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WEBCAST MIT HELGA ZEPP-LAROUCHE – 19. SEPTEMBER 2018


DIE MENSCHHEIT AM PUNCTUM SALIENS: GEMEINSAME ZUKUNFT – ODER NEUER KRIEG?

Von Alexander Hartmann

„Das Ende des Kolonialismus: Eine neue gemeinsame Zukunft für die Menschheit“, lautete der Titel der Eröffnungsrede der Vorsitzenden und Gründerin des Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche, bei einer Konferenz, die das Schiller-Institut am 13. September 2018 in New York City veranstaltete, als dort auch die UN-Vollversammlung eröffnet wurde. Grußbotschaften zu der Veranstaltung kamen u.a. vom Ersten Stellvertretenden Permanenten Repräsentanten der Russischen Föderation bei den Vereinten Nationen Dmitri Poljanskij und von Donald Trumps langjährigem Berater Roger Stone.

„Wir müssen uns bewußt sein, in welchem historischen Moment wir uns befinden“, begann Helga Zepp-LaRouche ihre Rede. „Ich glaube nicht, daß ich übertreibe, wenn ich vom Standpunkt der Universalgeschichte aus sage, daß wir an einem Moment angekommen sind, den Schiller in seinen Dramen als den punctum saliens bezeichnet. Damit meint er, daß in der Entwicklung der gesamten Universalgeschichte oder in der Entwicklung eines Dramas ein Punkt erreicht wird, an dem alle anderen Möglichkeiten, die zuvor noch bestanden, erschöpft sind. Es ist ein dramatischer Moment, in dem alles vom moralischen Charakter der Hauptfigur auf der Bühne abhängt – ob das Drama zur Tragödie wird, oder ein Potential besteht, daß es in eine bessere Zeit führt. Und wenn man vom Standpunkt der Universalgeschichte die vielen Millionen Jahre, aber vor allem die letzten 10.000 oder 20.000 Jahre betrachtet, dann erreichen wir nun einen solchen Punkt in der Geschichte, wo, wie mein Ehemann oft gesagt hat, der Ausgang der historischen Periode ganz vom moralischen Charakter der Menschen abhängt, wo sich die Frage stellt: Hat die Menschheit die moralische Fähigkeit, zu überleben?“

Es gebe Lösungen für die gegenwärtige Krise, und führende Kräfte seien auch in der Lage, diese Lösungen umzusetzen. „Aber werden die Menschen in Amerika, die Menschen in Europa, die Menschen auf den übrigen Kontinenten diesen Anführern auch die notwendige Unterstützung geben, damit sie dies tun können?“

ESKALATION DER KRISEN DROHT

Sie beschrieb dann ein Panorama der gegenwärtigen Lage. Es bestehe die unmittelbare Gefahr einer Eskalation der Krise und einer Konfrontation mit Rußland. Rußland habe vor einem dritten Giftgasangriff unter falscher Flagge in Syrien gewarnt. „Sie hatten Filmaufnahmen der Weißhelme und anderer Terroristen, die Giftgas – Sarin und andere Chemiewaffen – anliefern, es gibt Teams der Weißhelme, die bereitstehen, um ein solches Massaker zu filmen, und amerikanische Fernsehteams wurden in die Region Idlib verlegt. „All das geschieht, während die Syrer – mit Unterstützung der russischen Luftwaffe – versuchen, den letzten Rückzugsort der Terroristen auszuschalten, von Al-Nusra und ISIS, den Nachfolgern von Al-Kaida, die sich alle in Idlib versammelt haben. Die syrische Regierung macht Gebrauch von ihrem souveränen Recht, die letzte syrische Provinz zu erobern, und die Russen helfen ihr dabei durch Luftunterstützung.“

Nun solle ein Giftgasangriff unter falscher Flagge durchgeführt, von Filmteams aufgenommen und in alle Welt ausgestrahlt werden. „Die Streitkräfte der Vereinigten Staaten, Großbritanniens und Frankreichs haben bereits erklärt, daß sie bereit stehen, Militärschläge durchzuführen, sobald Beweise für einen solchen Angriff der Regierung Assad vorgelegt werden.“

Auch das deutsche Verteidigungsministerium habe bereits Pläne für eine deutsche Beteiligung an einem solchen Vergeltungsangriff erstellt, diesmal nicht nur mit Aufklärungsflugzeugen, sondern mit Tornado-Kampfbombern, „und der Wissenschaftliche Dienst des Deutschen Bundestages hat soeben ein Gutachten vorgelegt, das feststellt, daß dies ein klarer Verstoß gegen das Völkerrecht wäre, weil es keinen Beschluß des UN-Sicherheitsrates gibt, und daß es ein klarer Verstoß gegen das Grundgesetz wäre, das einen Angriffskrieg verbietet. Angesichts der deutschen Geschichte ist das eine sehr beachtenswerte Klausel. Wenn dies geschähe, würde Deutschland zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg eine direkte militärische Konfrontation mit Rußland riskieren.“

