen Standards den geographischen Zustand des Gel\u00e4ndes, durch das der Kanal auf russischem Territorium f\u00fchren w\u00fcrde. Wir studierten auch die Route, die durch Kasachstan f\u00fchren w\u00fcrde, wir erhoben zuverl\u00e4ssige Daten \u00fcber die physiographische, baugeologische und seismisch-tektonische Situation. Wir erzeugten mit dem Computerprogramm ArcGIS eine Sammlung von Karten, die zahlreiche Aspekte der nat\u00fcrlichen Umgebung erfassen (Gel\u00e4nde, geotechnischer Zustand, Klima, Wasservorkommen, B\u00f6den, Vegetation). Wir erstellten Karten \u00fcber die Pufferzone, definiert in Abschnitten von 25 km. Es wurden numerische Modelle des Terrains entlang der Routen erstellt. Alle diese verschiedenen Faktoren wurden in unserem Buch ver\u00f6ffentlicht, das ich Ihnen am Ende meines Vortrags sehr gerne vorstelle.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\"><strong>Verkehrs- und Fracht-Analyse<\/strong><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Chinesische Spezialisten der Sinohydro Corp. f\u00fchrten im Zusammenhang mit dem Kanal auch eine Reihe von Experimenten zu einer Anzahl komplexer physischer Faktoren entlang der chinesischen Route von Lianyungang nach Korgos durch.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">All dies wurde durchgef\u00fchrt, um zur Beschleunigung der Wiederaufnahme der Bauarbeiten beizutragen. In den letzten drei Jahren haben viele Wissenschaftler in Kasachstan, Ru\u00dfland und China zahlreiche weitere wissenschaftliche Untersuchungen \u00fcber den Bau des Eurasien-Kanals durchgef\u00fchrt. Dar\u00fcber hinaus erstellte man etliche Analysen der Frachtmenge, die \u00fcber den Kanal transportiert w\u00fcrde, wie beispielsweise \u00d6l und die vielen chinesischen Waren. Bis 2050, das zeigen diese Berechnungen, k\u00f6nnte sich die Frachtmenge auf 120 Mio. t belaufen, und mit dem \u00d6l von Kaschgan k\u00f6nnte die Frachtmenge sogar auf 200 Mio. t pro Jahr ansteigen. Das bedeutet, da\u00df die Frachtmenge, die durch den Kanal transportiert w\u00fcrde, gewaltig ist.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Man schlug uns vor, einen Kanal parallel zu dem Wasserkraftkanal von 1941 zu graben, der nur etwa 5-6 m tief ist und im wesentlichen nur f\u00fcr Schiffe mit bis zu 10.000 t Fracht ausgelegt ist. Wir schlagen vor, den Kanal auf 11,5 m zu vertiefen. Wenn er eine Tiefe von 8 m h\u00e4tte, k\u00f6nnten Schiffe bis 50.000 t den Kanal passieren, aber wenn wir das auf 11,5 m vertiefen, dann k\u00f6nnten die Schiffe bis zu 100.000 t Fracht laden.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Unser wichtigster Vorschlag war jedoch, den Kanal mit einem Betonbett zu versehen. Das w\u00fcrde es erleichtern, die Wassermenge im Kanal zu steuern und Probleme mit den lokalen \u00d6kosystemen zu l\u00f6sen, die der Kanal von 1941 verursacht hat. Die neuen Technologien, die wir heute haben, erlauben es, den Wasserverbrauch zu \u00fcberwachen und zu minimieren, und damit einer weiteren Kritik zu begegnen, die von einigen \u00d6kologen vorgebracht wurde, die sagen, der Kanal w\u00fcrde die lokalen \u00d6kosysteme verschlechtern und st\u00f6ren.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Der Bau des Eurasien-Kanals w\u00fcrde den Regionen am Kaspischen Meer, wo etwa 1 Mio. Menschen leben, einen h\u00f6heren Rang geben, und w\u00fcrde es ihnen erlauben, Anteil am weltweiten System des Schiffsverkehrs zu nehmen.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\"><strong>Schlu\u00dfbemerkung<\/strong><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Abschlie\u00dfend ist zu sagen: Die \u201eSeidenstra\u00dfe \u00fcber den Eurasien-Kanal\u201c kommt zu einem g\u00fcnstigen Zeitpunkt, sie ist von unmittelbarem Interesse f\u00fcr die globale Gemeinschaft, und die Aussichten f\u00fcr ihre praktische Realisierung in naher Zukunft sind hervorragend.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Alle unsere j\u00fcngsten Erkenntnisse sind in einem Buch \u00fcber das Projekt des Eurasischen Seidenstra\u00dfen-Kanals gesammelt, das vom Pr\u00e4sidenten der Nationalen Akademie der Wissenschaften, Nurtai Abykajewitsch Abykajew, herausgegeben wurde. Alle unsere Feststellungen sind in dieser Publikation zusammengestellt.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Erlauben Sie mir, Dean Andromidas zu danken, dem einzigen, der in seinem Artikel \u00fcber den Eurasien-Kanal (siehe <i>Neue Solidarit\u00e4t<\/i> 18\/2018) unseren Bericht \u201eThe Eurasian Cala als a Factor of Economic Prosperity for the Caspian Region\u201c (siehe <i>https:\/\/core.ac.uk\/display\/87466339<\/i>) erw\u00e4hnt hat. Das ist eine von insgesamt zehn verschiedenen Publikationen \u00fcber den Eurasien-Kanal, die wir haben. Dank Dean trafen wir auch Michael und Meghan, Jason und Alicia [vom Videoteam des LaRouche-Aktionskomitees], die uns halfen, die Erkenntnisse, die wir mit Unterst\u00fctzung der Wissenschaftsgemeinde in Kasachstan, Ru\u00dfland und China gewonnen haben, zum Ausdruck zu bringen.