Sie fuhr fort: „Wenn es ihnen gelingt, Präsident Trump zu einem umfassenden Angriff zu verleiten, dann könnte dieser Konflikt außer Kontrolle geraten. Was geschieht, wenn diese amerikanisch-britisch-französischen und möglicherweise auch deutschen Militärschläge russische Ziele in Syrien treffen? Würden die Russen stillhalten und nicht reagieren? Derzeit ist eine riesige Flotte der russischen Marine im Mittelmeer, dort sind 36 Schiffe der russischen Marine, und Schiffe der britischen und der amerikanischen Marine führen dort Manöver durch.“

Sie betonte: „Die Mainstream-Medien in den Vereinigten Staaten schüren eine Vorkriegshysterie, sie reden der Bevölkerung ein, Putin sei ein Dämon, Xi Jinping sei ein autokratischer Diktator, Trump sei nicht geeignet für das Präsidentenamt. Man muß sich fragen: Wo soll das alles hinführen? Verbreiten sie das nur zum Spaß? Oder ist da eine Absicht dahinter?“

Trump habe bisher noch keinen Krieg begonnen. Er habe im Wahlkampf versprochen, daß er versuchen werde, die Beziehungen zu Rußland zu verbessern, und sich bemüht, eine Freundschaft zu Xi Jinping aufzubauen. „Es ist ganz klar, daß die Fraktion des Britischen Empire – zu der die britische Regierung gehört, die Demokraten und die Neokonservativen in der Republikanischen Partei – alles versucht, um es Trump nicht zu erlauben, sein Wahlkampfversprechen zu erfüllen… Alle die Dinge sollen die Atmosphäre schaffen, um Trump auf die eine oder andere Weise aus dem Amt zu entfernen.“

Diese Fraktion sei bereit, einen präventiven Nuklearkrieg zu riskieren, sagte sie und verwies auf die Warnung des früheren Staatssekretärs im deutschen Verteidigungsministerium, Willy Wimmer, daß das einzige, was zwischen dem nächsten Krieg und uns allen stehe, Präsident Trump sei. „Worum es eigentlich geht“, betonte Helga Zepp-LaRouche, „ist, daß Trump sagt, er will eine Friedensordnung mit Rußland und China schaffen. Und das wollen die britischen Kräfte verhindern… Denn wenn es Trump gelänge, eine solche Beziehung mit Rußland und China aufzubauen, dann würde das die Fähigkeit des Britischen Empires, seine geopolitischen Manipulationen der Welt fortzusetzen, ein Ende bereiten.“

DAS PARADIGMA DER NEUEN SEIDENSTRASS

Sie fuhr fort: „Das ist die Lage. Aber die meisten Amerikaner haben keine Ahnung davon. Wie könnten sie auch, wenn die Mainstream-Medien nicht ein einziges Mal erwähnen, daß sich schon etwas vollkommen anderes entwickelt, eine andere Welt, nämlich das Paradigma der Neuen Seidenstraße?“

Sie beschrieb dann die Entwicklung in den letzten fünf Jahren, seit Chinas Präsident Xi seine Seidenstraßen-Initiative ankündigte. „Sie haben in den letzten fünf Jahren in Asien große Korridore aufgebaut, die China mit Europa verbinden… Afrika hat sich vollkommen verändert. Es gab in den letzten fünf Jahren chinesische Investitionen von insgesamt fünf Billionen Dollar.“

Es habe sich ein völlig neues System der internationalen Beziehungen entwickelt, „das auf Souveränität beruht, auf Respekt vor dem Gesellschaftssystem der anderen, auf Nichteinmischung, dem sich immer mehr Länder anschließen“. Die BRICS-Staaten Brasilien, Rußland, Indien, China und Südafrika hätten sich mit der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit und der Eurasischen Wirtschaftsunion zusammengeschlossen. Beim jüngsten Treffen der BRICS in Südafrika habe sich der „Globale Süden“ angeschlossen, „das ist praktisch die Gesamtheit der Länder, die man früher als Dritte Welt bezeichnet hat, das ist die G-77, Mercosur, die Organisation für Islamische Zusammenarbeit, die Afrikanische Union und viele andere regionale Organisationen, die alle darin übereinstimmen, daß sie ein neues System der internationalen Beziehungen aufbauen wollen.“ Seither habe es beim FOCAC-Treffen in Beijing und beim Östlichen Wirtschaftsforum in Wladiwostok weitere Fortschritte in diese Richtung gegeben.

Entscheidend sei jedoch, auch die Vereinigten Staaten ins Boot zu holen. „Denn wenn man die Vereinigten Staaten nicht in eine Lösung des Problems einbindet, dann werden alle diese schönen Versuche der übrigen Länder, andere Beziehungen aufzubauen, nicht funktionieren.“

Deshalb sei ein Neues Bretton-Woods-Abkommen notwendig. Die Macht, die derzeit den Westen beherrsche, „die Londoner City und die Wall Street, die auch hinter diesen Kriegsprovokationen und hinter vielen anderen Dingen stehen“, könne nur durch eine Vier-Mächte-Vereinbarung zwischen den Vereinigten Staaten, Rußland, China und Indien überwunden werden. Diese Kombination müsse eine globales Glass-Steagall-Bankentrennung durchsetzen, und ein Neues Bretton-Woods-System, „wie es Franklin Roosevelt beabsichtigte, das die Entwicklungsländer entwickelt; aber nicht mit den Methoden des 20. Jahrhunderts, sondern mit Methoden des 21. Jahrhunderts, die es den Ländern erlauben, auf die Ebene einer umfassenden Entwicklung zu springen, indem sie ihre Produktivität, ihren Lebensstandard, ihre Lebenserwartung steigern, und es ihnen erlauben, auf höchstem Niveau an den Früchten der Wissenschaft und Technologie teilzuhaben“.

Sie schloß ihre Ausführungen:

„Wir sollten uns heute vom Standpunkt von Schillers Universalgeschichte betrachten: Wie wollen Sie selbst gesehen werden, aus der Sicht ihrer Enkel und Urenkel? Sind wir jene Kraft, jene Generation, die die Transformation der Welt in ein neues Paradigma eingeleitet und zu ihr beigetragen hat, das den Kolonialismus beendet hat und das die Idee der einen Menschheit in die Geschichte der Menschheit eingeführt hat?

Kommen wir zurück zu der Idee des punctum saliens in der Geschichte, dem springenden Punkt, dem Punkt der Entscheidung, an der die gesamte moralische Kraft gefordert ist, die Dinge zu ändern, damit wir nicht in einer Tragödie enden, sondern eine neue, schönere Periode der menschlichen Zivilisation einleiten – das ist die Essenz unserer gegenwärtigen Lage. Arbeiten wir also vom Standpunkt des Geistes der Neuen Seidenstraße daran, wirklich menschlich zu werden, und lassen Sie uns das, im Sinne Percy Shelleys, zum wahren Geist unseres Zeitalters machen.“


Chinesisch-afrikanische Entwicklungspläne werden integriert

4. September 2018 – Am zweiten Tag des FOCAC-Gipfels in Beijing fand eine vom chinesischen Präsidenten Xi Jinping und dem südafrikanischen Präsidenten Cyril Ramaphosa gemeinsam geleitete Roundtable-Diskussion sowie eine Reihe von Nebenveranstaltungen zu Einzelfragen statt. Auf der Abschluß-Pressekonferenz des Gipfels gab Xi Jinping einen positiven Ausblick: „Wir werden Chinas Belt and Road Initiative (BRI) mit der Agenda 2063 der Afrikanischen Union, der Agenda 2030 der Vereinten Nationen und den Entwicklungsstrategien der afrikanischen Länder aufeinander abstimmen.“

Xi sagte: „Zusammen werden wir die gemeinsamen Interessen Chinas und Afrikas besser wahren, die Stärke der Entwicklungsländer erhöhen und die Welt zu einem gleichgewichtigeren und besseren Ort für alle machen.“

An die anderen „internationalen Partner“ Afrikas richtete Xi die folgenden Worte: „Wir hoffen, daß Afrikas internationale Kooperationspartner voneinander lernen, ihre jeweilige Stärke erhöhen, Synergien erzeugen und gemeinsam zu Frieden und Entwicklung in Afrika beitragen.“ Er dankte Präsident Ramaphosa für die enge Zusammenarbeit bei der Vorbereitung des Gipfels und hieß den senegalesischen Präsidenten Macky Sall als neuen afrikanischen FOCAC-Kovorsitzenden willkommen.