<\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"de-DE\">Vielen Dank f\u00fcr Ihre Aufmerksamkeit.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>Es folgte eine 90min\u00fctige Debatte zwischen den Rednern der Konferenz und dem Publikum \u00fcber eine Vielzahl der angesprochenen Themen.\u00a0<strong>Helga Zepp-LaRouche<\/strong>\u00a0beschlo\u00df die Konferenz, indem sie nochmals auf den Unterschied zwischen den \u201ewestlichen Werten\u201c und dem chinesischen Denken hinwies. In China w\u00fcrden die Menschen dazu angehalten, sich f\u00fcr das Gemeinwohl einzusetzen, China strebe danach, die Armut zu beseitigen, auf der Grundlage des Konfuzianismus. Im Westen dagegen versuchten die Menschen, sich die Taschen zu f\u00fcllen, und die Armut wachse. Aber es gebe im Westen ein \u00c4quivalent zum Konfuzianismus \u2013 Friedrich Schiller. Wie der Konfuzianismus und die indische Philosophie strebe Schiller danach, die Emotionen zu erziehen. Schillers Idee war es, die Menschen in ihrer Mu\u00dfe zu fassen und durch Sch\u00f6nheit zu erziehen. \u201eWir haben die enorme Wirkung gesehen, die die klassische Musik auf junge Menschen hat, die sie noch nicht kennen. Wir haben studiert, wie die Renaissance die Welt aus dem finsteren Zeitalter gef\u00fchrt hat \u2013 wie durch das Wiederaufgreifen gro\u00dfer Ideen und gro\u00dfer Kunst die Renaissance in Gang gesetzt wurde. Es gibt vieles, was wir tun k\u00f6nnen. Wir sollten froh dar\u00fcber sein. Wir leben in einer Zeit, in der wir die Dinge \u00e4ndern k\u00f6nnen. Schlie\u00dfen Sie sich uns an!\u201c<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"tab-content\">\n<div class=\"big-title\">\n<div class=\"bar\"><\/div>\n<h2>Interviews<\/h2>\n<p class=\"sub-title-empty\">&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<p><iframe loading=\"lazy\" width=\"960\" height=\"540\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/7A6bOaVFhZE?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"autoplay; encrypted-media\" allowfullscreen><\/iframe><br \/>\n<iframe loading=\"lazy\" width=\"960\" height=\"540\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/VUiLoaN1NaM?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"autoplay; encrypted-media\" allowfullscreen><\/iframe><br \/>\n<iframe loading=\"lazy\" width=\"960\" height=\"540\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/ZJAmQDmX8Kg?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"autoplay; encrypted-media\" allowfullscreen><\/iframe><br \/>\n<iframe loading=\"lazy\" width=\"960\" height=\"540\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/2cMi1WO6A_U?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"autoplay; encrypted-media\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"clearfix\"><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content -->","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Panel I Panel II Panel III Panel IV Interviews Panel I &nbsp; \u201eDie Geopolitik und die Gefahr eines neuen Weltkriegs \u00fcberwinden\u201c Der Zeitpunkt f\u00fcr die j\u00fcngste Konferenz des Schiller-Instituts, die am 30.6.\/1.7. 2018 in Bad Soden am Taunus stattfand, h\u00e4tte nicht besser gew\u00e4hlt werden k\u00f6nnen,&hellip;<!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on get_the_excerpt --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on get_the_excerpt --><\/p>\n","protected":false},"author":15,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"template_fullwidth.php","meta":{"_lmt_disableupdate":"","_lmt_disable":"","footnotes":""},"categories":[],"tags":[],"class_list":["post-47150","page","type-page","status-publish","hentry"],"featured_image_src":null,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/47150","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/15"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=47150"}],"version-history":[{"count":31,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/47150\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":48390,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/47150\/revisions\/48390"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=47150"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=47150"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/schillerinstitute.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=47150"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}