Präsident Ramaphosa erneuerte seine volle Unterstützung für die BRI: „Die von China vorgeschlagene Belt & Road Initiative eröffnet dem afrikanischen Kontinent große Möglichkeiten. Alle afrikanischen Länder akzeptieren und begrüßen die Initiative als besten Weg, die Herausforderungen Afrikas zu bewältigen.“ China und die afrikanischen Länder seien sich einig, enger zusammenzuarbeiten und Technologien und Errungenschaften zu teilen. Zudem führte er eine Reihe von Projekten an, darunter: Das chinesisch-afrikanische Kooperationszentrum für Meeresforschung und blaue Wirtschaft, das chinesisch-afrikanische Forschungszentrum für die Entwicklung grüner Landwirtschaft, das chinesisch-afrikanische Kooperationszentrum für Energietechnologie und das chinesisch-afrikanische Kooperationszentrum für Geowissenschaften.

Präsident Sall seinerseits drückte seine Freude darüber aus, FOCAC-Kovorsitzender sein zu können, und er sah „große Perspektiven“ für die kommenden Jahre bei einem größeren Engagement des privaten Sektors. „Wir werden unsere Beziehung auf eine höhere Ebene bringen,“ sagte er und nannte die jetzige Phase der chinesisch-afrikanischen Beziehungen ein „goldenes Zeitalter“.

Wann ergreift Deutschland endlich diese historische Chance und arbeitet mit?


China und Afrika: Interessengemeinschaft für die Menschheit

4. September 2018 – Die Beratungen auf dem Forum für Chinesisch-Afrikanische Kooperation (FOCAC), die am 3. Sept. in Beijing begannen, markieren eine historische Wende für die Menschheit. Die jahrhundertelange Kolonialzeit unter dem britischen Empire oder anderen Vorzeichen ist jetzt Vergangenheit. Unter dieser Prämisse stand die Auftaktrede des chinesischen Präsidenten Xi Jinping und der anderen hochrangigen Redner: Präsident Cyril Ramaphosa aus Südafrika für die BRICS-Länder, Präsident Paul Kagame von Ruanda, das derzeit den Vorsitz der Afrikanischen Union (AU) innehat, Antonio Guterres, Generalsekretär der Vereinten Nationen, und Moussa Faki Mahamat, Vorsitzender der AU-Kommission. Faki gab bekannt, daß die Afrikanische Union noch während seines Besuchs eine ständige Vertretung in Beijing eröffnen werde.

Allein der spektakuläre visuelle Rahmen der Versammlung unterstrich die große Bedeutung des Forums. Auf Plätzen auf der Bühne hinter dem Rednerpult mit Blick auf die über tausend Konferenzteilnehmer im Plenum saßen die Staats- und Regierungschefs von 53 afrikanischen Ländern. „Das Selbstvertrauen der afrikanischen Staatsführer befindet sich jetzt auf der Weltbühne,“ bemerkte hierzu die Präsidentin des Schiller-Instituts, Helga Zepp-LaRouche. In Zusammenarbeit mit China „wird Afrika das Machtzentrum der Zukunft sein.“

Präsident Xi gab spezifische Absichten und Pläne für gemeinsame Projekte bekannt und verwendete eindrucksvolle Bilder, um den Geist der Zusammenarbeit zu unterstreichen. „China und Afrika werden gemeinsam den Weg der Prosperität gehen,“ sagte er. Wir werden „mit einem Geist denken und mit einem Herz arbeiten.“
Hervorzuheben ist auch, daß Xi betonte, China sei bereit, mit anderen als internationale Partner zusammenzuarbeiten. China und Afrika werden ein Beispiel setzen und „eine gemeinsame Interessengemeinschaft für die gesamte Menschheit bilden.“ Er unterstrich dies mit einer metaphorischen Bemerkung: „Jeder, der sich auf einer Insel absondert, hat keine Zukunft.“ Aber er fügte sofort hinzu: „Jeder hat in sich ein kleines Stück der anderen.“

UN-Generalsekretär Guterres bezeichnete das FOCAC-Treffen als einen „historischen Moment“. Nachdrücklich betonte er, daß die chinesisch-afrikanische Zusammenarbeit und die Belt and Road Initiative inzwischen ein natürlicher Teil der UN-Agenda 2030 (zur Beendigung der Armut weltweit) sowie der AU-Agenda 2063 (der 50jährigen Entwicklungsperspektive der AU für Afrika) seien.

Xi verkündete einen Acht-Punkte-Aktionsplan für gemeinsame chinesisch-afrikanische Aktivitäten bis 2021. Sein Land werde in dieser Zeit Gelder in Höhe von 60 Mrd.$ bereitstellen, die sich in private Investitionen, staatliche Zuschüsse, Kredite usw. aufteilen.


Webcast mit Helga Zepp-LaRouche – 5. September 2018

Willy Wimmer: 2018 wird uns wohl als letztes Friedensjahr in Europa in Erinnerung bleiben


Xi Jinping, die ästhetische Erziehung und Afrika – und die tiefe moralische Krise des Westens

Von Helga Zepp-LaRouche

Während das politische Establishment in Europa immer noch meint, im Besitz der allein seligmachenden Weisheit zu sein, was die angebliche Überlegenheit der „westlichen Werte“ angeht, haben mehr und mehr sogenannte „normale Bürger“ längst gemerkt, daß es eine immer tiefere Kluft gibt zwischen der offiziellen Darstellung der Ereignisse durch Politik und Medien, und der Realität, wie sie sich in den verschiedensten Aspekten des Lebens darstellt. So manchen beschleicht die Ahnung, daß die negative Medienberichterstattung über China und die Neue Seidenstraße vielleicht auch Fake News sind. In der Tat haben wir es bei den sogenannten „westlichen Werten“ und dem Konzept der „Neuen Seidenstraße“ mit dem Aufeinanderprallen zweier diametral entgegengesetzter Wertvorstellungen und einem völlig unterschiedlichen Menschenbild zu tun.

Seitdem sich China seit rund zehn Jahren und verstärkt in den letzten fünf Jahren im Rahmen seiner Seidenstraßen-Initiative in vielen Infrastrukturprojekten engagiert, u.a. Eisenbahnlinien, Industrieparks, Wasserkraftwerke und Industrialisierung der Landwirtschaft in Afrika, hat viele afrikanische Staatschefs ebenso wie die Bevölkerung ein völlig neues Selbstbewußtsein erfaßt: Sie sehen zum ersten Mal die realistische Chance, Armut und Unterentwicklung in absehbarer Zukunft zu überwinden. Dank der chinesischen Hilfe setzen sich eine ganze Reihe afrikanischer Staaten das Ziel, mittelfristig einen sehr guten Lebensstandard für die gesamte Bevölkerung zu erreichen.

Am Vorabend des FOCAC-Gipfels (Forum on China-Africa Cooperation), zu dem 53 afrikanische Staats- und Regierungschefs in Beijing erwartet werden, gab der Botschafter Ghanas in China, Edward Boateng, in einem Kommentar in Global Times dem Geist der Neuen Seidenstraße Ausdruck, der den afrikanischen Kontinent erfaßt hat: „Die Chinesen sind überzeugt, daß es für ein Land wie Ghana möglich ist, innerhalb einer Generation in eine technologisch entwickelte, moderne Volkswirtschaft transformiert zu werden.“

Boateng hat in dem einen Jahr, seitdem er in China akkreditiert ist, mehr als 16 Provinzen und viele Städte besucht, um den Erfolg des „chinesischen Wirtschaftswunders“ zu studieren und um dann in dem GT-Kommentar das Resümee zu ziehen: „Ich glaube, daß Ghana China als Spiegel benutzen kann, um widerzuspiegeln, wie wir einen ähnlich erfolgreichen Entwicklungsweg einschlagen können. Dabei betone ich vor allem, daß China in ein bedeutendes wirtschaftliches und technologisches Powerhouse transformiert worden ist, und wie es gleichzeitig in der Lage war, klare Aspekte seiner reichen Kultur zu erhalten.“ Boateng unterstrich, daß dazu der Aufbau einer starken Industriebasis, Investitionen in das menschliche Kapital, eine verbreitete Disziplin, eine ernsthafte Herangehensweise an die Lösung von Problemen auf allen Ebenen, unermüdliche Innovation, Wirtschaftswachstum und der Ausbau von Infrastruktur beigetragen haben, und daß eine aufgabenbezogene Disziplin und ein Vertrauen in die traditionellen kulturellen und humanistischen Werte zu der Geisteshaltung gehören, von deren Inspiration Ghana sehr profitieren könne. Er erinnerte daran, daß Ghana als erstes afrikanisches Land das Joch des Kolonialismus abgeworfen habe und dessen Gründungspräsident, Dr. Kwame Nkrumah, der Vater des Panafrikanismus gewesen sei, der sich tief in das Bewußtsein Afrikas und der Afrikaner eingegraben habe.

Kolonialistisches Denken im Westen

Natürlich hätten die Europäer seit langem und wie China jetzt seit zehn Jahren den afrikanischen Kontinent infrastrukturell und industriell entwickeln können. Was sie daran hinderte, war ein Fortbestehen des kolonialistischen Denkens, wie es in den brutalen Kreditauflagen des IWF und der eine Entwicklung unterdrückenden Politik der Weltbank zum Ausdruck kam. Während China und die afrikanischen Staaten die sie tief verbindende Freundschaft betonen, scheinen die wenigen Europäer, die allmählich angesichts der gigantischen Veränderungen in Afrika aufwachen, aber bestenfalls Sorge zu haben, daß China und andere asiatische Staaten sich den Zugang zu Afrikas Rohstoffen sichern.

Der deutsche Entwicklungsminister Müller kritisierte während seiner jüngsten Afrikareise, die ihn durch sieben Staaten führte, die Afrikapolitik der EU und der deutschen Regierung, die bisher nur darin bestanden habe, Mauern gegen die Flüchtlinge zu errichten: „In den nächsten zehn Jahren wird in Afrika mehr gebaut als in ganz Europa in den letzten hundert Jahren“, betonte Müller. In Mosambik habe er gesehen, über welch große Ressourcen dieser Kontinent verfüge, die Chinesen, Indien, Japan und die Amerikaner seien schon hier, nur die Deutschen nicht, die viele Chance liegen ließen.

Bundeskanzlerin Merkel, die zur gleichen Zeit Senegal, Nigeria und Ghana bereiste, wo sie mit Müller zusammentraf, hatte dort nach einem Treffen mit Ghanas Präsident Nana Akufo-Addo die plötzliche Erkenntnis, daß die EU nur eine wohlhabende Zukunft haben werde, wenn man die Frage der Migration und die Frage einer Partnerschaft mit Afrika „managen“ könne; sie glaube nicht, daß der Zusammenhalt der EU andernfalls garantiert werden könne.

Nun bleibt aber zu sehen, was dieses „Managen“ konkret bedeutet, und ob es über die zynische bisherige Politik, nur Abkommen mit afrikanischen Regierungen über den Stopp der Migration und den Bau von Lagern, die Papst Franziskus schon mit Konzentrationslagern verglichen hat, hinausgeht. Wenig Gutes verheißt der jüngste Vorschlag des Sonderbeauftragten der deutschen Regierung für afrikanische Angelegenheiten, Günter Nooke, der allen Ernstes einen neuen Kolonialismus vorschlägt (Reuters, 29.8.): „Warum schafft man da nicht Sonderentwicklungszonen, in denen die Staaten für 50 Jahre ihre Hoheitsrechte abgeben und vielleicht die EU den Rechtsrahmen für Investitionen von Firmen aus dem Ausland garantiert?”

Noch ungeheuerlicher ist allerdings der Artikel „Auf dem Weg nach ,Eurafrika’“ im Bayernkurier vom 26. August, der im wesentlichen die absolut horrenden Thesen des jüngsten Buchs von Stephen Smith La Ruee vers L’Europe („Ansturm auf Europa: Das junge Afrika auf dem Weg zum Alten Kontinent“) nachleiert. Afrika erlebe das „rasendste Bevölkerungswachstum“, das die Welt je gesehen habe, es gebe eine „Bevölkerungsexplosion“ und einen „Jugendüberschuß“; mit ihrer Entwicklungshilfe „schießen sich die reichen Länder selbst ins Bein“, wird Smith zitiert, „indem sie den armen Ländern helfen, die Wohlstandsschwelle zu erreichen, die den Menschen erlaubt, sich überhaupt auf den Weg zu machen, schütten sie eine Prämie auf die Migration aus.“ Für die „Rückkehr zum Protektorat“ (so wie es auch Nooke fordert), in der er die einzige Möglichkeit sieht, die „Migranten-Sturmflut“ abzuwehren, sieht er durchaus Ansätze in den EU-Bemühungen um Verträge mit afrikanischen „Diktatoren“.

Offensichtlich ist sich der Bayernkurier knapp sieben Wochen vor der Landtagswahl nicht zu schade, ganz im Geiste Björn Höckes mobil zu machen. Also mit anderen Worten: Entwicklungshilfe geschweige denn Investitionen sollen unterbleiben, die Menschen lieber arm bleiben und möglichst früh sterben. Und mit diese „christlichen Werten“ will der Bayernkurier Wahlhelfer für die CSU sein?

Ganz anders dagegen die führende Nachrichtenagentur Chinas, Xinhua, die am 31. August als die Top-Meldung des Tages berichtete, daß Präsident Xi Jinping in einem Brief an die Professoren der Chinesischen Akademie der Schönen Künste (CAFA) die Bedeutung der ästhetischen Erziehung für die gesunde physische und geistige Entwicklung der Jugend betont habe. Die ästhetische Erziehung spiele eine wichtige Rolle in der Ausformung eines schönen Geistes, einer schönen Seele.

Auch wenn die Scheinwelt, die die Mainstream-Medien in Deutschland aufrecht zu erhalten suchen, es nie vermuten ließe: Die Welt bewegt sich mit schnellen Schritten in die Richtung, die Lyndon LaRouche und die mit ihm verbundene Assoziation seit Jahrzehnten zu verwirklichen sucht. So verwirklicht China heute die Politik, die wir schon 1980 in einem Buch zur Industrialisierung Afrikas veröffentlicht und seitdem in vielen Konferenzen präsentiert haben, u.a. im Landtagswahlkampf der BüSo 2009 mit dem Slogan: „Hessens Zukunft liegt in Afrika!

Und die Betonung der ästhetischen Erziehung durch Präsident Xi beweist auch die Richtigkeit der These der Autorin in einer Rede in New York im April 2017, daß es eine große Affinität zwischen dem Menschenbild und der Methode der ästhetischen Erziehung zwischen Konfuzius und Friedrich Schiller gibt. Der Unterschied besteht darin, daß China seine klassische Tradition hoch hält, während wir uns in Deutschland weit von unserer klassisch- humanistischen Kultur entfernt haben. Aber vielleicht ist es ja noch nicht zu spät – wir müssen nur Nikolaus von Kues, Kepler, Leibniz, Bach, Beethoven, Schiller, von Humboldt, um nur einige zu nennen, im Geist und in den Seelen unserer Jugend lebendig werden lassen und mehr Betonung auf ihre ästhetische Erziehung legen als auf Karriere, möglichst viel Geld zu verdienen, und die Befriedigung aller Begierden im Hier und Jetzt. Wenn Sie, verehrter Leser, diesen Zeilen beipflichten können, dann sollten sie bei dem Schiller-Institut aktiv werden.
zepp-larouche@eir.de


China und Griechenland verstärken ihre Zusammenarbeit

28. August 2018 – Der griechische Außenminister Nikos Kotzias und sein chinesischer Amtskollege Wang Yi haben auf einem Treffen in Beijing eine Vereinbarung zur Zusammenarbeit im Rahmen von Chinas „Gürtel- und Straßeninitiative“ unterzeichnet. Vor der Presse erklärte Kotzias: „Unser Hauptziel ist die Vertiefung unserer politischen Zusammenarbeit.“ Gleichzeitig lud er Wang Yi zu einem Besuch in Athen ein. Man werde weitere Gespräche führen, um den nächsten
Fünf-Jahres-Aktionsplan zur wirtschaftlichen Zusammenarbeit abzuschließen, hieß es in verschiedenen chinesischen und griechischen Medien.

Wang Yi seinerseits nannte Griechenland einen „natürlichen Partner für China“ und berichtete, beide Minister hätten Gespräche geführt über die Vernetzung der Infrastruktur, die Förderung des Handels, finanzielle Kooperation und Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern beim Tourismus, Wissenschaft und Technologie, Bildung und Kultur, Sport, Jugend und der Kommunalverwaltung.

Zuvor hatte sich Kotzias bereits mit Vertretern der Kommunistischen Partei Chinas (KPC) getroffen, und weitere Gespräche mit dem chinesischen Vizepräsidenten Wang Qishan und dem chinesischen Staatsrat Yang Jiechi sind geplant. Kotzias wird auch eine Rede vor der Chinesischen Akademie für Sozialwissenschaften über die griechisch-chinesischen Beziehungen halten.


Seidenstraßen-Initiative: Chance für Neues Bretton-Woods-Kreditsystem

Chinas Seidenstraßen-Initiative wird am 7. September 2018 fünf Jahre alt – mit beachtlichen Erfolgen für Wirtschaftswachstum und Entwicklungsperspektiven der teilnehmenden Nationen, vor allem in Afrika. In einem Beitrag für Global Times vor dem kommenden chinesisch-afrikanischen Kooperationsforum (FOCAC) am 3.-4. September schreibt der Autor Chu Daye am 28.8., die Seidenstraßeninitiative habe der Welt „eine innovative Herangehensweise an Entwicklung und Inspiration“ eröffnet. So hat China bis Mai 2018 103 Kooperationsdokumente mit 88 Ländern, Regionen und internationale Organisationen unterzeichnet. Chinesische Häfen sind nun mit 600 internationalen Häfen vernetzt und der 10.000ste Frachtzüge zwischen China und der EU hat gerade den Bahnhof von Wuhan verlassen. Der Güterhandel mit Seidenstraßen (BRI)-Ländern und Regionen zwischen 2013-2017 betrug mehr als 5 Billionen $, es flossen Direktinvestitionen im Wert von 70 Mrd. $ in diese Länder. 2017 machte Chinas Handel mit BRI-Partnern wertmäßig 40% des globalen Güterhandels aus.

Während wir hier meßbares Wachstum und Verbesserung des Lebensstandards der Bevölkerung sehen, wächst in der transatlantischen Welt die Gefahr eines neuen Finanzkrachs mit weitaus schlimmeren Folgen als 2008. Der Hauptauslöser ist die Umkehrung der Finanzströme aus den Schwellenländern zurück in den Dollar wegen der Drosselung des Liquiditätspumpens (QE) der Federal Reserve, aber grundsätzlich ist das ganze System mit seiner Derivatblase von einer Billiarde Dollar völlig verrottet und zum Einsturz verurteilt.

In dieser Situation und der Anheizung geopolitischer Spannungen gegen Rußland und China durch die Kriegspartei (einschliesslich der Bestrebungen, US-Präsident Trump spätestens nach den Novemberwahlen abzusetzen), kommt der Initiative des Schiller-Instituts für ein Neues Bretton Woods-Finanzsystem große Bedeutung zu. Damit kann eine gemeinsame Plattform geschaffen werden, um die grundlegenden und drängenden globalen Probleme in Angriff zu nehmen. Wie Helga Zepp-LaRouche in ihrem internationalen Internetforum am 23.8. erklärte, könnten die vier wichtigsten Mächte USA; China, Rußland und Indien gemeinsam der Gefahr eines unkontrollierten Finanzkrachs vorbeugen, indem sie zu einem System fester Wechselkurse zurückkehren und ein Kreditsystem schaffen, um die „Zusammenarbeit im Kontext des Neuen Paradigmas und der Gürtel- und Straßen-Initiative zu fördern“.

Dies ist eine sehr realistische Perspektive, denn Rußland, China und Indien arbeiten bereits in diesem Sinne sehr eng zusammen; auch aus Japan käme dafür Unterstützung und US-Präsident Trump ist durchaus grundsätzlich dazu fähig, die Zeichen der Zeit zu erkennen, wie seine Treffen mit Kim Jong Un, Präsident Putin und die Beziehung zu Chinas Präsident Xi Jinping bewiesen haben.

Auch in Europa entwickelt sich eine breite Revolte gegen die Austerität, die Brüssel im Dienst der Großbanken durchsetzt, und gegen den neuen kalten Krieg. In dieser Hinsicht bietet die Orientierung mindestens eines Teils der neuen italienischen Regierung für produktive Investitionen und Zusammenarbeit mit China, besonders bei der Entwicklung Afrikas, einen Ausweg aus der Zwangsjacke der EU-Vorgaben, ebenso wie die Mobilisierung in Österreich dafür, die Chancen der Neuen Seidenstraße zu nutzen und auch mit Rußland zusammenzuarbeiten.

Jetzt muß das Momentum für das neue strategische Paradigma von Frieden durch Entwicklung und die historische Chance der Menschheit realisiert werden!

Die Petition für ein Neues Bretton Woods Die Staatschefs der USA, Russlands, Chinas und Indiens müssen handeln! können Sie online unterzeichnen.


WEBCAST MIT HELGA ZEPP-LAROUCHE – 29. AUGUST 2018


Neue Seidenstraße macht Fortschritte in Mittelamerika

El Salvador ist das dritte Land der Region, das in den letzten 14 Monaten die Beziehungen zu Taiwan aufgab und stattdessen Beziehungen zu Beijing aufnahm (Panama Juni 2017; Dominikanische Republik Mai 2018). El Salvador hat etwas über 6 Mio. Einwohner und grenzt an Guatemala und Honduras. Zusammen mit diesen beiden anderen Ländern ist es seit Jahrzehnten der Armutausgesetzt – sowohl durch die Ausplünderung durch die Wall Street als auch Drogen und Gewalt satanistischer Banden. Die Lebensbedingungen in der Region sind so katastrophal, daß sich Hunderttausende verzweifelt auf den gefährlichen Weg nach Norden machen, um Sicherheit in den USA zu suchen. So waren 2015 von 6,3 Mio. geborenen Salvadoranern 20% in die USA ausgewandert.

Die Beteiligung an der BRI bietet die Chance, diesen Prozeß umzukehren und durch wirtschaftliches Wachstum eine Perspektive für die Bevölkerung zu schaffen. China hat z.B. Interesse an der Wiederinbetriebnahme des Containerhafens La Union am pazifischen Golf von Fonseca. Der Golf von Fonseca kann zusammen mit Nikaragua und Honduras zu einem Umschlagplatz für Wirtschaftsentwicklung ausgebaut werden und mit einer Eisenbahnstrecke durch Honduras eine Verbindung zur Karibik herstellen.

El Salvadors Entscheidung hat zu wütenden Ausbrüchen neokonservativer Fanatiker im US-Kongreß und Denkfabriken geführt; mit Drohungen gegen El Salvador, US-FInanzhilfe zu stoppen als auch Tiraden gegen China, das der „Einmischung in die Innenpolitik eines Landes der westlichen Hemisphäre“ beschuldigt wird.


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